Kardinal Burke an die Bischöfe des Kompromisses: „Im Gericht steht man vor Gott, nicht vor der Bischofskonferenz“

Kardinal Raymond Burke
Kardinal Raymond Burke: "im Gericht werde ich vor dem Herrn stehen, nicht vor der Bischofskonferenz!"

„2004 hat­te ich die katho­li­schen Poli­ti­ker auf­ge­for­dert, ihre öffent­li­chen Hand­lun­gen in Über­ein­stim­mung mit dem von der Kir­che gelehr­ten Moral­ge­setz zu bringen.

Andern­falls wäre es für sie nicht mehr mög­lich, die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on zu emp­fan­gen. Denn es ist ein Skan­dal, öffent­lich das Moral­ge­setz zu ver­letz­ten und dann zur Kom­mu­ni­on zu gehen.

Gespräch mit Kardinal Burke
Gespräch mit Kar­di­nal Burke

2004, als ich von der Diö­ze­se La Cros­se in jene von St. Lou­is beru­fen wur­de, grif­fen die Zei­tun­gen die­se von mir gemach­te Aus­sa­ge auf. Kurz danach gab es beim Som­mer­tref­fen der Ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, das in Den­ver statt­fand, eine leb­haf­te Dis­kus­si­on über die­se dis­zi­pli­na­ri­sche Pra­xis der Kirche.

Eini­ge mei­ner Mit­brü­der behaup­te­ten, daß es nicht nötig sei, die Poli­ti­ker zu bestra­fen, deren poli­ti­sches Wir­ken unge­ord­net ist. Für mich ging es nicht um Stra­fe, son­dern um die ein­fa­che Fest­stel­lung, daß eini­ge nicht dis­po­niert waren, die Kom­mu­ni­on zu empfangen.

Ein Bischof sag­te mir dann: ‚Mon­si­gno­re, Sie kön­nen nicht sol­che Din­ge sagen, denn die Bischofs­kon­fe­renz hat sich noch nicht dazu geäußert.‘

Ich ant­wor­te­te ihm, daß die Bischofs­kon­fe­renz nicht den Auf­trag des Bischofs in sei­ner Diö­ze­se erset­zen kann, die ihm anver­trau­te Her­de zu lei­ten und den Glau­ben zu ver­kün­den. Und ich füg­te hin­zu: ‚Mon­si­gno­re, im Gericht wer­de ich vor dem Herrn ste­hen, nicht vor der Bischofskonferenz!‘ “

Aus­zug aus dem im Sep­tem­ber 2015 erschie­nen Gesprächs­bu­ches von Guil­laume d’Alancon mit Kar­di­nal Ray­mond Burke:

Guil­laume d’Alancon, Ent­re­ti­en avec le car­di­nal Bur­ke. Un car­di­nal au coeur de l’Eglise, Edi­ti­ons Arte­ge, Per­pi­gnan 2015, S. 71–72

Bild: Edi­ti­ons Artege

66 Kommentare

  1. Hier kom­men in der Tat grund­sätz­lich Fehl­ent­schei­dun­gen Roms zum Aus­druck, die durch das Vat. II noch beschleu­nigt oder beför­dert wurden.

    Ob Bur­ke den Mut hat­te, nicht nur anhand einer Epi­so­de Kri­tik dar­an zu üben, son­dern auch grundsätzlich?

    Denn die­se Kaderi­sie­rung der Kir­che wird ja nun seit der Rede F.s zum Abschluss der Syn­ode 2015 immer noch wei­ter getrie­ben („Stich­wort: „Syn­oda­li­tät“).

    Der erste Schlag gegen das Bischofs­amt war tat­säch­lich das Vat. I, das den Bischof weit­ge­hend zum Exe­ku­tor des Pap­stes mach­te und auf die „unani­mitas“ der Bischö­fe zusam­men mit dem papst kei­nen Pfif­fer­ling mehr geben wollte.
    Der zwei­te Schlag erfolg­te mit dem Vat. II und dem Geschwätz von der „kol­le­gia­li­tät“, das man nicht mit der inzwi­schen ver­nach­läs­sig­ten „unani­mitas“ ver­wech­seln darf.
    Wäh­rend die „unani­mitas“ eine Über­ein­stim­mung der Bischö­fe mit­ein­ader und mit dem Papst in Glau­ben und Leh­re mein­te, ver­stand die „Kol­le­gia­li­tät“ eine Art Par­tei­ka­der dar­un­ter, die dem ein­zel­nen Bischof nun noch voll­ends die Hand­lungs­spiel­räu­me einengte.

    Wenn also aus Rom kei­ne klipp und kla­re Anwei­sung kommt, dass auch hohe Tie­re, die in Sün­de leben, nicht zur Hl. Kom­mu­ni­on gehen dür­fen, und die Päp­ste sol­chen Typen ohne mit der Wim­per zu zucken die Hl. Kom­mu­ni­on rei­chen (was defi­ni­tiv selbst durch Bene­dikt gesche­hen ist und auch für Anfra­gen an die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on geführt hat), kann es ein klei­ner Bischof wie Bur­ke auch nicht rich­ten, noch dazu, wenn sei­ne „Bischofs­kon­fe­renz“ ihm dazu kei­ne Frei­heit einräumte.

    Bur­kes gro­ßes Pro­blem ist, dass er ent­we­der nicht scharf­sin­nig oder nicht mutig genug ist, die wah­ren Pro­ble­me zu benen­nen. Er stellt die Miss­stän­de immer so dar, als sei­en Lai­en oder ein­zel­ne Per­so­nen dran schuld und eigent­lich sei doch klar, wie es alles rich­tig gehen müss­te. Und stets ist er zu fei­ge, die unheil­vol­le Rol­le der Päp­ste aus­zu­spre­chen. Er wird gera­de so mit­schul­dig an dem Desa­ster. Es genügt in sei­ner Posi­ti­on nicht, ein wenig zu lamen­tie­ren! Das, ja DAS fin­de ich weibisch!
    Es gehört ein Mann her, der sich mutig hin­stellt und den Mund öff­net und mit Klug­heit und effi­zi­ent das öffent­lich sagt, was not täte.

    Die­ser Mann ist er ein­deu­tig nicht.

    Bis jetzt.

    • Da kri­ti­sie­ren sie aus­ge­rech­net den­je­ni­gen, auf den das Gegen­teil von dem zutrifft was sie da behaup­ten. Kar­di­nal Bur­ke war die wich­tig­ste Stim­me in der ersten Bischofs­syn­ode 2014, als es um die Unauf­lös­lich­keit der Ehe ging. Ich glau­be nicht, dass Sie oder jemand ande­rer es an sei­ner Stel­le bes­ser gemacht hätte.

      • Wir bekla­gen uns hier tag­aus tag­ein über Ber­go­gli­os Häre­si­en, Toll­kühn­hei­ten etc. etc. und dar­über, dass kei­ner was Wirk­sa­mes tut.

        Ein Atha­na­si­us hat sich jeden­falls nicht so fei­ge ver­hal­ten. Wie es aus­schaut, iste dem Kar­di­nal das Hemd auch näher als die Hose, bevor er ein­mal deut­li­cher würde.

        Und bit­te: Wie­viel sind wir ihm wert? Oder fin­det er F. doch nicht ganz so schlimm?

        Wenn jemand den Papst wirk­sam mah­nen könn­te, wären es die letz­ten halb­wegs gläu­bi­gen Kardinäle.

        Aber sie tun es nicht!

        Da nüt­zen auch sol­che Inter­views nicht.

    • „nicht scharf­sin­nig … nicht mutig … fei­ge … mit­schul­dig … Lamen­tie­rer … weibisch“

      So „chark­te­ri­sie­ren“ Sie in einem ein­zi­gen Ihrer berüch­tig­ten Hetz­bei­trä­ge auf katholisches.info einen Kar­di­nal der Hei­li­gen Römisch-Katho­li­schen Kir­che, der noch dazu fast als ein­zi­ger den Mut hat, Ber­go­gli­os bru­ta­len Kir­chen­ver­nich­tungs­plä­nen offen zu wider­stehn. Wagen Sie es nicht noch ein ein­zi­ges Mal, hier gegen mich oder ande­re den mora­li­schen Zei­ge­fin­ger zu erhe­ben oder sich in die Rol­le des von allen geschmäh­ten Opfers zu flüch­ten, oder völ­lig rea­li­täts­fern von „justi­zia­blen“ Äuße­run­gen zu faseln. Sie sind mit Abstand die schlimm­ste Dem­ago­gin und übel­ste Schmä­he­rin auf Got­tes wei­ter Erde. Und ich hof­fe für Sie, dass Ihnen nicht erst vor dem Rich­ter­stuhl Got­tes die Augen über Ihre ver­ba­len Ver­bre­chen geöff­net wer­den. Aus die­sem ein­zi­gen Grun­de schrei­be ich Ihnen das übri­gens, wenn­gleich es ja den Anschein hat, dass man da auch gleich gegen Wand spre­chen könnte.

      • Ich hof­fe, daß Sie auf der Tasta­tur nicht noch mehr Gift ver­sprit­zen können.
        Typen wie Sie sind geeig­net, das Anlie­gen der Tra­di­ti­on in den Augen Wohl­mei­nen­der zu erniedrigen.

  2. Es ist wahr ! Wenn der eine oder ande­re Kar­di­nal und Bischof vor Gott stehen
    wird, kann er nicht sagen, ich woll­te kol­le­gi­al sein und mich der Bischofkon-
    ferenz und ihren Beschlüs­sen nicht ent­ge­gen stel­len. Gott wird fra­gen, was hast
    du mit dei­nen Talen­ten die ich dir gab, gemacht ? Da wird sich nie­mand auf die
    ande­ren, auf die Bischof­kon­fe­renz aus­re­den kön­nen. Natür­lich müss­ten die Bischö-
    fe die Poli­ti­ker dahin­ge­hend beleh­ren, dass ihr Han­deln dem christ­li­chen Men-
    schen­bild und Moral ent­spre­chen muss, sonst ist ein Kom­mu­nion­emp­fang nicht mög-
    lich.

  3. Wir kön­nen für die­sen tap­fe­ren, glau­bens­star­ken Kar­di­nal nicht dank­bar genug sein. Dan­ke, Emi­nenz, für Ihr leuch­ten­des Zeugnis!

  4. Wir sind in einer außer­or­dent­lich dra­ma­ti­schen Lage in der Kir­che und in der Welt.

    Auf eine außer­or­dent­li­che Situa­ti­on kann nur mit außer­or­dent­li­chem Mut reagiert wer­den, sonst kommt dabei nichts als Gewin­sel heraus.

    Viel­leicht klam­mern sich man­che hier ein­fach an jeden letz­ten Stroh­halm, aber wie ernst ist es Ihnen allen?

    Die lage ist so schlimm, dass die­ses fast erbärm­li­che Auf­tre­ten Bur­kes abso­lut kei­ne ange­mes­se­ne Ant­wort ist. Er ist Bischof der Kir­che, er hät­te einen schwer­wie­gen­de Ver­ant­wor­tung. Wird er ihr gerecht?

    Er erin­nert mich an die vie­len CSU-Poli­ti­ker, die zur Zeit immer wie­der Ver­bal­at­tacken gegen Mer­kel fah­ren und am Schluss doch brav mitmachen.

    Kann mir hier einer sagen, was so etwas nüt­zen soll?

    Oder brau­chen wir bloß noch ein Trsotpüpp­chen vor dem gro­ßen Unter­gang, damit es nicht gar so schwer wird, einen Bischof zum Lieb­ha­ben, den wir an unser Herz drücken kön­nen und ein letz­tes Mal die Illu­si­on näh­ren, wir hät­ten Hir­ten, denen die Scha­fe mehr als einen Pfif­fer­ling wert sind? Und wie­der sind es v.a Frau­en, die wie fern­ge­steu­er­te Auf­zieh­pup­pen genau das sagen, was man von ihnen erwar­tet und aus­ra­sten, wenn einer sie drauf hin­weist, dass… der Kai­ser nackt ist…

    • „Wer alles defen­die­ren will, defen­die­ret gar nichts.“ (Fried­rich der Große)
      Natür­lich kann man von Kard. Bur­ke ver­lan­gen, daß er schär­fer Ross und Rei­ter nennt. US-Ame­ri­ka­ner ken­nen „Custer´s last stand“. Mit Hur­ra in den Unter­gang. Und hat Custer sei­nen Auf­trag erfüllt? Damit kann man sich sel­ber gut füh­len und Bewun­de­rung erzeu­gen. Und man geht in die Hel­den­sa­ge ein wie die Bur­gun­den in Worms.
      Man erreicht halt damit nix.
      Auch ein Kard. Bur­ke muß tak­tie­ren, wenn er die Kir­che ret­ten will. Denn dazu muß er auch die vie­len Lau­en über­zeu­gen, die sel­ber nicht wis­sen, wo die Mit­te ist, auf der sie ste­hen wollen.
      Das ist nicht fei­ge, son­dern klug.

      • @ Wolf­gang Franz

        Aller­dings sehe ich kei­ne Tak­tik — wel­che ist es denn? Ich mein­te auch kei­ne Micha­el-Kohl­haas-Allü­re oder ein Anren­nen gegen Windmühlen.
        In dem Fall hät­ten Sie recht, aber genau das mein­te ich nicht.
        Andern­falls müss­ten Sie auch Jesus vor­wer­fen, er hät­te das Kind mit dem Bad aus­ge­schüt­tet und sei nicht stra­te­gisch genug vor­ge­gan­gen. Jesus nann­te den, der ihm das ein­flü­stern woll­te, näm­lich den Petrus, einen „Satan“!

        Wir haben es ja hier nicht nur mit Poli­tik zu tun, son­dern mit „Gei­stern in der Luft“ wie Pau­lus sagt.

        Ihr Argu­ment steht dem Mut der Mär­ty­rer ent­ge­gen, die eben auch nicht tak­tiert haben, son­dern mit ihrem Leben ein Zei­chen der Ganz­hin­ga­be gesetzt haben, das reich­ste (!) Frucht brachte.
        Und beden­ken Sie: Anfangs waren das alle Päp­ste, die ersten Päp­ste wur­de alle­samt Märtyrer.

        Im Glau­ben heißt es nach den Wor­ten Jesu sei man „klug wie die Schlan­gen, aber ohne Falsch wie die Tauben“.

        Nun wuss­te auch Fried­rich der Gro­ße, dass man sehr schnell nicht nur so klug, son­dern auch so falsch wie die Schlan­ge ist!
        Bei Bur­ke ist m.E. die­se Gren­ze eben nicht gewahrt, weil er die Aus­lö­ser für das Desa­ster par­tout nicht beim Namen nennt, son­dern nur die Fol­gen beweint und ein biss­chen an den Sym­pto­men her­um­dok­tert, ohne etwas Wirk­sa­mes zu tun. 

        Ich kann kei­ne „Wir­kun­gen“ sehen — das ist das Pro­blem. Und wenn wel­che zu ver­zeich­nen sind, sind sie ihrer­seits hoch­pro­ble­ma­tisch und füh­ren zu neu­en Ver­en­gun­gen und Irrun­gen. Ich hab das bei sei­nen jewei­li­gen Tex­ten immer kund­ge­tan, wofür man mich aus­gie­big hasst, aber das ist gleich — ich will mein Herz nicht zur Mör­der­gru­be machen.

        Lei­der habe ich zwar jede Men­ge Gift­pfei­le abbe­kom­men von denen, auf die Bur­ke wohl doch kei­ne so gute Wir­kung hat, aber nie­mand konn­te sich mit mir über die theo­lo­gi­schen Pro­ble­me, die ich nann­te, ange­mes­sen aus­tau­schen. Und auch das ist — ver­su­chen Sie mich zu ver­ste­hen — KEIN gutes Zei­chen, denn es weist dar­auf hin, dass er Gefüh­le erreicht und instru­men­ta­li­siert, aber kei­nes­wegs das Glau­bens­wis­sen oder gar die Erkennt­nis ver­tie­fen hilft.

      • Eines hab ich noch ver­ges­sen @ Wolf­gang Franz

        Es heißt in der Schrift, am Ende der Zei­ten käme eine „Nacht, in der nie­mand mehr wir­ken kann“ und vie­le, die behaup­ten, bei ihnen sei Christ­su, aber wir soll­ten ihnen nicht folgen.

        Es ist auch mög­lich, dass Bur­ke tat­säch­lich an einem Hin­der­nis schei­tert, das Gott selbst gesetzt hat. 

        Wenn das aber so sein soll­te, wäre es an ihm, das auch zu sagen — das wäre für die Gläu­bi­gen ein auf­rüt­teln­des Zei­chen, sich nun nicht mehr mit den vie­len unwil­li­gen Katho­li­ken her­um­zu­schla­gen, son­dern danach zu sehen, dass sie selbst nicht von Jesus weg­ge­ris­sen werden.

    • @zeitschnur

      Was Sie hier schrei­ben, hat mit Glau­be wenig bis nichts zu tun. Sie ver­welt­li­chen die Kir­che und den Glau­ben. Ihre Spra­che ist politisch.

      Wie Kar­di­nal Bur­ke rich­ti­ger­wei­se her­vor­hebt, haben wir uns nicht vor einem welt­li­chen Gre­mi­um zu ver­ant­wor­ten, son­dern vor Gott allein. 

      Wir müs­sen also den Blick nicht auf das Dies­seits len­ken, son­dern auf das Reich Got­tes (Joh 18,36). Nur im Ver­trau­en auf Gott fin­det der Christ das Heil.

      • gut, Sie mal wie­der hier zu sehen. Auf einer bestimm­ten ande­ren Sei­te schla­fen einem beim Lesen der Kom­men­tar­sek­ti­on mitt­ler­wei­le die Füße ein, wäh­rend man hier es schon fast mit der Angst bekommt ob der Hef­tig­keit der Auseinandersetzungen…

        @Zeitschnur: Was soll­te Bur­ke Ihrer Mei­nung machen? Sedis­va­kanz erklä­ren? Das Kon­zil für häre­tisch erklä­ren? und wenn ja, was dann? eige­nen „Club“ grün­den? Ich kann Ihre Vor­wür­fe teil­wei­se nach­voll­zie­hen, daß er zu wenig auf die Bar­ri­ka­den geht, aber eine Lösung erschließt sich mir nicht…

      • Lie­ber @ Kostadinov
        Ich fürch­te, die heu­te mor­gen noch im Namen von @ Sua­rez ins Forum gestell­ten Wor­te waren, wenn ich mich nicht ganz irre, sei­ne letz­ten, denn Prof. Dr. Wal­ter Hoe­res ist gestern im Alter von 87 Jah­ren ver­stor­ben. So erweist sich sein letz­ter Satz als Ver­mächt­nis für uns alle: „Wir müs­sen also den Blick nicht auf das Dies­seits len­ken, son­dern auf das Reich Got­tes (Joh 18,36). Nur im Ver­trau­en auf Gott fin­det der Christ das Heil“.
        Möge er die­ses Heil gefun­den haben und nun­mehr ruhen in Frieden!

      • Hoch­ver­ehr­ter @Sophus,
        es ehrt mich sehr, dass Sie mich für den gro­ßen Prof. Dr. Wal­ter Hoe­res wür­dig erach­ten. Ich könn­te aber nie das pro­fun­de Wis­sen, die tie­fe des Gei­stes für mich bean­spru­chen, die Prof. Dr. Wal­ter Hoe­res aus­ge­zeich­net hat. Wie Sie sehen, hat das Den­ken die­ses Phi­lo­so­phen auch auf ande­re eine tie­fe Wir­kung getan.

        Ich möch­te mich Ihrem Her­zens­wunsch anschlie­ßen, dass Pro­fes­sor Hoe­res in Frie­den ruhen und ihm das ewi­ge Licht leuch­ten möge!

      • @ Kosta­di­nov

        Ich habe kein „Rezept“, aber eines erscheint mir immer deut­li­cher zu wer­den: die Kir­che bräuch­te ech­te Beken­ner, die alles auf eine Kar­te setzen.

        Das war jeden­falls die Stra­te­gie etwa eines Maxim und letzt­end­lich auch eines Atha­na­si­us. Und von ihrem Mut, die­sem ech­ten Mut, das, was Sache war, ohne Rück­sicht auf ihren eige­nen Ver­lust auch zu beken­nen, leben selbst wir heu­te noch! Wann gab es für die Kir­che und Leh­re zuletzt sol­che Hel­den? Eeben — das ist enorm lan­ge her! Allei­ne das ist schon bestür­zend. Es gab dafür vie­le, die ande­re nie­de­grme­acht und getö­tet haben…

        Natür­lich kann man nie­man­den eine sol­che heroi­sche Tat abverlangen.

        Aber es stört mich, wenn wir hier der­ma­ßen ver­flacht sind, dass wir den Unter­schied zwi­schen den schwa­chen „Inter­ven­tio­nen“ des Kar­di­nals und die­sen alten Beken­nern nicht mehr erkennen.

        Mehr als Bur­kes sicher nicht gera­de sehr tap­fe­ren Inter­ven­tio­nen schockt mich wirk­lich die­se Flach­heit! Was ist nur mit uns los, dass wir uns mit so etwas zufrie­den geben?

        Es geht ver­mut­lich für Bur­ke nicht anders als für Sie und mich um eine radi­ka­le Bereit­schaft für den Herrn.

        Die besteht aller­dings nicht dar­in, ande­re bis zum Abwin­ken stän­dig per­sön­lich und pri­vat anzu­gif­ten, wenn sie der eige­nen Vor­stel­lung vom rech­ten Glau­ben nicht entsprechen.

        Auch das ist der hel­le Wahn­sinn und ein Zei­chen tief­sten Glaubensabfalls…
        Wir bekla­gen uns stän­dig dar­über, dass ande­re nicht recht glauben.
        Wer hier fragt sich, ob er selbst recht glaubt?
        Wir wäh­nen uns in der Sicher­heit des „Wah­ren“, aber das kann auch ein Wahn sein.
        Selbst die per­fek­te­ste Recht­gläu­big­keit zählt bekannt­lich nichts, wenn man den Bru­der hasst. Und die­ser Hass ist wie eine schwe­re Krank­heit unter Katholiken.
        Noch vor 200 Jah­ren etwa wuss­te man in der Kir­che, dass es nicht dar­um geht, ande­re für Gott zu zu töten (was immer ein Sakri­leg ist), son­dern sich selbst.
        Aber bit­te — wir haben hier ein Forum vol­ler unbe­ru­fe­ner Beicht­vä­ter und Psy­cho­lo­gin­nen, die anma­ßend Urtei­le über See­len- und Gna­den­stand ande­rer Poster abge­ben. Eine sach­hal­ti­ge Kri­tik an Taten oder Gedan­ken, die die Per­son aller­dings nicht anta­sten, hal­ten sie dage­gen nicht aus. 

        Was ist ein Bekenner?
        In jedem Fall zual­ler­erst mal einer, der sich selbst nicht schont und nicht die andern vor­schickt. Das ist mir bei Bur­ke aller­dings schon unter Bene­dikt eini­ge Male sau­er auf­ge­sto­ßen. Ich fin­de die Anläs­se nicht mehr, aber es wur­de vor Jah­ren dar­über auch hier im Forum verhandelt.
        Wei­ter ist der Beken­ner radi­kal und nie­mals kom­pro­miss­be­reit, wenn es um die Ehre Jesu geht.
        Das heißt aber nicht: ande­re dau­ernd ins Visier neh­men und dem eige­nen erbärm­li­chen Mei­nen unter­wer­fen zu wollen.
        Es heißt, Din­ge radi­kal zu Ende zu den­ken, zu zele­brie­ren, jede Kon­se­quenz auf sich zu neh­men, die Gott als Erkennt­nis gege­ben hat. Und radi­kal sich selbst von Gott wie von einem Bild­hau­er bear­bei­ten zu lassen.

        Wenn man die Bio­gra­fen ech­ter Hei­li­ger liest, dann erkennt man wie sehr sie sich dem gestellt haben. Das waren kei­ne Stra­te­gen und kei­ne Poli­ti­ker für die Kir­che, son­dern sol­che, die sich „von einem andern füh­ren lie­ßen“ und nicht mehr dahin „gin­gen wohin sie woll­ten“, son­dern wo ein ande­rer, so unend­lich viel Grö­ße­rer sie haben wollte.

        Die­ser Anspruch ist es allei­ne wert, Jesus zu ent­spre­chen. Alles ande­re ist Lauheit.

        Ob ich dem sel­ber gerecht wer­de, weiß ich nicht. Ich bin auch vol­ler Angst, Zwei­fel und Zau­dern. Aber ich weiß, dass Jesus mehr von mir will als wohl­fei­les, frömm­le­ri­sches Zurück­wei­chen und hof­fe, dass er zu allem die Kraft und die rech­te Erkennt­nis gibt, was er abverlangt.

      • Hoch­ver­ehr­ter @ Sua­rez! Dan­ke für Ihre Rück­mel­dung! Es freut mich außerordentlich,dass ich auf­grund Ihres Nick­na­mens, Ihres Frankfurt/Limburger Lebens­hin­ter­grunds, der Katho­li­zi­tät Ihrer Inhal­te und Ihrer Sprache/Ausdruckweise falsch gemut­maßt habe.
        Lie­ber @ Kostad­i­nv! Ich bit­te um Ent­schul­di­gung für die vor­ei­li­ge Falschmeldung!

      • So habe ich, zwar im Janu­ar, auch mal Zeu­ge einer Art von Oster-Erleb­nis sein dür­fen, und es ist großartig :-):-)

    • Ver­ehr­te @zeitschnur,
      Mir scheint so bei Ihnen geht nur alles oder nix, Sie las­sen kein gutes Haar an Kar­di­nal Bur­ke. Natür­lich könn­te Kar­di­nal Bur­ke mehr tun, er könn­te muti­ger sein, er könn­te Ross und Rei­ter nen­nen, aber so einen Kar­di­nal gibt es eben nicht mehr, was tun? Einen Hei­li­gen Atha­na­si­us, den Sie nen­nen, haben wir eben nicht mehr. Ich den­ke, wir soll­ten das Gute das die­ser Kar­di­nal tut wert­schät­zen und unter­stüt­zen. In die­ser ver­wirr­ten Zeit muss man froh sein, dass eini­ge weni­ge Kir­chen­für­sten ihre Stim­me erheben.

      • Moment — sei­ne übri­gen „Haa­re“ inter­es­sie­ren mich gar nicht! Ich fän­de es auch okay, wenn man ihn ein­fach mit sei­ner klei­nen Kraft wahr­nimmt als das, was er ist.

        Ich wei­se ein­fach dar­auf hin, dass es sich nicht um den „Hero“ han­delt, nach dem sich hier offen­bar vie­le sehnen.

      • @ Eccle­sia u.a.
        Gegen­über Kar­di­nal Bur­kes stra­te­gi­schem Ver­hal­ten, das hier von unge­dul­di­gen Damen ohne Gesamt­ver­ant­wor­tung für die katho­li­sche Kir­che her­un­ter­ge­macht wird, erin­ne­re ich an F.Nietzsches „Zara­thu­stra-Aus­sa­ge über das Ster­ben, aus deren Abwand­lung Kar­di­nal Bur­ke gegen­wär­tig zu ver­ste­hen ist: „Man­che han­deln zu früh, man­che han­deln zu spät. Ich aber sage dir, hand­le zur rech­ten Zeit“! Was Fried­rich Nietz­sche auf den Frei­tod bezo­gen hat, gilt noch viel mehr für das rech­te Han­deln zur rech­ten Zeit. Die­ser Zeit­punkt, für den Kar­di­nal Bur­ke sein Han­deln 2014 öffent­lich ange­kün­digt hat, ist, was alle Unge­dul­di­gen zum jet­zi­gen Zeit­punkt ein­se­hen müss­ten, JETZT noch nicht gekom­men. Denn in Rom ist noch nichts End­gül­ti­ges ent­schie­den, was ein berech­tig­ter Anlass zu einem Han­deln wäre, das auch in einer Kir­chen­spal­tung enden könn­te und damit dem wider­sprä­che, was Jesus sei­nen Apo­steln auf­ge­tra­gen hat: Eins zu sein und zu bleiben!

    • „Die lage ist so schlimm, dass die­ses fast erbärm­li­che Auf­tre­ten Bur­kes abso­lut kei­ne ange­mes­se­ne Ant­wort ist. Er ist Bischof der Kir­che, er hät­te einen schwer­wie­gen­de Ver­ant­wor­tung. Wird er ihr gerecht?“
      Sagen Sie mal, Sie betrei­ben wohl Ihre Pro­pa­gan­da gemäß dem alt­be­kann­ten Grund­satz: „Wenn man eine gro­ße Lüge erzählt und sie nur oft genug wie­der­holt, dann wer­den die Leu­te sie am Ende glauben.“!?
      Wer wird denn sei­ner Ver­ant­wor­tung in und für die Kir­che augen­blick­lich gerech­ter, als die­ser „Bischof“!? Darf ich Sie erin­nern, dass er bis­lang der ein­zi­ge ist, der gemaß­re­gelt wur­de und sein hohes Kurien­amt ver­lor und nicht auf­ge­hört hat zu wider­spre­chen? Wis­sen Sie eigent­lich, dass Bur­ke schon auf­grund des­sen, was er tut, in Lebens­ge­fahr schwebt!? Was bil­den Sie sich über­haupt ein, das Wir­ken die­ses Kar­di­nals ‑öffent­lich wie im ver­bor­ge­nen — von ihrem durch­ge­ses­se­nen Schreib­ses­sel aus beur­tei­len zu kön­nen!? Ihre Kri­tik ist hoh­le Phra­se, nichts wei­ter. Man könn­te sie jedem ans Bein bin­den. Was passt Ihnen denn nun in Wirk­lich­keit nicht, dass Sie sich aus­re­rech­net in ihn so pit­bul­l­ar­tig ver­bei­ßen!? Ist er Ihnen zu sehr Vater­fi­gur!? Ist es das, was Sie bis aufs Blut reizt??

  5. Die Kir­che ist, ein­mal mehr durch mensch­li­ches Ver­sa­gen am Abgrund gelandet.
    Kar­di­nal Bur­ke in Ehren, aber wenn er sich noch wei­ter vor­wagt ist er weg.
    Ich den­ke „Rom“ laesst ihn gewa­eh­ren weil er schoen weit weg in USA ist.
    Qua­si als Fei­gen­blatt der Konservativen.
    Zu einer Kurs­kor­rek­tur wird es nicht fuehren.

  6. Ich mag Kar­di­nal Bur­ke sehr aber es reicht nicht immer nur zu warnen.

    Kon­ser­va­ti­ve Bischö­fe war­nen, mah­nen und jam­mern und es pas­siert nichts wäh­rend Fran­zis­kus wüten kann wie er will und Fak­ten schafft. Kon­ser­va­ti­ve Kar­di­nä­le reden ein­fach zu viel, sie soll­ten weni­ger reden und mehr han­deln. In der Bischofs­syn­ode haben sie nicht gekämpft, son­dern geknif­fen, vor einem destruk­ti­ven Papst gekuscht, die Leh­re für ein Lin­sen­ge­richt ver­kauft, weil sie den Mumm nicht hat­ten sie zu ver­tei­di­gen als es drauf ankam. Die kon­ser­va­ti­ve Bischö­fe haben es ver­säumt Fran­zis­kus in sei­ne Schran­ken zu wei­sen. Kar­di­nal Mül­ler ist vor den libe­ra­len Bischö­fe und vor einen Papst, der Krieg gegen die katho­li­sche Leh­re führt, ein­ge­knickt. Er hat somit gemein­sa­me Sache mit Häre­ti­kern gemacht um eine wert­lo­se pseu­do- Ein­heit zu wah­ren. Kein kon­ser­va­ti­ver Bischof kann sei­ne Hand in Unschuld waschen.

      • Nein, das mein­ten Sie eben ganz und gar nicht! Ihnen geht es um die Dis­kre­di­tie­rung der Per­son von Kar­di­nal Bur­ke aus was für Moti­ven auch immer. Ihnen geht es dar­um, allen ande­ren Ihre eige­ne Hoff­nungs­lo­sig­keit und Ver­bit­te­rung auf­zu­zwin­gen. Des­halb trach­ten Sie auch danach, jeden Keim der Hoff­nung gleich im Ansatz zu ersticken, jede gute Initia­ti­ve schlecht zu reden und jeden lau­te­ren Cha­rak­ter mit übel­ster Dem­ago­gie in Ver­ruf zu brin­gen. Nein, Sie sind kei­ne zwei­te Katha­ri­na von Sie­na, für die Sie sich mög­li­cher­wei­se allen Ern­stes halten.

    • Nun, da bin ich ja ganz bei Ihnen@Zarah, was Ihre Kri­tik am Ver­hal­ten der lehr­amts­treu­en Syn­oden­teil­neh­mer betrifft. Sie waren, wenn nicht in der Mehr­heit, so doch eine gro­ße, unüber­seh­ba­re und sehr ent­schlos­se­ne Grup­pe. Es wäre somit mög­lich gewe­sen, Ber­go­glio und sei­ne jesui­ti­schen Kas­pe­ria­ner wirk­sam aus­zu­brem­sen. Ohne die Gefolg­schaft eine so gro­ßen Grup­pe von Bischö­fen wäre Ber­go­glio für den Rest sei­ner Amts­zeit eine „lame duck“ gewe­sen. Das alles ist aber kein Grund, Kar­di­nal Bur­ke fort­wäh­rend auf das übel­ste zu beschimp­fen und in den Dreck zu zie­hen, wie es Schreib­tisch­tä­te­rin zeit­schnur hier seit Mona­ten bei jeder sich bie­ten­den Gele­gen­heit vor­ex­er­ziert. Der Wider­stand muss orga­ni­siert und von einer gro­ßen Grup­pe getra­gen sein. Was mit ein­zel­nen geschieht, die aus der grau­en Mas­se her­vor­ra­gen, kann man am Schick­sal Dybas, Krenns, Mixas, Tebartz und all der ande­ren von der zweit­va­ti­ka­ni­schen Mafia mit­tels fin­ster­ster Intri­gen gemobb­ten Bischö­fe able­sen. Zeit­schnurs zwang­haft-pin­scher­ar­ti­ges Ankläf­fen gegen Bur­ke ist des­halb im Grun­de so sub­stanz­los wie lächerlich.

  7. @ Zarah
    Teil­wei­se stim­me ich Ihnen zu, denn es reicht nicht, zu mah­nen und nicht zu handeln.
    Doch wie kann eine Lösung aus­se­hen? Kon­ser­va­ti­ve Bischö­fe sind in der Min­der­heit. Glau­bens­treue Bischö­fe müs­sen zusätz­lich bei all ihren Hand­lun­gen beden­ken, dass sie gar nicht mehr „Herr“ ihres Ordi­na­ria­tes sind. Ich darf an das Bei­spiel des Lim­bur­ger Bischofs erin­nern, die Het­ze gegen ihn ging ein­deu­tig zunächst von der Lei­tungs­ebe­ne direkt unter ihm aus. Soge­nann­te Infor­ma­tio­nen wer­den an die „Qua­li­täts­me­di­en“ gestreut, die über­neh­men die Dreck­ar­beit, wobei sie sich mit dem Gewand der Sau­ber­män­ner beklei­den. Die­ser glau­bens­treue Bischof muss­te einen Ruf­mord ertra­gen, der jedes Maß über­trof­fen hat. Den keiner/keine der hier Kom­men­tie­ren­den auch nur weni­ge Tage ertra­gen könnte.
    Lim­burg ist im deutsch­spra­chi­gen Raum der katho­li­schen Kir­che fast überall.
    Hin­zu kommt, dass Gläu­bi­ge auch noch ihren Bischof ver­lie­ren, der sie vor Schlim­me­rem bewahrt, wenn er durch einen Pro­gres­si­sten ersetzt wird.
    Wo ist die Lösung?
    Ich kann sie nicht erkennen.
    Im übri­gen wun­dert mich, dass alle Kom­men­ta­to­ren die Äuße­rung @ Zeit­schnurs wider­spruchs­los hin­ge­nom­men haben bezüg­lich des I. Vat­ka­ni­schen Kon­zils und der Unfehl­bar­keit des Pap­stes. Die­ses Kon­zil hat dog­ma­ti­siert, was schon immer in der Kir­che geglaubt wurde.
    Katho­li­sche Chri­sten wis­sen, dass die Dog­men jeder infra­ge­stel­len­den Dis­kus­si­on ent­ho­ben sind.

    • „Im übri­gen wun­dert mich, dass alle Kom­men­ta­to­ren die Äuße­rung @ Zeit­schnurs wider­spruchs­los hin­ge­nom­men haben bezüg­lich des I. Vat­ka­ni­schen Kon­zils und der Unfehl­bar­keit des Pap­stes. Die­ses Kon­zil hat dog­ma­ti­siert, was schon immer in der Kir­che geglaubt wurde.
      Katho­li­sche Chri­sten wis­sen, dass die Dog­men jeder infra­ge­stel­len­den Dis­kus­si­on ent­ho­ben sind.“

      Nun @Thea, dann haben Sie mei­ne Kom­men­ta­re offen­sicht­lich nicht zur Kennt­nis genom­men, in denen ich dies tat. Die Sache ist aber viel schlim­mer! Lei­der gab es auf die­ser Sei­te näm­lich eine Rei­he von Kom­men­ta­to­ren, die ihr dies­be­züg­lich zuge­stimmt haben. Namen könn­te ich nen­nen, tue es aber nicht, denn dann wür­den die­je­ni­gen es natür­lich bestrei­ten und ich wäre gezwun­gen, mir die Mühe des Nach­wei­ses zu machen. Nö, in die­sem Sumpf zu wüh­len, dazu habe ich weder Zeit noch Lust. 😉

      • Sorry,@hicesthodie, es ist mir ent­gan­gen. Weil Ihre star­ke Ver­tei­di­gung von Kar­di­nal Bur­ke mei­ne Auf­merk­sam­keit gefes­selt hat…

    • Ich habe — wie die mei­sten Mini­ma­li­sten damals auf dem Kon­zil — das Dog­ma inhalt­lich nicht in Fra­ge gestellt.

      Gehört aber etwas Sach­kennt­nis dazu, den Unter­schied zu erfas­sen. Machen Sie sich also bit­te vor­her erst mal kundig.

      Bei Inter­es­se mein letz­ter Blog­ar­ti­kel — ist aber nicht ganz anspruchs­los und ein lan­ger Text.

  8. Nach­trag:
    Die media­le Hetz­jagd, die einem Mar­ty­ri­um gleich­zu­set­zen ist, betrifft ja nicht nur glau­bens­treue Bischö­fe im deutsch­spra­chi­gen Raum.
    Man mag zu Bene­dikt XVI. ste­hen wie man will: Was er nicht nur als Papst, son­dern auch als Glau­bens­prä­fekt von den Medi­en zu ertra­gen hat­te, über­steigt die Kräf­te der mei­sten Men­schen bei weitem.
    Bit­te, rea­li­stisch blei­ben: Wir befin­den uns bereits in einem welt­wei­ten Kir­chen­kampf, der durch die Medi­en welt­weit ver­stärkt wird, wie es frü­he­ren Genera­tio­nen von Katho­li­ken völ­lig unbe­kannt war.

  9. Und war­um gibts hier unter den Mädels kei­ne hl. Jean­ne d‚Arc?- Das ist nur eine Anmer­kung, kei­ne Frage.

    Es ist gesagt wor­den, daß die Erneue­rung der Kir­che von gläu­bi­gen Lai­en, den Klei­nen, aus­geht und nicht so sehr von Bischö­fen und Prie­stern. Bischö­fe sind wie Gefes­sel­te, selbst die Guten und Star­ken wie Kar­di­nal Burke.
    Und wie Erneue­rung geht, dar­über muß man hier sicher­lich nicht vie­le Woret ver­lie­ren: beich­ten, täg­lich Rosen­kranz beten, Buße tun, den Herrn auch im meist ver­schlos­se­nen Taber­na­kel besu­chen, die hl. Mes­se- und die Welt Welt sein las­sen so weit es immer mög­lich ist. Es ist nicht so schwer; man muß nur wollen.

    • @Franzel: Ich will ger­ne so eine Rol­le auf mich nehmen,aber was soll ich denn machen??? Ja, ich bete tae­g­lich Rosen­kranz, gehe in die H. Messe,und hal­te die Gebo­te. Ich will noch mehr machen, aber was denn?

  10. Ich den­ke, man muss hier ein­mal eine Lan­ze für Frau zeit­schnur brechen.
    Sie hat in müh­se­li­ger Klein­ar­beit auf­ge­deckt, dass das Nar­ra­tiv der Kon­ser­va­ti­ven und Tra­di­tio­na­li­sten in wesent­li­chen Punk­ten ein­fach nicht stimmt.
    Bahn­bre­chend war inso­weit natür­lich das Buch des Kir­chen­hi­sto­ri­kers Hubert Wolf „Die Non­nen von San­t’Am­bro­gio“, dem man nur wei­te­ste Ver­brei­tung wün­schen kann.
    Dar­in kann man exem­pla­risch able­sen, dass die Kir­che im 19ten Jahr­hun­dert von den Jesui­ten durch die Über­hö­hung des Papst­tums und die Imple­men­tie­rung der Neu­scho­la­stik, als ein­zig legi­ti­mer katho­li­scher Phi­lo­so­phie, in eine extre­mi­sti­sche Posi­ti­on gebracht wur­de. Eine extre­mi­sti­sche Posi­ti­on, die in der Moder­ni­sten­hatz unter Pius X ihren zuge­spitz­ten Höhe­punkt fand, danach abflach­te und sodann ins Gegen­teil umschlug, nach­dem die Jesui­ten sich an die Spit­ze des ande­ren Extrems gestellt hatten.
    Dar­an kann man wie­der­ein­mal erken­nen, dass die ent­ge­gen­ge­setz­ten Extre­me ein­an­der näher ste­hen, als das eine oder ande­re Extrem der Wahr­heit nahesteht.
    Weg­wei­send für eine Posi­ti­on gesun­der Katho­li­zi­tät ist dage­gen die Per­sön­lich­keit des Kar­di­nals Gustav-Adolf von Hohen­lo­he-Schil­lings­fürst, der sei­ne Nich­te aus der von Jesui­ten gelei­te­ten Klo­ster­höl­le von San­t’Am­bro­gio befreit und in die Obhut der Bene­dik­ti­ner ver­bracht hat.
    Hohen­lo­he hat erkannt, dass der Beicht­va­ter von San­t’Am­bro­gio, der Jesu­it Josef Kleut­gen, Vater der Neu­scho­la­stik und des Unfehl­bar­keits­dog­mas, der Initia­tor der Gift­mor­de in dem Klo­ster gewe­sen ist.
    Hohen­lo­he hat auch erkannt, dass die Päp­ste nur Mario­net­ten in den Hän­den der Jesui­ten sind.
    Er hat sei­nem Bru­der, dem Reichs­kanz­ler Chlod­wig von Hohen­lo­he-Schil­lings­fürst mit Exkom­mui­ka­ti­on gedroht für den Fall, dass das Ver­bot des Jesui­ten­or­dens im Deut­schen Reich auf­ge­ho­ben würde.
    Ein römi­scher Kuri­en­kar­di­nal droht also dem deut­schen Reichs­kanz­ler mit Exkom­mu­ni­ka­ti­on, falls der Jesui­ten­or­den in Deutsch­land wie­der zuge­las­sen wird.
    Hohen­lo­he hat­te den Jesui­ten­or­den als ver­bre­che­ri­sche Orga­ni­sa­ti­on erkannt. Jeden Mor­gen, bevor er die hl. Mes­se zele­brier­te, hat er die eucha­ri­sti­schen Gaben erst vor­ko­sten las­sen, weil er stets befürch­te­te, von den Jesui­ten ver­gif­tet zu werden.
    Der Jesui­tis­mus ist katho­li­sche Gno­sis, also das inner­kirch­li­che Prin­zip des Bösen.
    Um die Irrun­gen und Wir­run­gen des Bösen zu erken­nen und ver­bor­ge­ne und ver­steck­te Irr­tü­mer auf­zu­spü­ren, muss man nicht nur Selbst­den­ker sein, son­dern auch Querdenker.
    Herz­li­chen Dank daher an Frau zeit­schnur für ihre Arbeit.

    • Kleut­gen wur­de aber im Kir­chen­staat nicht nur wegen der Mor­de ver­ur­teilt, son­dern vor allem des­we­gen, weil die­se Gift­mor­de des­we­gen durch­ge­führt wur­den, weil man die Schwe­stern damit zum Schwei­gen brin­gen woll­te, die um den heid­ni­schen Kult um eine ver­stor­be­ne Ordens­frau, der bereits aus­drück­lich ver­bo­ten wor­den war, und unter der Betreu­ung der Jesui­ten trotz­dem wei­ter­ge­pflegt wur­de, wuss­ten und dage­gen Wider­stand gelei­stet hat­ten, aber aus dem Klo­ster nicht mehr rauskamen.

      Die­ser heid­ni­sche Kult war ver­knüpft mit hom­se­xu­el­len Prak­ti­ken, zu denen die Klo­ster­vi­ka­rin die ande­ren Frau­en zwang, die Kleut­gen sehen­den Auges nicht nur gewäh­ren ließ, son­dern forderte.

      Die Ange­le­gen­heit wur­de weni­ge Jah­re vor dem vati­ca­num I vor dem Hl. Offi­ci­um aus­führ­lichst ver­han­delt. Kleut­gen wur­de wegen „for­mel­ler Häre­sie“ verurteilt.

      Es ist bis heu­te unglaub­lich, dass Pius IX die­sen Kri­mi­nel­len, der selbst meh­re­re Sex­af­fai­ren hat­te, eine sogar, indem er scham­los in Rom mit einer Frau zusam­men­leb­te, zu sei­nem Hof­theo­lo­gen „begna­dig­te“.

      Ein sol­cher Mann hät­te nach den tra­dier­ten Gepflo­gen­hei­ten der Kir­che über­haupt nie wie­der in sein Amt zuge­las­sen wer­den dür­fen. Nach Pius IV. hät­te Pius IX. sich durch die­se „Begna­di­gung“ eines Ver­bre­chers und Häre­ti­kers selbst als Häre­ti­ker geoutet…

      Allei­ne auch von daher ist das Papst­dog­ma zweifelhaft.

      Und die­se Ambro­gio-Geschich­te ist bei­lei­be nicht die ein­zi­ge die­ser Art.
      Schau­er­lich auch die Vor­gän­ge im Redemp­to­ri­sten­klo­ster in Alt­öt­ting, in die teil­wei­se die­sel­ben Ver­däch­ti­gen — alles Neu­scho­la­sti­ker und Infal­libi­li­sten — ver­strickt waren (!!!), auch dort mit mas­si­ven sexu­el­len Ent­glei­sun­gen, die in einen Kult um ein wahr­sa­gen­des Medi­um inte­griert wur­den. Wir ver­dan­ken die wis­sen­schaft­li­che Auf­ar­bei­tung der Akten dem ordens­mann Otto Weis, der dar­über auch ein Buch ver­öf­fent­licht hat. Und so geht es mun­ter weiter.

      Nach­dem die Archi­ve des Vati­kan geöff­net wur­den, kom­men immer mehr die­se Schand­ta­ten ans Licht. 

      Das vie­le Gift, das hier gewis­se Leu­te ver­sprit­zen, ist von genau der­sel­ben Art, wie man es im Duk­tus eines Kleut­gen emp­fin­det. Beste Gesell­schaft also.

      Allein — ich kann die Wahr­heit um eines kon­ser­va­ti­ven Kir­chen­mär­chens wil­len nicht aus­blen­den. Wenn man erken­nen muss, dass man belo­gen und betro­gen wur­de, ist es den­noch Sün­de, wenn man an der Lüge festhält.

      Mit fie­len vor­her schon gra­vie­ren­de Irr­tü­mer und Ent­glei­sun­gen auf — auch gera­de in den ach so hei­li­gen Tex­ten des Pius X.. Immer wie­der grei­fe ich das in mei­nen Auf­sät­zen auf.
      Die­se Pas­sa­gen las­sen sich aber abso­lut weder mit dem Glau­ben der Kir­che noch mit der Ver­nunft in Ein­klang brin­gen. In man­chem wider­spre­chen sie krass bibli­schen Aus­sa­gen. Und das kann ein­fach nicht sein.

      Sehr dan­kens­wert sind auch die Arbei­ten von Klaus Schatz über das Vati­ca­num I. Ich kann sie nur wärm­stens emp­feh­len, denn auch er arbei­tet Quel­len auf — ech­te Schrift­stücke und Doku­men­te und nicht die­se zahl­lo­sen from­men Legen­den und Gerüch­te und Mär­chen und Gefühls­du­se­lei­en, ver­mischt mit dem Ton­fall wil­der Gift­sprit­zen, die hier getreu­lich Nach­fol­ge lei­sten, die Leu­te wie Kard. Mer­ry de Val und ande­re fürs Fuß­volk zusam­men­ge­stellt und deren Gehir­ne förm­lich ver­ne­belt haben.

      Es muss sich alles an den rea­len Quel­len mes­sen las­sen. Un da wirds für die Kon­ser­va­ti­ven immer finsterer.
      Bes­ser jetzt auf­wa­chen als wenns zu spät ist.
      Aber es ist ver­mut­lich schon zu spät.
      Der Anti­mo­der­nis­mus hat jeden­falls — Hand in Hand mit sei­nem Zwil­ling, dem Moder­nis­mus — gan­ze Arbeit gelei­stet. Es sind die Katho­li­ken ent­we­der vor Hass total durch­seucht und durch­ge­dreht oder gleich­gül­tig gewor­den, das rech­te Maß ist ver­lo­ren gegangen.

    • Jener Kar­di­nal hat sich die eucha­ri­sti­schen Gaben sei­ner Mes­se stets vor­ko­sten las­sen? Das fin­de ich fei­ge, men­schen­ver­ach­tend, klein­gläu­big und wei­bisch gehan­delt. Pfui!

      • Cool down, @ Car­lo — der Mann hat­te nach dem jesui­ti­schen Alp­traum, den er erlebt hat, ganz ein­fach gro­ße Angst.

        Was ist dar­an men­schen­ver­ach­tend? Gehts eigent­lich noch? Die „Vor­ko­ster“ waren Frei­wil­li­ge. Wie Wolf es dar­stellt, war das bei Hohen­lo­he eine Traumareaktion.

        Gehö­ren Sie etwa auch zu denen, die dem Opfer zur Last legen, dass es Opfer wurde?

        DAS fän­de ich menschenverachtend…

      • Frau Zeit­schnur wei­ter oben an Kosta­di­nov: „Was ist ein Bekenner?
        In jedem Fall zual­ler­erst mal einer, der sich selbst nicht schont und nicht die andern vorschickt.“

        Außer man hat­TE eben einen „jesui­ti­schen Alp­traum“ — heu­te geht das natür­lich nim­mer. Und ganz sicher waren jene „Frei­wil­li­gen“ eben­falls Blau­blü­ter, nicht wahr?

      • Car­lo, bit­te — das bringt doch nichts! Hohe­lo­he war tap­fer. Es war in dem Schlan­gen­nest von Rom zur Zeit Pius IX. auch schon fast unmög­lich, noch irgend­wie einen „Stich“ zu machen. Aber er hat es getan, er war ja der­je­ni­ge, der das gan­ze Klo­ster­grau­en zur Anzei­ge führ­te, das dann in einem sehr lan­gen Pro­zess vom Hl. offi­ci­um unter­sucht wurde.
        Machen Sie sich mit der Geschich­te doch erst ein­mal vertraut.

    • Wer­ter @ Augustinus!
      Ich könn­te nun Ihren Bei­trag „zer­fie­seln“, wie man in Bay­ern so schön sagt. Doch ich belas­se es bei einer Bemer­kung zu Ihrem Satz: “ Ein römi­scher Kuri­en­kar­di­nal droht also dem deut­schen Reichs­kanz­ler mit Exkom­mu­ni­ka­ti­on, falls der Jesui­ten­or­den in Deutsch­land wie­der zuge­las­sen wird“. Darf ich Sie dar­auf auf­merk­sam machen, dass der Jesui­ten­or­den zur Zeit des so Bedroh­ten längst wie­der zuge­las­sen war. Die Auf­he­bung des Jesui­ten­or­dens ist bereits 1814 von Papst Pius VII. rück­gän­gig gemacht wor­den. Damit will ich es bewen­den las­sen. Was Sie über den Jesui­ten­or­den sagen und ver­brei­ten, haben Sie selbst zu ver­ant­wor­ten. Um das histo­ri­sche Rich­ti­ge zu erken­nen, braucht es weder Selbst­den­ker, noch Quer­den­ker, son­dern nur aus­ge­bil­de­te Histo­ri­ker, denen weder Sie noch zeit­schnur zuzu­rech­nen sind!

    • Ein aus­ge­zeich­ne­ter Kom­men­tar, Ausgustinus.
      Anm. zur pregustatio:
      Die Vor­ko­stung der eucha­ri­sti­schen Gaben war im päpst­li­chen und stadt­rö­mi­schen kar­di­na­li­zi­schen Amt ein Fix­punkt. Kard. Hohen­lo­he hat mit der Über­füh­rung die­ses Usus in sei­ne tägl. Meß­fei­er kei­nes­wegs einen Miß­brauch getrie­ben, er han­del­te nur recht und bil­lig ange­sichts der Jesui­ten und ihrer Machen­schaf­ten. Die­se Ban­de hat Köni­ge und Für­sten ermor­det und erpresst, Papst Cle­mens XIV. ver­gif­tet, da wer­den sie auch nicht vor einem Kar­di­nal der Hl. Röm. Kir­che zurück­schrecken. Kard. Hohen­lo­he wuß­te zu sehr wel­chen Gebrauch ihrer Macht sie mach­ten, wel­che Plä­ne sie aus­ge­führt und wel­che Fes­seln sie der Kir­che auf­er­legt haben.
      Man wird auch nicht umhin kom­men den „Kul­tur­kampf“ und den jesui­ti­schen Polit-Katho­li­zis­mus der „Zen­trums­par­tei“ spä­ter ein­mail einer Neu­be­wer­tung zu unterziehen.

    • „Der Jesui­tis­mus ist katho­li­sche Gno­sis, also das inner­kirch­li­che Prin­zip des Bösen.“

      Auweia, wenn das Ber­go­glio liest, dann wür­de ich an Ihrer Stel­le Frau Zeit­schnur künf­tig als Vor­ko­ste­rin enga­gie­ren. Sie ist Ihnen für Ihr schmei­cheln­des Lob immer­hin etwas schuldig! 😉

      • @hicesthodie,
        Ihre Bemer­kung erin­nert mich an den wit­zi­gen Wort­wech­sel im bri­ti­schen Par­la­ment, wo eine furiö­se Par­la­ments­man­da­ta­rin Win­s­ton Chur­chill zurief, daß „Wenn er ihr Ehe­mann wäre, sie ihm Gift in den Kaf­fee schüt­ten wür­de“; und wor­auf Chur­chill see­len­ru­hig sofort kon­ter­te, daß „wenn er ihr Ehe­mann wäre, er die­sen Kaf­fee sofort getrun­ken hätte“.

  11. Ooch, der olle Kleu­gens. Den hat uns doch „zeit­schnur“ schon vor einer Woche ganz eupho­risch als ihre Ent­deckung des Jah­res ser­viert. „Augu­sti­nus“ liest mit „zeit­schnur“ zur glei­chen Zeit die glei­che apo­kry­phe Lite­ra­tur? Ein Schelm, der Arges dabei denkt!

    • Ja, @ Papa­ge­no Flö­ten­spie­ler, der Mann heißt übri­gens „Kleut­gen“, wenn schon denn schon, und mei­nen ersten Arti­kel — lan­ge nach der „Ent­deckung“, die zeig­te ich hier in die­sem Forum schon vor 2 Jah­ren an, wur­de aber damals lei­der raus­zen­su­riert, weil nicht sein kann was nicht sein darf — dazu schrieb ich am 8. 11. 2015, ins­ge­samt und alles in allem biss­chen mehr als eine Woche : http://zeitschnur.blogspot.de/2015/11/der-katholische-zombie-iv.html

      Ja, anhand der Wahr­heit merkt man eben, wer wo steht.

      Zyni­ker fin­den be den kri­mi­nel­len ihrer Pro­ve­ni­enz immer kein Pro­belm. Ein Sim­pel, wer da immer noch nichts merkt…

  12. Es gibt eine Aus­sa­ge des Kar­di­nals Burke,im,zu die­ser Diskusion,zugehörigem Arti­kel des Katho­li­sches info.Eine Aussage,eines glau­bens­treu­en Kardinals.Es geht um die ewi­ge Wahrheit..Dagegen steht,schon wie­der die Wahr­heit Zeitschnurs,in was auch immer und wofür auch immer„,sachlich„und ‚unter anderem,mit Wiki­pa­edia triumphierend,im Höhe­punkt, schliess­lich heu­te um 1’41Uhr.Diese Dyna­mik ist bemerkenswert.Ich bete für Kar­di­nal Bur­ke und die Römisch katho­li­sche Kirche.

    • Tja, @Methodus, zeit­schnur hat den Kom­men­tar­be­reich auf katholisches.info erfolg­reich unter ihre Kon­trol­le gebracht, Sie bestimmt die The­men, sie darf schmä­hen, pro­vo­zie­ren und zen­su­rie­ren, wann und wen sie will und regt sich Wider­spruch, dann wird der gebets­müh­len­ar­tig mit drei immer­glei­chen Anwür­fen nie­der­ge­macht: 1. argu­men­tie­ren Sie nicht ad per­so­nam (wie soll­te man sonst argu­men­tie­ren, gegen die Wand?, noja, läuft bei ihr auch auf’s glei­che hin­aus..) 2. Sie haben mich nicht ver­stan­den, lesen Sie genau­er (als ob das mas­sen­haf­te angeb­li­che Nicht­ver­ste­hen das Pro­blem der ande­ren wäre!) 3. erhebt sie abschlie­ßend der mora­li­schen Zei­ge­fin­ger: bes­se­re dich (schön, dann lenkt sie gleich mal von sich auf ande­re ab). Und wenn es ganz schlimm wird, ver­öf­fent­licht die wer­te Redak­ti­on begrü­ßens­wer­ter Wei­se eine Mah­nung des Hl. Pau­lus, über­schreibt die­se jedoch mit „Brü­der!“, wo eigent­lich, weit ent­fernt von jeg­li­chem Gene­deris­mus, „Schwe­ster!“ ste­hen müss­te, wenn man nicht die Ursa­che mit der Wir­kung ver­wech­seln will.

      • Lie­ber @hicesthodie,
        Wenn ich Ihr Posting las, muß­te ich an den Hl. Tho­mas a Kem­pis und sein Büch­lein „De imi­ta­tio­ne Chri­sti“ denken.
        (Vor kur­zem hier auf katholisches.info mit einer schö­nen Illu­stra­ti­on sehr gut referiert.
        „Um des ewi­gen Lebens wil­len soll man Müh­se­lig­kei­ten des irdi­schen Daseins mit Gleich­mut ertragen“(XXXVI.Kapitel)
        Wir soll­ten immer beden­ken und auf uns per­sön­lich beziehen:
        „Es ist nichts Gro­ßes, mit Guten und Sanft­mü­ti­gen in Frie­den zu leben, denn jeder hat gern Frie­den und zieht sol­che vor, die ihm gleich­ge­sinnt sind; aber mit unge­bil­de­ten und wider­stre­ben­den men­schen fried­lich leben zu kön­nen, das zeugt von gro­ßer Weis­heit und ist ein sehr löb­li­ches Werk“ (III. Kapitel)
        Tho­mas a Kem­pis und die Moder­ne Devo­ti­on wer­den viel zu wenig beach­tet und in der Pra­xis gebracht.

      • So ist es @Hicesthodie. Und es läuft, immer wie­der, nach dem glei­chem Muster ab .Nach einem ein­sa­men Höhe­punkt die­ser Frau bleibt Nichts ausser einem Wunsch nach Wie­der­ho­lung des „Tri­um­pfes“. Und bei den Betei­lig­ten bleibt ein Nach­ge­schmack, wel­cher auch immer. Ein sprach­lich begab­ter Selbst­dar­stel­ler, der sich wider­spricht, kopiert, „neue“ Ideen ent­deckt, „Sach­li­ches“ bringt und ermahnt, ermahnt… sehr ähn­lich dem Papst Fran­zis­kus, nur für eine ande­re Kli­en­tel. Ob bewusst oder nicht, dem Glau­ben, der Hoff­nung und der Lie­be dient die­se Frau nicht. In einer Zeit der gröss­ten Gefahr für den katho­li­schen Glau­ben, wo jeder Ein­zel­ne, der noch treu bleibt, zählt, wo es gilt, im Cha­os immer wie­der die Stim­me Got­tes zu hören, die gro­ssen Wun­der im Klei­nem zu sehen… mag es zwar auch wich­tig sein, was Über­le­gens­wer­tes zu lesen, doch nicht mehr aus­schliess­lich das Kir­chen­kri­ti­sche bzw. in die­sem Fall, fasst beses­sen, „sach­lich“, jede klei­ne Hoff­nung in die­ser so bedräng­ten Kir­che zu dif­fa­mie­ren. Ich habe fast mein gan­zes Leben gebraucht, um das Cre­do sagen zu kön­nen. Ich lern­te im Sozia­lis­mus die gan­zen Hor­ror­ge­schich­ten gegen die kath.Kirche, über die Jesui­ten usw. Doch nicht ein­mal die Kom­mu­ni­sten brach­ten sol­che Urtei­le über die Jesui­ten, wie eine Zeit­schnur. Eine klei­ne und doch so gro­sse Rede des Pap­stes Bene­dikt XVI. über die Musik in Euro­pa, es war irgend­wann im letz­ten Som­mer, sagt mehr über die kath. Kir­che als die all­ge­gen­wär­ti­ge sach­li­che Her­vor­he­bung der Sün­den oder „Sün­den“ der Kir­chen­ver­tre­ter… Es geht hier um den Glau­ben an Jesus Chri­stus, an die ewi­ge Erlö­sungs­ge­schich­te, an die ewi­ge Wahr­heit… die mit einem mas­si­ven Angriff auf allen Ebe­nen (wie sach­lich und intel­li­gent) zer­setzt wird. Und das Wider­sa­gen,… das Treu­blei­ben… dem Eige­nem „JA“… die­ses Geschenk haben wir …

  13. @zeitschnur sagt durch­aus eine Men­ge Überlegenswertes.
    Das stimmt ja, daß in der Kir­che Vie­les unter den Tep­pich gekehrt wur­de und wird- mal so und dann wie­der anders.

    Man muß halt immer unter­schei­den und nicht alles zum Nenn­wert neh­men gera­de auch als Irrender/Sünder, der jeder selbst ist. Und man muß und soll­te nicht alles wis­sen wol­len. Jeder Mensch besteht aus Fleisch und Blut, und das irdi­sche Ende rückt täg­lich näher.

    Das Gebet und die Anbe­tung zusam­men mit der hl. Mes­se an erster Stel­le ist doch das Wich­tig­ste, und Gott kann alle Wun­den heilen.

    • Wir sind auch gehal­ten, die Gei­ster zu prü­fen und zu unterscheiden.
      Wie soll­te auch sonst der Auf­trag erfüllt wer­den, sich nicht ver­füh­ren zu lassen!

      Inter­es­siert Sie das gar nicht, was Jesus da so ein­dring­lich ange­mahnt hat?!

      Die heu­ti­ge Kir­chen­kri­se hät­te sich nie­mals über Jahr­hun­der­te weg zusam­men­brau­en kön­nen, wenn Leu­te nicht bloß ego­istisch „ange­be­tet“, son­dern auch ein wenig mit­ge­dacht hätten.

      „Glaubt nicht jedem Geist!“ Das sag­te der Apo­stel Johannes.

      „Prü­fet alles!“ sag­te Paulus.

      „Seid nüch­tern und wach­sam!“ sag­te Petrus.

      Dem will ich fol­gen und zwar ohne poli­ti­sche Rück­sich­ten. Ohne zu tak­tie­ren und ohne mich Lieb­kind machen zu wol­len. Ich bezie­he Prü­gel von bei­den Lagern, den Pro­gres­si­ven eben­so wie den Tra­dis. Ich hof­fe, dass ich das durchhalte.

      Jeder weiß, wer ich bin. Sie ande­re, bis auf weni­ge muti­ge Aus­nah­men, posten hier anonym, und beson­ders trau­rig ist es, wenn man­che mit der­art ver­deck­tem Visier soviel Gift ablas­sen, wie es geschieht.

      • Nun, Frau Zeit­schnur, es wird ja allein Ihr Ent­scheid gewe­sen sein, ent­ge­gen jeder Pra­xis in einem anony­men Forum rück­führ­bar zu posten. Dann hal­ten Sie das jetzt bit­te auch aus. 

        Ist offen posten per se mutig? Viel­leicht, aber dann dürf­te — schwa­che Momen­te zuge­stan­den — nicht gejam­mert wer­den. Man könn­te es ange­sichts Ihres des öftern ange­wand­ten Hau­bit­zen­stils aber auch toll­kühn nen­nen, nach­dem die von Ihnen zu recht beklag­te Reso­nanz ja bei­lei­be kein auf katholisches.info begrenz­tes Phä­no­men ist. 

        Aber schließ­lich sind Sie auch Krä­me­rin und Händ­le­rin und benö­ti­gen zum Über­le­ben des­halb auch Mar­ke­ting­ver­stand. Jeden­falls wür­de ich’s Ihnen herz­lich gön­nen, via die­sem Chan­nel etwas davon abset­zen zu können. 

        Übri­gens fin­de ich Ihren Forums-Ein­trag lei­der nicht mehr, wo Sie für die loka­le Mis­si­ons­ar­beit bei Flücht­lin­gen nach einem u.a. „in jeg­li­cher Hin­sicht gesun­den Mann“ fahn­den. Ähem, könn­ten’S das Anfor­de­rungs­pro­fil wohl etwas ent­fal­ten, Gnädigste?

      • @ Car­lo

        Ich fahn­de nicht, son­dern ich den­ke, für die Arbeit mit Mus­li­men ist es wich­tig, dass katho­li­sche Män­ner auf­tre­ten — ein­fach des­halb, weil die­se Leu­te ein Frau­en­bild haben, das die Mis­si­on über die Frau zumin­dest für Män­ner aus­schließt. Allei­ne das ist ein schlim­mes Zeichen!
        Die Apo­stel konn­ten sehr viel Mis­si­on über die Frau­en betrei­ben, die Frau­en bekehr­ten sich schnel­ler und konn­ten ihre Män­ner teil­wei­se mit­zie­hen. Umge­kehrt ist das viel viel schwerer!

        Eine Reli­gi­on und Kul­tur also, die Frau­en der­ma­ßen dis­kri­mi­niert, wie das im islam der Fall ist, ist allei­ne schon aus die­sem Grund fast unmis­sio­nier­bar. und in der Tat hat Mis­si­on unter Mus­li­men nie geklappt!

        Das heißt: Katho­li­sche Män­ner und Frau­en sind gefragt, die jeweils auf die Ange­hö­ri­gen ihres Geschlech­tes zugehen.

        Anfor­de­rungs­pro­fil?

        Lie­be zu Chri­stus, katho­lisch, aber bit­te ohne Gift­drü­se, Lie­be zu den Men­schen, denn alle sind eigent­lich für die ewi­ge Anschau­ung Got­tes bestimmt, ein biss­chen Frei­zeit (dürf­te natür­lich schwer wer­den) und durch­aus Hau­bit­zen­ge­wandt­heit — wir haben es nicht mit Fleisch und Blut, son­dern Mäch­ten und Gewal­ten zu tun.…

    • Ja, @Franzel, „Zeit­schnur sagt durch­aus eine Men­ge Über­le­gens­wer­tes“, es spornt die Dis­kus­si­on an, dar­auf­hin gibt es vie­le wert­vol­le Bei­trä­ge, die ich auch seit Jah­ren lese, obwohl ich nur eine alte Frau bin, ler­ne ich hier viel. Doch das, was Zeit­schnur ver­mit­telt, ist nur manch­mal, mehr oder weni­ger, über­le­gens­wert. Ob das glau­bens­för­dernd ist, bleibt der Mei­nung eines jeden überlassen.
      Gelobt sei Jesus Chri­stus. Amen.

      • Lie­be @ Methodus
        Was Sie zu @ Fran­zel über Frau @zeitschnurs Bei­trä­ge sagen , trifft den Kern der Sache: „Doch das, was Zeit­schnur ver­mit­telt, ist nur manch­mal, mehr oder weni­ger, über­le­gens­wert. Ob das glau­bens­för­dernd ist, bleibt der Mei­nung eines jeden über­las­sen“. Das ist die Fra­ge! Wenn sie meint, die heu­ti­ge Kir­chen­kri­se hät­te sich nie­mals über Jahr­hun­der­te weg zusam­men­brau­en kön­nen, wenn Leu­te nicht bloß ego­istisch „ange­be­tet“, son­dern auch ein wenig mit­ge­dacht hät­ten“. Da irrt die Frau, denn bis an die Schwel­le zur Gegen­wart gab es für mei­sten „Leu­te“ nicht die not­wen­di­gen media­len Mög­lich­kei­ten und oder gar die not­wen­di­ge Zeit, um Infor­ma­tio­nen auf­zu­neh­men und „mit­den­ken“ zu kön­nen. Zu ihrem her­ab­wür­di­gen Zusatz über “ blo­ßen, ego­isti­schen“ Beter, die das Beten dem Den­ken vor­zie­hen, ent­hält der fol­gen­de Text wirk­lich Über­le­gens­wer­tes. ER ist einer Buch­vor­stel­lung über die Theo­lo­gie von Papst Bene­dik­tXVI. von Kurt Kar­di­nal Koch ent­nom­men. Der Prä­si­dent des Päpst­li­chen Rates zur För­de­rung der Ein­heit der Chri­sten hat in sei­nem Buch „Das Geheim­nis des Senf­korns“ die wesent­li­chen Lini­en der Theo­lo­gie Joseph Ratz­in­gers dar­ge­legt. Ziel sei es, Miss­ver­ständ­nis­se über des­sen Theo­lo­gie aus­zu­räu­men. Dabei, so Kar­di­nal Koch, gehe der Papst vom Pri­mat des Wor­tes vor dem Den­ken aus.
        Theo­lo­gie sei in der Ein­schät­zung von Papst Bene­dikt XVI. im strik­ten Sinn des Wor­tes ein exklu­siv christ­li­ches Phä­no­men, das es in ande­ren Reli­gio­nen in die­ser Wei­se nicht gebe. Dar­in zei­ge sich die hohe Wert­schät­zung, die Papst Bene­dikt XVI. der Theo­lo­gie ent­ge­gen brin­ge und deren tief­sten Grund er dar­in erblicke, dass es dem christ­li­chen Glau­ben um Wahr­heit geht, dass er in sich per defi­ni­tio­nem Suche nach der Wahr­heit ist und des­halb einen beson­de­ren Anspruch auf Wahr­heit erhebt. In die­sem beson­de­ren Wesen des christ­li­chen Glau­bens sei es sei­ner­seits begrün­det, dass im Mit­tel­punkt christ­li­cher Theo­lo­gie die Fra­ge nach dem Ver­hält­nis von Glau­be und Ver­nunft steht.
        Die­ses Ver­hält­nis sei frei­lich nicht so zu ver­ste­hen, dass die Ver­nunft allein dar­über befin­den kön­ne, was Glau­be sei und was Glau­be genannt zu wer­den ver­die­ne. Wer­de Theo­lo­gie in die­sem Sinn von der Ver­nunft beherrscht, tre­te ihre beson­de­re Ver­su­chung an den Tag, die dar­in bestehe, ori­gi­nell sein zu wol­len oder gar zu müs­sen. Die Theo­lo­gie sei dann geprägt von der ner­vö­sen Suche nach der Ori­gi­na­li­tät des jewei­li­gen theo­lo­gi­schen Ansat­zes und nach der spe­zi­fisch „eige­nen“ Theo­lo­gie, die sich Aus­druck ver­schaf­fe in einer gro­ßen Plu­ra­li­tät von so genann­ten „Gene­tiv­theo­lo­gien“. Hin­ter die­ser Selbst­über­schät­zung des Theo­lo­gen ver­ber­ge sich frei­lich eine mas­si­ve Unter­schät­zung des­sen, was christ­li­che Theo­lo­gie sei und sein müsse.
        Um ihr auf den Grund zu kom­men, müs­se man sich auf jene Eigen­schaft und Eigen­heit des Theo­lo­gen kon­zen­trie­ren, die ihn von den ande­ren Wis­sen­schaft­lern und letzt­lich sogar von jedem den­ken­den Men­schen unter­schei­de. Es zeich­ne den den­ken­den Men­schen aus, dass bei ihm der Gedan­ke dem Wort vor­aus­ge­he. Denn Men­schen, die sich selbst zuerst reden gehört haben müs­sen, bevor sie wis­sen, was sie den­ken sol­len, pfle­ge man nicht als beson­ders intel­li­gent oder gar wei­se zu bezeich­nen. Beim Theo­lo­gen ver­hal­te es sich aber ganz anders. Damit sol­le dem Theo­lo­gen frei­lich nicht das soli­de Den­ken abge­spro­chen wer­den. Doch bei jedem Theo­lo­gen, der sich selbst und sei­ne Auf­ga­be recht ver­steht, gehe das Wort sei­nem Den­ken immer voraus.
        Dabei hand­le es sich frei­lich nicht um das Wort des Theo­lo­gen, son­dern um das Wort Got­tes, das auf den Theo­lo­gen zu-kom­me und das er zunächst emp­fan­gen und anneh­men müs­se. Denn die Theo­lo­gie kön­ne das Wort Got­tes nicht er-fin­den; sie kön­ne es nur fin­den oder noch bes­ser: sich von ihm fin­den las­sen. Die Theo­lo­gie kön­ne das Wort Got­tes nicht er-zeu­gen; sie kön­ne es viel­mehr nur be-zeu­gen, und zwar mit dem syste­ma­ti­schen Inter­es­se der Kohä­renz. Die Theo­lo­gie kön­ne schließ­lich das Wort Got­tes nicht her-stel­len; sie kön­ne es viel­mehr nur dar-stel­len, und zwar in einer red­li­chen Art und Weise.
        Da das Wort dem Den­ken immer vor­aus­ge­he, sei theo­lo­gi­sches Den­ken im besten Sin­ne des Wor­tes nach-den­ken­des und nach-denk­li­ches Den­ken, oder mit den Wor­ten von Papst Bene­dikt XVI.: „Theo­lo­gie setzt einen neu­en Anfang im Den­ken vor­aus, der nicht Pro­dukt unse­rer eige­nen Refle­xi­on ist, son­dern aus der Begeg­nung mit einem Wort kommt, das uns immer vor­an­geht“. Hier sto­ße man auf die wah­re Ori­gi­na­li­tät, an der sich christ­li­che Theo­lo­gie aus­rich­ten müs­se und in deren Dienst das theo­lo­gi­sche Den­ken von Papst Bene­dikt dezi­diert ste­he. Von hier aus wür­de man jeden­falls die Grund­ent­schei­dun­gen zu ver­ste­hen begin­nen, von denen sei­ne Theo­lo­gie gelei­tet sei. Der Vor­rang des Wor­tes vor dem theo­lo­gi­schen Den­ken schlie­ße sechs grund­le­gen­de Dimen­sio­nen des theo­lo­gi­schen Den­kens von Papst Bene­dikt XVI.mit ein. Kar­di­nal Koch wörtlich:
        „1. Die wah­re Ori­go, von der christ­li­che Theo­lo­gie aus­geht und der sie nach­denkt, ist erstens jenes Wort, das sie nicht selbst erfun­den hat, das aber gera­de dadurch Mit­te christ­li­cher Theo­lo­gie ist, dass es ihr vor­aus geht und sie zugleich trägt, weil es viel grö­ßer ist als das eige­ne Den­ken. Christ­li­che Theo­lo­gie besteht allein dadurch, dass sie jene Vor­ga­be annimmt, die immer mehr ist als das selbst Erdach­te. Theo­lo­gie setzt des­halb ihrem eige­nen Wesen gemäß auc­to­ri­tas vor­aus, genau­er­hin jene Auto­ri­tät, die im christ­li­chen Glau­ben den Namen „Offen­ba­rung“ trägt. In ihrer ent­schei­den­den Mit­te ist christ­li­che Theo­lo­gie Offen­ba­rungs­theo­lo­gie; und der Begriff der Offen­ba­rung ist gleich­sam der Licht­ke­gel, in dem alle ande­ren theo­lo­gisch ele­men­ta­ren Wirk­lich­kei­ten betrach­tet und ver­stan­den wer­den müs­sen. Die Offen­ba­rung Got­tes ist dem­ge­mäß jenes Wort, das dem theo­lo­gi­schen Den­ken vor­aus-geht und dem christ­li­che Theo­lo­gie nach-denkt.
        2. Für Papst Bene­dikt bezeich­net der Begriff der Offen­ba­rung zwei­tens in erster Linie den Akt, in dem Gott sich dem Men­schen zeigt und sich ihm als Lie­be zusagt, und nicht das ver­ob­jek­ti­vier­te Ergeb­nis die­ses Aktes: „Offen­ba­rung ist im christ­li­chen Bereich nicht begrif­fen als ein System von Sät­zen, son­dern als das gesche­he­ne und im Glau­ben immer noch gesche­hen­de Ereig­nis einer neu­en Rela­ti­on zwi­schen Gott und dem Men­schen“. Zu dem so ver­stan­de­nen Begriff der Offen­ba­rung gehört des­halb von selbst immer auch ein mensch­li­ches Sub­jekt, das die­ser Offen­ba­rung inne­wird. Denn eine Offen­ba­rung, die nicht ange­nom­men wird, kann auch nie­man­dem offen­bar werden.
        Dort aber, wo Got­tes Offen­ba­rung ange­nom­men wird, lebt Glau­be. Sol­chen Glau­ben muss Theo­lo­gie vor­aus­set­zen, wenn sie sich nicht selbst auf­he­ben will. Für das theo­lo­gi­sche Den­ken von Papst Bene­dikt sind des­halb sowohl Zuord­nung als auch Unter­schei­dung von Glau­be und Theo­lo­gie grund­le­gend. Bei­de müs­sen ihre eige­ne Stim­me haben, wobei frei­lich die Stim­me der Theo­lo­gie von der­je­ni­gen des Glau­bens abhän­gig ist und auf sie bezo­gen sein muss. Theo­lo­gie ist Aus­le­gung des Glau­bens und muss Aus­le­gung blei­ben und kann sich nicht selbst den Text geben und schon gar nicht einen neu­en Text erfin­den. Glau­be und Theo­lo­gie sind viel­mehr so ver­schie­den und zugleich auf­ein­an­der bezo­gen wie Text und Auslegung.
        3. Glau­be voll­zieht sich als per­sön­li­cher Gesprächs­kon­takt mit dem leben­di­gen Gott, und des­halb gehört zum Glau­ben immer das „Du“. Zum Glau­ben gehört drit­tens aber immer auch das „Wir“, weil der ein­zel­ne Christ sei­nen Glau­ben immer nur in der Glau­bens­ge­mein­schaft der Kir­che leben kann. Der eigent­li­che Adres­sat der Offen­ba­rung Got­tes ist nicht ein­fach der ein­zel­ne Christ, da er nicht aus sei­nem Eige­nen, son­dern mit der gan­zen Kir­che mit­glau­bend glaubt und weil das Ich des Cre­do die Kir­che ist.
        Christ­li­che Theo­lo­gie ist immer in und aus der Kir­che und in die­sem grund­le­gen­den Sinn kirch­li­che Theo­lo­gie. Die Kir­che ist in erster Linie nicht The­ma und Objekt der Theo­lo­gie, son­dern viel grund­le­gen­der der Lebens­raum, in dem Theo­lo­gie voll­zo­gen wird. Kir­che und Theo­lo­gie sind des­halb auf­ein­an­der ange­wie­sen und for­dern und för­dern sich wech­sel­sei­tig: „Eine Kir­che ohne Theo­lo­gie ver­armt und erblin­det; eine Theo­lo­gie ohne Kir­che aber löst sich ins Belie­bi­ge auf“.
        4. Kirch­li­che Theo­lo­gie steht von daher vier­tens ganz im Dienst der Ver­kün­di­gung des christ­li­chen Glau­bens, und zwar des gemein­sa­men Glau­bens der Kir­che. Weil nicht die Theo­lo­gie das Maß der Ver­kün­di­gung sein kann, son­dern die Ver­kün­di­gung das Maß der Theo­lo­gie sein muss, müs­sen die kirch­li­che Gemein­schaft und vor allem das Lehr­amt eine beson­de­re Sor­ge für den Glau­ben der so genann­ten Ein­fa­chen tra­gen. Gegen eine „Ver­ächt­lich­ma­chung des ein­fa­chen Glau­bens durch die Intel­lek­tu­el­len und ihre Aus­le­gungs­kün­ste“ wird Papst Bene­dikt XVI. nicht müde zu beto­nen: „Das erst­ran­gi­ge Gut, für das die Kir­che Ver­ant­wor­tung trägt, ist der Glau­be der Ein­fa­chen. Die Ehr­furcht davor muss inne­rer Maß­stab auch aller theo­lo­gi­schen Leh­re sein“.
        5. An die­ser Stel­le wird fünf­tens auch der tief­ste Grund sicht­bar, dass in der Theo­lo­gie von Papst Bene­dikt die Hei­li­gen eine so grund­le­gen­de Bedeu­tung haben. Sie sind für ihn nicht nur die besten Inter­pre­ten der Hei­li­gen Schrift, inso­fern sie das Wort Got­tes in ihrem eige­nen Leben Fleisch wer­den las­sen. Sie sind viel­mehr auch die wah­ren Refor­mer des kirch­li­chen Lebens, weil sie sich vom Licht Got­tes lei­ten las­sen. Da in der Tie­fe des Glau­bens zudem die Hei­li­gen und die Kunst ein­an­der nahe ver­wandt sind, kann sich in den Augen von Papst Bene­dikt die „ein­zig wirk­li­che Apo­lo­gie des Chri­sten­tums“ eigent­lich auf zwei Argu­men­te beschrän­ken, näm­lich auf die Hei­li­gen, die die Kir­che her­vor­ge­bracht hat, und auf die Kunst, die in ihrem Schoss gewach­sen ist: „Der Herr ist durch die Groß­ar­tig­keit der Hei­lig­keit und der Kunst, die in der gläu­bi­gen Gemein­de ent­stan­den sind, eher beglau­bigt als durch die geschei­ten Aus­flüch­te, die die Apo­lo­ge­tik zur Recht­fer­ti­gung der dunk­len Sei­ten erar­bei­tet hat, an denen die mensch­li­che Geschich­te der Kir­che so reich ist“.
        6. Mit dem Pri­mat des ein­fa­chen Glau­bens, der vor allem im Leben der Hei­li­gen durch­scheint, hängt es sech­stens auch zusam­men, dass es in der Sicht von Papst Bene­dikt christ­li­cher Theo­lo­gie gera­de heu­te um eine grund­le­gen­de Ele­men­ta­ri­sie­rung des Glau­bens gehen muss und dass Theo­lo­gie und Ver­kün­di­gung kei­nen ande­ren Zweck haben kön­nen als den, immer wie­der auf die­se letz­te Ein­fach­heit hin­zu­füh­ren, die den Klei­nen und Schwa­chen mehr oder zumin­dest eben­so zugäng­lich ist wie den Wei­sen und Klu­gen, und zwar in jener Grund­über­zeu­gung, die Papst Bene­dikt XVI. in dem nun wirk­lich ein­fa­chen Satz ver­dich­tet hat: „Das Ein­fa­che ist das Wah­re – und das Wah­re ist einfach“.
        Mit die­sen kur­zen Hin­wei­sen wird der gan­ze Span­nungs­bo­gen sicht­bar, der sich durch sein Leben und Wir­ken als Theo­lo­ge, als Bischof und als Papst hin­durch zieht und des­halb eine grund­le­gen­de Kon­ti­nui­tät dar­stellt. Ihn muss man sich vor Augen hal­ten, wenn man die theo­lo­gi­schen Grund­an­lie­gen von Papst Bene­dikt ver­ste­hen und wür­di­gen will.
        Sei­ne durch­weg posi­ti­ven Anlie­gen waren aber gera­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren viel­fäl­ti­gen Miss­ver­ständ­nis­sen aus­ge­setzt und wur­den oft genug ins Gegen­teil ver­kehrt, und zwar sowohl durch Medi­en­leu­te, die aus einer gro­ßen Unkennt­nis der Theo­lo­gie des Pap­stes geur­teilt haben, als auch durch Theo­lo­gen, die es eigent­lich bes­ser wis­sen soll­ten, aber oft genug in der Öffent­lich­keit das Gegen­teil ver­tre­ten und damit wis­sen­schaft­li­che Red­lich­keit mit kir­chen­po­li­ti­scher Agi­ta­ti­on ver­wech­selt haben. .…..
        Das Gleich­nis vom Senf­korn schien mir von daher auch geeig­net, in die Herz­mit­te des theo­lo­gi­schen Den­kens von Papst Bene­dikt XVI. ein­zu­füh­ren, das auf der einen Sei­te geprägt ist von sei­nem gro­ßen Ver­trau­en in die Ver­nünf­tig­keit des christ­li­chen Glau­bens und die Glaub­wür­dig­keit der Wahr­heit und dabei um die Gege­ben­heit und Erkenn­bar­keit der Wahr­heit kreist, und das auf der ande­ren Sei­te sei­ne inhalt­li­che Mit­te in der Über­zeu­gung fin­det, dass Gott gera­de als Ver­nunft und Logos Lie­be und die Lie­be die wah­re Ver­nunft ist, die in Jesus Chri­stus end­gül­tig auf­ge­leuch­tet ist, so dass sich Logos und Lie­be als die eigent­li­chen Grund­pfei­ler alles Wirk­li­chen und des­halb auch als Koor­di­na­ten des theo­lo­gi­schen Den­kens von Papst Bene­dikt XVI. erwei­sen und sei­ne Theo­lo­gie im Kern chri­sto­zen­tri­sche Theo­lo­gie der Inkar­na­ti­on ist. Im Gleich­nis vom Senf­korn leuch­tet auch am schön­sten die Freu­de des christ­li­chen Glau­bens und der theo­lo­gi­schen Arbeit auf, die das Lebens­werk Joseph Ratz­in­gers als Theo­lo­ge, als Bischof und als Papst beglei­tet, die er nicht nur aus­strahlt, son­dern sie zu ermög­li­chen für ihn auch die wich­tig­ste Auf­ga­be der Kir­che ist: „Die Freu­de an Gott, die Freu­de an Got­tes Offen­ba­rung, an der Freund­schaft mit Gott wie­der zu erwecken, scheint mir eine vor­dring­li­che Auf­ga­be der Kir­che in unse­rem Jahr­hun­dert. Gera­de auch für uns gilt das Wort, das der Prie­ster Esra dem ein wenig mut­los gewor­de­nen Volk Isra­el nach der Ver­ban­nung zurief: Die Freu­de am Herrn ist unse­re Stär­ke (Neh 8, 10)“ (zitiert nach Armin Schwi­bach, kath.net).

  14. hicest­ho­die 17. Janu­ar 2016 um 18:57 — und Methodus:
    Ver­su­chen Sie, inner­lich ihren Frie­den zu finden.

    Ich kann mich ärgern über Für­bit­ten nach dem Evan­ge­li­um. Aber ich sage mir auch: Gott wird bestimm­te Für­bit­ten nicht erhören.
    Alles dem Herrn vor­le­gen. Und das, was rich­tig und gut ist, wird soz. das Ohr des Herrn haben und alles ande­re ist für die Katz.

    • Lie­ber Fran­zel, dan­ke für Ihre Empa­thie. Ich darf Ihnen jedoch ver­si­chern, dass mich zeit­schnurs Invek­ti­ven per­sön­lich nicht aus dem inne­ren Gleich­ge­wicht zu brin­gen oder etwa mei­nen Glau­ben und mei­ne Über­zeu­gun­gen anzu­grei­fen ver­mö­gen, inso­fern bin ich inner­lich ganz ruhig und im Frie­den, auch wenn ich hier für man­che rit­ter­li­chen Gemü­ter mit der Dame etwas hart ins Gericht zu gehen schei­ne. Es ist dann dabei regel­mä­ßig ein eigen­tüm­lich maso­chi­sti­scher Zug unter den katho­li­schen Glau­bens­brü­dern zu beob­ach­ten: in sol­chen Fäl­len näm­lich wird von ihnen regel­mä­ßig nicht etwa der Pro­vo­ka­teur ermahnt und geta­delt, son­dern ulki­ger Wei­se der, der es wagt, gegen die Pro­vo­ka­tio­nen und Lügen anzu­ge­hen. Das hat sicher etwas mit einer falsch ver­in­ner­lich­ten Devo­tio moder­na zu tun. Heu­te segelt man näm­lich unter einem „fal­schem Label“, wenn man ent­schie­den den Lüg­ner als Lüg­ner gei­ßelt. Schau­en Sie, es geht hier­bei lei­der nicht um Gott, der wird das Fal­sche vom Rech­ten ohne­hin schei­den und jedem nach sei­nen Moti­ven den ent­spre­chen­den Lohn ertei­len. Es geht hier viel­mehr um die Leser, deren Glau­ben in der Welt fort­wäh­rend hin­ter­fragt und ange­grif­fen wird und die in die­ser Sei­te eine der ganz weni­gen Anke­plät­ze gefun­den haben, an denen sie sich mit Gleich­ge­sinn­ten aus­tau­schen und Mut und Hoff­nung und neue Kraft schöp­fen kön­nen. In die­sen Gar­ten Eden bricht nun die alte Schlan­ge ein und schafft mit irr­wit­zi­gen Gedan­ken­kon­struk­ten, Ver­däch­ti­gun­gen und Ver­leum­dun­gen ein anti­ka­tho­li­sches Kli­ma, wie man es in der Gift­kü­che eines Richard Daw­kins nicht bes­ser zusam­men­brau­en könn­te, ein Kli­ma, wo urplötz­lich selbst ein Hei­li­ger Fran­zis­kus oder die defi­nier­te Leh­re des I. Vati­ka­ni­schen Kon­zils im Sau­ren Regen ste­hen und ver­ätzt wer­den. Und das soll man unwi­der­spro­chen hin­neh­men, um des lie­ben Frie­dens oder des inne­ren Gleich­mu­tes wil­len? Das kann doch nicht gemeint sein, oder? Wie sehr das gestreu­te Gift übri­gens auch schon bei Ihnen wirkt, lässt sich an Ihrem Post vom 18. JANUAR 2016 UM 10:20 Uhr in erschrecken­der Deut­lich­keit ablesen.

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