Gültigkeit und Geltung des Naturrechts — Anfragen an Kardinal Kaspers Argumentation

Kardinal Kasper in der Synodenaula
Kar­di­nal Kas­per in der Syn­ode­nau­la

von Cle­mens Vic­tor Olden­dorf.

In mei­nem letz­ten, auf Katholisches.info erschie­ne­nen Bei­trag hat­te ich vor­ge­schla­gen, wer wie Kar­di­nal Wal­ter Kas­per eine Zugangs­mög­lich­keit zivil geschie­de­ner und zivil wie­der­ver­hei­ra­te­ter, katho­li­scher Chri­sten zum Kom­mu­nion­emp­fang errei­chen wol­le, sol­le doch bes­ser genau umge­kehrt wie Kar­di­nal Kas­per argu­men­tie­ren. Ich hat­te geschrie­ben, es gehe nicht dar­um, in sol­chen Zivil­ehen (oder auch im bloß fak­tisch dau­er­haf­ten Zusam­men­le­ben) „Ele­men­te der sakra­men­ta­len Ehe“ zu erken­nen, son­dern anzu­er­ken­nen, daß die heu­ti­gen, staat­li­chen Ehe­kon­zep­tio­nen mit der sakra­men­ta­len und auch mit der Natur­recht­sehe nur noch den Begriff „Ehe“ gemein­sam haben.

Dies habe ich anschlie­ßend näher aus­ge­führt und recht pla­stisch illu­striert, indem ich es auf die Kon­se­quenz zuspitz­te, daß man dann auch und gewis­ser­ma­ßen sogar erst recht, Men­schen, die in gleich­ge­schlecht­li­chen, soge­nann­ten Ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaf­ten leben, zur hei­li­gen Kom­mu­ni­on zulas­sen müs­se. Auch die Begrün­dung dazu habe ich neu­lich bereits gege­ben.

Jetzt zeich­net sich aber auf der in Rom tagen­den Bischofs­syn­ode ab, daß die Öff­nung hin zu homo­se­xu­ell leben­den Part­ner­schaf­ten mög­li­cher­wei­se sogar wei­ter fort­ge­schrit­ten ist, als die Fra­ge der Zulas­sung der wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen zum Sakra­ment der Eucha­ri­stie.

Ich muß sicher nicht unter­strei­chen, daß ich mich mit den Ziel­set­zun­gen Kar­di­nal Kas­pers nicht iden­ti­fi­zie­re. Mein Argu­ment war viel­mehr dies, daß es für jeman­den, der die­se Zie­le teilt, logi­scher wäre, argu­men­ta­tiv genau umge­kehrt zu ope­rie­ren. Inzwi­schen habe ich den Ein­druck, die­se Über­le­gung auf der theo­re­ti­schen Ebe­ne doch deut­li­cher erklä­ren zu müs­sen:

Naturrecht kein katholisches Sondergut

Das Natur­rechts­den­ken ist eine Mensch­heits­tra­di­ti­on, die, „solan­ge zurück­reicht, wie über­haupt Spu­ren mensch­li­chen Den­kens rei­chen“ (Wolf­gang Wald­stein). Man muß sagen, daß das Natur­recht in die­sem Kon­sens­cha­rak­ter eine unschätz­ba­re Funk­ti­on inne­ge­habt hat, Recht und Gesetz­ge­bung gegen nack­ten Rechts­po­si­ti­vis­mus, der ohne inne­ren und zugleich vor­aus­lie­gen­den Wert­maß­stab funk­tio­niert, zu immu­ni­sie­ren. Natur­recht als Kon­sens half somit, tota­li­tä­re Will­kür im Gewand der Lega­li­tät wirk­sam abzu­weh­ren. Zugleich muß man hin­zu­fü­gen, daß der Natur­rechts­kon­sens spä­te­stens begin­nend mit der Auf­klä­rung des 18. Jahr­hun­derts zuneh­mend ver­dun­stet ist. Mitt­ler­wei­le ist er in Phi­lo­so­phie und Juris­pru­denz einem bei­na­he all­ge­mei­nen Kon­sens gewi­chen, das Natur­recht sei nur eine Fik­ti­on.

In gewis­sem Sin­ne war es bis jetzt eigent­lich nur noch die katho­li­sche Kir­che, die an einer natur­recht­li­chen Argu­men­ta­ti­on fest­ge­hal­ten hat. Dies ist sicher im Bereich der Moral­theo­lo­gie beson­ders augen­fäl­lig gewe­sen und hat dazu geführt, die Vor­stel­lung des Natur­rechts als reli­giö­se Auf­fas­sung anzu­se­hen, zuletzt sogar als spe­zi­fisch katho­li­sches Gedan­ken­gut zu betrach­ten. Das stellt eine Ver­ken­nung der Natur­rechts­idee dar, die von ihrem Ursprung und Anspruch her weder selbst eine spe­zi­fi­sche, reli­giö­se Über­zeu­gung ist, noch eine bestimm­te reli­giö­se Über­zeu­gung vor­aus­setzt.

Schwachpunkte und Versuchungen „katholischer“ Naturrechtsargumentation

Wenn wir uns fra­gen, was zur Ver­dun­stung des Natur­rechts­kon­sen­ses geführt hat, mei­ne ich, zwei Schrit­te ange­ben zu kön­nen. Erstens die Ten­denz, unge­bühr­lich viel als natur­recht­lich ver­an­kert zu betrach­ten, somit als posi­tiv­recht­li­cher Neu- oder Anders­ge­stal­tung prin­zi­pi­ell ent­zo­gen. Natur­recht erschien dadurch wie ein Tot­schlag­ar­gu­ment, um gesetz­ge­be­ri­sche Frei­heit, den sta­tus quo fle­xi­bel und krea­tiv wei­ter­zu­ent­wickeln, abzu­wür­gen. Der Anspruch des Natur­rechts, uni­ver­sal gül­tig zu sein, gehört die­sem ersten Schritt an und konn­te zu dem Miß­ver­ständ­nis füh­ren, Natur­recht weh­re nicht Tota­li­ta­ris­men ab, son­dern sei im Gegen­teil selbst tota­li­tär. Als wei­te­ren Schritt benen­ne ich zwei­tens, daß katho­li­sche Natur­rechts­den­ker unbe­wußt den Irr­tum über­nom­men hat­ten, das Natur­recht sei in der Tat reli­gi­ös fun­diert, näher­hin sei es tat­säch­lich „katho­lisch“.

Das führ­te näm­lich bis jetzt bei vie­len ein­fa­chen Katho­li­ken und auch bei Theo­lo­gen „kon­ser­va­ti­ven“ Selbst­ver­ständ­nis­ses zu dem doch nai­ven Umkehr­schluß, alle (!) mora­li­schen Nor­men des katho­li­schen Glau­bens, sei­en zugleich natur­recht­lich ver­bind­lich und bän­den somit alle Men­schen.

Mei­ne Erwi­de­rung an Kas­pers Adres­se war nun letzt­lich, daß sich die Syn­ode doch bes­ser der Rea­li­tät stel­len sol­le, daß das Natur­recht nicht mehr all­ge­mein akzep­tiert, daß es viel­mehr fak­tisch in unse­ren Gesell­schaf­ten unwirk­sam gewor­den ist. So hät­te die Syn­ode an der uni­ver­sa­len Gül­tig­keit und am Anspruch des Natur­rech­tes fest­hal­ten und zugleich fle­xi­bler auf das Fak­tum reagie­ren kön­nen, daß die kon­kre­te Gel­tung des Natur­rechts weit­hin gänz­lich auf­ge­ho­ben ist. Das wür­de auch nicht Zustim­mung zu die­sem Fak­tum bedeu­ten oder resi­gnier­te Kapi­tu­la­ti­on davor.

Kasper bestreitet Gültigkeit des Naturrechts und begrüßt faktisch, daß es konkret nicht mehr gilt

Wenn man das neue­ste Inter­view Kas­pers liest, belegt es eher, daß er die Natur­recht­s­ar­gu­men­ta­ti­on auch sei­tens der katho­li­schen Kir­che auf­ge­ben will. Er spricht davon, man sol­le die afri­ka­ni­schen Bischö­fe, die sich sei­nem Ansin­nen ent­ge­gen­stel­len, nicht so sehr beach­ten. Und er unter­schei­det ver­schie­de­ne Kul­tur­krei­se, die unter­schied­lich zu beur­tei­len sei­en. Gera­de letz­te­res beweist, daß es ihm nicht dar­um geht, pasto­ral zu klä­ren, wie die katho­li­sche Kir­che in einer Welt, die das Natur­recht nicht mehr beach­tet und in der man mit einer natur­recht­li­chen Argu­men­ta­ti­on nicht mehr durch­drin­gen kann, reagie­ren soll, son­dern daß er selbst Exi­stenz und Gül­tig­keit des Natur­rechts bestrei­tet. Wenn Kul­tur­krei­se über die Beur­tei­lung sitt­li­cher Hand­lun­gen ent­schei­den, gibt es für Kar­di­nal Kas­per offen­bar kei­ne sitt­li­chen Hand­lun­gen mehr, die unter allen Umstän­den, zu jeder Zeit und über­all mora­lisch „in sich schlecht“ sind. Die­se Anschau­ung Kar­di­nal Kas­pers wäre nichts wei­ter als ein Anschluß an den neu­en Kon­sens, Natur­recht sei nur eine Fik­ti­on.

Zwar kann man die Offen­ba­rung Got­tes und das Natur­recht nicht als eine Grö­ße betrach­ten und auch nicht als in allem unbe­dingt deckungs­gleich. Doch bei­de Grö­ßen haben die Kom­po­nen­ten inhalt­li­cher Bestimmt­heit und Unver­än­der­lich­keit gemein­sam. Der Moder­nis­mus hat einen vita­li­sti­schen Offen­ba­rungs­be­griff; wenn die katho­li­sche Kir­che sich jetzt auch von Natur­recht­s­ar­gu­ment ver­ab­schie­det, wird auch noch die Moral einer vita­li­sti­schen Kon­zep­ti­on unter­wor­fen, mehr noch: Da ja nicht ein vita­li­sti­sches, schran­ken­los rever­si­bles und situa­ti­ons­ab­hän­gi­ges, Natur­recht behaup­tet, son­dern die Exi­stenz des Natur­rechts über­haupt bestrit­ten wird, kann dann streng­ge­nom­men kei­ne Hand­lung und kein Ver­hal­ten mehr sitt­lich irgend­wie als objek­tiv gut oder schlecht beur­teilt wer­den.

Ich bemer­ke abschlie­ßend, daß ich nicht anneh­me, die Syn­ode wer­de mani­pu­liert oder in ihren Mehr­heits­ver­hält­nis­sen ver­zerrt dar­ge­stellt. Aber die­je­ni­gen, die Kar­di­nal Kas­per ent­ge­gen­tre­ten und ein Ein­schrei­ten des Hei­li­gen Vaters erwar­ten, allen vor­an Kar­di­nal Bur­ke, blei­ben hof­fent­lich auch dann stand­haft und kon­se­quent, soll­te eine sol­che Inter­ven­ti­on des Pap­stes aus­blei­ben, oder Gül­tig­keit und Gel­tungs­an­spruch des Natur­rechts kei­ne Rech­nung tra­gen.

Bild: The Spec­ta­tor (Scree­en­shot)

46 Kommentare

  1. Der Arti­kel spricht letzt­end­lich die Pro­ble­ma­tik an, dass erst ein­mal klar defi­niert wer­den müss­te, was denn über­haupt ins „Natur­recht“ fällt.

    Der Autor spricht an, dass das „Natur­recht“ hier zum Tot­schlä­ger mutiert wur­de und miss­bra­cuht wur­de für alles mög­li­che.

    Gene­rell bedeu­tet „Natur­recht“, dass sich aus der natür­li­chen Ver­fasst­heit des Men­schen bestimm­te „Rech­te“ erge­ben, die er inne­hat durch sein blo­ßes Mensch­sein. Das erin­nert an die Kon­zep­ti­on der „Men­schen­rech­te“.

    Man muss aber so ehr­lich sein zuzu­ge­ben, dass sich die katho­li­sche Ehe­leh­re gera­de nicht über­zeu­gend oder womög­lich im Kon­sens mit allen Kul­tu­ren natur­recht­lich fun­die­ren lässt.

    Nir­gends wird der Dis­sens zwi­schen dem, wovon man glaubt, es stün­de dem Men­schen von Natur her zu bzw. auch nicht, und dem, was „von Anfang an so war“ (wie Jesus uner­bitt­lich ein­for­dert), deut­li­cher, als gera­de bei der katho­li­schen Ehe­leh­re.

    Tat­säch­lich weicht sie erheb­lich ab von dem, was rings­um im Natur­recht ver­an­kert recht­lich gefasst und auch prak­ti­ziert wur­de und wird.
    Kon­sens gibt es höch­stens in der Über­zeu­gung, dass die Kin­der zuerst den Eltern zuge­hö­ren.
    Aber selbst das Recht ist als Natur­recht in fast allen nicht­christ­li­chen Hoch­kul­tu­ren mas­siv ein­ge­schränkt, wenn nicht sogar ent­zo­gen — wenig­stens der Mut­ter (anders als im Chri­sten­tum, aber auch dem Juden­tum). Im Islam oder bei den Hin­dus hat die Mut­ter kei­ne Rech­te an den Kin­dern, v.a. nach einer Schei­dung bzw. Ver­wit­wung (bei den Hin­du), was man der „natür­li­chen“ Über­ge­ord­net­heit des Vaters meint schul­den zu müs­sen.
    Solch eine „natur­recht­li­che“ Über­ge­ord­net­heit hat aber die Kir­che immer abge­lehnt und das Gegen­teil prak­ti­ziert: das Kind gehört zur Mut­ter, in gwis­ser Wei­se sogar mehr als zum Vater.

    Ich sehe hier ein wei­tes Eis­feld, auf dem man mehr­fach aus­rut­schen kann! Zumal — wie ich gestern schon sag­te — gera­de die Kir­chen­vä­ter teil­wei­se die unmög­lich­sten Mei­nun­gen vor­tru­gen (ange­fan­gen von Über­le­gun­gen, ab wann ein Mensch im Mut­ter­leib über­haupt als ein sol­cher zu betrach­ten sei, über inten­tio­nal (wahr­schein­lich unbe­wuss­te) homo­phi­le Über­le­gun­gen dar­über, dass die Frau kein Eben­bild Got­tes sei, was in der Fol­ge auch das Ehe­ver­ständ­nis total kippt etc., was ja die Schwu­len heu­te genau theo­lo­gisch auf die­se Väter zurück­grei­fen lässt, ohne dass man ihnen in der Sache so ein­fach bei­kä­me etc.)

    Was fehlt?
    Es fehlt eine wis­sen­schaft­li­che unde ein­deu­ti­ge Klä­rung, was Natur­recht ist und was nicht, und eine Defi­ni­ti­on, dass nicht jeder Satz aus der Feder der Väter über­haupt recht­gläu­big ist!

    Der gan­ze Zir­kus ist nur zu über­win­den, indem eine kla­re dog­ma­ti­sche Defi­ni­ti­on gelei­stet wür­de, die
    a. die Unauf­lös­lich­keit der Ehe aufs Neue und ohne den Schat­ten einer Aus­nah­me defi­niert
    b. sämt­li­che Väter­stel­len zu Zweit- und Dritte­hen, „Beginn“ des Mensch­seins (Väter haben ja der Frau sogar das abge­spro­chen!) und zur Abwer­tung der Frau aus­drück­lich als irr­gläu­big erklä­ren
    c. die Ehe wie­der aus­schließ­lich dem 1. Ehe­zweck zuord­net

    • Dass die Kate­go­rie „EHE“ gött­li­chen Ursprungs ist, ist für mich per­sön­lich eigent­lich klar.
      Hat nicht die hei­li­ge Fami­lie genau die­ses Abbild der Tri­ni­tät in höchst hei­li­ger und unbe­greif­li­cher Rein­heit gelebt?

      • Der Unter­schied zwi­schen der Ehe von Josef und Maria und den Ehen ande­rer Men­schen liegt nicht in den Anfor­de­run­gen Got­tes an die Ehe son­dern in der Hei­lig­keit und den Gna­den.
        Durch die beson­de­ren Gna­den Got­tes an Maria und Josef mach­te der Hei­li­ge Geist die­se Ehe frucht­bar und zwar nicht durch die Erschaf­fung einer neu­en Men­schen­see­le son­dern durch die Flei­sch­wer­dung des Wor­tes Got­tes.

      • Ja, die „Hei­li­ge Fami­lie“ ist ein Geheim­nis, das man über­haupt erst noch tie­fer kon­tem­plie­ren müss­te…

        Im Grun­de ist das gar kei­ne „Ehe“, weil zu einer Ehe immer auch der sexu­el­le Voll­zug gehört. Bleibt er aus, sieht die katho­li­sche Kir­che dar­in auch kei­ne ech­te Ehe und hat seit jeher sol­che Ver­bin­dun­gen als „Ehen“ jeden­falls annul­liert, als Josef­se­hen aber zuge­las­sen (also als ein Zusam­men­le­ben von Mann und Frau in geist­li­cher Freund­schaft).

        Die Hei­li­ge Fami­lie ist in merk­wür­di­ger Wei­se der Fluch­ord­nung zwi­schen Mann und Frau nach dem Sün­den­fall ent­zo­gen. Das beginnt damit, dass Josef nicht den Vor­rang hat in der Ent­schei­dung, ob Maria den Erlö­ser gebä­ren will. Gott spricht nur sie an und will auch nur ihr „Fiat“, um tätig zu wer­den. Josef wird nach­träg­lich und ohne ein Mit­spra­che­recht zu haben „infor­miert“. Das Irre ist, dass er das annimmt und den Part sofort ergreift und förm­lich über sich hin­aus­wächst. Ich fin­de das total ver­rückt — wel­cher Mann in der Fluch­ord­nung wäre denn zu so etwas bereit?!
        Die näch­ste Sache ist dann die vir­gi­ni­tas in par­tu: Maria gebiert ohne die Müh­sal und die Schmer­zen, die die Frau nach der Fluch­ord­nung erdul­den muss. Das ver­schlägt einem die Spra­che! Trotz Schwan­ger­schaft und Geburt bleibt sie „unge­schwächt“ (lau­ret. Lita­nei).
        Die Gestalt Josefs in Fol­ge ist eben­falls zum Spra­che­ver­schla­gen: er ist voll­kom­men demü­tig. Er emp­fängt Anwei­sun­gen von Gott im Traum und führt sie aus.
        Maria kann ihm, ohne Vor­be­hal­te, ver­trau­en, weil das, was er tut, mit dem Wil­len ihres eigent­li­chen Bräu­ti­gams (näm­lich des Herrn), völ­lig über­ein­stimmt. Nicht Josef ist mehr so „ihr Herr“ (nach der Fluch­ord­nung), son­dern Gott selbst bleibt es auch im Han­deln Josefs ihr gegen­über.
        Spä­ter sagt Jesus zu Maria „Frau, was hab ich mit dir zuschaf­fen!“ — klingt fast wie ein Auf­grei­fen der Fluch­ord­nung zum aller­letz­ten mal, und im sel­ben Moment hebt ER es auf, indem er genau das tut, was sie bit­tet und damit klärt, was die Frau mit IHM zu schaf­fen hat: dass ER sie liebt und alles tut, was sie bit­tet, solan­ge sie ande­rer­seits ganz im Wil­len des Vaters ruht.
        Sogar vom Kin­de Jesus hören wir, er habe sich sei­nen Eltern unter­wor­fen. Das hät­te Er zwar nicht müs­sen als Gott, aber ER tat es! Er, der Gott ist, unter­stell­te sich Sei­ner irdi­schen Mut­ter dem Fleisch nach und dem „Vater“, der nur ein fer­ner Abglanz Sei­nes Vaters im Him­mel sein konn­te!
        Das ist doch alles kaum zu glau­ben, aber es macht klar, dass in einer katho­li­schen Fami­lie kei­ne Herr­schafts­ord­nung ist, ja: nicht sein kann, weil die­se Fami­lie sonst zurück­fal­len wür­de in den Fluch.
        Viel­mehr trifft das zu, was der hl. Pau­lus sagt: Unter­stellt euch ein­an­der gegen­sei­tig (Mann und Frau) — im Ephe­ser­brief. Alle ande­ren Regeln, dass die Män­ner die Frau­en lie­ben, die Frau­en die Män­ner aber nicht mehr beherr­schen sol­len, sind ledig­lich Ver­an­schau­li­chung des­sen, was in der Hei­li­gen Fami­lie zum Aus­druck kommt.

    • Dass im Islam die Kin­der dem Vater „gehö­ren“ liegt an dem Bau­er-Acker-Ver­ständ­nis der Ehe. Es han­delt sich hier um das Ver­ständ­nis, das zur Zeit des Alten Bun­des Gül­tig­keit hat­te und mit Evas grö­ße­rer Schuld beim Sün­den­fall legi­ti­miert wer­den konn­te.
      Durch das Kreu­zes­op­fer des Gott­men­schen wird die Ehe zum Sakra­ment und die Frau als Spen­de­rin und Emfän­ge­rin dem Mann wie­der gleich­ge­stellt.
      Die sakra­men­ta­le Ehe wür­de ich aber dem gött­li­chen Recht, das mit der spe­zi­el­len Offen­ba­rung ver­knüpft ist, zuord­nen, wohin­ge­gen ich die natür­li­che Ehe der Hei­den als mit dem Natur­recht und der all­ge­mei­nen Offen­ab­rung ver­bun­den ein­ord­nen wür­de. Im Bei­trag oben fehlt mir irgend­wie die­se Begriffs­klä­rung von a) gött­li­chem Recht, b) Natur­recht und c) posi­ti­vem Recht im Zusam­men­hang mit spe­zi­el­ler und all­ge­mei­ner Offen­ba­rung.
      Ich wür­de es daher so vor­schla­gen:
      1) Wer die spe­zi­el­le Offen­ba­rung annimmt, ist an alle drei Rechts­kör­per gebun­den,
      2) Wer sich nur der all­ge­mei­nen Offen­ba­rung unter­wirft (Akzep­tanz eines Schöp­fer­got­tes) ist zumin­dest an das Natur­recht gebun­den,
      3) Voll­blutat­he­isten sind nur an das posi­ti­ve Recht gebun­den.
      Alle Aus­sa­gen über die Gebun­den­heit gel­ten sub­jek­tiv. Objek­tiv ist frei­lich jeder Mensch dem über­ge­ord­ne­ten gött­li­chen Recht unter­wor­fen, aus dem sich dann die Gebun­den­heit an Natur­recht und posi­ti­ves Recht ablei­tet.

      • Für mich bleibt — auch wenn ich den Vor­schlag zur Prä­zi­sie­rung beden­kens­wert fin­de — irgend­wie immer noch unklar, wie das in einem Gemein­we­sen, das nicht nur Katho­li­ken umfasst, prak­tisch gehand­habt wer­den kann, und ob es wirk­lich red­lich wäre, dem „Voll­blutat­he­isten“ gegen­über zu sagen, er sei sub­jek­tiv „nur“ ans posi­ti­ve Recht gebun­den, objek­tiv aber dem gan­zen „Paket“ unter­wor­fen. Das wird er sicher­lich nicht akzep­tie­ren.

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        Noch eine Rand­be­mer­kung: was Sie hin­sicht­lich des Bau­er-Acker-Ver­ständ­nis­ses aus­füh­ren hat mit „grö­ße­ren“ oder „klei­ne­ren“ Antei­len am Sün­den­fall nichts zu tun, denn

        1. Lehrt der Koran, dass nicht Eva, son­dern Adam zuerst fiel:

        „Jedoch Satan flü­ster­te ihm Böses ein: Er sprach: „O Adam, soll ich dich zum Bau­me der Ewig­keit füh­ren und zu einem König­reich, das nim­mer ver­geht?“ Da aßen sie bei­de davon …und Adam befolg­te nicht das Gebot sei­nes Herrn und ging irre.“ (Sure 20, 121/122)

        2. Folg­lich wird die beson­de­re Rol­le im Erlö­sungs­ge­sche­hen nicht Eva, son­dern Adam zuge­spro­chen im Koran:

        „Dann emp­fing Adam von sei­nem Herrn gewis­se Wor­te. So kehr­te er sich gnä­dig zu ihm…“ (Sure 2, 38)

        .….….….….….….….….….….….….….….

        3. lehrt weder das AT noch das NT, dass Eva die „grö­ße­re Schuld“ trü­ge. Ins­be­son­de­re Gen 3 beschreibt, dass Gott mit Eva erheb­lich mil­der umgeht, ihr die Schlüs­sel­rol­le im Erlö­sungs­ge­sche­hen zuspricht und zwi­schen der Frau und dem Satan Feind­schaft setzt. D.h. sich selbst hin­ter die Frau stellt, anschei­nend doch, weil der Mann so schwer ver­sagt hat­te!

        Gott selbst begrün­det in Gen. 3, war­um Adam der Haupt­ver­ant­wort­li­che ist: Ihm wur­de das Gebot über­ge­ben, als Eva noch nicht war. Wei­ter wur­de er, wie spä­ter der hl. Pau­lus sagt, NICHT ver­führt (auch nicht von der Frau, von der es ledig­lich heißt, dass „sie gab ihrem Mann und er nahm“!), son­dern über­trat mit vol­lem Bewusst­sein das Gebot, das er zuerst hät­te wah­ren müs­sen. Sei­ne Haupt­ver­ant­wor­tung wäre dar­in gele­gen, Eva zu mah­nen, zu war­nen und wenig­sten „Nein“ zu sagen, was er aber — ohne ver­wirrt wor­den zu sein durch den Satan — nicht tat. Immer­hin berich­tet die Gene­sis, dass er bei Eva war, als das geschah, und NICHT inter­ve­nier­te.

        Die Zurück­set­zung der Frau nach dem Fall hängt mit der Stel­lung zusam­men, die sie in der guten Ord­nung hat­te. Dass der Satan sie zuerst angriff, ist erstens nicht Schuld der Ange­grif­fe­nen, und kann zwei­tens auch nicht einem weib­li­chen Defi­zit zuge­schrie­ben wer­den, wie oft in blas­phe­mi­scher Wei­se behaup­tet wird.
        Andern­falls müss­te man der voll­kom­me­nen Schöp­fung Got­tes (Adam & Eva waren voll­kom­men und ohne Makel!) ja ein Defi­zit vor­wer­fen, was eine schwe­re Läste­rung dar­stell­te. Folg­lich kann es nur in Evas Voll­kom­men­heit bzw. einem beson­de­ren Merk­mal dar­in gele­gen haben, das den Satan dazu ver­an­lass­te, sich zuerst so bös­ar­tig auf sie zu stür­zen.
        Dass Eva von Adam domi­niert wird, steht in Gen. 3 im Futur und ist folg­lich
        a. kei­ne Soll-Aus­sa­ge
        b. ein Fluch — wie der Tod

      • Hal­lo Zeit­schnur,

        ich hat­te es so, wie ich es dar­ge­stellt habe, in einem Vor­trag Pfar­rer Milchs gehört. Er mein­te dar­in auch, dass die Frau ihrem Wesen nach in allem tota­ler sei als der Mann, im Guten wie im Bösen. Kraft anek­do­ti­scher Evi­denz nei­ge ich dazu, die­ser Ein­schät­zung zu fol­gen. Von die­ser grö­ße­ren Radi­ka­li­tät der Frau kommt viel­leicht auch die „Schlüs­sel­rol­le“ der Frau im Heils­ge­sche­hen. Von daher ist es viel­leicht auch nicht unbe­dingt blas­phe­misch zu sagen, dass die Schlan­ge ganz bewusst die Frau wegen ihrer schöp­fungs­mä­ßi­gen Dis­po­si­ti­on, Kon­se­quenz zu zei­gen, aus­ge­wählt hat.
        Dass Adam bei Evas Dia­log mit der Schlan­ge zuge­gen war, scheint mir hin­ge­gen etwas frag­lich, weil die Schrift es dann eigent­lich so bezeu­gen müss­te, dass die Schlan­ge mit den bei­den gere­det hät­te.

      • Das wird oft abge­wie­sen, dass Adam bei Eva war. Aber es steht nun mal in der Schrift: „Sie nahm von sei­nen Früch­ten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß“ (Gen. 3 6)

        M.E. ist es nicht zuläs­sig spe­ku­la­tiv die­se Stel­le zu kor­ri­gie­ren und zu sagen, das kön­ne aber nicht sein, weil…

        Ich weiß nicht, ob die Frau tota­ler ist als der Mann. Das wäre ja dann auch kein „Defi­zit“ bei ihr, son­dern beim mann…aber bei­de waren doch „sehr gut“, wie es heißt, nein, das glau­be ich nicht…sehen Sie doch tota­li­tä­re Herr­schaf­ten an — sie wer­den grund­sätz­lich von Män­nern geführt…das scheint mir nicht hilf­reich.
        Pfr. Milch wuss­te ein­fach, dass Frau­en stark sind und prin­zi­pi­ell alles kön­nen, aber das unter­schei­det sie nicht vom Mann, der prin­zi­pi­ell ja auch alles kann…Sie ist vom Mann genom­men, ihm also wesens­gleich und mit genau den­sel­ben Fähig­kei­ten, aber nicht mit genau den­sel­ben Auf­ga­ben aus­ge­stat­tet.
        Der Grund, war­um der Satan sie zuerst anfiel — auch schwer zu sagen…selbst der frau­en­kri­ti­sche Chryso­sto­mus meint, es könn­te an der „Über­ord­nung“ der Frau (als letz­tes und schön­stes Geschöpf) gele­gen haben. Aber auch das ist mir zu spe­ku­la­tiv ohne kla­re Argu­men­te, zumal ich nicht glau­be, dass im voll­kom­me­nen Zustand ein Geschlecht dem ande­ren über­ge­ord­net war…

        Für mich ist eigent­lich klar, dass der Sün­den­fall ein voll­kom­me­nes Gemein­schafts­werk des Man­nes und der Frau war, aber lei­der ein voll­kom­men apo­sta­ti­sches Gemein­schafts­werk.

        Die Gna­den­ord­nung nimmt sich ja dann auch bei­de geson­dert, aber gleich­wer­tig vor: die Feind­schaft zwi­schen den Frau­en und dem Satan, gip­felnd in Maria, der­sich Gott tat­säch­lich anver­mähl­te (Wahn­sinn! Man kann das kaum den­ken, so groß ist das!) und wei­ter­hin in vie­len Frau­en immer wie­der neu anver­mählt…
        Ande­rer­seits lässt er sich von ein­fa­chen Män­nern leib­haf­tig und fast ver­schmol­zen für Momen­te ver­tre­ten — in per­so­na Chri­sti — am Altar, das ist genau so unaus­denk­bar wahn­sin­nig groß, man kann das nicht ohne Schau­er über den Rücken den­ken!

        Glau­ben Sie mir — die Kon­se­quenz eines Prie­ster­le­bens steht dem eines Mari­en­le­bens in nichts nach!

    • Das Natur­recht lässt sich nicht wis­sen­schaft­lich klar defi­nie­ren, weil es dann wie­der defi­nier­tes Recht ist.
      Da Natur­recht ist kein Recht dass man ein­for­dern könn­te, son­dern das Recht der natur das ganz ein­fach ist, näm­lich, um es mal blöd aus­zu­drücken, besagt:
      Dass die Art­erhal­tung wich­ti­ger ist, als die Selbst­er­hal­tung und man um sich über­haupt selbst erhal­ten zu kön­nen sei­ne n Bei­trag zur Art­erhal­tung hat lei­sten müs­sen, was mehr ist, als sich ver­meh­ren, son­dern weil der Mensch halt ein extre­mer Nest­hocker ist, bedeu­tet sich sel­ber zurück­zu­neh­men um den Nach­wuchs auf­zie­hen zu kön­nen, weil man sonst näml­cih kei­ne Zukunft hat, wie wir in eini­gen Jah­ren mer­ken wer­den.
      Dar­aus, eben wegen der Kon­ku­pi­zi­enz ergibt sich natur­recht­lich (i.e,. auto­ma­tisch) das Paul VI recht hat­te mit der War­nung vor den Kon­se­quen­zen der Tren­nung von Fort­pflan­zung und Akt, was Sie ja sel­ber mal neu­lich als nicht beson­ders spe­zi­fisch katho­lisch, son­dern ein­fach logisch defi­niert hat­ten.
      Natur­recht­lich ist dass die Befrei­ung der Sexua­li­tät von ihren Fes­seln zum Nie­der­gang der Zivi­li­sa­ti­on führt, wes­we­gen alle Kul­tu­ren der Sexua­li­tät Fes­seln ange­legt haben, was dia­lek­tisch zur Erhe­bung der jewei­li­gen Zivi­li­sa­ti­on bei­getra­gen hat.

    • @zeitschnur, Sie haben wie­der ein­mal die rich­ti­gen Lösun­gen im Kopf. Das wäre in der Tat eine gute Lösung, aller­dings kei­ne gang­ba­re. Die Ansich­ten der Kir­chen­vä­ter für über­holt zu erklä­ren, fin­de ich dabei nicht ein­mal soo schlimm, das wäre mach­bar, gera­de was das Geschlech­ter­ver­hält­nis angeht (und natür­lich das Ver­hält­nis zum Juden­tum, wo so eine Revi­si­on ja z.T. und jdfs. im kath. Bereich schon statt­ge­fun­den hat, wäh­rend die glau­bens­treu­en Pro­te­stan­ten lei­der stär­ker an der Juden­feind­schaft hän­gen als wir).

      Zurück zur Ehe: Nicht an der Aner­ken­nung der Über­holt­heit man­cher Kir­chen­vä­ter schei­tert Ihre Idee, son­dern an den ethi­schen Grund­la­gen des Chri­sten­tums. Was Sie da vor­schla­gen, wäre gewis­ser­ma­ßen eine neue Reli­gi­on aus der Retor­te, etwas Künst­li­ches, nicht ursprüng­li­chen Leh­re Jesu über­ein­stim­men­des.
      Die Reli­gi­on darf sich schon wei­ter­ent­wickeln, und das tut sie ja auch, aber es kann bei einer gesun­den Wei­ter­ent­wick­lung nicht dar­um gehen, durch neu erfun­de­ne Regeln und Ver­ab­so­lu­tie­run­gen eine Anpas­sung an den aktu­el­len Zeit­geist (rigo­ri­sti­sche Radi­ka­li­sie­rung in allen Reli­gio­nen, Aus­er­wäh­lungs­be­wusst­sein und Eli­te­den­ken der Gläu­bi­gen) zu bewir­ken, son­dern die Ethik Jesu bes­ser zu begrei­fen, die eben nicht auf Ver­ab­so­lu­tie­rung und Rigo­ris­mus zielt (wie die Ethik des Täu­fers), son­dern auf Ver­ge­bung und Umkeh­rung gesell­schaft­li­cher und reli­giö­ser Ver­hält­nis­se. Nicht umsonst faste­te Jesus nicht, nicht umsonst ver­kehr­te er die zeit­gen. Rei­ni­gungs­ri­tua­le ins Ggt., nicht umsonst such­te er die Ver­lo­re­nen, die an den Maß­stä­ben der Reli­gi­on geschei­ter­ten, und behaup­te­te frech, sie sei­en die Erwähl­ten und die from­me Tem­pel­welt wer­de unter­ge­hen.

      • @ K so geht es aber nicht, lesen Sie erst mal die Schrift, goog­len Sie Jesus, Tho­ra­ver­schär­fung, dann fass­ten Sie 40 Tage und dann sehen wir wei­ter

    • Ver­ehr­te Zeit­schnur
      Kann Ihnen lei­der erst hier unten ant­wor­ten. Na ja, wie Gott will, hof­fent­lich krie­gen Sie es mit.
      Damit Sie Ehe nicht so sehr mit der sexu­el­len Ver­ei­ni­gung gleich­set­zen, soll­te man beden­ken dass das Syn­onym für Ehe der Begriff BUND ist.
      Gott ist in sei­nem Wir­ken immer frucht­bar. Im Fal­le des ein­ma­li­gen Bun­des zwi­schen Josef und Maria spielt bei der Frucht­bar­keit die­ses Bun­des die Kraft aus den Len­den des Man­nes kei­ne Rol­le .
      Die Kraft aus der Demut der bei­den Bünd­nis­part­ner und ihre Hin­ga­be an Gott ist der eigent­li­che Schlüs­sel.

      • @ leon­cio

        Den­noch — nach der Leh­re ist ein Ehe­bund durch zwei Merk­ma­le gül­tig: die von bei­den gewoll­te und mit „ja“ öffent­lich bekun­de­te Ehe­schlie­ßung in dem Sinn, den die Kir­che mit einer Ehe meint (das Sakra­ment wird hier ja durch den Mann und die Frau selbst jeweils dem ande­ren gespen­det!) UND den sexu­el­len Voll­zug. Fehlt eines der bei­den Ele­men­te, wird bzw. wur­de eine sol­che Ehe auf Antrag pro­blem­los schon immer annul­liert.

        Wir soll­ten bei aller Begei­ste­rung für die Hei­li­ge Fami­lie dies im Auge behal­ten.
        Was Maria und Josef leb­ten, ist in die­sem Sinn kei­ne „Ehe“, son­dern eine geist­li­che Freund­schaft, deren Bun­des­cha­rak­ter aller­dings auch exi­stiert.
        Wie genau die­ser Bund zwi­schen ihnen begrün­det war, ist nicht ganz klar. Es gibt dar­über ver­schie­de­ne Tra­di­tio­nen, z.B. aus dem Pro­tevan­ge­li­um des Jako­bus, das uns über­lie­fert, Maria habe ein Keusch­heits­ge­lüb­de abge­legt und Josef habe sie mit die­sem Gelüb­de unter dem Deck­man­tel einer „Ehe“ geschützt.
        Man weiß es nicht so ganz genau.
        Es ist aber auch gleich, weil die­se Tri­as von Gott selbst gestif­tet wur­de. Josef folg­te zuerst dem Impuls des nor­ma­len Man­nes unter Sün­de, wur­de aber von Gott im Traum zurück­ge­hal­ten — und gehorch­te. Er wird ein „Gerech­ter“ genannt, bei den Juden ein Syn­onym für einen sünd­lo­sen Men­schen…
        Maria wie­der­um hat ihr „Fiat“ selbst­stän­dig, ohne Abseg­nung durch Josef gespro­chen, d.h. sie setz­te aus Lie­be zu Gott auf vol­les Risi­ko ihn zu ver­lie­ren, woll­te also gera­de nicht, wie spä­ter der hl. Pau­lus for­mu­liert, dem „Mann gefal­len“. Gera­de das war ihr offen­bar zweit­ran­gig!
        Dass es anders kam, ist das Wun­der, das allein Gott schuf.

        Ich per­sön­lich sehe in die­ser „Ehe“ aller­dings den Vor­griff auf den Him­mel, in dem, wie wir von Jesus wis­sen, nicht mehr gehei­ra­tet wird im natür­li­chen Sin­ne.
        Genau­ge­nom­men leb­ten in der Hei­li­gen Fami­lie Zöli­ba­tä­re zusam­men.

        Das ist bereits die Per­spek­ti­ve über eine Ehe hin­aus!

        Das Ehe-Sakra­ment prägt ja außer­dem kein unaus­lösch­li­ches Merk­mal in die See­le. Auch das ist für mich ein Hin­weis dar­auf, dass sie im Him­mel kei­ne Rele­vanz mehr hat. Sehr wohl aber die Lie­be zwi­schen Gläu­bi­gen, Kin­dern des Vaters, viel­leicht auch gera­de zwi­schen Män­nern und Frau­en auf einer wirk­lich ganz ande­ren Ebe­ne.
        Das bleibt aber sicher noch ein Geheim­nis.
        Es ist aber auch ein inter­es­san­tes und welt­weit ein­ma­li­ges Phä­no­men, dass in der katho­li­schen Kir­che seit Jahr­hun­der­ten gera­de zwi­schen zöli­ba­tä­ren Män­nern und (zöli­ba­tä­ren) Frau­en extrem frucht­ba­re Freund­schaf­ten bestan­den und sicher aktu­ell bestehen. Unter Sün­de wäre das nur schwer mög­lich, in Chri­stus aber ist es mög­lich und weist m.E. weit über die Ehe hin­aus. (Ich sage das übri­gens als seit lan­gem Ver­hei­ra­te­te — habe also kei­ne Res­sen­ti­ments oder so was. Gera­de weil ich ver­hei­ra­tet bin, sage ich das!)

      • Die ersten Men­schen haben sich geöff­net für die sata­ni­sche Begier­de und haben mit men­schen­ähn­li­chen Wesen, die dem Gesetz des Todes unter­la­gen Unzucht getrie­ben. Das kann man noch beim heu­ti­gen mensch­li­chen Genom fest­stel­len, das zu 2 bis 4 Pro­zent mit Nean­der­ta­ler Genom ver­mischt ist. (zumin­dest was die nor­di­schen und asia­ti­schen Völ­ker betrifft) Auch die Bibel Gen 6 1–4 zeugt von die­ser gro­ßen Stö­rung, mit der sich der Mensch in den von Gott für den Men­schen geplan­ten Frucht­bar­keits­pro­zess ein­ge­mischt hat.
        Ja man muß sich fra­gen inwie­weit der Mensch sogar Unzucht getrie­ben hat mit den Zwi­schen­we­sen, die Gott erschaf­fen hat, damit die­se qua­si eine Leih­mut­ter­schaft für die ersten Men­schen aus­üben wür­den. (Ute­rus, Geburt, Auf­zucht)
        Wäre der Frucht­bar­keits­pro­zess wie von Gott geplant nicht durch die vom Satan gestif­te­te Begier­de gestört wor­den, wäre die FLUCHORDNUNG gar nicht ent­stan­den.

      • @Zeitschnur
        Ich bin auch Vater und Opa. Natür­lich gilt das Gebot Gottes:“Seid frucht­bar!“. Aber ich den­ke, dass Ehe­leu­te auch zur Ent­halt­sam­keit aus Lie­be zu Gott und den Mit­men­schen beru­fen sind. Im Übri­gen den­ke ich, dass auch Lust keusch gelebt wer­den kann, wenn sie näm­lich mehr im Bereich der Hin­ga­be als im Bereich der Begier­de erlebt wird. Soll­te man so nicht die Geschich­te von Tobi­as ver­ste­hen??

      • @ leon­cie

        Die­se myti­sche Geschich­te, die Sie da erwäh­nen — aus der Schrift geht das nicht klar her­vor, und die Kir­che hat das nie auf­ge­grif­fen. Inso­fern hal­te ich mich bei sol­chen Din­gen zurück. Aber ich den­ke nicht, dass die Lust etwas Ver­werf­li­ches ist. Gott hat das in uns hin­ein­ge­legt, damit wir Nach­kom­men hervorbringen.Ohne sie könn­ten wir doch kei­ne Kin­der zeugen…Die Lust steht wie alles ande­re nach dem Sün­den­fall eben unter der Sün­de, ist aber des­we­gen prin­zi­pi­ell nichts Schlech­tes.

        Gera­de jun­gen Leu­ten darf man m.E. nicht mit über­ho­hen „Keusch­heits­idea­len“ in der Ehe das Leben schwer machen. Immer­hin emp­fiehlt der Apo­stel Pau­lus Ehe­leu­ten, nicht all­zu lan­ge ent­halt­sam zu blei­ben, um nicht vom Satan ver­sucht zu wer­den. Nein — las­sen wir sie doch ein­fach machen in ihren Ehen, sie sün­di­gen doch nicht! Im Gegen­teil — sie erfül­len den Wil­len Got­tes! Haben wir es nicht auch so gemacht? Und dann kommt ein Kind — Sie wis­sen es, und die Situa­ti­on ist plötz­lich unmerk­lich durch die­se gro­ße Ver­än­de­rung eine ganz ande­re gewor­den. Man hat nun Fami­lie, muss für meh­re­re sor­gen, ist 24 h am Tag gebun­den, schläft kaum eine Nacht durch, kann sich nicht mehr ein­fach bewe­gen, wie man will, weder der Mann noch die Frau. Alles, was man hat und ist, muss man tei­len mit die­sen Men­schen, denen man ehelich/familiär ver­pflich­tet ist. Da schmilzt das gro­ße The­ma Sex in sich zusam­men und ver­liert sei­ne ein­mal viel zu groß ange­setz­te Bedeu­tung…
        Dann gehen die Jah­re dahin, man wird älter, wird mit schwe­ren Din­gen kon­fron­tiert, mit beruf­li­chen Anfor­de­run­gen, die unge­ahn­te Talen­te aus einem her­aus­locken, man wird kon­fron­tiert mit dem Tod, mit Krank­heit, die Fami­lie schafft per­sön­li­che und öko­no­mi­sche Fra­gen, die gelöst wer­den müssen…im Nor­mal­fall reift an all dem.
        Dass ein älte­res Ehe­paar irgend­wann viel­leicht an einem Punkt anlangt, an dem es eine Josef­se­he führt — sicher­lich! Das ist das Ziel!
        Das lässt sich aber ganz jun­gen Leu­ten kaum abver­lan­gen und soll ja auch nicht um der Men­schen wil­len, die Gott noch schaf­fen will.

    • @ zeit­schnur
      Sie tref­fen sicher­lich den wun­den Punkt, wenn Sie auf die Viel­deu­tig­keit des Natur­rechts ver­wei­sen. Wenn man so etwas wie ein unwan­del­ba­res Natur­recht annimmt (was ich tue), dann ist damit noch nicht sein Inhalt fest­ge­legt, der bedarf viel­mehr der Inter­pre­ta­ti­on und vari­iert je nach Welt­bild. Ein biblisch bzw. katho­lisch inspi­rier­tes Natur­rechts­den­ken kommt zu ande­ren Inhal­ten als ein stoi­sches oder gar ras­si­sti­sches. Auch homo­se­xu­el­le Akti­vi­sten beru­fen sich ja impli­zit auf ein Natur­recht — einer­seits wenn sie Homo­se­xua­li­tät als etwas Natür­li­ches behaup­ten, ande­rer­seits wenn sie staat­li­ches (sprich posi­tiv gesatz­tes) Recht, das Homo­se­xua­li­tät unter Stra­fe stellt, als Unrecht bezeich­nen. Es reicht also nicht „Natur­recht“ zu rufen, man muss auch ange­ben, was man dar­un­ter ver­steht und dies auch begrün­den.

      Die „Ver­dun­stung“ (C.V. Olden­dorf) des Natur­rechts­den­kens ist sicher­lich auch dem Wan­del des Natur­be­griffs geschul­det, der in der Neu­zeit — sehr grob skiz­ziert — vor allem eine natur­wis­sen­schaft­li­che Prä­gung erfährt, und zwar nicht nur theo­re­tisch, son­dern prak­tisch durch die Tech­ni­sie­rung, die den Men­schen weit­rei­chen­de Ein­grif­fe in die Natur ermög­licht, so dass Natur selbst nicht mehr als etwas Unwan­del­ba­res erfah­ren wird. Es wäre m. E. daher not­wen­dig, zu klä­ren, was christ­lich unter Natur zu ver­ste­hen ist und wie­so die Natur nor­ma­ti­ve Kraft ent­fal­tet — was Papst Bene­dikt ja mit sei­ner Rede vor dem Bun­des­tag ange­sto­ßen hat.

      Ihren letz­ten Absatz ver­ste­he ich aller­dings nicht ganz. Was ist denn „der Schat­ten einer Aus­nah­me“? Und was ist der 1. Ehe­zweck?

      • „Schat­ten einer Aus­nah­me“

        bezieht sich auf mei­ne Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Poster @ K, der immer wie­der auf die „Mat­thä­us-Klau­seln ver­wies, in denen Jesus eine Schei­dung wegen Ehe­bruch angeb­lich zuge­las­sen habe. @ K zitier­te aus irgend­ei­nem Kate­chi­mus oder einer Dog­ma­tik (weiß nicht mehr genau), in der der ent­spre­chen­de Kanon des Triden­ti­num zwar die Unauf­lös­lich­keit der Ehe als Dog­ma, die Ableh­nung einer Scheidung/Wiederverheiratung nach dem Ehe­bruch des einen Part­ners als „regu­la fidei pro­xi­ma (also aktu­ell lehr­amt­lich) bezeich­ne­te, was ihm die Idee ein­gab, das kön­ne ja wie­der­um noch aktu­el­ler auch geän­dert wer­den.

        Der 1. Ehe­zweck

        ist die Fort­pflan­zung. mit dem Vat. II wur­de die „Bezie­hung der Part­ner“ als gleich­wer­ti­ger Ehe­zweck zu dem der Fort­pflan­zung erho­ben. das hat für Cha­os gesorgt. Denn wenn die sexu­el­le Ver­ei­ni­gung im Rah­men einer Lie­bes­be­zie­hung Selbst­zweck­e­cha­rak­ter erhielt, kann man auch homo­se­xu­el­le Lie­be inte­grie­ren. Die Kir­che hat aber bis ins 20. jh den pri­mä­ren Zwecke der Ehe dar­in gese­hen, die Men­schen ins Leben zu brin­gen, nach denen sich Gott sehnt. Sexua­li­tät dien­te also nicht pri­mär den Trie­ben der Ehe­leu­te, son­dern war Anteil an Got­tes hei­li­ger Schöp­fer­kraft und dien­te zuerst der Schöp­fung — also der Erzeu­gung von Nach­kom­men.

      • @ zeit­schnur
        Dan­ke für Ihre Ant­wort. Ich fürch­te nur, dass ich eher K bei­pflich­te.
        Den „Schat­ten einer Aus­nah­me“ kön­nen Sie kaum besei­ti­gen, da die Unzuchts-Klau­sel ja im Evan­ge­li­um steht; das Evan­ge­li­um kön­nen Sie aller­dings nicht ändern.

        Dass der haupt­säch­li­che Ehe­zweck die Fort­pflan­zung sei, will mir nicht recht ein­leuch­ten. Zur Fort­pflan­zung braucht es aber — rein fak­tisch — kei­ne Ehe. Dann ist es ja auch so, dass die Ehe fort­be­steht, wenn die Gat­ten in ein Alter kom­men, wo sie (zusam­men) kei­ne Kin­der mehr zeu­gen kön­nen. Das wür­de ja bedeu­ten, dass die Ehe kei­nen mehr hät­te. War­um soll­te sie dann unauf­lös­lich sein?

      • @ Mon­sieur Swann

        Die Unzucht­s­klau­sel spricht von einer Schei­dung bei Ehe­bruch des Part­ners, nicht aber von einer Wie­der­ver­hei­ra­tung. Erhär­tet wird die­ses Ver­ständ­nis durch den Apo­stel Pau­lus, der eben­falls eine Schei­dung zulässt in sol­chen Fäl­len, eine Wie­der­hei­rat jedoch aus­drück­lich ver­bie­tet.
        Nicht ich ver­än­de­re als das „Evan­ge­li­um“…

        Ich sag­te nicht, dass der 1. Ehe­zweck der ein­zi­ge ist. Das ist ein Unter­schied…
        Aller­dings bedeu­tet bei einem älter gewor­de­nen Ehe­paar die Tat­sa­che, dass es irgend­wann vor­bei ist mit dem Kin­der­krie­gen, ja nicht, dass sie zuvor nie Kin­der hat­ten. Die Ehe ist in Kon­ti­nui­tät zu sehen, dient pri­mär der Fort­plf­an­zung und sekun­där der gegen­sei­ti­gen Stüt­ze in jeder Hin­sicht.

        Dass die Fort­pflan­zung in eine Ehe geord­net wird, ent­spricht nun tat­säch­lich dem natür­li­chen Recht der Frau, nicht bloß geschwän­gert und dann allei­ne gelas­sen zu wer­den und dem natür­li­chen Recht der Kin­der, von ihrem Vater und ihrer Mut­ter auf­ge­zo­gen zu wer­den.
        Zur Abbild­lich­keit der Ehe, wie die Kir­che sie, basie­rend auf der Hl Schrift, auf die Bezie­hung zwi­schen Chri­stus und Kir­che hin, wäre noch viel zu sagen. Der raum ist hier zu kurz.

  2. Zur abschlie­ßen­den Bemer­kung von Herrn Olden­dorf, die Syn­ode wer­de nicht mani­pu­liert, gestat­te ich mir wie­der­zu­ge­ben, was soeben auf dem Blog von Hw. Zuhls­dorf in eng­li­scher Spra­che ver­öf­fent­licht wur­de (Über­set­zung und Her­vor­he­bun­gen von mir):

    Aus „La Stam­pa“ (Mar­co Tosat­ti) :

    „Der Gene­ral­se­kre­tär der Syn­ode (Kard. Bal­dis­se­ri) ver­mel­de­te die Ent­schei­dung, die Berich­te der Cir­cu­li Mino­res nicht zu ver­öf­fent­li­chen. Die­se Ver­mel­dung war der Anlaß zum PROTEST von Kar­di­nal Erdö und zahl­rei­cher ande­rer Syn­oden­vä­ter. Der Papst war sehr still und ernst. (…)

    Erdö ergriff das Wort, distan­zier­te sich impli­zit von dem Bericht, der unter sei­nem Namen ver­öf­fent­licht wor­den war, und sag­te, daß, da die­se ‚dis­cept­atio‘ ver­öf­fent­licht wor­den sei, auch die ande­ren der Cir­cu­li Mino­res ver­öf­fent­lich wer­den müß­ten.

    Sei­ner Wort­mel­dung folg­te eine Rei­he ande­rer in dem­sel­ben Sin­ne, UNTERSTRICHEN VON DONNERNDEM APPLAUS.

    Der Syn­oden­se­kre­tär, Kard. Bal­dis­se­ri, sah den Papst an, als ob er Hil­fe und Erleuch­tung such­te, und der Papst ver­harr­te in sehr ern­stem Schwei­gen.

    Auch die Unter­se­kre­tä­re der Syn­ode, Fabe­ne, For­te, Schön­born und Mara­dia­ga schwie­gen.

    KASPER war ABWESEND.

    Schließ­lich kün­dig­te Pater Lom­bar­di an, daß die Berich­te der Kom­mis­sio­nen ver­öf­fent­licht wür­den.“

    (Anm: Letz­te­res ist inzwi­schen gesche­hen. Die Berich­te sind inhalt­lich eine ziem­li­che Bla­ma­ge für Bal­dis­se­ri und Wal­ter den Kas­per, ganz beson­ders auch für Schön­born, des­sen dem­ago­gi­sches Kon­zept der „Gra­dua­li­tät“ in den übli­chen diplo­ma­ti­schen Wen­dun­gen eine schal­len­de Ohr­fei­ge bezieht!)

    „Anschei­nend war Kard. Pell der erste, der gegen Kard. Bal­dis­se­ri auf­stand. Als Bal­dis­se­ri die Ver­mel­dung mach­te, ergriff Kard. Pell das Wort und sag­te, daß die Berich­te ver­öf­fent­licht wer­den müß­ten und daß man DER MANIPULATION MÜDE SEI. Von die­sem Moment an gerie­ten die Bischö­fe in Auf­stand. Als Bal­dis­se­ri sei­nen Stand­punkt wie­der­hol­te, WURDE ER IM EIGENTLICHEN SINNE NIEDERGESCHRIEEN. In die­sem Augen­blick wen­de­te er sich zum Papst und erhielt das der Ver­öf­fent­li­chung zustim­men­de Nicken.“

  3. Kar­di­nal Kas­per hat sich klar geoutet, kein Zwei­fel mög­lich:

    State­ment on Car­di­nal Kas­per Inter­view
    http://edwardpentin.co.uk/statement-on-cardinal-kasper-interview/

    His Emi­nence Car­di­nal Wal­ter Kas­per spo­ke to me and two other jour­na­lists, one Bri­tish, the other French, around 7.15pm on Tues­day as he left the Syn­od hall.…His Emi­nence made no com­ment about not wan­ting his remarks published. It depends on the con­text, but nor­mal­ly in such a situa­ti­on, com­ments are con­si­de­red on the record unless other­wi­se reque­sted.

    INTERVIEW TRANSCRIPT
    .…
    It has been said that he added five spe­cial rap­por­teurs on Fri­day to help the gene­ral rap­por­teur, Car­di­nal Peter Erdo. Is that becau­se he’s try­ing to push things through accord­ing to his wis­hes?
    I do not see this going on in the Pope’s head. But I think the majo­ri­ty of the­se five peop­le are open peop­le who want to go on with this. The pro­blem, as well, is that the­re are dif­fe­rent pro­blems of dif­fe­rent con­ti­nents and dif­fe­rent cul­tures. Afri­ca is total­ly dif­fe­rent from the West. Also Asi­an and Mus­lim coun­tries, they’re very dif­fe­rent, espe­cial­ly about gays. You can’t speak about this with Afri­cans and peop­le of Mus­lim coun­tries. It’s not pos­si­ble. It’s a taboo. For us, we say we ought not to discri­mi­na­te, we don’t want to discri­mi­na­te in cer­tain respects…

    Peop­le are say­ing that it is causing a lot of con­fu­si­on among the faith­ful, and peop­le are worried about. What do you say to that?
    I can only speak of Ger­ma­ny whe­re the gre­at majo­ri­ty wants an ope­ning about divor­ce and remar­ria­ge. It’s the same in Gre­at Bri­tain, it’s ever­y­whe­re. When I speak to lay­peop­le, also old peop­le who are mar­ried for 50, 60 years, they never thought of divor­ce but they see a pro­blem with their cul­tu­re and so every fami­ly has a pro­blem nowa­days. The Pope also told me that [such pro­blems exist] also in his fami­ly, and he has loo­ked at the lai­ty and seen the gre­at majo­ri­ty are for a rea­son­ab­le, respon­si­ble ope­ning.

    But peop­le feel the Church’s tea­ching is going to be under­mi­ned by your pro­po­sal if it pas­ses, that it’s undo­ing 2,000 years of Church tea­ching. What is your view on this?
    Well nobo­dy is put­ting into que­sti­on the indis­so­lu­b­i­li­ty of mar­ria­ge. I think it wouldn’t be a help for peop­le, but if you look to this word of Jesus, the­re are dif­fe­rent syn­op­tic gos­pels in dif­fe­rent places, in dif­fe­rent con­texts. It’s dif­fe­rent in the Judeo-Chri­sti­an con­text and in the Hel­le­ni­stic con­text. Mark and Mat­thew are dif­fe­rent. The­re was alrea­dy a pro­blem in the apo­sto­lic age. The Word of Jesus is clear, but how to app­ly it in com­plex, dif­fe­rent situa­tions? It’s a pro­blem to do with the app­li­ca­ti­on of the­se words.

  4. Der obi­ge Schnapp­schuß ist viel­sei­tig aus­deut­bar: Emi­nenz Kas­per will das Brust­kreuz able­gen! Er soll­te es wirk­lich tun, er ist schon lan­ge kein Die­ner Chri­sti mehr!

  5. Der ist ein­fach indis­ku­ta­bel

    Kir­chen­zer­stö­rer, Häre­ti­ker, Ras­sist, Lüg­ner

    Was wollt Ihr mehr? An deut­schem Wesen soll die (katho­li­sche) Welt gene­sen… Pfui

    • „Was wollt Ihr mehr? An deut­schem Wesen soll die (katho­li­sche) Welt gene­sen… Pfui“
      Ohne das Geld, ohne die­se ver­ma­le­dei­te deut­sche Kir­chen­steu­er gäbe es kein deut­sches Wesen in der hei­li­gen Kir­che. Man müß­te sie suchen um sie zu fin­den.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

    • Ja, und die­ser Kar­di­nal wird noch vom Papst gestützt und geschützt, wenn nur die­ser Alp­traum bald vor­bei wäre.

  6. Wenn ich wäh­len soll, wem ich glau­be, dann ist mei­ne Ent­schei­dung völ­lig klar. Die­sem ver­lo­ge­nen aria­ni­schen Erz­hä­re­ti­ker in Rom glau­be ich kein Wort. Der lügt doch, wenn er den Mund auf­macht. Die­ser Greis ist eine Schan­de für die Kir­che ! Pfui !

  7. Kür­zest: Kar­di­nal Kas­per ist ein Lüg­ner!!! Öffent­lich der Lüge über­führt!!! Barm­her­zig­keit gegen­über Zenit??? Njet ver­laut­bar­te der 1. Sekre­tär des Syn­oden-Sowjets. Ver­zei­hung, der Gen­siek der Syn­ode ist ein gewis­ser Kar­di­nal Bal­dria­ni. Noch ein­mal zum Mit­schrei­ben: Kar­di­nal Kas­per ist ein Lüg­ner!!! Und öffent­lich der Lüge über­führt!!!

  8. Und siehe,da wüh­len sie wie­der — wie zuvor schon auf dem II.Vaticanum: Die unse­li­ge Rhei­ni­sche Alli­anz! (Der Rhein stürzt sich in den Tiber). Es spielt sich ab, was sich auch sonst so in der deu­schen Aussen­po­li­tik abspielt: Diri­gis­mus, Intri­gen, Chau­vi­nis­mus, frei nach dem Mot­to: „Am deusch­ten Wesen soll die Welt gene­sen“. Eben­falls Pfui und ein CHUZPE!

    • Was reden Sie da bit­te? Wel­ches Deut­sche Wesen? Sie mei­nen preu­ßisch-pro­te­stan­ti­sches-Mau­rer­we­sen. Das ist Hun­nen­pack, mit Ver­laub. Die­se Turk­völ­ker aus der Step­pe haben es nie mit Gewalt durch Krieg geschafft, so kam man auf fried­li­chem Wege durch die Hin­ter­tür der Loge. Wir leben in einem Hun­nen­land aber nicht in Deutsch­land, auf­wa­chen! Seit­dem der öster­rei­chi­sche Kai­ser die Amts­ge­schäf­te nie­der­leg­te und die Kro­ne ins Muse­um ver­frach­te­te, gibt es kein Deutsch­land mehr auch kein Öster­reich auch kein Frank­reich, erst recht kein Euro­pa. Das ist nicht unser Euro­pa, das ist mau­ri­sche Hun­nen­spin­ne­rei! Ver­wech­seln Sie nicht bit­te nicht die Zie­ge mit dem Bock, reicht schon dass es Con­chi­ta Wurst tut, aber die Hun­nen mögen so etwas ja in ihrem Harem.
      Dies Irae!

      • Ach und war es nicht ein Johan­nes XXIII., der klei­ne von Völ­le­rei gezeich­ne­te, Ziga­ret­te qual­men­de „Papst“, der in der Tür­kei in einen Rosen­kreu­zer-Pseu­do Orden initi­iert wur­de. Ja man sieht schon woher der Geist des Kon­zils kommt. Wenn ein Christ auf das Rhein­land zeigt, dann sagt den Völ­kern der Welt, das von dort aus unter den Fran­ken der Katho­li­zis­mus sei­nen Sie­ges­zug durch Euro­pa ange­tre­ten hat! Aber anstatt sich auf das Eige­ne zu besin­nen läuft man Wöl­fen im Schafs­pelz nach und faselt was von Rhei­ni­scher Alli­anz, mit dem Rhein­land hat das nichts zu tun, genau­so wenig wie mit dem Katho­li­zis­mus. Ich bin Rhein­fran­ke und ich sage Ihnen, wir haben Frank­reich geschaf­fen, wir haben Deutsch­land geschaf­fen, wir haben Öster­reich geschaf­fen, wir haben wäh­rend des Hun­nen­sturms das hal­be thü­rin­gi­sche Volk auf­ge­nom­men, den Islam gege­ben was er ver­lang­te, das Schwert. Wir gaben dem Katho­li­zis­mus Lebens­raum und Recht. Die Zeit des Redens ist vor­bei, die­je­ni­gen die Han­deln müs­sen Wis­sen wann was genau zu Tun ist, glau­ben Sie mir.

      • Ruhig Blut, @ Hein­rich!

        Auch wenn ich Ihnen recht­ge­ben, dass es bei­lei­be nicht nur die Deut­schen waren, die das Kon­zil bestimm­ten, und Johan­nes XXIII. ein tota­ler Dou­ble-Bind-Cha­rak­ter war, um nicht zu sagen irgend­wie schi­zo­id, einer­seits die­ses Gefa­sel von einem Licht­strahl aus der Höhe, der das Kon­zil initi­iert habe (er sag­te nicht, es sei der Hl. Geist gewe­sen!), die­se unsäg­li­che Eröff­nungs­re­de mit ihren ein­deu­tig moder­ni­sti­schen Aus­sa­gen, ande­rer­seits ein ver­klemm­ter Spie­ßer („Tra­di­tio­na­list“) son­der­glei­chen, der Prie­stern den Prie­ster­hut wie­der auf­zwin­gen und ihnen ver­bie­ten woll­te, mit einer Frau im Auto zu fah­ren, auch wenns die eige­ne Mut­ter war, dann wie­der ach so aggior­na­ment tat — ein wir­rer Geist! Bei ihm ist tat­säch­lich die Frei­mau­re­rei nach­ge­wie­sen! Dass Mon­ti­ni und Kon­sor­ten eben­falls ihre fin­ste­ren Zie­le schon lan­ge ver­folg­ten, schon unter Pius XII., ist auch bekannt.

        Den­noch: es war in den Sit­zun­gen des Kon­zils sehr wohl die­se „rhei­ni­sche Alli­anz“, die bru­tal und hin­ter­tup­fig das Heft an sich riss und die Ver­läu­fe gna­den­los mani­pu­lier­te.

        Sor­ry, @ Hein­rich, aber ein Katho­lik denkt eh nicht natio­nal, sei­ne Fami­lie ist das Himm­li­sche Jeru­sa­lem. Ver­ges­sen Sie die Deut­schen, ver­geesen Sie über­haupt alle Natio­nen — das ist alles schön und gut, Folk­lo­re halt, man hat nichts dage­gen, aber die Nati­on ist nun mal heils-irrele­vant! In IHM ist nicht mehr Jude noch Grie­che (noch Deut­scher) — wis­sen Sie das nicht?

      • @ zeit­schnur

        Es ist rich­tig die Erlö­sung nicht an Folk­lo­re zu bin­den, das war ja schon zum Teil den Juden zum Ver­häng­nis gewor­den. Aber wie ich sag­te, es ist nicht rhein­län­di­sche Kul­tur mit die­ser Baga­ge ver­bun­den, war­um sagt man nicht ein­fach Hun­nen-Alli­anz und hebt die wah­re Histo­rie her­vor, auch unse­ren Ahnen zu Lie­be die treu Gott dien­ten? Für mich ist das eine Hun­nen-Alli­anz, weil damit der Kern der Sache auf­ge­grif­fen wird. Man behebt das Pro­blem an der Wur­zel. Wer immer die­sen Begriff Rhein­al­li­anz präg­te, hät­te das,mal berück­sich­ti­gen sol­len. Keh­ren wir mal lie­ber zu unsern Wur­zeln zurück und besin­nen uns derer, dar­um geht es! Kei­ne Wur­zel, kei­ne Pflan­ze, kein Gemü­se und kein Obst, und das ist auch in Ihrem Gar­ten so lie­be zeit­schnur. Was ist nur aus dem Wein­berg des Herrn gewor­den. Ich den­ke nicht natio­nal, aber Wur­zeln sind Wur­zeln und dem Katho­li­zis­mus hat es gut getan und auch der Katho­li­zis­mus hat unse­rer Kul­tur in der Zeit gut getan. Es war eine frucht­ba­re sich berei­chern­de Lie­be. Der Begriff Rhein­all­li­anz müss­te mal kor­ri­giert wer­den und zum Aus­druck kom­men welch Gei­stes Kind die­se Her­ren da wirk­lich waren. Die Geschich­te muss mal neu und sau­ber geschrie­ben wer­den.

    • @ zeit­schnur

      Eine Anre­gung noch, wenn man die­se Cli­que als Rhein­al­li­anz bezeich­net, treibt man unwis­sent­lich die Katho­li­ken dort in die Arme der Kon­zils­kir­che vor Ort, unterm dem Aspekt der Selbst­iden­ti­fi­ka­ti­on. Sie sind lei­der hier im Forum mehr­fach Opfer von bay­ri­schem Lokal­pa­trio­tis­mus, die­ser Art Selbst­iden­ti­fi­ka­ti­on, gewor­den in Bezug auf Bene­dikt, wobei sie sich stand­haft inhalt­lich und sach­lich bewehrt haben. Mein voll­sten Respekt! Mit so begrif­fen wird wie­der so ein fal­scher Lokal­pa­trio­tis­mus betrie­ben. Ich behaup­te: Wer das Rhein­land besitzt, besitzt, Euro­pa! Also erobern wir uns das Herz Euro­pas zurück, dann steht die Tür nach Frank­reich und Bene­lux uns auch offen.
      A.E.I.O.U.- Austria erit in orbe ulti­ma, es ist nicht Öster­reich wört­lich gemeint son­dern das frän­ki­sche Aus­trien!!!

      • Hein­rich:

        Für einen US-ame­ri­ka­ni­schen Autor wie P. Wilt­gen SVD hat „Rhein­al­li­anz“ doch nichts mit Ihrem lie­ben Rhein­land zu tun, das er kaum gekannt haben dürf­te.

        Aber sehen Sie sich doch den Lauf des Rheins an: CH — A — D — F +/- Bene­lux. Da haben Sie jene Cli­que eben schon ziem­lich gut bei­sam­men !

      • Ein­ver­stan­den in allem — bloß, ähem, also ich lebe zwar assi­mi­liert und in gro­ßer Offen­heit in Baden (ein wirk­lich schö­nes und tra­di­ti­ons­rei­ches Land!), bin aber von mei­ner Abstam­mung her eben­falls baye­risch. Rich­tig nie­der­bay­risch.
        Mei­ne Angrei­fer sind teil­wei­se aber Ötzis.
        Ist mir aber auch egal — wie gesagt, mei­ne Hei­mat muss das Himm­li­sche Jeru­sa­lem sein.
        Dass jeder sei­ne Hei­mat auf Erden liebt, weil sie ihn geprägt hat und er ihr viel ver­dankt und in allen katho­li­schen Tra­di­ti­ons­län­dern viel Gutes war (ist), ist klar. Das woll­te ich nicht bestrei­ten, aber wie Jesus sagt: „Mei­ne wah­re Fami­lie sind die, die den Wil­len des Vaters tun!“
        Wir wün­schen uns alle, dass unse­re irdi­sche Fami­lie auch zur himm­li­schen Fami­lie gehö­ren möge…

        Und natür­lich steht ein apo­sta­ti­scher Kon­zilsb­si­chof nicht „pars pro toto“ für sei­ne gan­ze Diö­ze­se in Geschich­te und Gegen­wart!

  9. // Zugleich muß man hin­zu­fü­gen, daß der Natur­rechts­kon­sens spä­te­stens begin­nend mit der Auf­klä­rung des 18. Jahr­hun­derts zuneh­mend ver­dun­stet ist. //

    Mit dem Sub­jek­ti­vis­mus der Auf­klä­rung, wie es schon Kants Kate­go­ri­scher Impe­ra­tiv (!) dar­stellt, noch deut­li­cher bei Fich­te, wur­de der Natur­rechts­kon­sens auf­ge­sprengt, die Natur selbst zur Reli­gi­on sti­li­siert, mora­li­sche Sub­stra­te bspw. in eine uti­li­ta­ri­sti­sche Ethik kana­li­siert und schließ­lich von den Dich­tern der deut­schen Roman­tik in kon­su­mier­ba­re Fla­schen abge­füllt. Im Prin­zip ent­spricht das der frei­mau­re­ri­schen Kon­zep­ti­on des G.A.D.U.

  10. Gera­de habe ich es auch gele­sen. Der Ber­go­glia­ni­sche Lügen­ba­ron Kas­per hat dreist die gesam­te Kir­che und Öfent­lich­keit ange­lo­gen. Das also ist die Glaub­wür­dig­keit der neu­ernann­ten Kir­chen­zer­stö­rer. Pfui Teu­fel: Ein Kar­di­nal, der lügt ! Hört ihr es, ihr dumm­drei­sten Ver­tei­di­ger des Lügen­ba­rons: KASPER ist ein drecki­ger Lüg­ner ! Pfui !

  11. Die Syn­ode ver­läuft für die Revo­luz­zer nicht so opti­mal wie ver­mut­lich geplant und erhofft. Nach­ge­ben wer­den sie frei­lich nicht. Ihre Stär­ke ist P. Fran­zis­kus, der das letz­te und ent­schei­den­de Wort hat. — Kar­di­nal Kas­per hat sich arg bla­miert. Möge er in sich gehen, statt sich zu ver­här­ten. Aber mach­rn wir uns kei­ne Illu­sio­nen: die mei­sten Katho­li­ken bekom­men von die­sen Vor­gän­gen nichts mit und wer­den jedes Ergeb­nis akzep­tie­ren.

  12. Der Papst weiß nicht so genau,was er in der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on @Antifebronius tun soll. Er ist, wie es den Anschein hat, nicht begei­stert, daß eben „sein“ Kar­di­nal Kas­per nebst den ande­ren eine deut­li­che Min­der­heit sind.
    Inzwi­schen hat sich Kar­di­nal Kas­per durch sei­ne nach­weis­li­chen ras­si­sti­schen Äuße­run­gen aber selbst dis­qua­li­fi­ziert. Bleibt abzu­war­ten, ob oder wann Papst Fran­zis­kus ihm den Lauf­paß gibt.
    Falls nicht, hat der Papst ein Pro­blem. Denn dann wür­de jeder sehen, daß er offen­kun­dig mit zwei­er­lei Maß mißt.

  13. Ich fin­de Olden­dorfs Aus­füh­run­gen aus­ge­spro­chen hilf­reich und wei­ter füh­rend. Was jetzt noch fehlt, wäre die Anwen­dung sei­ner Natur­rechts­kri­tik auf den Bereich der mensch­li­chen Sexua­li­tät. Was in die­sem undurch­sich­ti­gen und von unbe­wusst-archai­schen Ata­vis­men durch­wirk­ten Feld wirk­lich natur­recht­lich fest­ge­schrie­ben bzw. in die Natur des Men­schen ein­ge­schrie­ben ist und ob nicht doch vie­les von dem, was trad. für natür­lich vor­ge­ge­ben gehal­ten wur­de, kul­tu­rell über­formt ist, wäre hier die Fra­ge.
    An anthro­po­lo­gi­scher Grund­la­gen­for­schung emp­feh­le ich hier die „Meta­mor­pho­sen der Ver­wandt­schaft“ (Métamorphoses de la paren­té, 2004, engl. The Meta­mor­pho­ses of Kin­ship, 2011) von Mau­rice Gode­lier, wie­wohl der natür­lich aus einer ganz ande­ren Ecke kommt (sicher nicht kath.). Trotz­dem sind sei­ne Abhand­lun­gen (etwa über den Schwä­ger­schafts- und Bluts­ver­wand­ten­be­griff des europ. Mit­tel­al­ters im Vgl. zu den in fremd­ar­ti­gen Kul­tu­ren ande­rer Erd­tei­le ent­wickel­ten Auf­fas­sun­gen zu Ver­wandt­schaft und Sexua­li­täts­ta­bus) gera­de im Blick auf die aktu­el­len Ver­än­de­run­gen des Fami­li­en­be­griffs so erhel­lend. Das betrifft dann auch spe­zi­ell die von Olden­dorf auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge, wo die Natur auf­hört und die kul­tu­rel­le (und damit im Prin­zip ver­än­der­li­che) Über­for­mung anfängt.

    Im Prin­zip wäre dann selbst Jesu mytho­lo­gi­scher Rück­griff auf die Schöp­fungs­ord­nung (z.Bsp.) beim Schei­dungs­ver­bot im Grun­de gar kein Rekurs auf ein wie auch immer gear­te­tes urtüm­li­ches Natur­recht, son­dern auf den ewi­gen, in der Natur aber gera­de noch nicht oder nur ansatz­wei­se ver­wirk­lich­ten und erst mit fort­schrei­ten­der kul­tu­rel­ler „Her­zens­bil­dung“ des Men­schen erreich­ba­ren end­zeit­li­chen Plan Got­tes. Also gewis­ser­ma­ßen ein anvi­sier­ter End­zu­stand statt eines „natür­li­chen“ Urzu­stands, wenn man ver­steht was ich mei­ne (Olden­dorf wird’s schon begrei­fen).

    Hier wären dann vllt. auch die Unter­schie­de zwi­schen der klass. Natur­rechts­ethik (mit ihren „objek­tiv“ und „in sich“ ganz unab­hän­gig vom Bewusst­sein schlech­ten Din­gen) und der Ethik Jesu zu ver­or­ten, der ja gera­de immer auf die Hal­tun­gen und Moti­ve hin­ter einer Tat und vor allem das „Herz“ ver­weist, das Inne­re des Men­schen, das dar­über wacht und dafür ver­ant­wort­lich ist, ob er gut oder böse han­delt. Gera­de die­se unan­ge­neh­me Dis­kre­panz zwi­schen Evan­ge­li­um und Natur­rechts­leh­re stößt ja einem Chri­sten auf, nicht zuletzt den Refor­ma­to­ren, die Letz­te­re dar­um auch weit­ge­hend ableh­nen.

  14. Ver­ehr­te Zeit­schnur
    Kann Ihnen lei­der erst hier unten ant­wor­ten. Na ja, wie Gott will, hof­fent­lich krie­gen Sie es mit.
    Damit Sie Ehe nicht so sehr mit der sexu­el­len Ver­ei­ni­gung gleich­set­zen, soll­te man beden­ken dass das Syn­onym für Ehe der Begriff BUND ist.
    Gott ist in sei­nem Wir­ken immer frucht­bar. Im Fal­le des ein­ma­li­gen Bun­des zwi­schen Josef und Maria spielt bei der Frucht­bar­keit die­ses Bun­des die Kraft aus den Len­den des Man­nes kei­ne Rol­le .
    Die Kraft aus der Demut der bei­den Bünd­nis­part­ner und ihre Hin­ga­be an Gott ist der eigent­li­che Schlüs­sel.

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