„Information über Synode ist miserabel“ — Kardinal Erdö: Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene „unmöglich“

Jüngstes Synodenmitglied
Jüng­stes „Syn­oden­mit­glied“

(Rom) Am heu­ti­gen Mon­tag haben im Vati­kan die Arbei­ten der Bischofs­syn­ode über die Fami­lie, zwei­ter Teil, begon­nen und schon gibt es erste Kri­tik wegen der „kon­trol­lier­ten Infor­ma­ti­on“, die nach außen dringt.

Bereits im Vor­feld gab es teils hef­ti­ge Kri­tik wegen der Infor­ma­ti­ons­po­li­tik, die im Vor­jahr rund um die Syn­ode betrie­ben wur­de. Ent­ge­gen der Syn­oden­pra­xis der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te wur­de der Infor­ma­ti­ons­fluß nach außen vom Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der Syn­ode und dem Pres­se­amt des Vati­kans streng regle­men­tiert. Das hat­te zur Fol­ge, daß die Wort­mel­dun­gen der Syn­oda­len hin­ter ver­schlos­se­nen Türen erfolg­ten und die Infor­ma­tio­nen dar­über nur gefil­tert an die Öffent­lich­keit gelang­ten. Gene­ral­se­kre­ta­ri­at und Pres­se­amt luden nur aus­ge­wähl­te Syn­oda­len zu Pres­se­kon­fe­ren­zen ein. Die­ses Pri­vi­leg wur­de etwa Kar­di­nal Wal­ter Kas­per zu teil, nicht aber sei­nem Kon­tra­hen­ten Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke (sie­he Zen­sur bei Bischofs­syn­ode? – Kas­per ver­weist auf Papst Fran­zis­kus).

Der Unmut über die „ein­sei­ti­ge Infor­ma­ti­ons­po­li­tik“ wur­de so laut, daß eini­ge Syn­oda­len gegen Ende der Syn­ode die Rege­lung eigen­mäch­tig über­gin­gen.

Nach­dem Kri­tik laut wur­den, das unmit­tel­ba­re Umfeld von Papst Fran­zis­kus woll­te auch die Bischofs­syn­ode 2015 auf die­se Wei­se zen­su­rie­ren, ließ der Papst die Errich­tung einer eige­nen Trans­pa­renz-Kom­mis­si­on bekannt­ge­ben. Ein zehn­köp­fi­ges Gre­mi­um unter der Lei­tung des Syn­oden-Vor­sit­zen­den Kar­di­nal Peter Erdö sol­le die „Trans­pa­renz“ der Syn­ode über­wa­chen.

Kri­ti­ker mei­nen hin­ge­gen, daß eine sol­che Kom­mis­si­on die Befürch­tun­gen mehr ver­stär­ken als zer­streu­en wür­de und an sich allein schon die Not­wen­dig­keit einer sol­chen ein Armuts­zeug­nis für eine Syn­ode der katho­li­schen Kir­che sei.

„Information über Arbeiten der Synode ist miserabel“

„Syn­ode: Infor­ma­ti­on – wie vor­her­ge­sagt – kon­trol­liert“, titel­te Secretum Meum Mihi heu­te bereits weni­ge Stun­den nach Beginn der Syn­oden­ar­bei­ten. „Die Infor­ma­ti­on über die Arbei­ten der Syn­ode ist mise­ra­bel. Wie man bereits wuß­te, wird die Infor­ma­ti­on gesteu­ert (Bal­dis­se­ri, For­te, et al).“

Die Infor­ma­ti­on erfolg­te bis­her aus­schließ­lich in ita­lie­ni­scher Spra­che. Nicht ein­mal die ita­lie­nisch gehal­te­ne Eröff­nungs­re­de von Papst Fran­zis­kus am Beginn der ersten Gene­ral­kon­gre­ga­ti­on wur­de in ande­re Spra­chen über­setzt und der Öffent­lich­keit zur Ver­fü­gung gestellt.

Das mag mit der umstrit­te­nen Pra­xis des Pap­stes zusam­men­hän­gen, immer wie­der von der Text­vor­la­ge abzu­wei­chen, behin­dert jedoch jede zeit­ge­rech­te Infor­ma­ti­on. Von den ande­ren Wort­mel­dun­gen ganz zu schwei­gen. Dazu gehör­ten die Reden von Kar­di­nal Mara­dia­ga, aber auch einer gro­ße Auf­merk­sam­keit fin­den­den Rede von Kar­di­nal Erdö, der direkt über die Unmög­lich­keit sprach, wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen zur Kom­mu­ni­on zuzu­las­sen.

„Wir hof­fen auf eine bes­se­re Zukunft“ in der Infor­ma­ti­ons­po­li­tik, so Secretum Meum Mihi.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Secretum Meum Mihi (Screen­shot)

1 Kommentar

  1. Die Bera­tun­gen erfol­gen hin­ter ver­schlos­se­nen Türen, dabei soll­ten es offe­ne Dis­kus­sio­nen und
    Reden sein. Das nun prak­tisch kein Infor­ma­tion­fluss statt­fin­det, weist auf eine wei­te­re Ver­schlei-
    erung der Vor­gän­ge und Arbeits­wei­sen hin. Es sieht wirk­lich danach aus, als soll­ten nach der
    Syn­ode, das Kir­chen­volk vor voll­ende­te Tat­sa­chen gestellt wer­den.

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