Liturgische „Sensibilität“ von Papst Franziskus führt zur Absetzung von Kardinal Cañizares

Kardinal Canizares mit Papst Franziskus
Kardinal Cañizares mit Papst Franziskus

(Rom/Madrid) Es wur­de bereits seit eini­gen Tagen geschrie­ben. Nun erfolg­te die Bestä­ti­gung. Papst Fran­zis­kus ernann­te heu­te Erz­bi­schof Car­los Osoro von Valen­cia zum neu­en Erz­bi­schof von Madrid. Die Abset­zung von Kar­di­nal Anto­nio Cañi­za­res Llove­ra, den Prä­fek­ten der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung durch Papst Fran­zis­kus wur­de bereits weni­ge Wochen nach dem jüng­sten Kon­kla­ve erwar­tet. Nun schickt ihn der argen­ti­ni­sche Papst zurück nach Spa­ni­en als neu­en Erz­bi­schof von Valen­cia. Ent­schei­dend ist nicht die­se Beför­de­rung, die rang­mä­ßig mehr einer Deklas­sie­rung ähnelt, son­dern die Weg­be­för­de­rung aus Rom.

Damit erfolgt jene zwei­te Abset­zung eines Prä­fek­ten der Römi­schen Kurie, die bereits seit dem Spät­früh­ling 2013 von Beob­ach­tern erwar­tet wur­de. Mit der Wahl eines neu­en Pap­stes ver­fal­len alle Ämter an der Römi­schen Kurie. Im Zuge sei­nes per­so­nel­len Umbaus der Kurie ent­fern­te Papst Fran­zis­kus jene bei­den von ins­ge­samt neun Prä­fek­ten, die dem Kir­chen­ver­ständ­nis von Papst Bene­dikt XVI. am näch­sten stan­den. Bereits am 21. Sep­tem­ber 2013 wur­de Kar­di­nal Mau­ro Pia­cen­za als Prä­fekt der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on abge­löst. Heu­te folg­te auch das deli­ka­te Res­sort der Hei­li­gen Lit­ur­gie und der Sakra­men­te. Deli­kat nicht zuletzt wegen der von Papst Fran­zis­kus zur Schau gestell­ten gerin­gen lit­ur­gi­schen Sen­si­bi­li­tät.

Liturgischer Mißbrauch für Franziskus kein Anstoß? — Liturgische Würde des Alten Ritus schon

Wäh­rend der Papst bis­her in kei­nem Zusam­men­hang Kri­tik an den vor allem im Westen ver­brei­te­ten lit­ur­gi­schen Miß­bräu­chen kund­tat, ließ er mehr­fach Unver­ständ­nis, ja sogar Abnei­gung gegen­über dem über­lie­fer­ten Römi­schen Ritus erken­nen, vor allem gegen die Gläu­bi­gen, die die­sem Ritus anhän­gen.

Daß es unter Papst Fran­zis­kus kein Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum gege­ben hät­te, mit dem Papst Bene­dikt XVI. 2007 die durch die Lit­ur­gie­re­form von 1969 ent­stan­de­ne Schief­la­ge im inner­sten Kern­be­reich des Glau­bens kor­ri­gier­te und dem über­lie­fer­ten Ritus kir­chen­recht­lich wie­der weit­ge­hen­des Hei­mat­recht und Gleich­be­rech­ti­gung neben dem Novus Ordo ver­schaff­te, wird weder im nähe­ren noch wei­te­ren Umfeld des argen­ti­ni­schen Amts­in­ha­bers bezwei­felt.

Kardinal Piacenza und Kardinal Canizares von Papst Franzikus deklassiert
Kar­di­nal Pia­cen­za und Kar­di­nal Cañi­za­res von Papst Fran­zis­kus als Prä­fek­ten einer Römi­schen Kon­gre­ga­ti­on abge­setzt

Die bereits bei sei­nem ersten öffent­li­chen Auf­tritt sicht­bar gewor­de­ne Abnei­gung gegen die Bemü­hun­gen sei­nes Amts­vor­gän­gers, in der Kir­che wie­der das Ver­ständ­nis für das Sakra­le zurück­zu­ge­win­nen, setzt sich mit der Abset­zung von Kar­di­nal Cañi­za­res fort. Eine Neu­be­set­zung wur­de noch nicht vor­ge­nom­men. Tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Krei­se hegen Befürch­tun­gen. Unter den im ver­gan­ge­nen Jahr am häu­fig­sten genann­ten Kan­di­da­ten, befand sich auch Kuri­en­erz­bi­schof Pie­ro Mari­ni, der päpst­li­chen Zere­mo­ni­en­mei­ster von Johan­nes Paul II.

Zu nahe am Kirchenverständnis von Benedikt XVI.

Mit Kar­di­nal Pia­cen­za war der Ver­such Bene­dikts XVI. ver­bun­den, dem Kle­rus mit dem hei­li­gen Johan­nes Maria Vian­ney einen Patron zum Vor­bild zu geben, der uner­schüt­ter­lich im über­lie­fer­ten Kir­chen- und Glau­bens­ver­ständ­nis ver­an­kert war. Ein „vor­kon­zi­lia­res Prie­ster­bild“, das kir­chen­in­tern so hef­tig bekämpft wur­de, daß der Ver­such schei­ter­te.

Mit Kar­di­nal Cañi­za­res ist das Bemü­hen Bene­dikts XVI. ver­bun­den, die Hei­lig­keit der Lit­ur­gie zu stär­ken und die­ses Bemü­hen vor allem durch die Auf­wer­tung des über­lie­fer­ten Ritus zu ver­stär­ken. Bene­dikt XVI. been­de­te damit nicht nur die Mono­pol­stel­lung des Novus Ordo, son­dern setz­te ihn durch den Vetus Ordo unter Druck. Tat­säch­lich zei­tig­te das päpst­li­che Han­deln welt­weit Früch­te. Ein Pro­zeß, der durch die Wahl von Papst Fran­zis­kus erheb­lich ins Stocken gera­ten ist. Kri­ti­ker wer­fen Kar­di­nal Cañi­za­res vor, kaum auf lit­ur­gi­sche Miß­bräu­che im Novus Ordo reagiert zu haben.

Unverständnis für liturgische „Restauration“

Per­sön­lich inte­ger, aber nicht beson­ders kämp­fe­risch, zele­brier­te der Kar­di­nal mehr­fach in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus, so auch im Herbst 2012 anläß­lich der ersten Inter­na­tio­na­len Wall­fahrt der Tra­di­ti­on nach Rom. Es war das erste Mal seit der Lit­ur­gie­re­form, daß an einem Haupt­al­tar des Peters­do­mes wie­der in grö­ße­rem Rah­men ein Meß­op­fer im Alten Ritus zele­briert wur­de.

Kardinal Canizares zelebrierte 2012 im Petersdom im Alten Ritus
Kar­di­nal Cañi­za­res zele­brier­te 2012 im Peters­dom im Alten Ritus

Kar­di­nal Pia­cen­za war zum Zeit­punkt sei­ner Abset­zung gera­de 69 gewor­den. Kar­di­nal Cañi­za­res ist 68. Um ein alters­be­ding­tes Aus­schei­den han­del­te es sich weder beim einen noch beim ande­ren Pur­pur­trä­ger. Bei­de wur­den, wie es Gepflo­gen­heit der Kir­che ist, mit wohl­klin­gen­den und pre­sti­ge­träch­ti­gen Ämtern abge­fun­den. Der ent­schei­den­de Punkt an den Umbe­set­zun­gen ist jedoch die dahin­ter ste­hen­de Rich­tungs­ent­schei­dung. Papst Fran­zis­kus will nicht nur durch Gesten, son­dern durch Fak­ten das Pon­ti­fi­kat sei­nes Vor­gän­gers Bene­dikt XVI. kor­ri­gie­ren. Dafür wur­de er letzt­lich auch gewählt.

Entspannung gegenüber Ministerpräsident Rajoy?

Anto­nio Maria Kar­di­nal Rou­co Vare­la, der bis­he­ri­ge Erz­bi­schof von Madrid schei­det wegen Errei­chung der Alters­gren­ze aus dem Amt. Wie unter Papst Bene­dikt XVI. üblich, beließ er ihn zwei Jah­re län­ger im Amt. Dar­aus wur­de genau ein wei­te­res Jahr, weil sich Papst Fran­zis­kus für die­se Per­so­nal­ent­schei­dung aus­rei­chend Zeit neh­men woll­te. Spa­ni­en spielt in der spa­nisch­spra­chi­gen Welt, zu der auch Argen­ti­ni­en gehört, eine deut­lich wich­ti­ge­re Rol­le als ande­re euro­päi­schen Staa­ten.

Kar­di­nal Rou­co Vare­la war ein ent­schlos­se­ner Geg­ner der sozia­li­sti­schen Regie­rung Zapa­tero und ihrer Gesell­schafts­po­li­tik. Auf­grund sei­nes per­sön­li­chen Gewichts und als Vor­sit­zen­der der Spa­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz übte er ent­schei­den­den Ein­fluß auf die Bischofs­er­nen­nung in Spa­ni­en aus. Poli­tisch stand er dem rech­ten Flü­gel des bür­ger­li­chen Parti­do Popu­lar (PP) nahe. Damit aber nicht dem der­zeit amtie­ren­den Mini­ster­prä­si­den­ten Maria­no Rajoy, dem auf der Suche nach Mehr­hei­ten eine lei­se Kir­che lie­ber wäre.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: 30Giorni/MiL/Asianews/Le Forum Catho­li­que

43 Kommentare

  1. Star­ke Indi­zi­en spre­chen dafür, dass Bene­dikt XVI. zum dama­li­gen Zeit­punkt nicht frei­wil­lig zurück­ge­tre­ten ist, son­dern zurück­ge­tre­ten wur­de.

    Es ist mit Sicher­heit davon aus­zu­ge­hen, dass sei­ne mäch­ti­gen Wider­sa­cher, die Strip­pen­zie­her im Hin­ter­grund, ihm „Summorum Pon­ti­fi­cum“ nie ver­zie­hen haben.

    Der Kampf gegen den über­lie­fer­ten römi­schen Ritus ist in vol­lem Gan­ge.
    Herr Ber­go­glio, gewähl­ter Papst Fran­zis­kus, scheint ihn zu has­sen. Er sucht sich das Per­so­nal aus, das er braucht, um ihn zu zer­stö­ren.

    Dann ist Unge­hor­sam ange­sagt, wie er von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re prak­ti­ziert wur­de, um nicht nur den Ritus, son­dern auch das katho­li­sche Prie­ster­tum zu ret­ten.

    Wer­den sich Bischö­fe fin­den, die zur Ver­tei­di­gung bereit sind? Mit allen Kon­se­quen­zen?

    Natür­lich muss es so schlimm nicht kom­men. Doch die­se Mög­lich­keit aus­zu­schlie­ßen, lieb und fromm den Kopf in den Sand zu stecken, hal­te ich nicht für ver­ant­wort­bar.

    • Unge­hor­sam ? Wer der Leh­re folgt, ist nie unge­hor­sam. Lef­eb­v­re war nie unge­hor­sam, wenn er kei­ne unka­tho­li­schen Wege mit­ging.

      • Sehr rich­tig!
        Unge­hor­sam waren jene, und sind es heu­te noch, die den Moder­nis­mus mit allem gro­tes­ken Trei­ben hoch­ju­beln und hoch­ge­ju­belt haben!!

    • @ Zeit­los sagt nicht weni­ger,

      als daß Sei­ne Hei­lig­keit Bene­dikt XVI. öffent­lich gelo­gen hat: Bei sei­nem Rück­tritt und erst vor kur­zem wie­der in einem Brief an einen Jour­na­li­sten.

      Mehr sog i ned!

  2. Schon die Ernen­nung zum Erz­bi­schof von Madrid wäre eine deut­li­che ber­go­glio­ni­sche Ohr­fei­ge für Kar­di­nal Cañizares gewe­sen. Ihn aber auch noch aus­ge­rech­net in das abge­leg­te Bis­tum des Man­nes abzu­schie­ben, den man ihm als Pri­mas vor die Nase setzt, ist eine Infa­mie, die in trau­ri­ger Wei­se die per­fi­de Rach­sucht Ber­go­gli­os und sei­ner Kama­ril­la offen­bart. Der Witz bei der gan­zen Geschich­te ist aber der, dass Kar­di­nal Cañizares die­se „Deklas­sie­rung“ im Grun­de nur zur Ehre gereicht. Denn nun kann er erho­be­nen Haup­tes den Staub der Casa Mar­tha von den Füßen schüt­teln und ist der Gefahr ent­ron­nen, sich mit den Machen­schaf­ten die­ses ple­be­ji­schen Man­nes gemein machen zu müs­sen..

    • Wer­ter hicest­ho­die: Trotz Haupt­stadt ist das Erz­bis­tum Madrid eine für ibe­ri­sche Ver­hält­nis­se sehr jun­ge Diö­ze­se (1885/1964).

      Spa­ni­ens Pri­mas ist der Erz­bi­schof von Tole­do. Aber jetzt kommt’s: Kar­di­nal Cañizares hat­te eben die­ses Amt VOR sei­nem Appoint­ment an die Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on inne­ge­habt… Beste Grü­ße!

    • Der Pri­ma­ti­al­sitz von Spa­ni­en ist nicht Madrid son­dern Tole­do. Kard. Cani­za­res Llove­ra war der Pri­mas vor sei­ner Beru­fung nach Rom gewe­sen. In Valen­cia über­nimmt er sein vier­tes Bis­tum und sei­nen fünf­ten Posten als Bischof. Es ist zugleich sei­ne Hei­mat­diö­ze­se. Somit sagen ihm die Moder­ni­sten in Rom ganz unver­schämt: go home!

      • Dan­ke Carlo&leo für die Rich­tig­stel­lung! Inhalt­lich ändert dies aber nichts, son­dern macht die Sache, wie leo es schon bemerkt, eher noch schlim­mer.
        Und wenn es wirk­lich ein „frei­wil­li­ger“ Ent­schluss gewe­sen sein soll­te, so wie es eini­ge Medi­en kol­por­tie­ren, dann trä­fe erst recht der letz­te Satz mei­nes obi­gen Kom­men­tars zu.

    • Und die Jubel­va­ti­ca­ni­sten (z.B. A.Tornielli), die sich das Beju­beln aller Hand­lun­gen und Äuße­run­gen ( Per­len genannt, wie die, dass Chri­stus Petrus nicht zum Fels­grund sei­ner Kir­che gemacht habe — son­dern uns alle, letz­ter Ange­lus) zur Lebens­auf­ga­be gemacht haben, behaup­ten jetzt ganz frech, Kar­di­nal Cani­za­res habe um die­se Ver­set­zung gebe­ten, weil er “ den Geruch der Scha­fe anneh­men wol­le“ .
      Die, die sowas jetzt exkul­pie­rend in die Welt setzen,haben auf alle Fäl­le schon mal die Intel­li­genz der Scha­fe zu ihrer eige­nen gemacht. Mäh!

      • Es ist bei einem Hir­ten total unwich­tig für die Erfül­lung sei­nes Dien­stes daß er den Geruch der Scha­fe hat; spä­te­stens bei der Schaf­schur bekommt er dies sowie­so.
        Äusserst wich­tig dage­gen ist daß die Scha­fe die Stim­me ihres Herrn ken­nen und der Herr die Scha­fe sei­ner Her­de kennt: und hier geht es um den Glau­ben, die Ein­heit mit den uns Vor­aus­ge­gan­ge­nen, um die leben­di­ge Tra­di­ti­on, um die Wahr­heit.
        Auf die­sem Gebiet schei­nen mir sehr gro­ße Dis­kre­pan­zen und Defek­te vor­han­den zu sein.
        Und eben­falls äusserst wich­tig ist daß die Hir­te­hun­de, die cani di pas­to­re marem­ma­no e abbruz­ze­se, vom Jung­wel­pen­al­ter an den Schafs­ge­ruch ver­in­ner­licht haben; die Her­de schüt­zen sie dann instinkt­mä­ßig gegen Wöl­fe und Angrei­fer jeder Art.
        (Übri­gens: auf kath.net hat ein empa­thi­scher Poster die­se Aus­sa­ge v. P. Fran­zis­kus (durch Kard. Cani­za­res dann noch sehr demü­tig wie­der­holt) als “ weni­ger gelun­gen“ beschrie­ben)
        Mihi qui­dem iam nunc ride­re libet (Eras­mus , Coll. familiaria/ Abba­tis et Eru­ditae)

  3. als ehe­ma­li­ger Besu­cher der neu­en Mes­se, kann ich nur jeden Katho­li­ken raten wenig­stens ein­mal eine Mes­se nach alten Ritus zu besu­chen. Habe die Mes­se auch nur so aus Neu­gier besucht und wuß­te gleich beim ersten mal, daß das die rich­ti­ge Mes­se ist.
    Ihr wer­det den Unter­schied mer­ken, auch wenn ihr kein latein ver­steht (ich kann auch kein latein). Also kei­ne Angst haben etwas neu­es altes zu besu­chen.
    Außer­dem soll­te jeder kath. Christ auch über die­ses Schott Mess­buch ver­fü­gen:
    http://www.sarto.de/product_info.php?info=p780_Schott-1962–Roemisches-Messbuch.html
    es ist nicht nur für die Mes­se, man hat für jeden Tag eine Klei­nig­keit (mit Daum) zu lesen, was ich ganz prak­tisch fin­de.

    • Kann ich zustim­men und unter­schrei­ben. Mir ging es ganz genau­so. Ich habe nun ver­mut­lich auch durch mein mit­wir­ken in einer Scho­la schön lang­sam ein Ver­ständ­nis für Latein ent­wickelt. Der Sar­to Ver­lag war für mich eine gro­ße Berei­che­rung in der ent­spre­chen­den Lite­ra­tur. Der Hl. Geist führt auto­ma­tisch dort­hin, wenn man sich füh­ren lässt.

    • Her­vor­ra­gend, dan­ke. Sie haben kein Latein gelernt? Dann ler­nen Sie es bit­te. Ich habe mit 16 Jah­ren in einem hal­ben Jahr die­se Spra­che mir soweit ange­eig­net, dass ich in die 5. Gym­na­si­al­klas­se auf­ge­nom­men wer­den konn­te — dies wäh­rend des Abschlus­ses einer Han­dels­schu­le. Ich war schu­lisch in moder­nen Spra­chen, die mich wenig inter­es­siert haben, schwach und schlecht und wuss­te nicht, dass ich eine Bega­bung für alte Spra­chen habe. Viel­leicht haben Sie das auch und dann, das sage ich Ihnen, ist der Got­tes­dienst in der erha­be­nen latei­ni­schen Spra­che, der Spra­che der Kir­che noch viel freud­vol­ler und beglücken­der — es hebt an fort­wäh­rend in einem zu sin­gen: introi­bo ad alta­re Dei, ad Deum qui lae­ti­fi­cat juven­tu­tem meam. Dazu ist es nie zu spät. Die­ses Glück wün­sche ich Ihnen — quod faxit omni­po­tens Deus!

      • Sehr geehr­te Frau Züger,

        Ich hat­te die Mög­lich­keit, Latein zu ler­nen, sie aber lei­der nicht inten­siv genutzt und so muß­te ich mit einem Gna­den­fün­fer mei­ne „Kar­rie­re“ abbre­chen.

        Ich hal­te es für eine Schan­de, daß Latein in der Kir­che prak­tisch abge­schafft wur­de. Ich bin aber ent­schie­den nicht der Mei­nung, daß alle Latei­nisch kön­nen müs­sen.
        Dafür haben die Petrus­brü­der, P. Mar­tin Schramm in der Schweiz, mir den „Beweis“ gelie­fert. Der hat einen Mini­schott her­aus­ge­ge­ben, und der hät­te genügt. Ein paar Gebe­te, die aus­schließ­lich für den Prie­ster sinn­voll sind, hät­te man für die Gläu­bi­gen umfor­men kön­nen, wenn man vor dem Kon­zil soweit gedacht hät­te (die Kon­ser­va­ti­ven) oder über­haupt gewollt hät­te (die Pro­gres­si­ven, sprich Revo­luz­zer).

        Ich erin­ne­re mich, daß ich als klei­ner Bub in der Mes­se neben einen alten Mann, eher um die 40, zu sit­zen kam. Er hat­te eines die­ser klei­nen Gebet­bü­cher in der Hand und bete­te dar­aus für sich. Das ist min­de­stens 65 Jah­re her.

        Wie geht es mir heu­te? Immer wie­der habe ich das Gefühl, daß ich mit den lau­ten Gebe­ten des Zele­bran­ten durch die Mes­se gezerrt wer­de. Noch nie ist es mir gelun­gen, im ent­spre­chen­den Bereich der Mes­se mei­ner ver­stor­be­nen Ange­hö­ri­gen zu geden­ken, weil ich ja ein „akti­ver“ Teil­neh­mer der Mes­se bin, der sich nicht aus­klinkt. Dage­gen sind die Für­bit­ten oft eher Ärger erre­gend.

        Gott hat sicher nicht über­se­hen, als Peter Scholl-Latour vor weni­gen Tagen vor sei­nem Rich­ter­stuhl erschien, daß er mir mit sei­nem Buch: Der Tod im Reis­feld, das ich vie­le Jah­re spä­ter auf dem Floh­markt erwarb, mir den Anstoß gab, den Schott her­vor zu holen und den Introitus wie­der ein­mal zu beten. Damals begann es mir auf­zu­ge­hen, wie groß der Unter­schied zwi­schen Alter und Neu­er Mes­se ist. Die­se ist gül­tig, weil sie Opfe­rung, Wand­lung und Kom­mu­ni­on umfasst. In Ober­el­chin­gen und Klo­ster Rog­gen­burg, bei­de nahe Ulm, begann mir der kras­se Gegen­satz zwi­schen Hoch­al­tar und dem Bei­stell­tisch­chen Volks­al­tar auf­zu­ge­hen. Das gan­ze ist nicht stim­mig.

        Was mir nicht klar ist, könn­ten Sie mir viel­leicht erklä­ren. Der jetzt ehe­ma­li­ge Stadt­pfar­rer unse­rer Kreis­stadt mach­te nur Eucha­ri­stie­fei­ern. Gibt es dazu einen kla­ren Bezug zur beton­ten Mahl­fei­er? Direkt auf­fäl­lig war das aber nicht.

      • Dem ver­ehr­ten Kon­rad Georg möch­te ich ein­fach sagen: es ist nicht abso­lut not­wen­dig Latein zu kön­nen — aber ad esse quoad se- nicht ad esse sim­pli­ci­ter — dh. zum bes­se­ren und freud­vol­le­ren Mit­voll­zug der hei­li­gen Lit­ur­gie. Für mich — ein erleuch­te­ter Beicht­va­ter sag­te mir dies — ist es wich­tig bewusst in Got­tes­ge­gen­wart dabei zu sein — nicht auf alles zu hören was das gespro­chen und gepre­digt oder vor­ge­be­tet wird wie ein Haftel­ma­cher — son­dern, dort wo ich ange­rührt bin im inne­ren Gespräch mich mit dem Herrn die­se Din­ge zu bere­den. Immer die Pas­si­on Chri­sti und sei­ner Zeu­gen im Her­zen erwä­gen „Er starb aus Lie­be für uns Sün­der noch hebt Ers Kreuz für uns empor“ Vor allem — wenn ich Ihnen dies raten darf — suchen Sie sich einen Got­tes­dienst aus der Sie nicht (oder am wenig­sten) nervt. Frü­her bin auch schon aus sol­chen Got­tes­dien­sten her­aus­ge­lau­fen. Aber das kann ich jetzt nicht mehr, bin ich doch seit Jah­ren ans Haus gebun­den.

  4. Es wird doch immer gesagt, dass sich Papst Bene­dikt XVI und Herr Ber­go­glio so nahe ste­hen und dass kein Blatt zwi­schen bei­de passt. Anschei­nend ste­hen sich die bei­den wohl doch nicht so nahe, wenn Herr Ber­go­glio allen eine Ohr­fei­ge gibt, die Papst Bene­dikts Kir­chen­ver­ständ­nis zu nahe ste­hen.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • „Herr Ber­go­glio“ ist immer noch sei­ne Hei­lig­keit, Papst Fran­zis­kus, Stell­ver­tre­ter Chri­sti. Das soll­ten Sie als gute/r Katholik/in auch respek­tie­ren.

      • Zwin­gen Sie doch Ber­go­glio nicht etwas auf, was er sel­ber gar nicht sein will. Er will weder Hei­lig­keit, noch Papst sein, son­dern ganz schlicht „Bischof von Rom“. Und einen guten Katho­li­ken macht nicht die Anbe­tung Ber­go­gli­os zum guten Katho­li­ken, son­dern die Erfül­lung der 10 Gebo­te und die Leh­re der Hei­li­gen Kir­che.

      • Herr Ber­go­glio ist mit Sicher­heit kein Hei­li­ger. Ob er Papst ist, da bin ich mir nicht sicher. Da er aber kaum Stell­ver­tre­ter Chri­sti ist, er scheint Jesu Aus­sa­ge „Ich bin der Weg, die Wahr­heit und das Leben. NIEMAND KOMMT ZUM VATER, AUSSER DURCH MICH.“ wohl nicht für rich­tig zu hal­ten, ist er wohl auch nicht Papst. Außer­dem tut Herr Ber­go­glio doch selbst alles dafür, damit man kei­nen oder nur sehr schwer Respekt vor ihm haben und Ehr­furcht für ihn emp­fin­den kann. Das fängt schon bei sei­ner unter sei­ner wei­ßen Klei­dung her­vor­ste­chen­den schwar­zen Klei­dung an, obwohl ein Papst nicht schwarz trägt. Die päpst­li­chen Far­ben sind weiß und rot. Rot hat er kom­plett als päpst­li­che Far­be abge­legt oder bes­ser gesagt nie ange­zo­gen. Die­se roten Klei­dungs­stücke sind bei­spiels­wei­se die Schu­he, die Mozet­ta, der Camau­ro und der Satur­no. Herr Ber­go­glio scheint rot wohl ein­fach nicht zu mögen, denn auch als Kar­di­nal hat er kaum rot, son­dern größ­ten­teils schwarz getra­gen. Anstel­le der roten, könn­te Ber­go­glio auch wei­ße Schu­he tra­ge und dazu auch wei­ße Hosen und wei­ße Socken, wie für einen Papst üblich. Statt­des­sen sind die­se Klei­dungs­stücke demon­stra­tiv schwarz und die­ses Schwarz schim­mert unter der wei­ßen Sou­ta­ne eben­so demon­stra­tiv her­vor. Die­ses Aus­se­hen lässt ihm eine schlam­pi­ge Erschei­nung geben und nimmt ihm die durch die päpst­li­che Klei­dung aus­strah­len­de Unan­tast­bar­keit. Die­se Wir­kung ist wohl beab­sich­tigt und nimmt mir per­sön­lich des­we­gen auch die Ehr­furcht vor Ber­go­gli­os Per­son. Auch sei­ne Dau­men-hoch-Geste anstatt der päpst­li­chen Segens­ge­ste lässt die Ehr­furcht sin­ken. Dies alles hört sich jetzt eher neben­säch­lich an, das weiß ich, aber dies sum­miert sich in sei­nem Regie­rungs­stil. Er scheint alle ande­ren zu mögen und nur die treu­en Katho­li­ken zu has­sen. Jede Ver­höh­nung und Ver­spot­tung des Herrn in der neu­en moder­ni­sti­schen Mes­se lässt er durch­ge­hen, nur die alte Mes­se, die die tief­ste Ehr­furcht vor Gott her­vor­kom­men lässt, hasst er. Auch wur­den bei einer Mes­se, die Ber­go­glio selbst zele­briert hat, näm­lich beim Welt­ju­gend­tag die geweih­ten Hosti­en, obwohl dies streng­stens ver­bo­ten ist, in Pla­stik­be­chern auf­be­wahrt. Auch sei­ne lit­ur­gi­sche Klei­dung lässt zu wün­schen übrig. Wenn man in die hei­li­ge Mes­se geht, zieht man nor­ma­ler­wei­se sei­ne beste Klei­dung an. Dies gilt sowohl für die Lei­hen, als auch für die Kle­ri­ker. Da die lit­ur­gi­schen Gewän­der eigent­lich Chri­stus repre­sen­tie­ren sol­len, der Zele­brant han­delt in per­so­na Chri­sti, sind die­se kor­rek­ter­wei­se sehr auf­wän­dig und kost­bar gestal­tet. Ber­go­glio scheint aber wohl anzu­neh­men, das die lit­ur­gi­schen Gewän­der ihn selbst reprä­sen­tie­ren. Wenn das aber so sein soll­te, dann soll­te er ganz auf Gewän­der ver­zich­ten und statt­des­sen in einer arm­se­li­gen Kut­te vor dem Herrn tre­ten. Ber­go­glio muss ja auch nicht unbe­dingt Gewän­der mit Gold und Edel­stei­nen tra­gen. Er könn­te statt­des­sen sol­che tra­gen, die in edler Ein­fach­heit gestal­tet sind.

      • Fort­set­zung

        Statt­des­sen trägt er, mei­ner Mei­nung nach, wahr­haft häss­li­che Gewän­der. Zu nen­nen sind vor allem sei­ne legen­dä­re Mitra und sei­ne legen­dä­re Kasel mit dem brau­nen Besatz. Weni­ger könn­te hier mehr sein. Er könn­te statt­des­sen ein­fach eine völ­lig wei­ße Mitra und völ­lig wei­ße Kasel tra­gen, viel­leicht mit einem oder meh­re­ren Kreu­zen bestickt. Statt­des­sen trägt Ber­go­glio mei­stens nichts­sa­gen­de und schäb­bi­ge Gewän­der. Ich weiß nicht, ob es Ihnen auf­ge­fal­len ist, aber Ber­go­gli­os Mitra hat immer die glei­che Form. Ein senk­recht auf­stei­gen­der Bal­ken mit einem Quer­bal­ken an der Basis. Es ist weder als nor­ma­les Kreuz erkenn­bar, noch ist es das päpst­li­che Kreuz, da zwei Quer­bal­ken feh­len. Ich weiß nicht, ob die­se Form irgend­ei­ne Bedeu­tung hat. Ber­go­glio ver­wei­gert Gott in der Mes­se erkenn­bar die höch­ste Ehr­furcht. Dazu gehört auch, dass er die Knie­beu­ge bei der Wand­lung unter­lässt. Wenn es gesund­heit­li­che Grün­de haben soll­te, soll­te er es ein­fach sagen. Statt­des­sen lässt er Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum offen und lässt sich in allen mög­li­chen ande­ren Situa­tio­nen, Stich­wort „Grün­don­ners­tag“, knie­end abbil­den. Kurz­um: Wenn Ber­go­glio Gott die Ehr­furcht ver­wei­gert und ihn fast wie einen Kum­pel sieht, muss man auch Ber­go­glio, auch wenn er momen­tan das Papst­amt inne­hat, die Ehr­furcht ver­wei­gern.

        Zusam­men­ge­fasst lässt sich sagen, dass Herr Ber­go­glio Herr Ber­go­glio ist, nicht mehr und nicht weni­ger. Er hat vor mir den all­ge­mei­nen Respekt, den ich jedem Men­schen schul­de. Mehr ist nicht drinn. Um ehr­lich zu sein, habe ich sogar vor jedem Müll­mann, jedem Men­schen an der Kas­se und jedem Fabrik­ar­bei­ter mehr Respekt, als vor Ber­go­glio. Der Grund ist, dass erst­ge­nann­te einer ehr­li­chen Arbeit nach­ge­hen, um ihren Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen. Sogar vor Atheisten/Ungläubigen habe ich mehr Respekt als vor Ber­go­glio, weil die­se in der Regel dies für sich per­sön­lich hal­ten und Gläu­bi­ge nor­ma­ler­wei­se nicht belä­sti­gen und sie unge­stört ihrem Glau­ben nach­ge­hen las­sen. Herr Ber­go­glio dage­gen gefähr­det die Gläu­bi­gen dage­gen und ist eine grö­ße­re Gefahr für die Kir­che, als fast jeder Ungläu­bi­ge auf die­ser Welt.

        Zum Schluss noch eine Fra­ge an sie Sarah.
        Ich habe gemerkt, dass sie eine gro­ße Fran­zis­kus-Ver­eh­re­rin sind und hier immer wie­der alle auf­for­dern, Ber­go­glio ja nicht zu kri­ti­sie­ren. Haben sie für Papst Bene­dikt XVI die glei­che Ehr­furcht gehabt wie für Fran­zis­kus oder ist die­se beson­de­re Erge­ben­heit und Papst­treue ein Novum für Sie? Ist man also nur den Päp­sten treu, die man sel­ber auch mag. Über eine Ant­wort von ihnen wür­de ich mich freu­en.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

      • Mei, ich wer­de für Sie beten, damit Sie zurück­keh­ren zum katho­li­schen Glau­ben: „Wir erklä­ren, sagen und defi­nie­ren nun aber, dass es für jedes mensch­li­che Geschöpf unbe­dingt not­wen­dig zum Heil ist, dem Römi­schen Bischof unter­wor­fen zu sein.“ So schreibt Papst Boni­faz VIII. in sei­ner Bul­le Unam Sanc­tam (DS 875).

      • Sarah,
        vor allem soll­ten wir dar­um beten, dass Herr Ber­go­glio zum katho­li­schen Glau­ben zurück­fin­det, sofern er ihn jemals beses­sen hat. Anson­sten soll­ten wir Gott bit­ten, uns mög­lichst schnell einen wahr­haft katho­li­schen Papst zu schen­ken. Dass aber jedes mensch­li­che Geschöpf dem römi­schen Bischof unter­wor­fen ist, ist lei­der nur eine Wunsch­vor­stel­lung, denn wenn das so wäre, hie­ßen die Wand­lungs­wor­te nun wie­der „für vie­le“, wie es vom Papst ange­ord­net wur­de. Wer hält sich aber bit­te heu­te noch dar­an, was der Papst sagt?

        PS: Sie haben mei­ne Fra­ge noch nicht beant­wor­tet.

        Per Mari­am ad Chri­stum.

      • Selbst­ver­ständ­lich galt mei­ne Treue auch Bene­dikt XVI., Mar­kus! Ich wäh­le hier nicht. Und wenn es eben einen neu­en kir­chen­po­li­ti­schen Kurs gibt, dann fol­ge ich. Ich kann nicht erken­nen, wo Papst Fran­zis­kus auch nur ein Dog­ma ver­letzt haben könn­te.
        Ach ja, was das „Pro Mul­tis betrifft“: Papst Bene­dikt hat nicht die sofor­ti­ge Ände­rung, son­dern eine Ände­rung bei der Neu­auf­la­ge des Mess­bu­ches ange­ord­net. Das ist ver­nünf­ti­ges Kir­chen­recht und soweit ich sehe, hält sich die deut­sche Kir­che auch dar­an. Denn ein eigen­mäch­ti­ges Ändern zu „Für vie­le“ durch ein­zel­ne Prie­ster wäre der­zeit nicht nur uner­laubt, son­dern auch ver­un­gül­ti­gend. Ehe Sie, Mar­kus, also vie­ler­lei durch­ein­an­der wer­fen, soll­ten Sie gehor­sam sein und Kir­chen­recht ler­nen.

      • Ich maße mich nicht an, über den Papst zu urtei­len, ich set­ze nur eini­ges zusam­men. Ich muss Ihnen sagen, dass ich Fran­zis­kus am Beginn sei­nes Pon­ti­fi­ka­tes durch­aus geschätzt habe. Ich moch­te ihn und er kam mir immer sehr freund­lich vor. Nur habe ich dann gemerkt, dass die­ses Bild vom freund­li­chen Papst Fran­zis­kus nicht stimmt, son­dern dass er mehr ein übler Macht­mensch ist, macht­gie­ri­ger, als es Bene­dikt XVI je war. Ich habe Ber­go­glio das erste hal­be Jahr beob­ach­tet und mir erst dann zusam­men­ge­reimt, was er wirk­lich ist. Es ist nicht wie ein lie­be­vol­ler Vater, wie ich Papst Bene­dikt XVI immer gese­hen habe, son­dern mehr wie ein böser Stief­va­ter. Sehr schwe­ren Scha­den hat mein Ein­druck von ihm genom­men, als er den Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta zu sich in den Vati­kan lud und sie zur Unter­ord­nung unter Komis­sar Volpi auf­for­der­te. Er wuss­te also nicht nur von Volpis Ter­ror­herr­schaft; die­se war sogar von ihm gewollt. Ein freund­li­cher Papst, der Men­schen unter­drückt? Da kann doch was nicht stim­men. Er will nicht urtei­len, urteilt aber doch. Er will weni­ger Zen­tra­lis­mus, ent­sen­det dann aber einen Visi­ta­tor in eine para­gu­ay­ische Dio­zö­se, der kur­zer­hand wei­te­re Prie­ster­wei­hen ver­bie­tet. Auch sei­ne Beliebt­heit von gro­ßen außer­kirch­li­chen Krei­sen kommt mir merk­wür­dig vor. War­um las­sen sich die­se dann nicht alle aus die­ser Begei­ste­rung her­aus tau­fen? Die Ant­wort ist, dass sie sich von Ber­go­glio die Zer­stö­rung der hei­li­gen katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che erhof­fen. Auch wenn er die Kir­che nicht zer­stört, war­um set­zen sie dies­be­züg­lich so vie­le Hoff­nun­gen in ihn. In Papst Bene­dikt XVI haben sie nie sol­che Hoff­nun­gen gesetzt. War­um wird Ber­go­glio von der Homo-Lob­by gelobt? War­um bezeich­net er Men­schen, die regel­mä­ßig den Rosen­kranz beten als Rosen­kranz­fa­na­ti­sten? War­um beschimpft er die über­lie­fer­te Mes­se als „Mode“, nicht aber die nicht nach den Vor­ga­ben des Mis­sa­le Paul VI gefei­er­te neue „Mes­se“, bei der Gott ver­spot­tet und zum Nar­ren gehal­ten wird? Kor­rekt zele­briert wäre die Mes­se Pauls VI in Latein und mit dem Rücken zur Gemein­de. Das Kon­zil hat weder von Volks­al­tä­ren gespro­chen, noch von Prie­stern, die am Rosen­mon­tag mit Papp­na­sen vor dem Opfer­al­tar ste­hen. Es kommt mir all­ge­mein so vor, dass Ber­go­glio alles nicht-katho­li­sche liebt und alles katho­li­sche hasst. Er hasst wirk­lich from­me Men­schen. Er akzep­tiert unvoll­kom­me­ne Men­schen nicht nur; er will, dass sie unvoll­kom­men sind. Und die­se unvoll­kom­me­nen Men­schen sol­len natür­lich auch nur eine unvoll­kom­me­ne Mes­se bekom­men, in der Gott erkenn­bar nicht die größ­te Ehre zu teil wird.
        Ber­go­glio kommt mir zusam­men­ge­fasst nicht vor wie der Papst der una sanc­ta catho­li­ca et apo­sto­li­ca eccle­siae, son­dern wie ein Papst von allem Nicht­ka­tho­li­schen. Er wäre als Rab­bi oder als Füh­rer einer evan­ge­li­ka­len Sek­te siche glück­li­cher.

        Zum Schluss noch eine Fra­ge:
        Wann erscheint denn die Neu­auf­la­ge des deut­schen Mess­bu­ches mit den kor­ri­gier­ten Wand­lungs­wor­te, von der Sie gespro­chen haben?

        Per Mari­am ad Chri­stum.

      • Sarah, Ihrer Argu­men­ta­ti­on zur Ein­füh­rung des Pro mul­tis kann ich voll und ganz fol­gen. Ich habe mir noch­mals die ent­spre­chen­de Ein­lei­tung zur Inkraft­set­zung von Geset­zen im Hand­buch des Kir­chen­rechts ange­se­hen, Sie haben völ­lig recht.
        Ich habe mir auch durch den Kopf gehen las­sen, was Sie zu Boni­faz VIII. schrei­ben. Es hat mich sehr, sehr nach­denk­lich gemacht. Aber auch hier muss ich Ihnen schwe­ren Her­zens Recht geben. Papst Fran­zis­kus ist Papst und nur Gott Rechen­schaft pflich­tig. Wir hin­ge­gen schul­den ihm, wenn wir katho­lisch sein wol­len, unser auf­rich­ti­ges Gebet, unse­re Lie­be und Treue und vor allem unse­ren Gehor­sam!

      • Alber­to Knox,
        unse­rer Gebet schul­den wir dem Papst immer, um ihn so bei sei­ner schwe­ren Auf­ga­be zu unter­stüt­zen. Unse­rer Gehor­sam schul­den wir ihm nur, wenn er sel­ber Gott gehor­sam ist. Es besteht kei­ner­lei Pflicht, einem Papst zu gehor­chen, der der Kir­che scha­det, und das tut Herr Ber­go­glio mit Sicher­heit. Was Sie ver­blen­det ist die falsch ver­stan­de­ne Bedeu­tung des Unfehl­bar­keits­dog­mas. Der Papst ist nicht in jedem Wort, das er von sich gibt, unfehl­bar, son­dern nur, wenn er ein Dog­ma ver­kün­det, zuletzt Pius XII bei der Ver­kün­di­gung der unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis Mari­ens und der leib­li­chen Auf­nah­me Mari­as in den Him­mel.
        Ein Papst ist grund­sätz­lich nicht rein und makel­los. Er ist ein Mensch und Men­schen machen Feh­ler. Jesus selbst hat zu Petrus gesagt: „Weg mit dir Satan, geh mir aus den Augen, denn du hast nicht im Sinn was Gott will, son­dern was die Men­schen wol­len.“, als ihn die­ser davon abhal­ten woll­te, nach Jeru­sa­lem zu gehen, wo er gekreu­zigt wer­den wür­de. Har­te Wor­te Jesu zu sei­nem treu­en Anhän­ger Petrus. Die­se Aus­sa­ge Jesu passt aller­dings erstaun­lich gut auf den der­zei­ti­gen Amts­in­ha­ber.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

  5. Hoff­nung stirbt zuletzt: Es waren ja immer die Bischofs­kon­fe­ren­zen, die Papst Bene­dikt blockiert haben. Ein Bischof mehr mit ordent­li­chem Kir­chen­ver­ständ­nis scha­det der spa­ni­schen Kon­fe­renz sicher nicht. Wohl kaum Ber­go­gli­os Absicht, aber viel­leicht hat sich unser Fuß­ball­fan ja ein Eigen­tor geschos­sen? Ich weiß, ich träu­me 😀

    Fragt sich nur, wer jetzt die Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung über­nimmt…

  6. Immer­hin wer­den vie­le hier in trau­ri­ger Wei­se bestä­tigt, die das Wüten Bergohli­os vom ersten Tag an durch­schaut hat­ten und sich auch hier vie­le Unver­schämt­hei­ten von den Jubel­hor­den anhö­ren muss­ten. Allein die Unehr­bie­tig­keit des argen­ti­ni­schen Schaf­hir­ten gegen­über dem hei­lig­sten Sakra­ment ließ ihn als Papst denk­bar unge­eig­net erschei­nen. Mitt­ler­wei­le darf man fest­stel­len, dass Ber­go­glio eine Art Pri­vat­kir­che hoch­zieht und sich einen Dreck um die eccle­sia catho­li­ca schert. Papst Paul VI. hat­te Unrecht, als er fest­stell­te, der Rauch Satans sei in den hei­li­gen Tem­pel Got­tes ein­ge­drun­gen- nein man hat ihm die Türen weit geöff­net, so dass er bequem hin­ein­schlur­fen konn­te. Nie­mand von den fei­gen Kar­di­nä­len hat ihn auf­ge­hal­ten- jetzt bekom­men die ersten ihre Quit­tung aus­ge­stellt. Mer­ke: Jubeln­de Blöd­heit schützt nicht vor Stra­fe.

  7. Es stellt sich die Fra­ge, wie lan­ge Papst Bene­dikt noch auf dem Ter­ri­to­ri­um des Vati­kans sein kann.
    Ja, das scheint die „Revo­lu­ti­on Ber­go­glio“ zu sein, die die Mehr­zahl der Kar­di­nä­le gewollt hat. „Jetzt gehts rich­tig los“, sag­te Erz­bi­schof Zollitsch nach der „Rück­tritts­er­klä­rung“ von Papst Bene­dikt XVI.

    Jeden­falls läuft es mehr und mehr auf den schon lan­ge ange­kün­dig­ten Bruch der Kir­che hin­aus. Die­sen Bruch hat die Mut­ter­got­tes selbst, die selig­ste Jung­frau Maria, ver­schie­de­nen Per­so­nen schon vor vie­len Jah­ren ange­kün­digt. Die wah­ren Beter wer­den wie­der in Kata­kom­ben gehen müs­sen und die hl. Eucha­ri­stie wer­de gefähr­det sein, bevor, wie sie sagt, sie dem Satan den Kopf zer­tre­ten und eine neue lan­ge Zeit des Frie­dens anbre­chen wer­de. Der Satan, sagt Maria, wütet mehr denn je, weil sei­ne Tage gezählt sind. Er ver­dop­pelt sei­ne Anstren­gun­gen und sei­ne Wut ist unge­heu­er.
    Aber es soll/muß viel gebe­tet und (auf)- geop­fert wer­den.

    • so ist es, gan­ze Bücher­schrän­ke.
      Und immer mehr setzt sich aus den vie­len Ein­zel­teil­chen das Puz­zle Ber­go­glio zusam­men; der Mann der nicht Papst sein will und der dar­über hin­aus das Papst­amt abschaf­fen will.
      Das ging mit der Mozzet­ta am Abend sei­ner Wahl los ( „der Kar­ne­val ist vor­bei“) mit den Roten Schu­hen und der Wei­ge­rung (aus psych­ia­tri­schen Grün­den.…. wie Recht er doch hat­te) im päpst­li­chen Apar­ta­men­to zu woh­nen, über geziel­te Unhöf­lich­keit ( wie die Brüs­kie­rung von Orche­stern und Soli­sten, deren Kon­zer­te zu besu­chen, er mit der bemer­kens­wer­ten Begrün­dung, daß er kein Renais­sance­prinz sei, ver­wei­ger­te, und Zuspät­kom­men oder unan­ge­kün­dig­tes Nicht­er­schei­nen zu geplan­ten Ter­mi­nen, das rüde Zurück­wei­sen von Geschen­ken etc etc) bis zu sei­ner an der Mimik ables­ba­ren Unlust, die Hl. Mes­se zu fei­ern, das Des­in­ter­es­se an der Lit­ur­gie und die gera­de­zu mani­sche Suche nach Kame­ras, Mikros und Bei­fall- schlicht Popu­lis­mus.
      Dass er das Papst­amt als nicht exi­stent betrach­tet, hat er ja beim vori­gen Ange­lus in sei­ner Inter­pre­ta­ti­on des “ tu es Petrus, et super hanc petram aedi­fi­c­abo eccle­si­am meam“ deut­lich bewie­sen. Die­se Ver­kün­dung habe nicht dem Simon gegol­ten son­dern des­sen uner­schüt­ter­li­chem Glau­ben. Der sei der Fels, auf dem die Kir­che errich­tet wer­de und so- so der Bischof von Rom- kön­ne jeder von uns auch die­ser Fel­sen sein. Fol­ge: man kann also für Petrus kei­ner­lei Son­der­voll­mach­ten oder Rech­te oder einen Pri­mat unter den Bischö­fen aus den Wor­ten Chri­sti ablei­ten. Vor allem nicht das Papst­amt. Scha­de eigent­lich.

      • Der Kar­ne­val ist nicht vor­bei. Es wer­den wei­ter­hin Kar­ne­vals­got­tes­dien­ste gefei­ert und mir ist nicht zu Ohren gekom­men, dass Herr Ber­go­glio Kar­ne­vals­got­tes­dien­ste, obwohl die­se eigent­lich sowi­so ver­bo­ten sind, noch­mals aus­drück­lich ver­bo­ten hat.
        Dass er nicht Papst sein will, ist falsch, denn dann hät­te er am Abend sei­ner Wahl die Papst­wür­de demü­tig abge­lehnt. Er genießt es gera­de­zu, Papst zu sein und die Macht zu haben, ehe­ma­li­ge Wie­der­sa­cher, auch unter Bischö­fen, aus­zu­schal­ten. Und wenn der Papst sei­ner Mei­nung nach kei­ner­lei Son­der­voll­mach­ten inne­ha­be, dann soll er sich gefäl­ligst aus den inter­nen Ange­le­gen­hei­ten ande­rer Dio­zö­sen raus­hal­ten, wie in Para­gu­ay, und den Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta in Ruhe las­sen.
        Die­ser Mann wie­der­spricht sich dau­ernd selbst.
        Er ist der „per­so­ni­fi­zier­te Wie­der­spruch“.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

      • @Markus
        ja das hät­te er tun müs­sen am Abend sei­ner Wahl, nur ist er lei­der in kei­ner Wei­se demü­tig. Daß er sei­ne Macht genießt und sich ihrer gern bedient, um ech­te oder ver­meint­li­che Wider­sa­cher abzu­stra­fen ( who is he to judge???) , wür­de ich sofort zuge­ben. Daß er das Petrus-Amt nicht liebt, aber geht aus so vie­len sei­ner Wor­te her­vor, daß leug­nen zweck­los ist, daß er es lie­bend gern abschaf­fen wür­de, ist wohl auch klar, dar­an arbei­tet er ja seit sei­ner Wahl
        Der Jubel der inter­es­sier­ten Medi­en zeigt: sie haben ver­stan­den.

  8. Ist es nicht abso­lut unüb­lich, dass eine Kon­gre­ga­ti­on nach dem Aus­schei­den des Prä­fek­ten (außer bei plötz­li­chen­To­des­fall) vakant bleibt? Was heißt das für die Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung?
    Weiß jemand mehr?

    • Zuge­ge­ben­er­wei­se rei­ne Spe­ku­la­ti­on, aber bemer­kens­wert war es schon, dass einer der ersten Emp­fän­ge des neu­ge­wähl­ten Pon­ti­fex damals dem Inha­ber des unglaub­lich wich­ti­gen Kurien­am­tes als „Pre­si­dent of the Pon­ti­fi­cal Com­mit­tee for Inter­na­tio­nal Eucha­ri­stic Con­gres­ses“, Mgr. P. Mari­ni, galt, zuvor päpst­li­cher Zere­mo­ni­en­mei­ster.

  9. @ Fran­zel
    Sie fra­gen sich wie­lan­ge Papst Bene­dikt XVI noch im Vati­kan blei­ben wird. Wenn nichts beson­de­res geschieht, sehr lan­ge.
    Bevor Bene­dikt die­se Woh­nung bezog, wur­de sie erstaun­lich lan­ge und kosten­in­ten­siv umge­baut. War­um? Ein behin­der­ten­ge­rech­tes Bad geht ein­deu­tig schnel­ler. Die merk­wür­dig lan­ge Zeit regt die Spe­ku­la­ti­on an.
    Ein Fak­tum wur­de kurz nach sei­nem Rück­tritt beschrie­ben: Bene­dikt trägt einen Schritt­ma­cher.
    Ein moder­ner Schritt­ma­cher ermög­licht eine weit­ge­hen­de Kon­trol­le eines Men­schen unter dem Vor­wand der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung. Es besteht die Mög­lich­keit die Vital­funk­tio­nen nicht nur abzu­le­sen, son­dern auch zu kon­trol­lie­ren und damit das Befin­den zu beein­flus­sen. Damit haben Sie die beste elek­tro­ni­sche Über­wa­chung eines Men­schen. Ein­zi­ger mir bekann­ter Nach­teil des Systems ist die gerin­ge Reich­wei­te, das mit einer guten Ver­wan­zung auf­ge­ho­ben wer­den kann. Ich beschrei­be gera­de ein Edel­ge­fän­gis mit modern­ster Tech­nik. Erkun­di­gen Sie sich bei Pati­en­ten mit modern­sten Schritt­ma­chern, was mög­lich ist und wie ange­nehm elek­tri­sche Strom­schlä­ge mit­ten ins Herz sind. The­ra­peu­tisch kön­nen sie not­wen­dig und lebens­ret­tend sein zur Wie­der­her­stel­lung einer ent­glei­sten Herz­ryth­mus. Aber es gibt auch den Fluch der Tech­nik. Mit dem Kar­di­nal Cani­za­res geht einer der letz­ten Getreu­en von Bene­dikt.

  10. @ Hans
    Selt­sam, wie doch man­cher nach­denk­li­che User hier unab­hän­gig vom ande­ren auf die sel­ben Schluß­fol­ge­run­gen kommt. Ich hat­te nach dem Rück­tritt des Hei­li­gen Vaters sofort den Gedan­ken: Geh weg aus Rom und ver­le­be Dei­nen Lebens­abend in einer siche­ren Zufluchts­stät­te in Bay­ern. Man hät­te die­sen Ort so wäh­len kön­nen, dass sowohl die Ver­trau­lich­keit, als auch der Schutz des Hei­li­gen Vaters gewähr­lei­stet wäre. In Rom sel­ber traue ich den fei­gen Wen­de­häl­sen ohne­hin alles zu- viel­leicht mit Aus­nah­me einer gro­ßen Nie­der­tracht; die geste­he ich den Herr­schaf­ten aller­dings ger­ne zu.

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