Europa zwischen Sodom und Gomorrha

(Rom) Die Histo­ri­ke­rin Cri­sti­na Sic­car­di ver­faß­te für die Cor­ris­pon­den­za Roma­na eine Bespre­chung des Buches „L’Europa tra Sodo­ma e Gomor­ra“ (Euro­pa zwi­schen Sodom und Gomor­rha) von Dani­lo Quin­to (Arka­dia, Caglia­ri 2014, 188 Sei­ten, Euro 15).

Das Vor­wort zum Buch stammt vom im ver­gan­ge­nen März ver­stor­be­nen Rechts­phi­lo­so­phen und Papst­kri­ti­ker Mario Palma­ro. Das letz­te, das er ver­faß­te. Dani­lo Quin­to war 20 Jah­re ein mili­tan­ter Ver­tre­ter der radi­kal­lai­zi­sti­schen Radi­ka­len Par­tei Ita­li­ens, aus der die ehe­ma­li­ge EU-Kom­mis­sa­rin und radi­ka­le Abtrei­bungs­lob­by­istin Emma Boni­no stammt. Vor zehn Jah­ren fand er durch sei­ne heu­ti­ge Frau zum katho­li­schen Glau­ben und brach mit den Radikalen.

Ist der Titel sei­nes jüng­sten Buches rei­ne Pro­vo­ka­ti­on oder erin­nert das heu­ti­ge Euro­pa wirk­lich an die bei­den bibli­schen Städ­te, die von Gott wegen der dort ver­brei­te­ten Homo­se­xua­li­tät bestraft und dem Erd­bo­den gleich­ge­macht wur­den? „Dani­lo Quin­to beweist in die­sem Buch mit erhel­len­den und beleg­ten Argu­men­ten, daß der Ver­gleich völ­lig legi­tim ist“, schreibt Mario Palma­ro in sei­nem Vor­wort. „Es han­delt sich um ein objek­tiv erschüt­tern­des Urteil, das nicht weni­ge Zeit­ge­nos­sen aus dem Kon­zept wer­fen wird, die an eine sanf­te und ein­lul­len­de poli­tisch kor­rek­te Spra­che gewöhnt sind. Und damit mei­ne ich nicht nur jene, die mit der Errich­tung einer neu­en Welt beschäf­tigt, in der die Kri­te­ri­en von wahr und gut auf den Kopf gestellt sind, und für die­ses Pro­jekt der mora­li­schen Ver­wü­stung arbei­ten. Ich mei­ne auch vie­le Men­schen, die für die soge­nann­ten nicht ver­han­del­ba­ren Wer­te sen­si­bel sind, ob Ein­zel­per­so­nen oder Insti­tu­tio­nen, die sich die­ser Wer­te­ver­nich­tung wider­set­zen müßten.“

Zunahme der sexuellen Freiheit, Abnahme der geistigen Kräfte

Europa zwischen Sodom und Gomorrha
Euro­pa zwi­schen Sodom und Gomorrha

In den 70er Jah­ren begann man von einer Wer­te­kri­se zu spre­chen, von der Erset­zung des Seins durch das Haben, vom Genera­tio­nen­kon­flikt zwi­schen Kin­dern und Eltern. Die Vor­stel­lung der christ­li­chen Fami­lie, die Gott und Sei­ne Geset­ze in den Mit­tel­punkt stellt, brach zusam­men. Mit lau­ter Stim­me und an allen Fron­ten wur­de die Frei­heit von den Regeln pro­kla­miert: sexu­el­le Frei­heit (Aus­schwei­fung und Unzucht), Frei­heit sich schei­den zu las­sen, Frei­heit Ver­hü­tungs­mit­tel zu gebrau­chen, Frei­heit abzu­trei­ben (Mord), weib­li­che Eman­zi­pa­ti­on (Femi­nis­mus), Gleich­stel­lung der Geschlech­ter, Klas­sen­haß (Neid) wur­den ganz kon­kret, wäh­rend gleich­zei­tig die gei­sti­ge Kraft, jene, die es den Men­schen ermög­licht, Prü­fun­gen zu besten, Opfer zu brin­gen, Ver­zicht zu üben für ein höhe­res Wohl, die eige­ne Per­son zu per­fek­tio­nie­ren, die durch die Tau­fe geru­fen ist, das eige­ne Leben zu hei­li­gen, schwä­cher wur­de und fast gänz­lich ihre Bedeu­tung und ihren Daseins­grund ver­lo­ren hat.

So wie das Gute Gutes her­vor­bringt, bringt das Böse Böses her­vor: 2003 for­der­te das Euro­päi­sche Par­la­ment die Mit­glieds­staa­ten auf, den gleich­ge­schlecht­li­chen Paa­ren glei­che Rech­te ein­zu­räu­men. Gleich­zei­tig erkann­te die Char­ta der Grund­rech­te der Euro­päi­schen Uni­on (Niz­za 2000) allen das Recht zu, zu hei­ra­ten und eine „Fami­lie“ zu bil­den. „Das sind die Ergeb­nis­se von eini­gen Jahr­zehn­ten lai­zi­sti­scher euro­päi­scher Kul­tur, die die mensch­li­chen Dyna­mi­ken bestärkt, statt sie ein­zu­däm­men und zu len­ken. Das aber soll­te ihre Auf­ga­be sein, um dem All­ge­mein­wohl zu die­nen, das kei­ne abstrak­te, son­dern eine durch und durch kon­kre­te Kate­go­rie ist, die Teil des Lebens einer Gemein­schaft ist oder zumin­dest sein soll­te. Sich für das All­ge­mein­wohl ein­set­zen, heißt im Sinn der Ethik zu han­deln. Die Abtrei­bung, die Schei­dung wer­den von der euro­päi­schen Poli­tik als sozia­le Erschei­nun­gen betrach­tet. Als sol­che wer­den sie wahr­ge­nom­men und ent­spre­chend greift man mit Geset­zen ein. Eine Instru­men­ta­li­sie­rung. Die Poli­tik gebraucht die Din­ge des Lebens, um dar­aus ein poli­ti­sches Instru­ment zu machen“, so Quinto.

Wettlauf der Regierungen für „dämonische Entscheidungen“

Der Autor erklärt, erzählt und erläu­tert mit gro­ßer Sach­kennt­nis. Nicht nur weil er die Geschich­te Euro­pas kennt, nicht nur weil er detail­liert um die ver­schie­de­nen Pro­blem­stel­lun­gen und die Gesetz­ge­bung der ver­schie­de­nen Staa­ten weiß, die sich gegen­sei­tig in ruch­lo­sen und dämo­ni­schen Ent­schei­dun­gen über­trump­fen, son­dern weil er das destruk­ti­ve System, das sich gegen die christ­li­che Civi­tas rich­tet, von innen kennt. Durch sei­ne lang­jäh­ri­ge Arbeit in der Radi­ka­len Par­tei an der Sei­te der Radi­kal­lai­zi­sten Mar­co Pan­nella und Emma Boni­no ((Deren Wühl­ar­beit läßt sich kaum bes­ser als anhand der Bio­gra­phie von Emma Boni­no able­sen: Emma Boni­no, aus gut­bür­ger­li­chem Eltern­haus, 1967–1972 Stu­di­um der Sprach­wis­sen­schaf­ten, Diplom­ar­beit über Mal­colm X, 1975 Grün­de­rin des Infor­ma­ti­ons­zen­trum Ste­ri­li­sa­ti­on und Abtrei­bung, welt­weit seit­her zahl­rei­che Kam­pa­gnen zur Abtrei­bungs- und Schei­dungs­li­be­ra­li­sie­rung; an der Durch­füh­rung ille­ga­ler Abtrei­bun­gen betei­ligt, Flucht nach Frank­reich, dort poli­ti­sches Asyl, nach der Lega­li­sie­rung des Kin­der­mor­des Rück­kehr straf­frei nach Ita­li­en, 1976–1978 ita­lie­ni­sche Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te der Radi­ka­len Par­tei (Boni­no schafft den Ein­zug ins Par­la­ment teil­wei­se direkt mit der Radi­ka­len Par­tei, teil­wei­se durch wech­seln­de Bünd­nis­se ihrer­Par­tei mit der Lin­ken (seit 2007) und der Rech­ten (1994–2000), 1978 Kam­pa­gne gegen den christ­de­mo­kra­ti­schen Staats­prä­si­dent Gio­van­ni Leo­ne, der unter Kor­rup­ti­ons­ver­dacht zurück­tre­ten muß, 1998 ent­schul­dig­te sich Boni­no bei Leo­ne wegen der unge­recht­fer­tig­ten Vor­wür­fe, 1979–1984 Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te, 1986 trotz ihrer erklär­ten Kir­chen­feind­lich­keit offi­zi­el­le Begeg­nung mit Papst Johan­nes Paul II. wegen ihrer Kam­pa­gne gegen den Hun­ger in der Welt, 1986–1995 ita­lie­ni­sche Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te, seit den 80er Jah­ren immer neue Kam­pa­gne zur Dro­gen­li­be­ra­li­sie­rung, 1989–1993 Vor­sit­zen­de der Trans­na­tio­na­len Radi­ka­len Par­tei, 1993 Kam­pa­gne für die Errich­tung eines Inter­na­tio­na­len Straf­tri­bu­nals für das ehe­ma­li­ge Jugo­sla­wi­en, 1995–1999 EU-Kom­mis­sa­rin der Kom­mis­si­on Jaques San­ter, 1998 Teil­nah­me am Tref­fen der Bil­der­ber­ger in Turn­ber­ry (Schott­land), 1999–2006 Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te (Libe­ra­le Frak­ti­on), Kam­pa­gnen für die Libe­ra­li­sie­rung der künst­li­chen Befruch­tung und die Lega­li­sie­rung der Eutha­na­sie, 2006–2008 ita­lie­ni­sche Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te und Han­del- und Euro­pa­mi­ni­ste­rin der Regie­rung Roma­no Pro­di, 2007 kir­chen­feind­li­che, gegen Papst Bene­dikt XVI. gerich­te­te Kam­pa­gne „No Tali­ban No Vati­can“, 2008–2013 Vize­prä­si­den­tin des ita­lie­ni­schen Senats, 2011 Unter­zeich­ne­rin des Soros-Brie­fes zur Stär­kung der EU, 2013–2014 Außen­mi­ni­ste­rin der Regie­rung Enri­co Let­ta, 2003 mit dem Preis des ita­lie­ni­schen Staats­prä­si­den­ten aus­ge­zeich­net wegen ihres Ein­sat­zes zur För­de­rung der Men­schen­rech­te in der Welt, 2011 mit dem Gay Vil­la­ge Award für den belieb­te­sten hete­ro­se­xu­el­len Poli­ti­ker, 2013 mit dem Ame­ri­ka-Preis der Italy–USA Foun­da­ti­on; eine bemer­kens­wer­te Kar­rie­re mit bedeu­ten­dem Ein­fluß für die Ver­tre­te­rin einer Par­tei, die bei Wah­len immer nur Ergeb­nis­se zwi­schen 0,2 und 2,8 Pro­zent der Stim­men erziel­te, ein­zi­ge Aus­nah­me waren die Euro­pa­wah­len 1999 mit 8,5 Pro­zent; 1999, 2006 und 2013 kan­di­dier­te Boni­no erfolg­los für das Amt des ita­lie­ni­schen Staats­prä­si­den­ten)) hat er im Feld­ein­satz die Poli­tik und die Stra­te­gien ken­nen­ge­lernt, die von der gei­ßeln­den Maschi­ne­rie ver­folgt wird.

Der Autor schließt sein scho­nungs­los die Wahr­heit auf­zei­gen­des Buch mit dem Bekennt­nis, auf die Für­spra­che der Got­tes­mut­ter und Jung­frau Maria zu ver­trau­en, an die er sich als kämp­fe­ri­scher und from­mer Sohn wen­det. „Wenn man unse­ren katho­li­schen, got­tes­fürch­ti­gen Vor­fah­ren, die sich des Ern­stes des irdi­schen wie des über­na­tür­li­chen Lebens bewußt waren, die heu­ti­ge Welt in Aus­sicht gestellt hät­te, wären sie ent­setzt gewe­sen und hät­ten Chri­stus gebe­ten, die­se per­ver­se Gesell­schaft zu stra­fen, so wie Sodom und Gomor­rha bestraft wur­den“, so Cri­sti­na Siccardi.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Cor­ris­pon­de­za Romana

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7 Kommentare

  1. Der hl. Augu­sti­nus hat schon seinerzeit
    die schreck­li­chen Aus­wir­kun­gen einer wahr­heits­fer­nen see­len­tö­ten­den „Frei­heit“ angemahnt,
    deren Gif­te sich heu­te durch den Kult des Todes epi­de­mie­ar­tig ausbreiten.
    -

    „Wenn jeder Zaum
    ent­fernt wird, durch wel­chen die Men­schen auf den Pfa­den der Wahr­heit geführt werden,
    und dadurch ihre zum Bösen geneig­te Natur in die Tie­fe stürzt,
    sehen wir in den geöff­ne­ten Abgrund der Hölle“
    -

    Und Hw Robert Mäder schon im Jah­re 1921 über die moder­ne Demo­kra­tie — heu­te wis­sen wir, dass die­se gleich­be­deu­tend ist mit frei­gei­sti­ger See­len­ver­schmut­zung — als Wegbereiter
    des prak­ti­schen Atheismus:
    -
    „Die moder­ne Demo­kra­tie führt zum prak­ti­schen Atheismus.
    Wenn die Gewalt und das Recht im Volk ruht,
    so folgt, daß Gott in den öffent­li­chen Ange­le­gen­hei­ten der Natio­nen nichts zu sagen hat.
    Die Reli­gi­on hat kei­ne Rech­te auf die Regierung.
    Die Kir­che ist vogelfrei.
    Die Gebo­te Got­tes gel­ten höch­stens für die Sakristei
    und das Käm­mer­lein der pri­va­ten Frömmigkeit.
    Man geht viel­leicht nicht soweit, das Dasein Got­tes zu leugnen,
    aber Gott im Him­mel ist recht- und machtlos.
    Er ist Gott ohne Thron und Krone.
    Er ist eine lächer­li­che Figur,
    mit der man machen kann, was man will.
    Wir haben in der Poli­tik den prak­ti­schen Atheismus.
    Gott ist nichts,
    die Mas­se ist all­mäch­ti­ger, all­ge­gen­wär­ti­ger, all­wis­sen­der Gott!

    Die moder­ne Demo­kra­tie mit ihrem
    End­ziel, der Welt­re­pu­blik, die­sem Ide­al der gegen­wär­tig herr­schen­den inter­na­tio­na­len Freimaurerei,
    ist ein Werk des Got­tes­has­ses und des Antichristentums.
    Die immer harm­lo­sen Katho­li­ken ahnen das nicht.
    Desto schlim­mer für sie.
    Die Pro­phe­zei­ung von Dono­so Cor­tes in sei­nem Schrei­ben an Kar­di­nal Forn­ari wird in Erfül­lung gehen:

    Das gro­ße anti­christ­li­che Reich der letz­ten Zei­ten, das die Gehei­me Offen­ba­rung voraussagt,
    wird ein kolos­sa­les, dem­ago­gi­sches Welt­reich sein, regiert von einem Volks­mann von sata­ni­scher Größe.
    [.…]“
    -

    Und wei­ter über die gei­sti­ge chri­stus­lo­se Nacht:

    -
    “ Wir leben in einer Peri­ode gei­sti­ger Nacht, kal­ter chri­stus­lo­ser Nacht.

    Die­se Unwis­sen­heit ist ein Weltunglück.
    Denn es ist immer ein Vor­bo­te ern­ster Katastrophen,
    wenn die Füh­rer des Vol­kes der­art blind geworden,
    daß sie Tag und Nacht, Wahr und Falsch,
    Weg und Abgrund nicht mehr von ein­an­der zu unter­schei­den wissen.
    Aber schlim­mer noch als die Blind­heit, das Nicht­mehr­se­hen­kön­nen, ist das Nichtmehrsehenwollen,
    der Haß des Lichtes.

    In die­sem Sta­di­um befin­det sich zur Stun­de ein gro­ßer Teil des Menschengeschlechtes.
    Wel­chen Namen sie auch immer haben mag,
    Libe­ra­lis­mus, Neu­tra­li­tät, Kon­fes­si­ons­lo­sig­keit oder Laizismus,
    die Sün­de der moder­nen Welt ist,
    daß sie das Zei­chen des Menschensohnes
    nicht mehr am Him­mel sehen will.

    Jesus wird nicht mehr
    als öffent­li­che, ton­an­ge­ben­de, leben­spen­den­de Macht anerkannt.
    Er hat nach den gel­ten­den Verfassungen
    in den Parlamenten,
    in den Regie­rungs­kanz­lei­en, in den Gerichtsstuben,
    in den Schu­len, in den Werk­stät­ten offi­zi­ell nichts mehr zu sagen.…

    Wenn man weiß, wer
    Jesus ist, der Erschaf­fer, der Erhal­ter, der Erlöser,
    der Eigen­tü­mer der Erde,
    dann muß man die libe­ra­le Sünde,
    das grund­sätz­li­che sozia­le Nichtanerkennenwollen
    der gei­sti­gen Allein­herr­schaft Chri­sti über die Gesellschaft,
    als die schwer­ste Sün­de betrach­ten, die seit dem Kar­frei­tag began­gen wor­den ist.
    Es ist im Namen des Geset­zes und des Staa­tes began­ge­ner Gottesmord,
    wah­res Antichristentum.
    Mit Recht nann­te dar­um Kar­di­nal Mer­cier die
    offi­zi­el­le Apost­asie der Völ­ker das
    größ­te Ver­bre­chen unse­rer Zeit.

    Das ist in der Gegen­wart die Situa­ti­on für das Zei­chen des Menschensohnes.
    Man will nicht, daß es am Him­mel leuchte.
    Ganz wie einst in der Karwoche.
    Wir wol­len nicht, daß die­ser über uns herrsche!

    Aber es wird alles ein­mal anders werden.
    Die Welt bleibt nicht immer liberal.
    Die künst­li­chen Ster­ne irdi­scher Größe,
    die die Son­ne unse­res Herrn ver­dun­keln wol­len, wer­den vom Him­mel fallen.
    Dann wird das Zei­chen des Men­schen­soh­nes am Him­mel aufleuchten
    und sie wer­den den Men­schen­sohn kom­men sehen auf den Wol­ken des Himmels
    mit gro­ßer Macht und Herrlichkeit.
    [.…]“
    -

    • Ach, das ist doch über­spannt — bei aller berech­tig­ten Kri­tik am Modell der Volks­sou­ve­rä­ni­tät, soll man sich doch nicht ein­bil­den, dass die diver­sen Mon­ar­chien nicht genau­so wenig Jesus in den Mit­tel­punkt stel­len woll­ten. Ich den­ke an die erbit­ter­te Kon­kur­renz zwi­schen mit­tel­al­ter­li­chen Königen/Kaisern und Päp­sten, das ja ins­ge­heim so weit ging, dass der König sich selbst for­mel­le prie­ster­li­che Kom­pe­ten­zen anmaß­te. Und ich den­ke an das berühm­te „L’e­tat c’est moi“ Lud­wigs des XIV. — an sei­nem Hof in Ver­sailles hat­te Jesus kei­nen Platz!

      Mäder und mit ihm eini­ge ande­re, die ein­fach zu kurz den­ken, erkann­ten nie­mals, dass im König­tum der Sta­chel des Glau­bens­ab­falls eben­so steckt wie in der Volks­sou­ve­rä­ni­tät. Ein Volk, das fromm ist, kann auch demo­kra­tisch eini­ger­ma­ßen gut leben, eben­so wie ein Volk, das einen guten, got­tes­früch­ti­gen Mon­ar­chen hat.

      Aber wir ken­nen über­all den Exzess, und Gott ant­wor­tet auf den Wunsch nach einem Mon­ar­chen im AT mit dem Satz „Mich haben sie ver­wor­fen“. Das jun­ge Chri­sten­tum war jah­hun­der­te­lang mit per­ver­sen Mon­ar­chen kon­fron­tiert, die sich selbst zu Göt­tern erho­ben haben.

      Und vor­erst war es nicht die par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie, die die anti­christ­li­chen Vor­läu­fer­ge­stal­ten her­vor­brach­te, son­dern durch­weg anti­de­mo­kra­ti­sche Regime: die Kom­mu­ni­sten und die Faschi­sten ver­schie­de­ner Couleur.
      Und es ist auch logisch war­um: die par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie wird, so lan­ge sie gilt, kei­ne Füh­rer­ge­stalt hervorbringen.
      In Russ­land bedurf­te es der Revo­lu­ti­on, in Deutsch­land des Ermäch­ti­gungs­ge­set­zes, wie­der ander­so des Putsches.

  2. Die Men­schen von Sodom und Gomor­rha waren je indi­vi­du­ell lie­der­lich und verkommen.
    Heu­te jedoch wird die­se Ver­kom­men­heit durch bestimm­te Insti­tu­tio­nen sogar noch gefor­dert und welt­weit gefördert.
    Dies hat noch ein­mal eine ganz ande­re Dimension. 

    Doch im Kom­men­tar zum heu­ti­gen Evan­ge­li­um vom Unkraut im Wei­zen (Mt 13, 24–30) sagt der hl. Johan­nes Chrysostomos:
    „Ja, es gilt, das Leben der Häre­ti­ker zu schonen, …
    War­tet den rich­ti­gen Augen­blick ab… Habt Geduld, denn viel­leicht kom­men sie aus der Fin­ster­nis ihres Irr­tums und aus dem Unkraut wird rein­ster Wei­zen… Wenn ihr es also jetzt aus­reißt, scha­det ihr der kom­men­den Ern­te. Ihr reißt die aus, die sich ändern und bes­sern können.“ 

    “ … , die sich ändern und und bes­sern können.“
    Die­se ‑wenn auch viel­leicht nur klei­ne- Hoff­nung auf Ver­än­de­rung der Welt, die uns erfüllt.
    Ver­än­de­rung, die auch wir so nötig haben.

  3. „In den 70er Jah­ren begann man von einer Wer­te­kri­se zu spre­chen, von der Erset­zung des Seins durch das Haben, vom Genera­tio­nen­kon­flikt zwi­schen Kin­dern und Eltern.“
    Ja das stimmt. Der gro­ße Kra­wall gegen Chri­stus fing nach dem Kon­zil an und er war extrem sexi­stisch. Ach was solls, ich lese mir noch­mal die Eröff­nungs­re­de von Ron­cal­li durch und dann kann ich ruhig schla­fen. Iro­nie aus. Wer­te­kri­se? Wer­te­wan­del? Gut das die abge­säg­ten Kom­mu­ni­onbän­ke unse­rer Vor­fah­ren das Elend nicht mehr sehen brauchen.
    Per Mari­am ad Christum.

  4. Vor 100- 150 Jah­ren waren die euro­päi­schen Staa­ten und Völ­ker noch welt­be­herr­schend mit ihrer Zivi­li­sa­ti­on. Heu­te sind sie schon eigent­lich Ent­wick­lungs­län­der. Die „Euro­päi­sche Uni­on“ ist geball­te Deka­denz, wenn so ein(e) Con­chi­ta Wurst (oder wie sich der Typ nennt) aus Öster­reich so einen Song-Wett­be­werb gewin­nen kann. Wenn man sieht wie vie­le täto­wiert sind und anders mehr, dann muß einen tat­säch­lich um Euro­pa Angst und Ban­ge sein.

    In der inter­na­tio­na­len Poli­tik zeich­nen sich inzwi­schen ande­re Mög­lich­kei­ten ab wie etwa die sog. Brics-Staa­ten. Euro­pa spielt poli­tisch und zivi­li­sa­to­risch wie reli­gi­ös kei­ne Rol­le mehr. Umso unver­ständ­li­cher, daß so vie­le aus Afri­ka oder Asi­en etc. mei­nen, in Euro­pa ihr Glück machen zu kön­nen. Sie sind oft Flücht­lin­ge und ren­nen aus purer Not um ihr Leben wie die Chri­sten aus Irak oder Syri­en. Aber was treibt die vie­len Mos­lems aus Afri­ka hierher?

    Die vie­len Toten etwa bei der Über­fahrt von Tune­si­en oder Liby­en nach Mal­ta und Süd­ita­li­en, beson­ders nach Lam­pe­du­sa, müß­ten teil­wei­se nicht sein, wenn man die Men­schen über Euro­pa auf­klä­ren wür­de. Denn sie kom­men nur vom Regen in die Traufe.

    Papst Fran­zis­kus, so leid es mir tut, trägt seit letz­tem Jahr mög­li­cher­wei­se eine gewis­se Ver­ant­wor­tung dar­an, daß so vie­le im Mit­tel­meer buch­stäb­lich unter­ge­hen. Er lockt die Men­schen ja bekannt­lich an und unter­stellt den auf­neh­men­den Gast­völ­kern noch bösen Wil­len dazu. Prak­tisch jede Woche ertrin­ken ja Dut­zen­de und Hun­der­te. Und falls sie es nach Lam­pe­du­sa geschafft haben, wer­den sie in die­sem per­ver­sen Euro­pa gei­stig und mora­lisch vor die Hun­de gehen.
    Das alles möch­te ich nicht als Kri­tik am Papst ver­stan­den wis­sen, aber man muß ja noch den­ken dür­fen und Fak­ten auf den Tisch legen.

    • Naja alle Kul­tu­ren ken­nen die Idee von „der Stadt aus Gold bzw Kri­stall mit der Fäul­nis im Her­zen“ und das ist Euro­pa aktuell.
      Kämen nicht immer wie­der Leu­te aus ande­ren Län­dern, die eben die­se Stadt anbe­ten, so wäre die Fäul­nis nicht mehr zu leugnen.
      Papst Fran­zis­kus meint es sicher­lich gut, aber er ver­steht nicht das Pro­blem, das dahin­ter steckt.
      Manch­mal den­ke ich die halb­zer­stör­te Stadt aus dem 3. Geheim­nis von Fati­ma, durch wel­che die Kir­che geht, meint genau das, obwohl ich sonst mit Fati­ma sonst so mei­ne Schwie­rig­kei­ten habe.

  5. Der Papst meint es sicher gut @ein besorg­ter Christ. Er kann ja nach Lam­pe­du­sa fah­ren, wie getan, und sich dafür auch das Lob der anti-kirch­li­chen Medi­en ein­heim­sen. Pro­ble­ma­ti­scher­wei­se hat­te er aber die Auf­nah­me­län­der in ein teil­wei­se nega­ti­ves Licht gerückt. Es dreht sich nicht um Ein­zel­per­so­nen, die zu uns kom­men, son­dern um eine sorg­fäl­tig von Menschenhändlern/Halsabschneidern geplan­te und ins Werk gesetz­te Mas­sen­zu­wan­de­rung, eine Mas­sen­in­va­si­on, ohne daß die betrof­fe­nen Auf­nah­me­völ­ker dazu ein Wort mit­re­den könn­ten. Einer wie Theo Sar­ra­zin, der nicht alles rich­tig, aber auch nicht alles falsch sag­te, wird ja von „ganz oben“ (Kanz­le­rin Mer­kel) mund­tot gemacht und glei­cher­wei­se von den papst­lo­ben­den Medien. 

    Was mich gewun­dert hat­te, war, daß der Papst eben die­se Hals­ab­schnei­der, die die Men­schen in see­un­tüch­ti­ge Boo­te wie Skla­ven stecken und zuvor deren gan­zes Eigen­tum an sich rei­ßen, nicht ver­ur­teilt hat und auf­ge­ru­fen hat, ihr schmut­zi­ges „Hand­werk“ aufzugeben. 

    Papst Bene­dikt äußer­te sich auch zu die­ser gan­zen The­ma­tik, aber ver­nünf­tig. Er hat­te die Euro­pä­er nicht beschimpft, son­dern deut­lich gemacht, daß jedes Land das Recht habe, auf­zu­neh­men wen und wie­vie­le es will.

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