Lebensrecht 1 — Schweden bestraft Gewissensverweigerung

Abtreibung: Schweden bestraft Gewissensverweigerung
Abtreibung: Schweden bestraft Gewissensverweigerung

(Stock­holm) In Schwe­den wur­de Gewis­sens­ver­wei­ge­rern die Anstel­lung ver­wei­gert. Sie leh­nen aus Gewis­sens­grün­den die Abtrei­bung und damit die Mit­wir­kung an der Tötung eines unschul­di­gen Kin­des ab. Die­ser Respekt vor dem mensch­li­chen Leben ist nicht nur lin­ken und femi­ni­sti­schen Ideo­lo­gen ein Dorn in Auge.

Kir­chen­fer­ne lie­ben es, sich gegen­sei­tig mit schö­nen Reden für die Men­schen­rech­te zu über­trump­fen. Da die poli­ti­sche Lin­ke aber „ewig zor­nig“ ist, for­dert sie im Namen der Men­schen­rech­te nicht den Schutz des mensch­li­chen Lebens, son­dern ein „Recht“ zur Tötung unge­bo­re­ner Kin­der.

Wäh­rend die Lega­li­sie­rung der Abtrei­bung nur als „ulti­ma ratio“ begrün­det wur­de, möch­te man heu­te die Gewis­sens­ver­wei­ge­rung per Gesetz ver­bie­ten las­sen.

„Es gehört nicht zur Unternehmenspolitik, Gewissensklauseln zuzulassen“

Lin­da Steen muß­te die­se Erfah­rung am eige­nen Leib machen. Wegen ihrer Über­zeu­gung zugun­sten des Lebens wur­de sie regel­recht vor die Tür gesetzt. Sie führ­te mit dem Direk­tor einer Kli­nik in Nyköping ein Vor­stel­lungs­ge­spräch, leg­te ihren Lebens­lauf und ihre Emp­feh­lun­gen vor. Alles war bestens. Kor­rek­ter­wei­se gab Steen auch an, aus Gewis­sens­grün­den nicht bereit zu sein, an der Tötung unge­bo­re­ner Kin­der mit­zu­ma­chen.

Kurz dar­auf erhielt sie ein Schrei­ben der Kli­nik­lei­tung, in der es heißt: „Es gehört nicht zu unse­rer Unter­neh­mens­po­li­tik, Gewis­sens­klau­sen zuzu­las­sen. Wir haben weder die Mög­lich­keit noch die Absicht dies­be­züg­lich Aus­nah­men zu machen.“

Mit ande­ren Wor­ten: Die Bewer­bung von Lin­da Steen wur­de abge­wie­sen wegen ihrer Gewis­sens­ver­wei­ge­rung. Für „sol­che wie Sie“, ist kein Platz im Kran­ken­haus.

Negativer Präzedenzfall einer Hebamme

Die Frau fühl­te sich dis­kri­mi­niert und wand­te sich an das Arbeits­ge­richt Nyköping. Sie hin­ter­leg­te dafür eine Denk­schrift mit Rechts­gut­ach­ten in Sachen Gewis­sens­ver­wei­ge­rung. Den­noch scheint sich eine wei­te­re Nie­der­la­ge abzu­zeich­nen. Denn gera­de in Schwe­den gibt es einen nega­ti­ven Prä­ze­denz­fall, den Fall der Heb­am­me Elli­nor Grim­mark.

Grim­mark wand­te sich im Novem­ber 2015 in der­sel­ben Ange­le­gen­heit an das Gericht von Jön­köping. 2013/2014 wur­de ihr von drei Kran­ken­häu­sern, die Per­so­nal such­ten, eine Stel­le ver­wei­gert, weil sie Gewis­sens­ver­wei­ge­rin ist. Nicht genug damit: Sie wur­de vom Rich­ter ver­ur­teilt, die Ver­fah­ren und Gerichts­spe­sen zu tra­gen, gan­ze 100.000 Euro. Eine astro­no­mi­sche Sum­me für die Heb­am­me, die ihre Exi­stenz bedroht.

Richter: Tötungsverweigerung schwerwiegender als Gewissensverweigerung

Zum Scha­den der Stel­len­ver­wei­ge­rung füg­te der Rich­ter noch einen wei­te­ren Scha­den hin­zu und leg­te oben­drein noch Spott dar­auf. Er befand näm­lich, daß die Rech­te der Frau durch die Anstel­lungs­ver­wei­ge­rung tat­säch­lich ver­letzt wur­den. Doch schwer­wie­gen­der als die­se Ver­let­zung sei die Tat­sa­che, daß sie sich wei­ge­re, an der Tötung unge­bo­re­ner Kin­der mit­zu­wir­ken.

So läuft auch Lin­da Steen Gefahr, nicht nur dis­kri­mi­niert zu wer­den, son­dern auch noch vom Gericht dafür bestraft zu wer­den, weil sie – was ihr Beruf ist – Kin­dern zur Geburt ver­hel­fen will.

Die Gewis­sens­frei­heit wird durch die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on geschützt, die auch von Schwe­den rati­fi­ziert wur­de. In Wirk­lich­keit ist das „libe­ra­le“ Schwe­den der ein­zi­ge von 28 EU-Mit­glieds­staa­ten, der über kei­ne gesetz­li­che Rege­lung und damit Aner­ken­nung der Gewis­sens­frei­heit ver­fügt.

Der Euro­pa­rat bekräf­tig­te am 7. Okto­ber 2010 ein unver­zicht­ba­res Recht auf Gewis­sens­ver­wei­ge­rung. War­um wur­de Schwe­den bis­her nicht tätig? War­um soll Rich­tern und ihren oft sub­jek­ti­ven Ein­stel­lun­gen Spiel­raum bei der Aus­le­gung der Grund- und Men­schen­rech­te ein­ge­räumt wer­den?

Die Fäl­le von Elli­nor Grim­mark und Lin­da Steen sind eine Mah­nung für Euro­pa. Es darf nicht lau­ten: Arbeit oder Gewis­sen, son­dern muß hei­ßen: Arbeit und Gewis­sen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na

 

5 Kommentare

  1. Unglaub­lich. Es gibt doch hof­fent­lich auch noch Kran­kenhae­u­ser wo „die Kul­tur des Todes„nicht herrscht?

  2. Die ver­kom­me­ne „huma­ne“ Justiz ist längst zum ver­län­ger­ten Arm des Kul­tes des Todes geworden.….nicht nur in Schwe­den.

    Man­fred Spie­ker katho­li­scher Poli­tik­wis­sen­schaf­ter, Phi­lo­soph und Histo­ri­ker — er wur­de durch Papst Bene­dikt XVI. zum Con­sul­tor des Päpst­li­chen Rates Justi­tia et Pax beru­fen — hat eine aus­ge­zeich­ne­te Abhand­lung über die „Spra­che der Kul­tur des Todes“ geschrie­ben.
    Die bös­ar­ti­ge Hin­ter­list die­ser frei­gei­stig genähr­ten und „juri­stisch“ gestütz­ten „Spra­che“ — der teuf­li­schen „Tarn­kap­pen­spra­che“ — ist es, die „auf­ge­klär­te“, bereits in Wahr­heits­fer­ne mani­pu­lier­te „Mehrheits“-Gesellschaften in Rich­tung Abgrund treibt.
    -
    „1. Die Kul­tur des Todes

    Die Spra­che der „Kul­tur des Todes

    Sie sen­det durch ihre Schlüs­sel­be­grif­fe Signa­le aus, die posi­ti­ve, lebens­be­ja­hen­de Asso­zia­tio­nen aus­lö­sen und gleich­zei­tig ihre lebens­feind­li­chen Inten­tio­nen ver­schlei­ern.
    [.…]
    „Kul­tur des Todes“ meint viel­mehr ein Ver­hal­ten einer­seits und gesell­schaft­li­che sowie recht­li­che Struk­tu­ren ande­rer­seits, die bestrebt sind, das Töten gesell­schafts­fä­hig zu machen, indem es als medi­zi­ni­sche Dienst­lei­stung oder als Sozi­al­hil­fe getarnt oder mit ver­hei­ßungs­vol­ler For­schung gerecht­fer­tigt wird.
    Die Kul­tur des Todes will das Töten vom Fluch des Ver­bre­chens befrei­en.
    Sie brei­tet sich in den west­li­chen Gesell­schaf­ten seit rund 40 Jah­ren aus. Sie umfasst sowohl bio­ethi­sche Pro­blem­fel­der, die es gibt, seit Men­schen exi­stie­ren, wie Abtrei­bung und Eutha­na­sie, als auch Pro­blem­fel­der, die erst mit der künst­li­chen Befruch­tung in den 70er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts ent­stan­den sind, wie die embryo­na­le Stamm­zell­for­schung, das Klo­nen, die Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gno­stik und die assi­stier­te Repro­duk­ti­on selbst. Sie bedient sich einer zwei­deu­ti­gen Spra­che, die auf die Gesell­schaft eine sedie­ren­de Wir­kung hat.

    Die Bei­spie­le, anhand derer die Ambi­va­len­zen die­ser Spra­che illu­striert wer­den, kom­men aus der deut­schen Spra­che.
    Aber ich bin mir gewiss, dass die „Kul­tur des Todes“ in den ande­ren Spra­chen genau­so agiert. Sie benutzt Begrif­fe, die auf den ersten Blick bzw. beim ersten Hören posi­ti­ve Asso­zia­tio­nen aus­lö­sen, zum Bei­spiel die
    Begrif­fe Recht, Men­schen­recht, Wür­de, Frei­heit, Wahl, Hil­fe, Soli­da­ri­tät, Gesund­heit, The­ra­pie und Selbst­be­stim­mung.
    Die posi­ti­ven Asso­zia­tio­nen, die die­se Begrif­fe aus­lö­sen, sol­len das Töten akzep­ta­bel machen. Erst beim zwei­ten Blick wird deut­lich, dass die­se Begrif­fe Tarn­kap­pen sind, hin­ter denen sich meist das Gegen­teil ver­birgt:
    die Miss­ach­tung des Lebens­rechts und der Wür­de der­je­ni­gen, die kei­ne Stim­me haben, die Durch­set­zung des Wil­lens der Star­ken gegen die Schwa­chen, die unblu­ti­ge Ent­sor­gung der Unge­bo­re­nen und Ster­ben­den, die der Gesell­schaft zur Last fal­len. Die­ser Tarn­kap­pen bedie­nen sich nicht nur die gesell­schaft­li­chen Inter­es­sens­grup­pen der Abtrei­bungs­lob­by,
    son­dern AUCH die Gesetz­ge­ber und die Gerich­te.“
    [.…]
    -

    Ein­mal mehr bestä­tigt sich die Rich­tig­keit der Aus­sa­ge von Mar­tin Hoh­mann über staat­lich ver­lot­ter­te und ver­bru­ta­li­sier­te Gesell­schaf­ten:
    -
    „Das Böse hat sich unter den Tarn­be­grif­fen „Frei­heit“, „Fort­schritt“, „Selbst­be­stim­mung“ in der Mit­te der Gesell­schaft, mit­ten im Volk ein­ge­ni­stet.
    [.…]
    Neben­bei gefragt:
    Wie soll man Befür­wor­tern der Abtrei­bungs­ge­walt ihre stets erho­be­ne For­de­rung nach sen­si­blem, gewalt­frei­em Umgang mit Mensch und Umwelt glau­ben?
    Das ist dop­pel­ter Stan­dard und rein­ste Heu­che­lei.
    Fazit:
    Die ABTREIBUNG hat eine STAATLICH GEFÖRDERTE, INSTITUTIONALISIERTE
    B R U T A L I T Ä T
    erzeugt.“
    -

  3. Dürf­ten all‘ die abge­rie­be­nen Kin­der noch leben, hät­ten wir kei­nen Bevöl­ke­rungs­schwund. Es geschieht uns ganz recht, dass wir von der Flücht­lings­la­wi­ne über­rollt wer­den.

    Die sexu­el­le „Frei­heit“ hat uns nur Schuld und Ver­derb­nis gebracht.

  4. Ihr habt schon von Kar­di­nal Bur­kes Akti­on „Rosa­ry War­ri­ors“ gehört?
    Schließt Euch ihr an, und bezieht Lin­da Steen und Elli­nor Grim­mark mit ein, ein­schließ­lich den Famil­liy Day!

  5. Beschä­mend ist weni­ger die Reak­ti­on der Welt — die­se fällt wie erwar­tet aus — son­dern die man­gel­haf­te Soli­da­ri­tät der Katho­li­ken unter­ein­an­der.

    Besucht bevor­zugt KATHOLISCHE Ärz­te, ver­helft Katho­li­ken zu einem Arbeits­platz, mei­det Pro­duk­te von bestimm­ten Fir­men, etc.

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