Heiligsprechung von Mutter Teresa von Kalkutta am 4. September

Mutter Teresa von Kalkutta
Mutter Teresa von Kalkutta wird am 4. September heiliggesprochen

(Rom) Nun ist es offi­zi­ell: Die Hei­lig­spre­chung von Mut­ter Tere­sa von Kal­kut­ta fin­det am kom­men­den 4. Sep­tem­ber statt. Dies wur­de mit dem heu­ti­gen Tages­bul­le­tin des Hei­li­gen Stuhls bekannt­ge­ge­ben.

Mut­ter Tere­sa wur­de 1910 als Anje­zà« (Agnes) Gonxha Bojax­hiu als Toch­ter einer alba­ni­schen Fami­lie in Skop­je, damals Osma­ni­sches Reich, heu­te Maze­do­ni­en, gebo­ren. Ihr Vater, ein Kauf­mann, stamm­te aus Nord­al­ba­ni­en, die Mut­ter aus dem Koso­vo.

Mit 18 Jah­ren trat sie in das Novi­zi­at der Lore­to­schwe­stern, den iri­schen Zweig der Eng­li­schen Fräu­lein ein. Es war der Wunsch der jun­gen alba­ni­schen Katho­li­kin, in die Mis­si­on zu gehen. Die Lore­to­schwe­stern hat­ten Nie­der­las­sun­gen in Indi­en.

Der Orden schick­te sie 1928 nach Kal­kut­ta, wo sie in sieb­zehn Jahr in einer ordens­ei­ge­nen Schu­le unter­rich­te­te. 1946 spür­te sie die Beru­fung, den Ärm­sten der Armen zu die­nen. Sie bat um die Ent­bin­dung von ihren Ordens­ge­lüb­den und begann in Kal­kut­ta ihr neu­es Apo­sto­lat unter den Obdach­lo­sen, Kran­ken und Wai­sen, dar­un­ter auch die Betreu­ung von Lepra­kran­ken. Mit der Unab­hän­gig­keit Indi­ens erwarb sie die indi­sche Staats­bür­ger­schaft. Bald schlos­sen sich ihr eini­ge ehe­ma­li­ge Schü­le­rin an, sodaß sie die neue Ordens­ge­mein­schaft der Mis­sio­na­rin­nen der Näch­sten­lie­be grün­de­te, die 1950 von der Kir­che aner­kannt wur­de.

Heu­te zählt der Orden rund 4.500 Schwe­stern. Mut­ter Tere­sa lei­te­te ihn bis zu ihrem Lebens­en­de selbst. Seit 2009 wer­den die Mis­sio­na­rin­nen der Näch­sten­lie­be von Schwe­ster Mary Pre­ma Pierick, einer gebür­ti­gen Deut­schen als drit­ter Ordens­obe­rin geführt.

1979 erhielt Mut­ter Tere­sa als ein­zi­ge katho­li­sche Ordens­an­ge­hö­ri­ge den Frie­dens­no­bel­preis. Am 5. Sep­tem­ber 1997 ist sie in Kal­kut­ta gestor­ben, wo sich das Gene­ral­haus des Ordens befin­det. 2003 wur­de sie von Papst Johan­nes Paul II. selig­ge­spro­chen. Am Vor­abend ihres 19. Todes­ta­ges, der in der Kir­che als Dies nata­lis began­gen wird, wird sie von Papst Fran­zis­kus hei­lig­ge­spro­chen wer­den.

Mut­ter Tere­sa war 1946 aus­ge­zo­gen, um sich der Lepra­kran­ken von Kal­kut­ta anzu­neh­men, die als Aus­sät­zi­ge außer­halb der Gesell­schaft leb­ten. Ende der 80er Jah­re war ihr Orden mit dem­sel­ben Anlie­gen von der Regie­rung des Süd­je­men in das mos­le­mi­sche Land ein­ge­la­den wor­den. Am 4. März wur­den vier Mis­sio­na­rin­nen der Näch­sten­lie­be in Aden in odi­um fidei von Isla­mi­sten ermor­det. Ihr letz­ter Brief an die Ordens­obe­ren wur­de vor zwei Tagen ver­öf­fent­licht. Ein berüh­ren­des Zeug­nis, das zu ihrem Ver­mächt­nis wur­de.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

8 Kommentare

  1. Wie­der eine gute Nach­richt, die besagt, dass es auch in unse­rer Zeit Hei­li­ge gibt die die­sen Namen auch ver­die­nen : Mut­ter Tere­sa !

    • Mein lie­ber Bruder/liebe Schwe­ster in Chri­stus,

      Gott kennt die Wahr­heit, nicht Sie und ich!

      Die paar Links und Behaup­tun­gen sol­len gewich­ti­ger sein als das jah­re­lan­ge Prü­fen durch die Kon­gre­ga­ti­on für die Selig- und Hei­lig­spre­chun­gen und alle in die­sen Pro­zess ein­ge­schlos­se­nen Per­so­nen? Als die aner­kann­ten Wun­der? Als die Früch­te (Mär­ty­rer­schwe­stern)?

      Wir haben alle Zwei­fel und Angrif­fe. Aber über Hei­li­ge soll­ten wir nicht lästern. Bit­ten Sie Gott und Mut­ter The­re­sa lie­ber um Ver­ge­bung und Erleuch­tung Ihrer Ansich­ten und Zwei­fel, als im Inter­net Schlech­tes über sie zu schrei­ben.

      Das schrei­be ich Ihnen ohne die gering­ste Absicht, Sie auch irgend­wie anzu­grei­fen. Got­tes Segen!

      • @fede

        Vie­len Dank für Ihre Wor­te! Nur Gott kennt unser Inner­stes und ER ALLEIN zieht uns zur Ver­ant­wor­tung. Spe­ku­la­tio­nen über ande­re soll­ten wir uns nicht hin­ge­ben, statt­des­sen in christ­li­cher Selbst­sor­ge vor unse­rer eige­nen Tür keh­ren .

    • @ Tra­di­ti­on und Glau­ben:

      Nur eine Fra­ge: Wenn Sie die Hei­lig­spre­chung von Mut­ter Tere­sa und auch die bereits erfolg­te von Papst Johan­nes Paul II. infra­ge­stel­len, dann leh­nen Sie damit Ent­schei­dun­gen ab, die nicht nur eine „pri­va­te Mei­nung“ eines Pap­stes sind, son­dern sei­ne Unfehl­bar­keit berüh­ren. Die Kon­se­quenz wäre extrem. Wie ist Ihre Ein­stel­lung hier­zu?

      Dies ist nicht als Angriff oder aggres­siv gemeint, son­dern eine dring­li­che Fra­ge, mit der ich mich selbst sehr schwer­tue.

      • @ Clau­de

        Die Fra­ge nach der Inef­fa­bi­li­tät der Hei­lig­spre­chung stel­len sich min­de­stens seit der Kano­ni­sa­ti­on von Johan­nes Paul II vie­le.

        Die Inef­fa­bi­li­tät die­ser höch­sten Leh­rent­schei­dung ist eine feste Theo­lo­gen­mei­nung (opi­nio theo­lo­gi­ca), was natür­lich auch etwas bedeu­tet, aber es ist kein Dog­ma de fide.

        Die wirk­lich sehr aus­ge­wo­ge­ne Sei­te rora­te cae­li ver­öf­fent­lich­te in die­ser Zeit ein Inter­view:
        http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/07/so-canonizations-infallible-or-not.html
        in wel­chem der recht kom­pe­ten­te Kir­chen­recht­ler sich um die kla­re Ant­wort drückt und ant­wor­tet: infal­libel aber nicht die­ser Art wie ein ex cathe­dra Urteil.

        Lesen Sie auch ande­re Aus­sa­gen die­ser Sei­te: http://rorate-caeli.blogspot.com/#uds-search-results

        Was bedeu­tet das aber nach dem gesun­den Men­schen­ver­stand und der zwei­wer­ti­gen Logik? Kei­ner weiß es. Es ist nicht nur so, dass man sich um sei­ne kirch­li­che Kar­rie­re sorgt, son­dern das The­ma der Hei­lig­spre­chung war vor 1983 als man nach den Kri­te­ri­en von Bene­dikt XIV “De ser­vor­um Dei bea­ti­fi­ca­tio­ne et beatorum cano­ni­sa­tio­ne” hei­lig oder selig sprach wirk­lich höch­stens von theo­re­ti­scher Rele­vanz. Ich selbst habe mich damit noch nicht auf einem wis­sen­schaft­li­chen Niveau beschäf­tigt, was ich wahr­schein­lich noch tun wer­de.

        Aber die stren­gen Kri­te­ri­en von Bene­dikt XIV wur­den der­ma­ßen ver­wäs­sert und auf­ge­ho­ben, dass man davon spre­chen kann, dass es sich bei den Kano­ni­sa­tio­nen nach 1983 um Kano­ni­sa­tio­nen mit
        „Form­feh­ler“ han­delt.

        Die­se gan­ze The­ma­tik hängt mit der rich­ti­gen Sicht der päpst­li­chen Unfehl­bar­keit zusam­men. Der Papst schaft kei­ne Dok­trin, son­der ist ihr höch­ster Garant und Wäch­ter. Wenn also Papst Fran­zis­kus ex cathe­dra ver­kün­di­gen wür­de, dass es kei­nen Gott gibt. So wäre es null und nich­tig, denn für die­se Aus­sa­ge gibt es in der Tra­di­ti­on, die der Papst durch sein Kathe­dral­ur­teil vor­bringt, kei­nen Anhalts­punkt. Soll­te der Papst in einem Kathe­dral­ur­teil die Ehe neu defi­nie­ren als ein Bund zwi­schen irgend­was (Staub­sauger) und irgend­was (Meer­schwein­chen), dann wäre es auch nicht gül­tig. Außer­dem wür­de der Papst damit eine for­ma­le Häre­sie bege­hen und nach Bel­l­ar­min ipso fac­to auf­hö­ren ein Papst zu sein. Also nicht alles, wenn der Papst es sagt und weil ein Papst es sagt ist unfehl­bar.

        Um auf die Kano­ni­sa­tio­nen zurück­zu­keh­ren, so bie­tet sich eine Ana­lo­gie mit der Sakra­men­ten­spen­dung an. Ein Sakra­ment fin­det statt, wenn:
        a) der bevoll­mäch­ti­ge Spen­der (außer der Tau­fe und Ehe immer ein Prie­ster),
        b) die not­wen­di­ge Mate­rie,
        c) die not­we­ni­ge Form,
        d) die not­we­ni­ge Inten­ti­on des Spen­ders wenig­stens das zu tun, was die Kir­che mit die­sem Ritus tut
        vor­han­den ist.

        Fehlt irgend­et­was von a) bis d), dann fin­det kein Sakra­ment statt, allem Anschein zum Trotz. Kurz und gut: wird die Form und natür­lich die Mate­rie miß­ach­tet, so fin­det nichts statt.

        Die Kir­che hat sich mit jahr­hun­dert­lan­gen Pra­xis durch die rigo­ro­sen Kri­te­ri­en, wel­che von Bene­dikt XIV zusam­men­ge­fasst wur­den dage­gen abge­si­chert, dass unwür­di­ge Men­schen hei­lig­ge­spro­chen wer­den, obwohl ein poli­ti­scher Druck wahr­schein­lich immer da war. Erstes Kri­te­ri­um der Pro­zeß durf­te erst, so glau­be ich, 50 Jah­re nach dem Tod eröff­net wer­den, obwohl die Bewei­se schon frü­her gesam­melt wur­den. Denn vie­les kann an die Ober­flä­che kom­men, die Men­schen kön­nen auf dem Toten­bett bereu­en etc. Durch all die­se Locke­rung nach 1983 ist eine rich­ti­ge Über­prü­fung der Hei­lig­keit nicht mehr gewähr­lei­stet und bei Papst JP2 schon gar nicht, da doch abso­lut alle invol­viert und par­te­isch waren. 2005 gestor­ben und 2014 hei­lig­ge­spro­chen. Wo fin­det man denn so etwas?

        Soll­te sich außer­dem her­aus­stel­len, dass Fran­zis­kus auf­grund der vor­her­ge­hen­den Häre­sie und der Wahl­ab­spra­chen und viel­leicht eines gezwun­ge­nen Rück­tritts von Bene­dikt (alles in abstei­gen­der Rei­hen­fol­ge) kein rich­ti­ger Papst ist, so braucht man sich um sei­ne Kano­ni­sa­tio­nen nicht nur küm­mern. Wenn jetzt Lie­bes­brie­fe von JP2 und einer ver­hei­ra­te­ten Frau auf­tau­chen, wel­che wirk­lich mit kei­nem mensch­li­chen Anstand, ehe­li­chen Treue oder de Zöli­bat ver­ein­bar sind, dann muß doch bei die­ser Selig- oder Hei­lig­spre­chung sehr viel falsch gelau­fen sein. Ande­re Mög­lich­kei­ten: man wuß­te es und nahm es in Kauf, um der Kir­che zu scha­den und vie­le JP2-Anhän­ger in die tief­ste Ver­zweif­lung zu stür­zen. Ich hal­te das Letz­te­re für wahr­schein­li­cher.

        Lei­der hat sich die Kir­che seit Vat. II selbst ent­waf­net und ihre Absi­che­run­gen gegen Häre­sie und Irr­tum auf vie­len Ebe­ne aus der Hand gege­ben. Die Selig- und Hei­lig­spre­chungs­pra­xis bliebt davon natür­lich nicht unbe­rührt. Lösung?
        1. Rück­kehr zu den Kri­te­ri­en vor 1983.
        2. Über­prü­fung aller Selig- und Hei­lig­spre­chun­gen nach den alten Kri­te­ri­en.
        3. Bei gering­stem Irr­tum abro­gie­ren, so sehr dies auch weh tut.

        Wenn wir uns vor Augen stel­len, womit wir uns heu­te her­um­schla­gen:

        a. Kom­mu­ni­on für Ehe­bre­cher, d.h. Men­schen in Tod­sün­de wer­den zu einer wei­te­ren Tod­sün­de sei­tens der Män­ner der Kir­cher ver­lei­tet. Die Höl­le ist bei­den Par­tei­en sicher.

        b. Aner­ken­nung der Kon­ku­bi­na­te: s.o.

        c. Aner­ken­nung der Homo­se­xua­li­tät: s.o.

        d. Man soll sei­nem Gewi­ßen fol­gen, also es gibt kei­ne objek­ti­ve Norm.

        Dann ist die Fra­ge, ob JP2 und Mut­ter Tere­sa wirk­lich Hei­li­ge waren doch recht uner­heb­lich. Sie müs­sen kei­ne Andacht zu ihnen haben, dies wäre die prak­ti­sche Lösung.

        Dies ist mein der­zei­ti­ger Wis­sen­stand.

    • @ Tra­di­ti­on und Glau­ben
      Ich fin­de die Liste Ihrer Beden­ken sehr ernst.
      War Mut­ter Tere­sa in der Pha­se ihrer „Trocken­heit“ wirk­lich Athe­istin? Hat sie das selbst in ihrem Tage­buch geschrie­ben.
      Den ersten Punkt wür­de ich nicht so schwer bewer­ten, wenn der Ordens­wech­sel ein­ver­nehm­lich mit der Kir­che erfolg­te, was anzu­neh­men ist.
      In der katho­li­schen Asze­tik und Mystik ist die „Nacht des Gei­stes“ (nach einem Aus­druck des hl. Johan­nes von Kreuz) eine nor­ma­le Durch­gangs­pha­se vor der mysti­schen Ver­ei­ni­gung. Dazu kön­nen Ver­su­chun­gen zum Athe­is­mus gehö­ren. Die hl. Thérèse von Lisieux hat sol­che im letz­ten Jahr ihres kur­zen Lebens durch­ge­macht. Sie durch­leb­te qual­voll den inne­ren Zustand von Athe­isten. Aber nie­mals war sie des­halb Athe­istin. Gera­de, dass sie den glau­bens­lo­sen Zustand als Qual emp­fand, spricht ja für ihren bewahr­ten Glau­ben. Man hat die­se Mona­te ihres Lebens aus­ge­legt als Süh­nelei­den für die Gott­lo­sen. Der mas­sen­haf­te Athe­is­mus war zu der Zeit ja schon im Kom­men. Für Kun­di­ge in der Wis­sen­schaft der Hei­li­gen, wie man die Asze­tik und Mystik auch nennt, muss es mög­lich sein, zu ber­ur­tei­len, ob, nach den Schrif­ten von Mut­ter Tere­sa und Zeu­gen zu urtei­len, es sich um eine mysti­sche „Dür­re“ oder um Abfall vom Got­tes­glau­ben han­del­te. Mei­ne Wenig­keit betrach­tet die Ange­le­gen­heit aller­dings nicht mehr allein unter dem tra­di­tio­nell katho­li­schen Aspekt, son­dern im Licht der Bibel. Dort kommt die­ser Fall nicht vor. In den Psal­men etwa kann das beten­de Ich mit Gott hadern, wie es auch Job tat, sogar Ihm unge­rech­te Vor­wür­fe machen, aber nie­mals steht die Exi­stenz Got­tes in Fra­ge oder Zwei­fel. Für den Glau­ben­den gibt es in der gan­zen Bibel von vorn bis hin­ten kei­ne athe­isti­sche Ver­su­chung (auch im Buch Pre­di­ger nicht). Wer nicht an Gott glaubt, wird in der Bibel ein Tor, ein Narr genannt — was ein mehr mora­lisch als intel­lek­tu­ell wer­ten­der Begriff ist. So auch im Neu­en Testa­ment. Ohne Glau­ben, dass Gott exi­stiert und dass er ein gerech­ter Ver­gel­ter ist, kann kein Mensch Gott gefal­len. Das erfah­ren wir im Hebrä­er­brief (auch wenn Papst Fran­zis­kus das im Scal­fa­ri-Inter­view anders sieht und auch noch publi­ziert). Von dem Herrn Jesus Chri­stus und den Apo­steln Johan­nes und Pau­lus erfah­ren wir dar­über­hin­aus, dass in dem­je­ni­gen, der durch den Glau­ben an Jesus Chri­stus aus dem Hei­li­gen Geist wie­der­ge­bo­ren ist, der Hei­li­ge Geist wohnt, der uns in uns unse­re Got­tes­kind­schaft bezeugt, und dass wir F r e u d e im Hei­li­gen Geist haben, wenn wir wahr­haft im Hei­li­gen Geist wan­deln, und das schließt den Gehor­sam gegen die Gebo­te Got­tes mit ein.
      Mit Recht bean­stan­den Sie außer­dem die inter­re­li­giö­se Ein­stel­lung von Mut­ter Tere­sa. Genau­so wie bei Papst Johan­nes Paul II. han­del­te es sich dabei nicht um gele­gent­li­che Ent­glei­sun­gen, son­dern wirk­lich um eine Ein­stel­lung, die sich auch auf ihr Ver­hal­ten gegen­über den Ster­ben­den aus­wirk­te. Bedau­re, aber das ist in bei­den Fäl­len, beim Papst und bei der Ordens­grün­de­rin, eine Abir­rung vom christ­li­chen Glau­ben, in ekla­tan­tem Gegen­satz zum Evan­ge­li­um Jesu Chri­sti.
      Inter­re­li­giö­ser Rela­ti­vis­mus ist ein Ver­stoß gegen das Erste Gebot. Frie­de und Freu­de im Hei­li­gen Geist sind unmög­lich in jemand, der nicht mit u n g e t e i l t e m Her­zen Jesus Chri­stus allein dient. Jawohl: solus Chri­stus!
      Gera­de die­se bei­den Per­so­nen und dazu noch ihre Kano­ni­sie­rung als Hei­li­ge set­zen ein dickes gro­ßes Fra­ge­zei­chen hin­ter die gan­ze zweit­va­ti­ka­ni­sche Kir­che.

      • @ Leo Laemm­lein

        Vie­len Dank für Ihr Kom­men­tar.

        Der Ver­gleich mit der hl. The­re­sia von Lisieux war auch der erste, der mit in den Sinn kam. Wodurch unter­schei­det sich eine mysti­sche dunk­le Nacht vom Athe­is­mus? Eine sehr gute Fra­ge, die ich jetzt noch nicht aus­rei­chend beant­wor­ten kann.

        Aber die mysti­sche Nacht ist vor­über­ge­hend, es ist eine har­te Rei­ni­gung, die zum Licht führt. Bei allen Hei­li­gen, von denen sie über­lie­fert ist, war sie vor­über­ge­hen­der Natur:
        a) hl. Johan­nes vom Kreuz,
        b) hl. Franz von Sales, in sei­ner Jugend
        c) hl. Alfons Ligu­o­ri in sei­nem Alter

        bei kei­nem Hei­li­gen fiel sie, mei­nem Wis­sen nach, wel­ches sicher­lich unvoll­stän­dig ist, mit der eigent­li­chen Ordens­grün­dung oder dem Werk zusam­men. Die hl. The­re­sia von Avi­la schreibt von beson­de­rem Licht und beson­de­rer Gna­de, die sie gera­de dann beglei­te­te. Der „Nor­mal­fall“ der Gna­de besteht dar­in, dass Gott Men­schen sehr lan­ge vor­be­rei­tet, bevor er sie mit einem Werk beauf­tragt oder sie, wie sehr vie­le Hei­li­ge im Alter läu­tert. Aber wel­chen Sinn hät­te es jeman­dem zu einem außer­or­dent­li­chen Werkt zu beru­fen und gera­de ihm dann all die Gna­de zu ent­zie­hen? Gott ist nicht unlo­gisch, dass ist nur der Teu­fel.

        Und bei Mut­te­re Tere­sa dau­er­te die­ser Zustand vom Beginn des Wer­kes an bis zu ihrem Tode. Er war also dau­ernd.

        Bei der hl. The­re­sia von Lisieux bestand ihr Hero­is­mus dar­in Gott, den sie nicht fühl­te, noch mehr zu lie­ben. Die Stel­le Hiob 13,15 „Er mag mich töten, ich har­re auf ihn; doch mei­ne Wege ver­tei­di­ge ich vor ihm.“ war ihre Lieb­lings­stel­le.

        Die klei­ne The­re­sia war sich auch kei­nes Betru­ges oder Hypo­k­ri­sie bewußt, im Gegen­satz zu Mut­ter The­re­sa:

        She is acu­te­ly awa­re of the dis­crepan­cy bet­ween her inner sta­te and her public deme­a­nor. “The smile,” she wri­tes, is “a mas­k” or “a cloak that covers everything.” Simi­lar­ly, she won­ders whe­ther she is enga­ged in ver­bal decep­ti­on. “I spo­ke as if my very heart was in love with God–tender, per­so­nal love,” she remarks to an advi­ser. “If you were [the­re], you would have said, ‘What hypocrisy.‚”

        http://time.com/4126238/mother-teresas-crisis-of-faith/

        Wie kann ein Orden­grün­der wis­sen, wohin der Weg geht, wenn er des Kon­tak­tes mit Gott ent­behrt. Die klei­ne The­re­sia war kei­ne Ordens­grün­de­rin und der hl. Alfons von Ligu­o­ri hat schon alles gegrün­det.

        Es ist also ein Prä­ze­denz­fall, wie alles Nach­kon­zi­lia­re. Und Prä­ze­denz ist in einer Kir­che, die von Tra­di­ti­on lebt, nichts Gutes.

        Mut­ter Tere­sa setz­te ein Zei­chen, ganz im nach­kon­zi­lia­ren Sin­ne, dass die Reli­gi­on gleich­gül­tig ist und nur die Wer­ke der Näch­sten­lie­be zäh­len. Also die Mit­mensch­lich­keit. Aber im katho­li­schen Ver­ständ­nis gehen die gei­sti­gen Wer­ke der Barm­her­zig­keit den leib­li­chen vor, denn sonst haben wir unse­re Spen­den­men­ta­li­tät. Die Wer­ke der leib­li­chen Barm­her­zig­keit beglei­ten die Ver­kün­di­gung. Angeb­lich wur­den die Ster­ben­den gegen ihren Wil­len getauft, indem man ihre Stirn mit Was­ser benetz­te. Aber solch eine Tau­fe ist beim Erwach­se­nen ungül­tig! Er muss es zumin­dest wol­len und wis­sen wor­um es sich han­delt. Wo ist also das Mis­sio­na­ri­sche bei den Mis­sio­na­ri­nen? Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen gibt es wirk­lich mehr als genug.

        Was macht eigent­lich die Hei­lig­spre­chungs­kon­gre­ga­ti­on? Haben die wirk­lich alles geprüft und sau­ber gear­bei­tet? Eben­so wie die Kor­re­spon­denz zwi­schen Karol WojtyÅ‚a und Anna Tere­sa Tymie­niecka? Ich bezweif­le es.

        Die Hei­lig­spre­chung von Johan­nes Paul II und von Mut­ter Tere­sa soll für die Rich­tig­keit des nach­kon­zi­lia­ren Weges her­hal­ten. Aber Gott sieht es schein­bar anders.

        Drei Tage vor der Hei­lig­spre­chung von JP2 wur­de ein Jugend­li­cher, der in der Johan­nes XXIII-Stra­ße wohn­te von einem Kreuz, das zu JP2-Ehre errich­tet wur­de, erschla­gen.
        http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/papst-kreuz-erschlaegt-jungen-italiener-12910324.html
        Wie groß ist die Wahr­schein­lich­keit, dass so etwas pas­siert? Viel­leicht lesen uns Ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­ker und kön­nen es errech­nen?

        Oder die­ses Bild:
        http://blogdebart.pl/tawato/uploads/2007/10/z4579030x.jpg

        Genau beim zwei­ten Jah­res­tag des Todes von JP2.

        Recht vie­le Zufäl­le auf ein­mal. War­ten wir die Hei­lig­spre­chung von Mut­ter Tere­sa ab. Es wird sicher­lich was kom­men.

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