Knapp vorbei ist auch daneben — Benimm-Regeln für einen Kirchenbesuch

Lustig solid oder erbärmlich dumm? Zehn Benimm-Regeln für die Kirche
Lustig solid oder erbärmlich dumm? Zehn Benimm-Regeln für die Kirche

(Bonn) „Wir sagen: Hut ab!“, so nennt sich eine kur­ze katho­li­sche Benimm-Anlei­tung, die von katholisch.de, der offi­zi­el­len Inter­net-Platt­form der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz emp­foh­len wird. Kon­kret geht es dabei um: „Die­se zehn Din­ge soll­ten Sie bei einem Kir­chen­be­such nicht tun“.
Das aus­ge­wähl­te Bild zum Arti­kel weist auf den Kar­ne­val hin. Für ein­ge­fleisch­te Jecken beginnt die­ser ja bereits am 11.11., womit wir mit­ten in der när­ri­schen Zeit wären. Doch über Humor läßt sich bekannt­lich strei­ten und es erscheint zumin­dest frag­lich, ob man sich über die hei­li­gen Din­ge über­haupt lustig machen soll und falls ja, in wel­cher Form.

Die „zehn Din­ge“ sind sicher gut gemeint und sol­len offen­bar Kir­chen­fer­nen erste Hand­lungs­an­lei­tun­gen für ein ange­mes­se­nes Ver­hal­ten in einer Kir­che lie­fern. Daß sol­che Ver­hal­tens­an­wei­sun­gen not­wen­dig sind, mag eini­ges über den Zustand von Zeit­ge­nos­sen aus­sa­gen, und auch Anlaß des Bedau­erns sein, stellt das Anlie­gen aber kei­nes­wegs in Fra­ge.

Knapp vorbei ist auch daneben — Leib Christi nicht zusammen mit Chipstüten nennen

Der katho­li­sche „Knig­ge“, den katholisch.de prä­sen­tiert, zielt den­noch um eini­ges am eigent­li­chen Anlie­gen vor­bei. Ein Leser bei­spiels­wei­se emp­fin­det die zehn „Rat­schlä­ge“ als „dumm und erbärm­lich“, mit denen die Hei­li­ge Mes­se und die katho­li­sche Lit­ur­gie „lächer­lich“ gemacht wer­den. Das war wohl nicht die Absicht, wur­de aber damit erreicht, wenn der Leib Chri­sti in einem Atem­zug mit „Chips­tü­ten, Scho­ko­rie­geln oder But­ter­bro­ten“ genannt wird.

Das Ver­ständ­nis für das Hei­li­ge dürf­te kaum durch eine flap­si­ge Spra­che und einen salopp prä­sen­tier­ten Umgang geweckt wer­den kön­nen. Sie bleibt eine rein funk­tio­na­le Benimm­re­gel ohne Tief­gang.

Das Sakra­le ver­langt nach einer ange­mes­se­nen Spra­che, wor­auf bereits die Kir­chen­vä­ter auf­merk­sam mach­ten. Die nöti­ge Ernst­haf­tig­keit gehört zum Wesen des katho­li­schen Glau­bens. Das gilt auch in der Kar­ne­vals­zeit und selbst­ver­ständ­lich auch im rhein­län­di­schen Bonn, wo das „Inter­net­por­tal der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land“ und die sie betrei­ben­de APG — All­ge­mei­ne gemein­nüt­zi­ge Pro­gramm­ge­sell­schaft mbH ihren Sitz haben.

Knapp vorbei ist auch daneben — Das Weihwasserbecken ist nicht Omas Suppentopf

Wenn also „Benimm­re­gel“ und „Erzie­hungs­tipps“, dann in einer Spra­che, die der Ernst­haf­tig­keit der bespro­che­nen Din­ge gerecht wird. Nur ein Bei­spiel: Daß man die Fin­ger nicht in den Sup­pen­topf sei­ner Gast­ge­ber steckt, dürf­te auch unter Libe­ra­len, Sozia­li­sten oder Grü­nen zum „guten Ton“ gehö­ren. Jeder Ver­gleich mit dem Weih­was­ser und dem Bekreu­zi­gen beim Betre­ten einer Kir­che ver­bie­tet sich.

Die­ses Sakra­men­ta­le bringt schon durch die natür­li­che Sym­bo­lik des Was­sers, das Ver­lan­gen nach inne­rer Rei­ni­gung zum Aus­druck. Sie ist ein rei­ni­gen­der Schritt vom All­tag und sei­nen läß­li­chen Sün­den hin­ein in das Haus Got­tes in die Gemein­schaft mit Jesus. „Wasche ganz von mir ab mei­ne Schuld! Rei­ni­ge mich von mei­ner Sün­de“, heißt es im Psalm 51, der nicht von unge­fähr mit dem Bekreu­zi­gen mit Weih­was­ser beim Ein­tritt in das Got­tes­haus in Ver­bin­dung gebracht wird. Jedes Bekreu­zi­gen mit Weih­was­ser ist Erin­ne­rung und Erneue­rung der Tau­fe, durch die wir neu­ge­bo­ren wer­den in Chri­stus. „Wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tem­pel des Hei­li­gen Gei­stes ist, der in euch wohnt? Ihn habt ihr von Gott, und nicht euch sel­ber gehört ihr. Denn ihr wur­det erkauft um einen Preis. So ver­herr­licht denn Gott in eurem Leib!“, steht im Ersten Korin­ther­brief 6,19f.

Die debi­ta rever­en­tia gilt für jeden, der das Haus Got­tes betritt und sich dar­in auf­hält. Sie gilt auch für jene, die dar­über spre­chen oder schrei­ben.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: katholisch.de (Screen­shot)

26 Kommentare

  1. Am gru­se­lig­sten fin­de ich ja Regel Nr. 2:

    „Die Hand­kom­mu­ni­on ist mitt­ler­wei­le die gän­gi­ge­re Vari­an­te, aber auch die Mund­kom­mu­ni­on ist mög­lich. Nur neh­men Sie BITTE den Leib Chri­sti nicht in der Hosen­ta­sche mit nach Hau­se. Das ist streng­stens ver­bo­ten. Außer­dem bedeu­tet „Kom­mu­ni­on“ Gemein­schaft – mit Gott, aber auch den ande­ren Gläu­bi­gen. Die Hostie ist also für den direk­ten Ver­zehr vor Ort gedacht.“

    … Oje. Wer geht denn heut­zu­ta­ge alles zu Kom­mu­ni­on, wenn man die­sen „Tipp“ geben muss!?

  2. Alles dem NOM zu ver­dan­ken.
    Weiss Paul VI eigent­lich was er ange­rich­tet hat, ich den­ke schon, er wird sich an ent­spre­chen­der Stel­le sei­ne Gedan­ken machen.

    • @Paul VI. ist selig­ge­spro­chen — u.a. auf Grund eines auf sei­ne Anru­fung gesche­he­nen (Heilungs-)Wunders. D.h. er ist im Him­mel bei Gott.
      Was soll also Ihre For­mu­lie­rung „an ent­spre­chen­der Stel­le“ bzgl. sei­nes der­zei­ti­gen Auf­ent­halts­or­tes?

      • Vie­le Selig- und Schein­hei­lig­spre­chun­gen der letz­ten Zeit kann man lei­der nicht mehr ernst­neh­men. Deut­li­cher gesagt: Mit den Selig- und Schein­hei­lig­spre­chun­gen wur­de in der letz­ten Zeit arger Schind­lu­der betrie­ben.

  3. Selbst bei jün­ge­ren Frau­en, die gläu­big sind, sieht man immer wie­der wäh­rend der hei­li­gen Mes­se Beklei­dung, die bei­spiels­wei­se nicht voll­stän­dig die Schul­tern bedeckt. Aller­dings sind Spa­ghet­ti­trä­ger-Ober­tei­le, tief geschnit­te­ne Dekolletés und ähn­lich ent­blö­ßen­de Tex­ti­li­en nicht ange­mes­sen in katho­li­schen Sakral­bau­ten. Ele­men­tar­ste Ver­hal­tens­re­geln wer­den gera­de in „pro­gres­si­ven“ Krei­sen nicht mehr beach­tet.

    • … und nicht nur da! Neu­lich (und ich gehe bekannt­lich NIE MEHR in den NOM) knie­te in der Bank vor mir ein Mann, dem hing die Hose unter­halb des halb­nack­ten obe­ren Hin­terns. Das ist für eine Frau ziem­lich ätzend, wenn sie von so etwas im Gge­bet gestört wird.

      Und ein ande­res Exem­plar, das immer mit einer der­ma­ßen engen Hose kommt, dass man den Mann wie Luft behan­deln muss, um nicht gezwun­gen sein, immer wie­der ein bestimm­tes Kör­per­teil (mit-)ansehen zu müs­sen…

      Und dann ken­ne ich auch das Phä­no­men offen­bar allein­ste­hen­der älte­rer Her­ren und Damen unter sogar extrem treu­en Kirch­gän­gern, die für mei­ne Begrif­fe ver­wahr­lost sind und teil­wei­se auch übel rie­chen. Natür­lich fra­ge ich mich, ob der Auf­tritt bei Jesus einen nicht wenig­stens ein­mal die Woche zum Duschen ani­mie­ren könn­te oder so etwas wie einem ordent­li­chen, min­de­stens mal gewa­sche­nen Klei­dungs­stil…

      Hören Sie mir auf — die Wahr­heit ist, dass das pure Gedan­ken­lo­sig­keit und Schwä­che ist.
      Man soll­te das trotz­dem nicht auf­bau­schen, eben des­halb, weil es nur Gedan­ken­lo­sig­keit und Schwä­che ist.

  4. @Kassandro: „Paul VI ist seliggesprochen‑u.a.auf Grund eines auf sei­ne Anru­fung gesche­he­nen (Heilungs-)Wunders“.D.h. er ist im Him­mel bei Gott.“ Par­don-wer­ter Kassandro.Sie mei­nen wohl ‚er ist im Purgatorium‘.Erinnert sei im übri­gen dar­an ‚dass sich eini­ge Päp­ste und übri­ge Kle­ri­kern dort befin­den. im übri­gen kann es sich auch um ein Schein-Wun­der handeln,was logi­scher­wei­se anzu­neh­men ist,da ja die­se soge­nann­te „Selig­spre­chung“ von einem Kle­ri­ker (Papst?)ausgeführt wur­de- (und die dahin­ter ste­hen­den Zirkel)-,von dem man immer zuneh­mend den Ein­druck hat,dieser sei ein Schein-also Pseu­do­papst-oder zumin­dest ein Fal­se-Pope.….…..

    • Leo­ne @ Mag ja sein, dass Papst Paul VI. nicht alles rich­tig gemacht hat, aber für
      den heu­ti­gen Zustand der Kir­che ist er nicht allein ver­ant­wort­lich. Und was das
      Wun­der für sei­ne Selig­spre­chung anbe­langt, so muss man es schon glau­ben, weil die­se
      gesche­he­nen Wun­der sehr stark und gewis­sen­haft unter­sucht und geprüft wer­den.
      Wir heu­ti­gen Chri­sten haben mit Wun­dern als Zei­chen Got­tes, unse­re Pro­ble­me. Das
      beste Bei­spiel geben die moder­nen Theo­lo­gen und man­che Bischö­fe. Die Wun­der Jesu
      wer­den ratio­nal als Nicht­wun­der gese­hen und erklärt und als spä­ter rein­ge­schrie-
      bene Erzäh­lun­gen benannt. Jeus sagt uns aber:..selig die nicht sehen und doch
      glau­ben..

      Gott befoh­len !

  5. @Leone
    Ein Selig­spre­chungs­ver­fah­ren in der katho­li­schen Kir­che ist eine sehr ernst­haf­te Ange­le­gen­heit.
    Es wird sehr genau geprüft: Vor allem das tugend­haft Leben der betr. Per­son und zum Schluss eben auch das die ewi­ge Selig­keit der­sel­ben bestä­ti­gen­de Wun­der.
    Zu behaup­ten, wie Sie es tun, ein so Selig­ge­spro­che­ner sei nicht im Him­mel, son­dern im Fege­feu­er (Pur­ga­to­ri­um), ist nicht katho­lisch und nach mei­nem Urteil „dum­mes Zeug“!

    • Das kann man nicht pau­schal sagen. Es soll­te so sein, ist aber und war auch nicht immer so.

      Zudem ist kei­ner ver­pflich­tet, einen Seli­gen oder Hei­li­gen zu ver­eh­ren! Es ist auch erlaubt, Zwei­fel zu äußern, sofern sie begrün­det sind und in ange­mes­se­ner Form vor­ge­tra­gen wer­den.

      Ich habe z.B. an Franz v. Assi­si aus den schon öfter genann­ten, zwei­fel­los nicht von der Hand zu wei­sen­den Grün­den gro­ße Zwei­fel. Oder an so selt­sa­men Phä­no­me­nen wie dem Anderl von Rinn, der aller­dings auch nie nach einer Norm kano­ni­siert wur­de, son­dern des­sen Ver­eh­rung mehr oder weni­ger „gefühlt“ erlaubt wur­de etc.
      Ebe­ne­so erscheint mir die Hei­lig­spre­chung Pius X. zwei­fel­haft, v.a. nach­dem ich das, was gegen ihn vor­ge­tra­gen wur­de zumin­dest teil­wei­se zur Kennt­nis bekam. Wenn man aber sieht, dass Pius XII. des­sen direk­ter Zög­ling war, kommt man unwei­ger­lich auf die Idee, dass das v.a. eine poli­ti­sche Hei­lig­spre­chung war. und sie war es auch, die die inzwi­schen wirk­lich hem­mungs­lo­se Hei­lig­spre­chung der Päp­ste ein­ge­lei­tet hat.

      Denn:

      Vor dem Vati­ca­num I wur­den so gut wie nie Päp­ste hei­lig­ge­spro­chen! Nur Pius V. — und schon da wun­dert man sich. Vor allem ist er ähn­lich übers Ziel geschos­sen wie Pius X. und wenn man liest, wel­chen Hass er gegen die Juden hat­te, obwohl sein Vor­gän­ger völ­lig ande­re Direk­ti­ven gege­ben hat­te, dann kommt man auf selt­sa­me Gedan­ken.
      ich glau­be, dass alle Sün­den der Hier­ar­chie und auch der Lai­en auf uns zurück­fal­len.
      So, wie Pius V. die Juden schi­ka­nier­te, genau­so, bis in die ein­zel­nen Moti­ve wer­den heu­te Chri­sten von Mus­lims schi­ka­niert. Lest das nur mal: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Pius_V.

      Er ist also min­de­stens eine schil­lern­de Figur!

      Die Päp­ste, die in der frü­hen Chri­sten­heit hei­lig sind, sind alle­samt Mär­ty­rer — das ist was ande­res. Nicht sie töte­ten und dis­kri­mi­nier­ten, son­dern sie erlit­ten dies.

      Die­se Papst­hei­lig­spre­che­rei ist ein Aus­fluss aus der Papst­ver­göt­zung, die sich durch den extre­men Ultra­mon­ta­nis­mus als eben­so extrem moder­nes Phä­no­men durch­set­zen konn­te, auch wenn sie von den Reak­tio­nä­ren und Kon­ser­va­ti­ven durch­ge­setzt wur­de. Sie ist nichts­de­sto­trotz eine in der Kir­che nie dage­we­se­ne Neue­rung.

      Sie hat sich selbst aller­dings ad absur­dum geführt. Und jeder, der ein klein biss­chen denkt beim Glau­ben, der sieht das auch und kann nicht dran vor­bei.

      • @zeitschnur
        Das Haupt­pro­blem ist daß, die Kon­zils­kir­che von den stren­gen Ver­fah­rens­re­gu­la­tu­ren der Päp­ste Urban VIII. und Bene­dikt XIV. bei Kano­ni­sie­run­gen und Bea­ti­fi­zie­run­gen im Prin­zip sich gänz­lich und voll­stän­dig ver­ab­schie­det hat. Das Gros der Kano­ni­sie­run­gen der letz­ten Jahr­zehn­te wäre unter den alten Regeln über­haupt nicht mög­lich gewe­sen. Bei eini­gen wie Mon­ti­ni oder WojtyÅ‚a z.B. hät­te das Ver­fah­ren noch nicht ein­mal ein­ge­lei­tet wer­den kön­nen, da noch nicht genug Zeit seit deren Able­ben ver­stri­chen ist. Aber die Kon­zils­kir­che ändert alles, alles wird belie­big, alles folgt der Emo­ti­on, den GEfüh­len und der Poli­tik der Gesten.
        Vie­le Päp­ste gera­de in nach­triden­ti­ni­scher Zeit sind im Rufe der Hei­lig­keit ver­stor­ben, das stadt­rö­mi­sche Volk hat sie bit­ter­lich betrau­ert aber man setz­te auf die Kan­io­ni­sie­rungs­re­geln und es ward sicher­ge­stellt, daß blo­ße Emo­tio­nen und Lie­be­lei­en über cari­ta­ti­ve Wer­ke kein Grund für ein Ver­fah­ren sind.

      • @ J.R. Rat­kaj

        Ja, das kommt noch dazu — es war Woity­la, der die Nor­men total abge­flacht hat. Da haben Sie Recht. Für mich haben daher sämt­li­che Hei­lig­spre­chun­gen mit die­sen Her­ren bei die­ser Will­kür kei­ner­lei Rele­vanz und Ver­bind­lich­keit mehr. Es ist eher Zufall, wenn einer von den Betrof­fe­nen tat­säch­lich hei­lig sein soll­te.

    • Bei den Schein­hei­lig­spre­chun­gen Johan­nes XXIII. und Woj­ty­las wur­de eben NICHT genau geprüft, die wur­den in ver­ant­wor­tungs­lo­sem Schnellst­ver­fah­ren durch­ge­peitscht. Übri­gens sind für Hei­lig­spre­chun­gen mei­nes Wis­sens zwei Wun­der vor­ge­schrie­ben, für Woj­ty­la wird aber nur von einem angeb­li­chen Wun­der erzählt, für Johan­nes XXIII. von gar kei­nem. Mit ande­ren Wor­ten: An die­ses Schein­hei­lig­spre­chun­gen stimmt eini­ges nicht.

    • Bei der „Hei­lig­spre­chung“ von Johan­nes Paul II und Johan­nes XXIII wur­den vor­ge­schrie­be­ne Zei­ten unter­schrit­ten und ein zwei­tes Wun­der fehl­te auch. Vie­le neue Selig­spre­chun­gen sind sehr frag­wür­dig. Ich weiß nicht, ob jemand im Him­mel sein kann der Hand­kom­mu­ni­on usw. zu ver­ant­wor­ten hat oder ob so jemand nicht min­de­stens im Fege­feu­er ist bis die­ses Übel nicht mehr exi­stiert. Ich will dar­über kein Urteil erlau­ben. Aller­dings sind eini­ge Selig­spre­chun­gen sehr frag­wür­dig.

    • Aber 100 pro hat er sich im Fege­feu­er befun­den. Ob er immer noch da ist, weiß ich nicht. Aber er ist nie und nim­mer gleich in den Him­mel geflat­tert, nach allem, was das 2. Vat. ange­rich­tet hat…Dafür war er schon ver­ant­wort­lich. Also muss(musste) er dies auch abbü­ßen!

  6. @ leo­ne
    Las­sen Sie die­sen Papst Paul VI in Ruhe! Allein wegen Huma­nae Vitae und dem, was er des­we­gen erlei­den muss­te, ist er im Him­mel.

  7. Trin­ken, auch Essen, vor allem aber Geschwätz in der Kir­che kann man lei­der auch von vie­len eher regel­mä­ßi­gen Besu­chern der Diö­ze­san­kir­chen erle­ben.

  8. @Elias:Darüber wird dann ein neu­es Kon­zil-das drit­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil-über die „Bücher“ gehen müssen.Imsbesondre auch über die „Neue Mes­se“ Paul VI.….

  9. @Seefeldt
    Sie irren teil­wei­se:
    Für Johan­nes Paul II. ist das zur Hei­lig­spre­chung not­wen­di­ge zwei­te Wun­der bezeugt und bestä­tigt — ůbrigens eben­so wie für Müt­ter The­re­sa, die die­ses Jahr hei­lig­ge­spro­che­ne wird.
    Nur bei Johan­nes XXIII. hat sich unser jet­zi­ger Papst Fran­zis­kus über die gän­gi­ge Pra­xis hin­weg­ge­setzt und ihn auch ohne aner­kann­tes 2. Wun­der hei­lig­ge­spro­chen.
    Es steht somit hier noch jedem Katho­li­ken in ent­spre­chen­der Situa­ti­on frei, die­sen Papst um Für­spra­che anzu­ru­fen, so dass das 2. Wun­der noch im Nach­hin­ein qua­si als Bestä­ti­gung der päpst­li­chen Ent­schei­dung ange­nom­men wer­den könn­te.

    • @ Kas­san­dro:

      Bis jetzt las ich bei Woj­ty­la nur von einem „Wun­der“, und das war dubi­os genug. Wel­ches soll nun das zwei­te „Wun­der“ sein? Anders aus­ge­drückt: Kön­nen Sie mit­tei­len, wel­ches die bei­den „Wun­der“ sein sol­len?

      Doch wie dem auch sei: Die Schein­hei­lig­spre­chung Woj­ty­las wur­de in völ­lig unkirch­li­chem Schnellst­ver­fah­ren durch­ge­peitscht und wäre schon von daher dubi­os. Davon abge­se­hen ist Woj­ty­la allei­ne wegen sei­ner apo­sta­ti­schen Hand­lun­gen (Assi­si, Koran­kuß usw.) und sei­nes Syn­kre­tis­mus (Glau­bens­re­la­ti­vis­mus) abso­lut kein Hei­li­ger.

  10. @Seefeldt
    Ver­wech­seln Sie da nicht etwas? Ob man es gut fin­det, dass für JPII die Frist für den Beginn des Selig­spre­chungs­ver­fah­ren auf­ge­ho­ben wur­de, ist jedem sei­ne Sache. Es gibt in der Kir­chen­ge­schich­te vie­le Bei­spie­le, wo bald nach dem Tod die Hei­lig­spre­chung erfolg­te. Fakt ist aber, dass bei JPII das kir­chen­recht­li­che Ver­fah­ren vor­schrifts­ge­mäß ein­ge­hal­ten wur­de.
    Bei JXXIII war das nicht so. Das ist der Punkt: Als Fran­zis­kus, gera­de zum Papst gewählt wor­den war, kein Freund von JPII, wur­de das Wun­der für die Hei­lig­spre­chung aner­kannt. Das bedeu­te­te Zug­zwang. Was tun, scheint sich Fran­zis­kus und sein Umfeld gefragt zu haben. Aus­ge­rech­net er, mit dem die Ära JPII und BXVI „end­lich“ über­wun­den war, soll­te JPII hei­lig­spre­chen. Was für eine Iro­nie. Also, und hier wur­de getrickst, erklär­te er qua päpst­li­cher Voll­macht und ohne Wun­der, auch JXXIII für hei­lig. Kir­chen­po­li­tik. Das Uner­träg­li­che wur­de so für ihn und sei­ne Anhän­ger erträg­li­cher.
    Was die unsäg­li­chen Din­ge betrifft (Koran­kuss, Assi­si), hat er sich vor Gott zu ver­ant­wor­ten gehabt. Die Glau­bens­leh­re wur­de von ihm nicht geän­dert, auch dadurch nicht. Das sind Schat­ten auf JPII, nicht auf die Glau­bens­leh­re.

  11. @Seefeldt
    Was Sie dem hei­lig­ge­spro­che­nen Papst Johan­nes Paul II. unter­stel­len, näm­lich Glau­bens­ab­fall (Apost­asie) und Reli­gi­ons­ver­mi­schung (Syn­kre­tis­mus), ist unge­heu­er­lich.
    Eben­so unge­heu­er­lich ist es, wenn Sie bei ihm von einer „Schein­hei­lig­spre­chung“ reden:
    Hei­lig­spre­chun­gen fal­len ( im Unter­schied zu Selig­spre­chun­gen) unter das Dog­ma der päpst­li­chen Unfehl­bar­keit.
    Sie leug­nen das in die­sem Fall — sogar öffent­lich und ver­wir­ren damit ande­re Gläu­bi­ge.

  12. @zeitschnur
    Ob wir per­sön­li­che Vor­be­hal­te gegen eine Hei­lig­ge­spro­che­ne Per­son haben, ist für den Sta­tus der­sel­ben kirch­li­cher­seits uner­heb­lich.
    Die röm.-kath. Kir­che legt den Gläu­bi­gen vor, von einer kano­ni­sier­ten Per­son zu glau­ben, dass die­se nach kirch­lich-unfehl­ba­rer Leh­re im Him­mel ist und somit gem. Glau­bens­be­kennt­nis der „Gemein­schaft der Hei­li­gen“ zuzu­rech­nen ist.
    Das darf man als Katho­lik nicht leug­nen, oder wol­len Sie „päpst­li­cher als der Papst“ sein.
    Per­sön­li­che Vor­be­hal­te gegen eine Hei­lig­ge­spro­che­ne Per­son sind dage­gen zweit­ran­gig. Viel­leicht irrt man selbst ja in eige­ner mensch­li­cher Unvoll­kom­men­heit, nicht wahr, und eben nicht die selig- oder hei­lig­ge­spro­che­ne Per­son zu ihrer Leb­zeit?
    Mei­ne Schwä­ge­rin hat z.B. Vor­be­hal­te gegen den hl. Niko­laus von der Flüe, weil er sei­ne Fami­lie ver­ließ.
    Und mir selbst war Paul VI. mensch­lich nie beson­ders sym­pa­thisch, eher fremd.
    Aber sei­nen Seli­gen­sta­tus wür­de ich des­halb nie­mals in Zwei­fel zie­hen son­dern im Gegen­teil ver­tei­di­gen!
    Eige­ne Demut in die eige­ne Begrenzt­heit tut not.

    • Das stimmt — wenn es denn „per­sön­li­che“ Vor­be­hal­te sind!
      Bru­der Klaus hat das mit sei­ner Frau Doro­thea abge­spro­chen. Wir kön­nen das nicht beur­tei­len, aber es ging nicht ohne das Ein­ver­ständ­nis der Frau. Inso­fern ist es legi­tim, was er gemacht hat, weil die Ehe-Frau es ihm erlaubt hat­te. Das wäre selbst heu­te noch so: Ein Ehe­mann, der Mönch wer­den wird, darf das nicht, wenn die Frau nein sagt. Sagt sie ja, darf er es.

      Mei­ne Pro­ble­me sind aber nicht „per­sön­li­cher“ Art, son­dern auf einer ande­ren Ebe­ne. Wenn das Anderl etwa durch kei­ner­lei Quel­len beleg­bar ist und sei­ne Sto­ry erst recht nicht, ja sei­ne Sto­ry gera­de­zu frap­pie­rend so gestrickt ist wie die vom Simon von Tri­ent, dann klin­geln Alarm­glocken.

      Außer­dem: wie kann ein Drei­jäh­ri­ger „Mär­ty­rer“ wer­den? Nicht jedes Kind, das ermor­det wird, ist des­halb gleich Mär­ty­rer. Ein Mär­ty­rer ist ein Blut­zeu­ge für Chri­stus, und man setzt bei ihm Bewusst­sein für sein Blut­zeug­nis vor­aus.
      Das alles war in dem Fall nicht gege­ben — gleich ob er über­haupt real ist oder nicht. Die angeb­li­che Täter­schaft „der“ Juden ist eben­falls unklar geblie­ben. Und selbst wenn es Juden waren, ist damit nicht geklärt, ob das ein­fa­che Ver­bre­cher waren. In dem Fall wäre der Anderl KEIN Mär­ty­rer. Nun erdich­te­te man Greu­el­ge­schich­ten davon, die Juden wür­den Chri­sten­blut in ihr Oster­brot backen und zu dem Behuf Kin­der schlach­ten. Ein Vor­wurf, den man vor Kon­stan­tin übri­gens auch den Chri­sten mach­te! Nur über die­ses Schau­er­mär­chen konn­te man den Baby-Anderl über­haupt zum Mär­ty­rer qua­li­fi­zie­ren.

      Nun weiß jeder, der das Juden­tum etwas kennt, dass nichts strik­ter ver­bo­ten ist im Juden­tum als Blut­ge­nuss. Blut zu essen ist das schlimm­ste Sakri­leg, das denk­bar ist.

      Obwohl das objek­tiv so ist und auch ein­deu­tig aus dem gesam­ten AT her­vor­geht UND aus dem Tal­mud, behaup­ten Katho­li­ken hals­sar­rig und bar jeder Ver­nunft, das sei trotz­dem so. Und nur so konn­te das Anderl ein Mär­ty­rer wer­den mit viel Phan­ta­sie.

      Sie kön­nen von einem den­ken­den Men­schen nicht erwar­ten, dass er sich auf so etwas Vages und Unwahr­schein­li­ches ein­lässt.
      Sonst heißt es immer „In dubio pro reo“, aber wenns um Juden geht, braucht man nicht man Fak­ten, um Lügen für wahr zu hal­ten.

      Und wel­ches Vor­bild im Glau­ben bit­te­schön ver­ehrt man in dem Anderl eigent­lich?
      Die­se Selig­hei­ßung war auch von daher völ­lig unsin­nig, denn eine Kano­ni­sta­ti­on soll die Ver­eh­rung erlau­ben, die in Form eines Nach­ei­fern im Glau­ben besteht. Wel­chen Glau­ben hat­te aber ein 3jähriger?

      Die Anderl-Ver­eh­rung wur­de daher auch schon lan­ge vor dem Vat II. zurück­ge­fah­ren und irgend­wann auch vom Bischof abge­schafft — schon in den frü­hen 50ern. In dem Fall kam dazu, dass die Nazis die­sen Kult beför­der­ten und als Aus­druck des „gesun­den anti­se­mi­ti­schen Vol­k­emp­fin­dens“ (was es — gegen den Strich ver­stan­den — wohl auch war!) ver­kauf­ten und meh­re­re Stür­mer-Arti­kel dar­über ver­öf­fent­lich­ten.

      Falls der Anderl wirk­lich durch Juden zu Tode kam und nicht zu ver­ges­sen durch sei­nen geld­gie­ri­gen christ­li­chen Vater, der ihn den bösen Män­nern ver­kauf­te nach der Legen­de, dann dürf­te das ein „nor­ma­les Ver­bre­chen“ sein, das sich objek­tiv nicht mit dem Juden­tum begrün­den lässt.

  13. Dan­ke für die­sen Arti­kel. Es ist ein­fach trau­rig, dass Katho­li­ken mei­nen, sich so „bewei­sen“ zu müs­sen und dabei nicht mal davor zurück scheu­en, DAS Hei­lig­tum unse­res Glau­bens, die hl. Eucha­ri­stie, Jesus Selbst ins Lächer­li­che zu zie­hen. Man begreift immer mehr, wes­halb die Got­tes­mut­ter als unser aller Mut­ter unzäh­li­ge Trä­nen über uns ver­gos­sen hat/vergießt und war­um Jesu Herz durch­bohrt wur­de. „Die Lie­be wird nicht geliebt.“

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