Kommissar schließt weiteres Kloster der Franziskaner der Immakulata

Kirche San Pasquale in Benevent. Kloster der Franziskaner der Immakulata geschlossen
Kir­che San Pas­qua­le in Benevent. Klo­ster der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta geschlos­sen

(Rom) Der Apo­sto­li­sche Kom­mis­sar Pater Fidenzio Volpi schließt in Über­ein­stim­mung mit dem Gene­ral­se­kre­tär Pater Alfon­so Bru­no ein wei­te­res Klo­ster der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta (FI). In der ita­lie­ni­schen Stadt Benevent, nur knapp 40 Kilo­me­ter vom Mut­ter­haus des Ordens in Fri­gen­to (Diö­ze­se Avel­li­no) ent­fernt, wird das Klo­ster San Pas­qua­le geschlos­sen.

Die Ent­schei­dung ist sym­bol­träch­tig. In Benevent wur­de am 22. Juni 1990 am Vor­abend des Herz-Jesu-Festes durch Erz­bi­schof Car­lo Min­ch­iat­ti (1915–1996) das Dekret zur Errich­tung des Ordens diö­ze­sa­nen Rechts unter­zeich­net. Das Hoch­fest des Hei­lig­sten Her­zen Jesu ist damit der kano­ni­sche Grün­dungs­tag der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta. An jenem Sonn­tag 1990 leg­ten die ersten 30 Ordens­brü­der ihre Gelüb­de ab.

Das Klo­ster San Pas­qua­le bestand seit etli­chen Jah­ren. Die Pfarr­seel­sor­ge der Gläu­bi­gen erfolg­te zunächst im neu­en Ritus, mit Inkraft­tre­ten des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum par­al­lel auch im über­lie­fer­ten Ritus. Neben der täg­li­chen Hei­li­gen Mes­se im Alten Ritus wur­de auch täg­lich eucha­ri­sti­sche Anbe­tung gehal­ten.

Die Anwe­sen­heit der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta und ihre Seel­sor­ge waren um so kost­ba­rer da sonst in der Erz­diö­ze­se Benevent kein ande­rer Ordens­prie­ster oder Diö­ze­san­prie­ster die Hei­li­ge Mes­se im Alten Ritus zele­brier­te.

Mit der kom­mis­sa­ri­schen Ver­wal­tung wur­den die Beneven­ter Gläu­bi­gen ganz des über­lie­fer­ten Ritus beraubt, da den Prie­ster des Ordens die Zele­bra­ti­on des Alten Ritus ver­bo­ten wur­de. Nun wer­den sie auch des Ordens beraubt, der hier sei­nen kano­ni­schen Ursprung hat.

Eine Gläu­bi­ge der Erz­diö­ze­se Benevent schrieb dazu in einem Brief an die Inter­net­sei­te Mes­sa in Lati­no: „Es stellt sich die Fra­ge: Besteht die Reform, mit der der Kom­mis­sar sich brü­ste­te, den Orden wie­der zu sei­nem ‚ursprüng­li­chen‘ Geist zurück­zu­füh­ren, dar­in, die Klö­ster zu schlie­ßen und die Gläu­bi­gen wegen der in der Diö­ze­se weit­ver­brei­te­ten dok­tri­nel­len Ver­wir­rung der heu­te mehr denn je für das See­len­heil not­wen­di­gen Seel­sor­ge zu berau­ben?“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

27 Kommentare

  1. Uner­träg­lich — sie wüten, und wüten, und wüten. Aber das Ende der „Fah­nen­stan­ge“ ist noch längst nicht erreicht. Ich möch­te nicht wis­sen, wie es in 10 Jah­ren aus­se­hen wird!

  2. @ Dario: Das kann ich Ihnen sagen: Wenn in 10 Jah­ren Ber­go­glio noch immer wütet, ist fak­tisch alles zer­trüm­mert und die Kir­che lebt nur noch in den Kata­kom­ben. Soll­te der Herr­gott Erbar­men mit uns haben, braucht ein nach­fol­ger Ber­go­gli­os wohl Jahr­zehn­te, um den ange­rich­te­ten Scha­den wenig­stens eini­ger­ma­ßen zu behe­ben.

  3. „Lie­be Brü­der im Bischofs­amt,

    hoff­nungs­voll und mit gro­ßem Ver­trau­en lege ich den Text eines neu­en als Motu Pro­prio erlas­se­nen Apo­sto­li­schen Schrei­bens über den Gebrauch der römi­schen Lit­ur­gie in ihrer Gestalt vor der 1970 durch­ge­führ­ten Reform in Eure Hän­de, die Hän­de der Hir­ten. Das Doku­ment ist Frucht lan­gen Nach­den­kens, viel­fa­cher Bera­tun­gen und des Gebe­tes.

    Nach­rich­ten und Beur­tei­lun­gen, die ohne aus­rei­chen­de Kennt­nis vor­ge­nom­men wur­den, haben in nicht gerin­gem Maße Ver­wir­rung gestif­tet. Es gibt sehr unter­schied­li­che Reak­tio­nen, die von freu­di­ger Auf­nah­me bis zu har­ter Oppo­si­ti­on rei­chen und die sich auf ein Vor­ha­ben bezie­hen, des­sen Inhalt in Wirk­lich­keit nicht bekannt war.

    Dem Doku­ment stan­den näher­hin zwei Befürch­tun­gen ent­ge­gen, auf die ich in die­sem Brief etwas näher ein­ge­hen möch­te.

    An erster Stel­le steht die Furcht, hier wer­de die Auto­ri­tät des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils ange­ta­stet und eine sei­ner wesent­li­chen Ent­schei­dun­gen – die lit­ur­gi­sche Reform – in Fra­ge gestellt. Die­se Befürch­tung ist unbe­grün­det.

    (…)

    Als zwei­tes wur­de in den Dis­kus­sio­nen über das erwar­te­te Motu Pro­prio die Befürch­tung geäu­ßert, eine erwei­ter­te Mög­lich­keit zum Gebrauch des Mis­sa­le von 1962 wer­de zu Unru­hen oder gar zu Spal­tun­gen in den Gemein­den füh­ren. Auch die­se Sor­ge scheint mir nicht wirk­lich begrün­det zu sein. Der Gebrauch des alten Mis­sa­le setzt ein gewis­ses Maß an lit­ur­gi­scher Bil­dung und auch einen Zugang zur latei­ni­schen Spra­che vor­aus; das eine wie das ande­re ist nicht gera­de häu­fig anzu­tref­fen. Schon von die­sen kon­kre­ten Vor­aus­set­zun­gen her ist es klar, daß das neue Meß­buch nicht nur von der recht­li­chen Nor­mie­rung, son­dern auch von der tat­säch­li­chen Situa­ti­on der gläu­bi­gen Gemein­den her ganz von selbst die For­ma ordi­na­ria des Römi­schen Ritus bleibt.

    (…)

    Im übri­gen kön­nen sich bei­de For­men des Usus des Ritus Roma­nus gegen­sei­tig befruch­ten: Das alte Meß­buch kann und soll neue Hei­li­ge und eini­ge der neu­en Präf­a­tio­nen auf­neh­men. Die Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei wird im Kon­takt mit den ver­schie­de­nen Insti­tu­tio­nen die sich dem usus anti­qui­or wid­men, die prak­ti­schen Mög­lich­kei­ten prü­fen. (…)

    Damit bin ich bei dem posi­ti­ven Grund ange­langt, der mich ver­an­laßt hat, mit die­sem Motu Pro­prio das­je­ni­ge von 1988 fort­zu­schrei­ben. (…) Die­se Rück­schau legt uns heu­te eine Ver­pflich­tung auf, alle Anstren­gun­gen zu unter­neh­men, um all denen das Ver­blei­ben in der Ein­heit oder das neue Fin­den zu ihr zu ermög­li­chen, die wirk­lich Sehn­sucht nach Ein­heit tra­gen.“

    (Begleit­schrei­ben Bene­dikts XVI. zum Motu pro­prio „Summorum pon­ti­fi­cum“ an die Bischö­fe am 7.7.2007 — http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/letters/2007/documents/hf_ben-xvi_let_20070707_lettera-vescovi_ge.html)

    Ich den­ke, Bene­dikt hat sein Schrei­ben nicht so ver­stan­den wis­sen wol­len, dass nun jun­ge Auf­bruch­be­we­gun­gen wie­der die alte Mes­se zurück­ho­len, son­dern dass die bis­he­ri­gen Anhän­ger mit ihr im Halb­dun­kel ein wenig wei­ter­ma­chen dür­fen.
    (Forts.)

    • (Forts.)

      Der sprin­gen­de Puntk ist, dass die FI im Grun­de eine ähn­li­che Ent­wick­lung wie die Prie­ster­bru­der­schaft neh­men und den Novus Ordo ver­drän­gen, auch wenn sie ihn ober­fläch­lich gese­hen natür­lich nicht abge­lehnt haben.
      Anders gesagt: sie haben die Zele­bra­ti­on des Usus anti­qui­or zu auf­fal­lend betrie­ben, noch dazu als jun­ge Leu­te…
      Und das muss raus aus der Kir­che!
      War­um?
      Weil Bene­dikt uns doch sagt, um was es geht: um das Nach­ho­len all jener, die sich vom alten Ritus nicht lösen kön­nen, selbst das Wie­der­ein­glie­dern der Pius­bru­der­schaft. Wenn nun aber das Pferd in die ande­re Rich­tung zieht, war das nicht im Sin­ne des Erfin­ders.
      Im Hinter­gund han­delt es sich wohl um eine geplan­te Reform des Novus Ordo, der man dann den alten Ritus mit ein paar net­ten Impül­schen ein­ver­lei­ben kann („Befruch­ten“), wahr­schein­lich v.a. was Ker­zen­leuch­ter, pracht­vol­le Mess­ge­wän­der, sal­bungs­vol­les Getue, viel Weih­rauch, weib­li­che Kopf­tisch­läu­fer u.a. ande­re Requi­si­ten aus der Thea­ter­kam­mer betrifft.

      Man ver­zei­he mir den Sar­kas­mus — aber was muss eigent­lich noch gesche­hen, bis die chri­stu­streu­en Mari­en­kin­der end­lich begrei­fen, was vor­geht!

      Die wirk­li­chen Mari­en­kin­der wer­den am Ende ihre Hl. Mes­sen in Lum­pen im Gul­ly fei­ern, ohne den gan­zen „wür­de­vol­len“ Sim­sa­la­bim, aber in tie­fer Ein­heit mit Chri­stus, und alles Äuße­re ist nur Akzi­dens. Es geht um die Sub­stanz — und die hat Bene­dikt eben nun mal nicht aner­kannt!

      • Denn wenn Bene­dikt meint, es sei ein und der­sel­be Ritus — der alte und der neue Ordo, dann hat er offen­sicht­lich nicht die Sub­stanz des alten ordo im Sinn gehabt, son­dern nur das äußer­li­che Sim­sa­la­bim.

      • Und wo gehen Sie nun in die Mes­se? In die mit den Requi­si­ten aus der Thea­ter­kam­mer oder in die ohne? Oder braucht’s kei­ne Mes­se mehr heut­zu­ta­ge? Oder gibt’s kei­ne mehr?

      • Ich geh natür­lich in die Hl. Mes­se mit den tra­di­tio­nel­len For­men — das ist ja alles schön und gut, alles wert­voll — jeden­falls, das, was wirk­lich tra­diert war (die neue­ren „Tra­di­tio­nen“, die es hier­zu­lan­de nie­mals gab und die auch Rom nie für die gan­ze Kir­che je ein­ge­for­dert hät­te, leh­ne ich ab — das ist alles Getue und Fir­le­fanz). Die­ses Äuße­re ist es nicht, ist nicht das Sub­stan­zi­el­le, nicht das Wesent­li­che. Es mag akzi­den­ti­ell dazu­ge­hö­ren, als Bei­ga­be und Geschenk, aber eben nicht wesent­lich.
        Und erst so her­um wird ein Schuh draus.

        Ich gehe solan­ge in Hl. Mes­sen an bestimm­ten Orten, solan­ge ich das vom Wesent­li­chen her als ech­te katho­li­sche Mes­se betrach­ten kann. Gott sei Dank gibt es das noch. Noch. Mir ist aber klar, dass das auch noch im Lauf der näch­sten Zeit ver­schwin­den wird, wenn die älte­ren Prie­ster, die noch wis­sen, wie die Kir­che vor der Reform tat­säch­lich in ihrer Tra­di­ti­on hier war, nicht mehr sind.
        Übrig blei­ben wer­den Lit­ur­gie­sek­tie­rer, die noch mehr als jetzt allen mög­li­chen Hokus­po­kus bei­mi­schen wer­den, auf den die Kir­che so noch nie Wert gelegt hat und der even­tu­ell auch häre­sie­ver­däch­tig ist, Son­der­leh­ren etwickeln, ande­rer­seits wich­ti­ge Zei­chen bereits weg­las­sen, die immer üblich waren.

        Denn es ist ein Irr­tum zu glau­ben, die for­mell „rich­ti­ge“ alte Lit­ur­gie v.a in ihrem Auf­putz wür­de die Kir­che ret­ten. Das funk­tio­niert ja nicht ex ope­re ope­ra­to, son­dern nur auf­grund der rech­ten Fun­die­rung auf einem rech­ten Fel­sen Petri und dem Gna­den­schatz der Kir­che, der durch das inten­tio­nal (nicht bloß rein for­mell) rech­te Opfer ange­häuft wird. Fällt die­ser rech­te Fel­sen Petri aus, verirn­gert sich die­ser the­sau­rus eccle­siae dra­ma­tisch (und das tut er schon lan­ge spür­bar!), umfängt die Got­tes­mut­ter die Kir­che und hält sie auf dem eigent­li­chen Fel­sen, dem Eck­stein, auf Chri­stus fest. Das legt die Stel­le in der Apo­ka­lyp­se jeden­falls nahe. Und das solan­ge, bis Chri­stus selbst ein­greift. Ich mei­ne aber die ech­te Maria, und nicht die­se unter­wür­fi­ge Kitsch­fi­gur, die­se sen­ti­men­ta­le „Mama“, als die sie lei­der unter vie­len Kon­ser­va­ti­ven gehan­delt wird. Ich mei­ne die, die in schärf­ster Feind­schaft zur Schlan­ge steht und die Ihren am Ende bei sich behal­ten wird, damit sie Jesus nicht ver­lo­ren gehen.

        Ich mach mir kei­ne Sor­gen, aber auch kei­ne Illu­sio­nen.

      • sim­sa­lasims = respekt­los, über­heb­lich, für mich sata­nisch gegen­über hei­li­gen Din­gen. Hybris. Sehr scha­de! Sol­che Faux­pas soll­te man sich die­sen Dia­pho­ra gegen­über nicht lei­sten — sie ver­let­zen die reli­giö­sen Gefüh­le vie­ler Gläu­bi­gen. Unab­hän­gig von der Absicht. Auch wenn die genann­ten Din­ge „nur“ Akzi­den­tien sind.

      • …und „hei­lig“, ver­ehr­te Hedi Züger, sind weder Mess­ge­wän­der noch Leuch­ter, Geschirr oder Kir­chen­bau­ten, son­dern allei­ne das Mess­op­fer selbst ist hei­lig und die Kom­mu­ni­on … Natür­lich gibt der Mensch dabei sein bestes, aber wenn er die­ses „Beste“ nicht zur ver­fü­gung hat, schmä­lert es nichts n der Hei­lig­keit des Opfers. ver­ges­sen Sie nur mal nicht, wo Jesus sein erstes Bett­chen gefun­den hat und dass er kei­nen Platz hat­te, an dem er sein Haupt hin­le­gen konn­te.

        Dass Ihnen das gefällt, mag ja sein, all die „Pracht“, aber wesent­lich und womög­lich „hei­lig“ ist das nicht — das rutscht leicht in Göt­zen­die­ne­rei ab! Ver­ges­sen Sie nicht, dass die Göt­zen­die­ner stets die ersten sind, die sich belei­digt füh­len…

    • In dem Begleit­schrei­ben gewinnt man den Ein­druck, dass das motu pro­prio weni­ger theo­lo­gisch oder heils­ge­schicht­lich moti­viert ist, als viel­mehr sich aus mensch­li­chen Befind­lich­kei­ten her­aus legi­ti­miert („…so hat sich inzwi­schen gezeigt, daß jun­ge Men­schen die­se lit­ur­gi­sche Form ent­decken, sich von ihr ange­zo­gen füh­len und hier eine ihnen beson­ders gemä­ße Form der Begeg­nung mit dem Myste­ri­um der hei­li­gen Eucha­ri­stie fin­den. So ist ein Bedarf nach kla­rer recht­li­cher Rege­lung ent­stan­den …“) — und dar­über hin­aus zu Expe­ri­men­ten ein­lädt („gegen­sei­tig befruch­ten“).

      Frei­lich geht es um die Sor­ge nach der Ein­heit der Kir­che, der „vol­len com­mu­nio“ (aller oder vie­ler Gläu­bi­gen?):
      „Es geht um eine inne­re Ver­söh­nung in der Kir­che. In der Rück­schau auf die Spal­tun­gen, die den Leib Chri­sti im Lauf der Jahr­hun­der­te ver­wun­det haben, ent­steht immer wie­der der Ein­druck, daß in den kri­ti­schen Momen­ten, in denen sich die Spal­tung anbahn­te, von sei­ten der Ver­ant­wort­li­chen in der Kir­che nicht genug getan wor­den ist, um Ver­söh­nung und Ein­heit zu erhal­ten oder neu zu gewin­nen; …“

      Doch wie­weit berech­tigt die­se Sor­ge, den Kern der Gemein­schaft mit Chri­stus, die hl. Mes­se samt Leh­re auf­zu­wei­chen oder zu ändern?
      Es ist zu befürch­ten, dass wie das nach­kon­zi­lia­re Expe­ri­men­tie­ren den Volks­al­tar als Fak­tum geschaf­fen hat, nun die Ein­la­dung zum Expe­ri­men­tie­ren („machen wir unser Herz auf …“ !) mit dem alten Ritus wei­te­re Zer­split­te­run­gen gebiert.
      Wie kann denn ein zwei­fa­cher Usus bloß zur Ein­heit füh­ren?

      • Indem man eine Melan­ge aus bei­den mixt („befruch­ten“) — dar­um geht es doch letzt­end­lich. Wir gehen noch mal einen Schritt zurück, wenn es mit dem kon­zi­li­ar gefor­der­ten lit­ur­gi­schen „Fort­schritt“ par­tout nicht klap­pen will, um dann end­lich die gewünsch­ten drei Rie­sen­sprün­ge wei­ter zu machen…

        Es ging drum, die Pius­frak­ti­on wie­der ein­zu­sam­meln und die Alte-Mes­se-Sze­ne inner­halb der Kon­zils­kir­che zu sedie­ren.

        Auch die Mes­se Pius V. ist für Bene­dikt ja bloß ein Phä­no­men des sem­per refor­man­da, der „Reform in Kon­ti­nui­tät“.

        Pius V. jedoch hat aus­drück­lich sei­ne Reform als ein Wie­der­fin­den des Wesent­li­chen für immer und ewig ver­stan­den — da wur­de jedes Wei­ter­re­for­mie­ren unter Bann­fluch gestellt (In „Quo pri­mum“ nach­les­bar).

        Für die vor­kon­zi­lia­re Kir­che gab es kei­ne „Reform in Kon­ti­nui­tät“ als Zwangs­pro­gres­si­on — erst mit Pius X. kam der mas­si­ve Ein­griff ins Vor­han­de­ne.

        War­um eigent­lich soll stän­dig die Sub­stanz refor­miert wer­den, wenn es doch dar­um geht, durch feste Fun­die­rung in der ewi­gen Sub­stanz sich von Gott selbst wan­deln zu las­sen? Indem man den Unter­schied zwi­schen Sub­stanz und Akzi­dens ver­wisch­te, kann man nun immer behaup­ten, das sei doch alles irgend­wie das glei­che — am Ende ist auch noch ein isla­mi­scher Got­tes­dienst irgend­wie das glei­che wie eine hl. Mes­se, wenn man nur lan­ge genug und abge­ho­ben dar­über faselt. Nun galt aber das Hl. Mess­op­fer per se als Sub­stanz und nicht als etwas, an dem man her­um­ba­steln kann. man muss kri­tisch anmer­ken, das sbe­reits Pius XII dies aber aus­drück­lich auf­ge­weicht hat, indem er behaupt­te, die Hl Mes­se habe gött­li­che und mesnch­li­che Anteil undd er Papst habe das Recht, die­se mensch­li­chen Antei­le zu ändern. Er hat uns lei­der nicht ver­ra­ten, wel­ches denn die „mensch­li­chen“ Antei­le sein sol­len. Lei­der hat auch er an der lit­ur­gi­schen Sub­stanz bereits als Vor­ah­nung für das Unglück, das kom­men soll­te, her­ump­fu­schen las­sen. Und auch Pius X. hat sich schon auf Glatt­eis bewegt. Er wur­de nicht all­seits als refor­me­ri­scher Rei­ni­ger ver­stan­den, son­dern durch­aus auch als Zer­stö­rer alt­ehr­wür­di­ger Über­lie­fe­run­gen:

        „Anfang 1914 wur­de die Reform des Mess­buchs in Angriff genom­men; doch der Tod des Pap­stes brach­te alles zum Still­stand, zumal die Arbeits­wei­se der Kom­mis­si­on hef­tig kri­ti­siert wur­de. Die Lit­ur­gie­hi­sto­ri­ker mach­ten ihr den Vor­wurf, sie habe man­che ehr­wür­di­ge Wer­te, die bis ins fern­ste Alter­tum zurück­zu füh­ren sei­en, geop­fert (…) Die Prak­ti­ker ihrer­seits mein­ten, die ohne Kon­sul­ta­tio­nen den betrof­fe­nen Krei­sen auf­ge­zwun­ge­nen Ände­run­gen sei­ne „über­stürzt“ ver­wirk­licht wor­den (Msgr. del­la Chie­sa), ohne dass man den Schwie­rig­kei­ten bei der Anwen­dung genü­gend Rech­nung getra­gen habe.“ Hand­buch der Kir­chen­ge­schich­te, Hg. Hubert Jedin, Band VI/2, S. 425f)

        Und die ewi­ge Sub­stanz ist die unver­än­der­ba­re Offen­ba­rung, die sich im Hl. Mess­op­fer, wie es über­lie­fert ist, aus­drückt und in der ent­spre­chen­den, sprach­lich-wesen­haf­ten Form (das rein ästhe­tisch-Zere­mo­ni­el­le ist nach­ran­gig), eben­so in den unwan­del­ba­ren Dog­men.

  4. Und wann mer­ken die Mari­en­kin­der und
    wah­ren Jün­ger des Herrn end­lich, dass
    „Rom“ den Glau­ben ver­lo­ren hat und
    alle wich­ti­gen Stel­len von Fein­den
    besetzt sind ?

    Herr lass alle Dei­ne treu­en Die­ner end­lich
    eine Her­de wer­den.

  5. „Wie kann denn ein zwei­fa­cher Usus bloß zur Ein­heit füh­ren?“
    So gese­hen müss­te Ber­go­glio ja alles tun, damit sich der alte Ritus ver­brei­tet, denn mit der Ein­heit der Kir­che hat er wahr­lich nicht viel am Hut. Fast alles, was er von sich nuschelt und was er tut, schafft Ver­wir­rung und ein gro­ßes Durch­ein­an­der. Mitt­ler­wei­le bräuch­te man das Fach “ Inter­pre­ta­ti­on Ber­go­glia­ni­scher Aus­sa­gen“ als Lehr­fach in der Theo­lo­gie.

  6. Was die Kri­ti­ker Bene­dikts und sei­nes Motu pro­prio nicht beden­ken, ist die Situa­ti­on, in der sich Ratz­in­ger befand, als er es erließ. Umge­ben von einer Schar von theo­lo­gi­schen Wöl­fen, die nur dar­auf war­te­ten, sei­ne Reform in der Luft zu zer­rei­ßen oder gänz­lich zu ver­hin­dern, war der Ansatz der „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ und der „Befruch­tung bei­der Riten“ sicher ein Ver­such, Akzep­tanz bei den Neo­kon­ser­va­ti­ven und gemä­ßig­ten Kon­zils­be­für­wor­tern zu errei­chen. Dass die Unter­stel­lung, Ratz­in­ger hät­te doch nur die Tra­di­ti­on wie­der­be­lebt, um sie gänz­lich zu zer­stö­ren, nicht stim­men kann, erweist sich letzt­lich in der mas­si­ven Geg­ner­schaft anti­tra­di­tio­nel­ler Krei­se, die sei­ne Reform hass­ten und alles dafür taten und — wie wir sehen — noch tun, die­sen alle­mal erfolg­rei­chen Reform­an­satz mit Stumpf und Stiel aus­zu­rei­ßen. Dage­gen spricht auch Ratz­in­gers ent­schie­de­ne För­de­rung alt­ri­tu­el­ler Insti­tu­te und bspw. die schnel­le, unbü­ro­kra­ti­sche Geneh­mi­gung, Maria­wald zur ursprüng­li­chen Ordens­tra­di­ti­on zurück­keh­ren zu las­sen, sowie der Ver­such, das tra­di­tio­nel­le Prie­ster­bild wie­der­zu­be­le­ben. Ich blei­be dabei, Ratz­in­ger ging es im Rah­men sei­ner Mög­lich­kei­ten ernst­haft dar­um, der Tra­di­ti­on eine Basis zu ver­schaf­fen, um sich gegen die abster­ben­den, aber noch immer mäch­ti­gen pro­gres­si­ven Kräf­te zu behaup­ten und womög­lich peu à peu durch­zu­set­zen. Geschei­tert ist die­ser Ver­such letzt­lich vor allem an der Unei­nig­keit, Angst und Ver­zagt­heit der Tra­di­ti­on, die nicht in der Lage war, den Kai­ros zu erken­nen und ihre Chan­ce vor allem schnell zu ergrei­fen. Mit die­ser ver­pass­ten Chan­ce war auch das Pon­ti­fi­kat Bene­dikts im Kern geschei­tert, sein Rück­tritt war die Fol­ge.

    • Ich habe das frü­her auch so geglaubt, bin aber davon abge­kom­men. Was Sie da schrei­ben, ist die kon­ser­va­ti­ve Les­art, die Ratz­in­ger nicht wahr­nimmt in dem, was er ver­tre­ten hat bis zum Schluss, son­dern sein — sagen wir — baye­risch-stil­voll-tra­di­tio­nel­les Out­fit an Leib und Geist.

      All das, was Sie glau­ben (und was auch ich ein­mal so geglaubt habe), wird zunich­te gemacht durch die Tat­sa­che, dass Ratz­in­ger aus­drück­lich die „Mess­op­fer­theo­rie des 16. Jh“, wie er es nennt, ablehnt. So hat er es in der „Ein­füh­rung in das Chri­sten­tum“ geschrie­ben und nach sei­ner Papst­wahl unbe­ar­bei­tet wie­der auf­le­gen las­sen…

      Das sagt eigent­lich wirk­lich alles — man muss es nur scharf sehen. Wie gesagt habe auch ich das lan­ge gar nicht erkannt.

      Die Wider­stän­de gegen Bene­dikt lie­gen dar­in, dass er in sei­ner post­mo­der­nen Hal­tung weder von den Kon­ser­va­ti­ven noch erst recht von den alt­backe­nen Moder­ni­sten über­haupt ver­stan­den wur­de. Denn eines muss man ihm bei aller Kri­tik beschei­ni­gen: er ist als Per­son wohl rela­tiv inte­ger und v.a. sehr, sehr intel­li­gent! Er hat den gan­zen Sau­la­den gei­stig abge­hängt — aber nicht im Guten.

  7. „Die Kir­che lehrt Barm­her­zig­keit und übt sie auch“ (P. Fran­zis­kus am 10.September 2014, vor einer Woche)
    Voilà— da sieht man es!

    Jus­torum ani­mae in manu Dei sunt, et non tan­get illos tormen­tum mal­i­tiae…
    (Offer­to­ri­um; „Die See­len der Gerech­ten sind in Got­tes Hand und das Fol­ter­in­stru­ment der Bos­heit kann sie nicht berüh­ren…)

    • Jeder glaubt zu ver­ste­hen, was mit Barm­her­zig­keit gemeint ist.
      Die Ver­dreht­heit die hier auf­blitzt mag Hin­weis dafür sein dass der Begriff Barm­her­zig­keit bereits längst von der Gegen­sei­te usur­piert wur­de und nichts mehr mit der gött­li­chen Barm­her­zig­keit gemein hat.

  8. In den oben zitier­ten Pas­sa­gen aus Bene­dikts Begleit­schrei­ben zu „Summorum pon­ti­fi­cum“ ist ein­deu­tig zu lesen, dass er auf kei­nen Fall die Auto­ri­tät des Vat. II und die vom Kon­zil ange­sto­ße­ne und auch gefor­der­te Lit­ur­gie­re­form anzu­ta­sten.

    Auch wenn das Vat. II vor­der­grün­dig nicht die­se Aus­wüch­se inten­diert hat­te, die wir alle ken­nen, hat es sie durch die Umdeu­tung des Hl. Mess­op­fers in das Pascha­my­ste­ri­um eben­doch direkt her­vor­ge­ru­fen.

    Es geht Ber­go­glio nicht pri­mär um die alte Mes­se als „Mode“ — das juckt ihn nicht. Was ihn aber juckt, das ist das Phä­no­men, dass mit der alten Mess­form auch etwa wie­der der über­lie­fer­ten Opfer­theo­lo­gie gedacht wird.

    Und an die­sem Punkt passt kein Blatt Papier zwi­schen ihn und Bene­dikt, denn bei­de leh­nen die „Mess­op­fer­theo­rie des 16. Jh“ aus­drück­lich ab — also die Cano­nes des Triden­ti­num!

    • Das, was Pro­fes­sor Ratz­in­ger in „Ein­füh­rung in das Chri­sten­tum geschrie­ben hat,“ ist aber nicht päpst­li­ches Lehr­amt und wenn er die Opfer­theo­rie des 16. Jahr­hun­derts ablehnt, so lehnt er damit nicht das Kon­zil von Tri­ent ab und leug­net nicht das Mess­op­fer.

      Mei­nes Erach­tens hat Papst Bene­dikt ver­sucht, nie­man­den zu ver­lie­ren, und das war ja auch sei­ne Auf­ga­be als Papst!

      • Äh — was? Er hat als Papst das Buch noch mal auf­le­gen las­sen! Und wenn einer die Mess­op­fer­theo­lo­gie des 16. Jh ablehnt, lehnt er natür­lich das tra­di­tio­nel­le Ver­ständ­nis des Mess­op­fers ab — das ist doch logisch. Und der Ratz­in­ger sei­ner Bücher ist doch kein ande­rer Ratz­in­ger als der auf dem Papst­thron. Oder gehen Sie von einer Per­sön­lich­keits­spal­tung aus?

        Ver­zei­hung, aber da ver­ga­lop­pie­ren Sie sich mas­siv! Das endet in der Schi­zo­phre­nie.

        Wenn ich den Kom­mu­nis­mus ableh­ne, leh­ne ich doch auch auto­ma­tisch die Dik­ta­tur des Pro­le­ta­ri­ats ab — außer­halb der kom­mu­ni­sti­schen Theo­rie ergä­be die­se Herr­schafts­form doch gar kei­nen Sinn! Wie kann ich also die tra­di­tio­nel­le Mess­op­fer­theo­rie ableh­nen und zugleich das über­lie­fer­te Mess­op­fer aber aner­ken­nen?

        Blei­ben wir nüch­tern, logisch und sach­lich!
        Mit sol­chen schi­zo­phre­nen Vor­stel­lun­gen wer­den die Men­schen erst noch voll­ends durch­ein­an­der gebracht.

      • …und noch ein Nach­trag: Nein, die Auf­ga­be des Pap­stes ist nicht, „nie­man­den zu ver­lie­ren“, son­dern die Wahr­heit zu ver­kün­den und fest­zu­hal­ten — denn andern­falls ist er dafür ver­ant­wort­lich, dass vie­le See­len um das ewi­ge Heil gebracht wer­den. Und wenn sie zehn­mal häre­tisch glau­bend in der Kir­che blei­ben.

      • Nun ich habe das Buch hier vor mir lie­gen, und wäre Ihnen dank­bar, wenn Sie mir sagen könn­te, wo genau Pro­fes­sor Ratz­in­ger sich so nega­tiv über die Opfer­theo­lo­gie äußert, wie sie behaup­ten.

    • In der Bot­schaft von La Salet­te heißt es:
      „Es ist nie­mand mehr da, der wür­dig das hei­li­ge Mess­op­fer fei­ern könn­te“

      Es ist auch eine Gefahr, sich mit dem Besuch der „alten Mes­se“ allein zufrie­den zu geben, man fühlt sich lit­ur­gisch wohl, alles ist so fei­er­lich, …
      Aber der Opfer­cha­rak­ter kann auch da brach lie­gen — indem ich mir gar nicht bewußt bin, wie sehr ich die­ses Ver­söh­nungs­op­fer Jesu für mich per­sön­lich brau­che, da ich mich mit der lit­ur­gi­schen Schön­heit begnü­ge, die Gna­den am Altar zurück­las­se und glau­be, es allein — durch die Erfül­lung aller reli­giö­sen Pflich­ten — zu schaf­fen.
      Die feh­len­de Näch­sten­lie­be wird ver­sucht durch eine über­gro­ße Got­tes­lie­be aus­zu­glei­chen, was ja nicht mög­lich ist, da ja das Maß der Lie­be zu Gott auch das Maß der Lie­be zum Näch­sten wird.
      Die Lie­be wächst durch die Reue.
      Und des­halb muss uns das Hei­li­ge Mess­op­fer wich­tig sein! Jesus opfert sich auch heu­te noch (aber nicht mehr lan­ge — Bot­schaft von La Salet­te) für unse­re Sün­den Sei­nem Vater auf. Um dies anzu­neh­men, muss man aber sei­ne Schwach­heit erken­nen, man soll­te ein­se­hen, wie erlö­sungs­be­dürf­tig man ist ! Sich nur mit der lit­ur­gi­schen Schön­heit zu begnü­gen hat auch nichts mehr mit dem Wah­ren hei­li­gen Mess­op­fer zu tun !!!

  9. @ Wickerl
    Satan war immer los und ist auch jetzt los, aber er wütet heu­te mehr denn je. Dage­gen hilft das
    mit dem Vati­ca­num II abge­schaff­te Gebet zum Hl. Micha­el.

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