Benedikt XVI.: Befreiungtheologie, eine Verfälschung des christlichen Glaubens

Benedikt XVI. über die Befreiungstheologie: "Einer solchen Verfälschung des christlichen Glaubens mußte man sich widersetzen."
Bene­dikt XVI. über die Befrei­ungs­theo­lo­gie: „Einer sol­chen Ver­fäl­schung des christ­li­chen Glau­bens muß­te man sich widersetzen.“

(Rom) Bene­dikt XVI. hat für ein Buch über sei­nen Vor­gän­ger Johan­nes Paul II. das Vor­wort geschrie­ben. „An der Sei­te von Johan­nes Paul II. Die Freun­de und Mit­ar­bei­ter erzäh­len“, so der Titel des dem­nächst erschei­nen­den Buches. Her­aus­ge­ber ist der pol­ni­sche Vati­ka­nist Wlod­zi­mierz Red­zio­ch. Der Cor­rie­re del­la Sera ver­öf­fent­lich­te vor­ab eini­ge Auszüge.

Bene­dikt XVI. über­prüf­te per­sön­lich die Über­set­zung sei­ner Wor­te ins Ita­lie­ni­sche. Auf die Fra­ge, wel­chen „dok­tri­nel­len Her­aus­for­de­run­gen“ er sich zusam­men mit Karol Woj­ty­la stel­len muß­te, wäh­rend sei­ner Amts­zeit als Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, ant­wor­te­te er:

„Die erste gro­ße Her­aus­for­de­rung, der wir uns stell­ten, war die Befrei­ungs­theo­lo­gie, die sich in Latein­ame­ri­ka aus­brei­te­te. Sowohl in Euro­pa als auch in Nord­ame­ri­ka war es all­ge­mei­ne Mei­nung, daß es sich dabei um eine Unter­stüt­zung für die Armen hand­le und daher selbst­ver­ständ­lich gut­zu­hei­ßen war. Das aber war ein Irr­tum. Die Armut und die Armen waren von der Befrei­ungs­theo­lo­gie zwei­fels­oh­ne zum The­ma gemacht wor­den, aller­dings in einer sehr spe­zi­fi­schen Per­spek­ti­ve. (…) Es ging nicht um Hil­fe und Refor­men, son­dern um den gro­ßen Umsturz, aus dem eine neue Welt her­vor­ge­hen soll­te. Der christ­li­che Glau­ben wur­de als Motor die­ser revo­lu­tio­nä­ren Bewe­gung gebraucht und dadurch in eine poli­ti­sche Kraft umge­wan­delt. (…) Natür­lich tra­ten die­se Ideen in ver­schie­de­nen Vari­an­ten auf und nicht immer zeig­ten sie sich mit abso­lu­ter Deut­lich­keit, doch ins­ge­samt war das die Stoß­rich­tung. Einer sol­chen Ver­fäl­schung des christ­li­chen Glau­bens muß­te man sich wider­set­zen, gera­de auch aus Lie­be zu den Armen und dem Dienst, der zu ihren Gun­sten gelei­stet wird“. (…)

Johan­nes Paul II. “lei­te­te uns, einer­seits eine fal­sche Idee von Befrei­ung zu ent­tar­nen, ande­rer­seits die authen­ti­sche Beru­fung der Kir­che zur Befrei­ung des Men­schen aufzuzeigen“.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Chie­sa e postconcilio

13 Kommentare

  1. Die Befrei­ungs­theo­lo­gie ist eine bewuß­te Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on des Evan­ge­li­ums von Jesus Christus.
    Papst Johan­nes Paul II. hat­te die­se Irr­leh­re auf sei­ner Mexi­ko-Rei­se im Janu­ar 1979 auch als sol­che ver­wor­fen, bspw. in sei­ner Rede in Pue­bla vor den ver­sam­mel­ten Bischö­fen Lateinamerikas.

  2. „Befrei­ung­theo­lo­gie, eine Ver­fäl­schung des christ­li­chen Glaubens.“
    Befrei­ungs­theo­lo­gen sind die Scha­ma­nen die den Scha­fen das Para­dies auf Erden ver­spre­chen. Kommt bei den mei­sten sehr gut an. Wer jedoch gut rech­nen kann soll­te wis­sen das die Ewig­keit um eini­ges län­ger ist als die paar lächer­li­chen Jah­re auf die­ser Welt. Man soll­te bes­ser sei­ne See­le pfle­gen als sein Kon­to und sei­nen Besitz.
    „Wer die­se Welt liebt kennt den Vater nicht.“
    Per Mari­am ad Christum.

  3. „…son­dern um den gro­ßen Umsturz, aus dem eine neue Welt her­vor­ge­hen sollte.“ —

    Genau das ist der Knack­punkt bei der Befrei­ungs­theo­lo­gie. Es wur­de eine kom­plet­te Abschaf­fung der katho­li­schen Hier­ar­chie postu­liert. Also eine Abschaf­fung des Papst­am­tes, des Bischofs­am­tes und der Wei­hen. Die­se Leu­te haben aber über­se­hen, dass in der Katho­li­schen Kir­che die Hier­ar­chie von oben nach unten funk­tio­niert und nicht umge­kehrt. Wenn sie um Hil­fe gebe­ten hät­ten, weil es dort schwer­wie­gen­de Pro­ble­me gab, dann wäre das in Ord­nung gewe­sen. Sie hät­ten ja auch eine katho­li­sche Peti­ti­on zusam­men mit Gläu­bi­gen machen kön­nen, oder mit guten katho­li­schen Hir­ten sich zusam­men­schlie­ßen und nach Rom fah­ren kön­nen, um da ihre Pro­ble­me und Bit­ten vor­zu­brin­gen (das hat­ten z.B. der Hl. Don Bos­co oder der Hl. Fran­zis­kus gemacht).

  4. Wer schützt jetzt eigent­lich die Kir­che vor der Befrei­ungs­theo­lo­gie eines Pap­stes Bergoglio?

  5. Ja, und so spie­len wir ewig wei­ter und wenn wir nicht gestor­ben sind, dann spie­len wir noch heute…

    Was für ein ewi­ges Lamento!

    Ein Papst hat Recht und Pflicht, in einem so gra­vie­ren­den Fall auch einen Bann aus­zu­spre­chen: wer der Befrei­ungs­theo­lo­gie (dif­fe­ren­ziert dar­ge­legt, was er genau dar­un­ter rech­net) anhängt, sei im Bann.

    Punkt fer­tig aus.

    Es ist ein­fach unbe­greif­lich, dass ein „Papst“ etwas kri­ti­siert, ohne es zu ver­wer­fen, ja, es sogar als Zer­stö­rung der Leh­re beschreibt — beschreibt! — aber NICHT definiert…und anschließ­lich lamentiert.

    Was ist das nur für eine Weich­eie­rei! Nichts hät­te sowohl JPII als auch BXVI. dar­an hin­dern kön­nen, eine kla­re und for­mel­le Ver­wer­fung auszusprechen!
    Und dann wäre der Fall klar gewesen.
    So aber blieb alles unklar und wur­de anschlie­ßend noch unklarer.
    Nein — es sind nicht Pfarr­ge­mein­de­rä­tin­nen schuld und die bösen Frau­en, wie ein ach so glau­bens­treu­er Kar­di­nal meint kon­sta­tie­ren zu müs­sen — allei­ne schuld sind die­se Män­ner, die kei­ne wah­ren Hir­ten mehr waren und zu fei­ge waren, das zu tun, was ihnen auf­ge­tra­gen war.
    Dass in der Fol­ge alles aus dem Ruder läuft, ist nicht pri­mär Pro­blem und Schuld derer, die dann aus dem Ruder lau­fen. Dass in den heu­ti­gen Diö­ze­sen alles drun­ter und drü­ber geht, dass sowohl Prie­ster als auch Lai­en­män­ner und Lai­en­frau­en machen, was sie wol­len, unter­stützt durch ver­bo­ge­ne Ordens­frau­en, das mag ja alles sein.
    Aber was wirk­lich Aus­lö­ser des­sen war, ist von Anfang an die­se „päpst­li­che“ Feig­heit und Weicheierei!
    Die hat­ten schlicht Angst, dass ihnen ganz Süd­ame­ri­ka wegbricht.
    Allein — es ist ihnen nun auch so weg­ge­bro­chen und abge­spült wor­den in cha­ris­ma­ti­sche Sekten…

    Anstatt pri­vat Bücher zu schrei­ben (BXVI.) oder in der Welt her­um­zu­flie­gen (JPII) — war Pius IX. nicht ein­mal gebo­ten wor­den, den Vati­kan nicht mehr zu ver­las­sen??? — hät­ten die Her­ren kla­re Leh­r­äu­ße­run­gen täti­gen sol­len — aber das wäre knapp gewor­den, weil sie ja selbst eini­ges Häre­ti­sche behaup­tet hat­ten und nie zurück­ge­nom­men. Sie haben also weich­ge­ei­ert, weil sie selbst nicht gehor­chen wollten.
    Und dar­an ist nie­mand ande­rer schuld.
    Man kann nun mal nicht zwei­en Her­ren dienen!

  6. @ Zeit­schnur:
    stimmt,Sie haben recht,war das Fati­ma oder La Salette,wo es heißt, der Papst sol­le Rom nicht mehr verlassen !?
    Ich war mir nicht ganz sicher,ob sich das nur auf den dama­li­gen Papst bezo­gen hat,aber das wür­de wenig Sinn machen.
    Bevor Napo­le­on den dama­li­gen Papst nach Paris zwang,war die Rei­se­r­ei tat­säch­lich wohl kaum üblich,alle Welt muss­te ZUM Papst reisen.
    Irgend­was läuft da seit eini­ger Zeit gewal­tig schief im Vatikan,obwohl ich die bei­den Vor­gän­ger von F.sehr mag bzw.verehre.
    Dazu mal was ganz exotisches:
    Könn­te es sein,das es,sagen wir,seit Papst Paul VI immer einen Dop­pel­gän­ger gab?
    In dem Buch von Mala­chi Mar­tin „Der letz­te Papst“ wird ja fast angedeutet,das JP II schon nicht mehr frei agie­ren konnte,fast ein Gefan­ge­ner war.
    Es könn­te sich auch um einen Dop­pel­gän­ger aus der schwarz­ma­gi­schen Art handeln,also das jemand als jemand erscheint und agiert.
    Das gibt es tatsächlich,habe in der Eso-Sze­ne genug dar­über gehört und gelesen.
    Da aber der Otto Nor­mal­ver­brau­cher sowas sowie­so als Hum­bug abtut,können die ganz unge­niert agieren.…

    • …la Salet­te und direkt Pius IX. gesagt. Das hat­te zwar damals kon­kre­ten Sinn, weil bald drauf der Kir­chen­staat ver­schwand und der Sta­tus der Vati­kan­stadt inner­halb des neu­en König­rei­ches Ita­li­en unge­klärt blieb, bis zum Kon­kor­dat mit Mussolini.

      Aber es ist den­noch auf­rüt­telnd, dass dar­in aus­ge­drückt wird, dass der Papst in den Umstän­den, die kom­men wer­den, kei­nes­falls in der Welt­ge­schich­te her­um­gei­stern soll. Er soll viel­mehr „stand­hal­ten“, was sich auch dar­in aus­drückt, dass er an sei­nem Ort bleibt:

      „Der Stell­ver­tre­ter mei­nes Soh­nes, der Hohe­prie­ster Pius IX., ver­las­se Rom nach dem Jah­re 1859 nicht mehr. Er sei viel­mehr stand­haft und groß­mü­tig und kämp­fe mit den Waf­fen des Glau­bens und der Lie­be. Ich wer­de mit ihm sein.“

      Auch die­se Sät­ze erin­nern sowohl an tech­ni­sche Wun­der, vor denen man reser­viert blei­ben soll­te, als auch vor cha­ris­ma­ti­schen Wun­dern, die eska­lie­ren wer­den (und es ist tat­säch­lich si gekom­men: wir hat­ten noch nie eine der­art ekla­tan­te Ver­schie­bung weg vom nüch­ter­nen Glau­ben und sei­nen Ord­nun­gen hin zu cha­ris­ma­ti­schen und visio­nä­ren Auf­he­bun­gen aller Ordnungen!):

      „Der Papst möge sich vor den Wun­der­tä­tern in acht neh­men. Denn die Zeit ist gekom­men, da die erstaun­lich­sten Wun­der auf der Erde oder in der Luft stattfinden.“

      Und:

      „Man­che Per­so­nen wer­den von die­sen bösen Gei­stern von einem Ort zum ande­ren ver­setzt, und sogar Prie­ster, weil die­se sich nicht vom guten Gei­ste lei­ten las­sen, der ein Geist der Demut, der Lie­be und des Eifers für die Ehre Got­tes ist.“

      Und:

      „Über­all wer­den außer­ge­wöhn­li­che Wun­der­ta­ten vor­kom­men, da der Glau­be erlo­schen ist und das fal­sche Licht die Welt erleuch­tet. Wehe den Kir­chen­für­sten, die nur nach Reich­tü­mern und nach Erhal­tung ihrer Auto­ri­tät und nach stol­zer Herr­schaft trachten.“

      Zwar durch­kreu­zen sich in die­sen Visio­nen aktu­el­le (dama­li­ge) Ereig­nis­se mit denen, die irgend­wann spä­ter zu erwar­ten sind, aber die Linie ist doch klar erkenn­bar. Bei den Päp­sten weiß man nicht, auf wen sich die visio­nä­ren Aus­sa­gen eigent­lich genau bezie­hen — zumal Mélanie eini­ges erst sehr viel spä­ter aufschrieb.

      Wie Sie ganz rich­tig bemer­ken, war es noch nie Sache der Päp­ste, in der Welt­ge­schich­te her­um­zu­gei­stern. Man kam nach Rom oder rich­te­te sich eben gei­stig auf Rom aus. Die „sta­bi­li­tas loci“ war das gesam­te christ­li­che Zeit­al­ter hin­durch mit dem Beginn der Bene­dik­ti­ner­or­den wich­tig­ste Vor­aus­set­zung, um die Ord­nun­gen über­haupt ein­hal­ten zu kön­nen. Die Unord­nung, der Geist der Gesetz­lo­sig­keit, war immer auch mit ewi­gem Her­um­wan­dern, Her­um­zie­hen, Flüch­ten­müs­sen, ande­re Ver­trei­ben­wol­len und letzt­end­lich dem heu­te eska­lier­ten mer­kan­ti­len Str­ben ver­bun­den („man erschließt neue Märkte“).

      Bene­dikt von Nur­sia hat mit sei­nem Ordo, sei­ner regu­la, so sag­te einst Bischof Gra­ber, der Völ­ker­wan­de­rung ein Ende gesetzt und Euro­pa begründet.

      • …was aber Paul VI. betrifft glau­be ich nicht an die Dop­pel­gän­ger-Theo­rie. Die wur­de auch und vor allem von den Palma­ri­ern ver­brei­tet, aber nicht nur von ihnen.

        Mon­ti­ni war vor­her schon ein­deu­tig in dem­sel­ben Ungeist (als Bischof), in dem er eben her­nach auch blieb. Er hat­te schon lan­ge vor­her Pius XII. offen hin­ter­gan­gen. Nein — Mon­ti­ni war immer Mon­ti­ni. Die ege­schock­ten Gläu­bi­gen moch­ten halt ein­fach nicht glau­ben, dass der Papst ein teu­fel sein könn­te und hiel­ten eher für mög­lich, dass er im vati­ka­ni­schen Kel­ler gefan­gen gehal­ten wür­de, als dass er …nicht der Papst ist und wir seit­her kei­nen mehr haben, was die wesent­lich nüch­ter­ne­re Erklä­rung wäre!

  7. @Zeitschnur:
    Dan­ke für die­se hoch­in­ter­es­san­ten Ausführungen,auch Ihre Beschrei­bung der Ruhe­lo­sig­keit unse­rer Zeit,die anschei­nend ALLE erfasst hat!
    Ich mag es fast nicht aussprechen,aber wenn man ehr­lich ist,begann die­se Ruhe­lo­sig­keit tat­säch­lich mit der Rei­se­lust der Päpste.
    Was seit­dem folgt sind pau­sen­lo­se Flücht­lings­strö­me rund um den Erdball.
    Auch die Politiker,vor allem die „west­li­chen“ sind die­ser Ruhe­lo­sig­keit und stän­di­gen Rei­se­r­ei verfallen.
    Mit dem „Dop­pel­gän­ger“ mein­te ich aber etwas anderes,wollte nur nicht so deut­lich werden.
    Wenn es in der Bibel heißt,das es für den Teu­fel und sei­ne Dämo­nen ein Leich­tes ist,als Engel des Lichts aufzutreten,dann kön­nen sie natürlich,z.B.,auch als „Papst“ auftreten.
    Bei F.habe ich sowie­so schon län­ger das Gefühl,das ein­mal er selbst spricht (wenn er halb­wegs ver­nünf­ti­ges sagt) und ein­mal „jemand anders“ und zwar immer dann,wenn Ver­wir­rung entsteht.

  8. Klar­stel­lun­gen

    Die sog. Befrei­ungs­theo­lo­gie hat ihren Grund in der völ­li­gen Miß­ach­tung der sozia­len Rech­te eines Groß­teils der Bevöl­ke­rung in den latein­ame­ri­ka­ni­schen Staa­ten durch ihre eige­nen Regie­run­gen, die teil­wei­se und gro­ßen­teils von den Kir­chen­obe­ren in all den Jahr­hun­der­ten unter­stützt wor­den waren. Es gab und gibt in Latein­ame­ri­ka eine rie­si­ge Kluft zwi­schen den Armen und der pro­zen­tu­al gese­hen klei­nen Zahl der Rei­chen . Eine Mit­tel­schicht, wie sie es in Euro­pa gibt (und bald gege­ben haben wird wie es aus­sieht- Kanz­le­rin Mer­kel läßt grü­ßen), gabs und gibts dort nur in Ansätzen.

    Das Pro­blem war Was­ser auf die Müh­len der Mar­xi­sten und der Vor­macht Sowjet­uni­on mit Able­ger Kuba. Papst Johan­nes Paul II. hat­te vor Ort bei all sei­nen Rei­sen aber die­se mar­xi­stisch ori­en­tier­te Befrei­ungs­theo­lo­gie immer schärf­stens kri­ti­siert und ver­wor­fen. Man kann dabei den­ken an sei­ne unmiß­ver­ständ­li­chen, schar­fen Wor­te an die San­di­ni­sten von Nica­ra­gua- direkt vor Ort. 

    Gedan­ken aber sind frei und man kann sie nicht ver­bie­ten, beson­ders nicht als Kir­chen­ober­haupt @zeitschnur. Ihre Kri­tik ist völ­lig dane­ben und ehr­ab­schnei­dend. Was Sie als Man­ko dar­stel­len, das ist die Poli­tik der Kom­mu­ni­sten, der Nazis, der Frei­maue­rer und der Mos­lems: über­all da gibts Gedan­ken­dik­ta­tur. Da haben Sie etwas, Vie­les nicht begrif­fen. Ich weh­re mich jeden­falls dage­gen, wenn Sie den Päp­sten hier Din­ge unter­stel­len, die anti-christ­li­chem, dik­ta­to­ri­schem Gedan­ken­gut ent­sprin­gen. Ich sage das nicht gern, aber es muß gesagt werden.

    Nach den Klar­stel­lun­gen des Pap­stes und Kar­di­nal Ratz­in­gers in den 1980er Jah­ren und dem Zusam­men­bruch der UdSSR in Fol­ge der Wei­he der Welt ins­be­son­de­re auch Ruß­lands an Maria durch Papst JP II. am 25.03.1884, war die Befrei­ungs­theo­lo­gie inhalt­lich und macht­po­li­tisch weit­ge­hend lahm­ge­legt und am Ende.
    Die Pro­ble­ma­tik aber ist nicht erle­digt solan­ge Welt­bank und ande­re Kräf­te (gro­ße Fami­li­en­clans) mit ihrem anti-mensch­li­chen, kapi­ta­li­sti­schen Den­ken die­se Welt beherr­schen. Nur eine radi­ka­le Hin­wen­dung zu Chri­stus kann m.Er. der Mensch­heit zu wah­rem Glück und Wohl­erge­hen, Frie­de und Ein­tracht ver­hel­fen. Das heißt aber das Kreuz Chri­sti tra­gen (hel­fen). Das Kreuz Chri­sti muß des­halb wie­der in der Mit­te stehen.

    • Schon auf dem Vati­ca­num II hat man gezielt ver­hin­dert, dass der Kom­mu­nis­mus als Leh­re ver­wor­fen wird. Die Aus­beu­tung der Armen und das Vor­ent­hal­ten des Loh­nes wur­den dage­gen schon immer als „him­mel­schrei­en­de Sün­de“ gewer­tet!!! mag sein, dass Ihnen das nicht bekannt ist, steht aber selbst noch im KKK so, aber auch bei Pus X.! Dass sich sowohl „from­me“ Katho­li­ken als auch Kle­ri­ker dar­an nicht hiel­ten, hat die Kir­che nie­mals gut­ge­hei­ßen. Man sieht dar­an, wie unge­hor­sam auch schon die vori­gen Jahr­hun­der­te waren.….und dass die Pro­ble­me abso­lut nicht mit dem 6. Gebot began­nen oder beginnen…
      Es genügt ange­sichts der Gewalt der kom­mu­ni­sti­schen Bewe­gung nicht, schwa­che Äuße­run­gen zu tätigen.

      Was Ihre Ein­ord­nung kla­rer und schar­fer Ver­ur­tei­lun­gen betrifft: lesen Sie infach mal eine Kir­chen­ge­schich­te! Da scheint es bei Ihnen näm­lich zu hapern. Die Kir­che hat immer per defi­ni­tio­nem Din­ge regel­recht ver­wor­fen, die, die ihnen anhän­gen ver­flucht und die ent­spre­chen­den Bücher auf den Index gesetzt.

      Damit war der Fall klar. Anders bleibt er unklar. Das soll­te nicht bedeu­ten, dass man sich nicht mit den Din­gen gei­stig beschäf­ti­gen darf. Auch ist die Gedan­ken­frei­heit dadurch nicht berührt. Es ging dar­um, was mit der katho­li­schen Leh­re ver­ein­bar ist und was nicht.

      Dass gera­de ich eine der schärf­sten Kri­ti­ke­rin­nen der Ver­mi­schung der welt­li­chen mit der geist­li­chen Gewalt war und bin, soll­te Ihnen — sofern Sie sach­ge­mäß gele­sen haben — nicht ent­gan­gen sein.
      Ich habe mehr­fach und aus­drück­lich allen faschi­sti­schen Wahn­ideen wider­spro­chen, auch hier im Forum schon und muss­te mich dafür aufs Här­te­ste und Wider­lich­ste beschimp­fen las­sen letz­tes Jahr.

      Gera­de neu­lich habe ich aus­drück­lich der fal­schen Denk­wei­se de Matt­eis wider­spro­chen, auch in einem eige­nen Blog­ar­ti­kel, der sich dazu ver­stieg, Leo XIII. „Anti­mon­ar­chis­mus“ vor­zu­wer­fen (als ob ein Katho­lik Mon­ar­chist sein müss­te — die Päp­ste haben das aus­drück­lich offen­ge­las­sen — auch das habe ich zitiert und zitiert, allei­ne: die Tra­di-Leu­te wol­len es nicht hören, son­dern stel­len ihre eige­nen Leh­ren auf!) und ihn dar­um als den Ver­ant­wort­li­chen für den spä­te­ren Nie­der­gang zu bezeichnen.
      Das ist Pius-Ideo­lo­gie und hat mit dem rech­ten Glau­ben nichts zu tun!
      Ich habe aus­drück­lich gezeigt, dass auch Pius X. dem aso­zia­len Schul­ter­schluss kirch­li­cher Leu­te mit den Aus­beu­tern nie­mals eine Unter­stüt­zung zuge­stan­den hat.

      Blei­ben Sie also gelas­sen und ver­su­chen Sie, mei­ne Kom­men­ta­re nicht ein­sei­tig zu deu­ten — ich kann nicht bei jedem The­ma mein gesam­ten Den­ken ausbreiten.

      Den­noch hat der Vati­kan seit dem Vati­ca­num II jede ein­deu­ti­ge und kla­re Ver­wer­fung oder Defi­ni­ti­on ver­mie­den, und Johan­nes XXIII. hat es aus­drück­lich als den Weg der Zukunft so gewollt. Lesen Sie die Eröff­nungs­re­de zum Konzil.

      Wenn man also die­sen Weg will, darf man nicht lamen­tie­ren, wenn einem kei­ner mehr gehorcht…

  9. Papst Johan­nes Paul II. war immer ein Ver­kün­der des Evan­ge­li­ums Jesu Chri­sti. Er hat­te dar­um nach­weis­lich immer auch mit Schwie­rig­kei­ten zu tun. Die Kom­mu­ni­sten woll­ten in Nova Huta, einer neu-gegrün­de­ten Indu­strie­stadt, kein Kir­chen­ge­bäu­de zulas­sen. Er hat­te damals als Erz­bi­schof vehe­ment für den Kir­chen­bau nicht nur dort gekämpft- mit sei­nen treu­en Polen. Die Kom­mu­ni­sten wur­den nach jah­re­lan­gem Durch­hal­ten letzt­lich besiegt und die Kir­che von Nova Huta wur­de zum Sym­bol des katho­li­schen Wider­stands gegen die Gottlosen.

    Daß das 2. Vati­ka­num den Kom­mu­nis­mus nicht ver­ur­teil­te, war über­haupt nicht im Sin­ne etwa der pol­ni­schen Bischö­fe und Kar­di­nä­le mit Kar­di­nal Wyszyn­ski an der Spit­ze. Dar­auf hat­ten sie unauf­hör­lich auch spä­ter Paul VI. hingedrängt.
    Hier, beim 2. Vati­ka­num, hat­ten sich wie auch in der Erklä­rung, dem Super­dog­ma muß man ja heu­te sagen, Nostra Aeta­te (was Mos­lems und Islam anbe­langt), aber „libe­ra­le“ oder schon frei­mau­re­risch infil­trier­te Kar­di­nä­le soz. durch­set­zen kön­nen- lei­der unter Hin­nah­me sei­tens Papst Paul VI. Ein Argu­ment lau­te­te, daß wenn man den Kom­mu­nis­mus ver­ur­teil­te, die­se es den Chri­sten in ihrem Macht­be­reich heim­zah­len wür­den. Für die Polen war das aber kein Argu­ment, son­dern Feig­heit vor dem Feind.

    Papst Johan­nes Paul II. aber lete­te sofort nach sei­ner Wahl eine neue Poli­tik gegen­über dem Kom­mu­nis­mus ein. In sei­ner Inau­gu­ra­ti­ons­pre­digt am 22.10.1978 rief er laut aus: Fürch­tet euch nicht… usw. — Und das war auch ein Kampf­ruf an die Kom­mu­ni­sten. Bei sei­ner Polen­vi­si­te 1979 hat­te er unmiß­ver­ständ­lich gegen­über den Kom­mu­ni­sten Klar­text gere­det und dabei aus dem Her­zen des Groß­teils (90%) der Polen gesprochen.

    • Johan­nes Paul II. war lei­der nicht „immer“ ein „Ver­kün­der des Evangeliums“. 

      Zuviel Irri­ter­en­des und Syn­kre­ti­sti­sches, zuviel theo­lo­gi­sche Ver­wi­schung kla­rer Unter­schei­dun­gen. Zuviel Naturalismus. 

      Ganz so schön ist es lei­der nicht.
      Man muss genau hinsehen.

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