Wie die heilige Klara von Assisi die muslimischen Angriffe abwehrte

Heilige Klara von Assisi Allerheiligstes Sarazenen
Eucharistisches Wunder von Assisi: die heilige Klara schlägt die angreifenden Muslime mit dem Allerheiligsten in die Flucht

(Rom) Der 11. August ist in der katho­li­schen Kir­che der Gedenk­tag der hei­li­gen Kla­ra von Assi­si (1194–1253), eine jun­ge Frau aus ade­li­gem Haus, die im Alter von 18 Jah­ren dem Bei­spiel des hei­li­gen Franz von Assi­si folg­te, jener Aus­nah­me­ge­stalt in der Kir­chen­ge­schich­te, und die zum weib­li­chen Pen­dant die­ses Hei­li­gen wur­de. Nach ihr ist der Kla­ris­sen­or­den, ein stren­ger, kon­tem­pla­ti­ver Klau­sur­or­den benannt. Die Zeit und das Wir­ken der bei­den Hei­li­gen haben einen aktu­el­len Bezug zur Islam-Fra­ge.

„Heu­te wer­den Mus­li­me und ihre Ima­me in die Kir­chen ein­ge­la­den, um dort aus dem Koran zu rezi­tie­re. Gleich­zei­tig häu­fen sich Epi­so­den von Sakri­le­gen und Pro­fa­ni­sie­run­gen, wie jüngst in Vene­dig, wo zuerst ein Mos­lem in der  Jere­mi­as-Kir­che ein gro­ßes Kru­zi­fix zu Boden warf und den dar­ge­stell­ten Jesus beschä­digt, und weni­ge Tage spä­ter vier Mus­li­min­nen immer in Vene­dig in die Kir­che San Zuli­an ein­dran­gen und Chri­stus am Kreuz bespuck­ten. Vom Mord an Abbé Jac­ques Hamel in Rou­en ganz zu schwei­gen. Eine der größ­ten Hei­li­gen der Kir­che sah das ganz anders“, so die Histo­ri­ke­rin Cri­sti­na Sic­car­di.

Vor 800 Jah­ren wur­den die Mus­li­me in Euro­pa Sara­ze­nen genannt. Ein Begriff, der mit der mili­tä­ri­schen Expan­si­on des Islams zum Schreckens­be­griff wur­de. Zur Zeit des hei­li­gen Fran­zis­kus und der hei­li­gen Kla­ra ver­setz­ten die Sara­ze­nen Tei­le des Mit­tel­meer­raums vor allem durch Raub­zü­ge in Angst und Schrecken. Sie plün­der­ten, töte­ten und ver­sklav­ten. Die Mus­li­me ver­schlepp­ten min­de­stens vier­mal soviel euro­päi­sche Chri­sten als Skla­ven nach Afri­ka und Asi­en als Schwarz­afri­ka­ner von Euro­pä­ern nach Nord­ame­ri­ka ver­schleppt wur­den.

Im Hoch­mit­tel­al­ter dran­gen die Sara­ze­nen bei ihren Raub­zü­gen bis nach Assi­si im mit­tel­ita­lie­ni­schen Umbri­en vor.

Kai­ser Fried­rich II., im Kon­flikt mit der Kir­che, ließ sei­ne Trup­pen in die Kir­chen­staa­ten vor­drin­gen, zu denen auch Umbri­en gehör­te. Dabei bedien­te er sich auch der Sara­ze­nen, aus denen er sei­ne Leib­wa­che bil­de­te und die er in der apu­li­schen Stadt Luce­ra ansie­del­te.

Von dort und ande­ren Stütz­punk­ten nah­men die blu­ti­gen Raub­zü­ge ihren Aus­gang. Das bedeu­te­te Brand­schat­zung und Zer­stö­rung von Städ­ten und Bur­gen, Sakri­leg und Pro­fa­ni­sie­rung von Kir­chen und Klö­stern, Tod und Skla­ve­rei.

Im Sep­tem­ber 1240, an einem Frei­tag, erstürm­ten die Sara­ze­nen die Mau­ern des Klo­sters der hei­li­gen Kla­ra und ihrer Schwe­stern in Assi­si. Tom­ma­so da Cela­no, ein Zeit­ge­nos­se der bei­den Hei­li­gen, der selbst Fran­zis­ka­ner und erster Bio­graph des hei­li­gen Fran­zis­kus wur­de, über­lie­fer­te:

„Sie rann­ten zur hei­li­gen Kla­ra, die schwer erkrankt war, und berich­te­ten ihr unter vie­len Trä­nen, daß dies übel­sten Leu­te die Tore zum Klo­ster auf­ge­bro­chen hat­ten. Sie mach­te ihnen Mut, auf daß sie sich nicht fürch­te­ten […], son­dern bewaff­net mit Glau­ben Zuflucht zu Jesus Chri­stus nah­men. Die hei­li­ge Kla­ra ließ sich  auf ihr Stroh­la­ger eine in Elfen­bein gefaß­te Sil­ber­scha­tul­le brin­gen, in der kon­se­krier­te Hei­li­ge Leib Chri­sti auf­be­wahrt war. […] Sie bete­te innig: ‚Ich bit­te Dich, mein Herr, daß es Dir gefal­le, daß die­se Dei­ne armen Die­ne­rin­nen, die Du, Herr, mei­ner Obhut anver­traut hast, mir weg­ge­nom­men und nicht aus der Hand geris­sen wer­den, damit sie nicht in die Hän­de und die Grau­sam­keit die­ser Ungläu­bi­gen und Hei­den gelan­gen; zudem bit­te ich Dich, mein Herr, daß Du auf sie behü­test, da ich sie ohne Dich nicht behü­ten kann, ganz beson­ders in die­sem bit­te­ren Moment.‘ Aus der Scha­tul­le war eine Stim­me zu hören: ‚Wegen Dei­ner Lie­be wer­de ich Dich und sie immer behü­ten‘“ (Vita sanc­tae Cla­rae vir­gi­nis, Opusc. I,21–22, in: Fon­tes Fran­ce­sca­ni 3201, S. 1915–1916).

Trotz ihrer Erkran­kung ging sie, von ihren Schwe­stern beglei­tet, hin­aus und stell­te sich den angrei­fen­den Sara­ze­nen ent­ge­gen. Dabei führ­te sie die Scha­tul­le mit dem Aller­hei­lig­sten mit. Die Mus­li­me ver­lie­ßen plötz­lich von gro­ßer Angst ergrif­fen flucht­ar­tig das Klo­ster, zurück­ge­schla­gen von einer unsicht­ba­ren Macht, und bald dar­auf ganz Assi­si.

1241 orga­ni­sier­te der Kai­ser eine neue Mili­tär­ex­pe­di­ti­on.

Als ein erneu­ter Angriff unmit­tel­bar bevor­stand, rief die hei­li­ge Kla­ra ihre Mit­schwe­stern zu sich und sag­te, sie soll­ten mit ihre einen Tag fasten. Danach for­der­te sie sie auf, sich ihr Haupt mit Asche zu bestreu­en und sich mit ihr vor dem Aller­hei­lig­sten nie­der­zu­wer­fen.

Am Mor­gen des 22. Juni trat ein schwe­res Unwet­ter auf, das so schwe­ren Scha­den im Lager der Angrei­fer anrich­te­te, daß die­se zur erneu­ten Flucht gezwun­gen waren.

Die Hei­li­ge Kla­ra, eine wehr­lo­se Frau, ver­tei­dig­te Chri­stus im Aller­hei­lig­sten, ihr Klo­ster und die gan­ze Stadt mit der Waf­fe des Glau­bens.

Durch den hei­li­gen Fran­zis­kus ließ sie sich von Chri­stus gewin­nen und gab alle Annehm­lich­kei­ten der Welt und ihres Ran­ges auf, um sich mit der Schwe­ster Armut ganz mit dem Kreuz Chri­sti, dem Sie­ges­zei­chen des ewi­gen Heils zu ver­bin­den und vie­len die­ses Heil zu gewin­nen.

In gan­zer Hin­ga­be an Gott ließ sie sich durch den ein­zi­gen Reich­tum lei­ten, den sie noch erkann­te, die hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit. Da sie die Wahr­heit geschaut hat­te, konn­te sie für kei­ne ande­re Reli­gi­on mehr irgend­ei­ne Wert­schät­zung emp­fin­den.

Text: Gise­la Weh­mül­ler
Bild: Wikicommons/Anonymer Mei­ster, um 1630, Museo di Sta­to San Mari­no

 

2 Kommentare

  1. Sehr schoen.Also schon damals hat es vie­le Pro­ble­me gege­ben wie jetzt auch.Und im Klo­ster war es auch nicht immer ruhig!

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