Le Roi s’amuse! – Papst Franziskus auch?

Papst Franziskus an die Generaloberinnen
Papst Franziskus an die Generaloberinnen

Aus dem Tage­buch eines ein­fa­chen Katho­li­ken.

Von Andrea Cor­ra­do­ri*

(Rom) Papst Fran­zis­kus „öff­ne­te“ sich Dia­ko­nis­sen oder Dia­ko­nin­nen, so ganz genau weiß das nie­mand, und vor allem kann noch kei­ner sagen, wohin die­se „Öff­nung“ füh­ren wird.

Don Livio Fan­za­ga, der Pro­gramm­di­rek­tor von Radio Maria Ita­li­en, ver­such­te mit Iro­nie auf die jüng­ste Schlag­zei­le des Pap­stes zu reagie­ren. Es klang aber mehr nach Hilf­lo­sig­keit. Man könn­te fast Mit­leid mit ihm haben wegen sei­ner stän­di­gen Ver­su­che, Papst Fran­zis­kus aus den Klau­en von Jor­ge Mario Ber­go­glio zu ret­ten.

Ich fra­ge mich, ob die Kla­gen der Ordens­obe­rin­nen, war­um Frau­en vom Dia­ko­nat und von der Pre­digt „aus­ge­schlos­sen“ sei­en, das Ergeb­nis der ver­gif­te­ten Aus­saat von Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni SJ oder das Ergeb­nis der Regie von Titu­lar­erz­bi­schof Vic­tor Manu­el Fer­nan­dez, dem Bera­ter und Reden­schrei­ber des Pap­stes, sind. Letzt­lich spielt es aber kei­ne Rol­le. Sie sind Aus­druck von brü­chig gewor­de­nen Fun­da­men­ten, für die seit 50 Jah­ren vie­le in der Kir­che ver­ant­wort­lich sind. Wich­ti­ger wäre es, die Fun­da­men­te zu sichern und zu festi­gen. Der regie­ren­de Papst ist dabei aber nicht gera­de hilf­reich.

Über ihn könn­te man viel sagen. Eines kann man ihm aber nicht abspre­chen: sei­ne genia­le Fähig­keit, media­le Begei­ste­rung zu ent­fa­chen. Die Medi­en hän­gen gera­de­zu an sei­nen Lip­pen und lau­ern begie­rig wie auf einen Köder, auf den sie sich stür­zen kön­nen.

Der Papst amüsiert sich

Seit drei Jah­ren beob­ach­te ich die­ses Schau­spiel. Mei­ne Schluß­fol­ge­rung dar­aus? Papst Fran­zis­kus amü­siert sich. Le Roi s’a­mu­se. Der König amü­siert sich. Fran­zis­kus regiert die Kir­che wie ein abso­lu­ter Mon­arch. Es gefällt ihm den Köder aus­zu­wer­fen und dann zuzu­se­hen, wel­che Wir­kung sein Wort auf die inter­na­tio­na­le Medi­en­welt hat.

Das mag nur mein per­sön­li­cher Ein­druck sein, den habe ich aber.

Die Nach­rich­ten­sen­dun­gen, die Inter­net­sei­ten und die sozia­len Netz­wer­ke erleb­ten seit Diens­tag eine Dia­ko­nis­sen-Schwem­me. Die Über­gän­ge waren flie­ßend von Dia­ko­nis­sen zu Dia­ko­nin­nen zu Prie­ste­rin­nen … Von allem war die Rede – und alles im Namen von Papst Fran­zis­kus. Er brauch­te nur den Köder aus­zu­wer­fen. Der Rest läuft ganz von allei­ne.

Dann hat man sie uns im Fern­se­hen-Inter­views gezeigt, die katho­li­schen 68er-Frau­en mit ihren Kle­ri­ka­li­sie­rungs- und Gewerk­schafts­for­de­run­gen und ihrer femi­ni­sti­schen New-Age-Selbst­ver­wirk­li­chungs­er­war­tung. Die inter­na­tio­na­le Medi­en waren ent­zückt: „end­lich“ und „revo­lu­tio­när“ lau­te­ten die am mei­sten gebrauch­ten Adjek­ti­ve.

„Che casino“ — Was für ein Wirbel

Bald auch in der katholischen Kirche?
Bald auch in der katho­li­schen Kir­che?

Da fällt es gar nicht so schwer, sich vor­zu­stel­len, wie der 80jährige abso­lu­te Mon­arch aus der Cal­le Mem­bril­lar von Bue­nos Aires sich dar­über amü­siert, was für einen „Casi­no“, um Fran­zis­kus wört­lich zu zitie­ren, was für einen Wir­bel er die­ses Mal wie­der ver­ur­sacht hat.

Pech für den guten Don Livio und all die ande­ren guten Katho­li­ken, die sich so sehr bemü­hen, jeden „Casi­no“ des Pap­stes schön­zu­re­den, denn — listi­ger­wei­se über indi­rek­te Kanä­le — er läßt sie wis­sen, die­se guten Katho­li­ken eigent­lich gar nicht zu wol­len. Er zieht ihnen viel­mehr jene Gestal­ten vor, die Fein­de und Wider­sa­cher der Hei­li­gen Kir­che und des Evan­ge­li­ums sind. Die Liste jener, für die der Papst loben­de Wor­te übrig hat­te, ist inzwi­schen zu einem beacht­li­chen Who is Who von kir­chen­feind­li­chen Links­ra­di­ka­len bis zu neo­mal­thu­sia­ni­schen Finanz­mo­gu­len, von Abtrei­bungs­be­für­wor­tern bis zu Über­be­völ­ke­rungs­ideo­lo­gen gewor­den. Umge­kehrt lie­ße sich eine Liste der guten und treu­en Kräf­te zusam­men­stel­len, für die Fran­zis­kus noch kein Wort der Auf­mun­te­rung und des Zuspru­ches übrig hat­te, oder für die er sogar abfäl­li­ge Wor­te fand und denen er die kal­te Schul­ter zeig­te.

Worte des Papstes oder Worte Torniellis?

Doch zurück zum Aus­gangs­punkt: Was ant­wor­te­te Papst Fran­zis­kus den Ordens­obe­rin­nen?

„Ich den­ke, ich wer­de die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on bit­ten, mir über die Stu­di­en zu berich­ten, die es zu die­sem The­ma gibt, denn ich habe euch nur auf der Grund­la­ge des­sen geant­wor­tet, was ich von die­sem Prie­ster gehört hat­te, der ein gebil­de­ter und tüch­ti­ger For­scher im Bereich des Stän­di­gen Dia­ko­nats war. Zusätz­lich möch­te ich eine offi­zi­el­le Kom­mis­si­on ein­rich­ten, die die­se Fra­ge durch­denkt: Ich den­ke, es wird der Kir­che gut tun, die­sen Punkt zu klä­ren. Ich bin ein­ver­stan­den und wer­de dar­über reden, damit etwas in die­ser Art geschieht.“

Las­sen wir es auch ein­mal dahin­ge­stellt, daß ein Papst bes­ser infor­miert sein soll­te, oder zumin­dest könn­te. Fra­gen an den Papst wer­den bereits im Vor­feld einer Begeg­nung vor­ge­legt.

Las­sen wir es auch dahin­ge­stellt, daß die von den Medi­en ver­brei­te­ten Wor­te, die Dia­ko­nis­sen sei­en „eine Mög­lich­keit für heu­te“, vom Papst nie gesagt wur­den. Die­se Wor­te fin­den sich nicht in der offi­zi­el­len Nie­der­schrift des Vati­kans. Sie fin­den sich aber, und zwar als direk­tes Zitat, im Arti­kel von Andrea Tor­ni­el­li, der als erster die Aus­sa­ge zum Frau­en­dia­ko­nat ver­öf­fent­lich­te. Da Tor­ni­el­li zum eng­sten Ver­trau­ten­kreis des Pap­stes gehört, ist sein Arti­kel als eine offi­ziö­se Inter­pre­ta­ti­on zu ver­ste­hen.

„Nein, Eure Heiligkeit, das braucht die Kirche nicht“

Doch zum Eigent­li­chen: Es braucht eine Kom­mis­si­on, „die die­se Fra­ge durch­denkt“, weil das „der Kir­che gut tun“ wird?

Nein, Eure Hei­lig­keit, dazu besteht kein Bedarf, weil es das bereits alles gibt. Erst 2003 leg­te die Inter­na­tio­na­le Theo­lo­gi­sche Kom­mis­si­on des Hei­li­gen Stuhls die aus­führ­li­che Stu­die „Der Dia­ko­nat: Ent­wick­lung und Per­spek­ti­ven“ vor.

Es braucht genau­so­we­nig eine neue Kom­mis­si­on, die das Phä­no­men der früh­christ­li­chen Dia­ko­nis­sen stu­diert, wie es die teu­re Dop­pel-Bischofs­syn­ode über die Fami­lie gebraucht hat. Das ein­zi­ge greif­ba­re Ergeb­nis, außer gro­ßer Unru­he, ist das vor­ge­fer­tig­te, zwei­deu­ti­ge nach­syn­oda­le Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia, in das jeder hin­ein­in­ter­pre­tie­ren kann, was er will. Die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen einer Do-it-yours­elf-Pra­xis durch Prie­ster und Bischö­fe sind bereits in gro­ßem Stil wahr­zu­neh­men. Genau das aber braucht die katho­li­sche Kir­che nicht.

Was die Kir­che braucht, ist eine kla­re Füh­rung, sind Hir­ten, die ihre Scha­fe wei­den und sie sicher durch abschüs­si­ges Gelän­de füh­ren. Was die Kir­che braucht, ist eine kla­re Unter­wei­sung. Die Kir­che braucht kei­ne neue Kom­mis­si­on, wie es in der Poli­tik üblich ist, wenn man Zeit gewin­nen, oder Neu­es ein­füh­ren will, son­dern eine kla­re und all­ge­mei­ne ver­ständ­li­che Unter­wei­sung in der Leh­re der Kir­che.

Man könn­te die oben gestell­te Fra­ge also doch beant­wor­ten: Die ver­gif­te­te Saat des Ante-Pap­stes Kar­di­nal Mar­ti­ni beginnt durch die­ses Pon­ti­fi­kat post­hum doch noch auf­zu­ge­hen.

*Andrea Cor­ra­do­ri, Redak­teur der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Inter­net­pu­bli­ka­ti­on Mes­sa in Lati­no und Betrei­ber des katho­li­schen Blogs Tra­di­tio Catho­li­ca.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: CLM/MiL

4 Kommentare

  1. Die 68er Reform-Eman­zen und die Frau­en­quo­te im Vati­kan

    Irgend­wie haben die­se Leu­te nichts kapiert. Ein Amt in der Kir­che ist ein Dienst und kei­ne Kar­rie­re­lei­ter. Angeb­lich will Papst Fran­zis­kus eine die­nen­de Kir­che und pran­gert den Kle­ri­ka­lis­mus an. Wenn ich mir die­se Gene­ral­obe­rin­nen (ohne Habit) anschaue, kann ich ver­ste­hen, dass die Klö­ster Nach­wuchs­pro­ble­me haben. Für mich kei­ne Vor­bil­der, die noch Glau­ben ver­mit­teln kön­nen.

    Mei­ner Mei­nung nach hat Papst Fran­zis­kus die Zulas­sung von Dia­ko­nin­nen längst beschlos­sen unter Vor­schlag von Kar­di­nal Kas­per, frü­he­rer Assi­stent des Tübin­ger Welt­ethos­geist­li­chen Pro­fes­sor Küng. Viel­leicht wur­de somit ein Geburts­tags­ge­schenk für Kar­di­nal Leh­mann gefun­den? Die Pres­se wird benutzt, indem die­se Story’s über Radio Vatikan(Pater Hagen­kord) an die all­ge­mei­nen Medi­en wei­ter­ge­ge­ben wer­den.

    Zuerst bringt Kar­di­nal Paro­lin zur Spra­che, dass in fer­ner Zukunft auch eine Frau sei­nen Platz ein­neh­men könn­te und nun will man das Dia­ko­nat der Frau viel­leicht zulas­sen. Pres­se­spre­cher Lom­bar­di hat dann die Auf­ga­be alles wie­der zu rela­ti­vie­ren. Wenn sich dann noch ein Papst über sein Ver­wirr­spiel amü­siert, dann kön­nen die­se Ein­ge­bun­gen nicht vom HL. Geist sein. Man kann also nur noch mit dem Kopf schüt­teln über soviel Zynis­mus und Gel­tungs­sucht des Bischofs von Rom und sei­nem Gefol­ge!!!

    • Ich sehe es auch so: Alles ein abge­kar­ter­tes Spiel!
      Da geschieht nichts, aber auch nicht die gering­ste, schein­bar so spon­ta­ne Äuße­rung des Pap­stes oder sei­ner Adju­tan­ten rein zufäl­lig, nein, alles ist von lan­ger (ver­steck­ter) Hand, bis ins klein­ste Detail, minu­ti­ös geplant!
      Und wir wer­den alle an der Nase her­um­ge­führt und wol­len es ein­fach nicht wahr­ha­ben!
      Übri­gens — es gibt nichts Affi­ge­res als Frau­en in prie­ster­li­chen Gewän­dern: Die Häss­lich­keit pur — ohne jede Spur von Weib­lich­keit! Wie kann man sich als Frau nur so ver­schan­deln!
      Wir soll­ten uns die Got­tes­mut­ter Maria zum Vor­bild neh­men: Bei allen Erschei­nun­gen rund um den Glo­bus, beweist sie ihren guten Geschmack, was ihr Klei­dungs­stil angeht: Immer ist sie wun­der­schön frau­lich geklei­det. Als Prie­ste­rin, Dia­ko­nis­se o.ae., hat sie sich jeden­falls noch nie gezeigt!

      • @Pia: Ihr Bericht ueber den guten Klei­dung­ge­schmack der Got­tes­mut­ter hat mich lachen lassen,etwas was selt­sam war in der letz­ten 3Jahren der Katho­li­schen Kir­che!

  2. „es gibt nichts Affi­ge­res als Frau­en in prie­ster­li­chen Gewän­dern: Die Häss­lich­keit pur – ohne jede Spur von Weib­lich­keit!“

    Ganz genau, allein beim Anblick des obi­gen Bil­des wird mir schlecht. Ich neh­me an, es sind Angli­ka­ne­rin­nen. Die machen selbst den Mätres­sen von Hein­rich dem VIII. noch Kon­kur­renz, an Häss­lich­keit nicht zu über­tref­fen. Ich hof­fe ja immer noch, dass Jesus Chri­stus, der in sei­ner Kir­che lebt und wirkt, noch ein­schrei­ten wird, bevor die­ser Sakri­leg Wirk­lich­keit wer­den soll­te. Beten wir zu Jesus Chri­stus, dem Ober­haupt der einen hei­li­gen katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che.

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