Gibt es unter den Synodenvätern noch einen Sinn für die Sünde?

Bischofssynode in Rom
Bischofs­syn­ode in Rom

von Rober­to de Mattei*

Die Syn­oden­ar­bei­ten bestä­ti­gen inner­halb der katho­li­schen Kir­che die Exi­stenz eines star­ken Kon­flikts zwi­schen zwei Min­der­hei­ten. Auf der einen Sei­te ein Mani­pel von Syn­oden­vä­tern, das ent­schlos­sen ist, die über­lie­fer­te Moral­leh­re zu ver­tei­di­gen. Auf der ande­ren Sei­te eine Grup­pe von „Neue­rern“, die den katho­li­schen Glau­ben ver­lo­ren zu haben schei­nen. Zwi­schen den bei­den Min­der­hei­ten gibt es, wie immer, eine schwa­che und schwan­ken­de Mit­te, die aus jenen besteht, die es weder wagen die Wahr­heit zu ver­tei­di­gen noch sie anzu­grei­fen und die von Über­le­gun­gen ange­trie­ben sind, die mehr mit ihren per­sön­li­chen Inter­es­sen ver­bun­den sind als mit der Debat­te über die Leh­re.

Die „Neue­rer“ unter den Bischö­fen haben in der Dis­kus­si­on über den ersten Teil des Instru­men­tum labo­ris vor allem in zwei der 13 Cir­cu­li mino­res ihre Stim­me hören las­sen: im Angli­cus C und im Ger­ma­ni­cus. Betrach­ten wir für den Moment eine zen­tra­le Stel­le im Bericht des Cir­cu­lus ger­ma­ni­cus, der als Rela­tor den neu­en Erz­bi­schof von Ber­lin, Msgr. Hei­ner Koch, und als Mode­ra­tor den Erz­bi­schof von Wien, Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born hat­te.

Deutsche Bischöfe wollen keine „normativ verurteilende Sprache“

Die deut­schen Bischö­fe hof­fen, daß im Schluß­do­ku­ment nicht „eine nega­tiv abgren­zen­de und nor­ma­tiv ver­ur­tei­len­de Spra­che (foren­si­scher Stil) vor­herrscht“, son­dern „eine posi­ti­ve, die christ­li­che Posi­ti­on ent­fal­ten­de Spra­che, die damit impli­zit zur Spra­che bringt, wel­che Posi­tio­nen christ­lich inkom­pa­ti­bel sind“. Und wei­ter: „Dazu gehört auch die Bereit­schaft (vgl. Gau­di­um et Spes), von der Gesell­schaft posi­ti­ve Ent­wick­lun­gen auf­zu­grei­fen“.

Kardinal Christoph Schömborns Gradualitäts-These
Kar­di­nal Chri­stoph Schön­borns Gra­dua­li­täts-The­se

Um zu ver­ste­hen, was sich hin­ter die­ser zwei­deu­ti­gen Spra­che ver­birgt, muß man die zen­tra­len Pas­sa­gen des Inter­views nach­le­sen, das Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born am 26. Sep­tem­ber Pater Anto­nio Spa­daro für die Civil­tà  Cat­to­li­ca gege­ben hat. Der Erz­bi­schof von Wien bekräf­tig­te dar­in, daß es erfor­der­lich ist, „sich der geschicht­li­chen und sozia­len Dimen­si­on der Ehe wie auch der Fami­lie bewußt zu wer­den“. Dazu erklär­te er: „Zu oft ver­ges­sen wir Theo­lo­gen und Bischö­fe, Hir­ten und Bewah­rer der Leh­re, daß sich das mensch­li­che Leben unter den von der Gesell­schaft gesetz­ten Bedin­gun­gen ereig­net: psy­cho­lo­gi­sche, sozia­le, wirt­schaft­li­che, poli­ti­sche Bedin­gun­gen in einem histo­ri­schen Rah­men. Das hat bis­her gefehlt, in der Syn­ode. […] Wir soll­ten die zahl­rei­chen Situa­tio­nen des Zusam­men­le­bens nicht nur aus dem Blick­win­kel des­sen betrach­ten, was fehlt, son­dern auch unter dem Blick­win­kel des­sen, was bereits Ver­spre­chen ist, was bereits vor­han­den ist. […] Jene, die die Gna­de und die Freu­de haben, die sakra­men­ta­le Ehe im Glau­ben, in der Demut und dem gegen­sei­ti­gen Ver­zei­hen, im Ver­trau­en auf Gott, der täg­lich in unse­rem Leben han­delt, leben zu kön­nen, wis­sen in einem Paar, in einer ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft, in Zusam­men­le­ben­den die Ele­men­te des wah­ren Hel­den­tums, wirk­li­cher Näch­sten­lie­be, wirk­li­cher gegen­sei­ti­ger Hin­ga­be zu sehen und zu unter­schei­den. Auch wenn wir sagen müs­sen: ‚Es han­delt sich noch nicht um eine vol­le Wirk­lich­keit des Sakra­ments‘. Doch wer sind wir, um zu urtei­len und zu sagen, daß es in ihnen kei­ne Ele­men­te der Wahr­heit und der Hei­li­gung gibt? […] Ich ver­heh­le in die­sem Zusam­men­hang nicht, daß ich schockiert war von der Art, wie ein rein for­ma­li­sti­sches Argu­men­tie­ren das Beil des intrin­se­ce malum schwingt […]. Die Fixie­rung auf das intrin­se­ce malum hat der­ma­ßen die Debat­te ver­küm­mern las­sen, daß wir uns einer breit­ge­fä­cher­ten Argu­men­ta­ti­on zugun­sten der Ein­zig­ar­tig­keit, der Unauf­lös­lich­keit, der Offen­heit für das Leben, des mensch­li­chen Fun­da­ments der Leh­re der Kir­che beraubt haben. Wir haben den Gefal­len am Dis­kurs über die­se mensch­li­chen Wirk­lich­kei­ten ver­lo­ren. Eines der zen­tra­len Ele­men­te der Syn­ode ist die Wirk­lich­keit der christ­li­chen Fami­lie, nicht aus einem exklu­si­ven Blick­win­kel, son­dern einem inklu­si­ven. […] Es gibt Situa­tio­nen, in denen der Prie­ster, der Beglei­ter, der die Per­so­nen inner­lich kennt, dazu kom­men kann, zu sagen: ‚Eure Situa­ti­on ist so, daß ich laut Gewis­sen, eurem und mei­nem als Hir­ten, euren Platz im sakra­men­ta­len Leben der Kir­che sehe‘. […] Ich weiß, daß ich jemand empö­re, indem ich das sage… Aber man kann immer etwas ler­nen von Per­so­nen, die objek­tiv in irre­gu­lä­ren Situa­tio­nen leben. Papst Fran­zis­kus will uns dazu erzie­hen“ (Matri­mo­ni e con­ver­sio­ne pasto­ra­le; dt. Über­set­zung: Ehen und pasto­ra­le Umkehr. Inter­view mit Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born von Anto­nio Spa­daro SJ, in: Civil­tà  Cat­to­li­ca, Heft Nr. 3966 vom 26. Sep­tem­ber 2015, S. 449–552).

Synoden-Sondersekretär Bruno Forte: „unvollkommene Positivität erkennen“

Die Sünde
Die Erb­sün­de

Die­ses Inter­view gilt es zusam­men mit dem eines ande­ren Syn­oden­va­ters mit deut­scher kul­tu­rel­ler Prä­gung zu lesen, von Erz­bi­schof Bru­no For­te von Chie­ti-Vas­to, Son­der­se­kre­tär der ordent­li­chen Gene­ral­ver­samm­lung der Syn­ode. In sei­nen Erklä­run­gen gegen­über dem Avve­ni­re vom 19. Sep­tem­ber 2015 sag­te Msgr. For­te, das Instru­men­tum labo­ris zei­ge „Sym­pa­thie gegen­über allem, was an Posi­ti­vem exi­stiert, auch wenn wir, wie im Fall des Zusam­men­le­bens, einer unvoll­kom­me­nen Posi­ti­vi­tät gegen­über­ste­hen. Die Kri­te­ri­en der Sym­pa­thie gegen­über Zusam­men­le­ben­den sind bestimmt vom Vor­han­den­sein des Wun­sches nach Treue, Sta­bi­li­tät und der Offen­heit für das Leben in ihren Part­ner­schaf­ten. Und wenn man wahr­nimmt, daß die­ser Wunsch vom Ehe­sa­kra­ment gekrönt wer­den könn­te. Es ist daher rich­tig, die­sen Weg der Rei­fung zu beglei­ten. Wenn das Zusam­men­le­ben hin­ge­gen nur Epi­so­de bleibt, erscheint alles viel schwie­ri­ger und es wird dann wich­tig, den Weg zu fin­den, um zu neu­en Schrit­ten in Rich­tung einer bedeu­tungs­vol­le­ren Rei­fung anzu­re­gen. […] Wenn es ein irrever­si­bles Zusam­men­le­ben gibt, vor allem wenn Kin­der vor­han­den sind, die aus der neu­en Ver­bin­dung gebo­ren sind, wür­de ein Zurück­keh­ren bedeu­ten, den ein­ge­gan­ge­nen Ver­pflich­tun­gen nicht nach­zu­kom­men. Und die­se Ver­pflich­tun­gen brin­gen mora­li­sche Pflich­ten mit sich, denen Fol­ge zu lei­sten ist im Geist des Gehor­sams gegen­über dem Wil­len Got­tes, der von die­ser neu­en Ver­bin­dung Treue ver­langt. Wenn die­se Vor­aus­set­zun­gen gege­ben sind, dann kann eine immer tie­fe­re Inte­gra­ti­on in das Leben der christ­li­chen Gemein­schaft in Betracht gezo­gen wer­den. Bis zu wel­chem Punkt? Wir haben es bereits gesagt. Der Syn­ode wird es zukom­men, vor­zu­schla­gen, und dem Papst zu ent­schei­den.“

Rein soziologischer Zugang — Für Circulus germanicus existiert die Sünde nicht mehr

Wie aus den zitier­ten Inter­views her­vor­geht, ist der Zugang zu den Pro­ble­men der Fami­lie rein sozio­lo­gi­scher Art ohne jeden Hin­weis auf die tran­szen­den­ten Prin­zi­pi­en der Geschich­te. Die Ehe und die Fami­lie sind für Kar­di­nal Schön­born und Erz­bi­schof For­te natür­li­che Insti­tu­tio­nen, die das Leben des Men­schen seit den frü­he­sten Zei­ten der Zivi­li­sa­ti­on beglei­ten: Insti­tu­tio­nen, die natür­lich in der Geschich­te ent­ste­hen und wach­sen, die aber, da sie in der Natur des Men­schen selbst ver­wur­zelt sind, dazu bestimmt sind, in allen Zei­ten und an jedem Ort als Grund­zel­le des mensch­li­chen Zusam­men­le­bens zu über­le­ben. Sie sind der Mei­nung, daß die Fami­lie der dia­lek­ti­schen Evo­lu­ti­on der Geschich­te unter­wor­fen ist, je nach histo­ri­scher Epo­che neue For­men anzu­neh­men, und den „posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen der Gesell­schaft“.

Die „posi­ti­ve Spra­che“, von der der Cir­cu­lus ger­ma­ni­cus spricht, bedeu­tet, daß die Kir­che kei­ne Ver­ur­tei­lung aus­spre­chen soll, weil der posi­ti­ve Cha­rak­ter des Bösen und der Sün­de wahr­ge­nom­men wer­den sol­len. Um genau zu sein, exi­stiert für sie die Sün­de nicht, weil jedes Böse ein unvoll­kom­me­nes und unvoll­stän­di­ges Gutes ist. Aus phi­lo­so­phi­scher Sicht ist näm­lich klar, daß Gott der das Gute ist, nichts Schlech­tes oder Unvoll­kom­me­nes im Uni­ver­sum erschaf­fen hat. Zu den erschaf­fe­nen Din­gen gehört aber auch die mensch­li­che Frei­heit, die ein mora­li­sches Sich-Ent­fer­nen der ratio­na­len Krea­tur von Gott mög­lich macht. Die­se aver­sio a Deo der ratio­na­len Krea­tur ist ein Übel, das eben als Sün­de bezeich­net wird. Doch der Begriff der Sün­de fehlt in der Per­spek­ti­ve des Kar­di­nals, wie auch in jener des Son­der­se­kre­tärs der Syn­ode.

Kardinal Schönborn leugnet sittliche Wahrheit und in toto die Enzyklika Veritas Splendor

Vertreibung aus dem Paradies
Ver­trei­bung aus dem Para­dies

Indem er die Exi­stenz des intrin­se­ce malum leug­net, leug­net Kar­di­nal Schön­born sitt­li­che Wahr­hei­ten wie jene, daß es Hand­lun­gen gibt, „die durch sich selbst und in sich, unab­hän­gig von den Umstän­den, immer schwer­wie­gend uner­laubt sind wegen ihres objek­ti­ven Inhal­tes“ (Johan­nes Paul II.: Recon­ci­lia­tio et pae­n­i­ten­tia, Nr. 17), und lehnt in toto die Enzy­kli­ka Veri­tas Sple­ndor ab, die gera­de gegen die wie­der auf­tre­ten­de „Situa­ti­ons­ethik“ die Exi­stenz der Abso­lut­heit der sitt­li­chen Ord­nung bekräf­tigt. In die­ser Sicht­wei­se löst sich nicht nur der Begriff des gött­li­chen und natür­li­chen Geset­zes als Wur­zel und Fun­da­ment der sitt­li­chen Ord­nung auf, son­dern auch der Begriff der mensch­li­chen Frei­heit. Die Frei­heit ist näm­lich die erste sub­jek­ti­ve Wur­zel der Sitt­lich­keit, so wie das natür­li­che und gött­li­che Gesetz ihre objek­ti­ve Form dar­stellt. Ohne gött­li­ches und Natur­recht gibt es weder Gut noch Böse, weil das Natur­recht es der Intel­li­genz ermög­licht, die Wahr­heit zu erken­nen und dem Wil­len das Gute zu lie­ben. Die Frei­heit und das Gesetz sind zwei untrenn­ba­re Momen­te der sitt­li­chen Ord­nung.

Sünde ist ein absolutes Übel, weil sie sich dem absolut Guten widersetzt

Die Sün­de exi­stiert, weil es die Abso­lut­heit der sitt­li­chen Ord­nung gibt. Die Sün­de ist ein abso­lu­tes Übel, weil sie sich dem abso­lut Guten wider­setzt, und sie ist das ein­zig Böse, weil es sich Gott, dem ein­zig Guten wider­setzt. Die Ursprün­ge jeder Situa­ti­on des Elends und des Unglücks des Men­schen sind nicht poli­ti­scher, wirt­schaft­li­cher oder sozia­ler Natur, son­dern gehen auf die von den Men­schen began­ge­ne Sün­de zurück, Ursün­de und aktu­el­le Sün­de. Der Mensch „sün­digt schwer […], wenn er bewußt und frei aus irgend­ei­nem Grund sich für etwas ent­schei­det, was einen schwe­ren Ver­stoß gegen die sitt­li­che Ord­nung dar­stellt“ (Kon­gre­ga­ti­on für Glau­bens­leh­re: Erklä­rung Per­so­na huma­na vom 7. Novem­ber 1975, Nr. 10, Absatz 6). ((In der ita­lie­ni­schen Über­set­zung heißt es: „sün­digt töd­lich“.)) Unter den Sün­den gibt es jene, die laut Hei­li­ger Schrift nach Ver­gel­tung zum Him­mel schrei­en, wie die Sün­de des wider­na­tür­li­chen Sexu­al­ver­hal­tens der Sodo­mi­ten (Gene­sis 18,20; 19,13). Es gibt aber auch die Ver­let­zung des Sech­sten Gebots, das jede sexu­el­le Ver­bin­dung außer­halb der Ehe ver­bie­tet. Kei­ne „posi­ti­ve Spra­che“ ist erlaubt, um die­se Ver­bin­dun­gen zu seg­nen. Pius XII. sag­te: „Viel­leicht ist heu­te die größ­te Sün­de der Welt, daß die Men­schen begon­nen haben, den Sinn für die Sün­de zu ver­lie­ren“ (Allo­ku­ti­on vom 26. Okto­ber 1946). Was aber geschieht, wenn die Män­ner der Kir­che den Sinn für die Sün­de ver­lie­ren, und mit ihm den Glau­ben?

*Rober­to de Mattei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Schrift­lei­ter der Monats­zeit­schrift Radi­ci Cri­stia­ne und der Online-Nach­rich­ten­agen­tur Cor­ris­pon­den­za Roma­na, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt erschie­nen: Vica­rio di Cri­sto. Il pri­mato di Pie­tro tra nor­ma­li­tà  ed ecce­zio­ne (Stell­ver­tre­ter Chri­sti. Der Pri­mat des Petrus zwi­schen Nor­ma­li­tät und Aus­nah­me), Vero­na 2013; in deut­scher Über­set­zung zuletzt: Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil – eine bis­lang unge­schrie­be­ne Geschich­te, Rup­pich­teroth 2011. Die Zwi­schen­ti­tel stam­men von der Redak­ti­on.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Romana/wikicommons

29 Kommentare

  1. Die The­se von der Gra­dua­li­tät ist der Ein­zug des Posi­ti­vis­mus in die katho­li­sche Theo­lo­gie!

    Damit wird die kirch­li­che Leh­re radi­kal sinn­ent­leert. Sub­jek­ti­ve Set­zung wird zum abso­lu­ten Maß und hebt so Sinn­haf­tig­keit in der Belie­big­keit des Ein­zel­nen voll­stän­dig auf.

  2. Sün­de oder nicht, ist kei­ne Fra­ge, son­dern sie ist klar defi­niert, sogar im neu­en Kate­chis­mus.
    Es ist erstaun­lich woher Bischö­fe und Kar­di­nä­le den Mut neh­men und die Sün­den klein­re­den.
    Wie kann eine Mehr­heit die­ser Auto­ri­tä­ten sich so dem Zeit­geist beu­gen und die Gebo­te und Leh-
    ren der Kir­che auf den Kopf stel­len? Die zwei Erz­bi­schö­fe die hier genannt wer­den, Koch von
    Ber­lin und Schön­born von Wien, sind Schritt­ma­cher in einen Glau­ben rele­van­ter Gebo­te Got­tes
    und dem Aberken­nen des Natur­rechts. Somit wird die sitt­li­che Wahr­heit, Moral und Glau­ben der
    Will­kür des ein­zel­nen über­las­sen und so der Welt aus­ge­lie­fert. Die Fra­ge nach der Sün­de ist dann
    rela­tiv. Die Pro­gres­si­sten ver­ken­nen, dass die klein­ste Sün­de Gott belei­digt und dass das Auf­wei-
    chen des Glau­bens in einer gott­lo­sen Zeit, abso­lut töd­lich ist.

  3. »Wehe denen, die das Böse gut nen­nen und das Gute böse, die Fin­ster­nis zu Licht machen und Licht zu Fin­ster­nis; die Bit­te­res zu Süssem machen und Süsses zu Bit­te­rem!«
    (Jes 5,20)

  4. Möch­te mich herz­lichst bei Rober­to de Mattei und Guisep­pe Nar­di für die­sen so treff­li­chen Arti­kel über den Vor­sit­zen­den der ÖBK bedan­ken. Auch wenn vie­le der anti­ka­tho­li­schen inner­kirch­li­chen Früch­te des Wie­ner Erz­bi­schofs und Mit­glied zahl­rei­cher Dikaste­ri­en im Vati­kan hier nicht ange­spro­chen wer­den, aber es wür­de ver­mut­lich auch zu lan­ge dau­ern nur einen Bruch­teil die­ser hier wie­der­zu­ge­ben und wer möch­te hier Stun­den — Tage­lang tip­pen oder lesen.

    Und lei­der unter­schät­zen vie­le die Macht über die der Irr­leh­rer und Wolf im Schafs­pelz, Sodo­mi­ten — Abtrei­bungs­lob­by­ist, lit­ur­gi­scher Miss­brauchs­för­de­rer, Häre­sie — Unge­hor­sams­för­de­rer usw. usw. usw. Chri­stoph Kar­di­nal (Graf) Schön­born in der „Nach VK II Reli­gi­ons­ge­mein­schaft“ ver­fügt.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  5. Kar­di­nal Pie’s (1815–1880) mah­nen­de Wor­te sind gera­de in der aktu­el­len „Barmherzigkeits“-Debatte aktu­el­ler denn je:
    -

    „Es darf nie­mals gesche­hen, dass man zum Bösen sagt: Du bist das Gute; zur Deka­denz: Du bist der Fort­schritt; zur Nacht: Du bist das Licht; zum Tod: Du bist das Leben“

    -

  6. Es scheint als ob die wah­ren Katho­li­ken unter den Zöli­ba­tä­ren weit­ge­hend aus­ge­stor­ben und fast nur noch unter Fami­li­en­vä­tern und ‑müt­tern anzu­tref­fen sind! Wie ist es mög­lich, dass Leu­te mit solch que­ren Ein­stel­lun­gen zu Bischö­fen und Kar­di­nä­len erho­ben wur­den und wer­den?

  7. Habe zwei Arti­kel des Spec­ta­tor zum The­ma über­setzt. Tenor: Die Schuld an der Mise­re trägt ein­deu­tig der Papst, der ent­we­der selbst libe­ral (=kul­turm­ar­xi­stisch) ein­ge­stellt ist, oder es erlaubt hat, dass die Syn­ode (und ich ver­mut­le auch die Umwelt­en­zy­kli­ka) von wel­chen unter­wan­dert wer­den konn­te.

    https://www.95places.com/the_spectator_-_deutsch/article/402/krise_f%C3%BCr_papst_franziskus

    https://www.95places.com/the_spectator_-_deutsch/article/408/seit_dieser_woche_herrscht_chaos_in_der_katholischen_kirche._und_papst_franziskus_ist_schuld_daran

  8. Der klas­si­sche Begriff der Sün­de ist tat­säch­lich ins Wan­ken gera­ten und dafür gibt auch gute Grün­de. Die Erkennt­nis der moder­nen Hirn­for­schung ist, dass min­de­stens 95 % mensch­li­chen Han­delns durch völ­lig unbe­wuss­te Vor­gän­ge im Gehirn gesteu­ert wer­den. Ohne die­se völ­lig unbe­wuss­ten Vor­gän­ge könn­ten wir nicht leben, wir könn­ten nicht gehen, nichts ordent­lich sehend in uns auf­neh­men, mit ande­ren Wor­ten, das täg­li­che Leben nicht bewäl­ti­gen. Nur Weni­ges im täg­li­chen Leben wird ins Bewusst­sein über­ge­führt und sogar hier sind die For­scher über­wie­gend der Mei­nung, dass uns das Bewusst­sein das Gefühl, frei zu han­deln, wei­test­ge­hend vor­täuscht. Also darf man sich nicht wun­dern, dass der Sün­den­be­griff heu­te anders gese­hen wer­den muss als in ver­gan­ge­nen Zei­ten, als es die­se Erkennt­nis­se nicht gab. Wenn die Kir­che die­se wis­sen­schaft­li­chen Ergeb­nis­se igno­riert, begeht sie den sel­ben schwer­wie­gen­den Feh­ler wie vor mehr als 300 Jah­ren, als man am geo­zen­tri­schen System mit der Erde als Mit­tel­punkt des Uni­ver­sums fest­hielt, wie es die Bibel bei wört­li­cher und damit fal­scher Inter­pre­ta­ti­on vor­gibt. Erst gegen Ende des vori­gen Jahr­hun­derts wur­de Gali­lei von der Kir­che reha­bi­li­tiert. 300 Jah­re hat der Irr­tum gedau­ert!!!
    Ich glau­be, dass die­se Erkennt­nis­se der Gehirn­for­schung auch durch­schla­gen (nicht unbe­dingt bewusst) auf die öffent­li­che Ein­stel­lung. Und es ist daher ein Gebot der Stun­de, sich damit aus­ein­an­der zu set­zen. Das Igno­rie­ren der Natur und deren Gest­zmä­ßig­kei­ten ist letzt­end­lich auch Leug­nen Got­tes als Schöp­fer die­ses Uni­ver­sums!

    • … wie­der ein typi­sches etsi Deus non dare­tur – den­ken Sie doch mal scharf dar­über nach! Und, Sie han­gen immer noch die­sen pseu­do-auf­ge­klär­ten, völ­lig ver­zerr­ten Kli­schees und Ammen­mär­chen vom ‚Fall Gali­lei‘ an, den es so, wie seit Jahr­zehn­ten schon von Schu­le (z.B. Brecht!) & Medi­en in die Gehir­ne infil­triert, nie gege­ben hat (der ‚Fall‘ war in Wirk­lich­keit ein Poli­ti­kum, dazu etwa ein Arti­kel im nun wirk­lich unver­däch­ti­gen Spek­trum der Wis­sen­schaft, ich mei­ne, von 1987 → Bibliothek/Band von 1987 raus­su­chen, lesen! oder auch, für einen 1. Über­blick, die entspr. Pas­sa­ge in Man­fred Lütz, Gott: Eine klei­ne Geschich­te des Größ­ten). Recher­chie­ren, lesen, Haus­auf­ga­ben machen!!
      Noch­was: dem Herrn war und ist aber doch die Funk­ti­ons­wei­se unse­res Gehirns und der genaue Mecha­nis­mus der mensch­li­chen Ent­schei­dungs­fin­dung sehr wohl bekannt, wie auch die Natur des Frei­en Wil­lens, oder? Bes­ser als allen ‚Neu­ro­wis­sen­schaft­lern‘ & Kas­pe­ria­nern zusam­men, jetzt und immer­dar.

      • Drol­lig: „[…] und sogar hier sind die For­scher über­wie­gend der Mei­nung, dass uns das Bewusst­sein das Gefühl, frei zu han­deln, wei­test­ge­hend vor­täuscht. Also darf man sich nicht wun­dern, dass der Sün­den­be­griff heu­te anders gese­hen wer­den muss als in ver­gan­ge­nen Zei­ten […]“ – ach so, klar, wirk­lich sehr wis­sen­schaft­lich, prä­zis & grund­so­li­de, die­se Aus­drucks­wei­se, abso­lut bestechend, Ihre … Argu­men­ta­ti­on. Na, dann kommt das Lehr­amt ja gar nicht dar­um her­um, die­se brand­ak­tu­el­len, abso­lut siche­ren Erkennt­nis­se mög­lichst prompt in die Leh­re der hl. Kir­che ein­zu­pfle­gen. J.M.B. kann ja den For­scher Richard Daw­kins damit betrau­en, grmpf …

      • … lie­ber Gali­lei, Sie haben natür­lich inso­fern Recht, als etwa in den letz­ten Jahr­zehn­ten in der Tat immer mehr erkannt wur­de, daß z.B. bestimm­te schwe­re Erkran­kun­gen wie Zwangs­stö­run­gen, Dro­gen- oder Spiel­sucht (und was es sonst noch an ‚Süch­ten‘ gibt), oder auch die­se Ano­re­xie / Buli­mie uvm. wirk­lich nichts mit „man­geln­dem guten Wil­len“ oder „Cha­rak­ter­schwä­che“ und der­glei­chen zu tun haben, geschenkt. Doch dies war doch bereits von Anfang an schon berück­sich­tigt in Begriff und Defi­ni­ti­on der ’schwe­ren Sün­de‘!

      • @ GW

        Rich­tig: schwe­re Sün­de ist nicht das, was uns unter­läuft, oder das, was wir gar nicht voll als Sün­de erken­nen oder gar das, was wir im rei­nen Affekt tun (also z.B. jeman­den töten, der uns töten will — da rudert man ums Über­le­ben und wägt nicht mehr ab, kann nicht mehr abwä­gen) etc.

        Schwe­re Sün­de bedeu­tet: ich weiß, dass es sich um eine schwe­re Sün­de han­delt, sicher und klar, vor­her. Ich ste­he vor einen Abwä­gung, ob ich das tun soll und ent­schei­de mich für die Sün­de.

        Schwe­re Sün­den sind ja an sich auch „nur“ Glau­bens­ab­fall, Ehe­bruch und Mord.
        Nichts von die­sen drei Din­gen voll­zieht man im Ernst unter blo­ßem Affekt oder aus Ver­se­hen.

    • @ Gali­lei

      Sie ver­wech­seln hier zwei Ebe­nen mit­ein­an­der:
      Das eine ist tat­säch­lich ein „Gesteu­er­t­wer­den“ von sehr viel unbe­wuss­ten Vor­gän­gen im Gehirn. Woll­ten wir ihrer aller bewusst wer­den, wären wir total über­for­dert.

      Die Fra­ge ist aber, um was es dabei eigent­lich geht: Geht es um phy­sio­lo­gi­sche Pro­zes­se? Um Instink­te? Um Trie­be?

      Natür­lich reagie­ren wir häu­fig unre­flek­tiert und impul­siv auf der Basis von Moti­ven, die wir selbst nicht durch­schau­en.

      Das ist das, was bei Pau­lus als „Gesetz der Sün­de im Fleisch“ benannt wird.
      Die For­scher mögen das so hin­stel­len, als sei das „nor­mal“ oder „neu­tral“.
      Das ist es aber nicht, und noch nie hat auch nur eine Zivi­li­sa­ti­on das so gese­hen — selbst unter Sün­de nicht!

      Auch wenn man zuge­spitzt sagen könn­te, unter Sün­de täu­sche uns das Gehirn nur Wil­lens­frei­heit vor, wider­spricht den­noch eine sol­che Leh­re aus­drück­li­chen dog­ma­ti­schen Set­zun­gen:

      Das Dog­ma sagt uns, dass der Mensch erken­nen kann, was er tun soll und was nicht — auch wenn er dar­an ver­sagt oder ver­sa­gen muss.
      Das Dog­ma sagt uns auch, dass der Mensch, weil Gott dies schenkt, einen frei­en Wil­len hat.
      Die­ser freie begna­de­te Wil­le wird gran­di­os an der Got­tes­mut­ter sicht­bar: sie hat nicht „Fiat“ sagen müs­sen, son­dern sie hat es wol­len. Dass dem Geschöpf die­ser freie Wil­le von Gott zuge­stan­den und nicht „geschul­det“ ist, ist aber fest­zu­hal­ten.

      Hät­ten wir kei­nen frei­en Wil­len, hät­te es auch kei­nen Sün­den­fall gege­ben und die­se Leh­re wäre eben­falls falsch.

      Jesus klagt über Jeru­sa­lem und dar­über, dass die Stadt ihn nicht GEWOLLT habe! Gewollt.
      Es gibt die Mög­lich­keit, wider bes­se­res, gna­den­haft erleuch­te­tes Wis­sen und v.a. wider den kla­ren Ver­stand und das schlüs­si­ge Den­ken (der allen, auch den Hei­den, von Gott gege­ben ist), gegen den Wil­len Got­tes zu ver­sto­ßen.
      Dass wir durch schlech­te Gewohn­heit und ein abge­stumpf­tes Gewis­sen uns dar­über hin­weg­täu­schen kön­nen, ist nicht Ursa­che, son­dern Fol­ge unse­rer Wil­lens­ent­schei­un­gen. Es kann ja sein, dass sol­che Fehl­ent­schei­dun­gen „Abdrücke“ im Gehirn oder sogar in den Genen hin­ter­las­sen.
      Das ändert aber nichts dar­an, dass dies ver­än­der­bar wäre, wenn man nur woll­te.

      In der Schrift wer­den Bei­spie­le erzählt, bei denen es heißt, dass Men­schen nicht mehr zurück kön­nen und Gott selbst sie für immer (wie z.B. den Pha­rao, den König Saul) oder für eine Zeit (wie die Juden) ver­stockt bzw. ver­här­tet, also das, was sie selbst so stein­hart woll­ten, besie­gelt.

      Vie­le Men­schen haben in Chri­stus eine Befrei­ung von den Fes­seln der Sün­de erlebt, haben abge­las­sen von der Skla­ve­rei der „Gene“ und des wil­lent­lich böse gepräg­ten Gehirns (was auch durch die Vor­fah­ren oder das sozia­le Umfeld gesche­hen kann!).

      Die­se Bot­schaft ist zen­tral im christ­li­chen Glau­ben.

      Ja, es ist Glau­ben!
      In der Fin­ster­nis ist ein gro­ßes Licht auf­ge­schie­nen.
      Sie kön­nen für die quan­ti­ta­ti­ve Über­macht der Fin­ster­nis plä­die­ren.
      Ich will mich lie­ber an dem Licht ori­en­tie­ren, und wenn ich dabei ver­sa­ge, wird Jesus mir hel­fen und mich fest­hal­ten.

      • @ zeit­schnur

        Und was ist mit Men­schen, die durch einen schwe­ren Unfall einen irrepa­ra­blen Hirn­scha­den erlit­ten haben? Kann eine sol­che Hirn­ver­let­zung Rück­wir­kun­gen auf die Wil­lens­frei­heit haben und inwie­fern steht dem die kirch­li­che Leh­re von der Sün­de ent­ge­gen?

        Mir scheint, wir spre­chen hier von ganz unter­schied­li­chen Lehr­ge­bil­den.

        Wie steht es über­haupt mit Satan und sei­ner Macht zur Ver­füh­rung. Er such­te ja sogar Jesus Chri­stus in Ver­su­chung zu füh­ren.

        Sind Chri­sten grund­sätz­lich Hei­li­ge?

        War­um dann über­haupt Beich­te und Erlaß der Sün­de?

        Der Mensch steht doch nicht sou­ve­rän über der Sün­de, der Ver­su­chung, im Gegen­teil, er bedarf der Gan­de Got­tes, der er sich zuwen­den muss. Wir sind eben kei­ne Über­men­schen, auch wenn es die Auf­klä­rung (Nietz­sche) so for­dert. Erkennt­nis­kri­ti­sche Fra­gen las­sen sich allein mit einem Ver­weis auf die Dog­ma­tik nicht bei­sei­te schie­ben.

        Und was bewirkt, dass wir uns zur Sün­de ent­schei­den? Ist es nicht der Hoch­mut und zwar völ­lig frei zu sein, die tota­le Eman­zi­pa­ti­on, die die von Gott ein­schließt?

      • Das sind gute Wor­te von Frau Zeit­schnur.

        Es gibt sicher­lich bestimm­te Ver­an­la­gun­gen, die sich im Cor­tex deut­lich sicht­bar machen las­sen.

        Dabei dür­fen wir aber nicht ste­hen blei­ben.

        Bild­ge­ge­ben­de Ver­fah­ren haben sicht­bar gemacht, dass bestimm­te Regio­nen im Gehirn zu- oder abneh­men, je nach der Inten­si­tät der Nah­rung, die man den zuge­hö­ri­gen Ver­hal­tens­wei­sen zuführt.

        Die Ver­an­la­gung bleibt frei­lich. In sol­chen Fäl­len lehrt die Kir­che aber, die Gele­gen­hei­ten, die Nah­rung und Feu­er bie­ten wür­den, als gebrann­tes Kind zu flie­hen.

        Jeder, der die Macht der Gewohnheit(en) stu­diert hat, weiß, dass — und wann — auf a b folgt. Er kennt die Orte, die Situa­tio­nen, hat Erfah­rung genug, Per­so­nen, die ihm „gefähr­lich“ wer­den könn­ten, zu flie­hen.

        Was mir bei der Aus­ein­an­der­sezt­zung noch fehlt, ist die Ein­kal­ku­lie­rung der Macht der Gna­de.

        Wir erle­ben es immer wie­der, dass Men­schen durch das Sakra­ment voll­stän­dig umge­wan­delt wer­den. Süch­ti­ge sind plötz­lich durch das Gna­de­wir­ken Got­tes — nach Für­spra­che und Gebet — geheilt von ihren Süch­ten.

        Das gilt auch für Sui­zid­an­fäl­lig­keit, für Homo­se­xua­li­tät, für alle Berei­che der Unkeusch­heit.
        Wir müs­sen dem Wort glau­ben: DAS IST MEIN LEIB. DAS IST MEIN BLUT. der gan­ze Chri­stus, die Tür zum Vater, Gott sel­ber. Für Jesus, der Wein in Was­ser ver­wan­deln konn­te, ist Wand­lung kein Pro­blem!
        Das hal­ten Wis­sen­schaft­ler viel­leicht für unmög­lich, weil eine Wis­sen­schafts­lob­by dahin­ter­steckt, die dem Hedo­nis­mus das Wort redet.

        Wenn das Wort ganz rein ist, bekommt es auch die Kraft der Tati zurück. Dann ist ein „Ja ein Ja“ und ein „Nein ein Nein.“ Das geschieht durch den Glau­ben der mit Chri­stus ver­bun­de­nen Per­son.

        An die­ser Stel­le möch­te ich noch was sagen zu @Adrien Antoi­ne. Ich glau­be nicht, dass wir aus der/dieser Kir­che aus­tre­ten dür­fen, da der mysti­sche Leib da sei, wo zwei oder drei in SEINEM Namen zusam­men sind.

        Jesus hat sich ganz klar an das Sakra­ment der Eucha­ri­stie bin­den wol­len und wird nach katho­li­schem Bekennt­nis nur durch die Wei­he­voll­macht, die die­sem durch Suc­ces­si­on zukommt, ver­lie­hen.

        Wir dür­fen nicht wei­ter Spal­tung betrei­ben, sonst bewe­gen wir uns in pro­te­stan­ti­sche auf­lö­sen­de Lager.

        Eine ande­re Fra­ge ist selbst­ver­ständ­lich, ob man zur Pius­bru­der­schaft „gehen“ dür­fe. Ich den­ke, soll­te es zu einem „gei­sti­gen Schis­ma“ kom­men, Ja, das wäre legi­tim.

        Wie woll­te wohl der, der in der heu­ti­gen Zeit noch Prie­ster wer­den möch­te, dies in der Kon­zils­kir­che wer­den? Wie woll­te man hier das mas­sen­haf­te Ver­tei­len von unwür­di­gen sakri­le­gi­schen Kom­mu­nio­nen recht­fer­ti­gen?

        Wer frei­lich Sozi­al­ar­beit in der katho­li­schen Kir­che lei­sten möch­te und einen unaus­ge­wo­ge­nen Sün­den­be­griff wie Kard. Schön­born teilt, wird wohl eher Prie­ster in der Kon­zils­kir­che.

        Ich sehe auch, dass mei­ne Ansicht zum Aus­ster­ben des Prie­ster­tums in der Kon­zils­kir­che führt. Wenn aber gleich­zei­tig ein Erstar­ken von „rechts“ kommt (Pius­bru­der­schaft), kann das Glau­bens­gut geret­tet wer­den und der Glau­be zu gege­be­ner Stun­de refor­miert wer

      • Jesus ver­wan­del­te selbst­ver­ständ­lich nicht Wein in Was­ser, son­dern Was­ser in Wein. Aber Wein in Was­ser wäre für ihn auch kein Pro­blem gewe­sen. Umwand­lung, Hei­li­gung und Hei­lung fal­len im Glau­ben in eins. Nichts ist dem unmög­lich, der an Gott glaubt!
        Das Sakra­ment wirkt auch ohne die Wür­dig­keit des Prie­sters. Er muss nur tun wol­len, was die Kir­che tut.
        Bild­lich gespro­chen fließt dann das leben­di­ge Was­ser.
        Es muss aber auch geschöpft wer­den durch eine vor­be­rei­te­te Buß­ge­sin­nung. Denn die Läu­te­rung der See­le ist sozua­gen das Dicht­ma­chen der See­len­scha­le, aus der das ein­ge­gos­se­ne Was­ser zuvor aus allen Öff­nun­gen wie­der her­aus­tre­ten konn­te. Dann sagt man, dass Sakra­ment habe „auch nichts gebracht“.
        Ein ande­res Pro­blem geht mir beim Schrei­ben auf: Wenn das Sakra­ment in der Absicht des Prie­sters zustan­de kommt, zu tun, was die Kir­che tut, der Prie­ster aber gar nicht die Absicht hat, zu tun, was die Kir­che — also letzt­lich Chri­stus anordnet/nämlich die Ein­glie­de­rung in sei­nen mysti­schen Leib — tut; was ist dann??
        Ersetzt dann der Wil­le, das zu emp­fan­gen, was Jesus spen­den will, den Unglau­ben und die fal­sche Absicht des Prie­sters?
        So betrach­tet wären wir wie­der nahe am Abend­mals­ver­ständ­nis der Pro­te­stan­ten, am Prie­ster­tum aller Gläu­bi­gen, was wir ja als Katho­li­ken nicht tei­len.
        Also müs­sen wir davon aus­ge­hen, dass die Absicht des Prie­sters zu tun, was die Kir­che tut, bereits grund­ge­legt und ver­sie­gelt ist im Wei­he­ver­spre­chen.
        Nun müss­te man kon­se­quen­ter­wei­se genau wie beim Ehe­sa­kra­ment auch fra­gen: Wel­che Absicht, Kennt­nis, Vor­be­rei­tung, wel­chen Glau­ben, wel­che Rein­heit, wel­ches Opfer­ver­stä­nis hat­te der Prie­ster bei der Wei­he?
        Wenn sich nun die Kir­che ins­ge­samt von der Leh­re ent­fernt hat und häre­tisch gewor­den ist (evtl. durch das II. Vati­ka­num), dann wür­de auch kein rei­nes Glau­bens­gut mehr wei­ter gege­ben wer­den kön­nen. Sind die Prie­ster­wei­hen dann noch im Sin­ne, Gei­ste und der Voll­macht Chri­sti zustan­de gekom­men? Ver­mut­lich hat eine Kir­che, die den Sün­den­be­griff auf­ge­ge­ben hat, den Herrn nicht mehr.
        Auf der ande­ren Sei­te könn­ten wir rein theo­re­tisch fra­gen, ob der Herr die ver­irr­ten Scha­fe heu­te icht auch ret­ten kön­ne durch die Kon­fron­ta­ti­on mit der Wir­kung der Hostie auf den unvor­be­rei­te­ten Sün­der. M.E. beißt sich die Kat­ze dabei in den Schwanz: Denn was wir beob­ach­ten ist das Gegen­teil. Die sakri­le­gisch emp­fan­ge­nen Kom­mu­nio­nen füh­ren noch wei­ter von der Kir­che weg. Der Sün­der ver­spürt Wider­wil­len gegen das Sakra­ment selbst, wes­halb er fern bleibt. Nie­mand lenkt ihn ja mehr dar­auf hin, dass sei­ne Sün­de die Ver­bin­dung zur Kir­che und zu Chri­stus auf­löst; und kei­ne hart­her­zi­gen Kir­chen­ge­bo­te.
        Dar­um muss Kir­che unbe­dingt zurück­keh­ren zur Fül­le der Wahr­heit und Leh­re.
        Nur was ist in der Ziwschenzeit?Ist die Gna­de in der Eucha­ri­stie vakant; kann sie nicht mehr emp­fan­gen wer­den? Das sind Fra­gen, die wir nicht klä­ren kön­nen. Hier muss der Glau­be ein­tre­ten, dass Chri­stus das ersetzt, was Kir­che und Heilsuchendem/Gläubigem der­zeit feh­len.
        Funk­tio­niert das??

      • @ Sua­rez

        Tu mir leid, aber Sie haben mei­nen Kom­men­tar ent­we­der gar nicht gele­sen oder über­hauot nicht ver­stan­den.
        In bei­den Fäl­len genügt es, wenn Sie ihn ein­fach (noch) ein­mal lesen.

  9. Zu den Ein­las­sun­gen „Gali­leis“:

    Zunächst ein­mal darf auf die alt­be­kann­te moral­theo­lo­gi­sche Unter­schei­dung zwi­schen actus huma­nus und actus homi­nis hin­ge­wie­sen wer­den. Wer will, möge die Rela­ti­on zwi­schen bei­den pro­zen­tu­al bestim­men. Das Ergeb­nis wäre jeden­falls zur Beur­tei­lung einer Ein­zel­hand­lung völ­lig wert­los.

    Der Hin­weis auf „die“ (!) moder­ne Hirn­for­schung ent­behrt aller­dings nicht der Komik: Wer sich erst von „der“ Hirn­for­schung erklä­ren las­sen muß, daß z.B. Gehen, Sehen, Hören, Ver­dau­en usw. (actus homi­nis) bio­lo­gisch-empi­risch betrach­tet auf unbe­wuß­ten Pro­zes­sen im Gehirn beru­hen, muß gera­de­zu stumpf­sin­nig sein. Dar­aus abzu­lei­ten, daß der größ­te Teil der bewuß­ten (!) Hand­lun­gen (actus huma­nus) mora­lisch nicht zure­chen­bar sei, ist schlicht­weg lächer­lich.

    Es wäre natür­lich reich­lich bequem, alles ins Unbe­wuß­te zu schie­ben — und, wie es bei „Gali­lei“ geschieht, sogar noch die „öffent­li­che Ein­stel­lung“ zu Moral­fra­gen zur „unbe­wuß­ten Über­nah­me der Ergeb­nis­se ‚der‘ Hirn­for­schung“ zu dekla­rie­ren. (Wie kann man „unbe­wußt“ For­schungs­er­geb­nis­se über­neh­men? Man kann viel­leicht bestimm­te The­sen „der“ For­schung über­neh­men, von denen man nicht weiß, daß es The­sen „der“ For­schung sind. In irgend­ei­ner Wei­se „über­neh­men“ wür­de man sie schließ­lich doch. Wer etwas „über­neh­men“ wür­de, ohne sich des­sen nicht wenig­stens irgend­wie bewußt zu sein, wür­de eben gar nichts über­neh­men. Wäre es anders, wäre z.B. ein Voll­trun­ke­ner geschäfts­fä­hig. — Übri­gens: In Wirk­lich­keit über­nimmt die heu­ti­ge „öffent­li­che Ein­stel­lung“ lau­fend den jeweils als „modern“ gel­ten­den Unfug, und dabei inter­es­siert „For­schung“ aller­höch­stens ins­wo­weit, als sie dem eige­nen Hedo­nis­mus nicht in die Que­re kommt oder ihn gar „wis­sen­schaft­lich begrün­det“. — Wie war das übri­gens mit der „öffent­li­chen Ein­stel­lung“ vor 1945? Oder in Frank­reich im Jah­re 1789? Oder in Ruß­land im Jah­re 1917? — Und trotz­dem, es ist trau­rig, aber wahr: Es gibt tat­säch­lich immer noch Men­schen, die die jewei­li­ge „öffent­li­che Ein­stel­lung“ für moral­theo­lo­gisch rele­vant ‑im Sin­ne einer Nor­mie­rung- hal­ten! Heu­te nennt man das „Hören auf die Lebens­wirk­lich­kei­ten“ ).

    Man kann den Sün­den­be­griff nicht dadurch „ändern“ wol­len, daß man in sophi­sti­scher Berg­riffs­um­deu­tung jeden für mehr oder weni­ger unzu­rech­nungs­fä­hig erklärt. Frei­lich bleibt das „Gali­lei“ für sei­ne Per­son unbe­nom­men! (Es wäre dann für ihn zu hof­fen, daß ihn ein guter Beicht­va­ter, den ich wahr­haf­tig nicht benei­den wür­de, eines Bes­se­ren belehrt.) Auch wäre dies z.B. jedem Ver­bre­cher recht. Gali­lei könn­te dem­entspre­chend, falls er den trau­ri­gen Mut dazu auf­bräch­te, den Ange­hö­ri­gen eines Mord­op­fers erklä­ren, daß der über­führ­te Mör­der, der psy­chisch gesund ist und das Ver­bre­chen minu­ti­ös geplant hat, den­noch höchst­wahr­schein­lich unschul­dig ist („Wis­sen Sie, es war eigent­lich nur ein Pro­zeß im Gehirn des Mör­ders, der den Tod Ihrer Mut­ter ver­ur­sacht hat…).

    • So blöd bin ich, so glau­be ich, ja doch nicht, wie Sie mich hier hin­stel­len. Natür­lich war auch ohne Hirn­for­schung immer schon klar, dass Gehen, Sehen etc. im Gro­ßen und Gan­zen unbe­wusst statt­fin­det. Was aber als Erkennt­nis der Hirn­for­schung das Neue und für mich auch Beklem­men­de ist, dass auch alle oder fast alle ande­ren Hand­lun­gen des Men­schen „deter­mi­niert“ zu sein schei­nen. Das Bewusst­schein folgt den Hand­lun­gen nach und spie­gelt uns vor, frei gehan­delt zu haben. Hand­lungs­be­wusst­sein zu haben bringt ein­fach Vor­tei­le. Beklem­mend ist es für mich genau des­we­gen, weil dar­aus der Schluss gezo­gen wer­den kann, dass der Mensch für sein Han­deln nicht ver­ant­wort­lich ist. Ich habe eini­ge Jah­re mei­nes Lebens nach der Rezep­ti­on der Erkennt­nis­se der mei­sten Gehirn­for­scher Pro­ble­me damit gehabt, dass mit der Ver­brei­tung die­ser Erkennt­nis die Gesell­schaft am man­geln­den mora­li­schen Bewusst­sein zusam­men­bre­chen könn­te. Mitt­ler­wei­se glau­be ich das nicht, da ich fest­ge­stellt habe, dass die Erkennt­nis der Gehirn­for­schung ohne­hin fast nie­mand glaubt. Dies des­we­gen, weil die täg­li­che Erfah­rung uns eben glaub­haft macht, dass wir frei han­deln. Die gan­ze Geschich­te wird aber tat­säch­lich einen mas­si­ven Ein­fluss auf z.B. die Straf­ver­fol­gung haben. Ein Mör­der ist psy­chisch nicht gesund und rei­nes Ein­sper­ren hilft nicht. Die Gefäng­nis­se gehö­ren in The­ra­pie­an­stal­ten umge­wan­delt. Ent­we­der es gelingt, einen Men­schen zum Bes­se­ren umzu­pro­gram­mie­ren oder er gehört lebens­läng­lich weg­ge­sperrt, um die Gesell­schaft vor ihm zu schüt­zen. Einen Mör­der 20 Jah­re ein­zu­sper­ren und dann frei­zu­las­sen ist sinn­los.
      Mir vor­zu­wer­fen, den Sün­den­be­griff ändern zu wol­len, ent­behrt nicht eines gewis­sen Maßes an Dumm­heit. Ich will ihn nicht ändern, er ändert sich durch Fort­schrei­ten der wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis. Das nicht zur Kennt­nis zu neh­men und sich nicht damit aus­ein­an­der zu set­zen ist Igno­ranz! Ich ver­su­che nur, mei­nen Glau­ben mit der Wis­sen­schaft in Ein­klang zu brin­gen, denn wenn man an einen Gott als Letz­t­ur­sa­che die­ses Uni­ver­sums glaubt, dann kann es einen Wider­spruch zwi­schen Reli­gi­on und Wis­sen­schaft nicht geben.

      • Lie­ber @ Gali­lei,

        Sie haben ein sehr unkri­ti­sches Ver­ständ­nis von posi­ti­vi­sti­scher Wis­sen­schaft. Die „moder­ne Hirn­for­schung“ beruht eben nicht auf vor­aus­set­zungs­lo­ser Erkennt­nis, son­dern auf bestimm­ten Set­zun­gen, die sie als wahr annimmt. So kann z.B. Pro­fes­sor Bir­bau­mer kon­sta­tie­ren, dass soge­nann­te Psy­cho­pa­then eine signi­fi­kan­te ver­min­der­te Akti­vi­tät bestimm­ter Area­le des Fron­tal­hirns auf­wei­sen, wor­auf die­se Ver­min­de­rung aber kon­kret beruht, dass bleibt unklar. Schon die Zuwei­sung „Psy­cho­path“ ist aus der Hirn­for­schung selbst nicht zu gewin­nen, denn die Set­zung, was nor­mal und was psy­cho­pa­thisch, also nicht nor­mal ist, ent­springt ja nicht empi­ri­scher Beob­ach­tung, son­dern einer ihr vor­aus­ge­hen­den qua­li­ta­ti­ven Bestim­mung, die die empi­ri­sche Beob­ach­tung nach bestimm­ten, theo­re­ti­schen Vor­ga­ben, ein­ord­net. Es wäre eine inter­es­san­te Fra­ge, ob man Wil­lens­frei­heit über­haupt empi­risch bewei­sen kann. Mir ist kein Ver­such bekannt, der dies lei­sten könn­te. Eben­so, dass es kei­ne Wil­lens­frei­heit gibt.

        Da der Mensch in die Erb­sün­de ver­strickt ist, haf­tet ihm die Sün­de schick­sal­haft an, das ist kei­ne neue Erkennt­nis. Schon Pau­lus beschreibt die Dicho­to­mie unse­res Wil­lens, der ein­mal zum Guten, dann aber wie­der zur Sün­de neigt. Ohne die­se Dicho­to­mie wür­de es kei­ne Ent­schei­dungs­frei­heit geben. Schuld­fä­hig­keit setzt natür­lich die Intakt­heit des mensch­li­chen Gewis­sens inso­fern vor­aus, dass der Mensch fähig ist, zu ent­schei­den („Wer Ohren hat zu hören“). Da die Ver­strickung des Men­schen in die Sün­de, zu kom­ple­xen Aus­for­mun­gen der Sün­de führt, befä­higt erst der Glau­be den Men­schen, sich wie­der in Frei­heit von der Sün­de abzu­wen­den.

        Neh­men Sie einen Dro­gen­süch­ti­gen, der ledig­lich auf sei­ne Sucht reflek­tiert. Wie soll er je von ihr los­kom­men; die Sucht beweist ihm doch empi­risch, dass er von ihr rest­los bestimmt ist. Und doch kann sich ein Süch­ti­ger von der Sucht los­rei­ßen, wenn er wie­der zur Frei­heit des Wil­lens zurück­fin­det. Indem er sich gegen die Deter­mi­nie­rung durch die Sucht stellt, wird er von ihr frei. Er schafft also das, was nach der posi­ti­vi­sti­schen Hirn­for­schung eigent­lich unmög­lich ist. Solan­ge er noch in der Sucht ist, bleibt er von ihr bestimmt und zwar rest­los. Der Wil­lens­akt, sich von der Sucht los­zu­rei­ßen, ent­springt also einem Ver­mö­gen, das mit der Sucht (Sucht­cha­rak­ter) eben nicht zusam­men­fällt, anson­sten er sich von der Sucht nicht los­rei­ßen könn­te. Was die­sen Wil­lens­akt bewirkt, bleibt der moder­nen Hirn­for­schung ver­bor­gen, das ist schlicht eine Tat­sa­che. Die moder­ne Hirn­for­schung ist nicht annä­hernd in der Lage, prä­zi­se vor­aus­zu­sa­gen, wel­cher Süch­ti­ge sich unter wel­chen Umstän­den von der Sucht befrei­en kann. Sie kann nicht ein­mal ange­ben, wel­che Hirn­area­le für den gegen­tei­li­gen Ent­scheid ver­ant­wort­lich sind.

        Man hüte sich also, die Hirn­for­schung als mora­li­schen Maß­stab anset­zen zu wol­len, so etwas kann nur in die Irre füh­ren.

        Und ver­ges­sen wir Satan nicht, der in der Hirn­for­schung ohne­hin kei­nen Platz hat oder doch, als Zwang zum Bösen?

      • Fort­set­zung

        Pau­lus sagt doch zur Trieb­be­stimmt­heit des Men­schen:

        1 Kor 8,7 Aber nicht alle haben die Erkennt­nis. Eini­ge, die von ihren Göt­zen nicht los­kom­men, essen das Fleisch noch als Göt­zen­op­fer­fleisch und so wird ihr schwa­ches Gewis­sen befleckt.

        1 Kor 9,26 Dar­um lau­fe ich nicht wie einer, der ziel­los läuft, und kämp­fe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt;

        1 Kor 9,27 viel­mehr züch­ti­ge und unter­wer­fe ich mei­nen Leib, damit ich nicht ande­ren pre­di­ge und selbst ver­wor­fen wer­de.

        1 Kor 10,21 Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trin­ken und den Kelch der Dämo­nen. Ihr könnt nicht Gäste sein am Tisch des Herrn und am Tisch der Dämo­nen.

        2 Kor 12,7 Damit ich mich wegen der ein­zig­ar­ti­gen Offen­ba­run­gen nicht über­he­be, wur­de mir ein Sta­chel ins Fleisch gesto­ßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäu­sten schla­gen soll, damit ich mich nicht über­he­be.

        Gal 5,13 Ihr seid zur Frei­heit beru­fen, Brü­der. Nur nehmt die Frei­heit nicht zum Vor­wand für das Fleisch, son­dern dient ein­an­der in Lie­be!

        Die moder­ne Hirn­for­schung müss­te erklä­ren, wie ein Pau­lus und das was er pre­dig­te über­haupt mög­lich ist, ange­sichts einer alles bestim­men­den Deter­mi­na­ti­on zum Trieb­haf­ten.

        Das Pro­blem des Posi­ti­vis­mus besteht dar­in, dass er immer nur erklärt, was empi­risch ist, z.B. in dem Bei­spiel des Süch­ti­gen, dass die­ser von der Sucht gefan­gen ist, solan­ge er in ihr gefan­gen ist. Hier kann die Hirn­for­schung die Hirn­ak­ti­vi­tä­ten beob­ach­ten, die in der Sucht eine Rol­le spie­len und dar­aus schlie­ßen, dass das Sucht­ver­hal­ten auf Zwang beruht, nicht jedoch, war­um ein Süch­ti­ger die Sucht „plötz­lich“ über­win­det. Im Posi­ti­vis­mus wird Geist und Fleisch in eins gesetzt, ohne dass es dafür einen empi­risch schlüs­si­gen Beweis gäbe. Der Posi­ti­vis­mus ist also in sei­nem Erkennt­nis­ver­mö­gen auf das bloß Sicht­ba­re beschränkt. Es han­delt sich um eine ver­kürz­te Erkennt­nis, wie Pau­lus sehr tref­fend beschreibt.

      • Lie­ber @Suarez,

        eini­ge Bemer­kun­gen zu Ihren inter­es­san­ten und mir sehr durch­dacht erschei­nen­den Äuße­run­gen:
        Die Beur­tei­lung, ob ein Mensch ein Psy­cho­path ist, kann die Hirn­for­schung nicht voll­stän­dig lei­sten. Denn Sie haben recht, dafür gibt es Set­zun­gen, die die Gesell­schaft als Vor­aus­set­zung trifft. Mora­li­sches Han­deln hängt von den jewei­li­gen gesell­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ab, die sich auch im Chri­sten­tum im Lau­fe der Geschich­te immer wie­der gewan­delt haben. Aber das hat kei­ne Aus­wir­kung auf die Fra­ge der Wil­lens­frei­heit, die im stren­gen Sinn natür­lich nicht zu bewei­sen ist. Man kann nur fest­stel­len, dass man bis­her kei­nen Mecha­nis­mus gefun­den hat, der auch nur andeu­tungs­wei­se die Mög­lich­keit bie­tet, dass ein ama­te­ri­el­ler Geist auf die Akti­vi­tät der Neu­ro­nen ein­wir­ken kann. Das ver­bie­tet eigent­lich schon allein der Satz von der Erhal­tung der Ener­gie. Und vie­le Expe­ri­men­te (vom Libet-Expe­ri­ment ange­fan­gen) deu­ten dar­auf hin, dass das Gefühl, eine bewuss­te Ent­schei­dung getrof­fen zu haben, nach der Hand­lung kommt.
        Zur Erb­sün­de und zum Teu­fel: Für mich sind bei­de Begrif­fe sehr tref­fen­de Meta­phern für die Unvoll­kom­men­heit der rea­len Welt. Die kos­mi­sche Evo­lu­ti­on und auch die bio­lo­gi­sche hat als eher­nes Gesetz das Prin­zip „Tri­al and Error“. Es ent­steht nicht das Beste, son­dern das, des­sen Fit­nis für die Erhal­tung aus­reicht. Dar­aus ergibt sich die Unvoll­kom­men­heit der Welt und auch der Men­schen. Dafür ste­hen Erb­sün­de und Teu­fel. War­um Gott den „Zufall“ als Schöp­fungs­me­cha­nis­mus genom­men hat, konn­te noch kei­ne Reli­gi­on erklä­ren und ich weiß es natür­lich auch nicht. Man kann nur die Tat­sa­che zur Kennt­nis neh­men. Schon Albert Ein­stein konn­te das nicht glau­ben: „Gott wür­felt nicht“. Mitt­ler­wei­le sind aber die Erkennt­nis­se der Quan­ten­theo­rie viel­tau­send­fach bestä­tigt wor­den.
        Wei­ters: Der Dro­gen­süch­ti­ge kann von der Deter­mi­niert­heit sei­ner Sucht los­kom­men, indem die Deter­mi­niert­heit der The­ra­pie die kau­sa­len Vor­aus­set­zun­gen ändert. Alle Hand­lun­gen beru­hen auf der Kau­sa­li­tät. Alle sen­so­ri­schen Inputs eines Men­schen vom Beginn der Rei­fung des Zen­tral­ner­ven­sy­stems bis zur jewei­li­gen Hand­lung lie­fern die kau­sa­le Bedin­gung für die Hand­lung. Dar­aus folgt jedoch nicht, dass auf Grund der unbe­ding­ten Kau­sa­li­tät zukünf­ti­ge Hand­lun­gen vor­aus­sagt­bar wären. Den Grund dafür lie­fert die Theo­rie vom deter­mi­ni­sten Cha­os, d.h., eine „star­ke“ Kau­sa­li­tät ist nicht gege­ben. Jede Hand­lung hat aber ihre Ursa­che nur in den Vor­be­din­gun­gen.
        Dass die Hirn­for­schung kein mora­li­scher Maß­stab sein kann, dar­in sind wir uns einig.

      • Lie­ber @ Gali­lei,

        man kann aber posi­ti­vi­stisch schon gar nicht erklä­ren, war­um sich Mate­rie struk­tu­riert, ledig­lich kon­sta­tie­ren, dass sie sowohl struk­tu­riert als auch unstruk­tu­riert erscheint, also ein­mal in einer beob­acht­ba­ren Ord­nung und dann wie­der in einer chao­ti­schen Gestalt. Wie aber struk­tu­riert sich Mate­rie, wie soll­te sie das kön­nen, wenn ihr doch nichts Gei­sti­ges inne­wohnt. Und natür­lich kann man Geist nicht mes­sen, weil er eben sich der Meß­bar­keit wesen­haft ent­zieht, anson­sten er näm­lich Mate­rie wäre. Inso­fern kann die posi­ti­vi­sti­sche Wis­sen­schaft kei­nen „Mecha­nis­mus“ (schon die begriff­li­che Ablei­tung erscheint mir hier sehr pro­ble­ma­tisch) fin­den, dazu müss­te sie eine Posi­ti­on außer­halb des kon­kre­ten Seins des Men­schen ein­neh­men, also aus der Per­spek­ti­ve Got­tes blicken. Das genau kann sie nicht.

        Das Ener­gie­er­hal­tungs­ge­setzt gilt nur in einer fest­ge­leg­ten Zeit-Ebe­ne. Man behilft sich zudem mit der Theo­rie der schwar­zen Mate­rie, die eine sehr omi­nö­se Fähig­keit hat, näm­lich Mate­rie zu sein, die als sol­che nicht erkenn­bar ist. Und war­um gab es einen Urknall? Ist die Mate­rie plötz­lich aus dem Ruhe­zu­stand in den der Ener­gie über­ge­gan­gen? Oder war vor dem Urknall schon ein Urknall und davor einer, bis ins Unend­li­che hin­ein. Das hie­ße aber doch nichts ande­res als das es eine gött­li­che Schöp­fung nicht gibt und alles Sein sinn­los ist, weil es sich in end­lo­ser Fol­ge wie­der­holt und zer­stört. Nach die­ser Theo­rie trägt das Sein not­wen­dig sei­ne Auf­he­bung in sich, in einer end­lo­sen Fol­ge. Das ist aber nichts ande­res als Nihi­lis­mus, damit kön­nen Sie den christ­li­chen Glau­ben nicht ver­söh­nen.

        Die Gedan­ken­kon­struk­ti­on einer „kos­mi­schen Evo­lu­ti­on“ ist alles ande­re als eine beleg­te Tat­sa­che. Und dass eine sol­che Ent­wick­lung durch „Try und Error“ erfolgt sein könn­te, schon gar nicht. Der Irr­tum ist immer ein Abso­lutum. Er baut nicht auf, son­dern zer­stört. Wenn ein Komet „zufäl­lig“ auf die Erde zusteu­er­te und sie zer­stör­te, wäre das doch dann ein Zufall, der die gan­ze evo­lu­tio­nä­re Ent­wick­lung mit einem Schlag zunich­te mach­te oder sehe ich das falsch?

        Wenn Ent­wick­lung auf Zufall beruht, dann hat sie kei­nen imma­nen­ten Sinn, das wäre alles Sein sinn­los, zwar erschei­nend, zwar sei­end, aber doch ohne Sinn.

        Gott hat auch nicht den Zufall als „Schöp­fungs­me­cha­nis­mus“ (schon wie­der eine grau­en­haf­te Wort­schöp­fung, denn Got­tes Schöp­fung ist ja eben nichts Mecha­ni­sches) genom­men, son­dern in die Schöp­fung Frei­heit ein­ge­stif­tet, d.h. die Frei­heit sich sei­nem Wil­len zuzu­wen­den oder sich von ihm abzu­wen­den. Nur in die­ser Frei­heit ent­fal­tet sich Lie­be, die ja kein mecha­ni­scher Akt ist und die auch nicht in einem Auto­ma­tis­mus erscheint. Schöp­fung ist immer auch im Wer­den begrif­fen und hat eine kla­re Ten­denz, die aber durch die Sün­de (Abfall von Gott — Abwen­dung vom Sinn der Schöp­fung) ver­dun­kelt wird. Aus Leben ent­steht neu­es Leben zum Lobe und Ruh­me des Schöp­fers. Was Sie Zufall nen­nen, ist der Spiel­raum, den Gott in die Schöp­fung als Frei­heit ein­ge­stif­tet hat.

      • Fort­set­zung

        Eine von jedem The­ra­peu­ten bestä­tig­te Grund­be­din­gung für einen Erfolg einer „The­ra­pie“ eines Dro­gen­süch­ti­gen ist zual­ler­erst, dass die­ser von der Dro­gen­sucht sich über­haupt befrei­en will. Solan­ge die­ser Wil­le nicht vor­han­den ist, kön­nen die „kau­sa­len Bedin­gun­gen“ für sein Han­deln noch so oft geän­dert wer­den, sobald der Dro­gen­süch­ti­ge wie­der sei­nem frei­en Wil­len unter­steht, also z.B. aus der Sucht­kli­nik ent­las­sen ist, wird er sofort wie­der rück­fäl­lig. Es gibt unend­li­che Stu­di­en, die das schlüs­sig bele­gen. Es ist also kei­nes­falls so, dass man nur Para­me­ter des Umfel­des, die soge­nann­ten äußer­li­chen Kau­sa­li­tä­ten ändern müss­te, son­dern die inner­li­che „Kau­sa­li­tät“ muss sich ändern und das geht nur über einen Wil­lens­akt, der von außen nicht steu­er­bar ist. Wäre es anders, dürf­te die Psychologie/Psychiatrie nicht von nicht the­ra­pier­ba­ren Pati­en­ten spre­chen, sie tut es aber, wenn dem The­ra­peu­ten klar wird, dass der Süch­ti­ge eben kei­ne Bereit­schaft zeigt, sein Ver­hal­ten zu ändern. Inso­fern hapert Ihr Gedan­ken­an­satz doch etwas.

        Wenn alle Hand­lun­gen auf Kau­sa­li­tät beruh­ten, dann wür­de mich inter­es­sie­ren, wie Sie Irr­tum defi­nie­ren wol­len. Was unter­schei­det das Gelin­gen vom Irr­tum in einer not­wen­di­gen Kau­sal­fol­ge? Da wer­den Sie schwer­lich eine befrie­di­gen­de Ant­wort geben kön­nen. Es blie­be nur, den Irr­tum als Zufall erklä­ren zu wol­len. Nur wenn der Zufall Kau­sa­li­tät will­kür­lich auf­hebt, wie kann dann die Kau­sa­li­tät für die Hand­lung bestim­mend sein? Und wel­cher Art von Zufall ist hier kon­kret vor­zu­stel­len?

        Und was Sie ganz außer Acht las­sen, ist der Tod als radi­ka­le Auf­he­bung aller Kau­sa­li­tät zumin­dest was das Leben angeht. Die Sterb­lich­keit ist doch wesen­haft mit dem Leben ver­bun­den. Leben hebt sich auf, obwohl dies der Theo­rie der Evo­lu­ti­on ent­ge­gen­steht. Gibt es eine unend­li­che Form? War­um nicht? Und wel­chen Sinn hat der Tod in einem Seins­ver­ständ­nis, das nur von der Mate­rie aus­geht, doch kei­nen? Wenn aber der Tod kei­nen Sinn hat, hat das Leben doch auch kei­nen Sinn oder irre ich da? Ein tem­po­rä­rer Sinn, der sich auf­hebt, ist kei­ner, wie eine Wahr­heit, die rela­tiv ist, eben­falls kei­ne ist.

      • Viel­leicht liegt es weni­ger an einer „gewis­sen Dumm­heit“ ande­rer, wenn Ihre Dar­le­gun­gen z.T. kei­nen logi­schen Gedan­ken­gang erken­nen las­sen.

        Die Wil­lens­frei­heit ist eine empi­risch und für jeden Men­schen unmit­tel­bar wahr­nehm­ba­re Tat­sa­che. Wer sie leug­net, kann eben­so­gut jed­we­de mensch­li­che Erkennt­nis leug­nen.

        Wenn ich mich z.B. jetzt hin­set­ze und auf Ihre skur­ri­len Bemer­kun­gen ein­ge­he, dann tue ich das, weil ich das will. Eben­so­gut könn­te ich es las­sen.

        Ihr Pech, wenn Sie die ver­meint­li­chen Erkennt­nis­se eini­ger „For­scher“ für bare Mün­ze neh­men (längst nicht alle Hirn­for­scher sind dar­über einer Mei­nung) — und dann mei­nen, ver­pflich­tet zu sein, die­se mit dem Glau­ben in Ein­klang zu brin­gen. Das kön­nen Sie übri­gens ver­ges­sen: Der katho­li­sche Glau­be ist mit den von Ihnen als gesi­chert ange­se­he­nen Hypo­the­sen kei­nes­wegs ver­ein­bar. Wenn es kei­ne Wil­lens­frei­heit gäbe, dann wäre der Sün­den­be­griff (wie auch der Tugend­be­griff) nicht nur „zu ver­än­dern“: Er wäre falsch. Ohne Wil­lens­frei­heit gibt es kei­ne Sün­de.

        Viel­leicht soll­ten Sie sich ganz gene­rell hüten, alles, was sich als „wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis“ prä­sen­tiert, unhin­ter­fragt als sol­che anzu­er­ken­nen. Um es zu wie­der­ho­len: Hier über­haupt von „den“ Ergeb­nis­sen „der“ Hirn­for­schung zu spre­chen, ist uner­träg­lich naiv. Aber man­che gera­ten anschei­nend, sobald sich etwas als „wis­sen­schaft­lich“ geriert, direkt in Panik­zu­stän­de, ob der Glau­be denn auch damit ver­ein­bar sei. (Sinn­voll könn­te man einen sol­chen Gei­stes­zu­stand die Gali­lei-Neu­ro­se nen­nen.) So kann über­haupt nur jemand reagie­ren, der den Glau­ben im Grun­de schon ver­lo­ren hat. Wer gläu­big ist, weiß, daß Glau­be und ech­te wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis sich nie­mals wider­spre­chen kön­nen.

      • Mir fällt da noch eine schö­ne Aus­sa­ge Goe­thes in den „Gesprä­chen mit Ecker­mann“ ein:

        „Ich ehre die Mathe­ma­tik als die erha­ben­ste und nütz­lich­ste Wis­sen­schaft, so lan­ge man sie da anwen­det, wo sie am Plat­ze ist; allein ich kann nicht loben, daß man sie bei Din­gen miß­brau­chen will, die gar nicht in ihrem Bereich lie­gen, und wo die edle Wis­sen­schaft sogleich als Unsinn erscheint. Und als ob alles nur dann exi­stier­te, wenn es sich mathe­ma­tisch bewei­sen läßt. Es wäre doch töricht, wenn jemand nicht an die Lie­be sei­nes Mäd­chens glau­ben woll­te, weil sie ihm sol­che nicht mathe­ma­tisch bewei­sen kann! Ihre Mit­gift kann sie ihm mathe­ma­tisch bewei­sen, aber nicht ihre Lie­be.“

  10. Wer den Sinn für die Sün­de ver­liert, ver­liert den Sinn für das Heil. „Sinn“ aber bedeu­tet „Weg“.

  11. @Galilei: aus Lie­be und durch Lie­be ist alles erschaf­fen. Eine Welt, ein Uni­ver­sum ohne Lie­be gäbe es nicht. Auch Sie und mich gäbs nicht. Gott ist die Lie­be. Und die Lie­be ist dem Eben­bild Got­tes, dem Men­schen, zutiefst ein­ge­ge­ben, ein­ge­haucht.
    Für die Schöp­fung gibts weder Zufall noch Not­wen­dig­keit, kein tri­al und error. Alles Geschaf­fe­ne ist aus Lie­be geschaf­fen. Ohne Lie­be kein Leben, kein Dasein.

    Die Frei­heit des Men­schen (und der Engel) heißt: Gott zu gehor­chen, ihn anzu­be­ten und ver­herr­li­chen, sei­ne (An)-Gebote zu ach­ten und zu leben, also zusam­men­ge­faßt: Ihn zu lie­ben.
    Wenn nicht, kom­men auto­ma­tisch Leid, Schmerz, Gewalt und ewi­ger Tod- die Tren­nung von Gott. Das sind die Fol­gen der Eigen­an­be­tung und Eigen­lie­be.

    Die von der Lie­be abge­kop­pel­te Eigen­Ver­nunft kann das nicht begrei­fen und will es bewußt nicht wahr­ha­ben- und es schmerzt, nicht wahr? Die­ser Schmerz nimmt immer mehr zu, wenns kei­ne Umkehr gibt und dann wird alles zur Ankla­ge und zur Ver­zweif­lung und Höl­le letzt­lich. Ja, so gibts vie­le, die sich selbst erlö­sen wol­len.

    War­um dann nicht lie­ben? War­um Jesus Chri­stus nicht lie­ben? War­um nicht mit ihm lei­den? War­um nicht Gutes, Fro­hes tun?
    Die wah­re, nicht eigen­mäch­ti­ge Ver­nunft strebt immer zur Lie­be und Schön­heit und lobt Gott dan­kend ohne Unter­laß: das ist die Frei­heit der „Kin­der Got­tes“.

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