Fotoreportage von Mark Zuckerbergs Reise durch die Dritte Welt (Italien, Kenia, Nigeria)

Mark (Aurel) Zuckerberg bei Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi
Mark (Aurel) Zuckerberg bei Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi

von Pier Gia­co­mo Ghi­rar­di­ni*

Eigent­lich woll­te ich über ganz ande­re Din­ge schrei­ben, dann sah ich auf Face­book die Foto­re­por­ta­ge über die jüng­ste Rei­se von Mr. Face­book und Gat­tin, die ihn durch drei Län­der der Drit­ten Welt führ­te (Ita­li­en, Kenia und Nige­ria). 15 Fotos, die eines Mark Aurel Zucker­berg wür­dig sind. Da konn­te ich nicht wider­ste­hen.

Die Foto­re­por­ta­ge besteht aus fümf­zehn Schwarz­weiß­auf­nah­men, die selbst jene von JFK und Jac­que­line erblas­sen las­sen. Zum Teu­fel, das nennt sich Leben! Schaut sie euch an und beach­tet vor allem das strah­len­de Licht­spiel, das Mark (Aurel) Zucker­berg glän­zen läßt. Die Tages­zei­tung La Repub­bli­ca war so nett, sie eben­falls zu ver­öf­fent­lich­ten.

Es geht los: Foto­re­por­ta­ge von Mark Zucker­bergs Rei­se durch die Drit­te Welt (Ita­li­en, Kenia, Nige­ria).

Bild 1: Zucker­berg und Gat­tin (Pri­scil­la Chan, Kin­der­ärz­tin und Phil­antro­pin, von wegen Piz­za und Pro­sec­co) gewäh­ren dem Papst Audi­enz.

Bild 2: Mark besteigt ein demo­kra­ti­sches Fort­be­we­gungs­mit­tel, des­sen Karos­se­rie und Schei­ben sei­ne augu­stei­sche Erschei­nung reflek­tie­ren, wäh­rend er sich dem vati­ka­ni­schen Wür­den­trä­ger mit der­sel­ben Hand­be­we­gung und Kopf­hal­tung Mark Aurels ((Mar­cus Aure­li­us, römi­scher Kai­ser 161–180, Ger­ma­nen­be­kämp­fer, Phi­lo­soph und Chri­sten­ver­fol­ger.))  zuwen­det.

Bild 3: Besuch des Kolos­se­ums, errich­tet von den Fla­vi­ern, sei­nen Vor­gän­gern.

Bild 4 + 5: Höf­lich­keits­emp­fang für den der­zei­ti­gen ita­lie­ni­schen Mini­ster­prä­si­den­ten pro tem­po­re.

Bild 6: Mark im T‑Shirt als Phä­no­men an der römi­schen Uni­ver­si­tät Luiss. Ich weiß nicht, ob er gera­de pre­digt: „Bleibt hung­rig!“, wie es das ande­re, ver­bli­che­ne Phä­no­men tat, ich weiß aber, daß er dem Ita­lie­ni­schen Roten Kreuz elek­tro­ma­gne­ti­sche Spen­den zukom­men ließ.

Bild 7: Mark im Hub­schrau­ber über dem Lake Nai­va­s­ha, der von ihm ent­deckt wur­de.

Bild 8. Zucker­berg in Lagos auf dem Dach eines sei­ner „Ent­wick­lungs­zen­tren“ mit loka­len Aska­ris ((Ein­hei­mi­sche Sol­da­ten und Poli­zi­sten der euro­päi­schen Kolo­ni­al­mäch­te in Afri­ka.)), die alle dem strah­len­den Jüng­ling den Hori­zont zei­gen — hin­ter den zer­fal­le­nen Häu­sern.

Bild 9: Weiß-schwar­zer, prä­si­dia­ler Hän­de­druck in schwarz-weiß in Nai­ro­bi — der selbst die Leo­pol­da ((Die 1902 von Leo­pold II., König der Bel­gi­er, errich­te­te Vil­la Leo­pol­da an der Cà´te d’A­zur, in des­sen Pri­vat­be­sitz sich der gigan­ti­sche Kon­go-Frei­staat, heu­te Demo­kra­ti­sche Repu­blik Kon­go, befand.)) erschau­ern lie­ße.

Foto 10 + 11: Mark immer demo­kra­ti­scher: Bespre­chung auf dem Weg zum Flug­ha­fen, und als abso­lu­tes Maxi­mum: „der net­te Kerl von neben­an“ beim Mit­tag­essen mit dem Sekre­tär des kenia­ni­schen Infor­ma­ti­ons­mi­ni­sters am Tisch mit belie­bi­gen Sta­ti­sten — ich kann kaum mei­ne Trä­ne als Alt-For­dist ((For­dis­mus, benannt nach dem US-ame­ri­ka­ni­schen Indu­stri­el­len Hen­ry Ford (1863–1947).)) ver­knei­fen, der Nost­al­gie nach dem kor­po­ra­ti­vi­sti­schen Kapi­ta­lis­mus emp­fin­det.

Bild 12: Zucker­berg pre­digt vor einer gro­ßen Schar von Ent­wick­lern in Lagos — das­sel­be T‑Shirt wie an der Luiss (das muß das Pre­digt-Shirt sein) -, und mit Sicher­heit pre­dig­te er ihnen nicht „Bleibt hung­rig!“,  wie es das ande­re, ver­bli­che­ne Phä­no­men tat, weil das in Afri­ka nicht gut ankommt, und sie einem nur ant­wor­ten wür­den: „Schon gemacht“.

Bild 13: Mark lächelnd in den Stra­ßen von Lagos, schä­bi­ger Asphalt und Pfüt­zen so groß wie der See von Mas­sa­ciuc­co­li. ((Lago di Mas­sa­ciuc­co­li, größ­ter See der Tos­ka­na, Schau­platz einer miß­glück­ten Melio­ra­ti­on, die 2009 mit­ver­ant­wort­lich für eine Über­schwem­mung war, schwe­re Umwelt­schä­den durch Kon­zer­ne.))

Bild 14: Mark, erneut am Lake Nai­va­s­ha, posiert auf dem Jeep zusam­men mit einer wür­de­vol­len Lokal­schön­heit mit Smart­pho­ne. Im Hin­ter­grund Wut­he­ring Heights, Ver­si­on Safa­ri. ((Wut­he­ring Heights (dt. Sturm­hö­he), Roman der  eng­li­schen Schrift­stel­le­rin Emi­ly Bron­tà« (1818–1848).))

Bild 15: Grup­pen­bild mit Inge­nieu­ren in Lagos. Ich zäh­le an die 60. Als woll­te er sagen — erin­nert sich noch jemand an die ‚Indu­stri­el­le Reser­ve­ar­mee‘ eines gewis­sen Karl­chen Marx? — „Auf­pas­sen, nehmt euch in acht und spurt“, denn ich habe locker wei­te­re 60 zur Hand.

Bei den Bil­dern fällt mir der glück­lo­sen Ram­ses II., der nichts ande­res von sich zu sagen (und ein­zu­mei­ßeln) wuß­te, als daß er User-maat-Ra-set­ep-en-Ra sei, was soviel heißt wie: „Mäch­tig ist die Welt­ord­nung des [Son­nen­got­tes] Ra“ samt der Selbst­be­zeich­nung als „Erwähl­ter Ra“). Die Mai­län­der wür­den spä­te­stens an die­ser Stel­le in ihrer Mund­art sagen: „User Maat, va a cia­pà  i ratt!“, was — etwas fei­ner über­setzt — soviel heißt wie: „Mäch­ti­ge Welt­ord­nung, schleich dich dort­hin, wo der Pfef­fer wächst“.

*Pier Gia­co­mo Ghi­rar­di­ni, Stu­di­um der Volks­wirt­schaft, Lei­ter der Abtei­lung Arbeits­markt­for­schung der Pro­vinz Par­ma, ehe­mals Lehr­be­auf­trag­ter für Demo­gra­phie an der Wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Par­ma, zahl­rei­che Publi­ka­tio­nen zum The­ma Arbeits­markt, Wirt­schafts­ent­wick­lung, Arbeits­lo­sig­keit und Armut, publi­zi­sti­sche Tätig­keit unter ande­rem als Mit­ar­bei­ter des Wochen­ma­ga­zins Tem­pi.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Face­book (Screen­shot)

3 Kommentare

  1. Der unrei­fe Jüng­ling Zucker­berg spricht ja offen aus, was er von Daten­schutz hält: Nichts.
    Man mei­de alle Dien­ste, die er direkt oder indi­rekt beein­flußt. Wie hieß es so schön und tref­fend ange­sichts des letz­ten Face­book-Skan­dals in einem Leser­kom­men­tar der FAZ: „Man muß Face­book nicht nut­zen, man soll­te Face­book nicht nut­zen — und man kann Face­book nicht nut­zen. Face­book nutzt einen.“

    • Papst Fran­zis­kus scheint es zu lie­ben, sich mit der Eli­te aus Gesell­schaft und der Finanz­welt zu tref­fen, Beschei­den­heit hin oder her.

    • “ … Face­book nutzt einen.“
      Und da dies so ist, soll­ten jene, denen der Schutz von Daten ein wich­ti­ges Anlie­gen ist, Face­book mei­den.
      Aber die Leu­te wol­len es ja offen­sicht­lich nicht anders. Es sieht fast so aus, als woll­ten sie sogar beob­ach­tet wer­den.

Kommentare sind deaktiviert.