Von der Einwanderungsinvasion zum Bürgerkrieg — Der Plan hinter der Krise in Kirche und Gesellschaft

"Manche stellen sich schon die Frage, ob die Wahl von Papst Franziskus zu dem Zweck gefördert wurde, um den Urhebern der Masseneinwanderung das moralische "Endorsement" zu verschaffen, das sie brauchen."
"Manche stellen sich die Frage, ob die Wahl von Papst Franziskus zu dem Zweck gefördert wurde, um den Urhebern der Masseneinwanderung das moralische "Endorsement" zu verschaffen, das sie brauchen."

von Rober­to de Mattei*

Auch den Wider­stre­bend­sten begin­nen inzwi­schen die Augen auf­zu­ge­hen. Es gibt einen orga­ni­sier­ten Plan zur Desta­bi­li­sie­rung Euro­pas durch die Mas­sen­ein­wan­de­rung. Die­ses Pro­jekt kommt von weit her. Bereits 1990 habe ich die­ses Pro­jekt im Buch „1990–2000. Zwei auf­ein­an­der­fol­gen­de Träu­me: der Auf­bau, die Zer­stö­rung“ ((Rober­to de Mattei: 1900–2000. Due sogni si suc­ce­do­no: la costru­zio­ne, da distru­zio­ne, Rom 1990)) (Rom 1990) anhand der Wor­te von eini­gen „Apo­steln“ die­ses Pro­jekts wie dem Schrift­stel­ler Umber­to Eco und dem Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni, beschrie­ben.

Umber­to Eco schrieb: „Wir ste­hen heu­te in Euro­pa nicht einem Ein­wan­de­rungs­phä­no­men gegen­über. Wir ste­hen einem Wan­de­rungs­phä­no­men gegen­über (…), und wie alle gro­ßen Wan­de­run­gen wird es als End­ergeb­nis eine eth­ni­sche Neu­ord­nung der Ziel­län­der mit sich brin­gen, einen unaus­weich­li­chen Wan­del der Sit­ten, eine unauf­halt­sa­me Hybri­di­sie­rung [Bastar­die­rung], die die Far­be der Haut, der Haa­re und der Augen der Bevöl­ke­run­gen sta­ti­stisch ver­än­dern wird.“

Kar­di­nal Mar­ti­ni sei­ner­seits hielt „eine pro­phe­ti­sche Wahl“ für not­wen­dig, um zu ver­ste­hen, daß „der statt­fin­den­de Migra­ti­ons­pro­zeß aus dem immer ärme­ren Süden in den immer rei­che­ren Nor­den eine gro­ße ethi­sche Gele­gen­heit für eine Erneue­rung ist, um die Rou­te der statt­fin­den­den Deka­denz des Kon­su­mis­mus in West­eu­ro­pa zu ändern.“

In die­ser Per­spek­ti­ve der „schöp­fe­ri­schen Zer­stö­rung“, so mein Kom­men­tar damals, „hät­ten sich nicht die Ein­wan­de­rer in die euro­päi­sche Zivi­li­sa­ti­on zu inte­grie­ren, son­dern hät­te sich im Gegen­teil Euro­pa auf­zu­lö­sen und dank der Eth­ni­en, die es beset­zen, neu zu erschaf­fen. (…) Das ist der Traum von einer schöp­fe­ri­schen Unord­nung, einem Schock, ver­gleich­bar dem, der Völ­ker­wan­de­rung, um eine mul­ti­kul­tu­rel­le Gesell­schaft der Zukunft zu schaf­fen“.

Der Plan war schon damals, und ist es immer noch, die euro­päi­schen Natio­nal­staa­ten und ihre christ­li­chen Wur­zeln zu zer­stö­ren. Nicht um einen Super­staat zu schaf­fen, son­dern um einen Nicht-Staat zu schaf­fen, ein schreck­li­ches Nichts, in dem alles, was das Aus­se­hen des Wah­ren, Guten und Rich­ti­gen hat, von einem Abgrund des Cha­os ver­schlun­gen wird. Das ist die Post­mo­der­ne: nicht ein Pro­jekt des „Auf­baus“, wie es die aus dem Huma­nis­mus und der Auf­klä­rung ent­stan­de­ne Pseu­do­zi­vi­li­sa­ti­on war, die dann in den Tota­li­ta­ris­men des 20. Jahr­hun­derts mün­de­te, son­dern eine neue und ganz ande­re Uto­pie: jene der Zer­stö­rung und der Tri­ba­li­sie­rung Euro­pas. Die Absicht des revo­lu­tio­nä­ren Pro­zes­ses, der seit vie­len Jahr­hun­der­ten unse­re Kul­tur angreift, ist der Nihi­lis­mus: das „bewaff­ne­te Nichts“, wie Msgr. Jean-Joseph Gau­me (1802–1879) es nann­te.

Die Jah­re sind ver­gan­gen, und die Uto­pie des Cha­os ist zum Alp­traum gewor­den, den wir erle­ben. Das Pro­jekt der Zer­set­zung Euro­pas, beschrie­ben von Alber­to Caro­sa und Gui­do Vignel­li in ihrer gründ­li­chen Stu­die „Die stil­le Inva­si­on. Der Immi­gra­tio­nis­mus: Res­sour­ce oder Kom­plott?“ ((Alber­to Carosa/Guido Vignel­li: L’in­va­sio­ne silen­zio­sa. L’im­mi­gra­zio­nis­mo: risor­sa o com­plot­to?, Rom 2002)) (Rom 2002), ist zu einem epo­cha­len Phä­no­men gewor­den. Wer auf die­ses Pro­jekt auf­merk­sam mach­te und davor warn­te, wur­de als „Unheils­pro­phet“ bezeich­net. Heu­te wird uns gesagt, daß es sich um einen unauf­halt­sa­men Pro­zeß han­delt, der „gelenkt“ wer­den muß, aber nicht auf­ge­hal­ten wer­den kann.

Das­sel­be behaup­te­te man in den 70er und 80er Jah­ren vom Kom­mu­nis­mus, bis durch den Fall der Ber­li­ner Mau­er bewie­sen wur­de, daß Nichts in der Geschich­te unum­kehr­bar ist, außer viel­leicht die Blind­heit der „nütz­li­chen Idio­ten“. Zu die­sen nütz­li­chen Idio­ten sind mit Sicher­heit die Bür­ger­mei­ster von New York, Paris und Lon­don, Bill de Bla­sio, Anne Hidal­go und Sadiq Khan, zu rech­nen, die am 20. Sep­tem­ber anläß­lich der UNO-Gene­ral­ver­samm­lung mit einem Brief in der New York Times mit dem Titel „Our immi­grants, our strenght“ (Unse­re Ein­wan­de­rer, unse­re Stär­ke) einen Appell rich­te­ten, „ent­schie­de­ne Maß­nah­men zu tref­fen, um den Flücht­lin­gen auf der Flucht vor den Kon­flik­ten und den Migran­ten auf der Flucht vor dem Elend Hil­fe und eine siche­re Zuflucht zu garan­tie­ren“.

Die Hun­dert­tau­sen­den von Ein­wan­de­rern, die nach Euro­pa drän­gen, flie­hen weder vor Kon­flik­ten noch vor dem Elend. Sie sind jung, bei bester Gesund­heit, gepflegt und haben kei­ne Zei­chen von Ver­let­zun­gen oder Unter­ernäh­rung, wie es der Fall ist bei jenen, die aus Gegen­den kom­men, wo wirk­lich Krieg oder Hun­ger herr­schen.

Der Anti-Ter­ror-Koor­di­na­tor der Euro­päi­schen Uni­on, Gil­les de Ker­cho­ve, sprach am 26. Sep­tem­ber vor dem Euro­päi­schen Par­la­ment von einer mas­si­ven Infil­trie­rung die­ser Ein­wan­de­rer durch den Isla­mi­schen Staat (IS). Aber auch wenn unter ihnen die Ter­ro­ri­sten nur eine unbe­deu­ten­de Min­der­heit wären, sind alle Ille­ga­len, die in Euro­pa an Land gehen, Trä­ger einer Kul­tur, die anti­the­tisch zur christ­li­chen und west­li­chen ist.

Die Ein­wan­de­rer wol­len sich nicht in Euro­pa inte­grie­ren, son­dern Euro­pa domi­nie­ren, wenn nicht mit den Waf­fen, dann mit dem Schoß ihrer und unse­rer Frau­en. Wo sich die­se Grup­pen von jun­gen isla­mi­schen Män­nern  nie­der­las­sen, wer­den euro­päi­sche Frau­en schwan­ger, bil­den sich neue „gemisch­te“, dem Koran unter­wor­fe­ne Fami­li­en, die vom Staat Moscheen und finan­zi­el­le Unter­stüt­zung for­dern. Das geschieht mit der Hil­fe von Bür­ger­mei­stern, Lan­des- und Staats­ver­wal­tun­gen und den katho­li­schen Pfar­rei­en und christ­li­chen Gemein­den.

Eine Reak­ti­on des Vol­kes kann nicht aus­blei­ben und wird in Län­dern mit einem hohen Aus­län­der­an­teil wie Frank­reich und Deutsch­land immer explo­si­ver. „Wir ste­hen am Abgrund zu einem Bür­ger­krieg“, sag­te Patrick Cal­var, der Chef des DGSI (Gene­ral­di­rek­ti­on für Inne­re Sicher­heit in Frank­reich) vor einer Par­la­ments­kom­mis­si­on (Le Figa­ro, 22. Juni 2016). Die bun­des­deut­sche Regie­rung erstell­te einen 69 Sei­ten umfas­sen­den „Schutz­plan zur zivi­len Ver­tei­di­gung“, in dem die Bevöl­ke­rung auf­ge­ru­fen wird, Was­ser- und Nah­rungs­vor­rä­te anzu­le­gen, und sich auf „ange­mes­se­ne“ Wei­se auf ein Ereig­nis vor­zu­be­rei­ten, das „unse­re Exi­stenz bedro­hen“ könn­te (Reu­ters, 21. August 2016).

Wer ist ver­ant­wort­lich für die­se Situa­ti­on? Sie sind auf meh­re­ren Ebe­nen zu suchen. Da ist natür­lich die füh­ren­de, post­kom­mu­ni­sti­sche 68er-Klas­se, die die Ruder der euro­päi­schen Poli­tik in die Hand genom­men hat. Da sind die Intel­lek­tu­el­len, die defor­me Theo­rien in den Berei­chen Phy­sik, Bio­lo­gie, Sozio­lo­gie und Poli­tik her­vor­ge­bracht haben, und da sind die Lob­bys, die Frei­mau­re­rei, die Finanz-Poten­ta­ten, die teils im Dun­keln, teils im Licht der Son­ne agie­ren. Bekannt ist zum Bei­spiel die Rol­le des Finan­ziers Geor­ge Soros und sei­ner inter­na­tio­na­len Stif­tung Open Socie­ty.

George Soros und Papst Franziskus
Was ver­bin­det Geor­ge Soros und Papst Fran­zis­kus?

Durch einen Hacker-Angriff wur­den 2.500 Mails vom Ser­ver des ame­ri­ka­nisch-unga­ri­schen Magna­ten gestoh­len und im Inter­net auf dem Por­tal DC Leaks ver­öf­fent­licht. Aus der ent­wen­de­ten Pri­vat­kor­re­spon­denz von Soros geht sei­ne Finan­zie­rung von sub­ver­si­ven Akti­vi­tä­ten in allen Berei­chen her­vor, von der Homo-Agen­da bis zu den Pro-Ein­wan­de­rungs-Bewe­gun­gen. Anhand die­ser Doku­men­te erbrach­te Eliza­beth Yore mit einer Arti­kel-Rei­he im The Rem­nant den Beweis, daß Soros, direkt und indi­rekt, auch Papst Ber­go­glio und eini­ge sei­ner eng­sten Mit­ar­bei­ter, wie den Kar­di­nal Oscar Rodri­guez Mara­dia­ga und den Kuri­en­erz­bi­schof Mar­ce­lo San­chez Soron­do, finan­zi­ell unter­stützt.

Zwi­schen Soros und Papst Fran­zis­kus scheint es eine objek­ti­ve, stra­te­gi­sche Kon­ver­genz zu geben. Die Will­kom­mens-Poli­tik, die als „Reli­gi­on der Brücken“ einer „Reli­gi­on der Mau­ern“ ent­ge­gen­ge­setzt wird, ist zum Leit­mo­tiv des Pon­ti­fi­kats von Fran­zis­kus gewor­den, so sehr, daß sich man­che die Fra­ge stel­len, ob sei­ne Wahl nicht genau zum Zweck geför­dert wur­de, den Urhe­bern der Migran­ten­in­va­si­on das mora­li­sche „Endor­se­ment“ zu ver­schaf­fen, das sie brau­chen. Fest steht jeden­falls, daß sich die Ver­wir­rung heu­te in der Kir­che und in der Gesell­schaft im Gleich­schritt aus­brei­tet. Das poli­ti­sche Cha­os berei­tet den Bür­ger­krieg vor, das reli­giö­se Cha­os ebnet den Weg zu Schis­men, die eine Art von reli­giö­sem Bür­ger­krieg sind.

Der Hei­li­ge Geist, dem die Kar­di­nä­le nicht immer im Kon­kla­ve ent­spre­chen, hört jedoch nicht auf, zu wir­ken und weckt heu­te den sen­sus fidei jener, die sich den zer­stö­re­ri­schen Pro­jek­ten in Kir­che und Gesell­schaft wider­set­zen. Die Gött­li­che Vor­se­hung wird sie nicht im Stich las­sen.

*Rober­to de Mattei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt erschie­nen: Vica­rio di Cri­sto. Il pri­mato di Pie­tro tra nor­ma­li­tà  ed ecce­zio­ne (Stell­ver­tre­ter Chri­sti. Der Pri­mat des Petrus zwi­schen Nor­ma­li­tät und Aus­nah­me), Vero­na 2013; in deut­scher Über­set­zung zuletzt: Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil – eine bis­lang unge­schrie­be­ne Geschich­te, Rup­pich­teroth 2011.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Romana/The Rem­nant (Screen­shot)

5 Kommentare

  1. Gehor­sam nebst Kri­tik ver­sus Unge­hor­sam plus Kada­ver­ge­hor­sam, jeweils gegen­über kirch­li­chen Auto­ri­tä­ten: Ist solch eine Erör­te­rung auch nur statt­haft? Ja, das ist sie – und nicht nur das: Sie ist drin­gend gebo­ten, wie sowohl Per­son samt Pon­ti­fi­kat Fran­zis­kus‘ I. und des­s­sen Theo­lo­gie, als auch jene 45 Kle­ri­ker, die den Papst kri­ti­sie­ren, höchst selbst ein­drück­lich bele­gen. Inso­fern hat nun­mehr auch Rober­to de Mattei ein­mal mehr ein wei­te­res Juwel zu Papier gebracht.
    Auf dem Fischer-Thron zu sit­zen zu kom­men ist höch­ste Aus­zeich­nung und höch­ste Ehre, wel­che auf Erden einem Kir­chen­mann zuteil wer­den kön­nen. Höch­ste Aus­zeich­nung und höch­ste Ehre einer­seits – höch­ste Ver­ant­wor­tung vor Gott für die dem Papst sol­cher­ma­ßen anver­trau­te Hei­li­ge Kir­che und die gläu­bi­gen See­len ande­rer­seits: Bei­des gehört frei­lich untrenn­bar zusam­men.
    Die Auf­ga­be des Pap­stes liegt in der treu­hän­de­ri­schen Ver­wal­tung all des­sen, was Unser Herr­gott Jesus Chri­stus bis zu Sei­ner Wie­der­kunft ihm als irdi­schen Stell­ver­tre­ter zur Auf­be­wah­rung anver­traut hat: Er muß den katho­li­schen Glau­ben unver­kürzt und unver­än­dert bewah­ren, und er muß ihn unver­kürzt und unver­än­dert wei­ter­ge­ben; er darf weder etwas hin­zu­fü­gen, noch etwas davon ver­wer­fen. Dies ist das Prin­zip der Tra­di­ti­on, und aus­schließ­lich der­ge­stalt ver­moch­te die Hei­li­ge Katho­li­sche Kir­che, das Schiff­lein Petri, die meist stür­mi­schen Äonen zu bestehen, sowie ihre vie­len Fein­de zu über­le­ben, und exakt so war es auch immer gewe­sen und geblie­ben bis ein­schließ­lich Papst Pius XII. In sei­nem Abwehr­kampf gegen den Moder­nis­mus hat S. E. Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re sinn­vol­ler­wei­se jenen Satz aus dem Ersten Pau­lus-Brief an die Korin­ther (15;1–5) zu sei­nem Spruch erwählt: Tra­di­di quod et acce­pi – Ich habe euch alles genau so wei­ter­ge­ge­ben, wie ich es selbst emp­fan­gen habe.
    So schwie­rig es unser­ei­nem auch fal­len, und wie sehr das gläu­bi­ge Herz auch blu­ten mag: Als tra­di­ti­ons­treu­er Katho­lik habe ich das Recht auf Unge­hor­sam gegen die gesetz­te, kirch­li­che Auto­ri­tät, sowie, ja, sogar auch das Recht auf „Cor­rec­tio Fra­ter­na“ = „Brü­der­li­che Zurecht­wei­sung“ gegen­über dem Kle­rus, auch, und das ist unge­mein wich­tig, coram pú­b­li­co aus­ge­übt!
    Sankt Tho­mas von Aquin refe­riert in sei­ner „Sum­ma Teoló­gi­ca“ aus­führ­lich dar­über; er nimmt Bezug auf die Philíppika Sankt Petri und der ande­ren Apo­stel gegen­über den jüdi­schen Hohe­prie­stern in der Apo­stel­ge­schich­te (5;29–30): „Man muß Gott mehr gehor­chen als den Men­schen!“ Unge­hor­sam ist also aus­drück­lich statt­haft, wenn – und die­ser Bedin­gungs­ne­ben­satz gehört in Stein gemei­ßelt! – Gefahr für den Glau­ben besteht. Es ver­steht sich dem­nach von selbst, daß mei­ne Rech­te auf Unge­hor­sam und „Cor­rec­tio Fra­ter­na“ im Fal­le eines Fal­les sich sogar gegen den Papst rich­ten kön­nen!
    Im Grun­de genom­men ist das auch nur logisch: Ande­ren­falls wären im ja Lau­fe der vie­len Jahr­hun­der­te all die Glau­bens­be­ken­ner und Mär­ty­rer völ­lig umsonst für den Glau­ben ermor­det wor­den, und Mar­tin Luther hät­te mit sei­ner unse­li­gen „Zwei-Rei­che-Leh­re“ auch noch recht behal­ten dür­fen.
    Die FSSPX hat­te am 19. April 2013 auf ihrer alten Netz-Sei­te einen sehr guten Arti­kel zu die­sem The­ma ver­faßt gehabt. Als man sich dort vor nicht all­zu lan­ger Zeit gehal­ten sah, die Sei­te – nun ja – zu „moder­ni­sie­ren“, leg­te man wohl absicht­lich kein Archiv mit all den alten Arti­keln aus frü­he­ren Zei­ten an, son­dern, für mich völ­lig unbe­greif­lich, lösch­te alles: Gibt man heu­te eine ent­spre­chen­de Anfra­ge in die Such-Zei­le ein, dann bekommt man nur eine Feh­ler­mel­dung. Zum Glück ist man aber nicht völ­lig bei Mat­thäi am letz­ten ange­langt, denn es exi­stiert ja noch das soge­nann­te „Web-Archiv“: Dort muß man zwar etwas müh­se­lig her­um­su­chen, vor allem des­we­gen und dann, wenn man über kei­ne genau­en Anhalts­punk­te ver­fügt. Gibt man z.B. den frü­he­ren Sei­ten-Namen „pius.info“ ein, fin­det den Ver­weis und klickt dar­auf, dann lan­det man grund­sätz­lich bei der heu­ti­gen Sei­te „fsspx.de“. Man dreht sich also im Krei­se und die Suche ver­läuft im San­de. Ich bin dann aber trotz­dem fün­dig gewor­den, weil ich mir A.D. 2013, in dunk­ler Vor­ah­nung und Deo gra­ti­as, für mein per­sön­li­ches Archiv von jenem Arti­kel ein Bild­schirm-Pho­to ange­fer­tigt hat­te:

    https://web.archive.org/web/20130420061221/http://pius.info/lehramt/7858-rechtmaessiger-ungehorsam-gegen-die-autoritaet

    Honi soit qui mal y pen­se… War­um das alles par­tout der­ma­ßen kom­pli­ziert sein muß, weiß nur der lie­be Gott und die FSSPX selbst. Tja, genau: War­um eigent­lich? Nun, als der betref­fen­de Arti­kel ver­faßt wur­de, brann­te es ja bereits lich­ter­loh in der FSSPX. Die dok­tri­nel­le Prä­am­bel aus der Feder S.E. Bischof Fel­lays vom 15. April 2012 war bekannt gewor­den…

    http://mitderimmaculata.blogspot.de/p/doktrinelle-prambell-von-bischof-fellay.html

    … und Unge­hor­sam und „Cor­rec­tio Fra­ter­na“ vie­ler Gläu­bi­ger, ganz beson­ders bei unse­ren Glau­bens­brü­dern und Nach­barn in Frank­reich, began­nen sich nun­mehr auch gegen die FSSPX selbst zu rich­ten; die Par­al­le­len zwi­schen der sei­ner­zeit latae sen­ten­tiae unge­rech­ten und von Anfang an Null und nich­ti­gen Exkom­mu­ni­ka­ti­on S.E. Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­res zum einen, sowie dem jet­zi­gen Unge­hor­sam zum ande­ren, lagen ja buch­stäb­lich auf der Hand. Es scheint mir also durch­aus plau­si­bel, daß jener Arti­kel nun nicht mehr ins Kon­zept pas­sen moch­te. So weit, so trau­rig, so schmerz­haft. Es ist mir völ­lig unver­ständ­lich, wie die FSSPX mit dem post­kon­zi­lia­ren Vati­kan und dem „Papst Ber­go­glio“ (Zitat: Rober­to de Mattei) auch nur dar­an den­ken mag, ein Abkom­men zu schlie­ßen: Eine Gefahr für den Glau­ben; jawohl!
    Es ver­steht sich natür­lich von selbst, daß ich die Rech­te auf Unge­hor­sam und Brü­der­li­che Zurecht­wei­sung erst nach sehr sorg­fäl­ti­ger Sach-Prü­fung, sowie per­ma­nent zu erfol­gen­der Über­prü­fung mei­ner selbst anwen­den soll; zu schnell bin ich, behaf­tet mit dem Makel der Erb­sün­de, anson­sten ja ger­ne dabei, mich sel­ber zum Maß der Din­ge zu erhe­ben – Stich­wort: Pha­ri­sä­er­tum -, und das muß unbe­dingt unter­blei­ben!

    In Cri­sto per Mari­am +

    Car­los­mi­guel

    • Zur Pius­bru­der­schaft kann man sagen, daß sie durch Papst Fran­zis­kus in einer Sack­gas­se gelan­det ist, weil ihr selbst nicht völ­lig klar ist, für was sie eigent­lich steht.
      Die Kir­che „vor dem Kon­zil“ hat­te dunk­le Ecken und Sei­ten und Defi­zi­te, und somit war ein Kon­zil wohl ange­bracht, um sie eben fit zu machen „inner­kirch­lich“ und auch in der Aus­ein­an­der­set­zung mit allen mög­li­chen Ideo­lo­gien. Wie Papst Bene­dikt XVI. noch­mals im Gespräch mit Peter See­wald deut­lich mach­te, wur­de u.a. auch mit sei­nem Dazu­tun die ursprüng­li­che vor­ge­se­he­ne Agen­da für das Kon­zil geän­dert. Bene­dikt ver­trat immer die Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät, hat­te sich aber offen­kun­dig vor eini­gen Mona­ten ein Stück weit davon distan­ziert als er fest­stell­te, daß das Kon­zil die Leh­re „außer­halb der Kir­che kein Heil“ fal­len­ge­las­sen habe. Und auch die fast magisch beschwo­re­ne Gesund­be­tung des Islam ist ein Bruch mit der Geschich­te, Kir­chen­ge­schich­te und was noch gra­vie­ren­der ist: ein Bruch mit dem Evan­ge­li­um, den Leh­ren Chri­sti. Durch Beweih­räu­che­rung des Islam hebt sich die Kir­che selbst aus den Angeln, weist die Heils­ge­schich­te und Jesus Chri­stus ab, macht sie und Ihn zu einer mensch­li­chen Sache, über die man ver­fü­gen kann. Und das ist die Ver­wir­rung, die Situa­ti­on heut­zu­ta­ge.

      Es stellt sich die Fra­ge, ob der Rück­tritt von Papst Bene­dikt XVI. am 11.2.2013 nicht (auch) als ein Schei­tern des 2. Vat. Kon­zils gele­sen wer­den kann und muß. Und daß das so ist oder sein kann, dafür gibt „uns“ Papst Franz­i­kus täg­lich einen Anschau­ungs­un­ter­richt.

      • Ich weiß sehr wohl, daß Papst Bene­dikt XVI. von vie­len tra­di­ti­ons­treu­en Katho­li­ken qua­si zu einem klamm­heim­li­chen ihres­glei­chen ver­klärt wird – wenn man ihn denn nur gelas­sen hät­te und eben nicht bos­haf­te, mäch­ti­ge Seil­schaf­ten sein segens­rei­ches Wir­ken ver­hin­dert hät­ten. Inso­fern erbit­te ich Nach­sicht hin­sicht­lich mei­nes Wider­spruchs, aber die Wahr­heit dient, wie immer, als Kathar­sis: Bene­dikt XVI. ist ein hart­ge­sot­te­ner Kon­zils-Kle­ri­ker, und sei­ne Theo­lo­gie taugt dem­nach nicht viel. In der theo­lo­gi­schen Wol­le gestrickt paßt zwi­schen ihn und Ber­go­glio so bese­hen kein Blatt.
        Schon in einem sei­ner Früh­wer­ke, „Ein­füh­rung in das Chri­sten­tum“, reiht er einen Irr­tum an den ande­ren. Ein ganz schlim­mer, der pro­te­stan­ti­scher nicht sein könn­te: Jesus Chri­stus sei der – Zitat — „per­fek­te Mensch“. Mit Ver­laub: Das ist nicht nur purer Unsinn, das ist häre­tisch. Joseph Ratz­in­ger ist kei­nes­falls dumm, son­dern von intel­lek­tu­el­ler Bril­lanz, was ihn u.a. dazu befä­higt, ad hoc druck­reif zu spre­chen; Nicht­wis­sen kann man des­we­gen getrost aus­schlie­ßen, und ein Blick in Sankt Tho­mas von Aquins „Sum­ma Teoló­gi­ca“, die er ja als Semi­na­rist sei­ner­zeit sel­ber noch aus­führ­lich stu­diert hat­te, hät­te ihn beleh­ren kön­nen: Jesus Chri­stus ist nicht nur ein „per­fek­ter Mensch“; Er ist viel­mehr eine Per­son mit zwei Natu­ren: Mit einer gött­li­chen und einer mensch­li­chen. Neu­de­fi­ni­tio­nen sind dem­nach ohne­hin über­flüs­sig wie ein Kropf – es sei denn, sie dien­ten ande­ren, sini­stren Zwecken. Bene­dikt XVI. hät­te im Lau­fe der Jahr­zehn­te genü­gend Zeit gehabt, sei­ne Irr­tü­mer im Rah­men von Neu­auf­la­gen zu kor­ri­gie­ren – aber er hat das nicht getan; nie­mals.
        Unter dem Pon­ti­fi­kat von Johan­nes Paul II. stieg er zu Kar­di­nal­s­wür­den und zum Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on auf. Klar­text: Er war es, der ver­ant­wort­lich und maß­geb­lich war hin­sicht­lich des Umgangs mit der FSSPX und deren Erz­bi­schof S.E. Mar­cel Lef­eb­v­re. Er war es auch, der den Erz­bi­schof buch­stäb­lich am aus­ge­streck­ten Arm ver­hun­gern las­sen woll­te, indem er die Ernen­nung eines längst ver­spro­che­nen Bischofs aus faden­schei­ni­gen Grün­den immer wie­der auf den Sankt-Nim­mer­leins­tag ver­schob, wohl in der Hoff­nung, das „Pro­blem“ mit der FSSPX wür­de sich eines Tages bio­lo­gisch von allei­ne „lösen“. Er war es, der nach den uner­laub­ten Bischofs­wei­hen A.D. 1988 die Exkom­mu­ni­ka­tio­nen betrieb. Kurz, er war es immer gewe­sen, der die Tra­di­ti­on bekämpft hat­te.
        A.D. 20015 zum Papst gewählt, war er es, der mit sei­nem „Motu pro­prio“ und vor allem der Auf­he­bung der Exkom­mu­ni­ka­tio­nen den Gläu­bi­gen Sand in die Augen gestreut hat­te. War­um ist das so? Nun, hät­te Bene­dikt XVI. es durch­weg ehr­lich gemeint gehabt, dann hät­te er jene Exkom­mu­ni­ka­tio­nen nicht nur mal eben so auf­he­ben dür­fen – nein: Er hät­te sie als das dekla­rie­ren müs­sen, was sie von Anfang gewe­sen waren, und als was sie S.E. Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re auch immer rich­ti­ger­wei­se gebrand­markt hat­te: Als von Anfang an latae sen­ten­tiae unge­recht, ungül­tig und Null und nich­tig. Dies hät­te aber zwangs­läu­fig bedeu­tet, daß Bene­dikt XVI. coram pú­b­li­co auch ein „mea cul­pa“, also sein per­sön­li­ches Feh­ler- und Schuld­ein­ge­ständ­nis, hät­te bekun­den müs­sen, denn: Er hat­te die Exkom­mu­ni­ka­tio­nen sei­ner­zeit ja betrie­ben gehabt. Und: Weder A.D. 1988, noch A.D. 2007 ver­moch­te er zu erklä­ren, wes­we­gen sie eigent­lich ver­hängt wor­den waren, noch, wes­we­gen sie nun­mehr wie­der auf­ge­ho­ben wer­den soll­ten; der blo­ße, dif­fus-nebu­lö­se Vor­wurf irgend­ei­nes „Unge­hor­sams“ reicht als Begrün­dung, damals wie heu­te, kei­nes­falls aus; sie­he oben. Höchst sini­ster bleibt vor allem: Ledig­lich deren for­ma­le Auf­he­bung unter­stellt ja, gleich­falls zwangs­läu­fig, daß sie A.D. 1988 eben doch rechts­gül­tig erfolgt wären. Q.e.d.
        Ratz­in­ger war es auch, der der FSSPX im Rah­men jener unse­li­gen Aner­ken­nung uner­füll­ba­re For­de­run­gen gestellt hat­te, wie etwa das Ablas­sen von der tra­dier­ten, kor­rek­ten Zele­bra­ti­on des „Tri­du­um Sacrum“ zwi­schen Grün­don­ners­tag­nacht plus Kar­frei­tag (der Tag des Lei­dens und Ster­bens Unse­res Herrn Jesus Chri­stus), dem Kar­sams­tag (dem Tag Sei­ner Gra­bes­ru­he) und Oster­sonn­tag (dem Tag Sei­ner Auf­er­ste­hung von den Toten). Schon klar: Bene­dikts XVI. Ansin­nen ziel­te vor allem auf die Abschaf­fung der Für­bit­te zur Bekeh­rung der Juden in der Kar­frei­tags-Lit­ur­gie. Jeder Katho­lik weiß, daß das „Tri­du­um Sacrum“ nichts weni­ger ist als der wich­tig­ste, DER Kern­be­stand­teil der Hei­li­gen Katho­li­schen Kir­che. Davon abzu­las­sen ist schlicht und ein­fach unmög­lich, will man nicht auch gleich den kom­plet­ten Glau­ben als sol­chen zur Dis­po­si­ti­on stel­len!
        Bene­dikt XVI. gei­ßel­te zurecht mehr­mals den zeit­gei­sti­gen Rela­ti­vis­mus à la Geor­ge Orwell – nur, um ihn sel­ber zu betrei­ben. Stich­wort Assi­si: Die Schän­dun­gen des Habi­tá­cul­ums und des geweih­ten Alta­res Unse­res Herrn Jesus Chri­stus. Erstes Gebot: Ich bin der Herr, Dein Gott! Du sollst kei­ne ande­ren Göt­zen haben neben mir! Stich­wor­te „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“, sowie Hei­li­ge Mes­se: Angeb­lich exi­stier­ten zwei For­men ein und des sel­ben Meß-Ritus. Komisch nur, daß er post­kon­zi­li­ar den Triden­ti­ni­schen kein ein­zi­ges Mal mehr zele­briert, son­dern viel­mehr ver­sucht hat, des­sen Zele­bra­ti­on bis zum „Motu pro­rio“ zu unter­bin­den. Stich­wort: Das Zwei­te Vati­ka­num ganz gene­rell selbst, an des­sen Beschlüs­sen auch sie­ben pro­te­stan­ti­sche Theo­lo­gen mit­ge­ba­stelt haben. Wer all das ernst­haft ein­for­dert, der ver­ge­wal­tigt jeg­li­chen Sinn für Ver­stand, Wahr­heit und Logik, indem er, deckungs­gleich à la Orwell, behaup­tet, „ver­sus Dómi­num“ sei das glei­che wie „ver­sus pópu­lum“, die wah­re Triden­ti­ni­sche Opfer-Mes­se sei das sel­be wie die post­kon­zi­lia­re Mahl-Fei­er, sodann oben sei unten und unten sie oben, gut sei böse und böse sei gut, sowie Frie­den sei Krieg und Krieg sei Frie­den – kurz, Ele­fan­ten könn­ten flie­gen, und alles sei rela­tiv und ledig­lich abhän­gig von der per­sön­li­chen, indi­vi­du­el­len „Mei­nung“.
        Klar­heit, Rein­heit und Wahr­heit in Dis­kurs und Den­ken sind die­ser Welt inzwi­schen völ­lig abhan­den gekom­men: Von einem Phä­no­men läßt sich nie­mals eine wah­re, gül­ti­ge Aus­sa­ge tref­fen, sowie syn­chron und simul­tan deren Gegen­teil. Geor­ge Orwell’s Dys­to­pie ist zur unfaß­ba­ren Rea­li­tät mutiert; sie funk­tio­niert tat­säch­lich wie geschmiert, wenn man hin­aus­schaut. Die Rat­ten­fän­ger sind mit ihren, die See­len ver­der­ben­den und ver­wir­ren­den, meschug­ge machen­den Schal­mei­en so zahl­reich unter­wegs wie kaum jemals zuvor! Es ist schlicht haar­sträu­bend!
        Sicher­lich: Eine stär­ken­de Neu­struk­tu­rie­rung der Kir­che hät­te not­ge­tan; frei­lich von maß­geb­li­cher Sei­te her. Stich­wort: Anti-Moder­ni­sten-Eid, sowie des­sen „Abschaf­fung“ im Rah­men von Vati­ka­num II. Hat­te man sich zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts noch red­lich bemüht und Häre­ti­ker scha­ren­wei­se exkom­mu­ni­ziert, waren am Ende die klan­de­sti­nen Wühl­ar­bei­ten sei­tens frei­mau­re­ri­scher Ele­men­te, denen es trotz­dem in gro­ßen Zah­len gelun­gen war, in die Hei­li­ge Kir­che ein­zu­drin­gen und deren inne­re Hier­ar­chie mit Häre­si­en qua­si zu per­fo­rie­ren, am Ende erfolg­reich: „… und sie bewegt sich doch!“ Das Zwei­te Vati­ka­num war schließ­lich nicht einer bibli­schen Pla­ge gleich vom Him­mel gefal­len. Papst Pius XII. war über vie­le Jah­re hin­weg schwer krank und kaum mehr Herr der Lage gewe­sen, und nur des­we­gen ver­moch­te der übel­ste der dama­li­gen Frei­mau­rer-Bischö­fe, Anni­ba­le Bugni­ni, sein zer­stö­re­ri­sches Wir­ken über vie­le Jah­re und gar Jahr­zehn­te hin­weg zu betrei­ben. Er war DER Ver­ant­wort­li­che gewe­sen, der bereits A.D. 1955 ver­such­te, die Kar­frei­tags-Lit­ur­gie zu ent­stel­len, denn er wuß­te: Gelingt die­ser sprich­wört­li­che Coup d’État, dann war die Hei­li­ge Kir­che voll­ends gelie­fert.
        Wer will, der kann’s nach­le­sen anhand Bugni­nis eigen­hän­di­ger Auf­zeich­nun­gen, denn flei­ßig war er ja: Anni­ba­le Bugni­ni: La rifor­ma lit­ur­gi­ca (1948–1975); Edi­zio­ni Lit­ur­gi­che, Roma, 1981, 1997 e ulti­ma­men­te, rive­du­ta e arric­chia­ta, 2012 (zu deutsch: letzt­ma­lig durch­ge­se­hen und ange­rei­chert). Womög­lich ist die­ser Wäl­zer ja auch ein­mal ins Deut­sche über­setzt wor­den; ich bin mir nicht sicher. Sobald irgend­wo Klö­ster platt gemacht und deren Biblio­theks­be­stän­de auf Floh­märk­ten ver­scher­belt wer­den, könn­te man also fün­dig wer­den, oder gene­rell im Anti­qua­ri­ats-Sek­tor. Anson­sten bleibt nur das ita­lie­nisch­spra­chi­ge Ori­gi­nal, das man manch­mal noch zu kau­fen bekommt.
        Was also wird der­einst von Papst Bene­dikt XVI. blei­ben? Ich kann natür­lich nicht in ihn hin­ein­schau­en und will auch kei­ne Kaf­fee­satz­le­se­rei betrei­ben; der­lei stün­de mir auch gar nicht zu. Womög­lich hat er ja das eine oder ande­re auch gut gemeint gehabt, hat ja irgend­wann ein­mal das eine oder ande­re ein­ge­se­hen, wes­we­gen er da und dort Sym­ptom-Kos­me­tik zu trei­ben such­te, wie etwa bei den Wand­lungs­wor­ten. Sicher bin ich mir aber nicht. Vor allem aber bin ich nicht sein Rich­ter; ich muß und darf ihn ledig­lich anhand sei­ner selbst mes­sen, und das ist legi­tim. Ich ver­mu­te folg­lich, er wird in die Kir­chen­ge­schich­te besten­falls als eine tra­gi­sche Figur ein­ge­hen. Und nicht ver­ges­sen: Das Ende der Kir­che auf Erden ist uns ja sowie­so pro­phe­zeit: Es ist der Tag der zwei­ten Paru­sie Unse­res Herrn Jesus Chri­stus. Dar­an glau­be ich mit gan­zem Wesen und vor allem mit Got­tes Hil­fe.

        In Cri­sto per Mari­am +

        Car­los­mi­guel

  2. „Die Hun­dert­tau­sen­den von Ein­wan­de­rern, die nach Euro­pa drän­gen, flie­hen weder vor Kon­flik­ten noch vor dem Elend. Sie sind jung, bei bester Gesund­heit, gepflegt und haben kei­ne Zei­chen von Ver­let­zun­gen oder Unter­ernäh­rung, wie es der Fall ist bei jenen, die aus Gegen­den kom­men, wo wirk­lich Krieg oder Hun­ger herr­schen.“

    Und wenn, dann ist meist nur von 20 bis 33% ech­ter Flücht­lin­ge pro­zen­tu­al die Rede.
    Vor eini­ger Zeit war Focus-Chef­re­dak­teur Hel­mut Mark­wort in einer TV-Run­de zu Gast und sprach sinn­ge­mäß von 80% der Flücht­lin­ge, die ent­we­der über kei­ne Berufs­aus­bil­dung bzw über kei­ne sol­che ver­fü­gen wür­den, die in Deutsch­land gefragt ist.
    Und in einem Ein­spie­ler wur­de das beson­ders erhei­tern­de Zitat zum Besten gege­ben, wonach die Flücht­lin­ge für Deutsch­land wört­lich „Geschen­ke“ sei­en für die man dank­bar sein kön­ne. Man weiß ja, wenn man sich nicht absicht­lich ver­schließt, was seit ver­gan­ge­nem Jahr alles gesche­hen ist.

    Irgend­wann wird sich eine immer brei­te­re Gesell­schaft fra­gen, wie naiv man denn eigent­lich war, den Medi­en ihre Lügen zu glau­ben.
    Ich den­ke dabei an die Pressebilder(wie oben zu sehen), wo fast aus­schließ­lich jun­ge Män­ner unter 30, gut geklei­det, kör­per­lich unver­sehrt, ohne Rei­se­pass, aber dafür mit teu­rem, neu­en Smartphone(meines ist viel älter) zu sehen sind und waren.
    Und was ein Zufall, angeb­lich haben sie alle den Pass ver­lo­ren, stam­men aber aus Syri­en und wol­len ihre Fami­li­en nach­ho­len.

    Ein­mal in Deutsch­land gibt es eh kein Zurück mehr — denn die lasche, deut­sche (fast nicht vorhandene)Abschiebungspolitik in gesetz­lich berech­tig­ten Fäl­len ist der Magnet, der sovie­le „Flücht­lin­ge“ anzieht.
    Der Begriff Flücht­lin­ge ist ja dank­ba­rer­wei­se enorm dehn­bar. Man kann ja vor allem Mög­li­chen flüch­ten. Nicht nur vor Krieg, auch vor Straf­ver­fol­gung, wirt­schaft­lich schlech­ter Lage in der Heimat(Wirtschaftsmigranten), ja sogar vor der eige­nen Frau könn­te man flüch­ten. Alles ist denk­bar^^.

    Und wie dank­bar ist dann erst „Wir schaf­fen das“.
    Erstens, wir — damit kann Ange­la Mer­kel alle mög­li­chen Strip­pen­zie­her und Steue­rer die­ses Flücht­lings­spek­ta­kels mei­nen.
    Dann, was schaf­fen „wir“ denn? Was meint sie ins­ge­heim damit? Das was kon­kret her­aus­ge­kom­men ist? Näm­lich über­bor­den­de Kri­mi­na­li­tät und eine Spal­tung in der Gesell­schaft?
    Und zuletzt „das“. Was ist DAS denn, was ist damit gemeint und was kommt da noch als Näch­stes?

    Und viel­leicht soll­ten wir uns alle ein wenig visu­ell schlau machen und nach­for­schen, wie so ein typi­scher Syrer denn eigent­lich aus­sieht.
    Nun, die haben nor­ma­ler­wei­se kei­ne schwar­ze Haut­far­be, also allei­ne vom Foto oben fal­len da schon vie­le weg.
    Daher kann der 1er-Schmäh „Ich bin Syrer“ da nicht mehr gel­ten.
    Und was ist so unmensch­lich dar­an, zuerst die Her­kunft jedes Asyl­wer­bers zu prü­fen, also Regi­strier­stel­len an den EU-Außen­gren­zen zu errich­ten?
    Oder Stopp zu sagen, da man ja mit den bis­he­ri­gen Asyl­wer­bern schon über­for­dert ist(Bearbeitungsstau von Asyl­an­trä­gen, Unter­brin­gungs­pro­ble­me, kein gesit­te­tes Zusam­men­le­ben, feh­len­de Inte­gra­ti­on), das „Haus Euro­pa“ auch sei­ne Kapa­zi­täts­gren­zen hat?
    Die wirk­li­chen Flücht­lin­ge lei­den oder ster­ben gera­de in Syri­en, vor allem in Alep­po, weil der selbst­er­klär­te Welt­po­li­zist USA das dor­ti­ge Pro­blem lie­ber ein­falls­reich in die Län­ge zieht, als es zu lösen.

    Zum Arti­kel selbst muss ich fest­stel­len, dass es sel­ten vor­ge­kom­men sein dürf­te, dass die Macht des Papst­am­tes der­art zweck­ent­frem­det wur­de.
    Eben um an die Moral aller zu appel­lie­ren, um zu sagen, der Papst sage ja schon von Amts wegen die Wahr­heit und wis­se was am Besten für alle ist. Bei die­sem Papst kann man da wohl, höf­lich aus­ge­drückt, eine Aus­nah­me machen.

  3. Ich wür­de die Jahr­zehn­te vor dem Kon­zil nicht ver­klä­ren, geehr­ter @Carlosmiguel, und das tun Sie wohl auch nicht, wenn ich Sie rich­tig ver­ste­he. Die Kir­che muß­te moder­ner wer­den m.Er., nicht moder­ni­stisch, sozial(er), aber nicht sozia­li­stisch und auch die Aus­bil­dung der Prie­ster und Ordens­leu­te muß­te bes­ser wer­den. Es hat doch wenig Sinn, jun­ge Män­ner, nicht ganz über­trie­ben gesagt, zum Eunu­chen­tum (gei­sti­ge Kastra­ti­on) zu ver­bil­den oder zu einer lie­be­die­ne­ri­schen Hal­tung, die dann als beson­ders fromm und christ­lich gilt. Da muß­ten wirk­lich Fen­ster geöff­net wer­den und fri­sche Luft hin­ein­ge­las­sen wer­den in die­se gei­stig sticki­gen Prie­ster­se­mi­na­re und Ordens­häu­ser. Das ist all­ge­mein bekannt.

    Joseph Ratz­in­ger ist in die­ser Atmo­sphä­re ja noch groß gewor­den, und er befand sich dann als Geweih­ter mit­ten in der Kir­che und ver­such­te sicher­lich auf sei­ne Wei­se, Din­ge zu ent­rüm­peln und Licht in Dun­kel­hei­ten zu brin­gen. Und er stell­te sich ein­deu­tig gegen Bult­mann und auch weit­hin gegen die sog. „histo­risch-kri­ti­sche“ Theo­lo­gie. Auch hat­te er ja wirk­lich kei­ne Ämter ange­strebt und muß­te nach Rom bspw. an Hän­den und Füßen hin­ge­zo­gen wer­den, und auch Papst woll­te er nicht wer­den- ganz und gar nicht. Aber im Gehor­sam ist er jeweils gefolgt.
    Ich mei­ne, man muß die Din­ge dif­fe­ren­ziert betrach­ten und dann kann man auch, so wie man das erkennt, Schwach­stel­len benen­nen, aber in gutem Gei­ste. Ein über ihn Her­zie­hen wür­de m.Er. nichts brin­gen und scha­de­te nur. Dog­men und Leh­ren und die Glau­bens­in­hal­te hat­te er immer bekräf­tigt und in ver­tie­fen­der Wei­se ver­tei­digt. Das Doku­ment Domi­nus Iesus stammt ja auch aus sei­ner Feder und auch sei­ne vie­len Anspra­chen (Regens­bur­ger Rede usw.) und sei­ne Kate­che­sen über Hei­li­ge und Kir­chen­leh­rer wer­den blei­ben­den Wert haben. Dem über­lie­fer­ten Ritus hat­te er wie­der Frei­raum geschaf­fen und das müß­te doch die Pius­bru­der­schaft erfreu­en. Aber war­um ist dem nicht so?

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