Vatikan kritisiert Einsetzung eines UNO-Sonderkommissars für Homosexuelle

UNO-Sitz in Genf: Vereinte Nationen als Motor der globalen Homosexualisierung
UNO-Sitz in Genf: Vereinte Nationen als Motor der globalen Homosexualisierung

(Rom) Der Hei­li­ge Stuhl kri­ti­sier­te die Ein­set­zung eines UNO-Son­der­kom­mis­sars für „Homo-Rech­te“. Der gestern in Genf vom UN-Men­schen­rechts­rat gefaß­te Beschluß, einen „Exper­ten zum Schutz von Rech­ten sexu­el­ler Min­der­hei­ten“ ein­zu­set­zen, fin­det die Ableh­nung der katho­li­schen Kir­che.

23 Mit­glieds­län­der des Rates, dar­un­ter die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und die USA, stimm­ten für die Reso­lu­ti­on. Die USA gel­ten als trei­ben­de Kraft hin­ter der neu­en Insti­tu­ti­on, die im Büro des UNHCHR ange­sie­delt sein wird. Zu den Hin­ter­grün­den sie­he den Bericht Trend 2016: Homo­se­xua­li­sie­rung – Erstes Homo-Dezer­nat, Gay-friend­ly-Kar­di­nal und UN-Homo-Son­der­kom­mis­sar.

Eine „beson­de­re Grup­pe von Rech­ten für eine spe­zi­fi­sche Grup­pe von Per­so­nen“ schüt­zen zu wol­len, ste­he in Wider­spruch zum Prin­zip der Gleich­heit aller Men­schen, erklär­te die Ver­tre­tung des Hei­li­gen Stuhls in Genf auf Anfra­ge der Katho­li­schen Nach­rich­ten-Agen­tur (KNA).

Die katho­li­sche Kir­che sei gegen jede Form von Dis­kri­mi­nie­rung, beton­te der Erste Sekre­tär der Vati­kan-Ver­tre­tung bei den Ver­ein­ten Natio­nen in Genf, Msgr. Richard Gyh­ra.

Vatikan-Diplomat: Entwicklungshilfe könne von Gutachten des Sonderkommissars abhängig werden

Hin­ter der Reso­lu­ti­on ste­he „offen­bar die Absicht west­li­cher Staa­ten, Ein­fluß auf ärme­re Län­der etwa in Afri­ka zu neh­men“, wird der Vati­kan­di­plo­mat von Radio Vati­kan wie­der­ge­ge­ben. Auf die­se Wei­se kön­ne bei­spiels­wei­se Ent­wick­lungs­hil­fe von — recht­lich an sich nicht bin­den­den — Gut­ach­ten des neu­en Son­der­kom­mis­sars abhän­gig gemacht wer­den.

Der Hei­li­ge Stuhl hat nur Beob­ach­ter­sta­tus bei den Ver­ein­ten Natio­nen. Nach Bekun­den von Gyh­ra ver­such­te er, eben­so wie ande­re Staa­ten, die nicht zu den 47 Mit­glie­dern des Men­schen­rechts­rats gehö­ren, Ein­fluß auf stimm­be­rech­tig­te Natio­nen zu neh­men.

18 Län­der stimm­ten gegen die Reso­lu­ti­on, dar­un­ter Ruß­land, die Volks­re­pu­blik Chi­na, Indi­en, die Phil­ip­pi­nen und vor allem afri­ka­ni­sche Staa­ten: Äthio­pi­en, Alge­ri­en, Burun­di, Elfen­bein­kü­ste, Kenia, Kon­go, Marok­ko, Nige­ria und Togo. Sechs Staa­ten ent­hiel­ten sich: Bots­wa­na, Gha­na, Nami­bia und Süd­afri­ka.

Wer das neue Amt über­nimmt, ist noch offen. Eine Amts­pe­ri­ode dau­ert jeweils drei Jah­re.

Text: RV/Giuseppe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons