Kaspers Synode, die Entweltlichung und die römischen Legionen im freien Germanien

Kardinal Kasper
Wal­ter Kar­di­nal Kas­per

(Ber­lin) Eine immer­glei­che Melo­die ist von der deut­schen Kir­che zu hören, ein Lied, das ziem­lich wenig mit jener Musik zu tun hat, von der Bene­dikt XVI. jüngst bei der Ent­ge­gen­nah­me der Ehren­dok­tor­wür­de der Musik­aka­de­mie Kra­kau gespro­chen hat. Sie wird als barm­her­zi­ger Weg aus­ge­ge­ben, den die deut­sche Kir­che angeb­lich gehen wol­le. In Wirk­lich­keit ist es nur ein Zurück­wei­chen vom Weg, ein Ver­zicht dar­auf, der Sauer­teig zu sein, der die Welt ver­än­dert. Die Refor­men, die von deut­schen Hir­ten gefor­dert wer­den, sol­len die Hür­den ver­rin­gern, es leich­ter, ange­neh­mer und beque­mer machen. Die Hir­ten for­dern im Namen ihrer Scha­fe, doch allent­hal­ben blitzt eine Por­ti­on Eigen­nüt­zig­keit her­vor.

Kar­di­nal Wal­ter Kas­per lie­fer­te in sei­nem jüng­sten Auf­satz für die Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on, ver­öf­fent­licht in der Jesui­ten­zeit­schrift Stim­men der Zeit, ein bered­tes Bei­spiel für die­se Melo­die, die sich mit der Regel­mä­ßig­keit eines Sprun­ges in der Plat­te wie­der­holt.

Der­sel­be Kar­di­nal war am ver­gan­ge­nen Sonn­tag Gast bei Radio Hor­eb, dem größ­ten katho­li­schen Radio­sen­der im deut­schen Sprach­raum. Kas­per so knapp vor der Bischofs­syn­ode ein­zu­la­den, war zumin­dest gewagt. Der Kar­di­nal redu­zier­te die Sen­dung, die nor­ma­ler live und mit Hörer­an­ru­fen gesen­det wird, auf einen vor­ab auf­ge­zeich­ne­ten Vor­trag. Auf sei­nen umstrit­te­nen Vor­schlag zu den wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen ging er nicht spe­zi­fisch ein. Den Fra­gen der Hörer ent­zog sich der Kar­di­nal zur Gän­ze. Er hät­te viel­leicht eini­ges zu hören bekom­men.

Semo tutti amici?

Der Sen­der ver­sucht einen Spa­gat zwi­schen katho­li­scher Recht­gläu­big­keit und freund­li­chen Gesten in Rich­tung Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz, wo bekannt­lich die gro­ße Mehr­heit kas­pe­ria­nisch gesinnt und deren Vor­sit­zen­der sogar kas­pe­ria­ni­scher als Kas­per selbst auf­tritt, geht es dem Radio doch wie den römi­schen Legio­nen mit­ten im frei­en Ger­ma­ni­en. Freund­li­che Gesten erhö­hen die Über­le­bens­chan­cen. Ob der Kas­per-Vor­trag in der aktu­el­len Dis­kus­si­on zur Unter­schei­dung der Gei­ster bei­getra­gen hat, darf zumin­dest bezwei­felt wer­den. Das geflü­gel­te Wort der Römer „Semo tut­ti amici“ (Wir sind alle Freun­de) klingt zwar sym­pa­thisch, hat sich aber sel­ten bewährt.

Ein von Kar­di­nal Kas­per — wenn auch nicht bei Radio Hor­eb — genann­ter Beweg­grund für sei­nen Syn­oden­vor­schlag ist, daß der Ver­gleich der Ehe zwi­schen Mann und Frau mit dem Geheim­nis der Bezie­hung zwi­schen Chri­stus und der Kir­che zu schwie­rig sei. Die­ses Geheim­nis kön­ne, so der Kar­di­nal, in die­sem Leben gar nicht voll­kom­men umge­setzt wer­den, son­dern nur frag­men­ta­risch. Der Refrain lau­tet: Das Ide­al der Ehe sei groß­ar­tig, aber nicht für alle erreich­bar, wes­halb man „gang­ba­re“ Wege suchen müs­se. Ein Echo die­ses Refrains ist der Zusatz, daß letzt­lich in jeder Bezie­hung zwi­schen zwei Men­schen (all inclu­si­ve, auch homo­se­xu­el­le Bezie

hun­gen) „frag­men­ta­risch“ das Ide­al gege­ben sei und die­ses Frag­ment aner­kannt wer­den müs­se: im Namen der Barm­her­zig­keit. Denn schließ­lich kön­ne ja kein Mensch etwas dafür, wenn er das gera­de­zu „unmensch­lich“ hoch­ge­steck­te Ide­al nicht errei­che. Es liegt ja letzt­lich nicht an ihm, son­dern an den zu hohen Ansprü­chen. Doch wer stellt die­se uner­reich­ba­ren Ansprü­che? Gott wird nicht genannt, womit es sich also ein­mal mehr um „struk­tu­rel­le“ Pro­ble­me han­delt, an denen man aus­gie­big her­um­dok­tern kann.

Schräge Melodien

Ein Bei­spiel für die­se immer­glei­che Melo­die, die nicht erhebt, son­dern abbaut, lie­fer­te vor weni­gen Tagen kein gerin­ge­rer als Papst Fran­zis­kus selbst. Nach sei­ner Pre­digt in Ecua­dor schrie­ben fast alle gro­ßen und auch vie­le katho­li­sche Medi­en der Papst habe die Gläu­bi­gen auf­ge­for­dert für die bevor­ste­hen­de Bischofs­syn­ode zu beten, auf daß bestimm­te Situa­tio­nen (Homo-Paa­re, wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne) von der Kir­che aner­kannt wer­den kön­nen. Noch am sel­ben Abend demen­tier­te Vati­kan­spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di SJ und lie­fer­te die offi­zi­el­le Inter­pre­ta­ti­on der Papst­wor­te: Fran­zis­kus habe sei­ne Hoff­nung zum Aus­druck brin­gen wol­len, daß die­se Syn­ode den Men­schen dabei hilft, von einem Zustand der Sün­de zum Stand der Gna­de zu gelan­gen. Das aller­dings ist eine gan­ze ande­re Musik, die selbst die Wohl­mei­nend­sten nicht aus den Wor­ten des Pap­stes her­aus­ge­hört hat­ten. Der begrün­de­te Ver­dacht, daß hin­ter Kar­di­nal Kas­pers schrä­ger Melo­die von der „neu­en Barm­her­zig­keit“ Papst Fran­zis­kus selbst steht, steht nach wie vor im Raum.

„Mißverhältnis zwischen institutionellem Panzer und geistiger Kraft“

Kardinal Brandmüller und Radio Horeb
Kar­di­nal Brand­mül­ler  und das Logo von Radio Hor­eb

Schrä­ge Töne in der deut­schen Kir­che hat nicht erst Kar­di­nal Kas­per ange­stimmt, sie haben auch nicht erst mit der Bischofs­syn­ode über die Fami­lie ein­ge­setzt. Kas­per hat ledig­lich die Laut­stär­ke erhöht. Das alle­mal mit päpst­li­cher Zustim­mung. Ein ande­rer deut­scher Kar­di­nal, Wal­ter Brand­mül­ler, hat es jüngst in der Rhei­ni­schen Post deut­lich gesagt. Bereits 1994 hat­te der dama­li­ge Kar­di­nal Joseph Ratz­in­ger in der­sel­ben Zei­tung von einem „Miß­ver­hält­nis zwi­schen insti­tu­tio­nel­lem Pan­zer und gei­sti­ger Kraft“ in der Kir­che in Deutsch­land gespro­chen. „Die Kir­chen­steu­er­quel­le spru­delt, aber die Wucht der eigent­li­chen Sen­dung erlahmt, oder sie zer­schellt an einer Mau­er aus Gleich­gül­tig­keit von Halb‑, Vier­tel- oder gar nicht mehr Gläu­bi­gen“, schrieb dazu Rein­hard Michels, Redak­teur der Rhei­ni­schen Post in die­sem Früh­jahr.

Kar­di­nal Brand­mül­ler bekräf­tig­te, daß die Ana­ly­se Ratz­in­gers von 1994 heu­te noch mehr als 1994 gilt: „Was Kar­di­nal Ratz­in­ger gesagt hat, ist heu­te noch wah­rer, als es 1994 war. Was hilft mir ein „katho­li­scher“ Kin­der­gar­ten, wenn dort vom Weih­nachts­mann, vom Oster­ha­sen etc. die Rede ist statt von Jesus Chri­stus? Was hilft ein ‚katho­li­sches‘ Kran­ken­haus, wenn dort kein Prie­ster hin­kommt, kei­ne Schwe­ster mit den Kran­ken betet und Ope­ra­tio­nen durch­ge­führt wer­den, die im Wider­spruch zum christ­li­chen Sit­ten­ge­setz ste­hen? Es wäre in der Tat bes­ser, ja eigent­lich not­wen­dig, dass sich die Kir­che von sol­chem Bal­last trenn­te, wenn es nicht mög­lich ist, die lee­ren Gefä­ße mit christ­li­chem Geist zu fül­len.“

Kardinal Brandmüllers Finger in der Wunde

Ein Vor­spiel Brand­mül­lers, um den Fin­ger in die eigent­li­che Wun­de zu legen, eine Wun­de, von der offi­zi­ell nie­mand spricht, obwohl das Schlag­wort von der „armen Kir­che für die Armen“ von Papst Fran­zis­kus begei­stert zitiert wird. „Es ist absurd:“, so Kar­di­nal Brand­mül­ler, „Die Kir­chen lee­ren sich, und die Kas­sen fül­len sich. Erhal­ten wird ein sich selbst genü­gen­der teu­rer Appa­rat, der mit sei­nem Klap­pern die Stim­me des Evan­ge­li­ums über­tönt.“

Der deut­sche Kar­di­nal mach­te kei­ne Anlei­he bei Papst Fran­zis­kus, son­dern bei des­sen Vor­gän­ger Bene­dikt XVI. Die­ser war es, der mit sei­ner Rede im Frei­bur­ger Kon­zert­haus den Sta­chel in das Fleisch der deut­schen Kir­che ramm­te. Um so begei­ster­ter applau­dier­te die­se deut­sche Kir­che, als der deut­sche Papst sei­nen Amts­ver­zicht bekannt­gab. Kar­di­nal Brand­mül­ler wört­lich: „Hier ist in der Tat ‚Ent­welt­li­chung‘ ange­sagt, das heißt: ein Den­ken, das nicht irdisch-öko­no­mi­schen Prin­zi­pi­en folgt, son­dern der Wahr­heit des Glau­bens. Wir soll­ten end­lich, statt ein ‚Chri­sten­tum light‘ zu pre­di­gen, den Mut auf­brin­gen, ein Kon­trast­pro­gramm zum gesell­schaft­li­chen Main­stream von heu­te zu for­dern und vor­zu­le­ben, was die Zehn Gebo­te und die Ethik des Neu­en Testa­ments zum Inhalt haben. Die­ses Kon­trast­pro­gramm zur mor­bi­den Welt der Anti­ke war damals ein Erfolgs­pro­gramm. Es wür­de auch heu­te wie­der sei­ne Anzie­hungs­kraft erwei­sen.“

Bekenntnis und echte Brüderlichkeit statt Distanzitis

Wir spre­chen immer­hin von rund fünf Mil­li­ar­den Euro Kir­chen­steu­er jähr­lich. Sie ver­füh­ren und ermög­li­chen fal­sche Refor­men. Dem stell­te Bene­dikt XVI. und stellt Kar­di­nal Brand­mül­ler die Auf­for­de­rung zu einer ech­ten Reform, einer Erneue­rung im Glau­ben ent­ge­gen, die imstan­de ist, sich gegen den sozio­kul­tu­rel­len Main­stream zu stel­len und auf die Ver­wand­lung der Her­zen, nicht der Struk­tu­ren abzielt. „Der gute Hir­te darf sich nicht vor den Wöl­fen fürch­ten“, so Kar­di­nal Brand­mül­ler an die deut­schen Bischö­fe gerich­tet. Und noch eine Mah­nung schrieb der Kar­di­nal den deut­schen Hir­ten ins Stamm­buch: „Das ande­re ist, dass die Übri­gen den, auf den sich die Meu­te stürzt, nicht im Stich las­sen dür­fen in der illu­so­ri­schen Hoff­nung, selbst ver­schont zu blei­ben.“ Statt Distan­zi­tis ech­te Brü­der­lich­keit.

In die­sem Sin­ne darf man die Erwar­tung hegen, daß dem­nächst so intel­lek­tu­ell red­li­che, wie ange­sichts des Kli­mas in Deutsch­land cou­ra­gier­te Ver­fech­ter des Ehe­sa­kra­ments wie Kar­di­nal Wal­ter Brand­mül­ler oder Bischof Atha­na­si­us Schnei­der von Radio Hor­eb ein­ge­la­den wer­de. Nicht nur der aus­glei­chen­den Gerech­tig­keit wegen.

Auch die römi­schen Legio­nen in Deutsch­land müs­sen gewis­se Rück­sich­ten auf die deut­schen Bischö­fe neh­men. Im Gegen­satz zu den Bischö­fen und ihrem „insti­tu­tio­nel­len Pan­zer“ müs­sen Radio Hor­eb und die ande­ren römi­schen Legio­nen im frei­en Ger­ma­ni­en aber die Ent­welt­li­chung nicht fürch­ten. Ein gro­ßer Vor­teil, wie sich schon bald zei­gen wird und des­sen man sich bewußt sein soll­te.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Ipco/Wikicommons

9 Kommentare

  1. Wer will die „barm­her­zi­ge“ Ver­än­de­rung der Leh­re? Die­je­ni­gen Hier­ar­chen und Prä­la­ten, die mora­lisch und geist­lich sich seit Jah­ren und Jahr­zehn­ten in einem der­ma­ßen deso­la­ten, denn schwer sün­di­gen, Zustand befin­den, dass sie alles hei­li­ge, mora­li­sche und recht­schaf­fe­ne gleich­sam „ver­brennt“, bezie­hungs­wei­se es ihnen „auf dem Lei­be brennt“. Die berühm­te Aus­sa­ge: „Neh­men Sie das weg, der Kar­ne­val ist aus“, steht exem­pla­risch dafür.

    Es ist aber nicht anzu­neh­men, dass alle Bischö­fe, Kar­di­nä­le, Prie­ster und Theo­lo­gen, die für die Homo-Ehe oder die kirch­li­che Aner­ken­nung der Homo­se­xua­li­tät plä­die­ren selbst homo­se­xu­ell ver­an­langt oder aktiv sind, obwohl es für recht vie­le tat­säch­lich zutrifft. Sie möch­ten aber auf jeman­den her­ab blicken kön­nen, der geist­lich und mora­lisch, objek­tiv gese­hen aber auch ihrer Ansicht nach, noch unter ihnen steht. Dies ist auch der Grund, war­um so vie­le hete­ro­se­xu­el­le Kon­ku­bi­na­ri­er im kirch­li­chen Bereich homo­se­xu­el­le oder in Kon­ku­bi­na­ten („Freund“, „Freun­din“) leben­de Mit­ar­bei­ter bevor­zu­gen und dies als Tole­ranz, Welt­of­fen­heit oder „Barm­her­zig­keit“ aus­le­gen, mora­lisch inte­gre und nach der katho­li­schen Leh­re leben­de Men­schen aber mei­den. Weil sie sich in der Gegen­wart der Erste­ren bes­ser, der Letz­te­ren schlech­ter füh­len.

    Dies ist auch der Grund der star­ken Homo­se­xua­li­sie­rung des Kle­ri­ker­stan­des oder der kirch­li­chen Dien­ste und zwar nicht nur in Deutsch­land. Dies ist nicht nur der „Homo-Mafia“, um mit Dari­us Oko zu spre­chen, zu ver­dan­ken, son­dern auch der Kon­ku­bi­nats-Mafia. Denn jemand muss sie ja an irgend­ei­nem Punkt ihrer Kar­rie­re wei­ter gelas­sen haben. „Wer bin ich, um zu urtei­len?“
    Weish 2, 12.14, am Besten in der Vul­ga­ta-Fas­sung, gibt hier die rich­ti­ge Ant­wort.

    Und jetzt soll die feh­len­de Ein­hal­tung der Stan­des­pflich­ten, die eige­ne Apost­asie und der Unglau­ben im Namen der eige­nen „Lebens­wirk­lich­keit“ der gan­zen Kir­che über­ge­stülpt wer­den. Und Radio Hor­eb macht da noch mit. Eine Schan­de!

    Gott möge das Schlimm­ste ver­hü­ten!

  2. Das Kir­chen­steu­er­geld spru­delt und die Bischö­fe freu­en sich über die­ses Füll­horn mit sei­nem im-
    mer vol­len Inhalt. Es ist ein Natur­ge­setz, dass der über­sat­te Mensch trä­ge wird und wäre er ein Bi-
    schof. Das Trä­ge sein hat noch ein Nega­tiv, das Gei­sti­ge bleibt auf der Strecke. Welt­weit spricht
    man wenn es um die “ neue Leh­re “ ( Lee­re !! ) geht, von den Deut­schen. Weit haben es unde­re
    Bischö­fe gebracht, dass Deka­denz mit “ deut­scher Kir­che “ benannt wird. Kas­per, Marx, Zollitsch,
    Leh­mann, um nur eini­ge zu nen­nen, wie wer­den sie ihr Tun vor Gott recht­fer­ti­gen ? Alle haben
    ent­spre­chen­de Talen­te vom Herrn bekom­men. Wie kann man ohne Skru­pel zu haben die­se Ta-
    len­te ver­gra­ben und das Kir­chen­volk leh­ren : Wir kom­men alle in den Him­mel ! Das Kir­chen­volk
    nimmt ab, nicht nur wegen der kin­der­lo­sen Ent­wick­lung, son­dern weil das Sakra­le, die Ehr­furcht
    die Anbe­tung zum Erlie­gen gekom­men ist. Hin­zu kommt das Nicht­wis­sen im Glau­ben und der
    feh­len­den Unter­wei­sung. Aber es gibt für die Bischö­fe außer der Öku­me­ne ein wei­te­res Betä­ti-
    gungs­feld. Anstatt die Mis­si­on, Ost­kir­che und das Hl.Land finan­zi­ell zu unter­stüt­zen, wird das Kir-
    chen­steu­er­geld in sinn­lo­se Umbau­ten und Ver­un­stal­tun­gen von Kir­chen und Altar­raum ver­wandt.
    So lei­det das Him­mel­reich durch sei­ne Hir­ten, Gewalt !

    • Ich möch­te die Fehl­ent­wick­lung nicht mit der Kir­chen­steu­er ver­bin­den. Die Kir­chen­steu­er in der der­zei­ti­gen erhe­bungs­form stellt sicher, dass alle nach ihrer Lei­stungs­fä­hig­keit zah­len. Das ist bil­lig und gerecht. Dass der Staat beim Ein­zug hilft, ist prak­tisch und erspart unnö­ti­gen Auf­wand eigen­stän­di­ger Ein­zie­hung. Ob der Pro­zent­satz zu hoch ist, steht auf einem ande­ren Blatt.

  3. Hier wird sicht­bar, dass der Glau­be an die sakra­men­ta­len Gna­den auf Null gerutscht ist.

    Wenn man die Ehe rein natur­recht­lich betrach­ten woll­te wie die heid­ni­schen Völ­ker — obwohl auch sie ahnen, dass das ein „hei­li­ger“ Stand ist und ihn ent­spre­chend reli­gi­ös fei­ern — dann hät­ten die „Ger­ma­nen“ recht.

    Die Hoff­nung, dar­in die Bezie­hung Chri­sti zur Kir­che aus­zu­drücken UND dar­in auch das Pro­zess­haf­te, noch Unvoll­kom­me­ne oder Ver­spie­gel­te zu „ertra­gen“, wird allei­ne dadurch gege­ben, dass Jesus sei­ne sakra­men­ta­le Gegen­wart in die­ser irdi­schen Ehe zuge­sagt hat. Sie ist tat­säch­lich nur in die­sem Leben gül­tig. Mit dem Tod ist sie vor­bei.

    Die Ehe ist auf Erden also Abbild des Pro­zes­ses, den die Kir­che auf Chri­stus hin geht und damit per defi­ni­tio­nem kein Ide­al­zu­stand. Wäre sie das, wür­de sie nicht mit dem Tod enden, son­dern auch noch im Him­mel Gül­tig­keit bewah­ren.

    Auch dar­über wur­de weid­lich gestrit­ten in der Kir­che. Man muss sich in jedem Fall vor einer eso­te­ri­schen Über­zeich­nung der Ehe schüt­zen, aber auch davor, die Zusa­ge Jesu und sei­ne wirk­sa­me Gna­de in die­sem … Buß­stand… , der die Ehe in Wahr­heit ist, nicht ernst­zu­neh­men und mit Füßen zu tre­ten.

    Jeder, der lan­ge ver­hei­ra­tet ist, weiß um Schön­heit UND Abgrün­dig­keit einer Ehe. Wer nicht bereit ist, die­se Abgrün­dig­keit anzu­er­ken­nen, wird über­haupt kei­ne Ehe füh­ren kön­nen und auch in ande­ren Bezie­hun­gen schei­tern.

    Wich­tig ist hier, dass die Kir­che immer, selbst in Zei­ten, in denen sie rela­tiv har­sche Sät­ze in Rich­tung Ehe­frau­en schrieb, den­noch — man muss das gegen den Strich lesen — auch für die Frau selbst­ver­ständ­lich davon aus­ging, dass auch ihre Lie­be vor allem und zual­ler­erst auf Chri­stus gerich­tet sein soll. Für den Mann soll­te das sowie­so sein.
    Der Mensch, auch der katho­li­sche, tat aber so oft das, was der sünd­haf­te Mensch tut: der Mann spielt den Her­ren und Bestim­mer, und die Frau ist fast krn­ak­haft nur auf den Mann aus­ge­rich­tet. Dar­an hat sich bis heu­te nichts geän­dert.

    Es ist in der Tat sehr vie­les nicht gut ver­lau­fen im Lau­fe der Geschich­te und vie­les, was heu­te in sei­ner Krank­haf­tig­keit offen­bar wur­de ist nicht nur ein „Bruch“ zur Tra­di­ti­on, son­dern auch Fol­ge man­cher ver­que­rer Tra­di­ti­ons­auf­fas­sung.

    Was das alles noch wer­den soll, steht offen. Aber eines ging mir auch durch den Kopf die­ser Tage: der post­mo­der­ne Tra­di­tio­na­lis­mus ist auch ein Phä­no­men der west­li­chen Völ­ker. Der Rest der Welt­kir­che wur­de durch sie längst „abge­hängt“, „abge­kop­pelt“.
    Auch das wird sich viel­leicht noch ver­häng­nis­voll aus­wir­ken.

    Und noch ein Wort zu den „Ger­ma­n­an“:

    Bei Taci­tus sind es die heid­ni­schen Ger­ma­nen, die die Ehe hoch­hiel­ten und wesent­lich mehr Keusch­heit prak­ti­zier­ten als die Römer.

  4. Noch ist Radio Hor­eb unter der Lei­tung von Pfar­rer Dr. Richard Kocher ein guter katho­li­scher ‑wenn auch nicht tra­di­ti­ti­ons­ver­bun­de­ner- Sen­der. Dass aber offen­bar erste Duft­mar­ken in Rich­tung Wohl­wol­len der DBK erfor­der­lich gewor­den sind, ist mir aller­dings auch schon auf­ge­fal­len. Der Erfolg des Sen­ders gefällt offen­bar nicht allen. Es steht zu befürch­ten, dass eben die­ser Erfolg die fal­schen Per­so­nen anzieht, die dann ver­su­chen dort einen Fuss in die Tür zu bekom­men und den Sen­der in eine ande­re Rich­tung zu len­ken. Man muss wirk­lich beten, dass das nicht geschieht.

  5. Man muss auch einen Aspekt beleuch­ten, der weni­ger mit Glau­bens­fra­gen, als mit deut­scher Reli­gi­ons­ge­schich­te-bzw. Reli­gi­ons­so­zio­lo­gie zu tun hat.
    Als 1871 das Deut­sche Reich aus­ge­ru­fen wur­de geschah das unter Aus­schluss Öster­reichs, Böh­mens und Mäh­rens. Fort­an bil­de­ten die Katho­li­ken im Westen und Süden Deutsch­lands eine Min­der­heit von rund 1/3 der Deut­schen.
    Der Regie­rung Bis­marcks war es auch sehr gele­gen die Macht und den Ein­fluss die­ser Min­der­heit zu bre­chen. Das geschah vor allem durch den Kul­tur­kampf. In den 1870er Jah­ren griff Bis­marck die katho­li­schen Orden, das Auf­sichts­recht der Kir­che über den Unter­richt , das Recht gül­ti­ge Trau­un­gen in der Kir­che zu schlie­ssen ohne vor­an­ge­gan­ge­ne Trau­ung im Stan­des­amt, an. 1800 katho­li­sche Prie­ster und zwei Bischö­fe die von der Kan­zel her­ab sei­ne Poli­tik ange­grif­fen hat­ten wur­den ein­ge­ker­kert usw. Rom­treue Katho­li­ken wur­den als „Ultra­mon­tan“ dif­fa­miert (die sich „jen­seits der Ber­ge“ ori­en­tier­ten).
    Aus die­sen Jah­ren stam­men zwei gegen­sätz­li­chen Hal­tun­gen. Die erste, die durch das Zen­trum ver­kör­pert wur­de, bestand dar­in sich zur Wehr zu set­zen und die Rei­hen zu schlie­ssen. Die zwei­te war eine Nei­gung sich der luthe­ri­schen Mehr­heits­ge­sell­schaft anzu­pas­sen. Im 20.Jahrhundert, vor allem nach dem zwei­ten Welt­krieg, trat die­se Dif­fe­renz in den Hin­ter­grund. Durch die deut­sche Tei­lung, war in West­deutsch­land die Katho­li­sche Kir­che fast gleich stark wie die Evan­ge­li­sche. Vor allem in der Poli­tik erleb­te der poli­ti­sche Katho­li­zis­mus ein gol­de­nes Zeit­al­ter. Der erste Bun­des­kanz­ler Kon­rad Ade­nau­er war Katho­lik, sein Nach­fol­ger Erhard Evan­ge­lisch, hat­te aber einen katho­li­schen Vater, Kurt-Georg Kie­sin­ger war Katho­lik, ledig­lich die Sozi­al­de­mo­kra­ten Brandt und Schmidt waren evan­ge­lisch, Hel­mut Kohl katho­lisch.
    Die deut­sche Wie­der­ver­ei­ni­gung, die unbe­dingt zu begrü­ssen war, führ­te den­noch dazu die deut­schen Katho­li­ken wie­der in eine Min­der­hei­ten­la­ge zu brin­gen. Die Anzahl Pro­te­stan­ten hat durch den Bei­tritt der D‑D-R nicht in abso­lu­ten Zah­len so zuge­nom­men, die Zahl der Kon­fes­si­ons­lo­sen ehe­ma­li­gen evan­ge­li­schen Mit­tel­deut­schen aber schon. Seit Kohl war kein Bun­des­kanz­ler mehr Katho­lik, was auch den reli­gi­ons­po­li­ti­schen Mehr­heits­ver­hält­nis­sen ent­spricht. Ein Teil der deut­schen libe­ra­len Katho­li­ken fürch­tet daher offen­sicht­lich nichts mehr, als über­haupt als Katho­li­ken erkannt zu wer­den und ori­en­tie­ren sich nach den evan­ge­li­schen Kir­chen­ta­gen.
    Die „Ultra­mon­ta­nen“ von heu­te, also Bischö­fe wie der lim­bur­ger Franz-Peter Tebartz-van Eltz, der sich gegen Seg­nun­gen Homo­se­xu­el­ler, gegen Abtrei­bun­gen und gegen die Aus­sa­ge des Bun­des­prä­si­den­ten Wulff gewen­det hat­te der Islam „gehö­re zu Deutsch­land“ wer­den, wenig brü­der­lich, unter ver­schie­de­nen Vor­wän­den, wie die Kosten sei­ner Bau­vor­ha­ben, fer­tig gemacht. Wäre er nicht Rom­treu gewe­sen, hät­te nach sei­nen Bau­vor­ha­ben kein Hahn gekräht!

    • Mei­ers möch­te ich bei­pflich­ten. Ins­be­son­de­re war es gut, dass er auf Tebartz van Eltz hin­wies, der wegen finan­zi­el­len Din­gen gemobbt wor­den war.

  6. Ein Blick nach Nord­bel­gi­en, zual­ler­erst nach den Bis­tü­mern Brüg­ge und Ant­wer­pen, zeigt ganz klar wohin Kas­per die Kir­che brin­gen möch­te:
    gera­de in die­sen Gefil­den, wo er des Öfte­ren hin­rei­ste und sich mit sei­nen Freun­den Dan­neels, vanG­he­lu­we und Bon­ny traf, liegt schon alles klar an der Ober­flä­che:
    Eine mas­si­ves Pro­mo­ten von Homo­phi­lie in der Kir­che, viel lau­ten Respekt für Homos, Les­ben und alle ande­ren (inklu­siv Bise­xu­el­len in der Kir­che- da gibt es dort eben­falls ein Ver­ein v. „pasto­res“, der sich damit beschäf­tigt);
    und per­so­nell damit seit über 30 Jah­ren ver­bun­den: Tole­ranz und auch Respekt für Pädo­phi­len in der Kir­che (die Prot­ago­ni­sten sind noch nicht ent­fernt wor­den son­dern teils noch pro­mo­viert).
    Viel Ein­sicht über die­se Ver­ir­run­gen scheint nicht vor­han­den zu sein.

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