Kardinal Burke — Hoffnungsträger Sisyphos?

Sysiphos, Skulptur von Andreas KuhnleinGast­kom­men­tar von Cle­mens Vic­tor Olden­dorf.

Nach­dem die Außer­or­dent­li­che Bischofs­syn­ode zu Ehe und Fami­lie in Rom zu Ende gegan­gen ist, habe ich mir eini­ge Tage Zeit gelas­sen, mei­ne Ein­drücke und Über­le­gun­gen dazu zu for­mu­lie­ren. Ich habe mit ver­schie­de­nen Per­so­nen gespro­chen, die die Syn­ode eben­falls mit Inter­es­se ver­folgt hat­ten, vor allem aber das Echo in den Medi­en und in katho­li­schen Blogs zu ana­ly­sie­ren ver­sucht. Auch, was bei­spiels­wei­se auf Katholisches.info und kath.net publi­ziert wur­de, habe ich ein­be­zo­gen und eben­so ein­schlä­gi­ge Face­book-Kom­men­ta­re, viel­leicht die am wenig­sten gefil­ter­te vox popu­li zum The­ma, nicht unbe­ach­tet gelas­sen. Durch­ge­setzt haben sich dabei eigent­lich nur recht weni­ge Beob­ach­tun­gen, doch betref­fen sie Grund­sätz­li­ches und erschei­nen mir wegen ihrer Signi­fi­kanz gera­de beson­ders beden­kens- und beach­tens­wert.

Was ist der wirkliche Glaubenskern?

Nach Erschei­nen des Zwi­schen­be­rich­tes ist mir auf­ge­fal­len, wie ner­vös und beun­ru­higt Kon­ser­va­ti­ve und bestimm­te Tra­di­tio­na­li­sten reagiert haben, also Ver­tre­ter der Lager, denen ich wahr­schein­lich selbst viel­fach zuge­ord­net wer­de. In einem bestimm­ten Sin­ne muß ich die­ser Zuwei­sung offen­bar wider­spre­chen, denn ehr­lich gesagt kann ich die gan­ze Auf­re­gung nicht nach­voll­zie­hen. Da wur­den Stim­men laut, die sag­ten, wenn im Bereich der Sexu­al­mo­ral Ände­run­gen ein­trä­ten oder zivil wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne zur hei­li­gen Kom­mu­ni­on hin­zu­tre­ten dürf­ten, so gin­ge der Kern des katho­li­schen Glau­bens ver­lo­ren. Wenn man sie stim­mig argu­men­tie­ren wür­de, näm­lich mit dem Ver­lust der prak­ti­schen Wirk­sam­keit des Natur­rechts, wür­den sol­che Ände­run­gen in der Dis­zi­plin und Pra­xis den katho­li­schen Glau­ben nach mei­ner Über­zeu­gung tat­säch­lich nicht tan­gie­ren, geschwei­ge denn sei­nen Kern in Mit­lei­den­schaft zie­hen. Mei­ne erste Beob­ach­tung ist also die, daß ich es sogar sehr bedenk­lich fin­de, wenn heu­ti­ge, kon­ser­va­ti­ve Katho­li­ken in Berei­chen wie die­sen den Kern des katho­li­schen Glau­bens sehen, denn die gesam­te Fun­die­rung die­ses Fel­des lei­stet aus­schließ­lich das klas­si­sche Natur­rechts­den­ken, erst bestimm­te Kon­se­quen­zen dar­aus, bei­spiels­wei­se die Zulas­sung zu den Sakra­men­ten, ste­hen gege­be­nen­falls über­haupt mit dem Offen­ba­rungs­glau­ben in Ver­bin­dung.

Naturrecht und Moral als Ersatzinhalt des Katholischen?

Hier glau­be ich, Huma­nae Vitae tra­den­dae und den jetzt eben­falls selig­ge­spro­che­nen Papst Paul VI. ins Spiel brin­gen zu müs­sen. Seit ihm und dann unter Johan­nes Paul II., der eine gan­ze Genera­ti­on von Katho­li­ken geprägt hat und der auch ich chro­no­lo­gisch selbst ange­hö­re, waren es doch eigent­lich qua­si exklu­siv ethi­sche und mora­li­sche Fra­gen­krei­se, zu denen das aktu­el­le Lehr­amt noch wert­kon­ser­va­ti­ve und für unver­än­der­bar gehal­te­ne, kla­re Ant­wor­ten gege­ben hat. Die­se Klar­heit wur­de offen­sicht­lich für die heu­ti­gen Kon­ser­va­ti­ven psy­cho­lo­gisch zu dem ent­schei­den­den Inhalt und Halt im katho­li­schen Glau­ben. Wenn jetzt auch noch in die­sem Bereich die Sicher­hei­ten sich ver­flüch­ti­gen und Wan­del­bar­keit ein­tritt, wor­auf könn­ten sol­che Katho­li­ken sich dann noch ver­las­sen? Wohl nur noch leer posi­ti­vi­stisch auf den qua­si apo­theo­tisch über­höh­ten Hei­li­gen Vater und auf das, was die­ser jeweils sagt. Wie anders erklärt es sich, daß durch­aus intel­li­gen­te Per­so­nen die Kon­se­quenz in den Raum gestellt haben, im Fal­le einer ver­än­der­ten Pra­xis infol­ge der Syn­ode (eigent­lich müß­te man ja sagen: der Syn­oden, wenn man jene in 2015 hin­zu­nimmt), müß­te man Sedis­va­kan­tist wer­den. Ich für mei­nen Teil fin­de, daß es kein schlech­te­res Argu­ment geben könn­te, sich die­ser Theo­rie anzu­schlie­ßen.

Prioritätensetzung der konservativen Synodalen

Mei­ne zwei­te Beob­ach­tung betrifft die Hef­tig­keit des Wider­stan­des, auf den mög­li­che Ände­run­gen der gegen­wär­ti­gen, offi­zi­el­len Pra­xis in der Syn­ode gesto­ßen sind. So sehr ich die­sen Wider­stand in sei­nem momen­ta­nen Effekt begrü­ße, so sehr deu­tet er für mich in die­sel­be Rich­tung wie mei­ne zuerst gemach­te Bemer­kung. Auch die kon­ser­va­ti­ven Bischö­fe sehen das Wesent­li­che des katho­li­schen Glau­bens anschei­nend in mora­li­schen Fra­gen. Sagen wir es deut­lich: Gera­de dadurch wird der Kern des Glau­bens ver­fehlt, bezie­hungs­wei­se zeigt sich, daß das rech­te Ver­ständ­nis des Eigent­lich-Katho­li­schen weit­hin schon län­ger ver­lo­ren­ge­gan­gen sein muß. Viel­mehr wur­de es für mich ange­sichts die­ses Wider­stan­des noch rät­sel­haf­ter als bis jetzt, wie­so die Kon­ser­va­ti­ven vor 50 Jah­ren in Rom und danach welt­weit nicht zu wir­kungs­vol­le­rem Wider­stand fähig und wil­lens waren, bezie­hungs­wei­se, war­um sie nicht in der Lage waren, die Ergeb­nis­se und Refor­men des II. Vati­can­ums im Sin­ne des über­lie­fer­ten Glau­bens bes­ser unter Kon­trol­le zu hal­ten.

Warum erleichtert, weshalb enttäuscht?

Die abschlie­ßen­de Bot­schaft der Syn­ode und die Erleich­te­rung, die die Kon­ser­va­ti­ven dar­über emp­fun­den haben, lei­ten über zu mei­ner drit­ten Beob­ach­tung. Ich bin nüch­tern genug, um mich nicht von unsin­ni­gen „War­nun­gen“ ins Bocks­horn jagen zu las­sen, kann aber auch nicht ver­ste­hen, wie­so die Kon­ser­va­ti­ven jetzt „Ent­war­nung“ geben oder umge­kehrt, war­um die Par­tei­gän­ger Kas­pers sich „ent­täuscht“ zei­gen. Letz­te­res ver­ste­he ich schon irgend­wie, es ist Tak­tik im Umgang mit den säku­la­ren und den kirch­lich libe­ra­len Medi­en. Die Kon­ser­va­ti­ven sol­len wie­der den Schwar­zen Peter bekom­men, der böse Hemm­schuh sein, der sich dem reform­freu­di­gen Fran­zis­kus und dem Fort­schritt von Syn­ode und Kir­che ent­ge­gen­ge­stemmt hat.

Doch da die Abstim­mungs­er­geb­nis­se ver­öf­fent­licht sind, wis­sen wir, wie knapp in den mei­sten Fra­gen die qua­li­fi­zier­te Zwei­drit­tel­mehr­heit ver­fehlt wor­den ist. Der Umkehr­schluß dar­aus ist, daß nur noch eine Min­der­heit von nicht ein­mal einem Drit­tel der Väter, die jetzt an der Syn­ode teil­ge­nom­men haben, in allen Punk­ten ohne Wenn und Aber die bis­he­ri­ge, offi­zi­el­le, über­lie­fer­te Leh­re und Pra­xis der Kir­che bejaht. Da an der Ordent­li­chen Bischofs­syn­ode 2015 ein weit grö­ße­rer Kreis von Syn­oda­len betei­ligt sein wird, kön­nen die Abstim­mungs­er­geb­nis­se ohne­hin voll­kom­men anders aus­fal­len.

Die Abschlußansprache Papst Franziskus‘

Der Hei­li­ge Vater hat in sei­ner Anspra­che zum Abschluß der Außer­or­dent­li­chen Syn­ode sozio­lo­gisch-psy­cho­lo­gisch sehr zutref­fen­de Fest­stel­lun­gen über Tra­di­tio­na­li­sten getrof­fen, die „sich im Buch­sta­ben abschlie­ßen“ und die­se zumin­dest teil­wei­se mit Intel­lek­tua­li­sten gleich­ge­setzt. Gera­de letz­te­res fin­de ich sehr bedenk­lich, nach­dem er erst kürz­lich gesagt hat­te, ger­ne mit den intel­lek­tu­ell gut aus­ge­bil­de­ten, kon­ser­va­ti­ven Bischö­fen zu dis­ku­tie­ren. Es stimmt natür­lich, daß vie­len die Bereit­schaft und auch die gei­sti­ge Reg­sam­keit fehlt, sich intel­lek­tu­ell krea­tiv mit dem Fak­tum aus­ein­an­der­zu­set­zen, daß man heu­te prak­tisch nur noch in inne­ren Zir­keln, mit denen man sowie­so über­ein­stimmt, mit dem Natur­recht argu­men­tie­ren kann. Doch in bei­de Rich­tun­gen, sowohl in die des Pap­stes, der ger­ne mit Kon­ser­va­ti­ven spricht, sie dann aber Intel­lek­tua­li­sten nennt, als auch in die tat­säch­lich ste­ri­ler Tra­di­tio­na­li­sten, die nur in vor­ge­faß­ten Gelei­sen argu­men­tie­ren wol­len, die heu­te fak­tisch ins Lee­re gehen, rich­tet sich die Fra­ge, was dann eine inhalt­li­che Argu­men­ta­ti­on über­haupt noch soll.

Zwar hat der Hei­li­ge Vater sich auch von Pro­gres­si­ven und Libe­ra­len und deren „fal­scher Barm­her­zig­keit“ abge­grenzt, wel­che Wun­den ver­bin­de, ohne sie zuvor zu behan­deln und zu pfle­gen, aber, anders als bei Bene­dikt XVI., mei­ne ich nicht, daß es hier­bei in erster Linie um eine dia­lek­ti­sche Gegen­über­stel­lung geht, son­dern jeden­falls mehr dar­um, daß der Papst für sei­ne Per­son und Agen­da einen etwai­gen tra­di­tio­na­li­sti­schen Vor­wurf von sich wei­sen möch­te, selbst eine fal­sche Barm­her­zig­keit zu ver­kör­pern.

Letztentscheidung und Autorität des Papstes, Vorbildfunktion Pauls VI.

Gleich­zei­tig hat der Hei­li­ge Vater sehr stark betont, daß er der Papst ist und als sol­cher die letz­te Ent­schei­dung bei ihm liegt. Dabei hat er aus­gie­big Bene­dikt XVI. zitiert, sich also in Rich­tung der Kon­ser­va­ti­ven mit der Kon­ti­nui­täts­fi­gur abge­si­chert. Des­we­gen ist mei­nes Erach­tens auch die Erwar­tung oder Auf­for­de­rung an Bene­dikt XVI. unrea­li­stisch und den eme­ri­tier­ten Papst ver­ken­nend, er sol­le sei­ne Stim­me als Kor­rek­tiv erhe­ben.

Daher hal­te ich es für sehr gut denk­bar, daß die Posi­tio­nen, die jetzt, aber eben nur knapp, die qua­li­fi­zier­te Mehr­heit ver­fehlt haben, im End­ef­fekt mit Fran­zis­kus‘ päpst­li­cher Auto­ri­tät unter­stützt wer­den könn­ten. Amok­lau­fen müs­sen tra­di­ti­ons­treue Katho­li­ken auch dann nicht. Aber sie soll­ten sich davon jeden­falls auch nicht über­ra­schen las­sen: 1967 hat­te sich sogar eine qua­li­fi­zier­te Mehr­heit gegen die soge­nann­te Mis­sa Nor­ma­ti­va aus­ge­spro­chen, 1969 führ­te der seli­ge Papst Paul VI. den­noch den Novus Ordo Mis­sae ein, der die­sem Pro­to­typ wei­test­ge­hend ent­spricht und setz­te ihn mit der aus der Geschich­te hin­läng­lich bekann­ten und unwi­der­leg­li­chen Unnach­gie­big­keit durch. Damals brach die kon­ser­va­ti­ve Oppo­si­ti­on prak­tisch sofort in sich zusam­men. Wo war der Coe­tus Inter­na­tio­na­lis Patrum nach dem Kon­zil? Wenn man es genau nimmt, wäre wäh­rend der pro­gres­si­ven Ver­ein­nah­mung des Kon­zils und danach die Auf­re­gung viel begrün­de­ter und ein Wider­stand, der stand­hält, viel ent­schei­den­der gewe­sen. Auch, wenn er stand­hält: Wird der Hoff­nungs­trä­ger Bur­ke letzt­lich zwangs­läu­fig zu Emi­nenz Sisy­phos wer­den? Zum Gegen­papst Sisy­phus sicher doch nicht.

Text: Cle­mens Vic­tor Olden­dorf
Bild: Sisy­phos, Skulp­tur von Andre­as Kuhn­lein




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52 Kommentare

  1. Sha­lom !

    Soeben habe ich die Gedan­ken des Herrn Cle­mens Vic­tor Olden­dorf gele­sen und muss mein
    Erschrocken­sein mit­tei­len über so abgrund­tie­fe Gleich­gül­tig­keit gegen­über dem Evan­ge­li­um, dem
    depo­si­tum fidei, und dem ordent­li­chen Lehr­amt der kath. Kir­che. Dem Herrn Cle­mens Vic­tor Olden­dorf ist offen­sicht­lich die fast völ­li­ge Ver­ödung der kath. Kir­che vor Ort ent­gan­gen und auch,
    dass die kath.Kirche eine von Gott sel­ber geschaf­fe­ne Hier­ar­chie ist und nicht eine
    Räte­ge­mein­schaft mit dem Dik­tum des Mehr­heits­vo­tums oder des Kom­man­do­dik­tums des
    Prä­si­den­ten.
    In christ­li­cher Näch­sten Lie­be emp­feh­le ich Herrn Cle­mens Vic­tor Olden­dorf doch sehr gründ­lich
    den Arti­kel von Prof. Mattei zu lesen : „Die Kir­che ist ein Schlacht­feld“ , als wei­te­re Lek­tü­re
    emp­feh­le ich ihm die kirchl. aner­kann­ten Bot­schaf­ten von Aki­ta zu lesen.
    Sha­lom !

  2. Sehr geehr­ter Olden­burg, zählt also in ihren Augen der Hei­li­ge Wil­le Got­tes unse­res Herrn nicht zum katho­li­schen Glau­bens­kern??

    Lukas16. 16–18
    Vom Gesetz und von der Ehe­schei­dung: Bis zu Johan­nes hat­te man nur das Gesetz und die Pro­phe­ten: Seit­dem wird das Evan­ge­li­um vom Reich Got­tes ver­kün­det und alle drän­gen sich danach hin­zu­kom­men. Aber eher wer­den Him­mel und Erde ver­ge­hen, als das auch nur der klein­ste Busch­sta­be im Gesetz weg­fällt. Wer sei­ne Frau aus der Ehe ent­lässt und eine ande­re hei­ra­tet, begeht Ehe­bruch; auch wer eine Frau hei­ra­tet, die von ihrem Mann aus der Ehe ent­las­sen wor­den ist, begeht Ehe­bruch.

    Denn nichts ande­res woll­ten die Wöl­fe im Schafs­pelz machen, sie woll­ten den Hei­li­gen Wil­len Got­tes unse­res Herrn auf­ge­ben, indem sie das als Nicht­sün­de aus­ge­ben woll­ten was vor Gott den Herrn eine Sün­de ist.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  3. Der Glau­bens­kern ist im Glau­bens­be­kennt­nis zusam­men­ge­faßt und wird meist in den Sonn­tags­mes­sen des sog. NO nicht gebe­tet. Hat Herr Ber­go­glio, hat Herr Marx und haben die übri­gen Her­ren das mal bean­stan­det? Wenn ja, wann und wo? Hat Herr Ber­go­glio mal bean­stan­det, daß der NO gemäß den vor­ge­ge­be­nen lit­ur­gi­schen Büchern/Anweisungen gefei­ert wer­de? Ich ver­mis­se in jeder Mes­se des NO so vie­les, bete das not­wen­di­ge Schuld­be­kennt­nis und ande­res selbst, knie mich auch hin zur Mund­kom­mu­ni­on- und füh­le mich manch­mal geäch­tet.

    Das Glau­bens­be­kennt­nis beinhal­tet, an die Leh­ren der katho­li­schen Kir­che zu glau­ben, sie zu beher­zi­gen und nicht sie zu ver­wäs­sern und irgend­wann abzu­schaf­fen.
    Das Wesen des Glau­bens im All­tag besteht u.a. in der Befol­gung der Gebo­te Got­tes wie etwa das Ver­bot die Ehe zu bre­chen und impli­zit das Ver­bot vor- und außer­ehe­li­chen Geschlechts­ver­kehrs. Und wenn doch, sind sol­che Sün­den zu beich­ten in Demut und Reue. Homo­se­xua­li­tät ist Unzucht oder auch eine Ver­let­zung der Schöp­fungs­ord­nung: Sodom und Gomor­rha las­sen grü­ßen.
    Auch die Höl­le ist eine Rea­li­tät, die den­je­ni­gen blüht- und dann ists aus mit Lachen und Schmau­se­rei und dum­mem Gere­de wie von Ihnen, Pardon‑, die unge­sühn­te Massen von Fleisch­es­sün­den und Gei­stes­sün­den dem Herrn vor­zu­wei­sen haben.

    Die Kir­che ist mit den Sakra­men­ten dafür da, jeden Men­schen zum Heil zu füh­ren, ihn aus der Skal­ve­rei der Sün­den zu befrei­en. Des­we­gen ist der Herr und Erlö­ser Jesus Chri­stus Mensch gewor­den und hat sein gan­zes Blut! ver­gos­sen.
    Sie müs­sen noch viel ler­nen Herr Olden­dorf- durch Lei­den in der Nach­fol­ge Chri­sti. Ich sage das nicht so daher. Das ist kein Spaß, kein „theologisches“/ „intel­lek­tu­el­les“ Gela­ber. Und dann wer­den Sie froh sein, erst dann.

    • Wer­ter Fran­zel,

      wenn Sie wirk­lich das glau­ben was Sie hier schrei­ben
      kann ich nicht ver­ste­hen, war­um Sie (noch)
      „Mes­sen“ im NOM- Ritus besu­chen !

    • Bern­hard, falls Sie damit direkt auf den Arti­kel ant­wor­ten woll­ten, ich emp­feh­le Ihnen hier­über noch­mals nach­zu­den­ken und das Stu­di­um mei­nes aus­führ­li­chen Kom­men­tars zu dem Arti­kel.

  4. Die Eucha­ri­stie ist doch der Kern des Glau­bens! Auch das Sakra­ment der Ehe ist ein Herz­stück der Katho­li­schen Kir­che. Mit der Zulas­sung von zB wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen zur Kom­mu­ni­on wird die Bedeu­tung von gleich zwei Sakra­men­ten her­un­ter­ge­spielt und lang­fri­stig wür­den die­se Sakra­men­te abge­schafft wer­den, weil nie­mand mehr deren Bedeu­tung erkennt. Es ist der Leib des Herrn, wel­chen die Kon­ser­va­ti­ven als Kern betrach­ten und nicht sie Sexu­al­mo­ral der Kir­che.

  5. Sehr geehr­ter Herr Olden­dorf!

    Es geht kei­nes­wegs „nur“ um das Natur­recht, das ange­grif­fen wird ‑was schlimm genug wäre.

    Es geht um die dog­ma­ti­sche Leh­re der Kir­che! Es geht um die (dog­ma­ti­sche Leh­re der) Unauf­lös­lich­keit der sakra­men­ta­len und voll­zo­ge­nen Ehe und die sich dar­aus not­wen­dig erge­ben­den Kon­se­quen­zen, um nur die­ses Bei­spiel zu nen­nen.

    Was bedeu­tet dies für die Syn­ode bzw. den Papst? Das liegt doch völ­lig klar auf der Hand! „Wer ein­mal lügt, dem glaubt man nicht.…“ Eine Auto­ri­tät, die mit dem Anspruch auf Unfehl­bar­keit heu­te etwas behaup­tet, was sie mor­gen wider­ruft, demon­tiert sich selbst. Den Libe­ra­len geht es ‑wahr­schein­lich ganz bewußt- um die (Selbst-) Des­avou­ie­rung der kirch­li­chen Lehr­au­to­ri­tät als sol­cher! In einer ame­ri­ka­ni­schen Publi­ka­ti­on ver­lau­te­te gestern, daß, bekä­men die Libe­ra­len recht, dies der Beweis sei, daß die Unfehl­bar­keit der Kir­che eine Erfin­dung Roms sei, und die „ortho­do­xe“ ( schis­ma­ti­sche) Posi­ti­on der Rus­sen, Grie­chen etc. als „rich­tig“ erwie­sen wäre. Die­se Über­le­gung aus Ame­ri­ka wider­spricht zwar auch der Glau­bens­leh­re, aber immer­hin wird hier der Kern des Pro­blems rich­tig gese­hen: Es geht tat­säch­lich um die Auto­ri­tät des Lehr­am­tes ganz all­ge­mein, um nicht mehr und nicht weni­ger!

    Ohne Ihnen per­sön­lich zu nahe tre­ten zu wol­len, möch­te ich anmer­ken, daß ich Ihre Bei­trä­ge ‑nicht nur den vor­lie­gen­den- für völ­lig ver­zicht­bar hal­te. Gespreiz­te Den­ker­po­se ohne ver­ant­wort­ba­re Inhal­te ist in der jet­zi­gen Lage das letz­te, was wir brau­chen.

  6. Offen gesagt fällt es mir schwer, dem Ver­fas­ser zu fol­gen. Was will er uns eigent­lich sagen? Will er allen Ern­stes ver­tre­ten, dass der katho­li­sche Glau­be im Grun­de unan­ge­ta­stet bleibt, wenn die Kir­che auf die Linie der Kar­di­nä­le, Kas­per, Marx und Schön­born ein­schwenkt? Das kann doch nicht sein Ernst sein. Das Sakra­ment der Ehe, so wie wir es bis­her ver­stan­den haben, wird nur noch ein theo­re­ti­sches Lehr­ge­bäu­de sein, fak­tisch aber kei­ne Rol­le mehr spie­len. Die Kir­che wird in den Fra­gen der Sexua­li­tät völ­lig in der Gesell­schaft auf­ge­hen. Alles ist Gut, nichts ist Böse. Allen­falls ist das Eine etwas weni­ger Gut als das Ande­re. Wenn du kirch­lich hei­ra­test, schön, wenn nicht auch egal. Fami­lie ist, wo Kin­der sind. War­um Selbst­dis­zi­plin und Keusch­heit, wenn die Ehe ohne­hin kei­ne wirk­li­che Rele­vanz mehr hat? Alle Fehl­ent­wick­lun­gen, die unse­re west­li­chen Gesell­schaf­ten in den letz­ten 50 Jah­ren durch­lau­fen, wer­den sich inner­halb der Kir­che in glei­cher Wei­se voll­zie­hen, da nun ja sogar die Zustim­mung von oben dafür vor­liegt. Kir­che und Gesell­schaft sind nicht mehr unter­scheid­bar. End­lich ist man im Jahr 200 nach der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on ange­kom­men (Wo die Kir­che laut Kar­di­nal Mar­ti­ni ja auch hin muss). Pro­blem: eine sol­che Kir­che ist über­flüs­sig wie ein Kropf!

    • @ Aven­tin:

      „Das kann doch nicht sein Ernst sein“, fra­gen Sie bestürzt.

      Ich fürch­te, daß dies tat­säch­lich die Auf­fas­sung des Herrn Olden­dorf ist. Nach­dem sich der erste syn­oda­le Rauch ver­zo­gen hat, tre­ten nun die selbst­er­nann­ten Vor­den­ker her­vor. Sie geben ihre „Mei­nung“ kund ‑und zer­ren allein dadurch die zeit­los gül­ti­ge Leh­re der Kir­che auf das Niveau irgend­wel­cher Polit-Dis­kus­sio­nen zwi­schen Herrn und Frau Jeder­mann her­ab. Damit tun sie den Moder­ni­sten einen unschätz­ba­ren Dienst. Genau das wol­len die Glau­bens­zer­stö­rer: Die Leh­re der Kir­che als Gegen­stand der „Dis­kus­si­on“.

      Es geht nicht um die­se oder jede „Mei­nung“, um eit­les intel­lek­tu­el­les Geplän­kel — das sei Herrn Olden­dorf nach­drück­lich ins Stamm­buch geschrie­ben! Es geht um unse­re gelieb­te Kir­che! Es geht um die Wahr­heit, die Jesus Chri­stus den Men­schen um ihres Hei­les Wil­len gebracht hat!

  7. Wenn ich Sie rich­tig ver­stan­den habe, Herr Olden­dorf, stim­me ich Ihnen 100 % zu. Ich möch­te Sie aber nicht ver­ein­nah­men, wenn ich mei­ne Mei­nung äuße­re.

    Man könn­te der­zeit den Ein­druck gewin­nen, die Ehe­leh­re sei das Dog­ma schlecht­hin. Als sei die katho­li­sche Kir­che ein Ver­ein zur Auf­recht­erhal­tung der Sexu­al­mo­ral, die dar­in besteht, dass der Voll­zug der Sexua­li­tät nur in der Ehe erlaubt ist.

    Nichts ist ver­kehr­ter.

    Es wirkt auch men­schen­feind­lich. Es gibt Ehen, die sind nicht mehr zu leben. Es hilft nur noch die
    Tren­nung von Tisch und Bett. Eine Kir­che, fixiert nur noch auf die Sexu­al­mo­ral, kann Gestran­de­ten in die­ser Fra­ge kei­ne Hil­fe sein, sie kann nur Gewis­sens­druck aus­üben. Und wird damit schei­tern.

    Wenn der Glau­be an den gekreu­zig­ten Gott­men­schen Jesus Chri­stus nicht mehr der zen­tra­le Inhalt ist, ein Glau­be, der zur Lie­be führt, der sich nicht nur an den Gebo­ten fest­macht son­dern zur leben­di­gen Bezie­hung wird, dann wird den geschei­ter­ten Ehe­gat­ten jede Hil­fe für ein zöli­ba­tä­res Leben genom­men. Denn dazu sind sie ver­pflich­tet, wenn die Ehe schei­tert.

    Der lie­ben­de Blick auf den gekreu­zig­ten Jesus Chri­stus kann die Kraft geben, jedes schwe­re Schick­sal im Leben auf­zu­op­fern. Doch das muss gepre­digt wer­den, das muss gelehrt wer­den, das muss ein­ge­übt wer­den. Schon bevor „das Schick­sal zuschlägt.“ Mit­ten im Unglück ist es mei­stens zu spät. Ein Gebets­le­ben, das sich kon­se­quent an der hl. Mes­se ori­en­tiert, aus ihr fließt, kann Gläu­bi­gen die Kraft geben, ihr Lei­den auf­zu­op­fern in Lie­be und inne­rer Gemein­schaft mit unse­rem Herrn. Aber dazu brau­chen sie unbe­dingt prie­ster­li­chen Bei­stand. In der Leh­re, der Pre­digt, der Beich­te, im geist­li­chen Gespräch. „Sie müs­sen…“, das reicht nicht.

    Wo sind die­se Prie­ster? Wo sind die Bischö­fe, die Prie­ster­amtskan­di­da­ten in die­ser Wei­se aus­bil­den in ihren Semi­na­ren?

    Machen wir uns doch nichts vor: Bis in die 1950er Jah­re war der Geschlechts­ver­kehr vor der Ehe all­ge­mein in Deutsch­land ver­pönt. Er war gesell­schaft­lich ver­pönt. Ver­mie­ter, die eine Woh­nung an ein Paar in wil­der Ehe ver­mie­te­ten, wur­den wegen Kup­pe­lei ange­klagt und ver­ur­teilt.

    Das Milieu, das der katho­li­schen Kir­che gehol­fen hat, ihre Sexu­al­mo­ral durch­zu­set­zen, ist weg­ge­bro­chen.

    Wenn der Glau­be und die Lie­be zu unse­rem Herrn Jesus Chri­stus weg­bre­chen, dann haben wir genau den Zustand, den wir jetzt bekla­gen.

    Und der Glau­be an und die Lie­be zu unse­ren Herrn sind in der Kir­che zusam­men­ge­bro­chen. Schon vor dem II. Vati­ka­num. Der Zusam­men­bruch wur­de dort nur „kir­chen­amt­lich“, offi­zi­ell.

    Der Zusam­men­bruch der Sexu­al­mo­ral ist ein wei­te­res Sym­ptom. Die Ursa­che der Kir­chen­kri­se ist er nicht. Des­halb geht sie wei­ter. Bis als näch­stes der prie­ster­li­che Zöli­bat fällt, ist auch nur eine Fra­ge der Zeit.

    • Die Kir­che ist kei­nes­wegs ein „Ver­ein zur Auf­recht­erhal­tung der Sexu­al­mo­ral“.

      Die Kiche ist die von Gott ein­ge­setz­te unfehl­ba­re Leh­re­rin der Glau­bens- und Sit­ten­leh­re ‑und ein Bestand­teil die­ser Sit­ten­leh­re ist die Sexu­al­mo­ral.

      Wer sagt, eine mit dem Anspruch von Unfehl­bar­keit auf­tre­ten­de Auto­ri­tät, irre sich oder kön­ne ihre Leh­ren (par­ti­ell) wider­ru­fen, lehnt die­se Auto­ri­tät ALS SOLCHE ab — und hört damit auf, Katho­lik zu sein. Die Annah­me der gan­zen (!) unfehl­ba­ren Glau­bens­leh­re ist kon­sti­tu­tiv für den Katho­li­ken.

      Ob das Herrn Olden­dorf ein­mal ein­leuch­ten wird? Das darf man bezwei­feln. Er hat offen­kun­dig das katho­li­sche Glau­bens­prin­zip nicht ein­mal im Ansatz begriffen.So kann er denn „wesent­li­che“ und „unwe­sent­li­che“ (dog­ma­ti­sche) Leh­ren unter­schei­den und zu dem glän­zen­den Schluß kom­men: „Regt euch nicht auf, alles halb so wild, es geht nur um Unwe­sent­li­ches. Ruhe ist die erste Bür­ger­pflicht.“ Das Gan­ze auch noch gar­niert mit süf­fi­san­ten Bemer­kun­gen über einen hoch­ver­dien­ten Kir­chen­für­sten.

      Wider­lich!

      Unver­ges­sen auch Olden­dorfs dilet­tan­ti­scher Ver­such, in der cau­sa der Pius­bru­der­schaft eine Par­al­le­le zum Gna­den­streit zu zie­hen. Das war — wenn ich aus dem Näh­käst­chen plau­dern darf- bei einem Kon­ve­ni­at, wo dies zur Spra­che kam, ein net­ter Anlaß zur Hei­ter­keit für Unter­zeich­ne­ten und die hw. Her­ren Con­fra­tres. Eben eine Albern­heit, wie sie bei selbst­ver­lieb­ten Schwät­zern vor­kommt. Doch hier (obi­ger Arti­kel) hört der Spaß auf!

      • Die Par­al­le­le zum Gna­den­streit war Schwach­sinn.
        Soll­te Herr Olden­dorf die­ses Mal gemeint haben, dass die eigent­li­che Sün­de der Glau­bens­ab­fall wäh­rend und nach dem 2. Vat. Kon­zil war, dann muss ich ihm recht geben.
        Das „Pasto­ral­kon­zil“ hat den Weg berei­tet zu der Glau­bens­kri­se und Kir­chen­kri­se, in der wir uns der­zeit befin­den.
        Wenn es kei­ne objek­ti­ve Wahr­heit mehr gibt, wenn die „jewei­li­ge Wahr­heit“ — ein Unsinn in sich — an die Zeit­um­stän­de anzu­pas­sen ist, dann muss­te das Sakra­ment der Ehe aus­ge­höhlt wer­den, an die Zeit ange­passt wer­den. Es war nur eine Fra­ge der Zeit.

        Der inzwi­schen hei­li­ge Johan­nes XXIII. glaub­te, ein Kon­zil ein­be­ru­fen zu kön­nen, das am defi­nier­ten Glau­bens­gut fest­hält, sich in der Pasto­ral jedoch den Zeit­um­stän­den anpasst.

        Ein Wider­spruch in sich. Doch damals ern­te­te er kei­nen Wider­spruch. Damit begann das Ver­häng­nis…

  8. Wenn wir, wie der Autor des obi­gen Arti­kels es schein­bar tut, alles der Krea­ti­vi­tät von Her­me­neu­ti­kern über­las­sen, dann kön­nen wir auch gleich sagen, dass es kei­nen Sinn hät­te, von Wahr­heit zu reden.

    In einem muss man Herrn Olden­dorf wohl recht geben: Die Fra­gen der Moral wur­den in den letz­ten Tagen sei­tens der treu­en Katho­li­ken gefühlt zu hoch gewich­tet. Das lag aber wohl an der in Rom statt­fin­den­den Syn­oden­schlacht.

    Frei­lich kann man von nie­man­dem ver­lan­gen, die Sit­ten­leh­re der Kir­che anzu­neh­men, dem man ihre Glau­bens­leh­re vor­ent­hält. Inso­fern hat der Feind stra­te­gisch rich­tig gehan­delt, mit dem zwei­ten Vati­ka­num zunächst den Glau­ben zu zer­stö­ren und erst her­nach, also nun­mehr die vom Glau­ben abge­schnit­te­nen Moral­leh­ren zu zer­trüm­mern.

  9. Sehr geehr­ter Herr von Olden­dorf,

    ich bin ziem­lich ent­setzt über Ihren Arti­kel. Um nur ein Bei­spiel her­aus­zu­neh­men – Sie schrei­ben:

    „In einem bestimm­ten Sin­ne muß ich die­ser Zuwei­sung offen­bar wider­spre­chen, denn ehr­lich gesagt kann ich die gan­ze Auf­re­gung nicht nach­voll­zie­hen. Da wur­den Stim­men laut, die sag­ten, wenn im Bereich der Sexu­al­mo­ral Ände­run­gen ein­trä­ten oder zivil wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne zur hei­li­gen Kom­mu­ni­on hin­zu­tre­ten dürf­ten, so gin­ge der Kern des katho­li­schen Glau­bens ver­lo­ren.“

    Sie haben anschei­nend nicht bedacht, dass das The­ma der soge­nann­ten wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen und der Homo­se­xu­el­len nur zwei ganz exem­pla­ri­sche Kampf­fel­der für eine viel tie­fer­lie­gen­de und den Kern des Glau­bens tat­säch­lich MASSIV betref­fen­de Dis­kus­si­on ist! Es pral­len hier näm­lich zwei ganz­lich wider­sprüch­li­che Wel­ten auf­ein­an­der:

    a) die katho­lisch Sicht: der Glau­be ist eine über­na­tür­li­che Tugend, durch die wir alles, was von Gott geof­fen­bart wur­de, unter dem Bei­stand der Gna­de fel­sen­fest für wahr hal­ten, nicht weil wir es selbst ein­ge­se­hen hät­ten, son­dern weil Gott es gesagt hat – die Kir­che ist Stif­tung Got­tes und ihr Lehr­amt ist Garant für die von Gott offen­bar­te (und damit ewig gül­ti­ge) Wahr­heit

    b) die moder­ni­sti­sche Sicht: die Kir­che ist im Kern ein Zusam­men­schluss der Gläu­bi­gen und Ihre Leh­re ein Aus­fluss aus eben deren Bedürf­nis­sen und reli­giö­sen Erfah­run­gen. Der Glau­be der Kir­che ent­wickelt sich damit mit den ver­än­der­ten reli­giö­sen Bedürf­nis­sen der Gläu­bi­gen

    Hier ste­hen sich im Kern ein Deo­zen­tri­sches und ein Anthro­po­zen­tri­sches Kir­chen­bild unver­söhn­lich gegen­über. Das letz­te­re wur­de vom hei­li­gen Pius X als kla­re Häre­sie ver­ur­teilt.

    Ich bin der Ansicht, dass es aktu­ell genau um die­sen Kampf geht und dass die Fami­li­en­syn­ode mit den bei­den pro­mi­nen­ten Bei­spie­len nur das aktu­el­le Schlacht­feld bil­den. Ihr Arti­kel bleibt damit an der Ober­flä­che des wirk­li­chen Pro­blems hän­gen und daher kann ich ihn nicht gut hei­ßen.

    Den­noch bedan­ke ich mich für Ihren Bei­trag und wür­de mich sehr über eine Ant­wort von Ihnen freu­en.

  10. Die größ­te Gefahr der Kath.- Kir­che besteht in einem sol­chen Gedan­ken­gut wie die­ses des H .O.
    Eine hal­be Wahr­heit ist eine gan­ze Lüge, auf die­sem Weg wur­de schon das 2. V auf­ge­baut.

  11. „Amok­lau­fen müs­sen tra­di­ti­ons­treue Katho­li­ken auch dann nicht.“

    Fra­ge 1: Was soll­te ein „amok­lau­fen­der trad­ti­ons­treu­er Katho­lik“ sein?
    Fra­ge 2: Möch­te jetzt auch Katholisches.info sei­ne Leser ruhig stel­len?

    Außer­dem stim­me ich Frau Sabi­neF zu.

  12. @Sabine
    Sie mein­ten doch sinn­frei im Sin­ne von unsin­nig!!!
    Wenn es so wäre, wie Herr Olden­dorf (Krei­de­feu­er) schreibt, dann hät­te ich mich 74 Jah­re
    zum fal­schen Ver­ein bekannt, der­weil die Vor­tur­ner heu­te nur mehr Sophi­sti­sches labern und die Logik der hei­li­gen Leh­re leug­nen und das Hei­li­ge den Säu­en und Hun­den zum Fra­ße vor­wer­fen.

    • Lie­ber @Hans,
      ganz genau. Ich mei­ne im Sin­ne von unsin­nig. Statt die­sen Arti­kel zu lesen, hät­te ich mir auch mei­ne Nägel machen kön­nen.
      Fast im Stil von Ber­go­lio geschrie­ben, Ver­wir­rung, bla bla und am Ende wuß­te ich nicht mehr was er uns eigent­lich sagen woll­te.
      Viel­leicht bin ich ein­fach zu schlicht.

      • Nein, Sie sind nicht zu schlicht.
        Sie den­ken ein­fach noch nor­mal. Was man von einem Groß­teil der „Gläu­bi­gen“ nicht mehr anneh­men kann. Die Mas­se der Leu­te ist ver­blen­det und redet nur noch Stuss. Die Mas­se ver­steht mitt­ler­wei­le die wirk­lich wich­ti­gen Din­ge nicht mehr. Das ist nicht nur in der Reli­gi­on so.
        Es zieht sich wie ein roter Faden durch sämt­li­che Gesell­schafts­as­pek­te.
        Das ist von den Frei­mau­rern so gewollt. Die Mas­se der Leu­te soll sich mit den wich­ti­gen Din­gen nicht mehr befas­sen, son­dern nur noch mit unwich­ti­gem.
        Bei­spiel: Umwelt und „Kli­ma­wan­del“. Dar­an wer­den wir nicht Zugrun­de gehen !!

    • Als Kreid­feu­er­wart wei­se ich jeden Zusam­men­hang mit Herrn Olden­dorf zurück; ich kann auch sei­nen letz­ten Tex­ten über­haupt nicht zustim­men.

  13. Vie­len Dank, eine wohl­tu­end kla­re und ent­spann­te Ana­ly­se nach den vie­len hyper­ven­ti­lie­ren­den Reak­tio­nen zum The­ma.

    • Noch­mals mei­ne Fra­ge an Sie Leo­nie: was machen Sie als Pro­te­stan­tin auf einer katho­li­schen Inter­net-Platt­form?

      Bit­te lesen Sie auf­merk­sam mei­ne Kom­men­tar von oben, dann wer­den Sie hof­fent­lich ein­se­hen was für einen Blöd­sinn Sie hier ver­brei­ten

      • Sind Sie der Groß­in­qui­si­tor??
        Woher massen Sie sich an zu wis­sen, dass „Lenie“ Pro­te­stan­tin ist???

      • Nein bin ich nicht

        Das ist an Ihren kom­men­ta­ren klar zu erken­nen — ent­we­der Pro­te­stan­tin oder Moder­ni­stin

        Sie auch?

      • Fest­zu­stel­len, dass „Leo­nies“ Bei­trä­ge pro­te­stan­ti­schen Inhalt trans­por­tie­ren, muss Pascal13 kein „Groß­in­qui­si­tor“ sein (btw wis­sen Sie über­haupt, was das ist?).

    • Ah ja — und was ist nun spe­zi­fisch „pro­te­stan­tisch“ an die­sem kur­zen Satz Leo­nies?
      Ich kann allen­falls erken­nen, dass er gefühlt ober­fläch­lich ist.

      Aus­drück­lich und erkenn­bar pro­te­stan­tisch gibt sich nur Leo Lämm­lein hier im Forum.
      Aber den Typen, die mit der Pro­te­stan­tis­mus­keu­le kom­men, bleibt ange­sichts offen­sicht­li­chen Pro­te­stan­tis­mus die Het­ze im Hals stecken.
      Merk­wür­dig — nicht?
      Das Mes­sen mit zwei­er­lei Maß — auch eine gute tra­di­tio­nel­le katho­li­sche Tugend?!

      • Es gibt Vor­gän­ger­bei­trä­ge; machen Sie sich kun­dig, wenn Sie die­se nicht prä­sent haben und den­noch mit­re­den wol­len.

      • @ Car­lo

        Keep cool — auch Sie mein­ten neu­lich, mir ein Posting vor­hal­ten zu müs­sen, ohne in den Threads davor die Vor­ge­schich­te anse­hen zu müs­sen, die wie üblich unter der Gür­tel­li­nie und ad homi­nem, also haar­sträu­bend war.
        Ich kann aller­dings, gemes­sen an der geball­ten Ladung Kryp­to-Pro­te­stan­tis­mus, der hier täg­lich durch die Kom­men­tar­fel­der geht, das, was Leo­nie auf­tischt, nicht als so schwer­ge­wich­tig erken­nen, dass man ihr gewis­ser­ma­ßen das Posten hier madig macht.…
        Sie ver­zei­hen und erlau­ben mir sicher eine eigen­stän­di­ge Mei­nung dazu.

  14. Für SÜNDE kann es kei­ne Tole­ranz geben.
    Die Fol­gen der Sün­de beraubt den Men­schen der Gegen­wart Got­tes und Sei­ner Gna­de.
    Ver­ges­sen wird all­zu ger­ne, daß es ein zu spät gibt!

    Bes­ser wäre es zu Umkehr des Gei­stes und des Her­zens zur Got­tes­lie­be auf­zu­ru­fen.

    • Punkt­lan­dung! Dan­ke, genau so ist es!

      Jede noch so mensch­lich gemein­te facet­ten­rei­che „Gra­dua­li­tät“ ist eine gefähr­li­che Beru­hi­gungs­pil­le, die die Bri­sanz des „zu spät“ ver­kennt und jede Anstren­gung ent­sorgt.
      Beru­hi­gungs­pil­len kön­nen töd­lich sein.
      Nie­mand kennt den Tag und die Stun­de und ewig ist ewig.

  15. Über die Moral wird auch das Dog­ma auf­ge­weicht. Wer das über­sieht, macht die Arbeit der Moder­ni­sten. Unzäh­li­ge ande­re christ­li­che Grup­pen sind da ein war­nen­des Bei­spiel. Die Arbeit der Her­ren Marx, Schö­born und Kas­par zu machen, ist für einen treu­en Katho­li­ken kei­ne Aus­zeich­nung, son­dern eher eine Kapi­tu­la­ti­on. Aber viel­leicht greift beim Autor schon der ber­go­glia­ni­sche Repres­si­ons­ap­pa­rat. Wer weiß, ob nicht Lügen­kas­par schon bei ihm ange­ru­fen und gedroht hat.

  16. Es ist zwar m.E. rich­tig, dass die „Tra­di­tio­na­li­sten“ ein „ste­ri­les“ und auch infan­ti­les Geschlech­ter­bild und dar­um auch irrea­le Ehe­vor­stel­lun­gen pfle­gen und ein halb­wegs ver­nünf­ti­ger Mensch davon ein­fach nur pein­lich berührt sein kann. Die Fra­ge ist aber, ob irgend­wel­che „Intel­lek­tu­el­len“ hier wirk­lich einen Aus­weg bie­ten kön­nen…

    Die Ehe­mo­ral steht tat­säch­lich im Zen­trum des Glau­bens. Nicht wegen einer prü­den Sexu­al­mo­ral! Nicht wegen des o.g. infan­ti­len Geschlech­ter­bil­des! Nein — es ist nur ein ein­zi­ger Grund, und der ist gewich­tig:

    Weil die Ehe das Abbild der Bezie­hung zwi­schen Chri­stus und Kir­che ist.
    Die Ehe in die­ser über­na­tür­li­chen Fas­sung (das Natur­recht könn­te das nie­mals her­ge­ben!) ist tat­säch­lich der Aus­weis der Recht­gläu­big­keit.

    Die Kon­ser­va­ti­ven und Tra­di­tio­na­li­sten aber haben kei­ne Chan­ce.
    War­um?
    Weil auch sie zu wei­ten Tei­len abge­fal­len sind vom Glau­ben. Das Rei­ten von Prin­zi­pi­en hat näm­lich mit Glau­ben gar nichts zu tun, son­dern führt nur zu einem Tota­li­ta­ris­mus, der ja unge­schminkt immer wie­der sei­ne sata­ni­sche Frat­ze zeigt.

    An einer Stel­le, an der es um ein Myste­ri­um geht, kann Prin­zi­pi­en­rei­te­rei nur töd­lich wir­ken. Der Apo­stel Pau­lus aber sagt im Ephe­ser­brief, dass die Ehe als Abbild der Ver­mäh­lung Chri­sti mit sei­ner Braut ein „Myste­ri­um“ sei, und zwar ein so gro­ßes, dass nicht ein­mal er es voll­stän­dig erfas­sen kann. Den­noch prägt die Ehe an sich selbst kein unaus­lösch­li­ches Sie­gel in die See­le. Ihr Ziel weist über sie selbst hin­aus ins zöli­ba­tä­re Leben. Das Ehe­bild ist wie ein Kokon, der nach einem Rei­fe­pro­zess abfällt — im Him­mel näm­lich ist sie hin­fäl­lig.
    Nun kennt die Leh­re der Kir­che gera­de in der Braut-Chri­sti-Meta­pher eine rei­che Ent­fal­tung.
    Wenn wir ehr­lich sind, müs­sen wir zuge­ste­hen, dass gera­de die­ser gewich­ti­ge Teil der Leh­re auch den moder­nen Tra­di nicht mehr die Boh­ne inter­es­siert, ja, wie wir hier oft mit Ent­set­zen fest­stel­len müs­sen: er kennt sie nicht mal mehr, hält alles, was er dies­be­züg­lich nicht selbst erfun­den hat, für eine Irr­leh­re und ermor­det unter dem Bei­fall vie­ler den, der davon noch spricht.

    Ich glau­be, dass ohne eine radi­ka­le und öffent­li­che Reue und Umkehr, der sich auch die selbst­ge­rech­ten Tra­di­tio­na­li­sten unter­zie­hen müss­ten, alles wei­ter­hin den Bach run­ter­geht.
    Der Tag, an dem einer die­ser tra­di­tio­na­li­sti­schen Prin­zi­pi­en­rei­ter, Sei­te an Sei­te mit einem die­ser ober­fläch­li­chen Pastorel­len vor den Mikros mit tie­fer Reue sagt: „Ich habe gesün­digt, Herr erbar­me dich!“, der Tag, an dem auch wir beken­nen müs­sen, dass nur noch ein Buß­akt die Wen­de brin­gen kann, ein ech­ter Buß­akt, den ver­bor­ge­ne See­len schon jetzt voll­zie­hen, der Tag ist es, nach dem die gan­ze Welt sich ver­geb­lich sehnt.

    • @Zeitschnur:
      Ihre Herz­ze gege die Tra­di­ti­on wird immer maß­lo­ser. Es ist ein Rät­sel, was bzw. wer da in Sie gefah­ren ist. Keh­ren Sie um, es sind SIE, die „radi­ka­le und öffent­li­che Reue und Buße“ nötig hat.

    • huhu zeit­schnur,

      ich habe Ihnen gegen­über zuletzt schon mal erwähnt, Gott ist tota­li­tär. Gott ist so tota­li­tär das nichts in die­ser Welt an ihm vor­bei kommt. Was ist dar­an schlecht? Das Pro­blem ist das der Mensch nicht tota­li­tär wie Gott sein kann, quis ut deus. Aber es gilt die­ser tota­li­tä­ren Aus­rich­tung zu fol­gen so gut man kann aber nicht sel­ber zu die­sem Tota­li­ta­ris­mus zu wer­den. Chri­stus beug­te die­sem Anspruch vor, indem er sag­te, wer frei von Sün­de ist, der wer­fe den ersten Stein, es hebt auch die Voll­kom­men­heit Got­tes her­vor. Also war­um soll die Leh­re Got­tes nicht tota­li­tär sein? Dadurch ist der Mensch tota­li­tär in sei­ner Aus­rich­tung, im Han­deln da der Mensch sünd­haft ist jedoch nur ein­ge­schränkt hand­lungs­fä­hig.

      • „Totalitär““/„Totalitarismus“ ist ein fest­ge­leg­ter poli­ti­scher Begriff. Bit­te mal im Wör­ter­buch nach­se­hen.

        Gott ist Gott. Er ist hei­lig, gerecht und barm­her­zig. Ein Poli­ti­ker ist Er nicht…und wem er Auto­ri­tät gibt, ganz bestimmt nicht dazu, dik­ta­to­risch vor­zu­ge­hen.

        Mit einer struk­tu­rel­len Isla­mi­sie­rung des katho­li­schen Glau­bens als Ant­wort auf den Libe­ra­lis­mus ist nie­man­dem gedient! Sie bie­ten gera­de unbe­wusst ein gutes Bei­spiel für das, was ich mei­ne.

        Es ist der hel­le Wahn­sinn, auf den objek­ti­ven Auto­ri­täts­man­gel in der Kir­che mit lai­en­haf­tem „Tota­li­ta­ris­mus“ zu reagie­ren (auch wenn die­se Lai­en­haf­tig­keit von Prie­stern aus­geht!). Dar­auf liegt nie­mals ein Segen. Was nützt es, alle Weis­heit der Welt zu wis­sen und „durch­zu­set­zen“, wenn die Lie­be fehlt?

        That’s it.

    • @zeitschnur:

      „Die Kon­ser­va­ti­ven und Tra­di­tio­na­li­sten sind zu wei­ten Tei­len abge­fal­len vom Glau­ben, denn sie sind Prinz­pi­en­rei­ter.“ Eine beacht­li­che Aus­sa­ge!

      Mir scheint Prin­zi­pi­en­rei­te­rei eher eine cha­rak­te­ro­lo­gi­sche Kate­go­rie zu sein, die gar nichts dar­über aus­sagt, ob eine Per­son gläu­big ist oder nicht. Der wah­re Glau­be ist kei­ne Garan­tie für das Frei­sein von Cha­rak­ter­feh­lern. Wer das bestrei­tet, betreibt unver­kenn­bar Prin­zi­pi­en­rei­te­rei!

      • Das glau­be ich eher nicht — wie­so soll­te „Prin­zi­pi­en­rei­te­rei“ eine Cha­rak­ter­fra­ge sein?

        Aber gleich, was Sie dar­un­ter ver­ste­hen — ich mein­te damit fol­gen­des:
        Unter den Tra­di­tio­na­li­sten fin­det sich ein schmerz­lich spür­ba­rer Über­hang an Per­so­nen, die wenig Bezug zum Myste­ri­um und dar­über hin­aus weder so etwas wie „Lie­be“ noch gar Benimm haben.

        Nun sind aber alle Sakra­men­te objek­tiv defi­niert und unver­än­der­lich UND Myste­ri­en. Das, was dog­ma­tisch defi­niert wur­de, ist ja nicht ein­fach ein „mora­li­sches“ oder begriff­li­ches Gerüst, das sich selbst dient und ideo­lo­gi­siert wer­den dürf­te, son­dern die objek­ti­ve Defi­ni­ti­on ist gewis­ser­ma­ßen die Fas­sung, die der mensch­li­chen Natur geschul­det ist, um sich dem Myste­ri­um über­haupt nähern zu kön­nen und in es ein­zu­tre­ten. Ziel ist das Myste­ri­um, das man nur selbst­lo­ser Hin­ga­be erfah­ren kann.

        Im Tra­di­tio­na­lis­mus macht sich mehr und mehr eine Gei­stes­ver­fas­sung breit — wenn sie nicht von vorn­her­ein schon da war — nur noch die­se Fas­sung zu sehen, sehr oft auch noch ange­rei­chert durch den Abfall der Geschich­te, der gar nicht zwin­gend dazu gehö­ren müss­te — und wehe dem, der dar­an erin­nert, dass hier aber doch das Myste­ri­um selbst das Wesent­li­che ist und nicht die Fas­sung! Nir­gends fin­det man mehr Respekt­lo­sig­keit, den sofor­ti­gen Über­gang zur per­sön­li­chen Belei­di­gung, eit­le Her­ab­las­sung und eine pein­li­che Hyste­rie im Umgang mit­ein­an­der, sobald einer eben nicht in den aus­ge­tre­te­nen ideo­lo­gi­schen Pfa­den geht.
        Und das ist lan­ge ein­ge­übt und kei­ne Cha­rak­ter­fra­ge.
        Es mag aller­dings sein, dass Per­so­nen, die ohne­hin schon eine bestimm­te ein­ge­üb­te Dis­po­si­ti­on mit­brin­gen, sich mehr­heit­lich in der Tra­di­tio­na­li­sten­sze­ne sam­meln, in der sie aber offen­sicht­lich kei­nen Wider­stand antref­fen für die­se fal­sche Hal­tung.

      • @ zeit­schnur:

        Mit dem, was Sie ant­wor­ten, wäre allen­falls bewie­sen, daß es an Lie­be (und Höf­lich­keit) man­gelt — aber nicht, daß der von Ihnen ange­spro­che­ne Per­so­nen­kreis vom Glau­ben abge­fal­len ist. Letz­te­res hat­ten Sie behaup­tet.

        Der Bezug zum Myste­ri­um, auf den Sie hin­wei­sen, ist etwas inner­li­ches und unter­liegt daher letzt­lich aus­schließ­lich der Beur­tei­lung Got­tes und ‑inquan­tum fie­ri potest- den von ihm ein­ge­setz­ten Auto­ri­tä­ten in foro inter­no. Man kann nicht eine Gewis­sens­er­for­schung für ande­re Leu­te anstel­len wol­len, schon gar nicht für einen grö­ße­ren Per­so­nen­kreis. Sie wer­den sicher nicht bestrei­ten wol­len, daß hier jeder am besten zual­ler­erst vor der eige­nen Türe kehrt.

        Schließ­lich: Wie­vie­le der von Ihnen so vehe­ment Kri­ti­sier­ten ken­nen Sie eigent­lich per­sön­lich? Das­je­ni­ge, was eine Per­son in irgend­wel­chen Foren äußert, erlaubt doch wohl kaum Urtei­le über eine Gesamt­per­sön­lich­keit. Zumin­dest nicht, wenn man selbst Lieb­lo­sig­keit ver­mei­den will.

      • Naja — es gibt auch noch eine katho­li­sche Welt jen­seits die­ses Forums, ver­ehr­ter Anti­fe­bro­ni­us, nicht wahr? Woher wol­len denn Sie wis­sen, wen ich alles ken­ne und wo ich her­um­kom­me?

        Ich habe übri­gens nir­gends eine „Gewis­sens­er­for­schung“ bei ande­ren betrie­ben. Sie ver­wech­seln da etwas. Aber Sie wis­sen viel­leicht, dass Gott uns allen Ver­stand gege­ben hat und Urteils­fä­hig­keit auf­grund vor­lie­gen­der Fak­ten? Jeder Gläu­bi­ge soll prü­fen — andern­falls wür­de nicht jeder am Ende zur Rechen­schaft gezo­gen. das ist auch die durch­ge­hen­de Linie in der Schrift und bei den hei­li­gen, die aus allen Stän­den kamen.

        Ich betrei­be dage­gen etwas eher Nüch­ter­nes: ich habe Augen und Ohren offen und gehe davon aus, dass des, wes das Herz voll ist, auch der Mund über­geht. Und wenn hin­sicht­lich des Bezugs zum Myste­ri­um nix kommt, dafür aber jede Men­ge Stamm­tisch, Dem­ago­gie und Instru­men­ta­li­sie­rung der ein­zel­nen für Lager­in­ter­es­sen, dann weiß ich auf­grund der Ver­nunft, mit wem ich es zu tun habe.

        Es gibt ja zum Glück sehr tie­fe Men­schen, die sich dann auch äußern — wie es auch nicht anders sein kann, denn es kommt das aus dem Men­schen, was in ihm ist.
        Wie vie­le Chan­cen hat hier und heu­te einer die­ser tie­fen Gläu­bi­gen, nicht tot­ge­prü­gelt zu wer­den? Mir ste­hen erschüt­tern­de Bei­spie­le vor Augen.

        Man sagt, dass jemand vom Glau­ben abge­fal­len ist, wenn er einem Dog­ma beharr­lich wider­spricht. Der Wider­spruch beginnt schon bei der hart­näcki­gen Ver­tie­fung der Mei­nung, der Papst sei mei­stens fal­libel und man dür­fe ihm unge­hor­sam sein. Ein gewis­ser Mon­si­gno­re ist ja inzwi­schen sogar so weit gegan­gen, das betref­fen­de Vat-I-Dog­ma regel­recht zu ver­dre­hen ins Gegen­teil.
        Und so könn­te man gera­de wei­ter­ma­chen. Sprengt aber hier den Raum. Ich äuße­re mich ja oft genug dazu, und die­se wun­den Punk­te wol­len hier vie­le nicht hören und reagie­ren dar­auf, obwohl es schwarz auf weiß vor­liegt, wie von der Taran­tel gesto­chen. Lie­ber lügt man sich wei­ter und immer tie­fer — eben in den Unglau­ben hin­ein. Denn eine Häre­sie führt zum gesam­ten Abfall — so hat das die Kir­che doch immer gese­hen!

        Aus einer häre­tisch-eifern­den Lager­men­ta­li­tät wird dann erst die Lieb­lo­sig­keit und Respekt­lo­sig­keit gebo­ren.

      • @ zeit­schnur

        Den Begriff Tota­li­ta­ris­mus in Bezug auf die Tra­di­ti­on haben ins Spiel gebracht. Weil Ihnen die Ant­wort nicht schmeckt wol­len Sie auf ein­mal den Begriff aus­ra­die­ren. Es ist nicht gerecht den Begriff sel­ber ver­fälscht in den Raum zu wer­fen und dann ande­ren mit dem Wör­ter­buch zu kom­men. Von mir aus erset­zen Sie ihn auch mit abso­lut oder wenn Ihnen etwas Pas­sen­de­res ein­fällt mit die­sem Wort dann. War­um glau­ben Sie soll­te man eine neue Ant­wort auf den Libe­ra­lis­mus über­haupt neu erfin­den? War­um bit­te das Rad neu erfin­den? War­um?
        Zur Lie­be hat Anti­fe­bro­ni­us schon sehr gut und ein­fach gesagt, was zu sagen ist, dan­ke dafür Anti­fe­bro­ni­us. Die Sakra­men­te sind unver­än­der­lich, was das Bege­hen indi­vi­du­el­ler ideo­lo­gi­schen Pfa­de betrifft, sieht man auch wohin es die Mensch­heit geführt hat, an den Abgrund der Schöp­fung. Über­all Hun­ger und Krieg und den Zer­fall der Kon­zils­kir­che, Zer­fall der Fami­li­en. Wenn Sie man­geln­de Lie­be im Umgang fest­stel­len, was schon hier und da vor­kom­men kann, dann kommt das nicht durch die Leh­re oder durch die treu geblie­be­nen Hir­ten. Ver­ges­sen wir nicht, dass noch alle von uns mehr oder weni­ger auf zwei Hoch­zei­ten tan­zen müs­sen, ein­mal den Glau­ben in sich und noch die rea­le athe­isti­sche Rebel­len­welt im All­tag um sich. Man kann nicht von der Hand wei­sen das die­ser Spa­gat in jedem auch selbst einen Kampf aus­löst bzw. ein Rin­gen mit den Kräf­ten.

      • @ zeit­schnur:

        „Woher wol­len denn Sie wis­sen, wen ich alles ken­ne und wo ich her­um­kom­me?“

        Habe ich etwa behaup­tet, das zu wis­sen? Inter­es­siert mich übri­gens auch nicht.

        Die Art, wie Sie an gewis­se Pro­ble­me ‑die es unleug­bar gibt ‑her­an­ge­hen, ist mit Sicher­heit nicht ziel­füh­rend. Sie machen eine Staats­af­fä­re dar­aus, wenn die armen und geschun­de­nen Gläu­bi­gen mit­un­ter in ihrer Kri­tik zu weit gehen, es an der nöti­gen Lie­be und Höf­lich­keit feh­len las­sen, die Glau­bens­leh­re nicht hin­rei­chend ken­nen. Natür­lich ist das alles nicht gera­de erfreu­lich. Aber: Wenn Men­schen gequält, ihrer objek­tiv hei­lig­sten Güter beraubt und mit­un­ter sogar sozi­al geäch­tet wer­den, braucht man sich nicht zu wun­dern, wenn u.U. eine Über­re­ak­ti­on erfolgt. Wenn Men­schen jahr­zehn­te­lang kei­ne nor­ma­len Pre­dig­ten mehr gehört haben, kei­ner syte­ma­ti­schen Kate­che­se fol­gen kön­nen und sich ihr Glau­bens­wis­sen aus­schließ­lich pri­vat aneig­nen, sind Wis­sens­lücken und Schief­hei­ten unver­meid­lich.

        Ich habe unter die­sen Gläu­bi­gen mein seel­sorg­li­ches Arbeits­feld. Daher will ich hier ein­mal öffent­lich Ver­wah­rung gegen die erstaun­li­che Unver­fro­ren­heit ein­le­gen, mit der Sie die­se Men­schen beur­tei­len. Vie­le von ihnen nöti­gen mir durch ihren Opfer­geist, ihre Fröm­mig­keit, ihr jah­re­lan­ges gedul­di­ges Kreuz­tra­gen, ihren Ein­satz für ihre Fami­lie tie­fen Respekt, ja Bewun­de­rung ab. Natür­lich gibt es auch bei man­chen weni­ger Erfreu­li­ches, das sei gar nicht bestrit­ten. Aber mit der Holz­ham­mer­me­tho­de ist dies nicht zu ändern.

        So wie Sie vor­ge­hen, brau­chen Sie sich jeden­falls nicht zu wun­dern, daß Kri­tik, so sie denn im Ein­zel­fall tat­säch­lich berech­tigt ist, nicht ange­nom­men wird.
        Sie gehen als die Frau Ober­leh­rer durch die­ses Forum, ent­wickeln gan­ze Lehr­sy­ste­me, die zu qua­li­fi­zie­ren hier nicht der Ort ist, ver­tei­len theo­lo­gi­sche Zen­su­ren, geben Urtei­le über alles und jeden ab, rem­peln ande­re an, rufen zu „Buß­ru­hen“ auf etc., als ob Sie irgend­ei­ne theo­lo­gi­sche, pasto­ral- seel­sorg­li­che oder gar lehr­amt­li­che Auto­ri­tät besä­ßen. Und wen das ‑begreif­li­cher­wei­se- nicht über­zeugt, der ist lieb­los, ungläu­big, unwis­send usw. usf.

        Viel­leicht geben Sie ein­mal selbst das Vor­bild der von Ihnen heu­te gefor­der­ten Buß­ru­he.

        Es ist lei­der unwahr­schein­lich, daß Sie dies tun wer­den. Mit Sicher­heit wer­den Sie jetzt in der gewohn­ten Art reagie­ren und wie­der irgend­ei­nen Ihrer reich­lich über­lüs­si­gen Ser­mo­nes ein­stel­len, den ich aber nicht zur Kennt­nis neh­men wer­de. Dafür ist mir mei­ne Zeit zu scha­de.

      • @ Hein­rich

        Ich behaup­te (i.S. einer The­se), dass „die“ Tra­di­ti­on ver­sucht, mit­hil­fe einer tota­li­tä­ren Ideo­lo­gi­sie­rung des Glau­bens und — wo sie es sich erlau­ben kann — auch des Han­delns ihre Zie­le durch­zu­zwin­gen.
        Sie haben mir dar­auf hin erklärt, dass Sie fin­den, Gott sei tota­li­tär und des­we­gen müss­ten wir es auch sein.
        Mei­ne Ant­wort dar­auf war, dass Gott nicht tota­li­tär ist, weil er Gott ist und nicht ein klei­ner, macht­gei­ler Geist, der es nötig hät­te, via Tota­li­ta­ris­mus ande­re dazu zu zwin­gen, sich IHm zu unter­wer­fen.

        Tra­di­tio­na­li­sten den­ken unab­läs­sig, sie müss­ten etwas ret­ten, hero­isch gegen dies und jenes kämp­fen und Stra­te­gi­en ersin­nen, um sich inen­rwelt­lich zu posi­tio­nie­ren. Das nen­ne ich einen tota­len Ver­trau­ens­ver­lust! Sie haben sich poli­tisch — ohne Unrechts­be­wusst­sein! — mehr oder weni­ger faschi­sti­schen Staats­mo­del­len ver­schrie­ben und sind dadurch mit­schul­dig gewor­den am mil­lio­nen­fa­chen Tod. Denn wir alle wis­sen, was der Him­mel uns vor­ge­schrie­ben hat — außer­or­dent­lich in einer außer­or­dent­li­chen Lage: der Papst soll­te mit den Bischö­fen Russ­land dem unbe­fleck­ten Her­zen wei­hen, wir soll­ten die Andacht zum unfleck­ten Her­zen pfle­gen und die Süh­ne­sams­ta­ge ein­hal­ten und Rosen­kranz beten. Bedin­gung 1 ist aus­ge­blie­ben und die Welt ist seit­her im Cha­os ver­sun­ken. Russ­land ver­brei­tet bis heu­te sei­ne Irr­tü­mer (was natür­lich nicht heißt, dass es nicht ant­ago­ni­sti­sche Kräf­te gibt, die ihre eige­nen Irr­tü­mer auch ver­brei­ten!). Und es ist wie es in der Offen­ba­rung heißt: wir den­ken nicht dran, Buße zu tun, son­dern rei­ßen das Maul nur noch mehr auf und lästern über den Rat der Got­tes­mut­ter — den so lie­be­vol­len und so ein­fa­chen Rat, der das furcht­ba­re Ster­ben und die gei­sti­ge Zer­stö­rung des 20. Jh wahr­schein­lich sehr ein­ge­dämmt hät­te.
        Wir sit­zen nun auf dem Trüm­mer­hau­fen des 20. Jh, noch fett­lei­big, aber gei­stig ver­hun­gert und ver­dur­stet.
        Mir geht es bei­lei­be nicht drum, der Tra­di­ti­on in den Rücken zu fal­len.

        Aber da wir kein leben­di­ges Lehr­amt haben, braucht sich nie­mand ein­zu­bil­den, er kön­ne es leben­dig hal­ten. Das sehen wir doch vor Augen: die Tra­di­ti­on ist gei­stig genau­so erstarrt wie ihre Fein­de, es sind bloß ant­ago­ni­sti­sche Erstar­rungs­mu­ster.

        Es steht mir vor mei­nem inne­ren Auge, dass nichts hel­fen kann außer der gefor­der­ten Buße und Wei­he. Uns ist doch außer­or­dent­lich gesagt, was zu tun wäre, um das poli­ti­sche Cha­os zu über­win­den. Uns ist aber nicht auf­ge­tra­gen, zu glau­ben, wir könn­ten Stra­te­gi­en gegen den Satan erfin­den — das ist eben die Hybris: die­sen selbst­ge­wähl­ten Kampf kön­nen wir nur ver­lie­ren!
        „Isra­el“ heißt: „Hier strei­tet Gott“.
        Wir müs­sen nicht das lösen, was Gott lösen wird!
        An uns ist die buß­fer­ti­ge Gesin­nung, mehr nicht. Das wür­de genü­gen. Gott wür­de uns alles ein­ge­ben, was wir dann kon­kret tun müss­ten.

      • Wäre die Tra­di­ti­on tota­li­tär, wür­de Sie Ungläu­bi­ge zwin­gen zu Glau­ben. Tut Sie das? Nein, im Gegen­teil. Es steht jedem frei zu Glau­ben, uns bei­den auch aber die Leh­re ist abso­lut, die Aus­rich­tung ist abso­lut aber wir kön­nen die­se Abso­lut­heit Got­tes nicht errei­chen auf­grund unse­rer Sünd­haf­tig­keit, quis ut deus. Wir kön­nen dar­an teil­ha­ben. Was der Katho­li­zis­mus braucht ist ein Hir­te der wirk­lich mit der Leh­re auf dem Ban­ner wie ein Apo­stel vor­an­schrei­tet alle Scha­fe sam­melnd, er muss nicht ein­mal Papst sein. Jeder Kom­pass braucht sei­ne Nadel.

      • Anti­fe­bro­ni­us — Sie müs­sen ja mei­ne Postings nicht lesen, wenn das Ihre Emo­tio­nen durch­ein­an­der bringt, aber ich fra­ge mich, wie ein Prie­ster ein der­art per­sön­lich belei­di­gen­des Posting ver­fas­sen kann, ohne auch nur einen Satz in der Sache zu sagen.
        Und Sie kön­nen sich nicht auf das her­aus­re­den, was auf man­che — wie Sie sagen — sicher­lich zutrifft.

        Es ist ganz ein­fach: ich sage Sachen, die Ihnen nicht pas­sen, aber ich habe Sie nicht per­sön­lich ange­grif­fen oder belei­digt. Wie kommt das, dass Sie als Geist­li­cher mir dann auf die­sem Niveau etwas ent­ge­gen­spucken?

        Ich bin ein Mensch, und bloß, weil ich Ihnen über­stark erschei­ne (was ich natür­lich nicht bin), soll­ten Sie nicht die­sem vul­gä­ren, eines Prie­sters unwür­di­gen Impuls fol­gen, der Ihnen ein­gibt, auf mich dürf­te man dann ja unge­niert ein­prü­geln und dies in der Manier einer Stra­ßen­gang.

        Wer kei­ne Lust auf mei­ne Ide­en hat — ein­fach nicht lesen.
        Aber ich muss gera­de lachen — es lesen scheint’s seh vie­le mei­ne Postings, auch gemes­sen an den pri­va­ten Rück­mel­dun­gen.

        Wer mir wider­spre­chen will, soll es auf Augen­hö­he und in den Min­dest­stan­dards für zivi­li­sier­te Dis­kur­se tun.
        Sie wis­sen genau, das ich genau­so unter der Lage seuf­ze wie alle ande­ren auch und ein­fach ein leb­haf­ter und bren­nend inter­es­sier­ter Mensch bin. Aus Ihren Wor­ten spricht aber irgend­wie auch Fut­ter­neid — kurz: tun Sie mir den Gefal­len und brin­gen Sie das in Ord­nung, ich kann schlecht damit leben, wenn Prie­ster so aus­fäl­lig sind. Irgnd­wie habe ich trotz die­ser depri­mie­ren­den kle­ri­ka­len Rea­li­tät immer noch den unbe­irr­ba­ren Wahn, dass ein Prie­ster von beson­de­rer Wür­de ist.

        Und das mit der Buße neh­me ich von Maria an, wenn Sie erlau­ben, ich mei­ne ich ver­su­che es auch per­sön­lich. Was stört Sie dar­an? Ich glau­be zutiefst, das wäre der Schlüs­sel zu einer ech­ten Wen­de, die aber dann Gott schenkt.

    • @ Hein­rich

      Ja, da haben Sie Recht — aber das ist doch was ande­res! Dass in Gott kei­ne Unklar­heit und kei­ne Halb­schat­ten sind — statt­ge­ge­ben, inso­fern abso­lut.
      Die Fra­ge ist aber, was denn die­se Abso­lut­heit Got­tes für uns heißt.
      Es sind die Dog­men und die Gebo­te, ganz sicher — aber das mein­te ich nicht.
      Man kann auch hin­ter ver­schlos­se­nen Türen tota­li­tär sein, und das hat nichts mehr mit den Nor­men Got­tes zu tun, son­dern mit mensch­li­chen Nor­men, die einer setzt und dabei noch behaup­tet, das sei von Gott.
      Ich sehe die­ses Pro­blem durch­aus bei den Prie­ster­brü­dern eben­so wie bei Wil­li­ma­son — sie leben eine Par­al­lel­struk­tur, aner­ken­nen den Papst als Papst und tre­ten ihm täg­lich in den Aller­wer­te­sten, ver­lan­gen aber ihrer­seits rigi­den Gehor­sam, als sei­en sie die­je­ni­gen wel­che.
      Sie sind aber nach aller gül­ti­gen Leh­re nicht im Besitz der Auto­ri­tät, die sie sich anma­ßen.
      Das heißt nicht, dass ich ihnen in Ein­zel­fra­gen nicht zustim­me, aber es ist Bei­spiel für das „Tota­li­tä­re“. Da maßt sich jemand Auto­ri­tät an — sogar „gegen“ die eigent­li­che „Auto­ri­tät“, die er ja durch­aus aner­kennt (!) — und schwört damit die Leu­te auf sich selbst ein. Die­se Struk­tur wird auch nicht dadurch „rich­ti­ger“, dass wir einen Aus­fall des Lehr­am­tes haben. Aus­fall heißt Aus­fall — das müss­te dann so auch hin­ge­nom­men wer­den!
      Wenn mein Auto aus­fällt, kann mein Fahr­rad auch nicht her­um­ra­deln und behaup­ten, es sei nun das Auto, das über­dies auch noch das Num­mern­schild des Autos abmon­tiert und sich selbst anschraubt, mords­mä­ßig Brum­brum machen und dem Tank­wart ein­mal Voll­tan­ken abver­lan­gen und mich in Grund und Boden ver­flu­chen, weil ich dann die lan­ge Strecke doch lie­ber mit der Tram fah­re.

  17. Man muss Olden­dorfs ande­re bei­den Arti­kel, die hier erschie­nen sind, lesen, dann ver­steht man v bes­ser, was er ver­mut­lich meint. Er geht offen­bar davon aus, dass Kas­per das Natu­recht nur für ein besten­falls phi­lo­so­phie­ge­schicht­li­ches Kon­strukt hält. Des­we­gen gibt es für Kas­per dann kei­ne in sich schlech­ten Hand­lun­gen mehr. Kas­per will aber dann in Zivil­ehen und sogar in Homo­part­ner­schaf­ten „Ele­men­te der sakra­men­ta­len Ehe“ erken­nen: Treue, Gegen­sei­ti­ge Für­sor­ge oder gege­be­nen­falls die gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung für Kin­der. Wegen die­ser Gemein­sam­kei­ten sei der Kom­mu­nion­emp­fang mög­lich. Olden­dorf Argu­men­tiert genau umge­kehrt. Er aner­kennt das Natur­recht, aber fin­det offen­bar, dass man die Augen nicht davor ver­schlie­ßen kann, dass es im Staat nicht mehr wirk­sam ist. Des­we­gen sagt Olden­dorf, dass die sakra­men­ta­le Ehe und die staat­li­che Ehe oder erst recht die Homo­ehe fak­tisch kei­ne Gemein­sam­kei­ten mehr haben. So müs­se Kas­per argu­men­tie­ren, wenn er für die­se Krei­se zur Kom­mu­ni­on zulas­sen wol­le. Denn dann begrün­det ja die zivi­le Wie­der­hei­rat oder noch weni­ger die Ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft (weil dort Unzucht wegen prin­zi­pi­ell aus­ge­schlos­se­ner Nach­kom­men­schaft) kei­nen Stand (!) „öffent­li­cher Tod­sün­de“ mehr, son­dern maxi­mal sind ein­zel­ne Unzuchts­sün­den mög­lich, die man aber wie alle Sün­den bereu­en und beich­ten kann und dann wie­der die Kom­mu­ni­on emp­fan­gen darf und sogar soll.

    Olden­dorf möch­te, wie ich ihn ver­ste­he, nicht die­ses Ziel errei­chen und auch nicht befür­wor­ten, son­dern sagt nur, dass Kas­per an sich logi­scher­wei­se genau so argu­men­tie­ren müss­te. Das Natur­recht exi­stiert, wird aber igno­riert. Auch geht katho­li­sche Moral für ihn offen­bar über das Natur­recht auch hin­aus, was zwei­fel­los rich­tig ist.

    Hier sagt er nur, dass er noch kei­ne Ent­war­nung geben möch­te, weil die Zwei­drit­tel­mehr­heit nur knapp ver­fehlt wur­de und weil die Kas­per­par­tei die natu­urecht­li­che Argu­men­ta­ti­on sowie­so auf­ge­ben will.

    Wenn ich das Gros der hie­si­gen Leser­mei­nun­gen anschaue, haben die Autoren den Arti­kel anschei­nend gar nicht ver­stan­den. Damit geben sie dem Bild, das Fran­zis­kus vom Tra­di­tio­na­li­ten zeich­net, ganz und gar recht. Aber sie wider­le­gen auch beredt die The­se des Intel­lek­tua­lis­mus, weil sie Olden­dorf nicht ver­stan­den haben. Zustim­men muss man ihm des­we­gen ja noch nicht. Aber für mich ist ganz klar, dass er für das Natur­recht ein­tritt, nur rea­li­stisch sieht, dass die­se Argu­men­ta­ti­on nie­man­den mehr erreicht (auch vie­le Bischö­fe nicht). Er steht für die über­lie­fer­te Leh­re und Pra­xis und gegen Kas­per. Aber er kann auch außer­halb sei­ner eige­nen Argu­men­ti­on den­ken. Für mich ist ein­deu­tig: Er steht gegen Kas­per. Und ich begrei­fe nicht, wie hier offen­bar sogar Teil­neh­mer an Con­ve­ni­ats, also Prie­ster und Theo­lo­gen, Olden­dorfs Argu­men­ti­on intel­lek­tu­ell nicht begrei­fen. Und des­we­gen ver­ste­hen sie nicht, dass Olden­dorf bloß ver­sucht, die über­lie­fer­te Leh­re und Pra­xis neu zu argu­men­tie­ren, wo alte Erklä­run­gen nicht mehr ver­stan­den wer­den, in der Kir­che und „außen“.

    • @ Fra­gen­der:

      Olden­dorfs Argu­men­ta­ti­on „intel­lek­tu­ell nicht begrei­fen“…

      Herr­lich! Nun, dann sind wir eben lau­ter Ein­falts­pin­sel. So ein Pech…

  18. Sie fas­sen das zusam­men was ich mir auch den­ke:

    Die­ser heu­ti­ge Kon­ser­va­tis­mus-zumin­dest bei nicht-tra­di­tio­na­li­sti­schen Bischö­fen ist rein auf die Moral aus­ge­legt-die letz­te Basti­on sozu­sa­gen.

    In die­sem einen Jahr wird noch so viel pas­sie­ren und der „hei­li­ge geist“ wird noch so wir­ken oder es zumin­dest ver­su­chen die bösen ewig gest­ri­gen Prä­la­ten umzu­stim­men.

    die ein­zi­ge „Hoff­nung“ wäre ein neu­es Kon­kla­ve vor der näch­sten Syn­ode-aber das ist böse zu den­ken.

  19. Ich habe mir jetzt in aller Her­gotts­früh die Arbeit gemacht und die gesamm­ten Leser­mei­nun­gen gele­sen und darf festel­len über 80% der Leser haben den Sinn des Arti­kels nicht ver­stan­den
    und zei­gen damit klar daß Papst Fran­zis­kus völ­lig recht hat mit der Dia­gno­se die er in der Schluß­an­spra­che der Syn­ode bezüg­lich der „Tra­di­tio­na­li­sten “ gestellt hat.
    Es ist erschreckend wel­chen gei­sti­gen Nie­der­gang das „Tra­d­i­tiio­na­li­sti­sche Lager“ in den letz­ten 30 Jah­ren erle­ben muß­te
    Nach dem der mir seit fast 10 Jah­ren freund­schaft­lich ver­bun­de­ne Autor hier bereits eine Erläu­te­rung hat fol­gen las­sen kann ich mir eine Erklä­rung spa­ren
    Ich will mich hier aber als Pro­phet betä­ti­gen : Die hyste­ri­schen Reak­tio­nen zu den vor­gän­gen auf der Syn­ode zei­gen wie schwach das „kon­ser­va­ti­ve Lager“ in der nach­kon­zi­lia­ren Kir­che gewor­den ist und das Tra­di­la­ger jetzt bald das Intel­lek­tu­el­le Niveau der Zeu­gen Jeho­vas erreicht hat die­se sind auf völ­lig unfä­hig zu abstra­hie­ren
    und es wir nie­mand den Wie­der­stand zur Kennt­nis neh­men wenn bis 2034 der Zöli­bat abge­schafft ist und man in St. Peter der ersten Dame die Mitra auf die hof­fent­lich sta­bi­le Dau­er­wel­le gesetzt hat

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