Kardinal Betori verbietet Alte Messe – Das Dilemma der „Konservativen“ unter Papst Franziskus

Franziskaner der Immakulata Bild aus besseren Zeiten. Vorne in der Mitte die beiden Gründer (rechts Pater Manelli). 2. Reihe, 2.v.r. Pater Serafino Lanzetta
Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta, Bild aus bes­se­ren Zei­ten: 1. Rei­he in der Mit­te die bei­den Grün­der (v.l. Pater Pel­let­tie­ri, Pater Manel­li). 2. Rei­he, 2. v.r. Pater Sera­fi­no Lan­zet­ta

(Flo­renz) Die „Tra­gö­die“ der soge­nann­ten „Kon­ser­va­ti­ven“ in der Kir­che unter Papst Fran­zis­kus zei­ge sich der­zeit emble­ma­tisch in Flo­renz, so der Jurist Car­lo Manet­ti. Am kom­men­den 25. Sep­tem­ber wird Pater Sera­fi­no Lan­zet­ta vom „kom­mis­sa­risch“ geschun­de­nen Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta in Flo­renz sein jüng­stes Buch: „Das Zwei­te Vati­ca­num: ein Pasto­ral­kon­zil“ im Rah­men einer dazu ver­an­stal­te­ten Tagung vor­stel­len. Erz­bi­schof Kar­di­nal Beto­ri von Flo­renz unter­sag­te die öffent­li­che Zele­bra­ti­on einer Hei­li­gen Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus durch Pater Lan­zet­ta.

Pater Lan­zet­ta war bis zur kom­mis­sa­ri­schen Ver­wal­tung des Ordens Pri­or des Ordens­kon­ven­tes von Flo­renz. Seit­her lebt er „exi­liert“ im Klo­ster von Kitz­bü­hel.

Durch den Apo­sto­li­schen Kom­mis­sar Pater Fidenzio Volpi wur­den nicht nur er und sei­ne Mit­brü­der zum Ver­las­sen der Stadt gezwun­gen. Inzwi­schen muß­ten auch die Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Imma­ku­la­ta Flo­renz räu­men, die der­zeit von Apo­sto­li­schen Visi­ta­to­rin­nen heim­ge­sucht wer­den.

Der Erzbischof, die Alte Messe und „Opportunitätsgründe“

In die­sen Tagen sorgt eine Ent­schei­dung des Erz­bi­schofs von Flo­renz für Auf­se­hen. Wegen der Auf­he­bung der von Papst Bene­dikt XVI. gewähr­ten Zele­bra­ti­ons­frei­heit durch die Ordens­kon­gre­ga­ti­on, stell­te der Ver­an­stal­ter bei Erz­bi­schof Giu­sep­pe Kar­di­nal Beto­ri den Antrag, daß Pater Lan­zet­ta aus Anlaß der Tagung und für die Teil­neh­mer in Flo­renz eine Hei­li­ge Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus zele­brie­ren kann. Die Bit­te wur­de durch den Kar­di­nal abge­lehnt.

Im Buch, gleich­zei­tig die Habi­li­ta­ti­ons­schrift, skiz­ziert und ana­ly­siert Pater Lan­zet­ta anhand akri­bi­scher Doku­men­ta­ti­on die Haupt­strö­mun­gen des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils und ihr Wir­ken beim Zustan­de­kom­men der Kon­zils­do­ku­men­te (sie­he eige­nen Bericht Gei­stes­kraft eines Ver­bann­ten – Habi­li­ta­ti­ons­schrift von Pater Lan­zet­ta über Zwei­tes Vati­ka­num vor­ge­legt). Das Vor­wort stammt vom bekann­ten Dog­ma­ti­ker Man­fred Hau­ke, der Lan­zet­tas Habi­li­ta­ti­on betreu­te. Ein Buch von „unum­stöß­li­cher Ortho­do­xie“, so Car­lo Manet­ti in einem Inter­view. Manet­ti ist Her­aus­ge­ber des Buchs: Un caso che fa dis­cu­te­re: i Fran­ce­sca­ni dell‘Immacolata (Die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta. Ein Fall, der für Dis­kus­sio­nen sorgt, Ver­lag Fede & Cul­tu­ra, Vero­na).

Der Lehr­be­auf­trag­te für Inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen gehört zu den Refe­ren­ten der Tagung, die im Fest­saal des Regio­nal­par­la­ments der Tos­ka­na statt­fin­det. Unter ande­ren wer­den auch die Histo­ri­ker Rober­to de Mattei (Euro­päi­sche Uni­ver­si­tät Rom) und Pie­tro De Mar­co (Uni­ver­si­tät Flo­renz) refe­rie­ren, eben­so als Ver­tre­ter katho­li­scher Medi­en Gui­do Sca­tiz­zi (Ris­cos­sa Chri­stia­na) und Puc­ci Cipria­ni (Con­tro­ri­vo­lu­zio­ne). Ver­an­stal­ter der Tagung ist die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Ver­ei­ni­gung Com­u­nio­ne Tra­di­zio­na­le von Flo­renz unter ihrem Vor­sit­zen­den Asca­nio Ruschi. Ruschi war es auch, der den Antrag beim Erz­bi­schof stell­te und von ihm die schrift­li­che Absa­ge erhielt. Das Inter­view führ­te Dome­ni­co Rosa für Il Sito di Firen­ze.

Das Nein von Kardinal Betori zu Pater Lanzetta und zum überlieferten Ritus

Carlo Manetti über die "Konservativen" im neuen "Klima" von Papst Franziskus
Car­lo Manet­ti über die „Kon­ser­va­ti­ven“ im neu­en „Kli­ma“ von Papst Fran­zis­kus

Und den­noch scheint Kar­di­nal Beto­ri, der zu den „kon­ser­va­ti­ven“ Bischö­fen gerech­net wird, das Buch von Pater Lan­zet­ta nicht als „ortho­dox“ zu betrach­ten…

Manet­ti: Nach sei­nem Brief zu urtei­len, den er Rechts­an­walt Ruschi, dem Vor­sit­zen­den der Ver­ei­ni­gung Com­u­nio­ne Tra­di­zio­na­le geschickt hat, in dem er Pater Sera­fi­no aus­drück­lich die öffent­li­che Zele­bra­ti­on der über­lie­fer­ten Mes­se ver­bie­tet, kann man kei­ne dok­tri­nel­le Ver­ur­tei­lung des Buch­in­hal­tes ent­neh­men, son­dern – wenn man es so sagen kann – eine „poli­ti­sche“ Ver­ur­tei­lung des Tex­tes. Es heißt, ein Bischof kön­ne nicht die dort ent­hal­ten­den The­sen bil­li­gen, ohne zu behaup­ten, daß es sich um Häre­si­en hand­le, wodurch der Zwei­fel ent­steht, daß die­se Unmög­lich­keit nicht durch die The­sen selbst ver­ur­sacht wird, son­dern der Stel­lung des Bischofs; anders aus­ge­drückt: daß es nicht um dok­tri­nel­le Grün­de, son­dern um „pasto­ra­le“ Über­le­gun­gen geht, die den Lei­ter einer katho­li­schen Diö­ze­se ver­an­las­sen, sich nicht öffent­lich posi­tiv für das gro­ße Werk von Pater Sera­fi­no zu äußern.
Wenn Sie erlau­ben, möch­te ich die Fra­ge noch erwei­tern, um das Dra­ma, um nicht zu sagen, die Tra­gö­die, dar­zu­le­gen, in dem sich die soge­nann­ten „kon­ser­va­ti­ven“ Katho­li­ken befin­den: Sie möch­ten, viel­leicht im Grun­de ihres Her­zens zur Wahr­heit zurück­keh­ren, aber prak­ti­sche Oppor­tu­ni­täts­grün­de, heu­te „pasto­ra­le“ Grün­de genannt, ver­bie­ten es ihnen, die­se anzu­neh­men und als immer­gül­tig und unver­än­der­lich zu beken­nen. Um also dem heu­te so ver­brei­te­ten Vor­wurf des „Tra­di­tio­na­lis­mus“ oder neu­er­dings gar des „Kryp­to-Lef­eb­vria­nis­mus“ zu ent­ge­hen, sehen sie sich gezwun­gen, Mei­nun­gen zu ver­tre­ten und Hand­lun­gen zu set­zen, die eigent­lich der pro­gres­si­ve katho­li­sche Extre­mis­mus ver­tritt.

Wie erklä­ren Sie sich das Ver­bot in der Kir­che San Gaeta­no eine Hei­li­ge Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus fei­ern zu kön­nen … der Kir­che, die vom alt­ri­tu­el­len Insti­tut Chri­stus König und Hoher­prie­ster betreut wird? Wie sehen Sie die­se „Kehrt­wen­de“ des Erz­bi­schofs von Flo­renz, der bis vor kur­zem groß­zü­gig die über­lie­fer­te Mes­se för­der­te und den alt­ri­tu­el­len Gemein­schaf­ten Kir­chen zur Betreu­ung anver­trau­te?

Manet­ti: Wie der Kar­di­nal selbst in sei­nem Brief erklär­te, sind die Grün­de dafür nicht dok­tri­nel­ler, son­dern pasto­ra­ler, poli­ti­scher, ideo­lo­gi­scher Art. Heu­te, nach der Thron­be­stei­gung von Papst Fran­zis­kus, sind die „gefähr­de­sten“ Prä­la­ten genau die soge­nann­ten „Kon­ser­va­ti­ven“, wie der Fall von Kar­di­nal Pia­cen­za bei­spiel­haft zeig­te: der erste vom neu­en Papst durch­ge­führ­te Fen­ster­sturz. Sie sind weit mehr als ihre pro­gres­si­ven Kol­le­gen gezwun­gen, Bewei­se ihrer Treue zum „neu­en Kurs“ zu erbrin­gen. Für die Pro­gres­si­ven wirkt deren Wider­stand gegen Bene­dikt XVI. heu­te hin­ge­gen wie eine Lebens­ver­si­che­rung, eine Garan­tie­be­schei­ni­gung für die Zukunft, daß sie über­zeugt der soge­nann­ten neu­en „Kir­che der Barm­her­zig­keit“ fol­gen. Die Kon­ser­va­ti­ven hin­ge­gen, die sich durch Unter­stüt­zung Bene­dikts XVI. „ver­däch­tig“ gemacht haben, sind gezwun­gen, heu­te, aber auch in Zukunft, Bewei­se ihrer „Zuver­läs­sig­keit“ zu lie­fern. Vor allem dür­fen sie sich nicht den gering­sten Rück­fall lei­sten und dazu gehört auch jedes Ent­ge­gen­kom­men gegen­über den „Tra­di­tio­na­li­sten“.
Sie befin­den sich also in einer mensch­lich gese­hen, sehr schwie­ri­gen Situa­ti­on, aus der es einen Aus­weg nur gibt, wenn sie unein­ge­schränkt für sich den Vor­rang der Wahr­heit über die Pra­xis, den Vor­rang des Glau­bens über die Pasto­ral, den Pri­mat Jesu Chri­sti über die Hier­ar­chie erken­nen und anneh­men. Das ist nicht nur eine Fra­ge des Mutes. Nach Jahr­zehn­ten der Ent­wer­tung der Wahr­heit zugun­sten der tak­ti­schen Errin­gung von prak­ti­schen Ergeb­nis­sen, fällt es schwer, alles zu opfern, was man sich per­sön­lich auf­ge­baut und gedank­lich ange­eig­net hat. Oft fällt es über­haupt schon schwer, sich die­ser Not­wen­dig­keit über­haupt bewußt zu wer­den.

Pater Sera­fi­no Lan­zet­ta ist also kein gefähr­li­cher Häre­ti­ker?

Manet­ti: Natür­lich nicht. Pater Sera­fi­no Lan­zet­ta ist nicht nur kein gefähr­li­cher Häre­ti­ker, son­dern – trotz sei­nes jun­gen Alters – einer der größ­ten leben­den Theo­lo­gen, bril­lant und tief­ge­hend zugleich, imstan­de, wie gesagt, bis in die Tie­fe die Irr­tü­mer, aber auch die Grün­de dafür bei den von ihm unter­such­ten Akteu­ren des Kon­zils zu erfas­sen und dar­zu­stel­len.

Wie wird die kom­mis­sa­ri­sche Ver­wal­tung der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta enden, nach­dem der Groß­teil der Brü­der ver­geb­lich den Antrag gestellt hat, den Orden ver­las­sen zu dür­fen?

Manet­ti: Alles bis­her Gesche­he­ne läßt dar­auf schlie­ßen, daß die geziel­te Absicht besteht, den Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta zu „liqui­die­ren“, sowohl den männ­li­chen als auch den weib­li­chen Zweig. Alle Maß­nah­men, manch­mal beschleu­nigt, manch­mal gebremst, zie­len dar­auf ab. Man kann unum­wun­den fest­stel­len, daß der Fall der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta das gewalt­tä­ti­ge Gesicht des Moder­nis­mus ent­hüllt und zeigt, wohin der von Gram­sci postu­lier­te Vor­rang der Pra­xis vor der Theo­rie führt.
Ich möch­te daher die Gele­gen­heit die­ses Inter­views nüt­zen, um alle auf­zu­for­dern, in der Ver­tei­di­gung der Wahr­heit über die von Pater Manel­li und Pater Pel­let­tie­ri gegrün­de­ten Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta aus­zu­har­ren, damit nicht das Schwei­gen über die­se trau­ri­ge Ange­le­gen­heit gebrei­tet wer­den kann, denn aus dem Schwei­gen kön­nen nur die Ver­fol­ger Gewinn zie­hen.

Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Mes­sa in Latino/Carlo Manet­ti

43 Kommentare

  1. Das wird wohl das Haupt­pro­blem sein — bei den „Kon­ser­va­ti­ven“ natür­lich genau­so wie bei allen ande­ren auch: Oppor­tu­nis­mus. Das Hemd ist jedem näher als die Hose…:

    „Sie befin­den sich also in einer mensch­lich gese­hen, sehr schwie­ri­gen Situa­ti­on, aus der es einen Aus­weg nur gibt, wenn sie unein­ge­schränkt für sich den Vor­rang der Wahr­heit über die Pra­xis, den Vor­rang des Glau­bens über die Pasto­ral, den Pri­mat Jesu Chri­sti über die Hier­ar­chie erken­nen und anneh­men. Das ist nicht nur eine Fra­ge des Mutes. Nach Jahr­zehn­ten der Ent­wer­tung der Wahr­heit zugun­sten der tak­ti­schen Errin­gung von prak­ti­schen Ergeb­nis­sen, fällt es schwer, alles zu opfern, was man sich per­sön­lich auf­ge­baut und gedank­lich oft ange­eig­net hat. Oft fällt es über­haupt schon schwer, sich die­ser Not­wen­dig­keit über­haupt bewußt zu wer­den.“

    Es gibt nichts Neu­es unter der Son­ne.

    Wer wagt es, ohne Netz und dop­pel­ten Boden, ohne sich des Bei­falls bere­chen­ba­rer Cla­queu­re sicher zu sein, hin­aus aufs Eis der Wahr­heit und glaubt, dass Chri­stus ihn dort sicher tan­zen las­sen wird?

  2. Die jet­zi­ge Zeit der Chri­sten­ver­fol­gung ist offen­kun­dig ein sowohl außer- wie inner­kirch­li­ches Phä­no­men.
    Unter Papst Fran­zis­kus zeigt der Teu­fel sei­ne gan­ze mie­se Häß­lich­keit. Und das, obwohl Papst Fran­zis­kus dau­ernd von ihm redet.

  3. Die „Tra­gö­die“ ist der Kada­ver­ge­hor­sam der Fran­zis­ka­ner! Rom beto­niert nur den Geist des II. Vat. , das ist nur ver­ständ­lich und wer sich dar­über wun­dert, dem kann man ein­fach nicht hel­fen. Jam­mern hilft nicht, man muss end­lich einen Punkt set­zen und den Weg der FSSPX gehen. Alles ande­re sind zeit­lich begrenz­te Zwi­schen­lö­sun­gen und den Gläu­bi­gen gegen­über ver­at­wor­tungs­los!

    • Wel­chen Weg die FSSPX gehen wird — das sehen ja man­che nicht so opti­mi­stisch… Aber in dem Sinn, in dem Sie es mei­nen: ja!

      Das Pro­blem der FI ist im Prin­zip die geist­li­che Vor­ga­be, die auf den „heim­li­chen Grün­der“, Pater Pio zurück­geht: eine viel­leicht fast über­trie­be­ne for­mell-mysti­sche Fröm­mig­keit, die aber mit einem fast ver­rück­ten Kada­ver­ge­hor­sam ein­her­geht.
      Ich habe aus die­sem Grund an Pater Pio und eini­gen ande­ren, die so über­mä­ßig „Gehor­sam“ zum Papst in die Hir­ne getrich­tert haben und es noch tun, mas­si­ve Zwei­fel. In das­sel­be Boot gehört Maxi­mi­li­an Kol­be, Med­jug­or­je oder Don Gob­bi (so ver­schie­den sie sonst sind!) — all die­se Män­ner oder Seher sind ursäch­lich dafür mit­ver­ant­wort­lich, dass die Fröm­me­ren wie hyp­no­ti­siert vor ihren „Obe­ren“ sit­zen, als gäbe es kei­nen Chri­stus, kei­nen Gott­va­ter, kei­ne ech­te Maria.

      Ich habe schon lan­ge den Gedan­ken, dass die Mischung aus super­fromm und hirn­ver­brannt hier­ar­chie­hö­rig (anstatt tra­di­ti­ons­hö­rig), die all die­se Leu­te, allen vor­an Pater Pio ver­mit­telt haben (und der Ordens­grün­der der FI kommt von Pater Pio her) im wesent­li­chen auch ein Eli­xier des Teu­fels war und ist.
      Ein ganz raf­fi­nier­tes und fast nicht zu durch­schau­en­des…

      • Wer­te @zeitschnur,

        Zu Ihren Gedan­ken sind mir fol­gen­de Wor­te Jesu wie­der in den Sinn gekom­men, die ich 29. August die­ses Jah­res im Band Maria Val­tor­ta „Die Hef­te 1943“ auf der Sei­te 297/298 gefun­den habe; und die mir sehr zu den­ken gege­ben haben im Hin­blick auf den Gehor­sam Jesu selbst:

        „29. August 1943

        Jesus sagt: >Sach­au­en wir zusam­men die Stel­le im „Buch der Köni­ge“ an: „Wert­vol­ler als Opfer ist Gehor­sam, Folg­sam­keit bes­ser als Wid­der­fett, Wider­spen­stig­keit ist Sün­de wie Zau­be­rei, Eigen­sinn ist Sün­de wie Göt­zen­dienst“ (1 Sam 15,22–23; Vulg 1 Kö, 15,22–23).

        Der Gehor­sam. Die Tugend, die ihr nicht üben wollt. Ihr wer­det gebo­ren, und kaum, dass ihr ein Gefühl äußern könnt, ist es ein sol­ches des Auf­be­geh­rens gegen den Gehor­sam. Ihr lebt im Unge­hor­sam. Und ihr sterbt immer noch im Unge­hor­sam. Die Tau­fe löscht zwar die Erb­sün­de, aber sie annul­liert nicht das Toxin, das die Sün­de in euch zurück­lässt.

        Was war denn eigent­lich die Ursün­de? Ein Unge­hor­sam. Adam und Eva h a b e n dem Schöp­fer­va­ter n i c h t g e h o r c h e n w o l l e n; sie waren von dem ober­sten Unge­hor­sa­men, der, weil er dem Höch­sten Gott den Lie­bes­ge­hor­sam ver­wei­gert hat­te, zum Dämon gewor­den war, auf­ge­hetzt wor­den, die­sen Akt der Lieb­lo­sig­keit zu bege­hen. D i e s e s G i f t b r ü t e t i n e u r e m B l u t, u n d n u r e i n b e s t ä n d i g e r W i l l e e u r e r s e i t s h ä l t e s n i e d e r, d a m i t e s e u e r m G e i s t n i c h t t ö d l i c h s c h a d e t.

        Aber, ihr Mei­ne Kin­der, was gäbe es Ver­dienst­li­che­res für euch, als im Gehor­sam zu leben? Hört gut zu:

        Es fällt noch leich­ter, ein Opfer zu brin­gen, auf etwas zu ver­zich­ten, ein Werk der Barm­her­zig­keit zu tun, als b e s t ä n d i g dem Wil­len Got­tes zu gehor­chen. … … .

        G e h o r c h e n h e i s s t, d e n W i l l e n G o t t e s z u t u n. Es ist der Wil­le, der gesche­hen soll, wor­um zu bit­ten Ich euch im Vater­un­ser gelehrt habe, und den mit Wort und Bei­spiel zu tun Ich euch bis in den Tod gelehrt habe.

        Nicht gehor­chen und auf­be­geh­ren heisst, die Sün­de der Zau­be­rei bege­hen, sgt das Buch. Was tut ihr denn, wenn ihr rebel­liert? Ihr sün­digt. Und was ruft die Sün­de her­vor? E u r e V e r m ä h l u n g m i t d e m D ä m o n. Voll­zieht ihr also nicht Magie? Ver­wan­delt ihr auch nicht magisch von Got­tes­kin­dern in Kin­der Satans?

        … .“

        Soll­ten wir nicht dar­über nach­den­ken? Soll­ten wir nicht dar­um beten, dass Gott uns erken­nen las­se, was in unse­ren Leben jeweils der Wil­le Got­tes ist; und wie wir selbst im Gehor­sam leben kön­nen? — dies tun aber die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta; denn sie ken­nen auch den Gehor­sam der Unbe­fleck­ten, und leben ihn wohl auch in die­sen schwe­ren Zei­ten. Gehor­sam zu leben war noch nie leicht, wenn man es wirk­lich will; das schaf­fen nur die wahr­haft Hei­li­gen, mit der Gna­de Got­tes, wie Pau­lus in 1 Kor 15,10 sagt: “ Mehr als sie alle habe ich mich abge­müht — nicht ich, son­dern die Gna­de Got­tes zus. mit mir.“

      • @ Cyrill Erswill

        Was Sie da zitie­ren, ist m. E. exal­tiert, theo­lo­gisch frag­wür­dig und unprä­zi­se. Was an dem Zitat ver­nünf­tig klingt, ist das Bibel­zi­tat (Samu­el). Der Rest ist eigent­lich über­flüs­sig, weil er dem nichts Sub­stan­zi­el­les hin­zu­fügt oder kei­ne Aus­le­gung bie­tet. Der Leser wird ein wenig auf­ge­mö­belt, weil gar schau­er­lich von magie und Dämo­nen die rede ist… Es ist mir ein Rät­sel, wie man für einen so wenig ergie­bi­gen eigen­stän­di­gen Gedan­ken­gang das Medi­um einer „Pro­phe­tie“ auf­fah­ren muss…

        Außer­dem ver­wi­schen Sie mit dem Zitat, dass es in mei­nem Postung um den Gehor­sam gegen „Obe­re“ geht, hier aber offen­bar doch eher um den gegen Gott…

        Mir fällt da die Mah­nung im NT ein, einen kla­ren und „männ­li­chen“ Geist zu haben. Das heißt v.a., dass man nicht wider die Ver­nunft glaubt.
        Gehor­sam ist doch nicht Kotau vor dem Rechts­bruch!
        Auch ist Gehor­sam immer und aus­schließ­lich ein Aus­druck der Got­tes­lie­be. AUSSCHLIESSLICH!
        Jesus sag­te es schon: man kann nicht zwei Her­ren die­nen.

        Gehor­sam aus Obrig­keits­hö­rig­keit gibt es nicht. das ist kein gehor­sam, son­dern eben…Feigheit oder Unselb­stän­dig­keit im Geist. Aber auch Katho­li­sches hat mal berich­tet, dass Pater Pio genau gewusst haben will, was auf uns zukommt und gemeint habe, er dür­fe aber nichts dazu sagen.
        Ist das Gehor­sam!? In wes­sen Inter­es­se eigent­lich?
        Hat er so nicht mit dazu bei­getra­gen, dass die Gläu­bi­gen naiv und unbe­darft sich an from­men Wun­dern, Stig­men, Bilo­ka­tio­nen und ande­ren sen­sa­tio­nel­len Fähig­kei­ten erfreut, brav ihre Noven gebe­tet und sich von ein­fach gestrick­ten mysti­schen Erleb­nis­sen haben ein­lul­len las­sen, wäh­rend in Rom unter­des­sen alle Rän­ge still und lei­se von Häre­ti­kern besetzt wur­den? Man hät­te es sehen kön­nen, wenn die, die es wuss­ten, den Mund auf­ge­macht und gehan­delt hät­ten. Sie haben jedoch aus einer Art Gehor­sams­ab­göt­te­rei geschwie­gen. Und beim Stich­wort „Zau­be­rei“ fällt mir dann doch die­se Pilz­wachs­tum von Sehe­rei, Stig­men, Hei­lun­gen und was noch alles ein ange­sichts ver­sickern­der geist­li­cher Kraft in der Kir­che.…

        So sind wir heu­te in der Lage, dass Gehor­sam gegen Gott nicht mehr mög­lich ist, wenn man zugleich „Rom“ gehor­chen will.

        Das legt die Ver­nunft nahe. Gemäß dem Vat I sind wir sehr gut instru­iert wor­den, dass der Glau­be vor allem ande­ren immer ver­nünf­tig sein muss.

        Wenn also Per­so­nen ver­schlei­ern, was es mit Rom auf sich hat heu­te und sich frei­wil­lig — bis­lang noch ohne ech­te Not — beu­gen vor „Auto­ri­tät“, wo sie es nicht müss­ten, die „Auto­ri­tät“ aber unrecht tut, ist für mich eher die Fra­ge, ob nicht das Unge­hor­sam und Göt­zen­dienst ist. Zumin­dest kann man so fra­gen. Denn es gibt ein Recht — auch in der Kir­che. Was den FI geschieht ist danach Unrecht. Man muss da nicht mit gro­ßen Wor­ten wie „Zau­be­rei“ etc kom­men — unge­hor­sam ist hier Ber­go­glio, und die FI sind dem Unge­hor­sam des Unge­hor­sa­men gehor­sam.

      • Ich sehe es so: Gehor­sam­keit ist eine sehr wich­ti­ge Tugend, doch die ober­ste Gehor­sam­keit schul­den wir Gott. So kön­nen wir dem Men­schen nur gehorchen,wenn die­ser uns nicht von Gott weg­führt

      • Lie­be Zeit­schnur,
        wenn ich Ihr posting (hier und wei­ter unten) recht ver­ste­he, wären Sie nicht bereit, den bit­te­ren Kelch zu trin­ken, den der Vater reicht — der hl. Pad­re Pio hät­te also womög­lich in den Plan Got­tes, der auch eine schreck­li­che End­zeit (sie­he Apo­ka­lyp­se) vor­sieht, ein­grei­fen oder kor­rum­pie­ren sol­len — sofern er über­haupt Wis­sen und Macht dazu gehabt hät­te!
        Ist nicht Schwei­gen und beten eine zutiefst christ­li­che und fran­zis­ka­ni­sche Tugend? Ich soll­te doch Got­tes Wil­len und auch den frei­en Wil­len jedes Men­schen (auch wenn ich ihn auf Feh­ler auf­merk­sam gemacht und gewarnt habe) akzep­tie­ren — zwang­los! Ich kann an Wun­der glau­ben oder nicht — die Bibel ist voll davon -, und die­se als Beweis der Herr­lich­keit Got­tes aner­ken­nen oder die­se mich voll­ends auf­ge­klärt ver­stei­gend als Hokus­po­kus betrach­ten, in mehr oder weni­ger stim­mi­gen Hypo­the­sen ver­su­chen u.Ä.

        In die­sem Zusam­men­hang sind viel­leicht auch zwei Aus­sa­gen von Irl­mei­er inter­es­sant. Auch von ihm ist über­lie­fert, dass er das eine oder ande­re Detail nicht bzw. noch nicht sagen dür­fe. Und noch eine schö­ne Aus­sa­ge wird von Irl­mei­er über­lie­fert: „das Gebet kann viel auf­hal­ten“.

        Sowohl der hl. Pad­re Pio als auch Irl­mei­er wähn­ten die Kata­stro­phe eines drit­ten gro­ßen Krie­ges als unmit­tel­bar bevor­ste­hend. Was hät­te Pad­re Pio also zu „Rom“ wei­ters sagen sol­len? Pad­re Pio hat vor den „Fin­ster­nis­sen“ des Kon­zils ja gewarnt und zum Fest­hal­ten im Glau­ben der Väter gemahnt! Sei­ne Sor­ge galt den ihm anver­trau­ten See­len, zu denen ver­ständ­li­cher­wei­se nicht der Papst und Bischö­fe gehör­ten. Wem aber „viel anver­traut ist, von dem wird man umso mehr for­dern“.

        Dass frei­lich die Rezep­ti­ons­ge­schich­te in vie­len Blü­ten diver­siv ver­lau­fen kann, lässt sich z. B. schon am Fall Mozart fest­stel­len. Im Fal­le des hl. Pad­re Pio ist es jedem selbst frei­ge­stellt, die Gna­den für sein See­len­heil zu nut­zen (und sich auf Gott hin aus­zu­rich­ten) oder sie abzu­leh­nen.

        Zurück zu den FI: Der Orden wie es scheint will den bit­te­ren Kelch trin­ken und wird allein dadurch sicht­ba­res Zei­chen der Wahr­heit (eine wei­te­re christ­li­che Tugend: die Bereit­schaft aus Lie­be zu lei­den). Über das anver­trau­te Gut wer­den aber Papst und Volpi gemäß ihrer Stel­lung Rechen­schaft able­gen müs­sen.

        Sie schrei­ben: // … wäh­rend in Rom unter­des­sen alle Rän­ge still und lei­se von Häre­ti­kern besetzt wur­den? Man hät­te es sehen kön­nen, wenn die, die es wuss­ten, den Mund auf­ge­macht und gehan­delt hät­ten. //
        Ist das nicht naiv vor dem Wider­stand eines Maxi­mi­li­an Kol­bes oder Don Lui­gi Vil­las? Was hat denn die Pecorel­li-Liste bewirkt, dass wir heu­te einen Papst Fran­zis­kus haben?
        Maxi­mi­li­an Kol­be und Med­jug­or­je in einem Boot zu sehen, ist — objek­tiv — schon sehr ver­wun­der­lich!

        Blei­ben wir nüch­tern.

      • @zeitschnur,

        es kann doch nicht Ihr Ernst sein, dass Sie den Hei­li­gen Pad­re Pio
        und den Hei­li­gen Maxi­mi­li­an Kol­be, gro­ße begna­de­te Mysti­ker und Hei­li­ge,
        in einem Atem­zug („in das­sel­be Boot“)nennen mit ganz offen­sicht­li­chen
        Blend­wer­ken der Mäch­te der Fin­ster­nis wie Med­jug­or­je und die­sen
        Don Gob­bi !!

      • @ Jan

        Zur Erin­ne­rung — ich schrieb fol­gen­des:

        „In das­sel­be Boot gehört Maxi­mi­li­an Kol­be, Med­jug­or­je oder Don Gob­bi (so ver­schie­den sie sonst sind!) – all die­se Män­ner oder Seher sind ursäch­lich dafür mit­ver­ant­wort­lich, dass die Fröm­me­ren wie hyp­no­ti­siert vor ihren „Obe­ren“ sit­zen, als gäbe es kei­nen Chri­stus, kei­nen Gott­va­ter, kei­ne ech­te Maria.“

        Also: Sie sehen doch, wenn Sie genau gele­sen haben, dass ich die­se Per­so­nen natür­lich nicht pau­schal und gene­rell in ein Boot gesetzt haben,
        son­dern:

        hin­sicht­lich die­ses Trim­mens auf „Gehor­sam gegen die Obe­ren“!

        Kei­ner von Ihnen gibt dar­auf eine Ant­wort!
        Lie­ber wer­den die Hei­li­gen oder viel­leicht doch nicht Hei­li­gen (wer von JPII hei­lig­ge­spro­chen wur­de, ist ohne­hin zweifelhaft…und merk­wür­di­ger­wei­se sind die alle von ihm hei­lig­ge­spro­chen wor­den) wei­ter kri­tik­los ange­him­melt, als dass einer von Ihnen das Pro­blem ernst­näh­me, dass durch die­ses Schwei­gen Mil­lio­nen See­len den fal­schen Hir­ten über­las­sen wur­den!

        Und da fra­ge ich Sie zurück: Das kann doch nicht Ihr Ernst sein?

      • @ acri­co­la

        Mei­ne Ant­wort an @ Jan ist auch teil­wei­se Ant­wort an Sie. Ihnen aber will ich noch sagen, dass Irl­mai­er noch erheb­lich umstrit­te­ner ist als Pater Pio.
        Hier http://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Irlmaier wird berich­tet, dass er 1947 15fach vor­be­straft war. Ich habe in mei­ner Fami­lie auch so einen Seher — den Wudy Sepp. Aber das waren doch eher Per­so­nen, die hoch­sen­si­be­le psy­chi­sche Fähig­kei­ten hat­ten und v.a. wegen ihrer Asso­zia­tio­nen an einen Atom­krieg in den 80ern gro­ßen Ein­druck mach­ten. Ande­rer­seits ist vie­les vom Wudy-Sepp eben­falls — ähm ‑naja zwie­lich­tig, genau wie beim Irl­mai­er, man weiß nicht — ist es vom Bösen oder hat er ein­fach das „zwei­te Gesicht“. Sachen, die vie­le sen­sa­tio­nell fin­den, fin­de ich lächer­lich — also z.B. den Satz, es käme bald eine Zeit, wo man Man­derln un Wei­berln nim­mer aus­ein­an­d­er­ken­nen könnt. Also das war ja vor 100 Jah­ren ein ganz auf­ge­heiz­tes The­ma, als damals Frau­en bestimm­te Rech­te end­lich auch erhiel­ten. Man muss­te kein Seher sein, um sich da auf eine inner­li­che­re Wei­se dran abzu­ar­bei­ten.

        Ihr Argu­ment, es könn­te einer dazu ver­pflich­tet sein, zu schwei­gen, hal­te ich aus dem trif­ti­gen Grund in die­sem Fall für falsch, weil es hier — auch wenn alles so kom­men soll — immer­hin um Mil­lio­nen ver­lo­re­ne See­len geht.
        Es ist doch auf­fal­lend, dass fati­ma hän­de­rin­gend um die See­len kämpft, indem es sehr wohl sich direkt an den Papst rich­tet und von ihm etwas for­dert, die m.E. zwei­fel­haf­ten Mysti­ker jedoch einer­seits die ein­zel­nen per­sön­lich an sich bin­den, und zugleich von ihnen for­dern, unter einem häre­ti­schen Lehr­amt zu lei­den, bevor das über­haupt spruch­reif war.

        Gilt für Sie nicht, dass kein Gericht von vorn­her­ein unab­wend­bar ist?
        Stel­len Sie sich also einen Gott vor, der bewusst Mil­lio­nen See­len opfert, um sei­ne Plä­ne durch­zu­zie­hen? Also: schweigt still, mei­ne Mysti­ker, ich möch­te näm­lich end­lich das Gericht voll­zie­hen? Ich fin­de so etwas zynisch.
        Das ent­spricht nicht mehr der Leh­re…
        Und wäh­rend Pater Pio die Leu­te beim gehor­sam gegen die Hier­ar­chie fest­band, was die nach­kon­zi­lia­re Kir­che mit tau­send Umar­mun­gen und Küs­sen beant­wor­te­te und am Schluss einer zügi­gen Hei­lig­spre­chung, war z.B. Sr. Lucia von Fati­ma wesent­lich muti­ger und emp­fahl, als die Hir­ten immer deut­li­cher sich von Gott abwand­ten, man sol­le dann sel­ber — auch ohne deren Anwei­sung oder Segen — die Bit­ten der Got­tes­mut­ter im Süh­ne­sams­tag-Gebet erfül­len. Die­se Schwe­ster hat wirk­lich einen Kelch getrun­ken: man wies das ab, was ihr auf­ge­tra­gen war. Wäh­rend Paul VI. Pater Pio mit offe­nen Armen hoch­lob­te, woll­te er mit Sr. Lucia nicht mal reden Nie­mand gou­tier­te sie nach dem Kon­zil — das soll­te uns auf­mer­ken las­sen, und eine Kano­ni­sie­rung wird bei ihr wohl nicht so freu­dig und flugs pas­sie­ren.

        Die Ver­quickung von Pater Pio und Don Lui­gi Vil­la ver­ste­he ich nicht — aber irgen­di­we passt das auch zusam­men. Man redet viel vom Teu­fel, bösen Sata­ni­sten im Vati­kan, aber alles, was Don Lui­gi Vil­la sagt, kann man nicht recht objek­ti­vie­ren.

      • @ agri­co­la

        Dass Sie mir unter­stel­len, ich wäre nicht bereit den Kelch zu trin­ken, ist ein Schuss unter die Gür­tel­li­nie.
        Wer, ver­ehr­ter @ agri­co­la, kann von sich sagen, dass er dazu bereit ist? Ist das nicht etwas groß­spre­che­risch?
        Ich kann nur sagen, dass ich, falls Gott mir dies abver­langt, die Kraft und Unbe­irr­bar­keit haben darf…

        Dass Ihre Hal­tung nicht wirk­lich plau­si­bel ist in die­ser Sache, beweist eine wirk­lich unum­strit­te­ne und gro­ße Hei­li­ge der Kir­che: The­re­sa von Avi­la: Sie hat kei­en Kel­che getrun­ken, die nicht noch änder­bar waren und hat gekämpft!
        Und hat­te damit auch Erfolg!

        Es muss eine Zeit­krank­heit sein heut­zu­ta­ge, die­se Kraft­lo­sig­keit im Kampf, die­ser vor­aus­ei­len­de Gehor­sam gegen­über einer Zukunft, die man doch nicht wirk­lich wis­sen kann (von Gott her), die zu bewäl­ti­gen Gott uns aber erst mal Ver­stand gibt, danach auch mysti­sche Hil­fen, die aber nie­mals zu einem Quie­tis­mus und fal­schen Gehor­sam füh­ren dür­fen.
        Da stimmt was nicht!

      • @zeitschnur,
        mei­ne Aus­sa­ge, dass Sie nicht bereit wären, den bit­te­ren Kelch zu trin­ken, den der Vater reicht, bit­te ich zu ent­schul­di­gen. Eigent­lich woll­te ich auf das Gehor­sams­ge­lüb­de der Fran­zis­ka­ner und den Gewis­sens­kon­flkt als einen Lei­den­skelch hin­wei­sen und hier­zu für Empa­tie wer­ben. Mei­ne Ent­glei­sung bit­te ich zu ent­schul­di­gen, und sie ist mir pein­lich, weil ich Ihre Bei­trä­ge ja sehr schät­ze.

        // Gilt für Sie nicht, dass kein Gericht von vorn­her­ein unab­wend­bar ist? //
        Ich glau­be dass Gott sein gege­be­nes Wort nie­mals bricht und dass daher auch die Offen­ba­rung des Johan­nes in Erfül­lung gehen wird, ja muss. Ich bemü­he mich aber nach Kräf­ten durch die enge Tür zu gelan­gen, und hof­fe auf einen gnä­di­gen Rich­ter. Ich glau­be auch, dass das GEBET viel bewir­ken kann und es not­wen­dig ist, den Him­mel mit Gebe­ten und Bit­ten zu bestür­men. Daher auch mein Irl­mei­er-Zitat („… das Gebet kann viel auf­hal­ten“) — so falsch kann das ja nicht sein, auch wenn er angeb­lich vor­be­straft war.

        Bei Pad­re Pio möch­te ich noch­mals auf eine Unter­schei­dung zwi­schen der Zeit sei­nes Wir­kens und der Zeit sei­ner Rezep­ti­on hin­wei­sen.
        Ab wann ist das Lehr­amt der Kir­che so kor­rum­piert, dass es einen Auf­ruf zum Unge­hor­sam recht­fer­tigt? Ich den­ke, die­se Fra­ge ist nicht leicht zu beant­wor­ten.
        Mon­ti­ni wur­de ja nicht von unge­fähr zum Papst Paul VI gewählt. Die Frei­mau­re­rei wur­de schon durch La Salet­te und Emme­rick the­ma­ti­siert. War die­se Ent­wick­lung nicht auch die Sor­ge von Maxi­mi­li­an Kol­be und Don Lui­gi Vil­la, den Pad­re Pio angeb­lich beauf­tragt hat?

      • wer­te zeit­schnur
        mei­nen Sie nicht, dass Sie manch­mal übers Ziel hin­aus­schie­ßen?
        Maxi­mi­li­an Kol­be ist ein gro­ßer Hei­li­ger, der in einer zwar kom­plett ande­ren, aber nichts­desdortrotz eben­so aus­weg­lo­sen, hoff­nungs­lo­sen Situa­ti­on gesteckt hat, wie wir.
        Und wenn man sich mal etwas inten­si­ver mit dem Leben der Hei­li­gen beschäf­tigt so kommt man nicht umhin etwas zynisch fest­zu­stel­len, dass die Hei­lig­spre­chun­gen oft wie eine Art Wie­der­gut­ma­chung für unmög­li­ches Ver­hal­ten sei­tens der kirch­li­chen Auto­ri­tä­ten daher­kom­men, Frei nach dem Mot­to „Zu Leb­zei­ten ver­teu­felt, und nix wie Knüp­pel zwi­schen die Bein geschmis­sen und als der/die end­lich tot war und einem nicht mehr gefähr­lich wer­den konn­te, hat man ihn/sie ver­gol­det und auf ein Podest gestellt, damit sie auch post­hum „Ruh“ geben“ (Ger­trud von LeFort beschreibt das mei­ster­haft in „Die Abbe­ru­fung der Jung­frau von Bar­bie“.
        So nur darf man dabei nicht ste­hen blei­ben, das ist nun mal so und wird immer so sein, und ist und war nicht gut, aber was will man auf die­ser bucke­li­gen Erde schon ande­res erwar­ten?
        Nun hat Jesus Chri­stus uns einen Weg gezeigt wie man damit fer­tig wird, und der heißt Kreuz anneh­men.
        Das eine ist das schlech­te nicht sehen und jubeln, wo es nichts zu jubeln gibt, das ande­re ist ver­zwei­feln und nicht sehen, dass die Lage der Kir­che zwar schlimm ist, aber das nicht beson­ders ori­gi­nell ist.
        Die Hei­li­gen zei­gen uns wie man damit umgeht

      • @ agri­co­la und @ besorg­ter christ

        Nein — ich schie­ße nicht übers Ziel hin­aus, weil ich ja nicht den gan­zen Kol­be in Fra­ge gestellt habe. Ich habe bei Kol­be ein­ge­grenzt den m.E. über­zo­ge­nen Gehor­sams­be­griff als ein Pro­blem für die heu­ti­ge Kir­che ange­se­hen. Dass er ein gro­ßer Held ist, wür­de ich nie­mals bestrei­ten!

        Die Mei­nung, es gehö­re sozu­sa­gen auto­ma­tisch zum Hei­li­gen, dass er ver­kannt wird, fin­de ich gefähr­lich. Man­che wur­den ver­kannt. Ja. Die Mehr­zahl jedoch wur­de zu Leb­zei­ten von den Obe­ren, Bischö­fen und Päp­sten schon geschätzt. es gibt die­se tra­gi­schen ande­ren „Kel­che“ — z.B. auch die­se unbe­kann­te Sr. Rosa Flesch, zeit­wei­se ja auch Johan­nes vom Kreuz etc. bei all die­sen trug dies aber sicht­ba­re Früch­te. Bei Pater Pio kann ich das objek­tiv nicht sehen. Es tut mir leid, ich blei­be dabei. Nicht jeder, den man mit Miss­trau­en ansieht, wird zu Unrecht so gese­hen. Es kommt immer auf den ein­zel­nen Fall an.

        Erge­ben­heit an Gott fin­det immer mei­ne Zustim­mung! Aber ich sehe eben — um es noch mal zu wie­der­ho­len — die Mil­lio­nen See­len vor mir, die durch das Schwei­gen auch der FI in den Abgrund gestürzt wer­den. Wir haben nie­man­den mehr, der öffent­lich und mutig dage­gen etwas sagt — ist Ihnen denn nicht die ver­hee­ren­de Wir­kung die­ses Quie­tis­mus für die See­len bewusst?
        Und selbst wenn es nichts nütz­te, weil nun das Ende gekom­men ist, müss­te man doch den Mut haben, Recht recht zu nen­nen und Unrecht Unrecht!

        Über­le­gen Sie doch: Wel­ches Vor­bild geben die FI ab für die Gläu­bi­gen über­all? Ja, sagen wir es doch deut­lich: kuschen, schwei­gen, still zuse­hen, wie die Kir­che zer­stört wird und dies unter dem Vor­zei­chen, dass man den Zer­stö­rern schließ­lich gehor­sam sein muss.
        Nein! Da stimmt doch etwas nicht!
        Hat denn Jesus zu allem geschwie­gen?
        Ab wann hat er geschwie­gen?
        Er schwieg erst kurz vor sei­nem Tod, kurz vor der Hin­rich­tung — davor rede­te er unbe­irrt und laut ver­nehm­lich! Genau­so taten es auch die Apo­stel.

      • wer­ter zeit­schnur dann lesen Sie ein­fach mal einen Satz Hei­li­gen­le­gen­den und ver­su­chen mal sich das vor­zu­stel­len.
        Dann wer­den sie schon fest­stel­len, dass allen Hei­li­gen gemein­sam ist, in ihrem Leben nix wie Ärger mit den eige­nen Leu­ten gehabt zu haben.
        Selbst der moder­ne Hei­li­ge JPII war zu sei­nen Leb­zei­ten bestän­di­ger Kri­tik aus­ge­setzt und was er z.B im Bereich der Abtrei­bung gewollt hat, inter­es­siert immer noch kei­nen und sein Ver­such die Lit­ur­gie ordent­lich fei­ern zu las­sen (Redemp­to­ris sacra­men­tum) wird auch kaum umge­setzt.

        Und wer­te zeit­schnur, was soll die FI denn tun?
        es sind Ordens­leu­te die haben nun mal gehor­sam zu sein dem Bischof oder dem Papst gegen­über.
        Ist wie in der Ehe da habe ich auch treu zu sein und zwar auch dann , wenn es schwer fällt.

    • Ich habe auf einer ande­ren Web­sei­te gele­sen (www.summorum-pontificum.de), dass es in Rom das Gerücht gibt, dass es bei dem Tref­fen von Kar­di­nal Mül­ler mit der FSSPX um fol­gen­des gehen soll: ent­we­der die FSSPX akzep­tiert V‑II vor­be­halt­los oder alle Bischö­fe und nun auch die Prie­ster wer­den exkom­mu­ni­ziert. Wenn das stimmt wäre es ein Ham­mer! Wer ein angeb­lich nur pasto­ra­les Kon­zil nicht in vol­ler Gän­ze aner­kennt wird exkom­mu­ni­ziert und auf der ande­ren Sei­te gibt es Hor­den von Kar­di­nä­len, Bischö­fen und Prie­stern die kom­plett die kath. Leh­re ver­las­sen und „unbe­schol­ten“ in ihren Ämtern blei­ben und noch beför­dert wer­den (sie­he Kar­di­nal Marx) — es ist ein­fach unsäg­lich

      Ich kann mir ehr­lich gesagt nicht vor­stel­len, dass sich die FSSPX so erpres­sen lässt — und hof­fe es auch nicht… wenn das wirk­lich pas­siert, zie­he ich mei­ne per­sön­li­chen Kon­se­quen­zen, tre­te aus der Amts­kir­che aus und gehe dann NUR NOCH zur FSSPX, die dann mei­ne bis­he­ri­gen Kir­chern­steu­ern als Spen­de bekommt

      • Wer­ter @Pascal13, die­sen Schritt kön­nen Sie getrost auch jetzt schon voll­zie­hen. Es ist uner­träg­lich gewor­den, mit­an­se­hen zu müs­sen, wie unse­re Kir­chen­steu­er dazu benutzt wird, die hei­li­ge Mut­ter Kir­che zu zer­stö­ren. Mei­ne Frau und ich sind nach lan­gem inne­ren Rin­gen aus der Leh­man­n/­Zollit­sch/­Marx-Klap­se aus­ge­stie­gen — und füh­len uns seit­dem erleich­tert. Jetzt kommt das Geld gott­ge­fäl­li­gen Wer­ken der Tra­di­ti­on zugu­te, das ist bes­ser für die hl. Kir­che und auch bes­ser für unser Gewis­sen. Wenn Sie Glück haben und es sich bei Ihrem Kir­chen­steu­er­bei­trag lohnt, bekom­men Sie sogar Besuch vom Pfar­rer, der Sie erst umsäu­selt und dann aber — wenn er hört, war­um Sie aus­tre­ten — unter Gewis­sens­druck zu set­zen ver­sucht. Glau­ben Sie mir, es ist ein Erleb­nis, den barm­her­zi­gen Ber­go­glio-Fan­club, der nie­man­den ver­ur­tei­len will, mal haut­nah von die­ser Sei­te zu erle­ben! Simo­nie ist noch das Mil­de­ste, was mir dazu ein­fällt.

      • Was auf http://www.summorum-pontificum.de steht ist ja erschreckend.
        Andro­hun­gen von Sank­tio­nen sogar gegen Gläu­bi­ge, zeigt was hin­ter der Pasto­ral des II. Vat steckt., die dau­ernd von der Lie­be Got­tes, und vom Frie­den Chri­sti spricht. Es ist die Frat­ze Satans. Es bleibt abzu­war­ten, ob die­se Ver­mu­tun­gen zutref­fen und wie Leu­te wie deMattei, Bur­ke ua. reagie­ren. Eines wird gewiss sein, damit wird ein Schis­ma voll­zo­gen.

      • Auf Summorum pon­ti­fi­cum steht:

        „Als zusätz­li­che Vari­an­te ist in den ver­gan­ge­nen Tagen die Ver­mu­tung auf­ge­taucht, daß die „Aus­sto­ßung“ der Bru­der­schaft der letz­te Auf­trag für den gegen­über der FSSPX auch selbst äußerst kri­tisch ein­ge­stell­ten Glau­bens­prä­fek­ten Mül­ler in die­sem Amt sei. Danach — und mög­li­cher­wei­se noch vor der Bischofs­syn­ode — sol­le die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on in ihrer bis­he­ri­gen Form auf­ge­löst und durch eine den pasto­ra­len Erfor­der­nis­sen gegen­über fle­xi­ble­re Struk­tur ersetzt wer­den. Die Zustän­dig­keit für die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten wür­de dem­nach der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on über­tra­gen.“

        Eigent­lich fin­de ich wesent­lich­gra­vie­ren­der noch die­se Ankün­di­gung, dass man die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on kas­sie­ren und damit Mül­ler kas­sie­ren wol­len könn­te — das wäre ein ele­gan­ter Weg, ihn als Hin­der­nis hin­sicht­lich der Auf­lö­sung des Ehe­sa­kra­men­tes zu besei­ti­gen.

        Wenn man mal die Aver­si­on Mül­lers gegen alle, die das Vat. II nicht vor­be­halt­los aner­ken­nen, abstreicht, ist er — aus der ande­ren Rich­tung ange­se­hen — einer der ganz Kon­ser­va­ti­ven, der gewis­se Nor­men der Kir­che bis­lang eben doch rigo­ros ver­tei­digt hat, auch gegen F.

        Nicht dass mich nun einer für einen Mül­ler-Befür­wor­ter hält in sei­ner Theo­lo­gie — nein. Aber ich den­ke gera­de stra­te­gisch nach…

      • Soll­te das stim­men (Exkom­mu­ni­ka­ti­on), dann han­delt es sich hier um den Beginn der Ver­fol­gung. Viel­leicht hat das unse­re lie­be Mut­ter­got­tes im 3. Geheim­nis von Fati­ma vor­aus­ge­sagt. Hier heißt es dann stand­haft zu blei­ben.

      • Wenn das Stim­men soll­te, dass jetzt die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on kas­siert wer­den soll, dann wie­der­holt sich dies inso­fern, als nach dem Vati­ka­num das Hei­li­ge Offi­zi­um in die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ein­ge­gan­gen ist. Damals traf es K. Otta­via­ni.

        Ein Stu­fen­plan um eine wich­ti­ge Kon­troll­in­stanz abzu­bau­en bzw. abzu­schaf­fen?

        Dann, freie Fahrt für die Revo­lu­ti­on des Ober­haup­tes?

  4. Ich freue mich sehr über den Mut und die Akti­vi­tä­ten. Auch haben die Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta mein tief­stes Mit­ge­fühl für das ihnen zuge­füg­te him­mel­schrei­en­de Unrecht.

    Aber eine brech­tig­te Fra­ge habe ich doch: Wie­so fragt ihr den Bischof über­haupt wegen der Zele­bra­ti­on der Alten Mes­se? Das ist seit dem Motu pro­prio über­haupt nicht nötig!

    Und war­um lei­sten die Fran­zis­ka­ner den unge­rech­ten Anord­nun­gen Gehor­sam? Der dort gefor­der­te „Gehor­sam“ ver­sklavt und nützt nur den Fein­den der kir­che, die ja gera­de die­se Hörig­keit ihrer Unter­ge­be­nen aus­nüt­zen.

    Einem unge­rech­ten Befehl, der wider die Wahr­heit und den Glau­ben, wider das kirch­li­che Leben gerich­tet ist, hat kei­nen Anspruch auf Gehor­sam. Und soll­te er selbst von der päpst­li­chen Auto­ri­tät stam­men. Man muss Gott mehr gehor­chen, als den Men­schen. Hier hat die Will­kür, die Revol­te, der Ungeist des Dia­bo­lus gespro­chen, nicht aber demü­tig die­nen­de Knecht Got­tes in Gestalt des Obe­ren, oder des Pap­stes Fran­zis­kus als ein getreu­er Stell­ver­tre­ter Chri­sti! Wöl­fe im Schafs­pelz nann­te sie Jesus. Blin­den­füh­rer, die in die Irre brin­gen.

  5. Bene­dikt XVI. hat ver­fügt, dass man kei­nen Antrag stel­len muss.

    Es ist mir ein Rät­sel, war­um Pater Lan­zet­ta dies getan hat.

    Und um etwas bit­ten, was ein Recht ist, muss man schon gar nicht.

    Was soll das alles?

    • Das müs­sen Sie falsch ver­stan­den haben: Pater Lan­zet­ta ist der Autor des Buches, das auf einer Kon­fe­renz über das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil vor­ge­stellt wird.
      Der flo­ren­ti­ni­sche Ver­an­stal­ter hat den Antrag beim Erz­bi­schof der Stadt gestellt, eine Hei­li­ge Mes­se im Alten Ritus fei­ern zu kön­nen mit Pater Lan­zet­ta als Zele­bran­ten.
      Ange­sichts der von Papst Fran­zis­kus gebil­lig­ten Sank­tio­nen der Ordens­kon­gre­ga­ti­on, die jedens Mal eine Erlaub­nis vor­schrei­ben, wenn ein Bru­der der FI öffent­lich die Alte Mes­se zele­briert, war das eine kor­rek­te Vor­gangs­wei­se gegen­über ihrem Bischof, aber auch gegen­über Pater Lan­zet­ta, über den die Ver­an­stal­ter ja nicht ver­fü­gen kön­nen.
      Die bischöf­li­che Ent­schei­dung ist dage­gen sehr auf­schluss­reich.

      • Car­los Sier­ra More­no hat schon recht und sie auch — dar­an sieht man ja gera­de dass Fran­zis­kus (zumin­dest bei den FI) die Ent­schei­dung Bene­dikts de fac­to auf­ge­ho­ben / rela­ti­viert hat… ande­re wer­den fol­gen. Es ist ein­fach zu ko…

    • Nein, einen Antrag stel­len „muss­te“ angeb­lich nie­mand mehr. Aber wenn Sie Summorum Pon­ti­fi­cum auf­merk­sam gele­sen haben, dürf­te Ihnen nicht ent­gan­gen sein, dass bei aller Frei­heit, die man die­sem Ritus zuge­stan­den hat, laut Art.5 §1 „Zwie­tracht zu ver­mei­den und die Ein­heit der gan­zen Kir­che zu för­dern ist“.

      Das ist ein net­ter Gum­mi­pa­ra­graph, der jeg­li­che Sank­ti­on doch wie­der recht­fer­tigt. „Zwie­tracht“ bringt die­se Mes­se näm­li­cher immer, irgend­wie… und wo auch immer es mög­lich ist, wird das als Vor­wand genutzt.

      • Die Per­fi­die der Maß­nah­men gegen die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta liegt ja dar­in:
        einer­seits die all­ge­mein­gül­ti­gen „Frei­hei­ten“ von Summorum Pon­ti­fi­cum
        ande­rer­seits die spe­zi­fi­schen Ver­bo­te der Ordens­kon­gre­ga­ti­on für die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta.
        Was gilt nun?
        Papst Fran­zis­kus hat aber aus­drück­lich eine Form für das Dekret der Ordens­kon­gre­ga­ti­on gewählt, die einen Rekurs dage­gen aus­schließt.
        Wer soll also die Fra­ge klä­ren
        wenn der Papst selbst der höch­ste Rechts­set­zer ist und ein Instan­zen­weg aus­ge­schlos­sen ist?
        Eine Fra­ge an die Kir­chen­rechts­ex­per­ten.

  6. Bei der Fei­er einer Hl. Mes­se in triden­ti­ni­schem Ritus gibt es 2 Mög­lich­kei­ten:
    ‑Ent­we­der ist die Fei­er der Hl. Mes­se ein abso­lu­tes Gut (wie ich mei­ne) und kann nie­mals Sün­de sein
    oder:
    ‑Die nicht­er­laub­te Fei­er der Hl. Mes­se im Trident. Ritus wäre eine „Sünde“(was ich nicht mei­ne).
    Das macht jedoch nach moder­ni­sti­schem Ansatz nichts aus:
    Mit Rück­griff auf das Inter­view v. P. Fran­zis­kus mit Scal­fa­ro (Scalfaro’s Zusam­men­fas­sung: „Die Sün­de gibt es nicht mehr“) und auf meh­re­re frü­he­ren Aus­sa­gen von Kard. Dan­neels, der jetzt trotz gewal­ti­gem p&h‑Skandalverwicklung bis nach oben pro­mo­viert wur­de („Sün­digt noch mehr! Um so grö­ßer der Sün­der um so mehr Ver­ge­bung, um so mehr Gna­de“) wür­de die­se „Sün­dig­keit“ sowie­so nicht vor­han­den sein.
    Man muß Gott mehr gehor­chen als den Men­schen.
    Die Ver­kün­di­gung der Wahr­heit, die Fei­er der Hl. Mes­se ist eine fun­da­men­ta­le PFLICHT- tak­ti­sche und pasto­ra­le Über­we­gun­gen sind m. M. nach zweit­ran­gig und ver­gli­chen damit des­halb bedeu­tungs­los.
    Instaur­a­re omnia in Chri­sto. Ste­mus iux­ta crucem.

    • Doch, es gibt min­de­stens noch eine „Sün­de“ für die Moder­ni­sten! Näm­lich die, einen gött­li­chen Maß­stab für Gut und Böse anzu­le­gen und in die­sem Zusam­men­hang von Sün­de zu spre­chen. Und gegen die­se „Sün­der“ gegen den „hei­li­gen“ Moder­nis­mus rich­ten sich alle Sank­tio­nen der heu­ti­gen Hier­ar­chie.

  7. @zeitschnur: Pater Pio ist ein gro­ßer Hei­li­ger, ein gro­ßes Werk­zeug Got­tes. Da liegt mir schon sehr dar­an, ihn zu ver­tei­di­gen. Er hat­te kein ein­fa­ches Leben- ganz im Gegen­teil, aber er hat­te alle Not, Mühe und Drang­sal Gott auf­ge­op­fert.
    Mor­gen ist das Fest des gro­ßen Hei­li­gen der Schweiz: Bru­der Klaus. Auch er war ein Mysti­ker und nicht mehr von die­ser Welt. Sol­che Men­schen, wah­re Anbe­ter, sind Aus­nah­men wie auch der hei­li­ge Evan­ge­list und Apo­stel Johan­nes. Aber gera­de die­se Men­schen braucht die Kir­che, braucht jeder. Sol­che haben alles hin­ter sich gelas­sen und nur und allein Gott gedient und dar­aus die Kraft erhal­ten, dem Näch­sten in allen Nöten zu die­nen.

    • Moment — Sie haben mich falsch ver­stan­den: ich ver­eh­re Bru­der Klaus auch und vie­le ande­re Mysti­ker. Sie haben wirk­lich wesent­li­ches gebracht — Sie wer­den es ja gemerkt haben, wie ich viel von Hil­de­gard spre­che, von A.K. Emme­rich, von Fati­ma, auch von Edith Stein (weil mir an ihr beson­ders nah steht die Ver­knüp­fung von Mystik mit schar­fem ratio­na­lem Den­ken).
      Aber bei pater Pio habe ich genau­so vie­le Fra­ge­zei­chen wie bei Med­jug­or­je, bei der Frau aller Völ­ker und ande­ren merk­wür­di­gen Erschei­nun­gen.
      Ich kann nicht sehen, was von pater Pios gro­ßem und sehr geschäfts­tüch­ti­gen Zulauf eigent­lich geblie­ben ist. Die vor­kon­zi­lia­re Kir­che hat ihn mit Miss­trau­en beob­ach­tet und die Grün­de dafür sind nicht nur ein Aus­druck der „Ver­blen­dung“ der Ams­trä­ger. Bis heu­te ist auf der Sach­ebe­ne nicht geklärt, ob er nicht doch ein Schar­la­tan war.

      Am mei­sten muss einem zu den­ken geben, dass er über­haupt erst nach dem Kon­zil bei der Amts­kir­che sei­nen Erfolgs­durch­bruch hat­te.
      Das muss jeden stut­zig machen!
      Ähn­lich merk­wür­dig, wenn auch nicht so dra­ma­tisch, weil die Betref­fen­de viel demü­ti­ger und beschei­de­ner war, ist die Sr. Fausty­na — ihre Ein­ge­bun­gen sind vor dem Kon­zil durch­weg auf Miss­trau­en und Wider­stand gesto­ßen. war­um die­ser barm­her­zi­ge Jeuss nun plötz­lich die trad­tio­nel­le Herz-Jesu-Ver­eh­rung sacht bei­sei­te schie­ben soll­te, fra­ge ich mich ernst­haft. Wir hören nur noch Barm­her­zig­keit und nichts mehr von Gerech­tig­keit…

      Also zusam­men­ge­fasst: ich schät­ze vie­le Myst­ker sehr — aber ich gebe zu, dass ich allen erst nach­kon­zi­li­ar von der Amts­kir­che hoch­ge­pusch­ten Mysti­kern, die vor dem Kon­zil aus­drück­lich mit guten Grün­den abge­lehnt wur­den, miss­traue.

      In Ita­li­en hat die Pater Pio-Ver­eh­rung dazu geführt, dass v.a. er selbst ver­ehrt wur­de 8weniger Gott — denn wo sind die Mas­sen heu­te alle geblie­ben, die damals und sogar heu­te noch in hel­len scah­ren dort so inspritiert und geheilt wor­den sind?
      Er ist bis heu­te ver­bun­den mit einem rie­sen­gro­ßen Geld­ge­schäft und eben damit — das ist das, was mich am mei­sten beun­ru­higt — , die Gläu­bi­gen mit einer Psyeu­do-Fröm­mig­keit abzu­len­ken von den Vor­gän­gen in Rom. Inso­fern über­schnei­det er sich als Phä­no­men wie­der mit Med­jug­or­je.

      Ich stim­me Ihnen aber aus­drück­lich dar­in zu, dass die Kir­che wirk­lich v.a. Mysti­ker braucht in der heu­ti­gen Zeit — aber bit­te ech­te und sol­che, die nicht mit der Mystik ein so gro­ßes Geschäft machen, dass sie Limou­si­nen fah­ren wie ein ara­bi­scher Scheich — das sieht ein­fach nicht nach „alles hin­ter sich las­sen“ aus…

    • Ich fürch­te, dass dies nicht so schnell gehen dürf­te, wie bei ande­ren vom Kali­ber eines Bischof Bon­ny oder K. Kas­per.

      • Geehr­te @IMEK,

        Bei Bon­ny wür­de ich nicht von „Kali­ber“ spre­chen.
        Viel­leicht eher von Elek­tri­zi­tät:
        Auf der Home­page sei­nes Bis­tums steht „Ant­wer­pen- stad onder stroom“ wobei „stroom“ sowohl elektr. Strom als auch „Flu?(Schelde) bedeu­ten kann.
        (Daß hier­bei auch die Pro­vinz Ant­wer­pen mit dem Flach­land ver­ges­sen wur­de, ist eine trau­ri­ge Nach­läs­sig­keit)
        Tat­säch­lich scheint Bon­ny sich mit die­sem Papier schwer elek­tro­ku­tiert zu haben.

  8. Sie kön­nen es nicht las­sen, @zeitschnur. Das hat­ten wir doch alles schon ein­mal: https://www.katholisches.info/2014/07/15/roberto-de-mattei-entdogmatisierung-oder-wer-hat-das-konzil-verraten/. Und Ihre Argu­men­te, die Sie ins Feld füh­ren, um die­sen wahr­haft gro­ßen Hei­li­gen – Pater Pio – anzu­schwär­zen, sind nicht bes­ser gewor­den! Ger­ne wür­de ich es des­halb unter­las­sen, noch­mals dar­auf ein­zu­ge­hen – zu wel­chem Zweck auch. Aber ganz ohne Rich­tig­stel­lun­gen geht es nicht: um der Ehre des Hei­li­gen wil­len, der es wahr­lich nicht ver­dient hat, hier auf einem der weni­gen grö­ße­ren Por­ta­le, die den Namen katho­lisch noch mit Recht tra­gen, auf eine sol­che Wei­se schlecht­ge­macht zu wer­den.

    „(I)ch schät­ze vie­le Mysti­ker sehr – aber ich gebe zu, dass ich allen erst nach­kon­zi­li­ar von der Amts­kir­che hoch­ge­pusch­ten Mysti­kern, die vor dem Kon­zil aus­drück­lich mit guten Grün­den abge­lehnt wur­den, miss­traue.“ Noch­mals, und zum Mit­schrei­ben, @zeitschnur: Pater Pio wur­de von der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che kei­nes­wegs pau­schal „abge­lehnt“ – von Bene­dikt XV. sind, ent­ge­gen anfäng­li­cher Skep­sis, die der loka­le Bischof anläss­lich der Stig­ma­ta an Rom wei­ter­ge­reicht hat­te, begei­ster­te Aus­sa­gen über­lie­fert, Pius XI. hob sei­ne zeit­wei­li­gen Restrik­tio­nen auf, nach­dem er erkann­te, dass Pio Opfer von Ver­leum­dun­gen gewor­den war, und der gro­ße Pius XII. schätz­te ihn sehr hoch! Sie alle erkann­ten frü­her oder spä­ter den Rang die­ses gott­er­ge­be­nen Men­schen. Der ein­zi­ge, der ihm feind­lich gesinnt war, war Johan­nes XXIII., und das sagt genug.

    „Bis heu­te ist auf der Sach­ebe­ne nicht geklärt, ob er nicht doch ein Schar­la­tan war.“ Noch­mals, @zeitschnur, statt sich auf Zei­tungs­en­ten zu ver­las­sen: Lesen Sie Pater Pios Tage­bü­cher – viel­leicht erschließt sich dann ja auch Ihnen, ob das ein Hei­li­ger oder ein Schar­la­tan war. Aber, oh je, ich ahne, das ist Ihnen zuwe­nig der „Sach­ebe­ne“. Nur, dass die Unter­schei­dung der Gei­ster sich auch und gera­de in frü­he­ren Zei­ten nicht auf seich­te Zei­tungs­be­rich­te und auf Abhand­lun­gen wie die­je­ni­ge eines Ser­gio Luz­zat­to stütz­te, wel­che ihre (offen­sicht­li­che) anti­ka­tho­li­sche Ten­denz schlau hin­ter ihrem „wis­sen­schaft­li­chen Anspruch“ ver­stecken. Falls Ihnen an die­ser moder­nen „Sach­ebe­ne“ so sehr gele­gen ist, emp­feh­le ich Ihnen, schleu­nigst an den Wun­der­hei­li­gen all­ge­mein, wenn nicht gar an den Wun­dern Unse­res Herrn selbst, zu zwei­feln. In zahl­rei­cher illu­strer Gesell­schaft wären Sie alle­mal.

    „(W)er von JPII hei­lig­ge­spro­chen wur­de, ist ohne­hin zweifelhaft…und merk­wür­di­ger­wei­se sind die alle von ihm hei­lig­ge­spro­chen wor­den.“ Oh, Ihr armen Hei­li­gen, die Ihr zu spät gebo­ren seid, um noch von der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che zur Ehre der Altä­re erho­ben wor­den zu sein: Unter­schei­dung der Gei­ster hin oder her, Frau Zeit­schnur siebt Euch alle durch das­sel­be Raster, und Ihr dürft nicht damit rech­nen, von Ihr den Gna­den­kuss zu erhal­ten: „geprüft und für kor­rekt befun­den“.

  9. (Fort­set­zung)

    Ver­zei­hen Sie mir mei­ne Iro­nie, aber ich kann nicht anders. In der Tat, @Jan hat voll­kom­men recht, es ist geschmack­los, die Namen eines Pater Pio und eines Maxi­mi­li­an Kol­be in einem Atem­zug mit Med­jug­or­je und einem Don Gob­bi zu nen­nen – selbst wenn es nur in der von Ihnen genann­ten Hin­sicht geschah. Apro­pos: Mir ist es rät­sel­haft, wie Sie dar­auf kom­men und womit Sie bele­gen woll­ten, Pio und Kol­be hät­ten einen „fast ver­rück­ten Kada­ver­ge­hor­sam“ geübt. Bei­de waren sie Mön­che in einer Zeit, als die Leh­re der Kir­che noch intakt war und von der Hier­ar­chie ver­tei­digt wur­de. Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen hat­te der stren­ge Gehor­sam, wie er gera­de in den Orden herrsch­te, noch sei­nen guten, geist­li­chen Sinn, und nichts berech­tigt Sie, die heu­ti­gen desa­strö­sen Umstän­de auf deren Situa­ti­on zu extra­po­lie­ren. Ein Pater Pio stand eben noch in der unge­bro­che­nen Tra­di­ti­on, in der Hier­ar­chie und Wahr­heit noch kei­ne Kon­tra­dik­ti­on bil­de­ten.

    Spie­len Sie etwa dar­auf an, dass er in klei­nem Kreis von den schwe­ren Zei­ten sprach, die das II. Vati­ka­num brin­gen wür­de – „es erwar­ten uns nur Fin­ster­nis­se, alles Fin­ster­nis­se“, und hin­zu­füg­te: „aber wir kön­nen nichts sagen… sei­en wir still“? Spre­chen Sie in der Tat auch und gera­de bezüg­lich die­ser (inhalt­lich ja ganz ins Schwar­ze tref­fen­den, pro­phe­ti­schen) Wor­te von einer „Mischung aus super­fromm und hirn­ver­brannt hier­ar­chie­hö­rig“ – in wel­cher Mischung Sie (all­zu frei nach dem schö­nen Roman von E.T. A. Hoff­mann) nichts weni­ger als ein „Eli­xier des Teu­fels“ sehen wol­len, von dem neben Pio auch der hl. Kol­be genippt haben soll? Sie schei­nen so zu den­ken – und schrecken selbst nicht vor der Behaup­tung zurück, dass durch das „Schwei­gen“ die­ser ganz und gar in der Tra­di­ti­on der guten, alten Kir­che ver­wur­zel­ten Män­ner „Mil­lio­nen See­len den fal­schen Hir­ten über­las­sen wur­den“. – Will­kom­men in Absur­di­stan?

    Wor­über hät­ten sie denn, Ihrer Mei­nung nach, kei­nes­falls schwei­gen dür­fen – in einer Kir­che, die noch gar nicht die geschleif­te, post­kon­zi­li­ar destru­ier­te war, wie wir sie ken­nen? Dass in Letz­te­rer Schwei­gen in der Tat immer unmög­li­cher wird – da gehe ich mit Ihnen einig.

    Pater Pios Wor­te jedoch zeu­gen ganz ein­fach vom wei­sen Rea­lis­mus eines wäh­rend sei­nes gan­zen Lebens in den Struk­tu­ren der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che gefe­stig­ten betag­ten Mön­ches, der zu jener Zeit, unmit­tel­bar nach dem Kon­zil, kurz vor sei­nem Tode stand – und des­sen Auf­ga­be es ganz bestimmt nicht war noch sein konn­te, nun plötz­lich laut und öffent­lich kir­chen­po­li­tisch zu agie­ren! Und was ist falsch dar­an, dass der demü­ti­ge Mönch Pio, der auf Erz­bi­schof Lef­eb­v­res Bit­te, ihn zu seg­nen, aus­rief: „Ich soll einen Erz­bi­schof seg­nen? Nein, nein, — Sie soll­ten viel­mehr mich segnen!”, die Über­zeu­gung hat­te, dass die abgrund­tie­fen Pro­ble­me, wel­che er vor­aus­sah, die kirch­li­che Hier­ar­chie lösen muss­te – eine Hier­ar­chie, die er, trotz der per­sön­li­chen Ent­täu­schun­gen, die er hat­te erfah­ren müs­sen, noch als Wäch­ter der Wahr­heit kann­te?

  10. (Fort­set­zung)

    Sie aber wol­len Ihm das als „Kada­ver­ge­hor­sam“ aus­le­gen? Dabei wer­den gera­de Sie, lie­be @zeitschnur, ja nicht müde, dar­auf hin­zu­wei­sen, und grund­sätz­lich sicher zurecht: Eine Wen­de muss letzt­lich vom Lehr­amt kom­men.

    Heu­te, wo die kirch­li­che Hier­ar­chie sich ver­brei­tet nicht mehr als Bewah­re­rin des ech­ten Glau­bens erweist, ist es in der Tat ein schreck­li­ches und dämo­ni­sches Pro­blem, dass ein Orden wie die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta sich gezwun­gen sieht, den Unge­hor­sa­men unse­rem Herrn gegen­über Gehor­sam zu lei­sten; wobei ich glau­be und hof­fe, dass nicht weni­ge Ordens­mit­glie­der die­ses Pro­blem nur all­zu bren­nend emp­fin­den und eini­ge inner­lich gleich­sam vor dem „Aus­bruch“ ste­hen. Jedoch behaup­ten zu wol­len, dass am per­ver­tier­ten Gehor­sams­prin­zip Män­ner wie Maxi­mi­li­an Kol­be oder Pater Pio mit­schul­dig wären, die der Ord­nung der Kir­che, als die­se noch ihren tie­fen gei­sti­gen Wert besaß, in ern­ster Demut ent­spra­chen,– DAS, mit Ver­laub, wäre tat­säch­lich „hirn­ver­brannt“.

    „Er ist bis heu­te ver­bun­den mit einem rie­sen­gro­ßen Geld­ge­schäft und eben damit – das ist das, was mich am mei­sten beun­ru­higt –, die Gläu­bi­gen mit einer Pseu­do-Fröm­mig­keit abzu­len­ken von den Vor­gän­gen in Rom. Inso­fern über­schnei­det er sich als Phä­no­men wie­der mit Med­jug­or­je.“ Es stra­pa­ziert die Ner­ven, wie wenig Sie dif­fe­ren­zie­ren, eben in einer Ange­le­gen­heit, die gera­de­zu danach ruft, die Gei­ster und Gege­ben­hei­ten tief­drin­gend zu unter­schei­den. Was in San Gio­van­ni Roton­do „zu Ehren“ des Hei­li­gen geschieht, ist in der Tat absto­ßend; aber das­sel­be Schick­sal ereil­te in den letz­ten Jahr­zehn­ten so vie­le Orte der Hei­li­gen­ver­eh­rung! Die­ses Phä­no­men einer post­kon­zi­li­ar ver­gif­te­ten Kir­che mit dem „Phä­no­men Pater Pio“ zu ver­wech­seln, zeugt – ich kann es nicht anders sagen – von man­geln­der Unter­schei­dungs­kraft just in einem Fall, wo die­se beson­ders von­nö­ten ist: eben um die Gestalt die­ses wun­der­ba­ren Hei­li­gen – echt und mystisch tief und lie­bend, wie er war – rein zu bewah­ren von all dem post­kon­zi­lia­ren Kitsch und Schla­mas­sel, wor­un­ter wir lei­den; ihm die Ehre zu erwei­sen, die ihm gebührt, als einem, der die unend­li­che Tie­fe und Kraft der wah­ren Kir­che Chri­sti hin­über­zu­ret­ten hilft durch dürf­ti­ge Zeit hin­durch!

    Abschlie­ßend noch zu Ihrer Bemer­kung, Pater Pio sei „Limou­si­nen (ge)fahren wie ein ara­bi­scher Scheich – das sieht ein­fach nicht nach „alles hin­ter sich las­sen“ aus…“ Mit die­sem Mär­chen kom­men Sie nun zum x‑ten Male um die Kur­ve, so dass ich mich nur wun­dern kann, wie jemand, der ver­schie­dent­lich über Objek­ti­vi­tät theo­re­ti­siert, sich selbst so wenig um die Maß­stä­be bemüht, die er andau­ernd postu­liert. Sie stel­len die Sache immer so dar, als ob ein geschäfts­tüch­ti­ger Fuchs mit cha­ris­ma­ti­schen Gaben es sich in sei­nem Klo­ster­le­ben so rich­tig hät­te gut­ge­hen las­sen. Dabei leb­te Pater Pio in voll­stän­di­ger per­sön­li­cher Armut und ver­wand­te die gro­ßen Sum­men, die sei­nem Klo­ster infol­ge sei­ner Wun­der­tä­tig­keit zuström­ten, u.a., wie bekannt, zum Bau eines bedeu­ten­den Kran­ken­hau­ses.

  11. (Fort­set­zung)

    Und nicht etwa zum Kauf teu­rer Autos, wie Sie zu insi­nu­ie­ren schei­nen. Der Wagen (ein Mer­ce­des 190 D), von dem zu spre­chen Sie nicht las­sen kön­nen, war ein Geschenk einer rei­chen Fami­lie für ein gewirk­tes Wun­der. Pater Pio hat ihn, nach­dem er ihn nur sel­ten und schließ­lich gar nicht mehr benützt hat­te, einem Mann, der das Gefährt auf dem Gebiet eines Klo­sters, unter einem Heu­hau­fen, von Rat­ten bevöl­kert, gefun­den und den Besit­zer schließ­lich aus­fin­dig gemacht hat­te, geschenkt!

    Soviel zu des hl. Pios Leben wie ein geschäfts­tüch­ti­ger Guru, „wie ein ara­bi­scher Scheich“. – Es bleibt noch Spiel­raum für Ihre Objek­ti­vi­tät, wer­te @zeitschnur.

  12. Ich sage Ihnen mal herz­li­chen Dank @Kyrillus für Ihre Klar­stel­lun­gen.
    Es wird dem Men­schen von heu­te schwer­ge­macht, sowohl inner- und außer­halb der Kir­che, das ewi­ge Heil zu erlan­gen.
    Men­schen wie der hl. Pater Pio, die so weit­ge­hend oder ganz in Gott leben wie das alle Chri­sten tun sol­len, wer­den nicht (mehr) ver­stan­den m.Er., weil der Säku­la­ris­mus alle Lebens­be­rei­che und das Den­ken an sich ket­tet von mor­gens bis abends: der Mensch wird unun­ter­bro­chen auf­ge­g­eilt und tut das ger­ne auch selbst und will von Stil­le nichts mehr wis­sen. Aber gera­de die Stil­le ist die Vor­aus­set­zung der Begeg­nung mit Gott. Und die muß man bewußt auch suchen- Still­räu­me sozu­sa­gen. Das ist dem sog. Leben aber ent­ge­gen­ge­setzt und wars auch schon immer.

    Das „labo­ra“ kann nur gut wer­den, wenn zunächst das „ora“ an den ersten Platz gestellt wird- banal aus­ge­drückt, also wenn man wirk­lich danach lebt oder es zumin­dest wil­lent­lich ver­sucht. Die Mysti­ker wie der hl. Pater Pio haben das Glück wirk­lich gefun­den. Wich­ti­ge Vor­aus­set­zung dafür: den Lärm und die Men­schen nach Mög­lich­keit zu mei­den.

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