Vatikan distanziert sich von Dogmatiker, Radio Maria setzt ihn vor die Tür

„Barmherziger“ Gleichschaltungsdruck

Der bekannte Moraltheologe, Pater Giovanni M. Cavalcoli O.P., wurde (auf Wunsch des Vatikans) von Radio Maria entlassen.
Der bekannte Moraltheologe, Pater Giovanni M. Cavalcoli O.P., wurde (auf Wunsch des Vatikans) von Radio Maria entlassen.

(Rom) Das Heil­mit­tel „Miser­i­cor­di­na“ von Papst Fran­zis­kus gilt nicht für alle. Man­che Katho­li­ken sind davon aus­ge­nom­men. Radio Maria Ita­li­en, der Mut­ter­sen­der aller Radio-Maria-Sen­der, mach­te sei­nem Ruf als Fran­cis­ce­i­sche Säu­be­rungs­an­stalt neue „Ehre“. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag gab der Sen­der bekannt, sich mit „sofor­ti­ger Wir­kung“ vom bekann­ten Dog­ma­ti­ker Gio­van­ni Caval­co­li zu tren­nen. Der Domi­ni­ka­ner Caval­co­li habe die päpst­li­che „Barm­her­zig­keit“ miß­ver­stan­den. Zuvor hat­te sich der Vati­kan öffent­lich von Aus­sa­gen distan­ziert, die der Moral­theo­lo­ge gar nicht geäu­ßert hat­te.

Der Domi­ni­ka­ner­pa­ter ist für sei­ne Ver­tei­di­gung der katho­li­schen Moral­leh­re bekannt. Aus die­sem Grund war er seit Jah­ren gern gese­he­ner Refe­rent bei Radio Maria Ita­li­en, wo er eine eige­ne Sen­dung gestal­te­te und sich Hörerfra­gen stell­te.

Dogmatiker sagt, was Kirche lehrt – und wird vom Vatikan getadelt

Ver­gan­ge­ne Woche hat­te Pater Caval­co­li die Fra­ge im Raum ste­hen las­sen, ob die Erd­be­ben, die seit Ende August Mit­tel­ita­li­en erschüt­ter­ten und auch in Rom zu spü­ren waren, nicht in einem Zusam­men­hang mit der Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ in Ita­li­en ste­hen könn­ten, und erin­ner­te dar­an, daß es auch die Mög­lich­keit der „Gött­li­chen Stra­fe“ gebe.

Der Domi­ni­ka­ner war in sei­ner Sen­dung bei Radio Maria Ita­li­en von einem Hörer gefragt wor­den, ob Natur­ka­ta­stro­phen wie Erd­be­ben eine Fol­ge sein könn­ten für Gesetz­ge­ber, die Geset­ze erlas­sen, „wie Ita­li­en jüngst zu den homo­se­xu­el­len Ver­bin­dun­gen“, die „gegen den Wil­len Got­tes sind“ und ein Volk, das sol­che Geset­ze dul­det. Die Fra­ge war Teil einer umfas­sen­de­ren Fra­ge, die ins­ge­samt dar­auf abziel­te, zu erfah­ren, ob Gott reue­lo­se Sün­der „straft“.

Der bekann­te Dog­ma­ti­ker beant­wor­te­te die Grund­fra­ge mit einem kla­ren Ja. Die Natur­ka­ta­stro­phen sei­en Teil der gefal­le­nen Natur, und damit eine Kon­se­quenz der Ursün­de. Was kon­kre­te Zuschrei­bun­gen anbe­langt, äußer­te sich Caval­co­li sehr zurück­hal­tend und mahn­te zur Vor­sicht.

Pater Caval­co­li ging auf den Begriff „Stra­fe Got­tes“ ein, der vie­len „nicht gefällt, aber ich ver­wen­de ihn den­noch, weil es ein bibli­sches Wort ist“. Es sei „natür­lich wich­tig“, was unter „Stra­fe“ zu ver­ste­hen sei, was Gott damit mei­ne, und wel­cher Zusam­men­hang sich dar­in für die gesam­te Exi­stenz des Men­schen und sein Heil aus­drücke.

Die Krise Europas „ist eine geistige Krise“ — Ereignisse „geben zu denken“

La Repubblica über den "Fall Cavalcoli"
La Repubbli­ca über den „Fall Caval­co­li“

Die Fra­ge, ob eine Natur­ka­ta­stro­phe wie nun die Erd­be­ben in Mit­tel­ita­li­en die Fol­ge eines bestimm­ten Ereig­nis­ses sei­en, sei „schwer mit Sicher­heit zu beant­wor­ten“. Die Fra­ge sei „sehr hei­kel“. Der Domi­ni­ka­ner woll­te dar­auf nur eine „ganz per­sön­li­che Mei­nung“ äußern. Ihn habe vor allem die Zer­stö­rung der Basi­li­ka von Nor­cia, dem Geburts­ort des hei­li­gen Bene­dikt, am Mor­gen des 30. Okto­ber erschüt­tert. Er wol­le „nichts hin­ein­in­ter­pre­tie­ren, weil das hei­kel sei, aber zumin­dest zu beden­ken gebe, daß Bene­dikt von Nur­sia der Patron Euro­pas ist. Er ist der Vater der christ­li­chen Zivi­li­sa­ti­on, der Vater des Abend­lan­des, Euro­pas, das nicht nur katho­li­sche, son­dern auch lai­zi­sti­sche Gelehr­te in einer schwe­ren Kri­se sehen.“

Pater Caval­co­li ver­wies dann kon­kret auf einen Vor­trag von Etto­re Got­ti-Tede­schi, den er „vor weni­gen Tagen“ gehört habe, und der ein „gro­ßer Öko­nom, aber auch Phi­lo­soph“ sei, und der einen „Zusam­men­hang zwi­schen der Wirt­schafts­kri­se Euro­pas und der gei­sti­gen Kri­se Euro­pas“ beton­te.

Wört­lich sag­te der bekann­te Moral­theo­lo­ge dann:

„Stra­fe Got­tes: Bei aller gebo­te­nen Vor­sicht kann man schon den Ein­druck gewin­nen, daß die­se Angrif­fe gegen das Gött­li­che Gesetz, man den­ke an die Wür­de der Fami­lie, der Ehe, daß die­se Angrif­fe dar­an den­ken las­sen, daß wir es mit dem zu tun haben, was wir Stra­fe Got­tes nen­nen.“

Vatikan distanziert sich von Aussage, die gar nicht gemacht wurde

Auf die­se Wor­te folg­te eine auf­ge­reg­te Distan­zie­rungs­wel­le in vati­ka­ni­schen Medi­en. Dabei wur­de Pater Caval­co­li unter­stellt, er habe behaup­tet, die Erd­be­ben sei­en eine siche­re Fol­ge der Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ und eine „Stra­fe Got­tes“. Genau das aber, hat­te der Theo­lo­ge nicht gesagt. Die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung titel­te wahr­heits­wid­rig: „Prie­ster bezeich­net Erd­be­ben als Stra­fe Got­tes“. Der ORF: „ ‚Erd­be­ben ist Stra­fe Got­tes‘. Prie­ster sorgt für Eklat“. Die Aus­sa­gen des Moral­theo­lo­gen sei­en „belei­di­gend“ für die Opfer der Erd­be­ben (und natür­lich für die Homo­se­xu­el­len), so Radio Vati­kan.

Die Vor­stel­lung eines stra­fen­den Ein­grei­fens Got­tes scheint für man­che Kir­chen­ver­tre­ter bereits ein grö­ße­res Greu­el zu sein als die mensch­li­chen Greu­el, die Ursa­che dafür wären. Got­tes Gerech­tig­keit ver­schwin­det hin­ter der Barm­her­zig­keit bis zur Unkennt­lich­keit.

Der Tadel gegen Pater Caval­co­li kam direkt aus dem Vati­kan. Der Sub­sti­tut des vati­ka­ni­schen Staats­se­kre­ta­ri­ats, Kuri­en­erz­bi­schof Gio­van­ni Ange­lo Becciu, trat per­sön­lich vor die Mikro­pho­ne von Radio Vati­kan, um sich vom Denk­an­stoß des Domi­ni­ka­ners zu distan­zie­ren.

In der Sonn­tags­aus­ga­be vom 6. Novem­ber, die am 5. Novem­ber erschien, goß der Osser­va­to­re Roma­no wei­te­res Öl ins Feu­er. Ein aus­führ­li­cher Arti­kel nahm gegen die „belei­di­gen­den Aus­sa­gen“ von Pater Caval­co­li Stel­lung.

Pater Cavalcoli beharrt: „Wofür sollte ich mich entschuldigen?“

Weder Radio Vati­kan noch der Osser­va­to­re Roma­no kon­tak­tier­ten den Dog­ma­ti­ker, um auch ihn zu Wort kom­men zu las­sen. Das taten hin­ge­gen zwei der füh­ren­den ita­lie­ni­schen Pri­vat­ra­dio­sen­der, Radio Il Sole 24 und Radio Capi­tal. In den Inter­views ver­tei­dig­te Pater Caval­co­li sei­ne Aus­sa­gen und beton­te, daß das, was er mit der gebo­te­nen Zurück­hal­tung äußer­te, „Leh­re der Kir­che“ sei. Das­sel­be gilt für ein Inter­view, das er der katho­li­schen Online-Tages­zei­tung La Fede Quo­ti­dia­na gab. Der Domi­ni­ka­ner rück­te auch nach Bekannt­wer­den der Kri­tik aus dem Vati­kan nicht von sei­ner Posi­ti­on ab.

Osservatore Romano: "Beledigende Äußerungen"
Osser­va­to­re Roma­no: „Belei­di­gen­de Äuße­run­gen“

Doch für Radio Maria Ita­li­en zäh­len offen­bar nicht die Inhal­te, son­dern das, was der Vati­kan gera­de wünscht. Der Vati­kan aber ver­lang­te den Kopf von Pater Caval­co­li, und schon distan­zier­te sich Radio Maria vom lang­jäh­ri­gen Mit­ar­bei­ter, der einer der bekann­te­sten und ange­se­hen­sten Moral­theo­lo­gen Ita­li­ens ist. Der Sen­der gab noch am Sams­tag bekannt, sich mit „sofor­ti­ger“ Wir­kung von Pater Caval­co­li zu tren­nen. Die Mel­dung war so wich­tig, daß sie noch am Sams­tag­abend auch von Medi­en im deut­schen Sprach­raum wie Bay­ern 5 aktu­ell berich­tet wur­de. Aus­lö­ser dafür war der Zusam­men­hang mit der „Homo-Ehe“, Kri­tik dar­an wird nicht gedul­det, und die abge­lehn­te Vor­stel­lung, daß Gott ein­grei­fen und sogar die Natur­ge­set­ze bewe­gen könn­te. Ein sol­cher Gott wäre ja ein Akteur.

Radio Maria begrün­de­te den Raus­wurf mit dem Hin­weis, daß Caval­co­lis Aus­sa­gen zum Erd­be­ben, die „Homo-Ehe“ wur­de nicht erwähnt, „nicht auf einer Linie mit der Ver­kün­di­gung der Barm­her­zig­keit sind, die das Wesen des Chri­sten­tums und des pasto­ra­len Han­delns von Papst Fran­zis­kus ist“.

Der Sen­der gab damit zu ver­ste­hen, daß die For­de­rung nach Caval­co­lis Ent­las­sung direkt aus dem Vati­kan kam, und leg­te zugleich ein Erge­ben­heits­be­kennt­nis gegen­über dem Papst ab. Zudem ent­schul­dig­te sich Radio Maria bei allen, die sich durch die Wor­te des Moral­theo­lo­gen „belei­digt“ füh­len.

Soll Radio Maria „auf Linie“ gebracht werden?

Der Fall steht nicht iso­liert, son­dern hat einen Hin­ter­grund.

Der Vati­ka­nist Pao­lo Roda­ri von La Repubbli­ca schrieb zum Vor­fall: „Der Ein­druck ist, daß bestimm­te Stel­lung­nah­men des Radio­sen­ders unter Bene­dikt XVI. mehr tole­riert wur­den, aber nicht mehr unter Papst Fran­zis­kus.“ Ist Pater Caval­co­li nur das Bau­ern­op­fer, das dem Vati­kan dar­ge­bracht wur­de, damit Radio Maria Ita­li­en nicht selbst ins Kreuz­feu­er des Vati­kans gerät?

Pater Livio Fanzaga von Radio Maria Italien
Pater Livio Fan­za­ga von Radio Maria Ita­li­en

Pro­gramm­di­rek­tor Pater Livio Fan­za­ga stell­te sich im ver­gan­ge­nen Febru­ar ent­schie­den gegen die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ in Ita­li­en. „Wir sind bereit zum Mar­ty­ri­um“, sag­te er damals ins Mikro­phon. Wäh­rend Mil­lio­nen Ita­lie­ner für Ehe und Fami­lie und gegen die Homo­se­xua­li­sie­rung auf die Stra­ße gin­gen, hat­te der Vati­kan durch den Papst-Ver­trau­ten Msgr. Nun­zio Galan­ti­no, Gene­ral­se­kre­tär der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, mit der ita­lie­ni­schen Links­re­gie­rung bereits einen Kom­pro­miß aus­ge­han­delt: Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ unter der Bedin­gung, sie nicht „Ehe“ zu nen­nen. Gleich­zei­tig distan­zier­te sich Galan­ti­no von den katho­li­schen Krei­sen, die sich mit einem sol­chen Kom­pro­miß nicht abfin­den woll­ten. Im ver­gan­ge­nen Juni trat die „Homo-Ehe“ (Zivil­unio­nen genannt) in Kraft. Aus argen­ti­ni­schen Zei­ten ist bekannt, daß Papst Fran­zis­kus eines nicht mag, und zwar genau in die­sem Zusam­men­hang: näm­lich einen offe­nen Kon­flikt in gesell­schafts­po­li­ti­schen oder bio­ethi­schen Fra­gen mit Links­re­gie­run­gen.

Pater Caval­co­li ist nur ein pro­mi­nen­tes Opfer von „Säu­be­run­gen“, die Radio Maria Ita­li­en seit der Wahl von Papst Fran­zis­kus durch­führ­te. Die Zusam­men­ar­beit mit Mario Palma­ro, Ales­san­dro Gnoc­chi, Rober­to de Mattei und Gian­pao­lo Bar­ra wur­de auf­ge­kün­digt, weil sie Kri­tik an Papst Fran­zis­kus gewagt hat­ten. Seit­her wird dem Sen­der vor­ge­wor­fen, einen „Kada­ver­ge­hor­sam“ gegen­über dem Papst zu förr­dern, der durch die kirch­li­che Leh­re nicht gedeckt sei.

Pater Caval­co­li hat­te, im Gegen­satz zu den Vor­ge­nann­ten, Papst Fran­zis­kus aber gar nicht kri­ti­siert. Den­noch wur­de er ein Opfer der „Neu­en Barm­her­zig­keit“. Ein Signal dafür, daß der vati­ka­ni­sche Druck auf Radio Maria Ita­li­en unter Papst Fran­zis­kus wächst. Der Sen­der soll auf (päpst­li­che) Linie gebracht wer­den. Der Weg zu die­ser „Anpas­sung“ ist mit den Ent­las­sun­gen ver­dien­ter Mit­ar­bei­ter gepfla­stert.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/Osservatore Romano/La Repubbli­ca (Screen­shots)




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16 Kommentare

  1. Pater Gio­van­ni M. Caval­co­li gehört zu den sel­te­ner wer­den­den Prie­stern, die nicht gleich beim ersten Angriff durch Mit­brü­der oder Vor­ge­setz­te umkip­pen. Gott seg­ne ihn und gebe ihm wei­ter­hin Kraft und Stand­fe­stig­keit. — Wenn heu­te von der „Leh­re der Kir­che“ gespro­chen wird, muss man nach­fra­gen: wel­cher Kir­che?, denn das Dach der einen Insti­tu­ti­on scheint zwei durch­aus ver­schie­de­ne Kir­chen zu decken.

  2. Auf­fal­lend ist schon, dass das Hei­lig­tum des Hl. Bene­dikt, des Schutz­pa­trons von Euro­pa, genau an dem Tag zer­stört wur­de, als CETA rati­fi­ziert wur­de.

  3. Ich hal­te es für falsch, Natur­kat­stro­phen für Stra­fe Got­tes zu hal­ten. Es ist nicht mög­lich, sol­che Ereig­nis­se in eine Kau­sal­ket­te mit ande­ren Ereig­nis­sen zu brin­gen. Dar­über so zu spre­chen wie P. Caval­co­li unter­gräbt die Glaub­wür­dig­keit der Kir­che. Es ist schon sehr pro­ble­ma­tisch, Natur­ka­ta­stro­pen als Fol­ge der Erb­sün­de anzu­se­hen. Die­se Kata­stro­phen hat es lan­ge bevor es Men­schen auf die­ser Erde gege­ben hat, schon gege­ben. Ich den­ke, man kann sie am ehe­sten als Fol­gen eines Schöp­fungs­prin­zips sehen. Die­ses Prin­zip ist die Evo­lu­ti­on. Zufall und Not­wen­dig­keit bestim­men das Gesche­hen die­ses Uni­ver­sums und dadurch wirkt Gott in die­ser Welt. War­um das Gott so gemacht hat, weiß letzt­lich kein Mensch.

    • pranz, ist Ihre Mei­nungs­äu­ße­rung Not­wen­dig­keit und/ oder Zufall? Oder nicht doch auch Aus­druck Ihrer Erkennt­nis und Ihres frei­en Wil­lens? Das Uni­ver­sum ist bestimmt von Gesetz­mä­ßig­kei­ten, die Gott der Schöp­fer in es hin­ein­ge­legt hat, und nicht nur das sicht­ba­re phy­si­sche, aber auch das unsicht­ba­re gei­sti­ge Uni­ver­sum, und bei­de exi­stie­ren nicht zusam­men­hang­los neben­ein­an­der her. Gewiss nie­mals alles, aber das für uns Wich­ti­ge und Wesent­li­che, war­um Gott die Din­ge und ihren auch mora­li­schen Zusam­men­hang so gemacht hat, wis­sen wir sehr wohl. Gott ist ja nicht stumm. Er redet viel­fäl­tig zu uns, beson­ders auch durch sei­ne Pro­phe­ten und zuletzt und zuhöchst durch Sei­nen mensch­ge­wor­de­nen Sohn Got­tes Jesus Chri­stus selbst. Nun hat Gott die Israe­li­ten vor die Wahl gestellt zwi­schen Treue und Untreue zum Bund, zwi­schen Gehor­sam und Unge­hor­sam gegen Sei­ne Gebo­te, und dar­aus fol­gend zwi­schen Segen und Fluch — auch durch die Natur (!), zwi­schen Leben und Tod (sie­he Deu­te­ro­no­mi­um 28–30). Was für das alte Bun­des­volk galt, gilt auch für das neue Bun­des­volk und, aus­ge­wei­tet, die Mensch­heit. Jesus Chri­stus bestä­tigt dies, wenn er sagt: Wenn ihr nicht Buße tut, wer­det ihr alle auch so umkom­men (wie jene Gali­lä­er, die Pila­tus umbrach­te, und jene ande­ren, die von einem umfal­len­den Turm erschla­gen wur­den). Dar­auf muss, zumin­dest in die­ser all­ge­mei­nen Form, von einem Prie­ster hin­ge­wie­sen wer­den dür­fen. Wenn nicht von ihm, von wem sonst? Oder dür­fen wir als Chri­sten nicht mehr dar­an glau­ben, dass Abba, unser himm­li­scher Vater, a l l e s unter Kon­trol­le hat, jeden Spatz, der von einem Dach, und jedes Haar, das von einem Haupt fällt? Sol­len wir uns äng­sti­gen wie die Hei­den vor jedem neu­en Tag und sei­nen stets schlim­me­ren Nach­rich­ten, oder sol­len wir ein herz­li­ches Ver­trau­en in den leben­di­gen Gott haben?

    • @ pranz
      Dazu emp­feh­le ich Ihnen die Schrif­ten der Hl. Hil­de­gard von Bin­gen zu lesen! Sie schreibt u.a., dass die Natur­ge­wal­ten sich gegen die Sün­den der Men­schen auf­bäu­men und bei Reue und Umkehr der Men­schen zu ihrem Schöp­fer, wie­der ins rech­te Lot zurück­keh­ren wür­den.
      In der Gehei­men Offen­ba­rung des Johan­nes wer­den uns die Engel vor Augen geführt, die die Zor­nes­scha­len über die abge­fal­le­ne Mensch­heit aus­gie­ßen. Ausser­dem ist die Rede von vier apo­ka­lyp­ti­schen Rei­tern.…
      Soll­te Ihnen das noch nicht Beweis genug sein, dann lesen Sie die drei Geheim­nis­se, die die Got­tes­mut­ter den drei Hir­ten­kin­dern in Fati­ma gege­ben hat!

  4. Gestern:
    star­ker Tor­na­do nörd­lich von Rom,zwei Tote,schwere Ver­wü­stun­gen!
    Lesung gestern u.a.Psalm 17,deutlicher geht es wohl kaum.

  5. Es ist anzu­mer­ken; selbst wenn Pater Caval­co­li, was nicht der Fall war, gesagt hät­te es bestün­de einen Zusam­men­hang zwi­schen dem Erd­be­ben, als Stra­fe Got­tes und der Ein­füh­rung der Homo-Ehe, so stün­de die­se Aus­sa­ge nicht im Wider­spruch zur über­lie­fer­ten katho­li­schen Leh­re. Man kann durch­aus histo­ri­sche Bei­spie­le nen­nen. So schrieb im 4.Jahrhundert nach Chri­sti der teil­wei­se als Kir­chen­va­ter ver­ehr­te römi­sche Schrift­stel­ler Lac­tan­ti­us sein „von den Todes­ar­ten der Ver­fol­ger“, eine Bio­gra­phie der für die Chri­sten­ver­fol­gun­gen ver­ant­wort­li­chen heid­ni­schen römi­schen Kai­sern von Nero bis Dio­kle­ti­an, in der er die gewalt­sa­men Todes­um­stän­de, Krank­hei­ten der Kir­chen­fein­de als himm­li­sche Stra­fe dar­stell­te; Lac­tan­ti­us schrieb sein Werk in Über­ein­stim­mung mit dem Lehr­amt der Kir­che. Zahl­rei­che Prie­ster haben Wer­ke nach die­sem Muster ver­fasst; man könn­te den fran­zö­si­schen Prie­ster Rever­end Père Huguet nen­nen, der in den 1860er Jah­re sein Werk „Les ter­ri­bles châtiments des révolutionnaires enne­mis de l’Eg­li­se“ (Die grau­en­haf­ten Stra­fen der Revo­lu­tio­nä­re, der Fein­den der Kir­che)“ in dem er die Lebens­läu­fe nam­haf­ter fran­zö­si­scher und ita­lie­ni­scher Revo­lu­tio­nä­re nach­zeich­ne­te, die wäh­rend der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on nach 1789 Chri­sten ver­folgt und Prie­ster ermor­det hat­ten und auf wel­che gewalt­sa­me Wei­se sie im Elend und in der Krank­heit im Stand der Ungna­de star­ben. Auch die­ses Buch war mit der Appro­ba­ti­on durch das Lehr­amt der Kir­che ver­öf­fent­licht wor­den! Die Vor­stel­lung eines unend­lich gerech­ten, stra­fen­den Got­tes gehört, wie das Attri­but des unend­lich güti­gen Got­tes zur katho­li­chen Leh­re!

  6. Wie mag sich Pro­gramm­di­rek­tor Pater Livio Fan­za­ga füh­len, wenn er ehr­lich sich selbst gegen­über ist?
    Weiß er doch im Grun­de, dass er mit Pater Caval­co­li einen kom­pe­ten­ten und ange­se­he­nen Theo­lo­gen in sei­nem Pro­gramm hat­te und ihn nun opfer­te.
    „Wir sind bereit zum Mar­ty­ri­um“, sag­te der Pro­gramm­di­rek­tor noch im Febru­ar, betreffs sei­ner Able­hung der Homo-„Ehe“. Sich dem ver­mut­lich aus­ge­üb­ten Ein­fluss des Vati­kans ent­ge­gen­zu­stel­len, dazu hat es aber dann doch nicht gereicht.
    Das Hemd ist halt auch ihm näher als die Jacke.

  7. Ber­go­gli­os Barm­her­zig­keit hat wie­der zuge­schla­gen. Dies­mal traf es Pater Gio­van­ni M. Caval­co­li, der es wag­te, pro­phe­tisch in die Gesell­schaft Ita­li­ens hin­ein­zu­wir­ken und zu war­nen.
    Die Bibel lehrt, daß man­che Kata­stro­phe als gött­li­ches Urteil auf­ge­faßt wer­den kann. Sol­che Kata­stro­phen sind Aus­druck von Got­tes Sou­ve­rä­ni­tät über die Men­schen. Vor 2600 Jah­ren pro­phe­zei­te Jere­mia über vie­le Jahr­zehn­te hin­weg die dro­hen­de Ver­schlep­pung der Israe­li­ten durch die Baby­lo­ni­er; dafür ern­te­te er Haß und Ver­ach­tung von sei­nen eige­nen Glau­bens­brü­dern; eini­ge woll­ten ihn sogar wegen sei­ner Pro­phe­zei­un­gen töten (Jer 26).
    Der neu­te­sta­ment­li­che Pro­phet Johan­nes der Täu­fer wur­de gar wegen sei­nes Ein­sat­zes, zu dem er von Gott beauf­tragt war, von der herr­schen­den Macht­cli­que der dama­li­gen Zeit durch Köp­fung ermor­det.

    Das Tra­gi­sche am Fall von Pater Gio­van­ni M. Caval­co­li ist, daß die­ser nicht von irgend­wel­chen Welt­lin­gen abge­setzt wor­den ist, son­dern vom Vati­kan höchst­selbst. Kennt man im Vati­kan nicht den Wert von Mah­nern und Pro­phe­ten? Ist das Eige­ne den Katho­li­ken bereits so fremd gewor­den, daß sie nach Sün­den­böcken in den eige­nen Rei­hen sich umschau­en, um die Welt zu beschwich­ti­gen?

    • Der Druck der frei­mau­re­risch gepräg­ten Hoch­fi­nanz (die prak­tisch den gan­zen Westen regiert (regie­ren lässt)) reicht immer mehr bis in den Vati­kan und bringt sol­che Ergeb­nis­se zustan­de.
      Lei­der !!

  8. Pater Gio­van­ni hat mehr Mut als so manch einer aus dem dt. Epis­ko­pat. Er steht zu sei­nem Glau­ben und ver­steckt ihn nicht.

  9. Oh, wie barm­her­zig ist doch Papst Fran­zis­kus!
    Naja, wenn wir genau auf den Wort­sinn von „Barm­her­zig­keit“ blicken, kom­men wir dar­auf, dass es heißt ‚jeman­dem sein Herz zu schen­ken‘. Was aber IST im Herz von Papst Fran­zis­kus, dem Herz, das er hier so groß­zü­gig zu schen­ken scheint?
    Die­se Fra­ge kann sich jeder selbst beant­wor­ten, den­ke ich…

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