Dritte Bluttat an Kopten seit Jahresbeginn — Angst unter Ägyptens Christen wächst

Christen in Ägypten: Drei Bluttaten innerhalb von elf Tagen seit Jahresbeginn.
Christen in Ägypten: Drei Bluttaten innerhalb von elf Tagen seit Jahresbeginn.

(Kai­ro) In Ägyp­ten ereig­ne­te sich die drit­te Blut­tat an Ange­hö­ri­gen der kop­ti­schen Min­der­heit seit Jah­res­be­ginn. Sicher­heits­kräf­te ent­deck­ten die Lei­che eines Kop­ten, des christ­li­chen Arz­tes Bassam Sadouat Zaki.

Am 3. Janu­ar war der kop­ti­sche Kauf­mann  Yous­sef Lamei in Alex­an­dria ermor­det wor­den. Nur 48 Stun­den spä­ter waren die Lei­chen des christ­li­chen Ehe­paars Gamal Sami Guir­gu­is und Nadia Amin Guir­gu­is gefun­den worden.

Der Chir­urg Bassam Sadouat Zaki übte sei­nen Beruf in der Stadt Asyut in Ober­ägyp­ten aus, rund 370 Kilo­me­ter süd­lich von Kai­ro. Laut ersten Erhe­bun­gen wur­de er am 13. Janu­ar mit einem Mes­ser erstochen.

Am 5. Janu­ar hat­te die Poli­zei die Lei­chen des kop­ti­schen Ehe­paars Guir­gu­is ent­deckt. Auch sie waren mit Mes­ser­sti­chen ermor­det wor­den. Wie im Fall Zaki geschah die Blut­tat zu Hau­se. Das Ehe­paar war im Schlaf vom Tod über­rascht wor­den. Das Ver­bre­chen ereig­ne­te sich im Gou­ver­ne­ment Al-Min­u­fi­y­ya in Unter­ägyp­ten, 85 Kilo­me­ter nörd­lich von Kairo.

Vor weni­gen Tagen wur­den eini­ge Ver­däch­ti­ge fest­ge­nom­men. Weder Poli­zei noch Staats­an­walt­schaft woll­ten bis­her nähe­re Anga­ben dazu machen.

Zwei Tage vor dem Mord an dem Ehe­paar war in Alex­an­dria der Kop­te Yous­sef Lamei auf offe­ner Stra­ße ermor­det wor­den. Wäh­rend sich die Behör­den zu den bei­den ande­ren Fäl­len über die Tat­mo­ti­ve in Schwei­gen hül­len, steht bei der Mord­tat von Alex­an­dria ein isla­mi­scher Hin­ter­grund fest. Der Täter rief laut „Allah Akhbar“ wäh­rend er sein Opfer  vor den ent­setz­ten Augen der Pas­san­ten und der Ein­woh­ner des Vier­tels mit einem Schwert tötete.

Vier Mor­de inner­halb von elf Tagen. Zuletzt war es am 11. Dezem­ber zu einem bru­ta­len Atten­tat auf die Peter-und-Paul-Kir­che im Stadt­teil al-Abba­si­y­ya in Kai­ro gekom­men. Direkt angren­zend befin­det sich das kop­tisch-ortho­do­xe Patri­ar­chat. An jenem Tag, an dem die Mus­li­me die Geburt Moham­meds fei­ern, ver­üb­ten Isla­mi­sten einen Spreng­stoff­an­schlag auf die kop­ti­sche Kir­che, bei dem 25 Chri­sten getö­tet wur­den. Zur Blut­tat bekann­te sich die Dschi­had-Miliz Isla­mi­scher Staat (IS).

Unter den Chri­sten des Lan­des wächst die Angst.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Asianews