Beschwerdebrief von Kardinälen schreckt Kirche auf — Inhalt entscheidend

Explosiver Beschwerdebrief von Kardinälen-Synodalen schreckt Kirche auf
Explo­si­ver Beschwer­de­brief von Kar­di­nä­len-Syn­oda­len schreckt Kir­che auf

Syn­oden-Anmer­kun­gen von Giu­sep­pe Nar­di (2)

Das Beschwer­de­schrei­ben der drei­zehn Kar­di­nä­le an Papst Fran­zis­kus hat wie eine Bom­be ein­ge­schla­gen. Dar­aus erklärt sich, war­um zum Teil drum­her­um ein Durch­ein­an­der ent­stan­den ist oder auch erzeugt wird. Die Bom­be liegt aber nicht in die­sem Drum­her­um, son­dern im Inhalt des Brie­fes, der vom Vati­ka­ni­sten San­dro Magi­ster gestern ver­öf­fent­licht wur­de, eine Woche nach­dem er dem Papst über­ge­ben wor­den war. Seit­her wird eini­ges Durch­ein­an­der um den Brief gemacht, zum Teil mit der erkenn­ba­ren Absicht, vom Inhalt abzu­len­ken.

Das Schrei­ben hat die katho­li­sche Kir­che wie ein Schreck auf­ge­rüt­telt, welt­weit, und zwar nicht nur die Kas­pe­ria­ner, die sich fre­ne­tisch an den Spiel­re­geln der Syn­ode abar­bei­ten.

Papst Franziskus und die Regie hinter der Synode

Der Brief mach­te mit einem Schlag sicht­bar, was Beob­ach­ter schon vor Syn­oden­be­ginn ange­deu­tet hat­ten. Eine bestimm­te Grup­pe in der Kir­che, so die Sor­ge der beschwer­de­füh­ren­den Kar­di­nä­le, ver­sucht der Kir­che „zu wich­ti­gen umstrit­te­nen The­men vor­ge­fer­tig­te Ergeb­nis­se“ auf­zu­zwin­gen. Eine bestimm­te Grup­pe, der die unter­zeich­nen­den Syn­oda­len sprach­lich „respekt­voll“, aber ein­deu­tig auch Papst Fran­zis­kus zurech­nen. Denn ohne päpst­li­che Mit­hil­fe wäre die ange­deu­te­te Len­kung der Syn­ode nicht mög­lich. Mehr noch: Die Logik legt nahe, in Papst Fran­zis­kus den eigent­li­chen Regis­seur der „neu­en Barm­her­zig­keit“ zu sehen (sie­he Die Bischofs­syn­ode, der Regis­seur, die Akteu­re – Chro­no­lo­gie eines ver­such­ten Para­dig­men­wech­sels).

Der Brief exi­stiert, wie inzwi­schen von ver­schie­de­ner Sei­te bestä­tigt wur­de. Vati­kan­spre­cher Lom­bar­di mein­te am Mon­tag­vor­mit­tag in einer ersten Stel­lung­nah­me, „Es muß der Papst sein, der sagt, ob er die­ses Doku­ment erhal­ten hat oder nicht“. Eini­ge Stun­den spä­ter teil­te Lom­bar­di den Jour­na­li­sten aber mit, die Erz­bi­schö­fe von Mai­land und Paris, die in der von Magi­ster ver­öf­fent­lich­ten Liste der drei­zehn Unter­zeich­ner auf­schie­nen, haben erklärt, den Brief nicht unter­zeich­net zu haben. Damit wur­de ein noch anhal­ten­der Rei­gen rund um die Namen der Unter­zeich­ner ein­ge­lei­tet, gleich­zei­tig aber offi­zi­ell vom Vati­kan bestä­tigt, was kurz zuvor noch offen­ge­las­sen wor­den war.

Die Exi­stenz des Schrei­bens wur­de seit­her von wei­te­ren Kar­di­nä­len bestä­tigt, die ent­we­der ihre Unter­schrift bekräf­tig­ten oder bestrit­ten.

Die dreizehn beschwerdeführenden Kardinäle-Synodalen

Bestä­ti­gung kam auch von der pro­gres­si­ven ame­ri­ka­ni­schen Jesui­ten-Zeit­schrift Ame­ri­ca. Der Jesui­ten­or­den spielt bei der gera­de statt­fin­den­den Bischofs­syn­ode eine nicht unbe­deu­ten­de, wenn auch noch obsku­re, da weit­ge­hend geheim­ge­hal­te­ne Rol­le. Ame­ri­ca bestä­tig­te vor allem den Inhalt des Schrei­bens, das Magi­ster ver­öf­fent­licht hat­te. Die Zeit­schrift bestä­tig­te zudem, daß der Beschwer­de­brief an den Papst von drei­zehn Kar­di­nä­len, alle­samt Syn­oda­len, unter­zeich­net wur­de. Aller­dings nennt die Jesui­ten­zeit­schrift nicht die von Magi­ster genann­ten Kar­di­nä­le Sco­la, Vingt-Trois, Pia­cen­za und Erdö, die inzwi­schen ihre Unter­schrift bestrit­ten haben, son­dern vier ande­re Syn­oden-Kar­di­nä­le:

  • Kar­di­nal Dani­el DiNar­do, Erz­bi­schof von Gal­ve­ston-Hou­ston und stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz (USA)
  • Kar­di­nal John Njue, Erz­bi­schof von Nai­ro­bi (Kenia)
  • Kar­di­nal Nor­ber­to Rive­ra Car­re­ra, Erz­bi­schof von Mexi­ko-Stadt (Mexi­ko)
  • Kar­di­nal Elio Sgreccia, eme­ri­tier­ter Prä­si­dent der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben

Inhalt der Beschwerde maßgeblich

Wer bei der Fra­ge ste­hen bleibt, wel­che und wie­viel Kar­di­nä­le-Syn­oda­len das Schrei­ben unter­zeich­net haben, über­sieht die Trag­wei­te des Schrei­bens, des­sen Bedeu­tung (und Spreng­kraft) in sei­nem Inhalt liegt.

Wer sich dar­über beklagt, daß Kar­di­nä­le zu einem sol­chen Mit­tel grei­fen, soll­te sich viel­mehr fra­gen, was hin­ter den Kulis­sen alles gesche­hen sein muß, um Kar­di­nä­le dazu zu brin­gen, einen sol­chen Schritt zu set­zen.

Tat­sa­che ist, daß es sich um eine, der kirch­li­chen Tra­di­ti­on ent­spre­chen­de, inter­ne Kri­tik han­deln soll­te. Eine Ver­öf­fent­li­chung war offen­sicht­lich, zumin­dest anfangs, nicht beab­sich­tigt. Das hängt mit der unver­blüm­ten Ankla­ge gegen den Papst selbst zusam­men. Eine so schar­fe Kri­tik an einem regie­ren­den Papst öffent­lich vor­zu­tra­gen, stellt einen Tabu­bruch dar. Es erklärt die Unru­he, die auch man­chen der tat­säch­li­chen und ver­däch­tig­ten Absen­der erfaßt hat.

Wie es dazu kam, daß Brief und Namen der Unter­zeich­ner dem Vati­ka­ni­sten San­dro Magi­ster zuge­spielt wur­den, läßt sich vor­erst nicht rekon­stru­ie­ren. Ob es sich um ein undich­te Stel­le (Wo?) han­del­te oder eine Fol­ge der päpst­li­chen Reak­ti­on auf das Schrei­ben war, auch eine Woche nach der Über­ga­be kei­ner­lei Anstal­ten zu machen, die Sor­gen der Kar­di­nä­le und Syn­oda­len ernst­zu­neh­men, bleibt dahin­ge­stellt.

Vorwurf der Manipulation lastet auf Synode seit dem ersten Fragebogen 2013

Wer sich auf die zum Teil geschür­te Ver­wir­rung rund um die Namen der Unter­zeich­ner stürzt, läuft Gefahr, die eigent­li­che und viel bedeut­sa­me­re Ver­wir­rung rund um die gan­ze Syn­ode aus dem Auge zu ver­lie­ren. Man­che müs­sen sich sogar den Vor­wurf gefal­len las­sen, mit dem einen mög­li­cher­wei­se das ande­re über­decken zu wol­len.

Über allem steht jeden­falls nun offi­zi­ell der sich ver­dich­ten­de düste­re Ver­dacht einer päpst­li­chen Mani­pu­la­ti­on, um zu „wich­ti­gen umstrit­te­nen The­men vor­ge­fer­tig­te Ergeb­nis­se“ zu errei­chen. Ergeb­nis­se, die offen­sicht­lich von der bis­he­ri­gen katho­li­schen Ehe- und Moral­leh­re abwei­chen. Alles ande­re anneh­men zu wol­len, wäre Unsinn.

Aus dem Hin­ter­grund taucht zudem erneut jene Fra­ge auf, die das gan­ze Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus über­schat­tet. Die Fra­ge, ob die­se „bestimm­ten Ergeb­nis­se“ Teil einer Wahl­ka­pi­tu­la­ti­on vor oder im Kon­kla­ve waren.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

27 Kommentare

  1. Der Pseu­do-Papst muss weg und „Mut­ti“ muss weg,dann lich­tet sich viel­leicht die gei­sti­ge Dun­kel­heit die über Euro­pa und Deit­sch­land liegt.

    • Er kann ja wei­ter Bischof spie­len mit gewis­sen Enter­tain­ment Qua­li­tae­ten, aber voel­lig rich­tig Franz ist vie­le Num­mern zu klein fuer das Amt.

    • Die Par­al­le­le ist nicht zu über­se­hen: Über dem Vati­kan wird es immer dunk­ler und über Deutsch­land liegt fil­zi­ger Mel­tau.

      • Aus Deutsch­land kam in der Geschich­te schon mehr­fach Unheil über die Welt.

        Kar­di­nal Kas­pers Fana­tis­mus, die Leh­re der Katho­li­schen Kir­che um jeden Preis zu dekon­stru­ie­ren, könn­te für die Kir­che ver­hee­ren­de Fol­gen haben. Schon jetzt ist die Kir­che in einem schlim­men Zustand und der Papst schwerst in sei­ner Legi­ti­mi­tät und Auto­ri­tät beschä­digt.

        Offen­bar wol­len die Anhän­ger des kas­per­schen Rela­ti­vis­mus nicht zur Kennt­nis neh­men, dass eine Wahr­heit mit Ver­falls­da­tum eben kei­ne ist, son­dern nur der noch nicht erkann­te Irr­tum wäre. Wenn Kar­di­nal Kas­per das aber so sieht, so soll­te er end­lich die Kon­se­quenz zie­hen und dem katho­li­schen Glau­ben den Rücken keh­ren und nicht län­ger Bischof blei­ben wol­len.

        Die pro­gres­si­ven Bischö­fe räu­men im Grun­de ja ein, dass sie den Glau­ben an eine ver­bind­li­che Offen­ba­rung Got­tes längst ver­lo­ren haben. Sie wol­len sich nun noch von den letz­ten Resten der Katho­li­zi­tät eman­zi­pie­ren, um dann aus der Kir­che eine büro­kra­ti­sche Sozi­al­in­sti­tu­ti­on zu machen, die über ein enor­mes Ver­mö­gen ver­fügt, Es geht um poli­ti­sche Macht, um Ver­welt­li­chung des Glau­bens. Damit wird der Glau­be aber lang­fri­stig zer­stört, auch wenn noch Kir­che als Potem­kin­sches Dorf bleibt.

      • Engel­chen und Stel­la @ Mer­kel und Mehl­tau über Deutsch­land, wären noch
        die klei­ne­ren Übel. Die dunk­len Wol­ken über dem Vati­kan stam­men aus
        Deutsch­land und es fol­gen noch mehr. Die deut­schen Bischö­fe um Kar­di­nal
        Marx gebär­den sich wie toll und kön­nen das Ergeb­nis in Rom nicht abwar­ten.
        Nach der Syn­ode wird vor der Syn­ode sein, denn die Deut­sche Bischof­kon­fe-
        renz hat das Ergeb­nis schon in der Schub­la­de, mit einem Hauch von Luther.

  2. Das nebu­lö­se Sze­na­rio geht wei­ter; im Ein­gangs­be­reich zur Syn­ode lag ein Buch zum Mit­neh­men auf, ver­fasst von einer Grup­pe „femi­ni­sti­scher Theo­lo­gin­nen“, dar­un­ter Tania Beat­tie; deren O‑Ton:
    -
    „Unser Buch ist nicht dazu gemacht, die Stim­men jener Frau­en in Miss­kre­dit zu brin­gen, die es leicht fin­den, sich der gel­ten­den Leh­re der Kir­che anzu­pas­sen, die der Mei­nung sind, natür­li­che Fami­li­en­pla­nung ver­bes­sert ihr Leben, die in lan­gen, sta­bi­len Ehen leben, in denen alle Kin­der katho­lisch auf­wach­sen – all das ist wun­der­voll, wenn es Ihnen pas­siert. 
    Aber das sind die Stim­men, 
    die bei der Syn­ode schon gehört wurden.Und wir woll­ten die Stim­men brin­gen, die nicht gehört wur­den. 
    Und die die Mehr­heit der katho­li­schen Frau­en in der Welt sind. 
    Die mei­sten von uns leben kein sau­ber ver­pack­tes katho­li­sches Leben. 
    Aber das macht uns nicht weni­ger katho­lisch. 
    Es macht uns nicht weni­ger lei­den­schaft­lich, was unse­ren Glau­ben betrifft, im Enga­ge­ment für die Kir­che, der wir zum Blü­hen ver­hel­fen möch­ten.“
    -

    Frau Beat­tie und ihre „Kol­le­gin­nen“ ver­tre­ten gegen­über der Leh­re der Kir­che dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setz­te Ansich­ten. Beat­tie will in ihrer gei­sti­gen Umnach­tung die Abtrei­bung mit der Theo­rie des gerech­ten Krie­ges recht­fer­ti­gen (!) und spricht sich für die sakra­men­ta­le Ehe Homo­se­xu­el­ler aus.(!) Sie wur­de auch schon nach Pro­te­sten als vor­ge­se­he­ne „Dozen­tin“ wie­der aus­ge­la­den.
    Das aktu­el­le Buch die­ser Glau­bens- und Kir­chen­zer­set­ze­rin­nen — mit dem irre­füh­ren­den Titel „Catho­lic Womem speak“ — wur­de nun also im Ein­gangs­be­reich der Syn­ode aus­ge­legt. Welch ein Skan­dal und doch scheint „radio­va­ti­can“ die­ses Trei­ben gar noch för­dern zu wol­len; hier der gleich­sam „Wer­be­be­richt“ unter dem Titel: „Syn­ode: Katho­li­kin­nen erzäh­len aus ihrer Lebens­wirk­lich­keit“

    http://de.radiovaticana.va/news/2015/10/12/synode_katholikinnen_erz%C3%A4hlen_aus_ihrer_lebenswirklichkeit/1178720
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    • Mein gan­zes Leben war kein sau­ber verpacktes,katholisches aber sol­che Wei­ber waren mir schon IMMER ein Gräu­el !
      Die sol­len end­lich die Klap­pe hal­ten und ihr Leben ändern,da wäre schon viel getan.

    • @defendor

      Inter­es­san­te Aus­sa­ge: „Die mei­sten von uns leben kein sau­ber ver­pack­tes katho­li­sches Leben. Aber das macht uns nicht weni­ger katho­lisch.“

      Die Dekon­struk­ti­on der Katho­li­zi­tät mas­kiert sich auch noch als katho­lisch!

    • Frau Beat­tie pola­ri­siert gewis­ser­ma­ßen spie­gel­ver­kehrt zu dem Lager, gegen das sie pole­mi­siert.

      Da wir alle Sün­der sind, lebt nie­mand ein „sau­ber ver­pack­tes“ Leben. Und natür­lich darf man die Argu­men­ta­tio­nen der Frau­en hin­ter­fra­gen, die ein sol­ches, das jeden­falls den Anschein eines „sau­ber ver­pack­ten“ Lebens hat, vor­ge­ben oder als Ide­al behaup­ten.
      Die­se Frau­en reden tat­säch­lich oft wie Papa­gei­en das nach, was ihnen irgend­wel­che from­men Ideen­ge­ber ein­bla­sen. Ihre gan­ze intel­lek­tu­el­le Kraft ver­wen­den sie auf die Apo­lo­gie eines Lebens, das sie mög­li­cher­wei­se doch nicht ganz aus frei­en Stücken wäh­len. Ich habe eini­ge sol­cher Frau­en ken­nen­ge­lernt, die in jün­ge­ren Jah­ren mit flie­gen­den Fah­nen ein „kon­ser­va­ti­ves“ Frau­en­le­ben began­nen, auch noch groß dar­über tön­ten. Aber im Lauf der Jah­re wur­den auch sie von der Rea­li­tät ein­ge­holt und sogar Schei­dun­gen habe ich in die­sem Lager schon mit­an­ge­se­hen. Welch ein bit­te­res Erwa­chen gibt es auch aus der from­men Illu­si­on mit ihrem ver­zerr­ten Geschlech­ter­bild und der Idea­li­sie­rung eines Stan­des, der in die­sem Äon nie ide­al sein kann!
      Eine ähn­li­che Apo­lo­ge­tik sei­tens der Frau­en für das, was ande­re ihnen ein­bla­sen, kann man auch im Islam beob­ach­ten.
      Man muss da also tat­säch­lich — was die sub­jek­ti­ve Sei­te sol­cher State­ments betrifft — genau prü­fen, wer hier redet, was genau er redet und ob er damit einen eigen­stän­di­gen Stand­punkt vetritt oder nur ein unref­klek­tier­tes Kli­schee.

      Das alles hat aller­dings mit der objek­ti­ven Sei­te nichts zu tun, an der sich jede Sub­jek­ti­vi­tät mes­sen las­sen muss.

      Und um die scheint es der Autorin ja ÜBERHAUPT nicht zu gehen. Inso­fern ist ihr gan­zer Ansatz falsch.

      Ja, es ist wahr, dass nei­mand ein Leben im Kokon ver­bringt auf die Dau­er. Illu­sio­nen heben sich recht schnell von selbst auf — auch from­me Illu­sio­nen.

      Und das, was dann kommt, soll­te man mehr ins Visier neh­men, wenn man schon sub­jek­tiv argu­men­tie­ren will.

      Christ­sein heißt ja nicht, dass alles glatt geht und wir immer­zu glück­lich sind.

      Der hl. Pau­lus sieht die Ehe nicht ide­al, auch nicht die from­me Ehe. Für ihn ist es v.a. Leid und Sor­ge und auch Ablen­kung von den wich­ti­ge­ren Din­gen des Glau­bens. War­um sonst soll­te er sagen, es sei bes­ser, nicht zu hei­ra­ten?
      Ich den­ke, das spricht die Wahr­heit aus.

      Wesent­lich ist, dass man in der Ehe einen eige­nen Buß­weg zum Him­mel wahr­neh­men kann. Dass dies gelingt trotz aller Wid­rig­kei­ten, weil Jesus es uns ver­spro­chen hat — das ist die Bot­schaft, die ohne from­me Illu­sio­nen, aber den­noch mit Voll­macht ver­kün­det wer­den soll­te. Das heißt „Sakra­ment“, dass Er gegen­wär­tig ist und sei­ne siche­re Hil­fe fest zuge­sagt hat. Selbst für den äußer­sten Fall einer Tren­nung hat er zuge­sagt, doch bei den Ent­zwei­ten zu blei­ben — aber hin­sicht­lich des eigent­li­chen Ehe­part­ners. Nicht in dem Sinn, dass man ein­fach den Näch­sten ehe­licht und auf die­se Wei­se solan­ge durch­pro­biert, bis es klappt.
      Es „klappt“ nur des­we­gen, weil Jesus dabei ist.

      • Genau so erklär­te Jesus Chri­stus der A.K.Emmerick auch den Sinn der Ehe,nämlich kei­ne Ein­rich­tung für Spaß,Jux und Dol­le­rei son­dern eine Form der Buße.
        Den Part der Frau hier­bei traue ich mir kaum zu schreiben,nämlich aus­schließ­lich der Part des gedul­dig ertra­ge­nen Lei­dens.
        Das will man ja heut­zu­ta­ge auf kei­nen Fall hören aber die Rea­li­tät zeigt ja immer noch,das es genau so ist.
        Auch da wo es nicht so scheint ist die Frau den­noch der lei­den­de Teil.

  3. @Stella „Deit­sch­land“ basst scho. So song ma mia in Bay­ern. Und des triff­ts ja a bessa,weil bei uns her­unt im Moment de meistn Flicht­ling ein­a­druck­an.

  4. Ich den­ke sie lie­gen falsch. Zu kom­plex gedacht. Cui Bono? Sicher­lich nicht San­dro Magi­ster der nach der völ­lig unnö­ti­gen Vor­ab­ver­öf­fent­li­chung der Enzy­kli­ka des Pap­stes schein­bar in die näch­ste Fal­le getappt ist, da die hälf­te der Kar­di­nä­le nicht unter­schrie­ben hat. Dann scha­det es natür­lich den kon­ser­va­ti­ven Kar­di­nä­len (sowohl den Unter­schrei­bern) als auch jene die fälsch­li­cher­wei­se dazu­ge­rech­net wur­den. Die Jesui­ten­zeit­schrift hat jetzt noch ein paar mehr Kar­di­nä­le dazu genom­men um sie zu dis­kre­di­tie­ren. Wer pro­fi­tiert also?

    • Nie­mand pro­fi­tiert!

      Es ist völ­lig klar, dass die Ein­heit der Kir­che, die sich in der Kon­ti­nui­tät der Leh­re aus­drückt, durch die Anhän­ger von Kar­di­nal Kas­per zer­stört wird. Die Win­kel­zü­ge, mit denen die Grup­pe um Kar­di­nal Kas­per ver­sucht, die Syn­ode an der Nase her­um­zu­füh­ren, sind leicht erkenn­bar und waren vor­ab ja auch von vie­len erwar­tet wor­den. Soll­te sich Kas­per mit sei­nen The­sen durch­set­zen, hät­te das gra­vie­ren­de Rück­wir­kun­gen auf Katho­li­zi­tät, die heu­ti­ge Kir­che hät­te dann schlicht kei­nen Bestand mehr. Alles was bis dahin gelehrt wur­de, wäre frag­wür­dig, inklu­si­ve dem Papst­pri­mat. Wir befän­den uns dann in einem zwei­ten Pro­te­stan­tis­mus, der dies­mal auch noch vom Papst selbst beför­dert wür­de. Papst Fran­zis­kus wür­de also in die Geschich­te als Zer­stö­rer und nicht Wah­rer der Kir­che ein­ge­hen. Ein abso­lu­tes Novum. Ob er das will?

    • Ich weiß nicht, ob man das so sehen soll­te. Frei­lich kann man über den Nut­zen der Ver­öf­fent­li­chung geteil­ter Mei­nung sein. Die­ses Schrei­ben aber dis­kre­di­tiert nie­man­den, son­dern ehrt die Unter­zeich­ner. Jeder der Syn­oda­len soll­te sich fra­gen, war­um sein Name NICHT dar­un­ter steht. Die­se Syn­ode ist nicht irgend­ein Geplän­kel, hier ent­schei­det sich nichts weni­ger der Fort­be­stand der Katho­li­schen Kir­che. Gelingt es nicht, gegen Ber­go­gli­os Kas­pe­ria­den einen Damm zu errich­ten und gewinnt Ber­go­glio das Spiel, wird er die Kir­che bis zur Kar­ri­ka­tur ihrer selbst ver­än­dern und in aller Demut zer­stö­ren. Die Kar­di­nä­le und Bischö­fe dür­fen nun nicht zau­dern oder umfal­len, sie müs­sen geschlos­sen und ohne mit der Wim­per zu zucken an der Leh­re fest­hal­ten und die Kon­se­quen­zen bis zum bit­te­ren Ende durch­kämp­fen. Nur dann wird die Kir­che eine Chan­ce haben, sich im Gei­ste der Wahr­heit zu erneu­ern.

  5. Am Ende wer­den die Beschlüs­se oder Hand­rei­chun­gen die­ses Kon­vents auch von den Kar­di­nä­len des Beschwer­de­brie­fes voll­stän­dig mit­ge­tra­gen wer­den. Egal wie zwei­deu­tig das Papier aus­fal­len wird.

  6. @Paolo,
    Mei­ner beschei­de­nen Mei­nung nach lie­gen Sie hier falsch.
    In den höch­sten Gre­mi­en der Kir­che ist offen­sicht­lich gewal­tig viel Angst vor einer Spal­tung oder unwi­der­ruf­li­chen Aus­sa­gen vor­han­den.

    Auf­fal­lend ist nicht daß Kard. Vingt-Trois (nun wirk­lich nicht als mutig bekannt) und Kard. Sco­la (hof­fend auf eine noch grö­ße­re Kar­rie­re) ihre Unter­schrift zurück­ge­zo­gen haben;
    son­der­rn daß Kard. Timo­th Dolan auf der Liste steht- bekannt als sehr ver­söhn­lich, und sicher kein Hau­de­gen wie Kard. Bur­ke.
    (Das dürf­te übri­gens das mas­si­ve Unbe­ha­gen bei den Katho­li­ken der USA wider­spie­geln).

    Die­ses Schrei­ben ist eine abso­lu­te Kata­stro­fe für Kard. Marx, der doch vor weni­gen Tagen her­aus­po­saun­te daß es über­haupt kei­ne Fron­ten gab, und sicher nicht zwi­schen Moder­ni­sten und Treu­ge­blie­be­nen an der Leh­re und an der Tra­di­ti­on.
    Bei allem was so lang­sam an Infor­ma­tio­nen durch­sickert (die Infor­ma­ti­ons­po­li­tik ist eine ein­zi­ge Kata­stro­fe und von Tricks gekenn­zeich­net) ent­spricht die­se Aus­sa­ge von Kard. Marx nicht der Wahr­heit.

    „Man muß auf­pas­sen, daß das päpst­li­che Lehr­amt kei­nen Scha­den nimmt“ (Zitat aus dem gro­ßen Arti­kel i.d. Tages­post 17.09.2015 v. Kard. Anto­ni­el­li)

  7. Wer­ter @ Pao­lo!
    Der Brief ist authen­tisch und vom Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on Kuri­en­kar­di­nal Mül­ler u.a. hoch­ge­stell­ten Per­sön­lich­kei­ten der Kurie und der Syn­ode unter­schrie­ben. Cui Bono? Er ist in der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on sicher nicht Kar­di­nal Kas­per, sei­nem Gefol­ge und sei­nen jesui­ti­schen Hilfs­trup­pen in der Gre­go­ria­na dien­lich. Sicher aber dient er einer römisch-katho­li­schen Öffent­lich­keit als Ein­blick in die Vor­ge­hens­wei­se der Kas­pe­ria­ner und zugleich dem römi­schen Gerichts­hof Rota als wich­ti­ge Quel­le, wenn es an die kir­chen­recht­li­che Auf­ar­bei­tung der Syn­ode geht.

  8. Ich sag­te es schon ande­rer Stel­le: Der Inhalt die­ses Schrei­bens ist total hohl, weil er die eigent­li­che Pro­ble­ma­tik über­haupt nicht klar und deut­lich nennt, son­dern auf angeb­li­chen Ver­fah­rens­feh­lern her­um­hackt.

    Bra­vis­si­mo! Sol­che Lei­se­tre­te­rei ist wirk­lich über­flüs­sig.

    • Wenn Ihre Bele­sen­heit, die Sie im Forum auf­leuch­ten las­sen, das Papier „Instru­men­tum Labo­ris“ über­se­hen bzw. aus­ge­las­sen hat, ist irgend­wie her­leit­bar, dass Sie zu dem Urteil „hohl“ kom­men.
      Wenn Sie das Papier IL jedoch stu­diert haben, ist rät­sel­haft, was Ihr Intel­lekt mit dem Inhalt von IL gemacht hat.
      Dem Ver­ges­sen oder Nicht­be­ach­ten aus­ge­hän­digt?
      Dann erfas­sen Sie die Bedeu­tung des gegen­ständ­li­chen Brie­fes eben nicht.…

      • Die „Beschwer­de­füh­rer“ deu­ten nur an, dass Sät­ze des IL über­ar­bei­tet wer­den müss­ten.
        Wel­che — das sagen sie nicht!
        Tut mir leid — ich fin­de das fei­ge.
        Ross und Rei­ter müss­ten knall­hart genannt wer­den, sonst bringt das doch alles nichts.

        Anson­sten wäre ich Ihnen sehr ver­bun­den, wenn Sie alles Per­sön­li­che raus­lie­ßen, wenn es Ihnen mög­lich ist.
        Davon habe ich näm­lich die Nase gestri­chen voll, obwohl Sie ja dies­mal nur einen Aus­rut­scher haben im Gegen­satz zu den übli­chen Ver­däch­ti­gen.

  9. Ja, ich kann Ihre Gedan­ken @Paolo gut nach­voll­zie­hen. Da ist auch eini­ges dran.
    Ich den­ke mal, daß die­ser Brief für den Papst Ber­go­glio sehr über­ra­schend kam. Hier wird ihm ja unmiß­ver­ständ­lich die Rote Kar­te gezeigt. Denn er selbst deckt zumin­dest all die­se fal­schen und des­we­gen sich im Dun­keln voll­zie­hen­den Din­ge. Es wird ihm gesagt: „wir haben ver­stan­den“, und wei­ter: „noch ein Feh­ler und es gibt einen Platz­ver­weis für Dich, Papst Fran­zis­kus.“ Er befin­det sich jetzt im Schwitz­ka­sten.

    Das gan­ze gehei­me Gemau­schel und Getue wur­de durch den Brief der treu­en Kar­di­nä­le ent­larvt. Und damit hat­ten „sie“ nicht gerech­net. Da hat­te die „Aufklärung“/Spionage ver­sagt. (So ist das mit der „Auf­klä­rung“ sowie­so: viel bla­bla und wenns ernst wird, fällt alles wie ein Kar­ten­haus zusam­men.)
    Die Kir­chen­fein­de sind ja von sich und ihrem Ding, das sie dre­hen wol­len, in allem Hoch­mut kom­plett über­zeugt und den­ken sich: „die Dum­men da“- und lachen über die­se. Nun aber sit­zen sie in der Tin­te, im Tin­ten­faß, und kom­men da nicht mehr her­aus: zum Scha­den für sie kommt auch der Spott.

    • @ Fran­zel
      Hof­fen wir auf das Tin­ten­fass!
      Zu Ihren Wor­ten und Wün­schen passt unter dem Thread „Sor­ge vor vor­ge­fer­tig­ten Mei­nun­gen“ was @ Sua­rez und mei­ne Wenig­keit zu @ Frau Zeit­schnur zu sagen hat­ten. Wir konn­ten dies gefahr­los tun, da wir nicht in Gefahr gera­ten kön­nen, von ihr geliebt zu wer­den

  10. Die Zahl „13“ der Beschwer­de­füh­ren­den Kar­di­nä­le soll­te uns auf­hor­chen las­sen — heu­te am 13.10.15. Wenn die 13 ins Spiel kommt, dann ist MARIA dabei, dann dür­fen wir auf ihre Für­spra­che ver­trau­en!

    • Das mit den 13 ist mir auch auf­ge­fal­len, bis­her waren es ja ein­mal fünf und ein­mal elf Kar­di­nä­le, die sich beschwert, bzw. einen Gegen­ent­wurf zur Anti­ka­tho­li­schen Leh­re die­ses fleisch­ge­wor­de­nen Teu­fels Ber­go­glio gebracht haben.
      Nun aber sind es 13!
      Aber was wird die Für­spra­che bewir­ken?
      Das der Herr sei­nen Treu­en nach dem Schis­ma, wel­ches nach der Syn­ode kom­men wird, zeigt wo sie hin sol­len?

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