Glaubenstreue und theologische Standpunkte — ein Unterschied, den man nicht übersehen darf

Piusbruderschaft
Pius­bru­der­schaft

Katholisches.info bemüht sich um jene not­wen­di­ge inner­kirch­li­che Dis­kus­si­on, die offi­zi­ell nicht statt­fin­det und zum Teil auch gar nicht erwünscht ist. Dazu gehö­ren die Gast­kom­men­ta­re von Cle­mens Vic­tor Olden­dorf, die teil­wei­se auf hef­ti­ge Ableh­nung stie­ßen, wäh­rend der Autor sich miß­ver­stan­den fühl­te. Zuletzt mach­te er sich nach der außer­or­dent­li­chen Bischofs­syn­ode im Auf­satz „Im Buch­sta­ben abge­schlos­sen“ (Papst Fran­zis­kus) – Ver­such zur Über­win­dung von Ver­ständ­nis­bar­rie­ren auf die Suche nach Wegen, dem moder­ni­sti­schen Neue­rungs­drang durch theo­lo­gi­sche Refle­xi­on ent­ge­gen­zu­tre­ten. Der heu­ti­ge Auf­satz hat nicht die Moder­ni­sten im Blick, son­dern die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. Letzt­lich geht es Oden­dorf nach eige­nem Bekun­den in allen Bei­trä­gen um die Tra­di­ti­on und deren Aus­rich­tung, Dis­kus­si­ons- und Argu­men­ta­ti­ons­fä­hig­keit in der inner­kirch­li­chen Debat­te.

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Gast­kom­men­tar von Cle­mens Vic­tor Olden­dorf.

Der letz­te Sonn­tag im Kir­chen­jahr rich­tet unse­ren Blick auf das Wel­ten­en­de und die end­zeit­li­che Wie­der­kunft Chri­sti. Die­se escha­to­lo­gi­sche Aus­rich­tung, die den Advent vor­be­rei­tet, in dem wir die Erwar­tung der ersten Ankunft des Mes­si­as nach­er­le­ben und sie zu Weih­nach­ten fei­ern, wird im lit­ur­gi­schen Kalen­der des Novus Ordo durch die Ver­schie­bung des Christ­kö­nigs­fe­stes auf die­sen Sonn­tag zusätz­lich gekenn­zeich­net. Aber auch die Lit­ur­gie des 24. und letz­ten Sonn­tags nach Pfing­sten im über­lie­fer­ten Römi­schen Ritus zeigt — beson­ders in den Schrift­le­sun­gen — deut­lich die­ses Geprä­ge.

Da ist die Rede von fal­schen Chri­stussen, denen man nicht in die Wüste und nicht in die Gemä­cher nach­lau­fen soll und von den Zei­chen der Zeit, die es zu erken­nen gilt. Damit wird der Anti­christ zum The­ma und auch die Fra­ge, ob und in wel­chem Sin­ne er sich in einer Per­son ver­dich­tet und ob er nicht bereits atmo­sphä­risch prä­sent ist und — auch in gan­zen Strö­mun­gen, Bewe­gun­gen — sei­ne Vor­läu­fer hat. Der gro­ße Exeget Erik Peter­son (1890–1960) sprach des­we­gen vom „escha­to­lo­gi­schen Vor­be­halt“ unter dem die gan­ze Geschich­te schon mit und seit dem ersten Erschei­nen Chri­sti steht.

Ich habe am ver­gan­ge­nen Sonn­tag die hei­li­ge Mes­se in einem Prio­rat der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. besucht. Auch dort beschäf­tig­te sich der Pre­di­ger unter ande­rem mit die­sen Fra­gen.

Bei dem, was ich im fol­gen­den berich­te, geht es mir aus­drück­lich nicht um Kri­tik an die­sem Pater. Des­we­gen nen­ne ich auch bewußt nicht sei­ne Iden­ti­tät und den Ort, wo ich die Pre­digt gehört habe. Auch die all­ge­mei­ne Fest­stel­lung, daß nicht jeder Pre­di­ger ein guter Pre­di­ger, ja erst recht nicht jeder Pre­di­ger ein guter Theo­lo­ge sein kann, beschränkt sich kei­nes­wegs auf die Pius­bru­der­schaft, und umge­kehrt trifft man auch dort, sogar oft, auf eine glei­cher­ma­ßen rhe­to­risch und theo­lo­gisch gelun­ge­ne Ver­kün­di­gung.

Petrusbruderschaft als eine Vorläuferin des Antichristen?

Nach ein­lei­ten­den Aus­füh­run­gen über den Anti­chri­sten und sei­ne Vor­läu­fer fiel plötz­lich die unver­mit­tel­te Bemer­kung, daß „die Petrus­bru­der­schaft für den Katho­li­ken unan­nehm­bar“ sei, weil sie die „Irr­tü­mer des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils“ ange­nom­men habe oder zumin­dest dazu schwei­ge. Die Kon­se­quenz, daß nach den Wor­ten des Prie­sters auch die hei­li­gen Mes­sen der Petrus­bru­der­schaft oder sol­che, die ande­re Prie­ster nach den Bestim­mun­gen von Summo­rum Pon­ti­fi­cum fei­ern, für „den Katho­li­ken unan­nehm­bar“ sind, blieb nach mei­ner Erin­ne­rung unaus­ge­spro­chen, war aber unmiß­ver­ständ­lich.

Mei­ne inhalt­li­che Anfra­ge rich­tet sich nicht ein­mal gegen die­sen Stand­punkt. Ich den­ke, man kann ihn argu­men­tie­ren und begrün­det ein­neh­men. Nicht jedoch so, wie hier gesche­hen. Zwar stimmt es, daß ein theo­lo­gi­sches Pro­blem­be­wußt­sein in Bezug auf das Zwei­te Vati­ca­num sich in Krei­sen um Summo­rum Pon­ti­fi­cum häu­fig nur noch pri­vat aus­spricht oder bereits nicht mehr besteht und auch kein vol­les Ver­ständ­nis mehr gege­ben ist, war­um man eigent­lich in die „Alte Mes­se“ geht und die „Neue“ prak­tisch mei­den soll­te. Trotz­dem hat die Pius­bru­der­schaft nicht die lehr­amt­li­che Kom­pe­tenz, Aus­sa­gen des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils, die sie pro­ble­ma­tisch sieht, ver­bind­lich als „Irr­tü­mer“ zu qua­li­fi­zie­ren, was dazu führt, die theo­lo­gi­schen Posi­tio­nen der Pius­bru­der­schaft mit dem katho­li­schen Glau­ben zu iden­ti­fi­zie­ren, letzt­lich, ich for­mu­lie­re absicht­lich pro­vo­ka­tiv, eine alter­na­tiv­lo­se Gleich­set­zung von „Lef­eb­v­re-Anhän­ger“ und „Katho­lik“ vor­zu­neh­men. Das wur­de in die­ser Wei­se aller­dings von Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re nie getan oder unter­stützt. Wenn man es tut, ist nicht nur die Teil­nah­me an der „Neu­en Mes­se“ abzu­leh­nen, son­dern auch die an jeder hei­li­gen Mes­se im über­lie­fer­ten Römi­schen Ritus, die nicht von einem Prie­ster der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. gefei­ert wird.

War­um füh­re ich dies über­haupt lang und breit aus? Weil dahin­ter ein tat­säch­li­cher Irr­tum steht, den ich in Tei­len der Pius­bru­der­schaft bemer­ke. Näm­lich den Unter­schied zu über­se­hen, der zwi­schen der Treue zum offen­bar­ten und über­lie­fer­ten katho­li­schen Glau­ben und der Beur­tei­lung steht, mit der man anhand die­ses Kri­te­ri­ums zum Bei­spiel strit­ti­ge Aus­sa­gen des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils oder die neue Lit­ur­gie bewer­tet.

Trotz Meinungsdifferenzen gleichermaßen glaubenstreu

Was ich sagen will, läßt sich sicher sehr gut mit einer Rück­blen­de ins Jahr 1988 ver­an­schau­li­chen. Die dama­li­ge Situa­ti­on war unzwei­fel­haft kom­pli­ziert und auch gewis­ser­ma­ßen unüber­schau­bar ver­wor­ren. Da konn­te man ohne Zwei­fel zu der Über­zeu­gung kom­men, berech­tigt oder sogar ver­pflich­tet zu sein, Bischö­fe zu kon­se­krie­ren, aber genau­so über­zeugt, dies ohne Zustim­mung Johan­nes Pauls II. nicht zu dür­fen. Bei­de Über­zeu­gun­gen schlos­sen nach mei­nem Dafür­hal­ten nicht aus, daß sowohl Befür­wor­ter der Bischofs­wei­hen, als auch sol­che, die glaub­ten, sich davon distan­zie­ren zu müs­sen, trotz die­ser Mei­nungs­ver­schie­den­heit glei­cher­ma­ßen katho­lisch und glau­bens­treu waren und blie­ben.

Ähn­lich ist das mei­nes Erach­tens bei­spiels­wei­se mit der Ein­schät­zung der Reli­gi­ons­frei­heit durch die Pius­bru­der­schaft und mit bestimm­ten, staats­theo­re­ti­schen oder letzt­lich poli­ti­schen, also gera­de nicht theo­lo­gi­schen Vor­aus­set­zun­gen, die die­sem Stand­punkt zugrun­de­lie­gen. Es ist mei­nes Erach­tens kei­nes­wegs mit dem katho­li­schen Glau­ben unver­ein­bar, die­se Posi­ti­on ein­zu­neh­men, aber die Pius­bru­der­schaft kann auch nicht behaup­ten oder ver­lan­gen (vor allen Din­gen nicht zwin­gend nach­wei­sen), man müs­se die­se Sicht­wei­se tei­len, um als glau­bens- und tra­di­ti­ons­treu­er Katho­lik gel­ten zu kön­nen. Es hat in der Kir­che immer unter­schied­li­che Posi­tio­nen in Detail­fra­gen und ins­be­son­de­re in kon­kre­ten Beur­tei­lun­gen theo­lo­gi­scher und pasto­ra­ler Pro­ble­me auf der Grund­la­ge gemein­sa­mer Einig­keit in der Recht­gläu­big­keit gege­ben. Wer das nicht sieht oder aus­hal­ten kann, erliegt einer Illu­si­on oder Fik­ti­on.

„Nicht einmal der Sohn“, „aber in spätestens 80 Jahren“

Wenn ich auf die Pre­digt zurück­kom­me, die mich zu die­sen Über­le­gun­gen ange­sto­ßen hat, ist es ver­gli­chen mit die­sem Grund­irr­tum ver­hält­nis­mä­ßig harm­los, daß der Pre­di­ger sich zwar auf Matt 25, 13 bezog, wo fest­ge­hal­ten wird, daß wir weder den Tag noch die Stun­de der Wie­der­kunft Chri­sti ken­nen, doch drei­mal mit Nach­druck sag­te, „in spä­te­stens 80 Jah­ren ist es soweit“. Was man schmun­zelnd zuge­ben muß, ist, daß es bei jeman­den, der den Zeit­punkt des Welt­ge­richts ankün­digt, für eine gewis­se Schläue spricht, einen sol­chen Zeit­raum zu wäh­len: Von Säug­lin­gen abge­se­hen, die der Pre­digt noch nicht ver­stän­dig gefolgt sind, kann prak­tisch kei­ner der Zuhö­rer die Rich­tig­keit die­ser Aus­sa­ge über­prü­fen, aller­dings auch nicht wider­le­gen.

Der Aus­blick des Pre­di­gers auf den Advent ließ ihn die rich­ti­ge Mah­nung ein­flech­ten, die­se Zeit als eine Zeit der Samm­lung und Zurück­ge­zo­gen­heit zu bege­hen. Er ver­knüpf­te sie mit dem Rat, auf das Fern­se­hen zu ver­zich­ten, und emp­fahl offen­sicht­lich ernst­haft, am besten „den Stecker abzu­zwicken“. Wer kei­ne Zan­ge besit­ze, kön­ne sich gern an ihn, den Pre­di­ger, wen­den.

Nicht autonom, dennoch eigenverantwortlich

Die sehr ableh­nen­de Hal­tung der Pius­bru­der­schaft gegen­über dem Fern­se­hen scheint mir noch solch ein prak­ti­sches Bei­spiel zu sein, an dem sich das Katho­lisch­sein nicht ent­schei­det. Es geht auch nicht dar­um, daß der Gläu­bi­ge sozu­sa­gen völ­lig selbst­be­stimmt, unter­schieds­los alles kon­su­mie­ren soll oder darf, ohne nach Wert­maß­stä­ben zu fra­gen, doch im kon­kre­ten Fall muß jeder die­se Wert­maß­stä­be not­wen­di­ger­wei­se eigen­ver­ant­wort­lich anwen­den. Die zuge­spit­ze Posi­ti­on, als tra­di­tio­nel­ler Katho­lik ganz auf das Fern­se­hen ver­zich­ten zu müs­sen, folgt einer wenig über­zeu­gen­den Logik, aus der sich erge­ben müß­te, daß man gar nichts lesen darf, weil es auch schlech­te Bücher gibt.

Text: Cle­mens Vic­tor Olden­dorf
Bild: laportelatin.org




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67 Kommentare

  1. Wenn es eine ableh­nen­de Hal­tung zum Fern­seh­kon­sum bei der Pius­bru­der­schaft geben soll­te oder gibt, ist dem nur zuzu­stim­men. Das Fern­se­hen ist das Medi­um des Bösen. Mehr muß man dar­über nicht sagen. Man kann jedem Men­schen, jeder Fami­lie nur emp­feh­len ganz dar­auf zu ver­zich­ten und den Appa­rat weg­zu­schmei­ßen, noch heu­te. Ich weiß nicht wie­vie­le Fami­li­en das Fern­se­hen schon zer­stört hat, aber es müs­sen sehr sehr vie­le sein. Ich weiß nicht wie­vie­le Men­schen das Gerät schon in aller Welt gei­stig ver­gif­tet hat- es sind sicher­lich Mil­li­ar­den!
    Das Fern­se­hen quält auch etwa Kran­ke in den Kran­ken­zim­mern oder alte Men­schen in den ent­spre­chen­den Ein­rich­tun­gen: die­se kön­nen sich nicht weh­ren- furcht­bar!

    Buch und Fern­se­hen mit­ein­an­der so zu ver­glei­chen wie es der Autor macht, ist nicht kom­men­tie­rungs­be­dürf­tig.

    • Vol­le Zustim­mung.
      Wer heu­te regel­mä­ßig fern­sieht, kann kein Christ sein.
      Das Zuschau­en schä­digt die See­le und belei­digt Gott.
      Fern­se­hen ist ein Laster, wie Rau­chen und Trin­ken, nur schlim­mer.

      • Wehalb soll­te das Fern­se­hen schlim­mer sein als das Inter­net? Dass Sie das so sehen, ergibt sich dar­aus, dass Sie mun­ter im Netz unter­wegs sind.
        Sie wer­den ent­geg­nen, daß Sie mit­nich­ten im Netz „unter­wegs“ sind, son­dern streng nur glau­bens­treue Sei­ten besu­chen. Mit dem­sel­ben Argu­ment kann man aber auch Fern­se­hen posi­tiv begrün­den, indem man sich nicht den gan­zen Schrott anguckt, son­dern k‑tv und ent­spre­chen­de Sen­der.

        Also, die­se Argu­men­ta­ti­on über­zeugt nicht.

      • Aber inter­net­los zu leben schaf­fen Sie offen­bar nicht. Obwohl das Inter­net noch viel mehr Per­ver­sio­nen und Sün­den ent­hält als das Fern­se­hen.

      • Fern­se­hen ist ins­be­son­de­re des­halb ein Laster, weil es höchst mani­pu­la­tiv ist. Im Inter­net kann ich wenig­stens ent­schei­den, wel­che Sei­te ich anklicke und wel­che ich lie­ber links lie­gen las­sen.

        Ich emp­fin­de auch das Inter­net als ein Laster. Schon auf­grund der anzüg­li­chen Bil­der ist das Inter­net hoch­ge­fähr­lich.
        Dar­um ging es aber in die­sem Bei­trag nicht son­dern expli­zit um fern­se­hen, was übri­gens eine kol­lek­ti­ve Tätig­keit in vie­len Fami­li­en ist und des­halb das Fami­li­en­le­ben immens schä­di­gen kann, weil dann ande­re Tätig­kei­ten, neh­men wir das gemein­sa­me Gebet und viel­leicht ein gemein­sa­mes Spiel oder das Erzäh­len von Geschich­ten, ver­drängt wer­den.

        Behü­te euch Gott

        Kur­main­zer

      • Sie fra­gen:

        //Wehalb soll­te das Fern­se­hen schlim­mer sein als das Internet?//

        Wenn man aufs Gera­te­wohl durchs Fern­se­hen schaut, nur um sich zu einer sehens­wer­ten Sen­dung durch­zu­zap­pen, ist das kaum mög­lich ohne schwe­re Belei­di­gung Got­tes. Glei­ches und Schlim­me­res gilt, da haben Sie recht, fürs Inter­net, wenn man ziel­los her­um­sörft. Man soll­te fürs Inter­net den kin­der­si­che­ren Modus akti­vie­ren, um sich gegen uner­wünsch­te Anblicke zu schüt­zen. So oder so sind Keusch­heit und Her­zens­rein­heit heu­te schwe­rer her­aus­ge­for­dert denn je. Das ist schon bei einem Spa­zier­gang durch eine Geschäfts­stra­ße zu bemer­ken. Mit äuße­ren Schutz­maß­nah­men allein ist es da nicht getan. Wir müs­sen mit der Gna­de Got­tes eine rei­ne Her­zens­hal­tung erlan­gen und, wie Hiob, einen Bund mit unse­ren Augen schlie­ßen.
        Im Unter­schied zum Fern­se­hen gibt es im Inter­net aber ‑noch- eine beträcht­li­che Aus­wahl wirk­lich guter Inhal­te, auf die man sich kon­zen­trie­ren kann. Ich schaue schon über ein Jahr­zehnt lang kein Fern­se­hen. Lei­der gibt es aber einen Fern­se­her in unse­rem Haus­halt, und ich brau­che nur 1 Minu­te zufäl­lig Zeu­ge einer ganz nor­ma­len Sen­dung zu wer­den, um die Flucht zu ergrei­fen und um sicher zu sein, dass mei­ne Beur­tei­lung nicht über­trie­ben ist.
        Viel­leicht müs­sen Sie (oder wer immer sich ange­spro­chen fühlt) ein­mal eine strik­te Fern­seh­pau­se ein­le­gen, um nach die­ser Karenz fest­stel­len zu kön­nen, wie 1. mani­pu­la­tiv, 2. ver­lo­gen, 3. scham­los bzw. schmut­zig und 4. gott­los das Fern­seh­pro­gramm, von aus­drück­lich christ­li­chen Sen­dern abge­se­hen, mitt­ler­wei­le im all­ge­mei­nen ist. Dabei haben wir noch nicht von den sub­li­mi­na­len Beein­flus­sun­gen gespro­chen, die in vie­le Bil­der und Sze­nen bewusst ein­ge­baut wer­den, vom Zuschau­er aber nicht bewusst wahr­ge­nom­men, jedoch unbe­wusst auf­ge­nom­men wer­den,
        Fern­se­hen macht fit für den Anti­christ.

      • Es sind die Bil­der, die mani­pu­lie­ren, mehr als das gespro­che­ne (gele­se­ne) Wort!
        Ich lebe fern­seh­frei, habe dadurch viel freie Zeit und bin bes­ser infor­miert als die Fern­seh­gucker.

  2. Zunächst möch­te ich klar­stel­len: Ich habe an hl. Mes­sen teil­ge­nom­men mit FSSPX-Prie­stern, Eccle­sia-Dei-Prie­stern und bilit­ur­gi­schen Prie­stern. Auch habe ich vor kur­zem kri­tisch ange­merkt, dass gera­de FSSPX-Prie­ster dazu nei­gen, sehr wenig biblisch zu pre­di­gen, auch nicht über die hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit, wobei über die­ses wich­tig­ste Glau­bens­ge­heim­nis fast kein Prie­ster pre­digt. Mit Recht wer­fen uns Ver­tre­ter der Ost­kir­chen vor, die Katho­li­ken haben seit der Neu­zeit kein leben­di­ges Ver­hält­nis zur Drei­fal­tig­keit mehr.

    Nach die­ser Vor­re­de, bei der es mir nur dar­um geht, dem Ein­druck vor­zu­beu­gen, ich sei eine kri­tik­lo­se FSSPX-Anhän­ge­rin, zum eigent­li­chen Bei­trag:

    Nicht dass Herr Olden­dorf Kri­tik übt, ist mein Pro­blem. Ich zweif­le auch nicht an sei­nem guten Wil­len, noch an der Wahr­haf­tig­keit sei­ner Aus­sa­gen. Doch ich fin­de die Form die­ser Aus­ein­an­der­set­zung nicht statt­haft.

    Grün­de :
    1) Es han­delt sich um die Pre­digt EINES Prie­sters.
    2) Wir haben die gan­ze Pre­digt nicht vor­lie­gen. Und des­halb kei­ne seriö­se Grund­la­ge einer Dis­kus­si­on.
    3) Wenn wir über die FSSPX dis­ku­tie­ren und dabei eine Pre­digt eines Paters her­an­zie­hen, dann müss­te er ein Reprä­sen­tant der FSSPX in Deutsch­land sein. Und mit Namen genannt wer­den, damit er sich weh­ren oder etwas rich­tig­stel­len kann.
    4) Die­se schwe­ren metho­di­schen Män­gel ver­bie­ten es mir, auch nur auf einen Punkt inhalt­lich ein­zu­ge­hen.
    5) Die Glau­bens- und Kir­chen­kri­se dau­ert ca. 50 Jah­re lang, offi­zi­ell gerech­net. Dass sie sich vor­her ent­wickelt hat, ist selbst­ver­ständ­lich, doch mit dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil sind Ver­än­de­run­gen des Glau­bens offi­zi­ell vor­ge­nom­men wor­den. Unter der Ver­ant­wor­tung des jewei­li­gen Pap­stes.
    6) Mit Ber­go­glio ist die­se Glau­bens- und Kir­chen­kri­se über­aus bedroh­lich ver­stärkt wor­den. Zum Leid­we­sen vor allem der Gläu­bi­gen, die am über­lie­fer­ten Glau­ben fest­hal­ten.
    7) Jetzt eine Debat­te zu eröff­nen auf der Grund­la­ge von ein­zel­nen Sät­zen einer Pre­digt eines anony­men FSSPX-Prie­sters, die die Eccle­sia-Dei-Prie­ster und die FSSPX gegen­ein­an­der auf­brin­gen, fin­de ich unver­ant­wort­lich. Die „Tra­di­ti­on“ soll­te, so weit es mög­lich ist, zusam­men ste­hen, zumin­dest nicht auf­ein­an­der los­ge­hen.
    8) Unter­schie­de müs­sen nicht ver­schwie­gen, aber nicht der­art Emo­tio­nen hoch­ge­kocht wer­den.
    9) Leid­tra­gen­de sind vor allem die tra­di­ti­ons­ori­en­tier­ten Gläu­bi­gen. Wir wer­den gegen­ein­an­der auf­ge­wie­gelt. Statt dar­um zu beten, dass Bischö­fe und Kar­di­nä­le den über­lie­fer­ten Glau­ben ver­tei­di­gen, auch, wenn es nicht anders geht, Papst Ber­go­glio gegen­über, wird bewusst Unfrie­de zwi­schen uns gesät.

    Das ist die Form, die ich für eine Dis­kus­si­on nicht statt­haft fin­de. Sie dienst nur dazu, Emo­tio­nen auf­zu­wir­beln, die uns lei­der schon genug zu schaf­fen machen hier im Forum.

    Unver­ant­wort­lich auch des­halb: Durch Ber­go­glio tre­ten wir in ein neu­es Sta­di­um der Kir­chen­kri­se. Wir kön­nen jetzt am wenig­sten brau­chen, dass Prie­ster der Pius- und der Petrus­bru­der­schaft gegen­ein­an­der auf­ge­wie­gelt wer­den.

    • Ihnen ist voll uns ganz zuzu­stim­men Zeit­los. Ich kann nicht nach­voll­zie­hen war­um die Redak­ti­on immer wie­der Arti­kel vorn Herrn Olden­dorf abdruckt, die jedes­mal an unsäg­li­chen metho­di­schen Schwä­chen, schwam­mi­gen Aus­sa­gen, unstatt­haf­ten Ver­all­ge­mei­ne­run­gen etc kran­ken.

    • Hal­lo,

      die Ost­kir­chen kön­nen uns wirk­lich nichts über die Drei­fal­tig­keit erzäh­len, denn in den Ost­kir­chen gibt es eine FALSCHE Vor­stel­lung vom Her­vor­ge­hen des Hei­li­gen Gei­stes.

      • Nach dem sel. Boe­thi­us sind ALLE Vor­stel­lun­gen von Gott falsch, weil man ihn sich nicht vor­stel­len darf.

  3. War­um haben Sie eine Mes­se der Pius­bru­der­schaft besucht?
    War­um nicht eine von Kar­di­nal Marx oder Kas­per?
    Ver­ste­hen Sie mich nicht falsch, aber Sie wer­den doch Ihre Grün­de gehabt haben.
    Ich habe noch nie eine Mes­se der Pius­bru­der­schaft besucht, ori­en­tie­re mich aber der­zeit sehr wohl an den Aus­sa­gen weil mich die Bischofs­syn­ode sehr betrof­fen gemacht hat.

    • Der Autor ist als Besu­cher hin­ge­gan­gen, um etwas zu erfah­ren, um sich ein Urteil zu bil­den, zum Selbst­zweck. Nein in die alte Mes­se geht man nicht so rein. Man geht zu Jesus Chri­stus, der im Mess­op­fer, das nicht bloss eine Mess­fei­er ist, unblu­tig das Kreu­zes­op­fer wie­der­holt. Der Sinn ist ganz anders. Man geht nicht ein­fach zu einer schö­nen Got­tes­dienst­fei­er mit einer schö­nen Pre­digt. Der Autor soll­te lie­ber bei der neu­en Mes­se blei­ben.

    • @ Sabi­ne F.: Dann gehen Sie zur Pius­bru­der­schaft. Sie kön­nen nichts falsch machen. Man fin­det recht schnell Anschluss. Ich bin seit eini­gen Jah­ren „mit dabei“ und habe mei­nen Ent­schluss nie­mals bereut, als ich bei die­sen guten katho­li­schen Prie­stern an die Tür geklopft habe. Anson­sten wür­de ich Ihnen die igna­tia­ni­schen Exer­zi­ti­en emp­feh­len, die die FSSPX anbie­tet.

      Behü­te Sie Gott und Mari­ens Segen auf all Ihren Wegen

      Kur­main­zer

      • @Kurainzer
        ja, ich möch­te auch hin, habe mich vor weni­gen Wochen schon in den Inter­net­ver­tei­ler auf­neh­men las­sen und vor zwei Tagen kam Post — mit Exer­zi­ti­en­ter­mi­nen für 2015 🙂

  4. Also ich besu­che die Hl. Mes­se bei der Petrus­bru­der­schaft und jeder Prie­ster, den ich dort gehört habe, pre­digt aus­ge­zeich­net, erbau­lich, durch und durch biblisch, auf­bau­end auf die Kir­chen­vä­ter, mit prak­ti­schen Hin­wei­sen. Eine gross­ar­ti­ge Unter­wei­sung. Deo gra­ti­as.

    • Damit kein fal­scher Ein­druck ent­steht: Ich habe in einer Kapel­le der FSSPX nicht nur sehr gute Pre­dig­ten gehört, gera­de hin­sicht­lich der Erlö­sung, son­dern eine beein­drucken­de Atmo­sphä­re der Ehr­furcht erlebt. Vor, wäh­rend, und nach der hl. Mes­se.
      Es bringt doch nichts, die Prie­ster­bru­der­schaf­ten gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len. Auch die Prie­ster der FSSP pre­di­gen nicht alle auf dem glei­chen hohen Niveau.

  5. bin noch etwas jün­ger und ken­ne all die Vor­ge­schich­ten nicht, bin auch kein Theo­lo­ge. Soweit ich weiß, kann es nur eine Wahr­heit geben. d.h. ent­we­der ist die Neue Mes­se rich­tig oder die Alte Mes­se ist rich­tig. Das die Neue Mes­se rich­tig sein soll, ist schon äußerst unwahr­schein­lich.
    Also muß die Alte Mes­se rich­tig sein. Ich kann mir schlecht vor­stel­len das Jesus damals alles so kom­pli­ziert gemacht hat, um den „nor­ma­len“ Chri­sten zu ver­wir­ren. Er wird Petrus und den ande­ren Apo­steln schon das Rich­ti­ge gesagt und gezeigt haben.
    Ich habe noch ein altes Gebet­buch als pdf gefun­den, kann man schön auf den Lap­top spei­chern, dann hat man immer eines dabei:
    http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?f=20&t=9633&start=80

    • Tja, Bene­dikt-Ratz­in­ger hat das mit der einen Wahr­heit alle­rings voll rela­ti­viert. In „Summo­rum Pon­ti­fi­cum“, selt­sa­mer­wei­se von etli­chen aus unse­ren „Tradi“-Krisen fast wie ein neu­es Evan­ge­li­um gefei­ert, sagt er glas­klar, dass bei­de Riten „gül­tig“ sind. Sind sie aber gül­tig, müs­sen auch bei­de wahr sein.
      Zugleich sieht jeder auch nur halb­wegs theo­lo­gisch Erleuch­te­te, dass die bei­den „Riten“ sich in ent­schei­den­den Inhal­ten fun­da­men­tal wider­spre­chen wie Feu­er und Was­ser. Es kann also, wie Sie ganz rich­tig sagen, nur ent­we­der der „NOM“ oder aber die Mes­se aller Zei­ten wahr sein.

      Womit bewie­sen ist, dass, wie ich immer wie­der sage, Ratz­in­ger ein (pseu­do-kon­ser­va­tiv dra­pier­ter) Moder­nist und min­de­stens in Fra­gen der Lit­ur­gie auch ein kla­rer Rela­ti­vist war.

    • Allein in der latei­ni­schen Kir­che gibt es nicht nur den Römi­schen Ritus nach dem Kon­zil von Tri­ent und nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil, son­dern auch regio­na­le Vari­an­ten wie den Ambro­sia­ni­schen (Mai­land) und den Moza­ra­bi­schen (Tole­do) Ritus. Die unier­ten Ost­kir­chen haben eben­falls eini­ge Riten wie Arme­nisch, Äthio­pisch, Byzan­ti­nisch, Kop­tisch, Ost­sy­risch und West­sy­risch zu bie­ten. Der Kate­chis­mus der Kir­che sagt ein­deu­tig aus, daß trotz ver­schie­de­ner Riten und meh­re­rer Teil­kir­chen die Kir­che sich in der Ein­heit befin­det, da der Papst als welt­wei­tes Ober­haupt in der Nach­fol­ge Petri aner­kannt, die apo­sto­li­sche Suk­zes­si­on prak­ti­ziert und die Leh­re Jesu Chri­sti mit den sie­ben Sakra­men­ten befolgt wird. Zu behaup­ten, ein­zig und allein der Römi­sche Ritus nach dem Kon­zil von Tri­ent sei der wah­re, ist anma­ßend und ideo­lo­gisch ver­engt. Als prak­ti­zie­ren­der Katho­lik mit min­de­stens einem Grund­ver­ständ­nis von Latein, kann man natür­lich den Römi­schen Ritus in der alten Form per­sön­lich bevor­zu­gen, jedoch soll­te sich davor gehü­tet wer­den, so zu reden, als habe man die Kom­pe­tenz dazu, die kirch­li­chen Riten lehr­amt­li­chen Beur­tei­lun­gen unter­zie­hen zu kön­nen.

      • Ganz mit Chlod­wig ein­ver­stan­den. Die Viel­falt darf sein und man suche den Ort und den Ritus, wo man Gott im Gebet am lieb­sten die­nen kann. Ohne die ande­ren Riten zu ver­ur­tei­len, denn auch sie haben eine Daseins­be­rech­ti­gung. Mei­ner­seits habe ich Vor­lie­be für den alten Ritus, aber aus fami­liä­ren Grün­den besu­che ich sonn­tags den Novus Ordo. An bei­den Orten und auf ver­schie­de­ne Wei­se ist der Hei­li­ge Geist prä­sent. Wich­tig ist die inne­re Gebets­hal­tung und dass Gott die Ehre gege­ben wird.

  6. In der FSSPX ist die Band­brei­te sehr groß, von de fac­to Sedis­va­can­ti­sten bis zum Realo­flü­gel, von Ver­tre­tern der Rich­tung „extra fra­ter­ni­tatem nul­la salus“ bis hin zu jenen, die sich lie­ber heu­te als mor­gen von der Kon­zils­kir­che adop­tie­ren las­sen wol­len. Daß die offi­zi­el­le Linie der Petrus­bru­der­schaft mitt­ler­wei­le voll­kom­men auf Kurs der neu­en Kir­che ist, kann man ihrem Perio­di­cum ent­neh­men. Lobes­hym­nen auf den „hei­li­gen“ Jopa fin­det man dort eben­so wie lieb­li­che Bei­trä­ge des mitt­ler­wei­le pro­mo­vier­ten Leug­ners der Not­wen­dig­keit der hl. Wand­lungs­wor­te im Canon der hl. Mes­se, der sich vor lau­ter „Papst­treue“ in die­ser essen­ti­el­len Fra­ge sei­ner­zeit zum Apo­lo­ge­ten des Kas­perrates mach­te. Mehr Treue zur Hl. Schrift und Tra­di­ti­on und damit zu unse­rem Herrn Jesus Chri­stus wür­de man sich hüben wie drü­ben wün­schen. Man sieht halt letzt­lich, wie der unmög­li­che Spa­gat zwi­schen katho­li­schem Glau­ben und Kon­zils­kir­che auch die Besten um den Ver­stand und Cha­rak­ter bringt.
    Man wird sich letzt­lich ent­schei­den müs­sen: Kon­zil oder Katho­li­zis­mus, ter­ti­um non datur! Ratz­in­gers Syn­the­se hat sich als Bauch­fleck erwie­sen. Ber­go­gliac­cio ist der beste Beweis dafür, dan­ken wir dem Herr­gott für die­sen „Papst“, durch den eigent­lich jedem Katho­li­ken die Augen geöff­net wer­den müß­ten!

  7. Von mir aus dan­ke ich Herrn Olden­dorf für die­se gut ver­ständ­li­chen und nach­voll­zieh­ba­ren Aus­füh­run­gen. Offen­sicht­lich spricht er ein Pro­blem an, das zu einer gewal­ti­gen Gefahr wer­den kann. Wenn die Pius-Bru­der­schaft sich auf eine sol­che Art abgrenzt, dass alles außer ihr nicht mehr katho­lisch sein soll, dann trennt sie ihfe Ver­bin­dung zur Kir­che, die immer noch ihre apo­sto­li­sche Tra­di­ti­on bewahrt und ihre Exi­stenz auf Jesus Chri­stus grün­det. Dann ist sie auf dem besten Weg, zu einer unbe­deu­ten­den Sek­te zu wer­den. Man muss kei­ne Gegen­sät­ze künst­lich kon­stru­ie­ren, nicht Pfäh­le ein­schla­gen und Grenz­zäu­ne errich­ten, wo es nur um Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten geht.

  8. Seit wann soll eine Pre­digt lehr­amt­lich sein. Dies ist eine ganz sub­ti­le Unter­stel­lung von sei­ten des Autors. Die Irr­tü­mer sind längst bekannt und benannt von deMattei, Otta­via­ni, Bischof Gra­ber, Kar­di­nal Siri, und vie­len mehr. Soll dann gera­de dem Pater ein Maul­korb umge­legt wer­den, Rede- und Denk­ver­bot auf­er­legt wer­den? Klar spre­chen die Petrus­brü­der nicht dar­über, und erst recht nicht die Welt­prie­ster. Denn die­sen liegt die Ver­herr­li­chung von James Bond als Super­man näher, wie kürz­lich in der Pre­digt eines jun­gen Prie­sters. Ist das das neue Lehr­amt des 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zils?

  9. Der Prie­ster der Prie­ster­bru­der­schaft St. PIUS X hat doch völ­lig Recht, denn die Prie­ster die sich von ihr abge­spal­ten haben und die Prie­ster­bru­der­schaft St. Petrus gegrün­det haben, bega­ben sich völ­lig Frei­wil­lig in die „Skla­ve­rei der Orts­bi­schö­fe“ und da die­se Voll­in­halt­lich das Glau­bens — Ver­nich­tungs — Kon­zil, also samt deren Irr­leh­ren anneh­men, haben die­se auch NEIN zu Gott den Herrn und sei­ner Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che gesagt. Sicher es gibt auch bei die­sen noch Prie­ster (denn den vom Rom ver­spro­che­nen eige­nen Bischof haben die Petru­se noch nicht bekom­men) die wahr­lich katho­lisch sind, aber allei­ne mit der Erlaub­nis dass es Prie­stern der Petru­se nicht unter­sagt wer­den darf den NOM abzu­hal­ten, zeigt wes­sen Geist die­se Bru­der­schaft erfasst hat. Und wenn ich dar­an den­ke was Prie­ster der Petru­se über die FSSPX aus­sag­ten, so ist die oben erwähn­te Pre­digt ja harm­los.

    Den­noch und das hof­fe ich aus gan­zen Her­zen, wer­den hof­fent­lich eines Tages die bei­den Prie­ster­bru­der­schaf­ten (oder gar alle Eccle­sia DEI Gemein­schat­ten) ver­ei­nen und einen wahr­lich star­ken Gegen­pool zu den anti­ka­tho­li­schen Kräf­ten in der „Kon­zils­kir­che“ bil­den.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

  10. So wie die Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta von Rom beschos­sen wer­den der­zeit wegen dezent ‎angemeldeten Wün­schen, sich kri­tisch mit V2 aus­ein­an­der­set­zen zu wol­len, bleibt die FSSP ‎besser unten im Schüt­zen­gra­ben und äussert sich nicht zum V2, aber küm­mert sich um die ‎Gläubigen. Aus den mei­sten Tex­ten kann­ste alles raus­le­sen und nix, also war­um des­we­gen ‎Zwangsverwaltung durch Kom­mis­sar ris­kie­ren? Und gegen den Kon­zils­geist gibt’s das Gebet ‎zum Erz­engel Micha­el „schleu­de­re den Satan und alle bösen Geister…“‎ 😀

  11. Herr Olden­dorf weist auf die Pro­ble­ma­tik der Ver­äu­ßer­li­chung inner­li­cher Pro­zes­se und die Ver­schie­bung „ech­ten“ Tra­di­tio­na­lis­mus auf das Ein­hal­ten der neu erfun­de­nen Life­style-Ele­men­te der Bru­der­schaft hin. Rom hat ja nie der­art ver­krampf­te For­de­run­gen an den ein­zel­nen gestellt, die bei genau­er Sicht alle rein äußer­lich sind und vor allem die Jugend­li­chen zur Iso­la­ti­on und Ein­schwö­rung auf rei­ne Pius­krei­se zwin­gen wol­len.
    Wer das nicht glaubt, braucht doch nur mal hier blät­tern: http://dergeradeweg.com/2014/09/05/gefahren-des-pseudo-traditionalismus-teil‑2/

    Man darf — sofern man argu­men­tie­ren kann — The­sen auf­stel­len. Auch stei­le! Aber nie­mand, auch nicht die FSSPX, hat das Recht, in die­ser Wei­se auf die See­len ein­zu­wir­ken und deren geist­li­che All­tags­ge­stal­tung zu erpres­sen (s. Link), wie dies dort ganz offen­sicht­lich geschieht — wie käme es sonst zu sol­chen Zeit­schrif­ten­ar­ti­keln?

    Das hat mit „katho­lisch“ näm­lich nichts zu tun.

    Herr Olden­dorf weist auch mit vol­lem Recht auf die m.E. wesent­lich schwer­wie­gen­de­re Pro­ble­ma­tik hin, dass die von der FSSPX ver­tre­te­ne Ableh­nung der Reli­gi­ons­frei­heit auf einem unein­ge­stan­de­nen staats­theo­re­ti­schen Kon­strukt beruht, das aller­dings auch nach der lehr­amt­li­chen Tra­di­ti­on nun mal nicht katho­lisch ist.

    Im Moment habe mich in die­ses The­ma etwas ver­tieft und wie­der ein­mal mit Schrecken fest­ge­stellt, dass Tra­di­tio­na­li­sten hier etwas behaup­ten und mit Zäh­nen und Klau­en ver­tei­di­gen, was sich so erst mal über­haupt nicht in der Schrift und folg­lich auch nicht in der Leh­re der Kir­che fin­det, viel­mehr in den Wir­ren, in denen wir ste­hen, offen­ge­blie­ben ist.
    Offen heißt nicht: Pius darf das nun lehr­amt­lich deu­ten!
    Man folgt also völ­lig unbe­se­hen den dies­sei­ti­gen Leh­ren eines Dono­so Cor­tes oder des hoch­um­strit­te­nen Rechts­phi­lo­so­phen Carl Schmitt, ohne zu begrei­fen, dass dies zwar katho­lisch getauf­te Den­ker waren, aber eben nicht „die“ Tra­di­ti­on und schon gar nicht das Lehr­amt.
    Wer die Lehr­schrei­ben der Päp­ste des 19. Jh (und dann des 20. Jh) ansieht, muss sofort aner­ken­nen, dass sie wesent­lich mode­ra­ter und zurück­hal­ten­der mit solch weit­rei­chen­den, grund­sätz­li­chen staats­theo­re­ti­schen Behaup­tun­gen blei­ben. Die Ver­bie­gung des Christ­kö­nig­tums hin zu einem „sozia­len“ König­tum Chri­sti geht in die­sel­be Rich­tung und ent­spricht nicht mehr dem, was Pius XI. tat­säch­lich geschrie­ben hat­te. Auch hier wabert unein­ge­stan­den ein ziem­lich ver­dies­sei­tig­tes, histo­ri­sches Ver­ständ­nis vom Reich Got­tes im Raum, ist also das eigent­lich moder­ni­sti­sche Pro­blem der „Pseu­do­tra­di­to­na­li­sten“, die sich selbst allei­ne für „Tra­di­tio­na­li­sten“ hal­ten — Leu­te, die einen Fern­se­her haben oder Jeans tra­gen sind die Papp­ka­me­ra­den des Sek­ten­gei­stes.

    Die Reli­gi­ons­frei­heit kann man aus­schließ­lich aus phi­lo­so­phi­schen Grün­den ableh­nen, denn dazu hat das Lehr­amt stets viel gesagt, nicht aber aus staats­theo­re­ti­schen!

    Und so könn­te man gera­de fort­fah­ren … und sticht natür­lich ange­sichts einer sol­chen geist­li­chen Ver­wir­rung… in ein Wes­pen­nest.

    • Und wei­ter geht die Het­ze der Frau Zeit­schnur gegen die Tra­di­ti­on. Der hoch­be­deu­ten­de Prof. Carl Schmitt war mit­nich­ten „hoch­umstit­ten“, son­dern der gro­sse, uner­reich­te Den­ker des katho­li­schen Staats und des Naturr­rechts, der ein für alle Mal nach­ge­wie­sen hat, dass die „west­li­che Demo­kra­tie“ dem Natur­recht und der Leh­re der Kir­che zutiefst wider­spricht. Haben Sie Schmitt über­haupt gele­sen??

    • „Wie­so außer­halb von Gemein­de und KJB nicht wie­der „nor­ma­le“ Klei­dung tra­gen, wie es ja alle um mich her­um tun? Den Rock – bzw. aus männ­li­cher Per­spek­ti­ve: Hemd und Stoff­ho­se – habe ich ja in der Kir­che getra­gen, damit passt es doch, ich will nicht immer gleich auf­fal­len! […] suchen wir uns von Zeit zu Zeit sorg­sam erbau­li­che Fil­me aus und nut­zen das Netz nur beschränkt und ziel­ge­rich­tet [ja, um Him­mels­wil­len kei­ne ‚Resi­stan­ce‘, und Tex­te von ‚Rore Sanc­tifi­ca‘, Bar­ba­ra, Wein­zierl und Zaby schon über­haupt nicht; oder gar von der ‚Ein­sicht‘ oder, Gott behü­te, sol­che von Bp. S. – dann explo­diert der tra­di­ti­ons­treue Rech­ner …]; unter­stüt­zen wir Män­ner die Frau­en im all­täg­li­chen Tra­gen wür­di­ger weib­li­cher Klei­dung, denn ein sitt­sa­mer Rock über das Knie kann heu­te in einer „gegen­der­ten“ und über­se­xua­li­sier­ten [stimmt aller­dings] Welt gera­de­zu exo­tisch wir­ken und man­chen erstaun­ten [?] Blick auf sich zie­hen – bestär­ken wir also die jun­gen Frau­en in sitt­sa­mer, schö­ner [??], weib­li­cher Klei­dung, denn wir wol­len ja, dass sie in der Nach­ah­mung der Hei­li­gen Jung­frau wür­di­ge Köni­gin­nen unse­rer Fami­li­en sein wer­den […] [s]eien auch wir Män­ner Vor­bild durch ein from­mes und auf­rech­tes Gebets­le­ben, durch eine sau­be­re Spra­che, sitt­sa­mes Ver­hal­ten sowie ordent­li­che und stan­des­ge­mä­ße [!] Klei­dung. Wol­len wir unse­rem König etwa wirk­lich in Jeans und Snea­kers unter die Augen tre­ten? Stel­len wir uns immer wie­der die­se Fra­ge! Stär­ken wir uns daher gegen­sei­tig in die­sen schwie­ri­gen Auf­ga­ben! Die KJB ist für Jugend­li­che, jun­ge Män­ner und Frau­en dafür der rich­ti­ge Ort – eine Gemein­schaft in der Wahr­heit.“
      In der Tat – Hutte­ri­sie­rung an allen Fron­ten; DAS ist Ver­su­chung, und die des Allein­ver­tre­tungs­an­spruchs, der Nütz­lich­keits- & Par­tei­den­ke, der Halb­hei­ten in Fra­gen der Dok­trin, des puri­ta­nisch-mora­l­in­säu­er­li­chen Pha­ri­säi­sch­wer­dens, der Klein­gei­stig­keit & Ver­kramp­fung, des Hoch­muts & der Anma­ßung! Und nicht das Tra­gen von Jeans oder das „auch-mal-in-den-Club-Gehen“ (was für’n „Club“ eigent­lich??); also nee … wenn die eige­ne Gemein­schaft immer mehr zum Selbst­zweck zu wer­den droht, wenn man anfängt, sich gera­de­zu zu uni­for­mie­ren … & sol­che „äch­tet“, die nicht bereit sind, sich, den Kon­for­mi­täts­druck der Mehr­heits­ge­sell­schaft der „west­li­chen Wer­te­ge­mein­schaft“ ableh­nend, nur ande­rem Con­for­mi­täts­druck, Corps­geist & Com­ment zu unter­wer­fen …
      … da bin ich, ehr­lich gesagt, froh, daß ich da eher … „milieu-fern“ auf­ge­wach­sen bin & auf sämt­li­chen „sinn­lo­sen Par­tys“ kräftig[st] mit­fei­ern „durf­te“, ohne dadurch auch nur im Gering­sten mei­nen Glau­ben (oder mei­ne Per­son) infra­ge gestellt zu sehen (wie ver­hält sich das egtl. m.d. klass. west­fä­li­schen Schüt­zen­fest? „Darf“ man da nu‘ am Ron­dell ste­hen oder nicht?? Jeans oder Fla­nell­ho­se, Pils … oder Wäs­ser­chen??? Wel­ches war das erste Zei­chen, das Chri­stus laut Johan­nes­evan­ge­li­um wirk­te????). „Kämp­fen wir für die Wahr­heit!“ – jawohl. Das klappt ganz pri­ma sogar in Jeans! & für die Damen: auch ganz ohne „Hal­le­lu­ja-Dutt“!^^

      • PS: Die „Sedi-Grup­pen“, v.a. bestimm­te US-ame­ri­ka­ni­sche, sind wohl ganz den­sel­ben Ver­su­chun­gen aus­ge­setzt, völ­lig klar. Und ich will hier auch nichts gegen einen bestimm­ten Klei­dungs­stil sagen — es mögen doch alle ein­an­der im Sin­ne der gebo­te­nen Näch­sten­lie­be respek­tie­ren und das als rein-per­sön­li­chen Geschmack betrach­ten, was nichts ande­res als rein-per­sön­li­cher Geschmack ist. Wei­te­re Ver­su­chung also: die der Ideo­lo­gi­sie­rung von Neben­säch­lich­kei­ten. Man kann eben auch ohne ‚amish style‘ in Treue zu Chri­stus allein für die Wahr­heit kämp­fen!
        Übri­gens war es gera­de der gute Pfr. Milch, der immer wie­der und zu Recht auf die Gefah­ren und Ver­su­chun­gen hin­wies, denen vor allem die­je­ni­gen … „aus den eige­nen Rei­hen“ aus­ge­setzt sind. Es ist dies ja nicht destruk­ti­ve, son­dern im Gegen­teil kon­struk­ti­ve Kri­tik; den Fin­ger in bestimm­te Wun­den zu legen, Ver­su­chun­gen und Gefah­ren erken­nen, immer wie­der, auch bei sich selbst, was sicher­lich nicht immer ganz ange­nehm, aber unbe­dingt not­wen­dig ist.

      • Geehr­ter GW,
        auch ich bin nicht im Hut­te­rer- oder FSSPX-Milieu auf­ge­wach­sen und habe nicht wenig Schlech­tes im Leben erlebt und mit­ge­macht, und bin doch zum Glau­ben an Jesus Chri­stus gekom­men — Dank und Ehre sei Ihm!
        Aber gera­de des­halb habe ich begrif­fen, dass die Abson­de­rung von der Welt ein Wesens­merk­mal des Christ­seins ist. Das ist ein­drück­li­che Leh­re der gan­zen Bibel des Alten und Neu­en Testa­ments.
        Gott ruft sich ein Volk aus der Mensch­heit her­aus, das h e i l i g sei und Ihm die­ne!
        In Deutsch­land ken­ne ich nur eine christ­li­che Gemein­schaft, die das kon­se­quent prak­ti­ziert, auch in der Klei­dung: die Gemein­de Got­tes, sie­he Foto: http://churchofgod.zippykidcdn.com/tawato/uploads/2008/10/gemeindehaus-stein.jpg
        Die katho­li­sche Kir­che tat das auch ein­mal, aber das ist sehr sehr lan­ge her.

      • @ Leo Laemm­lein

        Rich­tig prak­ti­zie­ren­de Katho­li­ken sind nicht sek­ten­ar­tig uni­form in ihrer Klei­dung, die sie wäh­rend der Hei­li­gen Mes­se tra­gen. Selbst­ver­ständ­lich sagt der Klei­dungs­stil viel über die Ein­stel­lung eines Men­schen aus. Als Selbst­ver­pflich­tung eines guten Katho­li­ken sind in der Kir­che bestimm­te Stan­dards ein Muß. Män­ner haben dort kei­ne kur­zen Hosen zu tra­gen, die Schul­ter und der Beginn des Ober­arms müs­sen bedeckt sein. Bei Frau­en müs­sen Klei­der und Röcke über das Knie rei­chen, eben­falls hat der Ober­kör­per ange­mes­sen bedeckt zu sein. Glei­cher­ma­ßen gilt für bei­de Geschlech­ter das Tra­gen einer aus­rei­chend hoch­wer­ti­gen Beklei­dung, die nicht zu leger ist. Hier­zu­lan­de sieht man gera­de bei Mes­sen im NOM oft­mals Frau­en, deren Beklei­dung am Ober­kör­per nicht dem Anlaß gerecht wird. Ober­tei­le mit Spa­ghet­ti­trä­gern und zu tief geschnit­te­ne Dekolletés haben nichts in der Kir­che ver­lo­ren.

      • Chlod­wig
        Hal­ten Sie das Beach­ten sol­cher Beklei­dungs­re­geln nur im Got­tes­dienst für wich­tig oder auch drau­ßen im Leben?
        Ich fin­de Decolletés über­haupt unpas­send, nicht nur „zu tief geschnit­te­ne“, wie Sie schrei­ben, und nicht nur in der Kir­che.

      • Je mehr Frau­en sich mit Kunst­grif­fen auf­bre­zeln, desto unat­trak­ti­ver wer­den sie. Kos­me­tik hal­te ich bei denen höch­stens in dezen­tem Maße für legi­tim. Rich­tig absto­ßend wird es aus mei­ner Sicht bei Pier­cings und ähn­li­chen Bear­bei­tun­gen der Haut sowie Täto­wie­run­gen. Der­ar­ti­ge Sit­ten gehen auf heid­ni­sche Völ­ker zurück. Im AT sind Täto­wie­run­gen aus­drück­lich ver­bo­ten. Das NT erwähnt jene Pro­ble­ma­tik nicht, wahr­schein­lich weil die Rege­lung des AT wäh­rend der Ent­ste­hung des NT als Selbst­ver­ständ­lich­keit betrach­tet wor­den ist. In die­sem Punkt soll­te sich jeder Christ an den Appell des AT hal­ten. Anson­sten sol­len Frau­en gene­rell nicht sexu­ell auf­rei­zend in der Öffent­lich­keit unter­wegs sein. Die­je­ni­gen, die es trotz­dem tun, zei­gen nur, daß sie so wenig Selbst­be­wußt­sein haben, um sich über gie­ren­de Män­ner­blicke defi­nie­ren zu müs­sen.

      • Pier­cings und Täto­wie­run­gen sub­su­miert man unter Selbst­ver­stüm­me­lung, wel­che immer sünd­haft ist.

      • Beim Putz der Frau ist auf das rech­te Maß zu ach­ten. Schmuck, schö­ner Auf­zug sind per se nicht schlecht.

    • Der ver­link­te Arti­kekl aus dem DGW war fast ein Schock ich habe sel­ten erlebt wie der 2 Teil eines Arti­kels so das Thma ver­feh­len kann

  12. Vor­erst: es ist ein Beweis der hohen Qua­li­tät die­ses Forums auch kon­tro­ver­si­el­le Tex­te zu publi­zie­ren.

    Der hier publi­zier­te Arti­kel v. Hr. C.V. Olden­dorf möch­te ich jedoch sehr kri­tisch kom­men­tie­ren.

    Die Kri­tik der FSSPX an das Fern­se­hen ist mehr als berech­tigt.
    Die­ses Medi­um hat in den letz­ten 30 Jah­ren einen gewal­ti­gen Ver­fall erlebt: Bana­li­sie­rung, Infan­ti­li­sie­rung, Debi­li­sie­rung in hor­ren­dem Maß; Spie­len, Quizs, Lot­te­ri­en, Shows unter jedem Niveau und mit dito Prot­ago­ni­sten, sehr viel schlech­ter Stil und schlech­te Spra­che, wenig Inter­es­san­tes, sehr viel Rekla­me- kurz: nichts Geschei­tes und sehr viel Zeit­ver­lust.
    Das gilt in zwi­schen für sehr vie­le Zei­tun­gen auch.
    Der ange­prie­se­ne Ver­zicht auf das Fern­se­hen ist für die Gläu­bi­gen eine ech­te Wohl­tat: man hat viel mehr Zeit für echt wich­ti­ge und inter­es­san­te Sachen, man wird viel gebil­de­ter und wird von dem gan­zen welt­li­chen Dreck nicht so infi­ziert.

    Was jetzt Bücher, Inter­net, Male­rei­en betrifft:
    Auch hier muß man nicht alles lesen was man bekom­men kann, son­dern selek­tie­ren;
    und dafür gab es auch ein­mal den Index und in vie­len Biblio­the­ken und Pina­ko­the­ken die „Höl­le“.
    Die Bücher die sich dar­in befan­den waren für die Mensch­heit nicht von ele­men­tä­rem Inter­es­se.

    Die Mei­nung der FSSPX kann hart erschei­nen, viel­leicht auch schrul­lig- sie ist jedoch sehr sinn­voll, wird jeden Tag mehr bestä­tigt durch den gesand­ten TV-Müll, und sie ist segens­reich für die Gläu­bi­gen.
    Das allein ist übri­gens eine pasto­ra­le Lei­stung von For­mat.

    • Geschätz­ter Adri­en Antoi­ne,
      ein Stand­punkt in kla­rer Spra­che und mit Über­zeu­gung dar­ge­bo­ten.
      Dan­ke!

      Zum Fern­se­hen:
      Wer den Fern­se­her mal weg­ge­tan hat, erlebt bin­nen Tagen, dass er die­sen nicht braucht und nicht ver­misst. Das funk­tio­niert auch in Fami­li­en mit Kin­der­schar.

  13. Wie die geehr­te @Zeitlos schon bemerk­te, hat in den letz­ten 50 Jah­ren einen gewal­ti­gen Glau­bens­ver­lust auf allen Ebe­nen statt­ge­fun­den.
    (Und wie @Zeitschnur mit Recht sag­te, fing die­ser Glau­bens­ver­lust in eini­gen Län­dern noch viel frü­her an).

    Die in der Tra­di­ti­on ver­an­ker­ten Hir­ten und Gläu­bi­gen waren damals bei den Umwäl­zun­gen über­rascht und unvor­be­rei­tet auf die­sen Tsu­na­mi von Refor­men und Ver­än­de­rung, auch auf höch­ster Ebe­ne; groß­ge­wor­den und erzo­gen in einem Geist von Gehor­sam am Rom, in deren bei­spiel­lo­sen Ein­heit von Lehr­amt, Füh­rung durch den Papst und Glau­ben des Kir­chen­volks, waren sie weit­ge­hend wehr­los gegen die­sen Angriff auf den Katho­li­zis­mus.
    Teils hoch­be­tagt, tech­nisch nicht ver­siert, muß­ten sie einen sehr unglei­chen Kampf mit den Moder­ni­sten aus­fech­ten.
    Theo­lo­gi­sche Unter­stüt­zung hat­ten sie in gerin­gem Maße.
    In die­sem gan­zen Kon­text ragt die Per­son v. Msgr. EB Lef­eb­v­re her­aus, weil er sehr schnell die­se Ten­den­zen erkannt hat, sich tap­fer gewehrt hat und sich sehr aktiv an der Bil­dung und die Akti­vi­tät des Coe­tus inter­na­tio­na­lis patrum betei­ligt hat.
    Sehr schlimm war das sehr frü­he Ver­ster­ben sei­nes theo­lo­gi­schen Rats, Abbé Alain Sar­to OP.
    Man kann nicht hoch genug schät­zen, daß gera­de die­ser sehr tra­di­tio­nel­le und rom­freund­li­che Erz­bi­schof über sei­nen eige­nen, zum Gehor­sam nei­gen­den Schat­ten gesprun­gen ist und mutig in den Pro­test gegan­gen ist.
    Es hat sicher sei­ne Zeit gebraucht — aber EB Msgr Lef­eb­v­re war so tap­fer (eine bei Katho­li­ken und beson­ders bei Moder­ni­sten sel­ten­ste Tugend) die Kon­se­quen­zen zu zie­hen;
    und da, wo vie­le sich auf die Pro­ble­me der Lit­ur­gie fixier­ten, wies er schon bei den Bespre­chun­gen mit der Con­greg. f.d. Glau­bens­leh­re und den ver­mit­teln­den Kar­di­nä­len dar­auf hin, daß es bei den Dif­fe­ren­zen pri­mor­di­al nicht um die Lit­ur­gie, son­dern um die Wahr­heit gin­ge.
    Das ist übri­gens auch der Knack­punkt des 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zils.

    Inso­weit hat der Prie­ster der FSSPX es viel­leicht cru, aber in der Sache rich­tig und kon­se­quent gesagt: das Fest­hal­ten am Usus anti­quus einer­seits und zuglei­cher­zeit das Akzep­tie­ren des 2. Vati­ka­nums mit sei­nen fun­da­men­ta­len Schwä­chen und Kon­tra­dik­tio­nen läßt sich logisch und struk­tu­rell schlecht mit­ein­an­der ver­bin­den.
    Rom war sich der inhalt­li­chen Schwä­che der römi­schen Posi­ti­on und der gro­ßen Anzie­hungs­kraft des Zen­trums der Chri­sten­heit mit sei­nen rie­si­gen finan­zi­el­len und per­so­na­len Res­sour­cen bewußt; so hat es mit vie­lem Zucker­brot und wenig Peit­sche, und ange­fan­gen mit den kon­tem­pla­ti­ven Abtei­en und Gemein­schaf­ten, vie­le Hebel in Bewe­gung gesetzt, um Über­läu­fer zu bekom­men.
    Daß die­se Aktio­nen zu Ani­mo­si­tä­ten und Ver­bit­te­rung bei der FSSPX geführt haben, ist klar.
    Und dass dies in einer Pre­digt ange­spro­chen wer­den kann, ist auch klar und ver­ständ­lich — ob es klug war, steht auf einem ande­ren Blatt.

  14. C.V. Olden­dorf ver­gißt übri­gens wie die FSSPX ent­stan­den ist:
    Gegrün­det v. EB Msgr. Lef­eb­v­re, gewach­sen aus einem weit­ge­hend fran­zö­sisch­spra­chi­gen Milieu mit star­ker Prä­gung durch den Ultra­mon­ta­nis­mus, geläu­tert durch vie­le Kir­chen- und Chri­sten­ver­fol­gun­gen im lai­zi­sier­tem Frank­reich, am Anfang fran­co­phon und teils auch fran­co­phil ori­en­tiert.
    In 40 Jah­ren Kampf für die Wahr­heit, als Dreck und Aus­satz behan­delt, gewal­tig kujo­niert von den loka­len Bischö­fen, von Rom ver­folgt mit Bestechungs­an­ge­bo­ten und Dro­hun­gen und immer wie­der neu­en Gesprä­chen (ins­ge­samt hat Rom bis jetzt ca. 250 Prie­ster der FSSPX abge­wor­ben — ca. 1/3 der dort aus­ge­bil­de­ten Prie­ster; die­se tre­ten jedoch häu­fig nicht der FSSP bei — allein an die­sen Zah­len sieht man wie stark inzwi­schen die Zahl der tra­di­ti­ons­freund­li­chen Prie­ster ist), hat die FSSPX einen eige­nen Cha­rak­ter bekom­men: com­bat­tant, ohne Angst, sehr dezi­diert — ste­tig wach­send, inzwi­schen in vie­len Län­dern, mit eige­nen Mis­si­ons­ak­ti­vi­tä­ten, mit (lei­der viel zu wenig bekannt) sehr vie­len und spi­ri­tu­ell sehr fun­dier­ten Ordens­ge­mein­schaf­ten.
    Die kon­tem­pla­ti­ven Domi­ni­ka­ne­rin­nen, die Kapu­zi­ner, die Domi­ni­ka­ner von Avril­lé sind nur eini­ge.
    Die FSSPX ist grö­ßer und leben­di­ger denn je — sie ist, und das ist nun wirk­lich neu, in eini­gen Gebie­ten von West­eu­ro­pa die ein­zi­ge katho­li­sche Kraft und pasto­ra­le Stüt­ze der Gläu­bi­gen, wo die „Amts­kir­che“ fak­tisch schon voll­kom­men ver­schwun­den ist und/oder Häretisches/Antichristliches am lau­fen­dem Band pro­du­ziert.
    Das fürch­tet Rom übri­gens am mei­sten: daß es einen ande­ren katho­li­schen Glau­bens­strang gibt, der rei­ner, bes­ser, wah­rer das genu­in Katho­li­sche ver­tritt.
    Wenn ich übri­gens die letz­ten 19 Mona­te Revue pas­sie­ren las­se, wird es übri­gens kei­ne 80 Jah­re mehr dau­ern.
    In Nord­bel­gi­en sind inner­halb von 4 Wochen meh­re­re Bis­tü­mer mora­lisch zusam­men­ge­kracht.
    Da lie­gen inzwi­schen nicht die Theo­lo­gen son­dern die Bischö­fe, ihr Per­so­nal und vie­le kri­mi­nel­le Prie­ster auf die Knien.

    • Der heu­ti­ge Kon­flikt zwi­schen Moder­ni­sten und Sedis­va­kan­ti­sten ähnelt den Aus­ein­an­der­set­zun­gen in der Alten Kir­che zwi­schen Laxi­s­ten und Rigo­ri­sten. Wäh­rend die Moder­ni­sten an „Auf­brü­chen“ und „Dia­lo­gen“ nicht genug bekom­men kön­nen, wäh­nen sich die Sedis­va­kan­ti­sten selbst als die ein­zig legi­ti­men Grals­hü­ter des Glau­bens. Bei­de Strö­mun­gen scha­den der Kir­che, die den ver­nünf­tig aus­ta­rier­ten Weg der Mit­te zu gehen hat, enorm. Satan ist hoch erfreut, wenn er gera­de in kirch­li­chen Krei­sen erfolg­reich Zwie­tracht säen kann. „Offi­zi­el­le“ Kir­che und Pius­brü­der sol­len sich nicht als Geg­ner betrach­ten, son­dern zuse­hen, schnellst­mög­lich wie­der zur Ein­heit zu gelan­gen.

      • Geehr­ter @Chlodwig,
        Ich habe das auch lan­ge geglaubt/ oder bes­ser: gehofft und glau­ben wol­len.
        Es ist jedoch falsch.
        Es ist Unsinn wenn man „sehr viel Glau­ben“ mit „sehr weni­gem Glau­ben“ mischt und sich dann „Durch­schnitts­glau­ben“ ver­hofft;
        Man kann auch kei­ne zwei Lit­ur­gi­en zusam­men­kle­ben, ver­mi­schen mit­ein­an­der.
        Und das Haupt­ar­gu­ment: es ist unmög­lich den „neu­en Glau­ben“ mit der alt­ehr­wür­di­gen Tra­di­ti­on zu ver­bin­den.
        Das hat übri­gens P. de Lub­ac SJ schon geahnt in den letz­ten Mona­ten des Kon­zils, das haben sehr vie­le Theo­lo­gen seit­dem geschrie­ben, die Fran­zis­ka­nen der Imma­cu­la­ta jetzt (und sie wer­den dafür strengst bestraft).
        Das Pro­blem ist ganz ein­fach, daß die moder­ni­sti­sche Amts­kir­che in gro­ßen Gebie­ten von West­eu­ro­pa tot ist, und wohl nicht nur weit­ge­hend per­so­nell, son­dern vor allem inhalt­lich.
        Wenn ich anse­he, was die moder­ni­sti­sche Amts­kir­che aus dem frü­her erz­ka­tho­li­schen Nord­bel­gi­en gemacht hat: die tota­le Ver­lot­te­rung.
        Jede Men­ge Pedo- und Homo­sex, gewal­ti­ge Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen, sehr viel Eso­te­rik, Imbe­ci­lis­mus und Infan­ti­lis­mus, Man­gel an Ver­nunft, kein Wis­sen, kei­ne Empa­thie und Inhalt: null.
        Nichts wird gesagt von Gott, von Jesus Chri­stus, vom Hei­li­gen Geist; nichts von der Bibel; dop­pelt nichts von der Exege­se; die Sakra­men­te nur als Zere­mo­nie, die Beich­te qua­si offi­zi­ell abge­schafft, Mis­si­on und Pasto­ral null resp. nega­ti­vie­rend.
        Gera­de Ant­wer­pen ist ein sehr gutes Bei­spiel: dort gibt es eine Pro­zes­si­on, übri­gens gut besucht und mit viel from­men Zuschau­ern (ca. 5000 Men­schen).
        Sie wird durch­ge­führt durch die FSSPX — Bon­ny hat kein Inter­es­se (Dan­neels frü­her auch nicht).
        Den homo reli­gio­sus gibt es immer, und Gott ruft auch immer.
        Und Unser Herr hat ver­spro­chen Sei­ne Kir­che nie­mals im Stich zu las­sen.
        Aber mir scheint die moder­ni­sti­sche Par­tei sich schnell zu zer­brö­seln, zu ver­damp­fen.
        Die Aria­ner hat­ten übri­gens lan­ge die Mehr­heit; die kirch­li­che Tra­di­ti­on wur­de von der dama­li­gen Min­der­heit wei­ter­ge­tra­gen.

    • „Die kon­tem­pla­ti­ven Domi­ni­ka­ne­rin­nen, die Kapu­zi­ner, die Domi­ni­ka­ner von Avril­lé sind nur eini­ge.“

      Ich möch­te ger­ne auf die gran­dio­sen Bene­dik­ti­ner in Bel­lai­gue hin­wei­sen 🙂

      Die Domi­ni­ka­ner von Avril­lé sind mitt­ler­wei­le eige­ne Wege gegan­gen (wohin weiß ich nicht). Es gibt aber eine klei­ne Kom­mu­ni­tät in Stef­fes­hau­sen (Bel­gi­en), die mit der Pius­bru­der­schaft befreun­det ist.

      • <>

        …zum „Wider­stand“ (von Bischof Wil­liam­son), genau wie das bra­si­lia­ni­sche Mut­ter­klo­ster von Bel­lai­gue, San­ta Cruz…

        Tur mir weh, ist aber lei­der wahr.

    • Dan­ke Adri­en Antoi­ne. In einem neu­en Auf­ent­halts­ort ler­ne ich die FSSPX ken­nen und habe bis jetzt sehr auf­bau­en­de Erfah­run­gen gehabt. Dank ihnen hat der alte Ritus über­lebt, so z.B. die himm­li­schen Lie­der, die bei der Aus­set­zung des Aller­hei­lig­sten gesun­gen wer­den. Wenn ich mir vor­stel­le, dass unse­re Vor­fah­ren sol­che Lie­der gesun­gen haben, dann bin ich der FSSPX sehr dank­bar, dass sie den katho­li­schen Glau­bens­schatz bis zum heu­ti­gen Tag bewah­ren.

      • Geehr­ter @Ivanhoe,

        Nach dem 2. Vat. Kon­zil wur­de in Frank­reich die gre­go­ria­ni­sche Musik von den kirch­li­chen Obe­ren radi­kal gekappt.
        Beson­ders in Soles­mes wur­de sehr hart und ein­schnei­dend ein­ge­grif­fen- und wohl weni­ger aus musi­ka­li­schen und künst­le­ri­sche Grün­den als wohl aus ideo­lo­gi­schen Grün­den um den „neu­en Geist“, „den neu­en Glau­ben“. die „neue Mes­se“ und das „neue Stun­den­ge­bet“ durch­zu­set­zen.

        Bei den gewal­ti­gen Pro­ble­men mit dem Stun­den­ge­bet (fran­zö­si­sche Psalm­über­set­zung und dif­fi­zi­le Psal­mo­die) und mit der Hl. Mes­se kam es zu schwer­sten Dif­fe­ren­zen zwi­schen Soles­mes — einst das Bug­bild der Gre­go­ria­nik in Frank­reich und auch für die Welt, inzwi­schen sehr moder­ni­stisch — und sei­ner Toch­ter­ab­tei Font­gom­bault;
        Font­gom­bault wur­de dann wegen der Lie­be zur Gre­go­ria­nik und zur alten Lit­ur­gie exhau­s­triert, fak­tisch exkom­mu­ni­ziert — hat­te jedoch sehr viel Postu­lan­ten und Novi­zen, und ist die frucht­bar­ste Toch­ter­ab­tei von Soles­mes; Der Chor von Font­gom­bault hat­te in den 80er und 90er Jah­ren fan­ta­sti­sche Stim­men, die mit­tels einer gro­ßen Serie von Auf­nah­men auf Band und CD gewal­tig viel für die Ver­brei­tung der Gre­go­ria­nik gelei­stet haben.
        Die FSSPX hat mit der Scho­la St.-Grégoire mit Dau­er­kur­sen in Le Mans und Angers und mit rast­lo­ser Rei­se­tä­tig­keit in Frank­reich, zugleich mit einem Inter­net­kurs sehr viel für die Ver­brei­tung und die Pfle­ge der Gre­go­ria­nik getan.
        Beson­ders wich­tig und wun­der­bar schön war das auf den Markt brin­gen der gesam­ten gre­go­ria­ni­schen Musik durch die anfäng­lich in Bel­gi­en behei­ma­te­te, spä­ter in Frank­reich täti­ge Scho­la Bel­l­ar­mi­na u.L.v. Ber­nard Lor­ber (damals Abbé der FSSPX, spä­ter bei/nach amou­rö­sen Geschich­ten plötz­lich nach Rom gewech­selt und von höch­ster Stel­le stan­te pede lai­siert).
        Und last but not least wur­de die Gre­go­ria­nik in Frank­reich geret­tet durch die Initia­ti­ve von Lai­en, von Musi­kern und kul­tu­rell beflis­se­nen Poli­ti­kern, die u.A. an der Hoch­schu­le in Metz die Gre­go­ria­nik leben­dig hiel­ten.
        Die moder­ne Kir­che hat hier tat­säch­lich einen Mord­an­schlag auf den gre­go­ria­ni­schen Cho­ral ver­übt.

        In den letz­ten Jah­ren äusserst wich­tig war die Neu­auf­la­ge des Liber Usua­lis und des Ver­sorum psal­mo­rum ad com­mu­nio­nem durch die Canons of St. John Can­ti­us (in Chi­ca­go);
        das sowohl mis­sio­na­risch als auch musi­ka­lisch sehr nütz­li­che Inter­net­werk des Insti­tutum Chri­sti Regis Sum­mi Sacer­dotis (ICRSS) in Gri­ciglia­no (vie­le bekann­te Anti­pho­nen, Hym­nen, Alle­lui­as usw. mit Noten­bal­ken). Das ICRSS wird z. Zeit auch schwer drang­sa­liert — es braucht für sei­ne vie­len Semi­na­ri­sten ein zwei­tes Semi­nar und wird in Ita­li­en schwer gemobbt.
        Die Non­nen von Not­re-Dame de l’A­do­ra­ti­on bei Avi­gnon;
        und die didak­tisch her­vor­ra­gen­de Inter­net­ar­beit von Gio­van­ni Via­ni­ni in Mai­land und von cc.wathershed (Univ. Cor­pus Chri­sti in den USA).

  15. Zum The­ma Front­stel­lung Pius­brü­der und „offi­zi­el­le“ Kir­che samt Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten:

    Wie hier wohl sicher­lich jeder weiß, ist der Sar­to Ver­lag der FSSPX ange­schlos­sen. Im gedruck­ten aktu­el­len Kata­log 2014/2015 wird ein Werk zum Kle­ri­ker­zö­li­bat mit fol­gen­den Wor­ten bewor­ben: „Mit einer Emp­feh­lung von Mal­com Kar­di­nal Ran­jith“ (rich­ti­ger Vor­na­me: Mal­colm). Somit wird ein hoher Wür­den­trä­ger der „offi­zi­el­len“ Kir­che, der über­dies öfters Prie­ster­wei­hen für die Petrus­brü­der spen­det, als Refe­renz ange­ge­ben. Eini­ge Patres der Pius­brü­der schei­nen sich hin und wie­der in einem Über­ei­fer mit sedis­va­kan­ti­sti­scher Schlag­sei­te zu ver­stei­gen.

  16. Inter­es­sant ist daß hier mora­lisch argu­men­tiert wird wie man es frü­her nur in streng pie­ti­sti­schen Gemein­den kann­te das es so etwas wie „bekei­dungs­vor­schrif­ten“ geben soll ist lächer­lich daß ent­spricht in kei­ner wei­se der Tra­di­ti­on das sind moder­ni­sti­sche Unsit­ten die sich seit den 90er Jah­ren in tei­len der bru­der­schaft ein­ge­schli­chen haben das gan­ze bekommt schon fast einen sek­ten haf­ten cha­rak­ter Was das Fern­se­hen betrifft war frü­her völ­lig klar daß die Prie­ster nur emp­feh­lun­gen aus­spre­chen kön­nen allei­ne daß sie die Leser­kom­men­ta­re nur mit die­sem The­ma befas­sen zeigt was aus den Tra­dis gewor­den ist so etwas ähn­li­ches wie Catho­lic Amish peop­le
    kein Mensch scheint es hier bedenk­lich zu fin­den daß ein Prie­ster behaup­tet in 80 Jah­ren geht die Welt unter

    • Als Hosen unter Frau­en üblich wur­den haben in den 1950ern süd­eu­ro­päi­sche Bischö­fe zu Recht ihre Stim­me dage­gen erho­ben und zur Sitt­lich­keit ermahnt. Eben­so wie die Bischö­fe der Schweiz die gemisch­te Bade­an­stal­ten ver­ur­teil­ten.

      • Wie­so ist es grund­sätz­lich „unsitt­lich“, wenn Frau­en Hosen tra­gen?

        Natür­lich gibt es Hosen, deren Schnitt und Län­ge dar­auf ange­legt sind, den Betrach­ter zu „erre­gen“. Aber das gilt auch für bestimm­te Rock­ty­pen.

        Wen das stört, ein­fach nicht (mehr) hin­gucken, jeder ist selbst dafür ver­ant­wort­lich, wohin oder wor­auf er sei­ne Augen rich­tet.

        Es ist auch bezeich­nend, daß die Fra­ge der „Sitt­lich­keit“ von kon­ser­va­ti­ven Chri­sten vor allen beim Beneh­men oder der Beklei­dung von Frau­en the­ma­ti­siert und hyste­ri­siert wird.

    • Geehr­ter @Thomas Kova­cz,
      Dan­kens­wert haben Sie das Stich­wort „pie­ti­stisch“ gebraucht.
      Nach mei­ner beschei­de­nen Ansicht sind die­se Ansich­ten qua Beklei­dung viel mehr auf das katho­li­sche Milieu Frank­reichs des 19. Jahr­hun­derts zurück­zu­füh­ren — stark geprägt vom Ultra­mon­ta­nis­mus, und beson­ders in Nord­frank­reich mit Ein­flüs­sen und sozio­lo­gi­scher Spät­wir­kung des Jan­se­nis­mus (wobei gera­de Ypern im Refor­ma­ti­ons­al­ter nicht zum Luther­tum neig­te, son­dern vor­über­ge­hend sehr stark cal­vi­ni­stisch wur­de).
      Die FSSPX hat­te schon vom Beginn an mit ihrem Grün­der (Msgr. EB Lef­eb­v­re stamm­te aus Tour­co­ing, flä­misch: Toer­kon­je) sicher rigo­ri­sti­sche Eigen­schaf­ten und am Anfang eine fran­zö­si­sche Prä­gung.
      Das kommt ger­ma­ni­schen Völ­kern etwas unge­wohnt vor — war und ist jedoch in die­sen Zei­ten von Des­ori­en­tie­rung, von Ver­hee­rung und von Min­der­hei­ten­po­si­ti­on der Chri­sten sehr sinn­voll und nütz­lich.
      Der com­bat­tan­te und mis­sio­na­ri­sche Cha­rak­ter ist über­le­bens­not­wen­dig; sein weit­ge­hen­des Feh­len in den moder­ni­sti­schen Kir­chen führt mit­tel- und wie die letz­ten Mona­te zei­gen auch sehr kurz­fri­stig bei inne­rer Morsch­heit und Schwä­che zum Kol­laps.
      Beklei­dung ist sekun­där — unser letz­tes Hemd hat sowie­so kei­ne Taschen — aber es ist auch ein Zei­chen.
      Und es freut mich, daß from­me Pro­te­stan­ten wie die Pie­ti­sten, die Hut­te­rer und Men­no­ni­ten dies eben­so sehen wie from­me tra­di­ti­ons­freund­li­che Katho­li­ken.
      Das ist ein­fach Pudeur, Respekt für das Tabu, Timor Dei wenn Sie so möch­ten.

      • So kann man das also erklä­ren. Sie brin­gen hier immer mal wie­der ein neue, nicht deut­sche Per­spek­ti­ve ins Forum. Sehr berei­chernd. Vie­len Dank. — Ich wünsch­te nur, unse­re FSSPX Prie­ster könn­ten das auch so erklä­ren und hät­ten da eine gemein­sa­me Seel­sor­ger­li­che Linie. Da gibt es die, die grund­sätz­lich jede Frau, die (anstän­di­ge) Hosen trägt, gleich für eine män­ner­has­sen­de, ver­kapp­te Les­bie­rin hal­ten und wie­der sol­che, die jede Frau, die mit einer Man­til­la zur Mes­se kommt für eine exal­tier­te Bigot­te. Ich gehö­re zu letz­te­ren, weil ich mich frei­wil­lig dazu ent­schie­den habe, inter­es­sie­re mich aber nicht für den Klei­dungs­ge­schmack mei­ner Mit­chri­sten. Ich glau­be auch nicht, dass die­ser sich direkt auf die Fröm­mig­keit aus­wirkt. Wir sind doch nicht der Islam!

      • Hoch­ge­ehr­te @T. de Ahu­ma­da,

        Ich kann Ihren Wor­ten nur bei­stim­men.
        Wir soll­ten jedoch nie ver­ges­sen:
        wir sind alle Men­schen und nicht per­fekt;
        und wir sind alle zur Hei­li­gung beru­fen, jeder an sei­nen Stand.
        Wir haben alle ein Gewis­sen und einen Ver­stand;
        und gera­de der gesun­de Men­schen­ver­stand, das Unter­schei­den von Ele­men­tar Wich­ti­gem vom Neben­säch­li­chem, ist äusserst wich­tig.
        Des­halb ist das Wach­sen im Glau­ben, das Beten, das Stu­die­ren so wich­tig.
        Um es mit der Devi­se der Her­ren von Gruut­huuse zu sagen: „Plus est en Vous“-„Da steckt mehr in Ihnen!“ (natür­lich: in uns allen)

        Totus tuus

    • Geehr­ter @Thomas Kova­cz,
      Ihr letz­ter Satz mit dem Hin­weis auf die Amish fin­de ich sehr inter­es­sant.

      Tat­säch­lich ster­ben die Amish nicht aus, son­dern ihre Mit­glie­der­zahl wird bestän­dig mehr (und wohl recht aus­ge­prägt).
      Man merkt es indi­rekt sehr gut an die Unfall­sta­ti­sti­ken in ihren Krei­sen in den USA , wo ihr Trans­port mit klei­nen Pfer­de­wa­gen nicht sel­ten mit dem Auto­ver­kehr kol­li­diert.
      In den letz­ten 50 Jah­ren sind die Amish deut­lich aus­ge­schwärmt, und die Anzahl der Krei­se wo sie in nen­nens­wer­ter Zahl woh­nen, hat sich fast ver­drei­facht.
      Das ist umso bemer­kens­wer­ter als die Durch­schnitts­land­wirt­schaft dort eine sehr lan­ge und sehr schwe­re Kri­se durch­mach­te, vie­le Höfe ver­las­sen wur­den und vie­le Land­wir­te auf­ga­ben.
      Es ist bemer­kens­wert daß gera­de unter sol­chen wid­ri­gen Umstän­den sehr tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Land­wir­te, zu einem gro­ßen Teil dem 19. Jahr­hun­dert ver­pflich­tet, den moder­nen Land­wir­ten deut­lich über­le­gen sind.
      Bei den Hutter­rern läßt sich ähn­li­ches beob­ach­ten
      Und bei den Herrn­hu­te­rern (Brü­der­u­ni­tät) eben­falls.
      All die­se Gesell­schaf­ten haben durch ihre Glau­bens­be­we­gung eine eige­ne Attrak­ti­vi­tät; es ist Mis­si­on durch Tat.
      Das ist jetzt gera­de wor­an es die Moder­ni­sten fehlt.

      Neben­bei ganz kurz: betr. Ihre Kri­tik an den 2. Teil des ver­link­ten Arti­kels in der Zeit­schrift „Der Gera­de Weg“:
      Nach auf­merk­sa­mer Lek­tü­re habe ich dort nichts häre­ti­sches gef­un­fen, beson­drs auch kein Unsinn.
      Was dort geschrie­ben steht, fin­det sich in ähn­li­cher Wei­se auch in
      1. dem Psal­ter (aus­führ­lich kom­men­tiert durch Robert Spa­e­mann in sei­nem fan­ta­sti­schen Buch „Medi­ta­tio­nen eines Chri­sten über die Psal­men“ (beson­ders in dem Kom­men­tar v. Ps.1) und
      2. sehr aus­führ­lich in dem Brief an die Korin­ther v. Hl. Cle­mens von Rom (4. Papst, Mär­ty­rer, sehr wich­ti­ger Theo­lo­ge);
      Die Aus­ga­be in der Serie „Fon­tes Chri­stia­ni“ war vor kurz sehr gün­stig aus­ge­schrie­ben bei der Falk Buch­hand­lung); in der Anti­ke gehör­te die­se Schrift übri­gens recht lan­ge zum Kanon des Neu­en Testa­ments.
      P. Fran­zis­kus zitier­te hier­aus mehr­mals bei sei­ner Schluß­re­de am Ende der Syn­ode am 19.10.2014, übri­gens recht selek­tiv und mit Benut­zung eines merk­wür­di­gen Zitats aus der Sep­tu­ag­int (die hebräi­sche Ver­si­on sagt hier etwas ganz anderes)(auch schon v. Wal­ter Bau­er in sei­nem Wör­ter­buch bemerkt) (parr­he­sia­zo­mai) (LXX PS 11,6);;
      die Gesamt­te­nor (beson­ders die Kap. 4–36) wur­de hier v. Papst Fran­zis­kus nicht bespro­chen oder genannt.

  17. Dan­ke @ Adri­en Antoi­ne für Ihre sehr gelun­ge­nen Klar­stel­lun­gen die auf wirk­lich fun­dier­tem Wis­sen auf­bau­en und nicht dem „dahin gewor­fe­ne­rem Pam­phlet des Autors“, (könn­te aus der Feder eines Kath. net Schrei­bers sein) Die wah­ren Absich­ten des H. Od.dürften jedem klar sein.

  18. Zur „Beklei­dungs­fra­ge“, geschätz­ter @Leo Lämm­lein, fra­gen Sie @Chorbisch sehr kon­kret:
    „Was hal­ten Sie von Hals­ket­ten, Rin­gen, Bro­schen, Span­gen, u. dgl.? (…) Was hal­ten Sie von Nagel­lack, Lip­pen­stift, Wan­gen­rouge, Augen­kos­me­tik, …?“

    Nun, ich kann Ihnen sagen, was ich davon hal­te: All dies ist legi­ti­mes Kul­tur­gut der Frau. Und ja, ich scheue mich nicht im gering­sten, selbst ein dezen­tes „Dekol­le­té“ dazu zu zäh­len. Als ob all dies direc­te­ment vom Teu­fel höchst­per­sön­lich käme. Falls Sie dabei aber den ersten Timo­theusbrief des hei­li­gen Pau­lus im Hin­ter­kopf haben (ob er von Pau­lus per­sön­lich ver­fasst wur­de, ist bekannt­lich umstrit­ten): Des­sen Bemer­kun­gen zum Schmuck der Frau bezie­hen sich dezi­diert auf den Got­tes­dienst und sind zudem (kor­rek­tiv) an einen hel­le­ni­stisch gepräg­ten (d.h., gera­de auch im Sin­ne von Pre­sti­ge, beson­ders schmuck­lie­ben­den) Kreis gerich­tet. Sie bedeu­ten kei­nes­wegs eine Legi­ti­ma­ti­on des gräm­lich öden Beklei­dungs­stils puri­ta­nisch-pro­te­stan­ti­scher Pro­ve­ni­enz, dem Sie mit Ihrem Foto einer Pfingst­ler­ge­mein­de das Wort zu reden schei­nen.

    Mit der Tra­di­ti­on der katho­li­schen Kir­che hat eine sol­che Bevor­zu­gung – die gut ins Bild Ihrer gro­ßen Sym­pa­thie zu den Evan­ge­li­ka­len passt – nichts gemein. Wesent­lich zu der alten und wah­ren katho­li­schen Kir­che gehört deren Nähe zur Kunst, deren Wert­schät­zung der Kün­ste, das Hoch­hal­ten ech­ter Schön­heit. Ver­glei­chen Sie nur die vie­len herr­li­chen alten katho­li­schen Dar­stel­lun­gen einer in edlen Far­ben schön gewan­de­ten (bei van Eyck z.B. edel­stein­ge­schmück­ten) Got­tes­mut­ter mit der maus­grau­en Sprö­dig­keit und Phan­ta­sie­lo­sig­keit, wie sie bei­spiels­wei­se in der got­tes­dienst­li­chen Ein­heits­klei­dung der von Ihnen so hoch gelob­ten „Gemein­de Got­tes“ zum Aus­druck kommt.

    Dahin­ter steht letzt­lich die reduk­tio­ni­stisch ver­irr­te Abstrak­ti­on des Glau­bens, das Abzie­hen von der Quel­le des Lebens, wie sie durch Luther (und dann noch viel ärger durch Zwing­li, Cal­vin und Kon­sor­ten) zum Schick­sal des Pro­te­stan­tis­mus wur­de. Welch unge­heu­ren Scha­den die­ser Irr­weg dem Chri­sten­tum zuge­fügt hat, zeigt sich heu­te auch dar­an, dass allem „Christ­li­chen“ in der öffent­li­chen Mei­nung meist der Geschmack des Gräm­li­chen und Maus­grau­en anhaf­tet. Zurecht im Blick auf die pro­te­stan­ti­sche Ver­ir­rung und öde Ver­fla­chung. Völ­lig zu unrecht im Blick auf den Reich­tum katho­li­schen Glau­bens und katho­lisch gepräg­ter Kul­tur (dass dafür heu­te wie­der­um das Ver­ständ­nis fehlt, bewei­sen die dümm­li­chen Kri­ti­ken am frü­he­ren „Tri­um­pha­lis­mus“ und der „Prunk­sucht“ der Kir­che). Welch ein gewal­ti­ger Gra­ben besteht in Wahr­heit zwi­schen der anti­my­sti­schen und damit schön­heits­feind­li­chen Reduk­ti­on des Pro­te­stan­tis­mus und der wah­ren Kir­che! Katho­li­zi­tät bedeu­tet das Bekennt­nis zur gott­ge­ge­be­nen Fül­le des Lebens, von der irdi­sche Schön­heit ein erster wun­der­ba­rer Abglanz sein kann.

    • Es war „gestern“ schon spät: Ihre Fra­ge, wer­ter @Leo Laemm­lein (mit ae!), ging natür­lich an @Chlodwig, nicht an @Chorbisch.

  19. (Fort­set­zung)

    Dass Schön­heit als Kul­tur­lei­stung heu­te kaum mehr vor­kommt, dass die indi­vi­du­el­le Schön­heit der Frau durch die Beklei­dungs­in­du­strie nicht mehr wür­dig unter­stützt wird, dass die­se unter einem ame­ri­ka­ni­sier­ten, geschmack­lo­sen Sub­kul­tu­ren frö­nen­den Mode­dik­tat sich immer mehr zum „sty­lish“ ver­pack­ten Sexu­al­ob­jekt degra­die­ren lässt – das sind Aspek­te der post­mo­der­nen, so sehr einer Anti­äs­the­tik hul­di­gen­den wie alle Lebens­be­rei­che rein ober­fläch­lich (im Sin­ne von „Design“ und „Look“) ästhe­ti­sie­ren­den west­li­chen (Massen-)„Kultur des Todes“.

    Ihr ent­ge­gen­zu­tre­ten, kann wahr­lich nicht bedeu­ten, nur mehr wie die pro­te­stan­ti­sche graue Kir­chen­maus her­um­zu­hu­schen, son­dern impli­ziert mit der Resti­tu­ti­on des Glau­bens als gesell­schaft­li­cher Kraft die Rück­kehr zu ech­ter Ästhe­tik, die immer den Bezug zum Schöp­fer durch­leuch­ten lässt und eo ipso schö­ne Natür­lich­keit und sitt­li­ches Maß in sich trägt. So sehr und herz­lich ich Ihrem oben geäu­ßer­ten Grund­te­nor, lie­ber @GW, des­halb auch zustim­me, so ist die Beklei­dungs­fra­ge (inner- wie außer­halb des Got­tes­dien­stes) mit­hin auch heu­te nicht nur Sache „rein-persönliche(n) Geschmack(s)“, son­dern mani­fe­stiert wie alle Kul­tur­lei­stun­gen weit tie­fe­re und beun­ru­hi­gen­de­re Zusam­men­hän­ge.

    Inso­fern die „kul­tu­rel­len“ Bemü­hun­gen der FSSPX einer „Rück­kehr zu ech­ter Ästhe­tik“ die­nen wol­len – wie es sich z.B., sehr löb­lich, in der musi­schen Erzie­hung der Kin­der in deren Schu­len mit klas­si­scher Musik nie­der­schlägt, im Unter­schied zu den mei­sten Evan­ge­li­ka­len, deren „Musik­ge­schmack“ tief blicken lässt! – sind sie sehr zu begrü­ßen, und man darf dank­bar dafür sein. Inso­fern sie in Rich­tung mora­li­sti­scher Ver­en­gung ten­die­ren und damit im Gegen­satz zur rei­chen Wei­te und edlen Mil­de der Katho­li­zi­tät ste­hen, sind sie abzu­leh­nen und soll­ten auch inner­halb der Bru­der­schaft bekämpft wer­den. Alles, was auch nur in die Nähe evan­ge­li­ka­len Den­kens kommt, ist der Tie­fe, Brei­te und Wär­me des katho­li­schen Gei­stes fremd.

    Es darf aber hier­bei nicht ver­ges­sen wer­den, wel­che Her­aus­for­de­rung es heu­te bedeu­tet, dem uni­for­men Mas­sen­ge­schmack zu wider­ste­hen, und welch über­spann­ten Anspruch es bedeu­te­te, woll­te die klei­ne FSSPX das rie­si­ge kul­tu­rel­le Erbe der katho­li­schen Kir­che, als Herz und ein­sti­ger Hort der abend­län­di­schen christ­li­chen Tra­di­ti­on, in die Zukunft tra­gen, nach­dem die Amts­kir­che mit ihrem kata­stro­pha­len post­kon­zi­lia­ren Bil­der­sturm und der geist- und kul­tur­ar­men Spie­ßig­keit, der sie sich immer mehr aus­lie­fert, ihr eige­nes kul­tu­rel­les Ver­mächt­nis auf bei­spiel­lo­se Wei­se ver­ra­ten hat.

    Im übri­gen den­ke ich, dass sich eini­ges an Ver­en­gung im „Milieu“ auch aus sozio­lo­gi­schen Pro­zes­sen inner­halb der tra­di­ti­ons­lie­ben­den Lai­en­schaft ergibt, die von den Prie­ster­bru­der­schaf­ten nur bedingt gesteu­ert wer­den kön­nen (ver­gleich­bar mit vor­kon­zi­lia­ren Ver­en­gun­gen des katho­li­schen Milieus) und zudem, so auch mei­ne Erfah­rung, von Ort zu Ort vari­ie­ren.

  20. (Fort­set­zung)

    Den­noch soll­te sich gera­de die FSSPX mit ihren lobens­wer­ten Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen auch ihrer kul­tu­rel­len Ver­ant­wor­tung m. E. stär­ker und dif­fe­ren­zier­ter bewusst wer­den. Das bedeu­tet, mit aller Kon­se­quenz und, nach Mög­lich­keit, erle­se­nem Geschmack zu den ech­ten Wer­ten der abend­län­di­schen christ­li­chen Tra­di­ti­on zu ste­hen. Klas­si­sche Musik, Kunst und Lite­ra­tur als Erbe und Auf­trag; kei­ne Kitsch­ko­pi­en der, ich muss es lei­der sagen, schon im Ori­gi­nal kit­schi­gen und künst­le­risch schlech­ten Madon­nen­sta­tue von Fati­ma, kei­ne Kon­zen­tra­ti­on auf den gleich­sam schon „ran­zi­gen“ Kir­chen­kunst­ge­schmack des aus­ge­hen­den 19./frühen 20. Jh., son­dern bewuss­te und klu­ge Aus­wahl und Ver­wen­dung der wah­ren kul­tu­rel­len Schät­ze, v. a. aus den glau­bens­star­ken Zei­ten von aus­ge­hen­dem Alter­tum bis Barock, zur Bil­dung von Geschmack und Schön­heits­sinn der Kin­der eben­so wie der Erwach­se­nen. (Auch die grund­sätz­li­che Öff­nung gegen­über zeit­ge­nös­si­schem künst­le­ri­schem Schaf­fen, wenn es denn reli­giö­sen Wert und ästhe­ti­schen Rang haben soll­te – was frei­lich über­aus sel­ten ist.)

    Etwas vom „äußer­lich“ (in Anfüh­rungs­zei­chen, weil tief bedeu­tend) Enner­vie­rend­sten an der heu­ti­gen Kir­che ist, dass ihr kul­tu­rel­les Pen­del zwi­schen zum Kitsch ver­kom­me­nen Nach­bil­dun­gen natu­ra­li­sti­scher Kir­chen­kunst des 19. Jh. (Wall­fah­rer­kitsch) und künst­le­risch meist abso­lut wert­lo­ser, main­strea­mig-spie­ßi­ger bis pro­te­stan­ti­sie­rend schä­bi­ger, pro­gres­si­stisch ungei­sti­ger „Abstrak­ti­on“ schwingt. Man ver­zei­he mir die Häu­fung der adjek­ti­vi­schen Nega­ti­va, aber es gibt nichts zu beschö­ni­gen.

    Die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Prie­ster­bru­der­schaf­ten soll­ten hier im Rah­men ihrer beschei­de­nen Mög­lich­kei­ten wirk­lich alles tun, um dage­gen anzu­steu­ern und den Gläu­bi­gen die kul­tu­rel­le Potenz der katho­li­schen Kir­che zu ver­mit­teln. Gera­de ästhe­ti­sche Erzie­hung ist eine der besten Vor­aus­set­zun­gen für eben jene edle und warm­her­zi­ge, weil lie­ben­de „libe­ra­li­tas“, die, Gott sei es gedankt, gera­de mit der „stren­gen“, der wesen­haf­ten katho­li­schen Leh­re ein­her geht. Wesen­haft und nicht pha­ri­sä­isch: auf die­sen Unter­schied hat (schön, dass Sie es erwäh­nen, @GW) gera­de Pfar­rer Milch immer wie­der mit Nach­druck hin­ge­wie­sen, sowohl in sei­nen Invek­ti­ven gegen den Sedis­va­kan­tis­mus als auch gegen alle mög­li­chen Klein­lich­kei­ten und Ver­en­gun­gen ech­ter christ­li­cher Pra­xis. Sicher, einer wie Pfar­rer Milch täte der FSSPX auch und gera­de heu­te gut.

    • Hoch­ge­ehr­ter @Kyrillus,

      Für Ihren her­vor­ra­gen­den Kom­men­tar herz­li­chen Dank!
      Die­se Forum hat eine gewal­ti­ge Qua­li­tät.

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