Gespräche zwischen Rom und Piusbruderschaft wieder aufgenommen

Bischof Fellay in Rom
Bischof Fel­lay in Rom

(Rom) Am spä­ten Vor­mit­tag des heu­ti­gen Tages fand in Rom das Tref­fen zwi­schen Glau­bens­prä­fekt Ger­hard Kar­di­nal Mül­ler und dem Gene­ral­obe­ren der Pius­bru­der­schaft, Bischof Fel­lay statt. Zum ersten Mal stan­den sich Kar­di­nal Mül­ler und Bischof Fel­lay per­sön­lich gegen­über, seit der ehe­ma­li­ge Bischof von Regens­burg Anfang Som­mer 2012 zum Glau­bens­prä­fek­ten ernannt wor­den war.
Seit der Wahl von Papst Fran­zis­kus fehl­te es nicht an Stim­men, die in Rom einen dra­sti­schen Schluß­strich zie­hen und Bischö­fe und Prie­ster der Pius­bru­der­schaft exkom­mu­ni­zie­ren woll­ten. Papst Fran­zis­kus folg­te die­sem „Rat­schlag“ nicht. Statt­des­sen wur­den mit heu­ti­gem Tag die Gesprä­che zwi­schen der Pius­bru­der­schaft und Rom wie­der auf­ge­nom­men.

Die vom vati­ka­ni­schen Pres­se­amt ver­öf­fent­lich­te Erklä­rung erfolg­te in ver­schie­de­nen Spra­chen, aller­dings nicht in deut­scher Spra­che. Die nach­fol­gen­de Über­set­zung lehnt sich mög­lichst genau an den maß­geb­li­chen ita­lie­ni­schen Text.

Heu­te, Diens­tag, 23. Sep­tem­ber, fand von 11 Uhr bis 13 Uhr in einem herz­li­chen Kli­ma am Sitz der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on die Begeg­nung zwi­schen S.Em. Kar­di­nal Ger­hard Lud­wig Mül­ler, Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on und S.Ex. Ber­nard Fel­lay, Gene­ral­obe­rer der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. statt. An der Begeg­nung nah­men die Ex.en Msgr. Luis Fran­cis­co Ladar­ia Fer­rer SJ, Sekre­tär der­sel­ben Kon­gre­ga­ti­on, Msgr. Joseph Augu­sti­ne Di Noia OP, bei­geord­ne­ter Sekre­tär, und Msgr. Gui­do Poz­zo, Sekre­tär der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei teil, sowie die Assi­sten­ten der FSSPX, Pater Niklaus Pflu­ger und Pater Allain-Marc Nély.

Bei der Begeg­nung wur­den eini­ge Pro­ble­men dok­tri­nel­ler und kano­ni­scher Natur behan­delt, und man hat sich dar­auf ver­stän­digt, schritt­wei­se und in ange­mes­se­nem Zeit­rah­men in Rich­tung Über­win­dung die­ser Schwie­rig­kei­ten und der wün­schens­wer­ten Errei­chung der vol­len Ver­söh­nung fort­zu­fah­ren.

Zwei Aspek­te der Erklä­rung ste­chen ins Auge. Erstens die Beto­nung, daß die Begeg­nung in einem „herz­li­chen Kli­ma“ statt­fand. Eine For­mu­lie­rung, die in deut­scher Über­set­zung sehr stark klingt, in der blu­mi­ge­ren ita­lie­ni­schen Spra­che hin­ge­gen noch eini­ge Stei­ge­rungs­mög­lich­kei­ten zulie­ße, aber ins­ge­samt eine posi­ti­ve Wer­tung signa­li­siert. Zwei­tens, der inhalt­lich wich­tig­ste letz­te Satz, der zeigt, daß die direk­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge zwi­schen Rom und Eco­ne wie­der offen sind. Das schien vor kur­zem noch nicht selbst­ver­ständ­lich.

Die offi­zi­el­le Erklä­rung des Gene­ral­hau­ses der Pius­bru­der­schaft in Men­zin­gen ent­spricht weit­ge­hend dem Wort­laut des Vati­kans. Zusätz­lich wird neben den „dok­tri­nel­len und kano­ni­schen Schwie­rig­kei­ten“ gesagt, daß auch die „aktu­el­le Lage der Kir­che“ ange­spro­chen wur­de. Die Erklä­rung der Pius­bru­der­schaft ist bei der Nen­nung eines ange­streb­ten Zie­les zurück­hal­ten­der und spricht davon, die Gesprä­che „zur Klä­rung der ver­blei­ben­den umstrit­te­nen Punk­te fort­zu­set­zen“.

Ein kurzer Rückblick

Im Früh­jahr 2012 hat­te man auf Sei­ten der Pius­bru­der­schaft in den mona­te­lan­gen Ver­hand­lun­gen davor den Ein­druck gewon­nen, Rom akzep­tie­re die vor­ge­brach­ten Ände­rungs­wün­sche an der „Dok­tri­nel­len Prä­am­bel“, deren Annah­me die Grund­la­ge für die kano­ni­sche Aner­ken­nung bil­den soll­te. Dann trat im Mai die Voll­ver­samm­lung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on zusam­men und annul­lier­te die erziel­ten Ergeb­nis­se. Am 13. Juni 2012 dach­te Bischof Fel­lay nach Rom zu rei­sen und mit der kano­ni­schen Aner­ken­nung der Pius­bru­der­schaft zurück­zu­keh­ren. Statt des­sen wur­de ihm von Kar­di­nal Wil­liam Leva­da, dem dama­li­gen Glau­bens­prä­fek­ten nicht die ver­ein­bar­te Fas­sung der Dok­tri­nel­len Prä­am­bel vor­ge­legt, son­dern wie­der die ursprüng­li­che Fas­sung, bevor die Gesprä­che begon­nen hat­ten. Eine inak­zep­ta­ble Situa­ti­on, die mit einer ergeb­nis­lo­sen Abrei­se des Gene­ral­obe­ren der Pius­bru­der­schaft ende­te. Weil die Kehrt­wen­de so uner­war­tet kam, frag­te Bischof Fel­lay weni­ge Tage spä­ter, aus­drück­lich und schrift­lich bei Bene­dikt XVI. nach, ob das wirk­lich auch der Wunsch des Pap­stes sei. Als die­ser am 30. Juni bestä­tig­te, trat eine Sen­de­pau­se ein.

Eini­ge Krei­se in Rom woll­ten der Pius­bru­der­schaft den Schwar­zen Peter am Schei­tern der Gesprä­che zuspie­len und woll­ten von Bischof Fel­lay eine schrift­li­che nega­ti­ve Ant­wort auf die „Prä­am­bel“. Als die Pius­bru­der­schaft, die sich aus ihrer Sicht hin­ter­gan­gen fühl­te, nicht in die­se Fal­le tapp­te, stell­te ihr der inzwi­schen ins Amt getre­te­ne, und damit mit den Gesprä­chen nicht befaß­te neue Glau­bens­prä­fekt Mül­ler der Bru­der­schaft Anfang 2013 ein Ulti­ma­tum.

In einer sei­ner letz­ten Ent­schei­dun­gen hob Papst Bene­dikt XVI. das Ulti­ma­tum jedoch kurz vor sei­nem Amts­ver­zicht auf. Die Gesamt­fra­ge blieb damit unbe­ant­wor­tet. Die vom deut­schen Papst 2005 ange­sto­ße­nen Eini­gungs­be­mü­hun­gen, die in einer kano­ni­schen Aner­ken­nung der Bru­der­schaft mün­den soll­ten, wur­den auf Eis gelegt.

Mit der Wahl von Papst Fran­zis­kus schie­nen weni­ger denn je die Vor­aus­set­zun­gen gege­ben, die geschei­ter­ten Gesprä­che ziel­füh­rend wie­der­auf­neh­men zu kön­nen. Nach andert­halb Jah­ren der offi­zi­el­len Sen­de­pau­se, wur­den mit heu­ti­gem Tag die Gesprä­che in einem erstaun­lich wohl­wol­len­den Kli­ma wie­der­auf­ge­nom­men.

Fest steht, daß es im Vati­kan Stim­men gab, nach der erfolg­rei­chen Ver­hin­de­rung einer Eini­gung durch die Voll­ver­samm­lung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, dem Abtritt von Bene­dikt XVI. und der Wahl von Papst Fran­zis­kus, die Gele­gen­heit zu nüt­zen, um einen dra­sti­schen Schluß­strich zu zie­hen und ein Exkom­mu­ni­ka­ti­ons­de­kret für die Bischö­fe und alle Prie­ster der Pius­bru­der­schaft zu erlas­sen. Eine Opti­on, die auch Papst Fran­zis­kus nahe­ge­legt wur­de, die sich der argen­ti­ni­sche Papst, trotz sei­ner kaum über­seh­ba­ren Abnei­gung gegen die Tra­di­ti­on und den über­lie­fer­ten Ritus, nicht zu eigen mach­te.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can Insi­der

27 Kommentare

  1. Ich bin der Über­zeu­gung, daß es kei­ne Exkom­mu­ni­ka­ti­on geben wird. Der Papst wird ver­su­chen, die Prie­ster­bru­der­schaft zu ver­ein­nah­men, um sie danach gezielt zu zer­stö­ren. Das klingt schreck­lich, aber sei­ne bis­he­ri­gen Prak­ti­ken las­sen die­sen Schluß zu.
    Die­se Gesprä­che sind in mei­nen Augen ein gro­ßer Feh­ler und sehr gefähr­lich.

    • Bischof Fel­lay darf sich nur nicht über den Tisch zie­hen las­sen. Das ist gefähr­lich und wäre ein gro­ßer Feh­ler. Bei allen gemach­ten Erfah­run­gen der letz­ten zwei Jah­re und den jüng­sten Beschlüs­sen des Gene­ral­ka­pi­tels set­ze ich aber auf das gesun­de Urteils­ver­mö­gen und die Stan­des­gna­de, die Gott dem Gene­ral­obe­ren ver­lie­hen hat.

      Er ist auch das letz­te Mal nicht in die­se fal­le getappt und wird es auch dies­mal nicht tun. dazu ist er vor­sich­tig genug!

      Ich den­ke, der Erz­bi­schof Lef­eb­v­re wür­de das­sel­be tun, aus Lie­be zur Kir­che. Gar nicht mehr mit­ein­an­der spre­chen darf und kann auch kei­ne Lösung sein. Bit­ten und beten wir viel um den Hl. Geist und den Schutz des erz­engels Micha­el. Dann den­ke ich, kann man getrost in die Zukunft der FSSPX blicken.

      Eine Eini­gung ist der­zeit nicht zu erwar­ten. Um das auf­ge­zeig­te Sze­na­rio zu errei­chen, müss­te der Papst ohne Gegen­lei­stung die Bru­der­schaft for­mal aner­ken­nen. Er wür­de dabei nicht auf die Obe­ren der Prie­ster­bru­der­schaft zäh­len kön­nen, das hat auch schon Kar­di­nal Hoyos vor­ge­schla­gen und es wur­de von Bischof Fel­lay abge­lehnt.
      Und Fran­zis­kus wür­de sich den Zorn der Medi­en und der mäch­ti­gen Pro­gres­si­sten öffent­lich aus­set­zen und das tut er bestimmt nicht.

    • Bei kath.net heißt es, der Papst habe kein Pro­blem mit dem alten Ritus, solan­ge die Ein­heit der Kir­che gewahrt blei­be. Auch wenn Fran­zis­kus nicht als der gro­ße Freund des­sel­ben gilt, so glau­be ich ihm aber. Die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta sind wohl ein spe­zi­el­ler Fall. Mir wäre neu, daß bei­spiels­wei­se die Petrus­brü­der oder das Insti­tut Chri­stus König und Hohe­prie­ster ähn­li­che Schwie­rig­kei­ten mit dem Vati­kan hät­ten.

      • Und war­um erfährt man dann nicht, was am Fall der FI so „spe­zi­ell“ ist?

        Das mit der „Ein­heit der Kir­che“ ist doch ein Gum­mi­pa­ra­graf — das lässt sich eigent­lich immer auf­fah­ren, wenn’s brenz­lig wird.

      • Die Petrus­bru­der­schaft u.a. haben nur des­we­gen kei­ne Pro­ble­me, weil sie auch den NOM prak­ti­zie­ren — und das ist zurecht sei­tens der FSSPX nicht akt­zep­ta­bel. Es gibt nur die EINE Hei­li­ge Mes­se und das ist nun mal der Schatz, den die FSSPX nun schon so lan­ge Zeit hütet und pflegt — deo gra­ti­as. Klar ist, dass S.E. Erz­bi­schof M. Lef­eb­v­re immer für Gesprä­che mit Rom — ent­ge­gen allen Unken­ru­fen der Wider­ständ­ler inner­halb der FSSPX — die sich lei­der von den Grund­sät­zen der FSSPX abge­kehrt haben — das haben sie unlängst wohl sogar öffent­lich zuge­ge­ben, dass sie da falsch lagen (wenn auch mit Zäh­ne­knir­schen). Den Aus­füh­run­gen von Mario­kin stim­me ich zu. Es ist sicher noch ein lan­ger Weg — aber ich bin mir sicher, im Ver­trau­en auf den lie­ben Gott, dass ein Papst (wohl eher ein kom­men­der) dies voll­enden wird (im Sin­ne der Tra­di­ti­on der Kir­che) — wann? Das weiss nur ER!

      • ich glau­be (nach allem was ich bis­her lesen konn­te), dass der der­zei­te Papst mit dem alten Ritus nichts anfan­gen kann, aber solan­ge des­sen Anhän­ger gewäh­ren lässt, wie sie kei­nen „Ärger“ machen. Und Ärger ist dann das Krat­zen am Super­dog­ma vom Super­kon­zil und da lan­det man fast auto­ma­tisch, wenn man sich über den alten Ritus Gedan­ken jen­seits der schö­nen Gewän­der und lieb­li­chen Gesän­ge macht. Und Ärger gibt es auch, sobald auch nur eine Per­son in einer Orga­ni­sa­ti­on schreit „Hil­fe, ich wer­de zur alten Mes­se genö­tigt“ und da kom­men wir zu den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta. Anstatt dass der eine geht, wer­den die ande­ren was­weis­sich­wie­viel unter Admin genom­men

        Die Petrus­brü­der haben kei­ne Schwie­rig­kei­ten (im Moment jeden­falls), weil sie das Kon­zil nicht hin­ter­fra­gen, jeden­falls nicht so, dass ich es mit­ge­kriegt hät­te…

    • Die CSU, in der Dr. Ratz­in­ger sei­ne pol­ti­sche Aus­bil­dung erhielt, agier­te gegen­über den Klein­par­tei­en wie etwa der Bay­ern­par­tei nach dem Mot­to „umar­men und auf­sau­gen“ und geht das nicht, wenig­stens spal­ten. So agier­te ja auch Dr. Ratz­in­ger, etwa auch mit der Grün­dung der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. Wie es den „Pius­brü­dern“ nach so einer Ver­söh­nung ergan­gen wäre, kann man am Schick­sal der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta erse­hen, die Herz­lich­keit von Sei­ten des Lefre­brve-Fres­sers Mül­ler ist ein abso­lu­tes Alarm­zei­chen, man den­ke wie aggres­siv er immer auf das Prie­st­se­mi­nar in Zaitz­ko­fen war.

  2. @ Mag­da

    Da stimm eich Ihnen voll­kom­men zu!

    Wer meint die Römer durch Gesprä­che bekeh­ren zu kön­nen, der lebt nicht in der Rea­li­tät.

  3. Nie­mand kann so recht sagen, was eigent­lich die Stra­te­gie von Papst Fran­zis­kus in die­ser The­ma­tik wirk­lich ist.
    Viel­leicht aber haben hoch­ran­gi­ge Kar­di­nä­le erkannt, daß die Kir­che ein neu­es Fun­da­ment fin­den muß und zwar ein ande­res als das­je­ni­ge der von vie­len seit Jahr­zehn­ten beschwo­re­nen Kon­zils­un­gei­ster. Es kann kei­nem ernst­haf­ten und besorg­ten Men­schen die weit­ge­hen­de Ent-Christ­li­chung Euro­pas ent­gan­gen sein mit all den ent­setz­li­chen Fol­gen, der weit­ge­hen­den Des­ori­en­tie­rung des Groß­teils der Men­schen. Flick­schu­stern nutzt nichts mehr.

    Papst Fran­zis­kus hät­te noch alle Trümp­fe in der Hand, wenn er einen grund­sätz­li­chen Kurs­wech­sel vor­neh­men wür­de. Das heißt: weg mit der Anpas­sung an den Atheismus/Säkularismus, weg mit dem Öku­me­nis­mus und weg mit fal­schen „inter­re­li­giö­sen Dia­lo­gen“ wie bspw. mit dem sog. Islam.
    Es gilt nur noch eines: das kla­re Zeug­nis und Bekennt­nis zu Jesus Chri­stus als dem ein­zi­gen Herrn und Erlö­ser- und zu den gesam­ten Leh­ren und Glau­bens­dog­men der Kir­che.

    Das Jahr 2015 wird das ulti­ma­ti­ve Jahr der Ent­schei­dung sein, m.Er.

    • Im Ernst @ Fran­zel — haben Sie irgend­ei­nen Anhalts­punkt nach all den wahn­sin­ni­gen Aktio­nen F.s (Scal­fa­ri-Inter­views u.a. Inter­views, selt­sa­me Pres­se­ge­sprä­che, chao­ti­sche „Per­len“, Zer­stö­rung alt­ri­tu­el­ler Gemein­schaf­ten, Vor­schie­ben Kar­di­nal Kas­pers mit sei­nen Stand­punk­ten zur Ehe, Hei­lig­spre­chung unhei­li­ger Per­so­nen, Hofie­rung des Islam, noto­risch aus­blei­ben­der Wand­lungs-Knie­beu­ge vor IHM, sonst aber vor jedem Men­schen, bei dem es gera­de passt etc. etc.) — haben Sie denn wirk­lich Hoff­nung, dass F. sich da wan­deln könn­te ins blan­ke Gegen­teil (denn das sind Ihre For­de­run­gen)?
      Bei Gott ist zwar kein Ding unmög­lich, aber ich gebe zu, maxi­ma­le Zwei­fel zu hegen.

      • Lie­be Zeit­schnur,

        wis­sen Sie eigent­lich, dass Orden gibt, die die Wand­lungs­knie­beu­ge, die um ca. 1200 ein­ge­führt wur­de, nie über­nom­men haben? Ist das bei den Ange­hö­ri­gen die­ser alten Orden ein Zei­chen man­geln­der Ehr­furcht?

      • Na und? Sie ist aber nun mal seit — wenn es stimmt, was Sie sagen — 800 Jah­ren üblich! Was tat der Prie­ster vor 1200? Wo ist die Quel­le für Ihre Aus­sa­ge? Wür­de mich inter­es­sie­ren.

        Es geht um den Zei­chen­cha­rak­ter, wenn man etwas Sinn­vol­les und lan­ge Tra­dier­tes weg­lässt. Das Weg­las­sen einer lan­gen und all­ge­mein — in der gan­zen Welt­kir­che — übli­chen rein inner­kirch­li­chen Tra­di­ti­on (also hier flie­ßen kei­ne gewöhn­li­chen Wan­del der Kon­ven­tio­nen des All­tags­le­bens mit hin­ein wie z.B. bei Klei­der­mo­den etc.) ist in die­sem Zusam­men­hang eine nega­ti­ve Geste! (Eine Ver­nei­nung von etwas…) Selbst die Pro­gres­si­ven haben bis F. selbst­ver­ständ­lich auch im Novos Ordo eine Wand­lungs­knie­beu­ge gemacht…

        Wel­che Orden das sein sol­len, die das nie taten, weiß ich tat­säch­lich nicht, aber dort wäre dann zu prü­fen, wann die­se Orden ent­stan­den sind, was sie statt der Knie­beu­ge machen und ob es evt. an in den Abläu­fen den­noch eine vol­le Ehr­furcht­beu­gung vor dem Herrn gibt. Lei­der geht das aus Ihrem Hin­weis nicht her­vor.
        Kön­nen Sie das näher dar­le­gen und Quel­len ange­ben?

    • War­um kann man einem Papst nicht ein­fach ver­trau­en ? Ich weiß auch nicht. Fco, wie er in Süd­ame­ri­ka genannt wird, hat schon des öfte­ren für reich­lich Ver­wir­rung gesorgt.

  4. Nach mei­nem beschei­de­nen Dafür­hal­ten ist Fel­lay nicht mehr zu hel­fen. Nach zwei geschei­ter­ten Ver­su­chen, bei denen immer nur die Bru­der­schaft drauf­zahl­te, jetzt einen drit­ten zu machen, ist ent­we­der ein Zei­chen von Unbe­lehr­bar­keit, Starr­sinn oder nai­ver Dumm­heit, wenn man nicht der Annah­me sein will, daß hier ein abge­kar­te­tes Spiel vor sich geht. Im Fal­le einer Exkom­mu­ni­ka­ti­on sei­tens der häre­ti­sie­ren­den bis offen häre­ti­schen Kon­zils­kir­che wäre der Front­ver­lauf begra­digt wor­den, so geht der Bür­ger­krieg in den katho­li­schen Rest­ge­bie­ten der Kir­che mun­ter wei­ter — was könn­te Ber­go­glio lie­ber sein, als das! Ange­sichts der Fort­füh­rung der Revo­lu­ti­on ist eine mit sich selbst beschäf­tig­te FSSPX viel beque­mer, als eine, die in Fun­da­men­tal­op­po­si­ti­on den Fin­ger auf die offe­nen Wun­den legt. Und was Mül­lers Höf­lich­keit anlangt:
    „Quid­quid id est: timeo Dana­os, etsi dona feren­tes!“

  5. Es ist sehr unwahr­schein­lich, daß es zu einer Eini­gung der FSSPX mit Rom kommt. Nicht unter die­sem unse­li­gen Pon­ti­fi­kat Ber­go­gli­os. Der ist doch offen­sicht­lich dabei die Katho­li­sche Kir­che zu einer kol­le­gia­len Epi­scopal­kir­che umzu­bau­en, ohne sicht­ba­res Ober­haupt. Eine qua­si anglikanisch/protestanische Lösung. Luther und sei­ne Kon­sor­ten jubeln in der Höl­le. Da ist kein Platz für die ein­zig wah­re triden­ti­ni­sche Mes­se, und der Pius­bru­der­schaft. Der „Bischof von Rom“ ist einer der größ­ten Kata­stro­phen in der Papst­ge­schich­te. Wohin geht der Weg noch? Mir schau­dert bei dem Gedan­ken was noch auf uns zukommt:

  6. Ich hof­fe, die Pius­se blei­ben stand­haft. Nur dann wäre ihre heils­ge­schicht­li­che Auf­ga­ben­stel­lung
    erkenn­bar. Aber ich fürch­te, dass sie der­zeit umarmt wer­den sol­len bis sie tot sind. Nur dann nüt­zen sie Fran­zis­kus. Nach allem, was wir beob­ach­ten kön­nen will die­ser aber die Ein­heit der Reli­gio­nen mit einem „Papst“ als Mode­ra­tor an der Spit­ze, der kei­ne Wahr­heits­dis­kus­si­on zulässt, ja die­se für kon­tra­pro­duk­tiv, into­le­rant und dis­kri­mi­nie­rend erklärt. Dafür aber braucht die katho­li­sche Kir­che zunächst eine inne­re Ein­heit, ohne Dog­ma­ti­ker, aber mit einer gefü­gi­gen Mehr­heit. Nur so sind man­che der päpst­li­chen Bischofs­er­nen­nun­gen zu ver­ste­hen.
    Ver­ges­sen Sie nicht, dass die katho­li­sche Kir­che die beste Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur der Welt hat.
    Ein eige­nes ver­bind­li­ches Lehr­amt, eine eige­ne Spra­che mit einer Gül­tig­keit seit über zwei­tau­send Jah­ren, eine eige­ne Recht­spre­chung, einen Moral­ko­dex, eine eigen welt­wei­te Ver­net­zung, eine eige­ne Bank etc.
    Sie passt opti­mal in das Beu­te­sche­ma der Mul­ti­na­tio­na­len Und die Pius­se dür­fen dar­in nicht stö­ren. Des­we­gen wer­den Sie umarmt wer­den.

  7. Wie­so denkt der ein oder ande­re, dass Fel­lay auf­pas­sen muss ? Ich mei­ne das auch und das weiß er sicher. Preis­ga­be von Grund­sät­zen wäre sicher kein guter Weg für die FSSPX.

  8. @Sebastian

    Ob die FSSP im NOM zele­briert weiß ich nicht, aber sie aner­kennt die Legi­ti­mi­tät des­sel­ben und ich selbst war Augen­zeu­ge, wie ein Pater der FSSP in einer Ölweih­mes­se (Neu­er Ritus!) in der Kar­wo­che in Chor­klei­dung (Sou­ta­ne, Chor­hemd, wei­ße Sto­la) mit den anwe­sen­den Diö­ze­san­prie­stern im Pres­by­te­ri­um gegen­wär­tig war. Ob er auch alles „mit­ge­macht“ hat weiß ich nicht.

    • Mei­nes Wis­sens ist die FSSP von Rom aus bei deren Grün­dung 1988 ver­pflich­tet wor­den auch im NOM zu zele­brie­ren. Inwie­weit dem aber Fol­ge gelei­stet wird ent­zieht sich mei­ner Kennt­nis.

  9. Die Gesprä­che soll­ten klar­stel­len, was lehr­mä­ßig und was pasto­ral ist in den Kon­zil­tex­ten. Z.B. bei der Reli­gi­ons­frei­heit ist Lehr­mä­ßig und Natur­recht, dass nie­mand zum Glau­ben gezwun­gen wer­den darf. Pasto­ral (Pra­xis) ist die Aner­ken­nung der Men­schen­rechts­er­klä­rung, wonach nie­mand dar­an gehin­dert wer­den darf öffent­lich sei­nen Glau­ben zu beken­nen: Kul­tus­frei­heit aller Reli­gio­nen. Dabei ist her­aus­zu­stel­len, wel­che Ver­bind­lich­keit das Pasto­ra­le für die Gläu­bi­gen habe. M.E. lässt sich kei­ne Ver­bind­lich­keit für uns Katho­li­ken ablei­ten. Das Pasto­ra­le kann nur als erklär­te Pra­xis­emp­feh­lung ver­stan­den wer­den.

    • Man kann doch Theo­rie (Leh­re) und Pra­xis (Pasto­ral) nicht von­ein­an­der tren­nen. Sonst kom­men da sol­che ‚Kasperl‘-Theater (!) raus, dass man kei­ne Ände­rung der Leh­re for­dert (Ehe bleibt unauf­lös­lich), aber eine Pra­xis, die der fak­ti­schen Auf­ga­be der Leh­re gleich­kommt (Ehe­bre­cher dür­fen trotz­dem zur hl. Kom­mu­ni­on).

      Das gibt es doch eh‘ schon in genug Berei­chen: Katho­li­sche Kir­che ein­zig wah­re Reli­gi­on, aber den­noch macht man ‚Öku­me­ne‘ (wobei die­ses Wort eine ganz ande­re Bedeu­tung hat) mit den Pro­te­stan­ten. — Mes­se ist ’natür­lich‘ Opfer, prak­tisch sieht es aber wie eine Mahl­fei­er aus, zu der dann fol­ge­rich­tig auch Pro­te­stan­ten ein­ge­la­den wer­den. Hegelianische/Heideggerische Dia­lek­tik. Kom­mu­ni­sti­sche Metho­de.

      Man behält die Leh­re for­mal bei (damit die­se gan­zen blö­den Tra­dis nicht meckern), macht aber prak­tisch genau das Gegen­teil. Wie nennt man ein sol­ches Ver­hal­ten gleich noch­mal? (Iro­nie aus.)

      Nein, Leh­re und Pasto­ral müs­sen über­ein­stim­men. Es wird sicher nie­mand zum Glau­ben gezwun­gen und pri­vat kön­nen z. B. die Mos­lems machen, was sie mei­nen machen zu müs­sen, aber nicht öffent­lich. Das ist die tra­dier­te katho­li­sche Leh­re!

      Ich ver­traue ganz dem lie­ben Gott, der Mut­ter Got­tes und auch dem Urteils­ver­mö­gen von Bischof Fel­lay, der klug und vor­sich­tig genug ist um nicht in eine Fal­le zu tap­pen.

  10. @tradidi

    Alles rich­tig . Aber die Reli­gi­ons­frei­heit in DH wäre m.E. dann ent­zau­bert , da sie doch War­heit und Irr­tum ver­kop­pelt . Den pasto­ra­len Irr­tum könn­te man lehr­mä­ßig angrei­fen , ohne den Vor­wurf , man wür­de die Leh­ren in DH ableh­nen .

  11. Lefebvre:„Diese kon­zi­lia­re Kir­che ist eine schis­ma­ti­sche Kir­che, weil sie mit der katho­li­schen Kir­che, mit der Kir­che aller Zei­ten gebro­chen hat. Sie hat ihre neu­en Dog­men, ihr neu­es Prie­ster­tum, ihre neu­en Insti­tu­tio­nen, ihren neu­en Kult, die von der Kir­che schon in gar man­chen amt­li­chen und end­gül­ti­gen Doku­men­ten ver­ur­teilt sind.“

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