„Gott ist stets langmütig mit seinem Volk“

Lie­be Brü­der und Schwe­stern,

wir wol­len heu­te ein wei­te­res Werk der Barm­her­zig­keit betrach­ten: die Lästi­gen gedul­dig ertra­gen. Wie schnell stel­len sich bei uns Gedan­ken der Unge­duld ein, wenn uns die Gegen­wart eines Men­schen lästig fällt. Die Hei­li­ge Schrift aber zeigt uns, dass selbst Gott zu sei­nem stör­ri­schen Volk barm­her­zig ist.

Erst stöhnt es über die Knecht­schaft in Ägyp­ten und wird von Gott befreit, dann klagt es in der Wüste über Hun­ger und wird mit Wach­teln und Man­na gespeist. Gott ist stets lang­mü­tig mit sei­nem Volk. Auch Jesus selbst zeigt sich über­aus gedul­dig, wenn er bei­spiels­wei­se das ehr­süch­ti­ge Ver­hal­ten sei­ner Jün­ger für eine Unter­wei­sung nutzt: Die Sün­der zurecht­wei­sen und die Unwis­sen­den leh­ren, sind wei­te­re geist­li­che Wer­ke der Barm­her­zig­keit, die der Herr uns selbst vor­lebt. Ange­sichts der Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit unse­rer Zeit sol­len wir alle unse­rem Näch­sten bei unsern täg­li­chen Begeg­nun­gen in aller Demut hel­fen, den Blick vom Ober­fläch­li­chen auf das Wesent­li­che zu rich­ten. So wach­sen wir alle in der eige­nen Beru­fung und auf dem Weg der wah­ren Freu­de.

Einen herz­li­chen Gruß rich­te ich an alle Pil­ger deut­scher Spra­che. Gott ist mit uns immer barm­her­zig und hat uns ein Bei­spiel gege­ben, damit auch wir so han­deln. Ich wün­sche euch einen guten Auf­ent­halt in Rom und seg­ne euch alle von Her­zen.

6 Kommentare

  1. Da bin ich dank­bar, dass Gott noch lang­mü­tig ist. Denn wer eine nicht kon­for­me Mei­nung aus­drückt, dann in die Fän­ge von „Osser­va­to­rio per l’At­tua­zio­ne del­la Rifor­ma del­la Chie­sa di Papa Fran­ces­co (OARCPF)“ gerät, wird näm­lich ab sofort dem Papst denun­ziert. Die Ent­fe­rung bzw. Säu­be­rung wird nicht lan­ge auf sich war­ten las­sen.

    Unglaub­lich, dass ein For­schungs­i­nistut auf eine durch den Papst defi­niert Mei­nung getrimmt wird. Das erin­nert mich an ver­gan­ge­ne Zei­ten, von denen jeder hofft, dass sie nie wie­der­kom­men wer­den.
    Ich kann es ein­fach nicht glau­ben, und das in der Kir­che. Hil­fe! Gott, erbar­me Dich Dei­ner Kir­che.

    • Ich möch­te hier­mit mei­nen obi­gen Kom­men­tar rela­ti­vie­ren. Es han­delt sich um eine Grup­pe von ehe­ma­li­gen Stu­den­ten, die in kei­ner Ver­bin­dung mit dem Papst ste­hen (gem. San­dro Magi­ster). Somit ist der Hei­li­ge Stuhl in die­se Akti­on nicht invol­viert, was die Ange­le­gen­heit rela­ti­viert.

  2. Die Lang­mut Got­tes – ein erha­be­nes The­ma, wie alle Eigen­schaf­ten Got­tes. Sie gehört zu Sei­nem Cha­rak­ter (Ex 34,6; Num 14,18; Ps 86,15), wie wir die­sen aus Got­tes Selbst­aus­sa­gen und Sei­nem Han­deln in der Heils­ge­schich­te erken­nen. Die Lang­mut Got­tes zielt auf die Erret­tung der Sün­der ab (2 Petr 3,15). Sie soll zur Buße füh­ren (Röm 2,4: 2 Petr 3,9) und ist eine Ermun­te­rung zur Buße (Joël 2,13). Im Gleich­nis vom Fei­gen­baum, der hier wohl das Volk Isra­el meint, erwirkt Chri­stus durch sei­ne Für­spra­che Lang­mut vom Vater (Lk 13,8). Got­tes Lang­mut wird deut­lich in der Sün­den­ver­ge­bung (Röm 2,25). Sei­ne Lang­mut erweist Gott gegen­über Sei­nem Volk (Jes 30,18; Ez 20,17) wie auch gegen­über den Gott­lo­sen (Röm 9,22; 1 Petr 3,20). Got­tes Lang­mut wird im Gebet bean­sprucht (Jer 15,15). — So wahr das alles ist, so wahr ist aber auch dies: Got­tes Lang­mut hat Gren­zen (Gen 6,3; Jer 44,22). Die Gott­lo­sen miss­brau­chen die Lang­mut Got­tes (Koh 8,11; Mt 24,48–49); sie ver­ach­ten die Lang­mut Got­tes (Röm 2,4); und sie wer­den bestraft, weil sie Got­tes Lang­mut ver­ach­ten (Neh 9,30; Mt 24,48–51; Röm 2,5). — Wenn wir Gott ken­nen wol­len und wenn wir wis­sen wol­len, was Er von uns erwar­tet, dür­fen wir nicht nur das eine, son­dern müs­sen bei­des sehen.

  3. Dan­ke an Herrn Michel,! Es ist sehr rich­tig was Sie geschrie­ben und mit Bibel­zi­ta­ten kom­men­tiert haben und lei­der wie­der gewohnt ober­fläch­lich, flach und ein­sei­tig, was der Ober­hir­te hier wie­der von sich gibt.
    Gott ist immer lang­mü­tig, gütig und barm­her­zig, aber nur dann, falls der sün­di­ge Mensch sei­ne Sün­den erkennt, bereut, umkehrt, Bus­se tut und Bes­se­rung gelobt.
    Scha­de, dass wir in der Zeit leben, wo Scha­fe den Hir­ten beleh­ren müs­sen, damit die See­len nicht auf Irr­we­ge, son­dern zu Gott geführt wer­den. Jesus, ich ver­traue auf dich!

  4. Die Sün­der zurecht­wei­sen und die Unwis­sen­den leh­ren…

    Das stimmt, jedoch ver­ste­he ich da vie­les vom Papst nicht, z. B. zum The­ma Geschie­de­ne, Homo­se­xu­el­le, abge­fal­le­ne Prie­ster, hin­aus­drän­gen von tra­dio­nel­len Katho­li­ken usw.

    Muss ich denn nicht auch anders­gläu­bi­ge mis­sio­nie­ren und ver­su­chen zu unse­rem Glau­ben zu brin­gen (per­sön­lich oder gei­stig), damit auch die­se Men­schen die­se Gna­den­flüs­se genie­ßen kön­nen? Wenn ich mich rich­tig erin­ne­re, wur­de dies als eine Sün­de bezeich­net.

  5. „Gott ist stets lang­mü­tig mit sei­nem Volk“
    Das ist rich­tig. Aber er wird den Tag und die Stun­de auf den Punkt genau tref­fen denn Ord­nung muß sein.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

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