Franziskus und Zika-Virus: Der Papst als Trittbrettfahrer der Abtreibungslobby?

Papst Franziskus und der Zika-Virus

(Rom) Ist Papst Fran­zis­kus zum Tritt­brett­fah­rer der Abtrei­bungs­lob­by gewor­den? Auf dem Rück­flug von Mexi­ko nach Rom gab Papst Fran­zis­kus eine jener impro­vi­sier­ten Pres­se­kon­fe­ren­zen, die für Jour­na­li­sten meist schlag­zei­len­träch­ti­ger sind als die offi­zi­el­len Anspra­chen und, da spon­tan und frei gespro­chen, mehr über den argen­ti­ni­schen Papst und sein Den­ken ent­hül­len, als die von römi­schen Dikaste­ri­en aus­ge­ar­bei­te­ten und vom Papst ergänz­ten Pre­dig­ten und Anspra­chen.

Abtreibung „etwas absolut Böses“

Zur Spra­che kam auch der Zika-Virus und Papst Fran­zis­kus wider­sprach ent­schie­den der For­de­rung „eini­ger Behör­den“, gegen den Virus zum Mit­tel der Abtrei­bung zu grei­fen oder grund­sätz­lich einen Schwan­ger­schafts­ver­zicht vor­zu­schla­gen. Fran­zis­kus bekräf­tig­te, daß die Abtrei­bung nie als „klei­ne­res Übel“ betrach­tet wer­den kön­ne.

Die Abtrei­bung „ist kein theo­lo­gi­sches Pro­blem: sie ist ein mensch­li­ches Pro­blem, ein medi­zi­ni­sches Pro­blem. Man tötet, im besten Fall, eine Per­son, um eine ande­re zu ret­ten. Es ist in sich böse, aber es nicht ein reli­giö­ses Übel, son­dern ein mensch­li­ches Übel.“

Das ein­zi­ge vom Papst kon­kret genann­te Bei­spiel, die medi­zi­ni­sche Indi­ka­ti­on bei Lebens­ge­fahr der Mut­ter, betrifft aller­dings nur einen ver­schwin­dend klei­nen Teil aller durch­ge­führ­ten Abtrei­bun­gen und ist in kei­ner Wei­se reprä­sen­ta­tiv für das Abtrei­bungs­phä­no­men.

Verhütung „nicht absolut Böses“ sondern manchmal sogar „einleuchtend“

Eine Jour­na­li­stin frag­te nach und lenk­te die Auf­merk­sam­keit auf ein alt­be­kann­tes The­ma, das Kir­che und Main­stream seit 50 Jah­ren im offe­nen Wider­spruch sieht. Sie frag­te das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt, ob Frau­en ange­sichts der „Bedro­hung durch den Zika-Virus“ Ver­hü­tungs­mit­tel neh­men dürf­ten. Fran­zis­kus wog nun Abtrei­bung mit Ver­hü­tung auf und mein­te, daß die Ver­hü­tung im Gegen­satz zur Abtrei­bung „nichts abso­lut Böses“ sei und daher in man­chen Fäl­len sogar „ein­leuch­tend“ sei.

Fran­zis­kus führ­te zur Recht­fer­ti­gung an, daß sein Vor­gän­ger Paul VI. in den 1960er Jah­ren Ordens­frau­en in Bel­gisch-Kon­go die Ver­hü­tung erlaubt habe, um Schwan­ger­schaf­ten zu ver­hin­dern, weil eine maro­die­ren­de Sol­da­tes­ka syste­ma­tisch ver­ge­wal­tig­te.

Ob die Epi­so­de so rich­tig wie­der­ge­ge­ben wur­de oder nur ein ger­ne kol­por­tier­tes Gerücht ist, wird sich klä­ren. Paul VI. war es jeden­falls, der 1968 in der Enzy­kli­ka Huma­nae vitae kla­re Grund­sät­ze zu Ver­hü­tung und Abtrei­bung defi­nier­te. Huma­nae vitae ist das inter­na­tio­na­le Mani­fest für das Lebens­recht.

Papst springt ohne Not auf Propagandazug der Abtreibungslobby auf

Fran­zis­kus sprang mit sei­ner Ant­wort auf die Fra­ge zum Zika-Virus jedoch ohne Not auf einen Pro­pa­gan­da­zug auf, der von der Abtrei­bungs­lob­by ins Rol­len gebracht wur­de. Letzt­lich spielt er damit ihr Spiel, anstatt dar­auf zu ver­wei­sen, daß zuerst Klar­heit geschaf­fen wer­den müs­se über die Aus­wir­kun­gen des Virus. Wenn es um das Lebens­recht von Kin­dern gehe, wenn es um Leben oder Tod gehe, kön­ne nicht auf­grund blo­ßer Mut­ma­ßun­gen und Theo­rien gehan­delt wer­den.

Fatal ist die päpst­li­che „Fle­xi­bi­li­tät“, an der sich die Mas­sen­me­di­en begei­stern, auch des­halb, weil das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt mit sei­ner Ver­hü­tungs­aus­sa­ge impli­zit den Ein­druck ver­mit­telt, es sei bes­ser, daß die Kin­der nicht gebo­ren wür­den. Sie soll­ten zwar nicht abge­trie­ben wer­den, aber da es „ein­leuch­tend“ sei, zu ver­hü­ten, sei es grund­sätz­lich „bes­ser“, daß sie über­haupt nicht gezeugt wür­den. Damit lastet er den Kin­dern indi­rekt zur Ver­hü­tung aber unwei­ger­lich auch die Abtrei­bung auf, denn die Ver­hü­tung berei­tet der Abtrei­bung den Weg.

Wenn Frauen wegen Zika-Virus verhüten dürfen, dann immer

Vor allem: Wenn Frau­en wegen des Zika-Virus ver­hü­ten sol­len, weil es bes­ser sei, kein Kind zu zeu­gen, damit es dann nicht abge­trie­ben wer­den müs­se, dann kommt das einer gene­rel­len Ver­hü­tungs-Frei­ga­be gleich und damit der Auf­he­bung von Huma­nae vitae. Es gibt näm­lich welt­weit in gro­ßer Ver­brei­tung eine Viel­zahl von weit gefähr­li­che­ren Viren als den Zika-Virus. Was für den Zika-Virus gilt, müß­te dann eben­so für ande­re Viren gel­ten.

Der Papst igno­riert den gera­de von katho­li­schen Fach­leu­ten ver­schie­de­ner Dis­zi­pli­nen nach­ge­wie­se­nen Zusam­men­hang zwi­schen Ver­hü­tungs- und Abtrei­bungs­men­ta­li­tät ein­schließ­lich der früh­ab­trei­ben­den Wir­kung hor­mo­nel­ler Ver­hü­tungs­mit­tel. Und stellt sich in gera­de­zu nai­ver Wai­se auf einen Stand­punkt der spä­ten 60er und frü­hen 70er Jah­re, wobei er den Erkennt­nis­stand eines hal­ben Jahr­hun­derts aus­blen­det. Wenn sich die latein­ame­ri­ka­ni­schen Frau­en nun der Ver­hü­tungs­men­ta­li­tät öff­nen sol­len, öff­nen sie sich damit auto­ma­tisch auch der Abtrei­bungs­men­ta­li­tät. Die Abtrei­bungs­lob­by, die rich­ti­ger­wei­se Ver­hü­tungs- und Abtrei­bungs­lob­by genannt wer­den müß­te, weiß um die­sen Zusam­men­hang. Selbst wenn ihr jetzt die Abtrei­bungs­frei­ga­be auf dem Not­stands­weg nicht gelin­gen soll­te, wäre es nur mehr eine Fra­ge der Zeit, bis sie die Abtrei­bung in wei­te­ren Staa­ten durch­set­zen wird kön­nen. Das Leben der unge­bo­re­nen latein­ame­ri­ka­ni­schen Kin­der ist der­zeit – und nun auch mit päpst­li­cher Unter­stüt­zung – lebens­ge­fähr­lich bedroht.

Kardinal Cipriani Thorne: Die Kindermörder sitzen in den Büros der UNO

Was aber ist der Zika-Virus? Der Zika-Virus ist einer von unzäh­li­gen Viren, die eine grip­pe-ähn­li­che Patho­lo­gie zur Fol­ge haben, aber ver­gleichs­wei­se harm­los ist, und schon seit vie­len Jah­ren bekannt. Nach weni­gen Tagen klin­gen die Sym­pto­me ohne Schä­den ab. Im ver­gan­ge­nen Jahr behaup­te­ten For­scher, ohne Bewei­se für ihre The­se vor­le­gen zu kön­nen, daß es einen Zusam­men­hang zwi­schen einer Zika-Infi­zie­rung bei Schwan­ge­ren und einem erhöh­ten Auf­tre­ten von Mikro­ze­pha­lie bei Neu­ge­bo­re­nen geben könn­te.

Die Abtrei­bungs­lob­by und meh­re UNO-Agen­tu­ren, die für ihre Abtrei­bungs­po­li­tik bekannt sind, star­te­ten in Koope­ra­ti­on mit Medi­en eine Kam­pa­gne, mit der eine regel­rech­te Zika-Panik insze­niert wur­de. Das Ziel: Die Lega­li­sie­rung der Abtrei­bung in ganz Latein­ame­ri­ka, wo die mei­sten Staa­ten, dar­un­ter auch Bra­si­li­en sich bis­her der Abtrei­bungs­lob­by und ihrer Unkul­tur des Todes wider­setzt haben. Schwan­ge­re Frau­en befin­den sich in einem beson­ders sen­si­blen Sta­tus. Der Wunsch, ein gesun­des Kind zur Welt zu brin­gen und das Kind ins­ge­samt schüt­zen zu wol­len, domi­niert. Die Abtrei­bungs­kam­pa­gne hin­ter der Zika-Panik wird deut­lich an Auf­ru­fen der Welt­ge­sund­heits­be­hör­de WHO, bra­si­lia­ni­sche Frau­en soll­ten die kom­men­den zwei Jah­re am besten ganz auf Schwan­ger­schaf­ten ver­zich­ten. Inzwi­schen for­dert die WHO die Abtrei­bungs­frei­ga­be auf dem Not­stands­weg. Das alles, ohne daß es kon­kre­te Bewei­se für die Behaup­tung gibt, daß der Zika-Virus in irgend­ei­nem Zusam­men­hang mit Mikro­ze­pha­lie steht. Das eigent­li­che Ziel hin­ter der Akti­on wird bei nähe­rem Hin­se­hen schnell sicht­bar: die Bevöl­ke­rungs­re­du­zie­rung.

Kolum­bi­ens Staats­prä­si­dent demen­tier­te erst vor zwei Tagen: Es sei bis­her kein ein­zi­ger Fall von Mikro­ze­pha­lie an Kin­dern von Zika-infi­zier­ten Schwan­ge­ren fest­ge­stellt wor­den. Limas Erz­bi­schof, Kar­di­nal Cipria­ni Thor­ne, bezeich­ne­te die UNO daher als Sitz des neu­en Hero­des. König Hero­des der Gro­ße war für den Kin­der­mord von Beth­le­hem ver­ant­wort­lich. Um das Auf­tre­ten von Jesus Chri­stus als des erwar­te­ten Mes­si­as zu ver­hin­dern, ord­ne­te Hero­des an, alle Kin­der von Beth­le­hem und Umge­bung unter zwei Jah­ren zu töten. Die Hero­dia­ner mit Kra­wat­te wür­den heu­te in den Büros der UNO sit­zen.

Ein dunkler Schatten: Der Kampf gegen Humanae vitae

Ist Papst Fran­zis­kus leicht­gäu­big, naiv, zu schwatz­haft oder ist er der Abtrei­bungs­lob­by auf den Leim gegan­gen? Es legt sich aber auch eine noch dunk­le­rer Schat­ten über die Fra­ge: Oder sucht Papst Fran­zis­kus die Ankop­pe­lung an die Abtrei­bungs­lob­by, die gleich­zei­tig auch die Ver­hü­tungs­lob­by ist? Geht es um die teil­wei­se Aus­he­be­lung der Enzy­kli­ka Huma­nae vitae? Sie ist pro­gres­si­ven Kir­chen­krei­sen seit ihrer Ver­öf­fent­li­chung im berüch­tig­ten Jahr 1968 ein Haß­ob­jekt und war maß­geb­li­cher Gegen­stand zur Auf­leh­nung gegen die Kir­che.

Papst Fran­zis­kus galt bereits bis­her als wort­karg, wenn es um das Lebens­recht unge­bo­re­ner Kin­der ging. Gele­gent­lich beklag­te er zwar die Mas­sen­tö­tung von Kin­dern, tat sich jedoch sicht­lich schwer damit, die Din­ge beim Namen zu nen­nen. Das Wort Abtrei­bung woll­te ihm nicht recht über die Lip­pen kom­men. Sei­ne Kri­tik blieb unscharf, sodaß man sie rich­tig ver­ste­hen, aber auch über­hö­ren konn­te.

In der Gemein­sa­men Erklä­rung von Papst Fran­zis­kus und Patri­arch Kyrill von Mos­kau, heißt es: „Wir bit­ten alle, das unver­äu­ßer­li­che Recht auf Leben zu respek­tie­ren. Mil­lio­nen Kin­dern ist selbst die Mög­lich­keit ver­sagt, zur Welt zu kom­men. Das Blut der unge­bo­re­nen Kin­der schreit zu Gott (vgl. Gen 4,10).“

Die For­mu­lie­rung vor allem des letz­ten Sat­zes ist stark, zu stark, um von Papst Fran­zis­kus in den Text rekla­miert wor­den zu sein. Die Gemein­sa­me Erklä­rung ist ein Kom­pro­miß, der zwi­schen Rom und Mos­kau aus­ge­han­delt wur­de. Die Abtrei­bung wird auch hier nament­lich nicht genannt. Auch hier wird nur umschrie­ben. Es ist nicht von Tötung oder Mord die Rede, doch dar­um han­delt es sich. Da Mos­kau eine deut­li­che­re Spra­che spricht, kann dar­in die Brem­se Roms erkannt wer­den. Es wird umschrie­ben: „die Mög­lich­keit ver­sagt, zur Welt zu kom­men“, klingt ver­harm­lo­send. Jeman­dem etwas ver­sa­gen, ist etwas anders als jeman­den zu töten oder gar zu ermor­den. Neu ist, gegen­über den bis­he­ri­gen Wort­mel­dun­gen von Fran­zis­kus, daß von „Mil­lio­nen Kin­dern“ die Rede ist, und damit die gigan­ti­sche Dimen­si­on des welt­wei­ten Kin­der­mor­des aus­ge­spro­chen wird. Eine Stel­le, die dem Ein­fluß Mos­kaus zuge­schrie­ben wer­den kann.

Die Medi­en haben die Wort­mel­dung des Pap­stes auf dem Rück­flug nach Rom sofort ver­stan­den. In der Öff­nung gegen­über der Ver­hü­tung liegt die Bri­sanz. Wel­che Bot­schaft bleibt in den Köp­fen hän­gen? Nicht das „Nein“ zu Abtrei­bung, son­dern die „Öff­nung“ gegen­über der Ver­hü­tung.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Radio Vati­can (Screen­shot)

29 Kommentare

  1. Was hat Aids bewirkt? Wer ist dafür ver­ant­wort­lich? Wer besitzt für das Zika Virus eine Lizenz?
    Wenn die­se Fra­gen beant­wor­tet sind ken­nen Sie die Täter!
    Bill Gates mit sei­ner Stif­tung greift eine Metho­de der Selek­ti­ver Ste­ri­li­sa­ti­on aus Isra­el auf, das dort zum Aus­rot­ten der schwar­zen Juden ver­wen­det wur­de.
    Die Stif­tung hat schon zig Mil­lio­nen Mäd­chen che­misch ste­ri­li­siert. Dabei sin Mil­lio­nen gestor­ben in Indi­en. Wahr­schein­lich auch in Süd­ame­ri­ka.
    Natür­lich reagiert Fran­zis­kus prag­ma­tisch, doch mich beschleicht mehr und mehr das Gefühl er könn­te jener Anti­christ sein. Über die­sen wird doch auch gesagt, er käme mit der strah­len­den Bild eines Wun­der­hei­lers. Wür­den dann aber sein wah­res Gesicht zei­gen!

    • Die israe­li­sche Zei­tung Haa­retz und der Dai­l­iy Tele­graph haben die­se ver­lo­ge­ne Ras­sim­sus-Unter­stel­lung gegen Isra­el längst wie­der rich­tig­ge­stellt:
      http://www.hagalil.com/2013/02/hormonspritze/

      Ist übe­ri­gesn über­haupt, wie unse­re Tra­di-Anti­zio­ni­sten, wenn es um das ach so bit­ter­bö­se Isra­el geht, jedem ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Gela­ber aus den „links­ge­rich­te­ten Lum­pen­me­di­en“ begie­rig Glau­ben schen­ken. Pein­lich das!

      Lie­be Leu­te, Ihr müsst Euch mal ent­schei­den, was Ihr eigent­lich wollt!

  2. Was den Pas­sus in der gemein­sa­men Erklä­rung angeht, so muß man wohl auch in Betracht zie­hen, daß in der Sowjet­uni­on wie auch immer noch in Ruß­land sehr vie­le Kin­der abge­trie­ben wur­den und wer­den. Ob die rus­si­sche Sei­te die Kraft hat­te, die Begrif­fe Abtrei­bung und Mord zu ver­wen­den, kann man sich fra­gen. Auf jeden Fall hat der Papst hier ver­sagt; in sei­ner eige­nen Sicht sicher­lich nicht. Hät­te er das so gewollt, dann wären die­se Begrif­fe im Doku­ment auch auf­ge­taucht.

    Es stellt sich die Fra­ge, ob die­ser Papst über­haupt von den Medi­en bzw. der Abtrei­bungs­lob­by oder den Mäch­ti­gen (noch) ernst genom­men wird.
    Was er auf dem Rück­flug, sei­nen berühm­ten, wie­der mal von sich gege­ben hat, muß bzw. müße eigent­lich nie­man­den krat­zen. Es ist schlimm genug das alles, was er wie­der in Zwei­deu­tig­keit- oder Ein­deu­ti­gleit- gesagt hat. Aber spielts noch eine Rol­le? Ich weiß nicht. Gläu­bi­ge wis­sen Bescheid und kön­nen dem­entspre­chend auch wir­ken im Bekann­ten­kreis oder auch auf poli­ti­scher Ebe­ne.

  3. Es ist immer das sel­be mit Fran­zis­kus. Wenn er im Inter­view auf Fang­fra­gen reagiert, muss damit gerech­net wer­den, dass er ein­fach dar­auf los­re­det und nicht die Fol­gen bedenkt. Zum Bei­spiel hat er sich bei den The­men Ver­hü­tung und Abtrei­bung nie deut­lich arti­ku­liert, son­dern nur umschrie­ben. Damit wird auch klar, wenn er sich indi­rekt gegen die Enzy­kli­ka Paul VI. “ Huma­nae vitae “ aus­spricht. Erst Patri­arch Kyrill muss ihn auf die­ses The­ma sto­ßen, wenn auch als Kom­pro­miss anders for­mu­liert. Das The­ma Abtrei­bung müss­te ganz oben der Agen­da “ Barm­her­zig­keit “ ste­hen, denn man kann die­se gro­ße Sün­de der Mensch­heit nicht genug anpran­gern, sonst dient man dem Welt­geist.

  4. „Und stellt sich in gera­de­zu nai­ver Wai­se auf einen Stand­punkt der spä­ten 60er und frü­hen 70er Jah­re, wobei er den Erkennt­nis­stand eines hal­ben Jahr­hun­derts aus­blen­det.“

    Man hat ganz gene­rell den Ein­druck, dass die­ser Mann gei­stig in den spä­ten 60ern ste­hen­ge­blie­ben ist. Sei­ne Äuße­run­gen sind eine neu­er­li­che Kata­stro­phe, jedoch in Potenz! Mit die­ser Recht­fer­ti­gung von Ver­hü­tung ver­lässt er die Leh­re von Huma­nae vitae und stellt sich gegen das das Lehr­amt Pauls VI. Er ist, was ich schon immer sag­te, nichts wei­ter als ein Gegen­papst, den anzu­er­ken­nen spä­te­stens nach die­sen Äuße­run­gen kein Katho­lik guten Gewis­sens fer­tig­brin­gen dürf­te.

  5. Nur was der Papst hier sagt ist klas­si­sche Moral­theo­lo­gie das klei­ne Übel in Kauf neh­men um ein grö­ße­res zu ver­hin­dern
    es ist im übri­gen sehr gut wenn das Geschwätz von der theo­lo­gie des Lei­bes nicht beach­tet qwird das uns JPII zuge­mu­tet hat

    • Hm, haben Sie da nicht etwas gründ­lich miss­ver­stan­den, Hr. Kovacs?

      „Here Fran­cis appears to have fal­len prey to the error of con­se­quen­tia­lism, which seeks to justi­fy an evil act by the sup­po­sed grea­ter good its con­se­quen­ces will entail. My erst­while deba­te oppo­nent Mark Shea has right­ly descri­bed this error as ‚the most popu­lar moral here­sy in the world.‘ Well, Fran­cis is not­hing if not popu­lar. But any well-cate­chi­zed child knows that it is never per­mis­si­ble to vio­la­te one Com­man­dment on the pre­ten­se of fol­lo­wing ano­t­her, and that such ‚con­flicts‘ in rea­li­ty do not exist. We may never ‚do evil that good may come (Romans 3:7–8).‘ Fran­cis, alar­min­gly enough, appears not to reco­gni­ze that the ends of an action can never justi­fy the means, but rather both means and ends must always con­form to the moral law.“
      (Chri­sto­pher A. Fer­ra­ra, Pre­si­dent and lead coun­sel for the Ame­ri­can Catho­lic Lawy­ers Inc.)

      • Hm, viel­leicht haben ja Sie, @ Car­lo was miss­ver­stan­den?! Ich leg es Ihnen dar:

        Hier Römer 3, 7 f anzu­füh­ren, ist eine Ver­zer­rung des moral­theo­lo­gi­schen Kon­flikts, den F. anspricht und den auch Herr Kovacs doch klar und deut­lich benannt hat.

        F. spricht nicht von einem „Der Zweck hei­ligt die Mit­tel“, wor­auf der hl. Pau­lus hier anspielt, son­dern auf den klas­si­schen tra­gi­schen Kon­flikt, der zum Han­deln zwingt, aber nur nur objek­ti­ve Übel als Hand­lungs­mög­lich­kei­ten zulässt. Der Mensch muss hier entshcei­den, und ist gezwun­gen, in jedem Fall ein Übel zu ent­schei­den. Er muss sich über­le­gen, wel­ches hier das klein­ste Übel ist.
        Das hat mit Röm 3 nichts, aber auch gar nichts zu tun!

  6. Der Papst sag­te:

    //Die Abtrei­bung „ist kein theo­lo­gi­sches Pro­blem: sie ist ein mensch­li­ches Pro­blem, ein medi­zi­ni­sches Pro­blem. Man tötet, im besten Fall, eine Per­son, um eine ande­re zu ret­ten. Es ist in sich böse, aber es nicht ein reli­giö­ses Übel, son­dern ein mensch­li­ches Übel.“//

    Irre. Anders gesagt: Das Böse und die Sün­de sind kein reli­giö­ses Pro­blem. Man kommt gar nicht mehr mit bei all dem, was uns da täg­lich aus Rom über­ge­k­ü­belt wird. Es ist ein­fach zu viel. Viel­leicht auch eine Metho­de, um Reigna­ti­on zu erzeu­gen. Jede Zeit, in der man sich damit beschäf­tigt, sich über sol­chen Mist zu empö­ren, ist wert­lo­se, ver­lo­re­ne Zeit und dem Gebet und ande­rem Guten, was man tun könn­te, weg­ge­nom­men. Kurs­wech­sel ist erfor­dert.

    • Das ist bös­ar­tig oder Zei­chen man­geln­der Ver­stän­dig­keit, was Sie hier schlie­ßen!

      F. sagt hier etwas, das in der christ­li­chen Moral­theo­lo­gie und der Ethik eigent­lich Kon­sens war und ist: Vor einen tra­gi­schen Kon­flikt gestellt, kann es das klei­ne­re Übel sein, einen Men­schen töten zu müs­sen, um wenig­stens einen der bei­den zu ret­ten. Wenn etwa Maxi­mi­li­an Kol­be sein Leben anbie­tet, um einen zum Tode ver­ur­teil­ten Fami­li­en­va­ter zu ret­ten, dann wäre das bei der groß­spu­rig-mora­lin­sauren Art, wie Sie sie hier auf­fah­ren, auf­sei­ten Kol­bes ein „Selbst­mord“ gewe­sen, also eine Tod­sün­de. Der Mann gilt aber als Hei­li­ger. Und das zwei­fel­los zu Recht.

      F. sag­te in Ihrem Zitat nicht, dass das Böse kein theo­lo­gi­sches Pro­blem ist, wie Sie es so dreist ver­zer­rend behaup­ten, son­dern dass in einem tra­gi­schen Kon­flikt unter dem Zwang, ein Übel wäh­len zu MÜSSEN weni­ger ein theo­lo­gi­sches, als ein mensch­li­ches Pro­blem vor­liegt.
      Wenn alle Wahl­mög­lich­kei­ten ein objek­ti­ves Übel bedeu­ten, und ich nicht umhin kann, eine davon zu wäh­len, ist das kei­ne Sün­de, son­dern eine mensch­li­che Not.

  7. @ Leo Laemm­lein

    Das Papst­zi­tat, das Sie ohne Quel­len­an­ga­be gelie­fert und „überk­ü­belt“ haben, ent­spricht nicht dem Zitat aus dem heu­ti­gen Münch­ner Mer­kur S.5. Dem­zu­fol­ge sag­te er in Fort­füh­rung zu dem, was er zur „Ver­hü­tung“ gesagt hat­te:

    „Abtrei­bung ist kein klei­ne­res Übel. Das ist ein Ver­bre­chen. Es ist jeman­den umzu­brin­gen, um einen ande­ren zu ret­ten. Es ist das, was die Mafia macht“.
    Was Sie zitiert haben, ist offen­sicht­lich eine üble Kon­ta­mi­na­ti­on von sei­ner Aus­sa­ge zur Ver­hü­tung und der zur Abtrei­bung, um die eigent­li­che Nach­richt zu ver­schlei­ern.

    • @ Sophus
      Ich habe aus dem Arti­kel von katholisches.info zitiert. Ist das Zitat falsch? Dann ist das ein Pro­blem der Redak­ti­on. Das ist kaum anzu­neh­men. Selbst wenn es falsch zitiert wäre, wäre höchst­wahr­schein­lich Papst Fran­zis­kus mit sei­ner ver­wir­ren­den bis irre­füh­ren­den Öffent­lich­keits­po­li­tik schuld. In mei­nem Kom­men­tar sto­ße ich mich an des Pap­stes Behaup­tung,
      Abtrei­bung sei kein theo­lo­gi­sches Pro­blem. Die­se Behaup­tung hal­te ich für falsch und irre­füh­rend.

      • Wenn Abtrei­bung für uns Chri­sten kein theo­lo­gi­sches, näher­hin moral­theo­lo­gi­sches und damit reli­giö­ses „Pro­blem“, näm­lich SÜNDE!, ist, was ist es dann!? Ein medi­zi­ni­sches, wie Ber­go­glio dumpf­backig behaup­tet! Man kann sich doch nur noch an den Kopf fas­sen bei so viel — Ent­schul­di­gung — Blöd­heit! Si tacuis­ses…

  8. Papst Fran­zis­kus wegen sei­ner Aus­sa­gen zur Ver­hü­tung zum Hand­lan­ger der „Abtrei­bungs­lob­by“ zu stem­peln ist schon star­ker Tobak und der Aus­sa­ge nicht ange­mes­sen. Natür­lich ist Abtrei­bung eine Kata­stro­pe, selbst wenn sie auch in eini­gen Fäl­len unum­gäng­lich ist, um das Leben der Mut­ter zu ret­ten. Als Instru­ment der Fami­li­en­pla­nung han­delt es sich schlicht um ein Ver­bre­chen.
    Ver­hü­tung ist seit den 60er Jah­ren hin­ge­gen ein auch in katho­li­schen Krei­sen ein hilf­rei­ches Pla­nungs­in­stru­ment. Die Leh­re aus Huma­nae Vita wur­de vom Kir­chen­volk nie ange­nom­men.

    • Auch Ver­hü­tung ist gegen den Wil­len Got­tes.
      Wenn ich kein Kind will, „nudel“ ich nicht rum! Basta! Und wenn dann doch ein Kind kommt, m u s s ich dazu ste­hen!
      F. ist Werk­zeug der Eli­te. Das ist es!

  9. „Übel“, Herr @Sophus, gera­de­zu teuf­lisch „übel“ ist, dass die­ser Papst weder fähig noch wil­lens ist, die katho­li­sche Leh­re klar zu ver­tre­ten. Das unter­schei­det ihn etwa von einem Kar­di­nal Sarah, des­sen blo­ße Gegen­wart schon Respekt ein­flößt.

  10. @ Leo Laemm­lein

    Im gest­ri­gen kath.net-Kommentar des Moral­theo­lo­gen Prof. Josef Spin­del­böck ist der dies­be­züg­li­che Inter­view­teil in einem grö­ße­ren Kon­text gestellt. Da heißt es:

    „Zuerst hat sich der Papst in die­sem Inter­view jeden­falls ein­deu­tig von der Abtrei­bung abge­grenzt, denn die Fra­ge lau­te­te, ob die Kir­che in einem sol­chen Fall einer mög­li­chen gesund­heit­li­chen Beein­träch­ti­gung des Kin­des einer schwan­ge­ren Frau durch das ZIKA-Virus ent­spre­chend den Vor­schlä­gen man­cher Per­so­nen und Insti­tu­tio­nen auch auf Abtrei­bung und Kon­tra­zep­ti­on als „klei­ne­res Übel“ zurück­ge­grif­fen wer­den kön­ne.

    Ganz klar war hier die Ant­wort des Pap­stes: „Die Abtrei­bung ist kein gerin­ge­res Übel, son­dern ein Ver­bre­chen. Es bedeu­tet, den einen zu eli­mi­nie­ren, um einen ande­ren zu ret­ten. Töten ist das, was die Mafia tut.“

    Dann ging der Papst auf die ande­ren Aspek­te ein: „Was das gerin­ge­re Übel betrifft, und zwar jenes, eine Schwan­ger­schaft zu ver­mei­den, so han­delt es sich um einen Kon­flikt zwi­schen dem fünf­ten und dem sech­sten Gebot. Der gro­ße Papst Paul VI. hat Non­nen in Afri­ka erlaubt, im Hin­blick auf Fäl­le von Ver­ge­wal­ti­gung Kon­tra­zep­ti­va zu benut­zen. Man darf jedoch das Übel der Ver­mei­dung einer Schwan­ger­schaft – für sich betrach­tet – nicht mit Abtrei­bung ver­wech­seln. Die Abtrei­bung ist kein theo­lo­gi­sches Pro­blem, son­dern ein mensch­li­ches Pro­blem; sie ist ein medi­zi­ni­sches Pro­blem. Eine Per­son wird getö­tet, um eine ande­re zu ret­ten – in den ‚gün­sti­ge­ren‘ die­ser Fäl­le – oder damit es einer ande­ren bes­sergeht. Sie rich­tet sich gegen den Eid des Hip­po­kra­tes, den die Ärz­te able­gen müs­sen. Sie ist ein Übel in sich selbst, aber kein reli­giö­ses Übel, son­dern sie ist ein mensch­li­ches Übel am Beginn. Und offen­kun­dig wird sie, weil sie ein mensch­li­ches Übel ist – so wie jede Tötung – ver­ur­teilt.“

    Und dann wei­ter: „Eine Schwan­ger­schaft zu ver­mei­den ist hin­ge­gen nichts abso­lut Böses, und in bestimm­ten Fäl­len, wie in jenem von mir erwähn­ten Fall des seli­gen Paul VI., ist das klar. Ich möch­te die Ärz­te auf­for­dern, alles zu tun, um Impf­stof­fe gegen die­se Mücken zu ent­wickeln, die jenes Übel bewir­ken. Dar­auf soll man hin­ar­bei­ten.“

    Das ist doch nicht so „übel“, wie Sie es hin­stel­len. Es ist kei­nes­wegs „teuf­lisch „übel“ .., dass die­ser Papst weder fähig noch wil­lens ist, die katho­li­sche Leh­re klar zu ver­tre­ten“. Der aus­ge­bil­de­te Theo­lo­ge Kar­di­nal Sarah hät­te es für Ihre Ohren zwar aka­de­mi­scher aus­ge­drückt, aber ihn fragt die Pres­se nicht, denn er ist nicht der Papst. Der theo­lo­gisch unor­tho­do­xen Rede­wei­se von Papst Fran­zis­kus kann man aber nicht unter­stel­len, er hät­te die katho­li­sche Leh­re zum Inter­view­the­ma nicht aus dem Steg­reif zutref­fend dar­ge­stellt, Die­ser Mei­nung ist auch Prof. Spin­del­böck. Lesen Sie, was er gestern auf dem genann­ten Forum dazu zu sagen hat­te.

    • @ Sophus
      Sie haben nach­ge­tra­gen, dass Papst Fran­zis­kus die Abtrei­bung als ein Ver­bre­chen bezeich­net hat. Gut.
      Aber was will er mit die­sem Satz sagen: „Die Abtrei­bung ist kein theo­lo­gi­sches Pro­blem, son­dern ein mensch­li­ches Pro­blem; sie ist ein medi­zi­ni­sches Pro­blem.“ Das war doch der Anstoß für mei­nen Kom­men­tar.
      Mei­ne Reak­ti­on ist dar­um so all­er­gisch, weil Abtrei­bung Sün­de ist, und genau die­sen Begriff ver­mei­det Fran­zis­kus tun­lichst. Gewiss, man kann nie alles auf ein­mal sagen. Aber Fran­zis­kus hat mit der Voka­bel „Sün­de“ ein „Pro­blem“. So auch in sei­ner Enzy­kli­ka Lau­da­to si‘. Er redet von Sün­de gegen die Erde (was ohne bibli­sche und theo­lo­gi­sche Grund­la­ge ist und an Gaia-Kult gemahnt), aber ver­mei­det zu sagen, dass jede Sün­de zual­ler­erst sich gegen Gott rich­tet.
      Obwohl David ganz gewiss gegen Uria, den er ermor­den ließ, gegen Batse­ba, die er schän­de­te, gegen sein Volk, vor dem er das König­samt befleck­te, und nicht zuletzt durch all dies gegen sei­ne eige­ne See­le sün­dig­te, spricht er in Psalm 51: „… An dir [Gott] allein habe ich gesün­digt und getan, was böse ist in dei­nen Augen…“ ! Ver­ste­hen Sie? Es ist schlimm zu sagen, aber es gibt kaum eine Äuße­rung des Pap­stes, an der nicht irgend­et­was schief ist, sogar wenn er etwas Gutes sagt. Und das flößt er nun schon drei Jah­re lang dem katho­li­schen und gan­zen Chri­sten­volk sub­ku­tan ein, und nur weni­ge mer­ken es. Auch Sie, ein gläu­bi­ger und gebil­de­ter Mann, las­sen es sich am mei­sten ange­le­gen sein, den Papst, was immer er sagt und tut, zu recht­fer­ti­gen. Hof­fent­lich ist Ihre Lei­den­schaft für den Herrn Jesus Chri­stus genau so groß und wis­sen Sie im Fal­le eines Dilem­mas zwi­schen Chri­stus und dem Papst, wie Sie sich zu ent­schei­den haben. Die Abtrei­bung ist sogar ein hoch­theo­lo­gi­sches Pro­blem, weil sie zunächst und zual­ler­erst eine schwe­re Sün­de gegen Gott ist, 50 Mil­lio­nen Schlä­ge ins Gesicht des lie­ben­den Got­tes jähr­lich.
      Und dann die Rede vom „abso­lut Bösen“ und „nicht abso­lut Bösen“. Es exi­stiert, theo­lo­gisch und auch phi­lo­so­phisch, nichts a b s o l u t Böses. Abso­lut, näm­lich abso­lut gut, ist allein Gott und sonst nichts und nie­mand! Und gegen wen pole­mi­siert Papst Fran­zis­kus denn hier mit sei­ner fal­schen Anti­the­se: Abtrei­bung = abso­lu­te böse, ver­sus Ver­hü­tung = nicht abso­lut böse? Wer hat jemals behaup­tet, Abtrei­bung und/oder Ver­hü­tung sei­en abso­lut böse? Papst Johan­nes Paul II. hat in einer Moral-Enzy­kli­ka Veri­ta­tis sple­ndor dar­an erin­nert, dass gewis­se Hand­lun­gen intrin­sisch böse sind, also in sich böse, immer böse, egal aus wel­chen Moti­ven und zu wel­chem Zweck man sie tut, und dazu gehört die Abtrei­bung, und Ver­hü­tung gehört dazu wohl nicht. Aber das ist etwas ande­res als „abso­lut böse“.

      • @ Leo Laemm­lein
        Sie sagen:
        „Hof­fent­lich ist Ihre Lei­den­schaft für den Herrn Jesus Chri­stus genau so groß und wis­sen Sie im Fal­le eines Dilem­mas zwi­schen Chri­stus und dem Papst, wie Sie sich zu ent­schei­den haben.“
        Da jeden­falls kön­nen Sie, was mich betrifft, ganz beru­higt sein, denn ein sol­ches Ent­schei­dungs­di­lem­ma gibt es für mich nicht und wird es nicht geben, denn Papst Fran­zis­kus ist unter Mit­wir­kung des Hei­li­gen Gei­stes zum Stell­ver­tre­ter Got­tes auf Erden gewählt worden.Damit spricht er auch im Namen Jesu Chri­sti, selbst wenn er sich nicht der Theo­lo­gen­spra­che bedient, an der gemes­sen Sie ihn ger­ne abqua­li­fi­zie­ren. Als Abo­nennt der Würz­bur­ger Tages­post habe ich die Mög­lich­keit, die täg­li­chen Pre­dig­ten und Anspra­chen des Pap­stes im Orgi­nal zu lesen, mein Urteil über den Papst durch Fach-Kom­men­ta­re des Redak­ti­ons­teams abzu­si­chern und durch meist qua­li­fi­zier­te Leser­brie­fe zu ergän­zen. Wenn ich die­se Jau­che­k­ü­bel, die in die­sem Forum offen­sicht­lich aus per­sön­li­chem Ver­sa­gen von Kom­men­ta­to­ren über Papst Fran­zis­kus aus­ge­gos­sen wer­den, mit sei­ner Orgi­nal­stim­me und jenen Stim­men ver­glei­che, kann ich gar nicht in den von Ihnen pro­gno­sti­zier­ten und von Ihnen bereits für sich sel­ber ent­schie­de­nen „Ent­schei­dungs­zwang“ gera­ten.
        Zum The­ma:
        Papst Fran­zis­kus hat Abtrei­bung ein Ver­bre­chen genannt. Das ist ein straf­recht­li­cher Begriff, der in der wei­te­ren Aus­sa­ge als Mord aus eigen­süch­ti­gen und damit nie­de­ren Beweg­grün­den ver­deut­licht wird:
        „Die Abtrei­bung ist kein gerin­ge­res Übel, son­dern ein Ver­bre­chen. Es bedeu­tet, den einen zu eli­mi­nie­ren, um einen ande­ren zu ret­ten. Töten ist das, was die Mafia tut.“ (Das Ver­bum „ret­ten“ ist ein Jour­na­li­sten-Euphe­mis­mus).
        Damit ist jedem Katho­li­ken klar, dass Abtei­bung eine Tod­sün­de gegen das 5. Gebot ist. Mit der Klas­si­fi­ka­ti­on als Mord ist alles Not­wen­di­ge über die schwe­re der Sün­de der Abtrei­bung gesagt.

      • @ Sophus, bit­te las­sen Sie mich ein wenig Ihren Opti­mis­mus über die Unmög­lich­keit eines Dilem­mas zwi­schen Chri­stus und Fran­zis­kus dämp­fen. Mit Bedacht habe ich das Wort Dilem­ma gewählt. Für einen sagen wir biblisch ori­en­tier­ten Chri­sten –der Papst Fran­zis­kus den gewöhn­li­chen Respekt ent­ge­gen­bringt, den man einem christ­li­chen Füh­rer gleich wel­cher Tra­di­ti­on zollt,– ent­steht kein Dilem­ma, wenn er Wider­sprü­che zwi­schen der Leh­re Jesu und des Pap­stes fest­stellt. Für ihn haben die Wor­te Jesu kon­kur­renz­lo­se Prio­ri­tät. Er weiß, dass er, wie Jesus selbst sagt, nach die­sen Wor­ten ein­mal gerich­tet wird. Er weiß, dass sie nicht nur vor 2000 Jah­ren gespro­chen wur­den, son­dern dass sie ihm per­sön­lich auch jetzt gel­ten. Den ent­stan­de­nen Wider­spruch wird er lösen, indem er sich für die gemäß sei­nem Glau­ben höch­ste Auto­ri­tät ent­schei­det, Jesus, der der Weg und die Wahr­heit und das Leben sel­ber ist. Sie schrei­ben nun: „… Papst Fran­zis­kus ist unter Mit­wir­kung des Hei­li­gen Gei­stes zum Stell­ver­tre­ter Got­tes auf Erden gewählt wor­den. Damit spricht er auch im Namen Jesu Chri­sti …“. Damit geben Sie selbst den Grund für das mög­li­che Dilem­ma an: Der Papst ist Stell­ver­tre­ter Got­tes (man­che katho­li­sche Theo­lo­gen sag­ten sogar: Der Papst ist Gott auf Erden; der Papst ist eine Fort­set­zung der Inkar­na­ti­on Got­tes, gleich nach der Eucha­ri­stie) und spricht im Namen Jesu Chri­sti. Viel­mehr für und anstel­le Jesu Chri­sti, sonst wäre er nicht sein Stell­ver­tre­ter; er nimmt ja sei­ne Stel­le ein. Das Dilem­ma ent­steht, weil Sie die Wor­te Jesu zwar durch Lesen der Bibel und Hören der lit­ur­gi­schen Lesun­gen im Kopf und ver­in­ner­licht haben. Sie wer­den nolens volens auf Wider­sprü­che zwi­schen der Got­tes­bot­schaft und dem Reden und Han­deln des Pap­stes auf­merk­sam, aber Sie dür­fen die Wor­te Jesu nicht selbst ver­ste­hen und für das neh­men, was sie aus­sa­gen, weil ja der Papst für Sie regu­la fidei pro­xi­ma ist, die Schrift aber nur remo­ta. Es ent­steht die bizar­re Situa­ti­on, dass Sie den Wor­ten des Pap­stes von vorn­her­ein höhe­re Gewiss­heit und Ver­bind­lich­keit zumes­sen als den Wor­ten des Soh­nes Got­tes, wel­che für Sie nie direk­te, son­dern stets nur eine durch den Papst –trotz all sei­ner amt­li­chen Erha­ben­heit eine bloß mensch­li­che Instanz–, durch das Lehr­amt und die Tra­di­ti­on ver­mit­tel­te Ver­bind­lich­keit haben dür­fen. Sie könn­ten in einer wich­ti­gen Ange­le­gen­heit bemer­ken: Jesus sagt, tut und gebie­tet eines, aber Papst Fran­zis­kus sagt, tut und gebie­tet das Gegen­teil. Was dann? Das Dilem­ma ent­steht aus der Jesus-glei­chen ja sogar gewis­ser­ma­ßen Jesus-über­le­ge­nen Auto­ri­tät, die Sie dem Papst zubil­li­gen. Gera­de als pro­fes­sio­nel­ler Histo­ri­ker müs­sen Sie aber in der Lage sein, fest­zu­stel­len, dass nie­mals in der frü­hen Chri­sten­heit dem Papst eine sol­che Posi­ti­on zukam. (Wie konn­ten übri­gens die Juden die Pre­digt des Herrn Jesus ver­ste­hen, und wie konn­ten die Juden und Hei­den die Pre­digt des Apo­stels Pau­lus und der ande­ren Apo­stel ver­ste­hen, wenn ihre Wor­te unver­ständ­lich und nur durch Ver­mitt­lung eines päpst­li­chen Lehr­am­tes ver­ständ­lich sind?) Die Sache geht solan­ge gut, als Päp­ste, trotz mensch­li­cher all­zu­mensch­li­cher Schwä­chen, Feh­ler und Sün­den, dem Herrn Jesus Chri­stus mit Leib und See­le erge­ben sind, wie es sol­che Päp­ste immer wie­der gab. Aber was, wenn in der End­zeit tat­säch­lich ein Papst auf den Stuhl Petri erho­ben wird, wel­cher der von katho­li­schen Hei­li­gen, Mysti­kern und Sehern vor­her­ge­sag­te Fal­sche Pro­phet ist? Wie wür­den Sie ihn mit Ihrer vor­be­halts­lo­sen Aprio­ri-Par­tei­nah­me für jeden, der aus einem Kon­kla­ve her­vor­geht, erken­nen und sich vor sei­ner Ver­füh­rungs­macht schüt­zen kön­nen, wenn Sie nicht das Wort Got­tes als höch­ste Norm für Glau­ben und Sitt­lich­keit aner­ken­nen, an der auch ein Papst sich mes­sen las­sen muss? Und wenn Katho­li­ken die­ses Forums aus einem gesun­den sen­sus fidei und aus Sor­ge um die Rein­heit des Glau­bens und des christ­li­chen Lebens auf Wider­sprü­che, die sich ein legi­ti­mer Stell­ver­tre­ter Chri­sti nicht erlau­ben darf, auf­merk­sam machen –wie auch ich das oft tue–, dann ist das für Sie „Abqua­li­fi­zie­ren“ und Aus­gie­ßen von „Jauchekübel(n) … aus per­sön­li­chem Ver­sa­gen“. Nun, Sie mögen die­ser Mei­nung sein. Auf­schluss­reich ist aber, wor­auf Sie in Ihrer Ant­wort an mich nicht ein­ge­gan­gen sind. Bei den über­gan­ge­nen Fra­gen fin­den Sie näm­lich Jau­che. Die­se wur­de aber nicht von mir pro­du­ziert. Sie ver­wech­seln klas­sisch die schlech­te Bot­schaft mit dem Über­brin­ger der­sel­ben.
        Ich leug­ne aber nicht, dass die stän­di­ge, wie­wohl meist begrün­de­te Kri­tik an der päpst­li­chen Amts­füh­rung, in Respekt­lo­sig­keit und Schlim­me­res aus­ar­ten kann und dar­aus wirk­lich manch­mal nur eine ande­re Art von Jau­che wird. Trotz­dem: Es ist ein Auf­trag an alle Gläu­bi­gen, kei­ne Gemein­schaft mit den unfrucht­ba­ren Wer­ken der Fin­ster­nis zu haben, sie viel­mehr auf­zu­decken, sie­he Ephe­ser­brief 5,11.
        Pri­va­te Schluss­be­mer­kung: Ich per­sön­lich bin es leid, auf die­sem Forum den Unken­ru­fer zu spie­len und wer­de mei­ne Kom­men­ta­re ab sofort stark redu­zie­ren. Leben Sie wohl, Herr @ Sophus, und adieu! Mit guten Wün­schen, Leo Laemm­lein.

      • Wer­ter @ Leo Laemm­lein
        Sie haben mich gründ­lich miss­ver­stan­den, wenn Sie zu mir sagen:
        „Es ent­steht die bizar­re Situa­ti­on, dass Sie den Wor­ten des Pap­stes von vorn­her­ein höhe­re Gewiss­heit und Ver­bind­lich­keit zumes­sen, als den Wor­ten des Soh­nes Got­tes, wel­che für Sie nie direk­te, son­dern stets nur eine durch den Papst – trotz all sei­ner amt­li­chen Erha­ben­heit eine bloß mensch­li­che Instanz–, durch das Lehr­amt und die Tra­di­ti­on ver­mit­tel­te Ver­bind­lich­keit haben dür­fen“.
        Die­se Ihre Annah­men sind grund­falsch! Das Gegen­teil ist rich­tig. Denn wenn ich sag­te: „Damit spricht er auch im Namen Jesu Chri­sti“, so bedeu­tet das Wört­chen „auch“ die logi­sche Ein­schrän­kung: „nicht immer, aber eben auch“. Das heißt, der Hei­li­ge Geist kann die Rede des Pap­stes in mensch­li­cher Spra­che inspi­rie­ren.
        Mei­ne grund­sätz­li­che Bereit­schaft, dem Wort Jesu Chri­sti in den Reden des Pap­stes nach­zu­spüh­ren und das eine oder ande­re Wort des Pap­stes auch als Bot­schaft des Gei­stes in mensch­li­cher Spra­che für das Heu­te zu ver­ste­hen, lässt grund­sätz­lich kei­ne Wider­sprü­che zwi­schen der Got­tes­bot­schaft im NT und den Wor­ten des Pap­stes zu. Im Fal­le des Fal­les stellt sich für mich als Laie die Fra­ge: Habe ich die bibli­sche oder die päpst­li­che oder bei­de Bot­schaf­ten nicht doch miss­ver­stan­den? Sie sehen ein Dilem­ma für mich kann es nicht geben.
        Denn für mich haben die im Neu­en Testa­ment über­lie­fer­ten Wor­te Jesu als Got­tes inspi­rier­tes Wor­te in mensch­li­cher Spra­che (II.Vat) für mei­nen Glau­ben abso­lu­te Prio­ri­tät. Dabei erfas­se ich als Histo­ri­ker zuerst den wört­li­chen Sinn der Wor­te Got­tes, also immer erst das, was sie kon­kret aus­sa­gen. Aber dabei darf man nicht ste­hen blei­ben. Aber wer wie lan­ge darf der Laie wei­ter fra­gen?
        Bei einer Gene­ral­au­di­enz im April 2007 hob Papst Bene­dikt, als er über den theo­lo­gi­schen Bei­trag des Gelehr­ten Orige­nes aus dem drit­ten Jahr­hun­dert sprach, noch ein­mal her­vor, dass der wört­li­che Sinn zwar unab­ding­bar sei, sich aber selbst auf mehr hin eröff­ne. Er schrieb: „Die­ser Sinn aber tran­szen­diert uns auf Chri­stus hin, im Licht des Hei­li­gen Gei­stes, und zeigt uns den Weg, wie man leben soll. Dies wird zum Bei­spiel in der neun­ten Homi­lie über das Buch Nume­ri ange­deu­tet, in der Orige­nes die Schrift mit Nüs­sen ver­gleicht: … „so sagt der Pre­di­ger. ‚Bit­ter ist der Buch­sta­be, der wie die grü­ne Nuss­scha­le ist; nach­her wirst du zur har­ten Scha­le vor­sto­ßen, die die Moral­leh­re ist; an drit­ter Stel­le wirst du den Sinn der Geheim­nis­se fin­den, von dem sich die See­len der Hei­li­gen in die­sem und im zukünf­ti­gen Leben näh­ren‘“ (Hom. Num. 9,7). Gilt das Nuss­mo­dell auch für Wor­te des Pap­stes?
        Die­se Fra­ge stellt sich für dem Histo­ri­ker nicht, denn die­sen Weg der drei, zuwei­len vier Aus­le­gungs­stu­fen kann und will er nicht mit­ge­hen, weil er die dann ver­lang­te Unter­schei­dung zwi­schen dem gött­li­chen und dem mensch­li­chen Wort im jewei­li­gen bibli­schen bzw. päpst­li­chen Kon­text nicht lei­sten kann.

  11. Papst zitiert: „Eben­so ist jede Hand­lung ver­werf­lich, die ent­we­der in Vor­aus­sicht oder wäh­rend des Voll­zugs des ehe­li­chen Aktes oder im Anschluss an ihn beim Ablauf sei­ner natür­li­chen Aus­wir­kun­gen dar­auf abstellt, die Fort­pflan­zung zu hin­dern, sei es als Ziel, sei es als Mit­tel zum Ziel.“ Nr. 14 D.h.,auch wenn es aus wich­ti­gen Grün­den sitt­lich gebo­ten erschei­nen mag, die Zahl der Nach­kom­men zu begren­zen, so darf hier kein Weg gewählt wer­den, der dem Sit­ten­ge­setz unver­ein­bar isz. Der Rück­griff auf Metho­den der künst­li­chen Ver­hü­tung ver­bie­tet sich daher aus­drück­lich, wäh­rend die gemein­sa­me Rück­sicht­nah­me der Ehe­gat­ten auf die unfrucht­ba­ren Zei­ten der Frau als Form der natür­li­chen Emp­fängs­nis­re­ge­lung in Ein­klang steht mit dem Wil­len Got­tes. Das hat Papst Fran­zis­kus tat­säch­lich gesagt! Also — weder künst­li­che Ver­hü­tung noch Abtrei­bung erlaubt gem. huma­nae vitae.

  12. Das „klei­ne­re Übel“ im vor­lie­gen­den tra­gi­schen Kon­flikt ist für F. eine Schwan­ge­schaft über­haupt zu ver­mei­den, bis Hil­fe gefun­den ist.

    Ich ver­ste­he über­haupt nicht, was dar­an falsch sein soll, zumal natür­li­che Ver­hü­tung auch Katho­li­ken sehr wohl erlaubt ist, eben­so wie ein bewuss­ter Ver­zicht auf Sexua­li­tät — auch in einer Ehe.

    Ver­lie­ren hier all­mäh­lich immer mehr Leu­te den Ver­stand?

    Es gibt drei Mög­lich­kei­ten:

    1. Eine Schwan­ger­schaft ver­mei­den.
    2. Abtrei­bung
    3. Ein mit einer gewis­sen Wahr­schein­lich­keit schwer­be­hin­der­tes Kind bewusst zu zeu­gen (Beto­nung liegt auf „bewusst“)

    Selbst­ver­ständ­lich liegt es auf der Hand, dass hier 1. das klei­ne­re Übel ist!

    Es ist voll­kom­me­ner Unsinn, F. damit zu unter­stel­len, er wol­le der Abtrei­bung Tor und Tür öffe­nen. Schließ­lich hat er im sel­ben Inter­view doch dies­mal ganz klar gesagt, dass Abtrei­bung nie­mals das klei­ne­re Übel sein kann!

    • Es gibt nun mal einen Unter­schied zwi­schen natür­li­cher Emp­fäng­nis­re­ge­lung und künst­li­cher hor­mo­nel­ler Ver­hü­tung, auf die der Papst hier Bezug nimmt. Es besteht kei­ner­lei Not­wen­dig­keit, auch nicht in Zei­ten von insze­nier­ter Zika-Panik­ma­che, im geschütz­ten Raum der Ehe, hor­mo­nel­le Kon­tra­zep­ti­va zu schlucken, will man eine Schwan­ger­schaft ver­mei­den. Letz­te­re hat zudem auch früh­ab­trei­ben­de Wir­kung. D.h., sie tötet Men­schen im ersten Sta­di­um ihres Lebens. Der Zusam­men­hang zwi­schen Ver­hü­tung und Abtrei­bung ist evi­dent. Dem, der dar­auf auf­merk­sam macht, zu unter­stel­len, dass er den „Ver­stand ver­liert“ ist ein­fach nur pein­lich.

      • Hat F. hier einer bestimm­ten Ver­hü­tungs­me­tho­de das Wort gere­det oder sich auf eine Aus­nah­me­re­ge­lung Pauls VI. bezo­gen, die — was dem dama­li­gen Stand ent­sprach — v.a. Kon­tra­zep­ti­va erwog? In jedem fall aber geht um eine Aus­nah­me als „klein­stes Übel“.
        Sind Sie in der Lage, die­sen Unter­schied zu begrei­fen?

        Es geht dar­um, dass F. Ver­hü­tung in einem Aus­nah­me­fall mora­lisch nicht auf einer Stu­fe sehen will mit Abtrei­bung, womit er zwei­fel­los recht hat.
        Es gibt — wie bereits gesagt — auch ande­re Ver­hü­tungs­me­tho­den, die kei­ne früh­ab­trei­ben­de Wir­kung haben. Wenn sie kom­bi­niert wer­den, dürf­ten sie recht sicher sein. Zumal bewuss­te Frau­en, die ihren Kör­per sehr gut ver­ste­hen, ohne­hin wis­sen, wann sie schwan­ger wer­den könn­ten.

        Ob das Zika-Virus tat­säch­lich die­se Schä­den her­vor­ruft, ist der­zeit wis­sen­schaft­lich noch umstrit­ten. F. hät­te, wenn es nach mir gin­ge, daher zu dem The­ma am besten jede Ant­wort ver­wei­gert.
        Aber dann hät­te eine ande­re katho­li­sche Meu­te ran­da­liert, weil er nicht tap­fer das sagt, was sie ger­ne hören wol­len.
        Bei dem The­ma ist es wirk­lich hane­bü­chen: Was immer einer sagt, es fällt eine katho­li­sche Meu­te über ihn her.
        Kann man bei dem The­ma nicht mal die­se ewi­ge Hyste­rie und aggres­si­ve Erre­gung zugun­sten eines ruhi­gen Art, dar­über nach­zu­den­ken, aus­tau­schen?

      • Wis­sen Sie, zeit­schnur, was Ber­go­glio gemacht hat!? Er hat die Abtrei­bung als ein medi­zi­ni­sches (!!!) Übel miss­in­ter­pre­tiert und sie zugleich benützt, um die Ver­hü­tung ihr gegen­über als ein „klei­ne­res Übel“ dar­zu­stel­len, was sie in Wahr­heit und nach Leh­re der Kir­che nicht ist! Damit hat er prin­zi­pi­ell die Ver­hü­tung aus euge­ni­schen Grün­den im kirch­li­chen Raum zu legi­ti­mie­ren ver­sucht. Das war sein Auf­trag und sei­ne ver­bor­ge­ne Absicht, denn sonst hät­te er in der Tat auf die­se sinn­los pro­vo­ka­ti­ve Fra­ge gar nicht ein­ge­hen müs­sen.

      • @ hicest­ho­die
        Das offi­zi­el­le Vati­kan­pro­to­koll lau­tet in die­sem Punkt voll­stän­dig wie folgt:

        Pater Lom­bar­di)
        Dan­ke. Und jetzt geben wir das Wort an Palo­ma Gar­cia Oveje­ro von „Cope“, Spa­nie­rin, wie Sie wis­sen.

        (Palo­ma Gar­cia Oveje­ro)

        „Hei­li­ger Vater, seit eini­gen Wochen herrscht in vie­len latein­ame­ri­ka­ni­schen Län­dern, aber auch in Euro­pa, gro­ße Sor­ge wegen des „Zika-Virus“. Das größ­te Risi­ko soll für schwan­ge­re Frau­en bestehen, da gibt es Angst. Eini­ge offi­zi­el­le Stel­len haben vor­ge­schla­gen, Abtrei­bun­gen durch­zu­füh­ren oder Schwan­ger­schaf­ten zu ver­mei­den. Kann die Kir­che in die­sem Fall die Auf­fas­sung des „gerin­ge­ren Übels“ in Betracht zie­hen?“

        (Papst Fran­zis­kus)

        „Abtrei­bung ist nicht ein „gerin­ge­res Übel“, es ist ein Ver­bre­chen. Es heißt, einen aus dem Weg zu räu­men, um einen ande­ren zu ret­ten. Das ist das, was die Mafia tut. Abtrei­bung ist ein Ver­bre­chen, ein abso­lu­tes Übel. Hin­sicht­lich des „gerin­ge­ren Übels“: eine Schwan­ger­schaft zu ver­mei­den ist ein Fall – wir spre­chen von einem Kon­flikt zwi­schen dem fünf­ten und dem sech­sten Gebot. Paul VI. – ein gro­ßer! – hat in einer schwie­ri­gen Situa­ti­on in Afri­ka den Ordens­schwe­stern erlaubt, im Fall von Ver­ge­wal­ti­gung Ver­hü­tungs­mit­tel zu ver­wen­den. Man darf nicht das Übel, eine Schwan­ger­schaft allein zu ver­mei­den, mit der Abtrei­bung ver­wech­seln. Die Abtrei­bung ist nicht ein theo­lo­gi­sches Pro­blem, es ist ein mensch­li­ches Pro­blem, ein medi­zi­ni­sches Pro­blem. Man tötet eine Per­son, um eine ande­re – im gün­stig­sten Fall – zu ret­ten oder gut durch­kom­men zu las­sen. Abtrei­bung ist gegen den hip­po­kra­ti­schen Eid, den die Ärz­te able­gen müs­sen. Es ist ein Übel in sich, aber es ist am Anfang nicht ein reli­giö­ses Übel, nein, es ist ein mensch­li­ches Übel. Und es ist klar, da es ein mensch­li­ches Übel ist, wird es – wie jede Tötung – ver­ur­teilt. Eine Schwan­ger­schaft zu ver­mei­den ist hin­ge­gen nicht ein abso­lu­tes Übel, und in gewis­sen Fäl­len, wie in dem Fall, den ich über den seli­gen Paul VI. erwähnt habe, war es klar. Außer­dem möch­te ich die Ärz­te auf­for­dern, alles zu tun, um Imp­fun­gen gegen die bei­den Mücken, die die­ses Übel brin­gen, zu fin­den – dar­an muss man arbei­ten. … Dan­ke.“
        (Pater Lom­bar­di)
        Dan­ke. Jetzt bit­ten wir Lud­wig Ring-Eifel von der deut­schen katho­li­schen Nach­rich­ten­agen­tur „KNA“ um sei­nen Bei­trag.
        (Lud­wig Ring-Eifel)
        Mes­sen Sie bit­te die­sen Text an dem, was Sie gegen­über @ Zeit­schnur gefol­gert und ver­tre­ten haben und über­prü­fen Sie bit­te die Rich­tig­keit Ihrer Schluss­fol­ge­run­gen vor dem Hin­ter­grund Ihrer Kür­zung des Orgi­nal­tex­tes.

  13. Sehr geehr­ter Leo Lämm­lein: las­sen Sie sich nur nicht klein­krie­gen. Es gibt sicher­lich eine Viel­zahl von Lesern, die ger­ne lesen, was Sie schrei­ben. Nur nicht ver­un­si­chern las­sen und wei­ter­ma­chen. Man muß ja nicht jeden über­zeu­gen.

    Viel­leicht ist die­ser Papst eine Züch­ti­gung oder eine Zucht­ru­te Got­tes. Der Blitz­ein­schlag am 11.02.2013, als es sti­che­dun­kel war, ist mit Sicher­heit ein Hin­weis für Spal­tung und Wirr­nis, die über die Kir­che wohl kom­men soll­te ange­sichts der vie­len vie­len Sün­den in Kir­che und Welt. So gese­hen kann die­ser Papst ein Werk­zeug Got­tes sein; für die einen zur Umkehr und Festi­gung im Glau­ben trotz und wegen des Gegen­win­des und für die andern, die ihm nach­lau­fen, zur „Stra­fe“. Es schei­den sich jeden­falls die Gei­ster.
    Wenn man es so betrach­tet, kann man und soll­te doch für ihn in demü­ti­ger, auf­rich­ti­ger Lie­be beten.

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