Die deutschen Bischöfe basteln sich weltlich orientierte Gemeinden

berlinDer Tel­tower Pfar­rer Micha­el Theu­erl beschreibt den Unter­gang der katho­li­sche Kir­che in Deutsch­land, exem­pla­risch für das Erz­bis­tum Ber­lin. Weg vom Katho­li­schen hin zu einem poli­ti­schen, welt­li­chen Modell. In einem Brand­brief mahnt er zur Rück­kehr zum katho­li­schen Kir­chen­bild. Katho­li­sches doku­men­tiert das Schrei­ben, ungekürzt.

Der Pfar­rer Micha­el Theu­erl aus Tel­tow bei Ber­lin hat Anfang Juni an Kar­di­nal Woel­ki einen Brief zur aktu­el­len Ent­wick­lung des Erz­bis­tums Ber­lin geschrie­ben, die bei­spiel­haft für vie­le Bis­tü­mer in Deutsch­land steht. Vie­le Aktio­nen und Ver­laut­ba­run­gen im Rah­men des Pro­zes­ses „Wo Glau­ben Raum gewinnt“ grün­de­ten auf einem fal­schen – poli­ti­schen, welt­li­chen – Bild von Kirche.

Das Schrei­ben, das bereits über pri­va­te Kanä­le in den Krei­sen der katho­li­schen Kir­che zir­ku­liert, ver­öf­fent­licht Katho­li­sches jetzt unge­kürzt da es seit eini­gen Tagen bereits auf ande­ren Foren und Blogs ver­öf­fent­licht wur­de. Die Zwi­schen­über­schrif­ten wur­den durch die Redak­ti­on ergänzt. Pfar­rer Theu­erl lei­tet die Pfar­rei Sanc­tis­si­ma Eucha­ri­stia in Teltow.

Der Priester dürfe in Zukunft zwar immer das erste Wort haben, aber niemals das letzte.

Im letz­ten Jahr erleb­te der Lei­ter des Päpst­li­chen Wer­kes für geist­li­che Beru­fe, Dia­kon Tho­mas Marin, eine Über­ra­schung. Als er in sein Büro im Ordi­na­ri­at kam, waren alle Sachen vor die Tür gestellt, stand ein neu­es Schild an der Tür: Gemein­de­be­glei­tung. Das Neue ver­drängt das Alte!

Der BDKJ ver­gibt jähr­lich einen Demo­kra­tie­för­der­preis für erfolg­rei­che Demo­kra­tie­be­mü­hun­gen in der Kir­che. Das zu för­dern­de Neue soll das Alte verdrängen!

Ein deut­scher Jesu­it hat den Weg zu einer neu­en Kir­che auf die For­mel gebracht: Von der Pyra­mi­de zum Run­den Tisch (mit Pyra­mi­de meint er, daß etwas von oben nach unten wei­ter­ge­ge­ben wird; beim Run­den Tisch gibt es kein oben und unten). Der Prie­ster dür­fe in Zukunft zwar immer das erste Wort haben, aber nie­mals das letz­te. In der neu­en „koope­ra­ti­ven Pasto­ral“ einer geschwi­ster­li­chen Kir­che sei­en alle Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­ger. Der Run­de Tisch – ein poli­ti­sches, welt­li­ches Modell – soll an die Stel­le der katho­li­schen Kir­che tre­ten. Auf allen Ebe­nen der Kir­che lau­fen Bemü­hun­gen, die­ses neue Kir­chen­mo­dell durchzusetzen.

Kein Hirtenamt – keine Kirche

Man kann es als die Grund­hä­re­sie der west­li­chen Kir­che bezeich­nen: die theo­re­ti­sche und fak­ti­sche Abschaf­fung des Hir­ten­am­tes, des Apo­sto­li­schen Amtes und der sakra­men­tal-hier­ar­chi­schen Grund­struk­tur, die zum Wesen der gött­li­chen Stif­tung Kir­che gehört und ohne die man nicht mehr von Katho­li­scher Kir­che spre­chen kann.

Genau­so wie wir argu­men­tie­ren, daß mit der Auf­wer­tung der „Homo-Ehe“ die Ehe und Fami­lie rela­ti­viert und letzt­lich zer­stört wird, muß man sagen, daß mit der angeb­li­chen Auf­wer­tung der Lai­en das Apo­sto­li­sche Amt rela­ti­viert und die Orts­kir­che zu Grun­de gerich­tet wird. Man kann nicht etwas zuge­ste­hen, was dem ande­ren objek­tiv nicht gege­ben ist. Ein alter Spruch sagt: ein Pferd bleibt immer ein Pferd, und wenn man es noch so oft in eine Gara­ge schiebt.

Die Methode des Teufels lautet: einbinden und dadurch unwirksam machen!

Nach dem Krieg mach­te man in der DDR eine Ein­heits­wahl­li­ste mit allen Par­tei­en, „Natio­na­le Front“, weil angeb­lich die Pro­ble­me sehr groß waren und man nur ein­heit­lich etwas bewe­gen kann – Ende der Demokratie!

In der Bischofs­kon­fe­renz sag­te man Erz­bi­schof Dyba, er sol­le mit dem Mahn­läu­ten am Tag der Unschul­di­gen Kin­der auf­hö­ren – das Anlie­gen sei so wich­tig, daß man eine gan­ze „Woche für das Leben“ machen müs­se, deutsch­land­weit und sogar öku­me­nisch (obwohl man sich doch dar­über klar sein muß­te, daß beim The­ma Lebens­schutz bei der evan­ge­li­schen Kir­che nichts zu holen ist) – jetzt erlebt man fast einen Total­aus­fall bei die­sem wich­ti­gen The­ma Abtrei­bung, wo es um Leben und Tod von Tau­sen­den geht.

Letzt­lich wird die Ein­bin­dung des Prie­sters in eine sog. Pasto­ral des Run­den Tisches zum Ende des Prie­ster­tums füh­ren, denn wel­cher Prie­ster oder Prie­ster­kan­di­dat möch­te sich stän­dig her­um­är­gern mit Leu­ten, die auch jetzt schon ihre „Infor­ma­tio­nen“ und „Ideen“ aus Inter­net­fo­ren (auch kir­chen­feind­li­chen) bezie­hen und ein­brin­gen wer­den; man den­ke nur an „Kin­der­kir­che“, Lit­ur­gie­krei­se, Kampf um die Durch­set­zung des Dia­ko­nats der Frau …

Es macht kei­nen Sinn, schon beim Stand 2014, wo vie­le sich nicht mehr einig dar­über sind, was katho­li­scher Glau­be ist, sol­che Run­den Tische zu orga­ni­sie­ren, wo offen­sicht­lich zuse­hends die gemein­sa­me Basis schwin­det und man nicht bereit ist, sich am Kate­chis­mus und an der Leh­re der Kir­che zu orientieren.

Man mag noch so oft beto­nen, das Hir­ten­amt wer­de nicht beschä­digt – das Gegen­teil ist der Fall bei der „Pasto­ral des Run­den Tisches“. Denn schon rein mensch­lich wird der Pfar­rer auf Dau­er sich nicht gegen die Leu­te am Tisch stel­len wol­len. Besten­falls wird er die Rol­le als Mode­ra­tor ein­neh­men. Das ist aber nicht das Hir­ten­amt. De fac­to liegt eine Amts­be­hin­de­rung des Pfar­rers durch selbst­ge­schaf­fe­ne Struk­tu­ren vor, die dem Kir­chen­recht wider­spre­chen. Jeder, der ein biss­chen Ahnung von den jet­zi­gen Pro­ble­men beim Per­so­nal in den Pfar­rei­en hat, weiß, daß der beab­sich­tig­te Plan rein psy­cho­lo­gisch nie­mals funk­tio­nie­ren wird und dar­über hin­aus dem Wesen der Kir­che widerspricht.

Das Resul­tat wird kein ande­res sein als Streit, Sich Zurück­zie­hen, Dienst nach Vor­schrift, Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit oder Burn out und gänz­li­ches Weg­ge­hen. Man kann nicht in pro­te­stan­ti­schen (?) Struk­tu­ren katho­lisch blei­ben, selbst dann nicht, wenn die Leu­te alle ganz nett sind.

Welches Recht gibt es heute, in das Wesen der Kirche einzugreifen?

War­um kann man nicht dem Bei­spiel Bern­hard Lich­ten­bergs fol­gen, der in Char­lot­ten­burg eine Pfar­rei mit 36.000 Katho­li­ken lei­te­te? Er hat­te sei­ne Kaplä­ne, die er anlei­te­te, Anwei­sun­gen gab; und die­se wie­der­um hat­ten vor Ort ihre Hel­fer – unend­lich viel mehr Beich­ten, Kom­mu­nio­nen, Kran­ken­sal­bun­gen, Mes­sen … als irgend­wo heu­te im Erz­bis­tum Ber­lin. Wel­ches Recht gibt es heu­te, in das Wesen der Kir­che ein­zu­grei­fen? Die pasto­ra­len, gro­ßen seel­sorg­li­chen Anfor­de­run­gen der Zukunft kön­nen wohl nicht der Grund sein.

Man muß nicht neue Struk­tu­ren (Pasto­ra­ler Raum) oder neue Titel (Pfarr­vi­kar, der nicht mit dem gleich­na­mi­gen Titel im CIC iden­tisch ist!) erfin­den – Eigen­schöp­fun­gen, theo­lo­gisch und kir­chen­recht­lich nicht vor­ge­se­hen – , son­dern man kann ganz nor­mal alle katho­li­schen Struk­tu­ren und Titel ver­wen­den, z. B. auch für das Gebiet eines Deka­na­tes: Es gibt einen Pfar­rer, meh­re­re Kaplä­ne, die sich wie­der Hel­fer suchen, sie vor Ort schicken und Anwei­sun­gen geben (dazu braucht man kei­ne Pasto­ral­re­fe­ren­ten, die sich im Ves­per­man­tel auf den Prie­ster­sitz set­zen und sich freu­en, einen Got­tes­dienst „selb­stän­dig“ zu lei­ten – nein da betet man Rosen­kranz, Lau­des, Ves­per, oder eine Andacht aus dem Got­tes­lob, um den fal­schen Ein­druck zu ver­mei­den, Got­tes­dienst sei Got­tes­dienst). In den Zei­ten der Ver­fol­gung in Ruß­land haben sich gläu­bi­ge Lai­en beim Vor­be­ten, Beer­di­gen, Tau­fen … immer als Pro­vi­so­ri­um, als Platz­hal­ter für den Prie­ster ver­stan­den. Daß das hier heu­te auch so ist, kann man bezwei­feln. Auch eine Pfar­rei mit über 36.000 Katho­li­ken kann man auf katho­li­sche Wei­se leiten.

Man ist ver­wun­dert, daß kla­re theo­lo­gi­sche Vor­ga­ben igno­riert wer­den. Die Pasto­ral machen immer die „Pasto­res“ (Apo­sto­li­sches Amt – Prie­ster­tum – Lei­tungs­amt gehö­ren zusam­men); Lai­en (auch mit hoher Aus­bil­dung) sind immer Hel­fer in der Seel­sor­ge. Als vor vie­len Jah­ren die Seel­sor­ge­hel­fe­rin­nen (so die rich­ti­ge theo­lo­gi­sche Bezeich­nung) sich in Gemein­de­re­fe­ren­ten umbe­nann­ten, hat offen­sicht­lich nie­mand den tie­fe­ren Hin­ter­grund und Bewußt­seins­wan­del bemerkt: nicht mehr Hel­fer sein wol­len (- non ser­vi­am!)! Aber wenn man sei­ne theo­lo­gi­sche Posi­ti­on nicht rich­tig erfaßt oder gar ablehnt, dann ist die Aus­ein­an­der­set­zung vor­pro­gram­miert. Leu­te, die nicht die­nen wol­len und etwas ande­res im Sinn haben, kön­nen wir in der Kir­che nicht brau­chen, weder bei Prie­stern noch bei Hel­fern in der Seel­sor­ge. Sie sind eine Kari­ka­tur, wie Papst Fran­zis­kus sagt.

Eben­so ist es ein fata­ler Feh­ler, wenn Bischö­fe man­cher­orts eine Frau mit der Lei­tung des Seel­sor­ge­am­tes beauf­tra­gen. Man lei­stet damit der fal­schen Auf­fas­sung Vor­schub, dass eine Seel­sor­ge offen­sicht­lich auch ohne Sakra­men­te funk­tio­nie­ren kann – eine Miß­ach­tung des inkar­na­to­ri­schen Prinzips!

Ganz klar muß man die Theo­lo­gie, das rich­ti­ge (nicht gefühl­te!) Kon­zil und auch die Inst­ruc­tio von 1997 (zu eini­gen Fra­gen der Mit­ar­beit der Lai­en am Dienst der Prie­ster) beach­ten. Je mehr man sich wei­gert, theo­lo­gi­sche Grund­sät­ze zu akzep­tie­ren, umso mehr Ver­wir­rung und fal­sche Ambi­tio­nen grei­fen um sich, die dann einem Selbst­lauf unter­lie­gen. Bei allen theo­lo­gi­schen Fra­gen muß man zuerst die Dog­ma­tik beden­ken (was ist Sache) und dann erst die Pasto­ral­theo­lo­gie (was kann man damit machen); nicht die Fra­ge: Wie bekom­men wir alle unter einen Hut, son­dern zuerst die Fra­ge: Wo liegt der Hut.

Deutsche Bischöfe ignorieren das Kirchenrecht

Immer mehr Lai­en wer­den im Ordi­na­ri­at Ber­lin ein­ge­stellt; wie jemand aus dem EBO sag­te, allein im letz­ten Jahr 30 Leu­te – vie­le im „ideo­lo­gi­schen“ Bereich (hoch­be­zahlt und nicht wie­der zu ent­las­sen). Selbst bei rei­nen Prie­ster­tref­fen (Dies sanc­ti­fi­ca­tio­nis) kön­nen Prie­ster nicht mehr unter sich sein (kürz­lich am 14. Mai waren fünf Lai­en den gan­zen Tag anwe­send – was kostet wohl eine Stun­de Arbeits­zeit?). Offen­sicht­lich sol­len Lai­en das Gan­ze „durch­mi­schen“, zu einem Bewußt­seins­wan­del füh­ren („wir sind Kir­che“), sind gewis­se Umer­zie­hungs­maß­nah­men geplant, wohl auch „Gehirn­wä­sche“, weil man ein fal­sches Kir­chen­bild pene­trant wiederholt.

Vie­le Prie­ster sind jetzt schon in ihrem Hir­ten­amt ein­ge­schränkt, degra­diert zu Ange­stell­ten des Pfarr­ge­mein­de­ra­tes, von Lit­ur­gie­aus­schüs­sen, öku­me­ni­schen Arbeits­krei­sen … Trotz mehr­fa­cher Auf­for­de­run­gen an die Bischö­fe, die Sat­zun­gen in Über­ein­stim­mung mit dem Kir­chen­recht zu brin­gen, nach dem der Pfar­rer einen Pasto­ral­rat zu lei­ten hat, bleibt man stur mit dem Hin­weis auf deut­sches Son­der­recht, nach dem der Pfarr­ge­mein­de­rat das Lai­en­apo­sto­lat zu koor­di­nie­ren hat. Liest man aber in den Pro­to­kol­len, dann merkt man, daß fast über­haupt nichts von Lai­en­apo­sto­lat vor­kommt … Manch­mal ist das Ver­hält­nis sehr gespannt, und Pfarr­ge­mein­de­rä­te set­zen dem Pfar­rer sehr zu (manch­mal hat der Pfar­rer de fac­to die Lei­tung der Pfar­rei abge­ge­ben, um sei­ne Ner­ven zu scho­nen). Aber selbst wenn das Ver­hält­nis nicht son­der­lich bela­stet ist, muß man sagen, daß man nie­mals auf Dau­er fal­sche Struk­tu­ren mit guten Leu­ten ret­ten kann.

Der gewal­ti­ge „Umge­stal­tungs­pro­zess“ der über Jah­re insze­niert wird, steht in gar kei­nem Ver­hält­nis zu der klei­nen Dia­spora­kir­che in Ber­lin, geschwei­ge denn zur Glau­bens­sub­stanz. Man wir­belt viel Staub auf, macht alles wich­tig und kom­pli­ziert, stellt vie­le Leu­te ein – am Ende soll eine ande­re Kir­che ste­hen: Das Modell vom Run­den Tisch.

Es muß ja nicht immer Messe sein am Sonntag!?

Schon allen im Bis­tum zu sug­ge­rie­ren, sie könn­ten mit­re­den, wirft das Pro­blem auf, wer sind alle? Die jeden Sonn­tag zur Mes­se kom­men? Oder Weih­nach­ten und Ostern? Oder die auch noch zur Beich­te gehen? Auch die, die sagen, es müß­te ja nicht immer Mes­se sein am Sonn­tag? Gibt es da eine Wer­tig­keit? Und wer wird die Fru­strier­ten besänf­ti­gen, die man auf den Plan geru­fen hat? Und was soll­te das für einen Sinn haben, daß jede Gemein­de sich ihr Pro­fil über­legt, und dann, mit wem sie sich zusam­men­schlie­ßen und ergän­zen könn­te? Abge­se­hen davon, daß Gemein­de mehr ein evan­ge­li­scher Begriff ist (wir spre­chen immer von Kir­che), macht es über­haupt kei­nen Sinn, sich auf­zu­zäh­len, daß man etwa einen guten Kir­chen­chor hat oder gute Kin­der­ar­beit oder gute öku­me­ni­sche Kon­tak­te, weil das erstens über­haupt nicht zum Wesen der Kir­che gehört und zwei­tens sich schnell ändern kann. Wenn man heu­te eine gute Jugend­grup­pe hat, dann müß­te man aus Erfah­rung wis­sen, daß im Jahr 2020 kein ein­zi­ger von die­sen Leu­ten mehr in der Jugend­grup­pe sein wird – es sei denn als „Berufs­ju­gend­li­cher“. Es macht kei­nen Sinn, auf Ver­gäng­li­ches und Unwe­sent­li­ches zu set­zen. Die Kir­che lebt aus der Eucha­ri­stie und den Sakra­men­ten und ist nicht Menschenwerk.

Ich kann mir auch nicht vor­stel­len, daß wenn ein Prie­ster zum Got­tes­dienst kommt, sich dort nie­mand fin­den könn­te, der für die Alten anschlie­ßend einen Kaf­fee kocht und einen klei­nen Glau­bens­ge­sprächs­kreis mit dem Pfar­rer vor­be­rei­tet. Eben­so bei Jugend­be­geg­nun­gen und Kate­che­sen für inter­es­sier­te Erwach­se­ne. Das alles wird sich in beschei­de­nem Rah­men abspie­len. Offen­sicht­lich wer­den auch in Zukunft nicht mehr als 10 % der Got­tes­dienst­be­su­cher eine zusätz­li­che kirch­li­che Ver­an­stal­tung besu­chen. Wir spre­chen also nicht von zig­tau­sen­den, für die wir neue Leu­te ein­stel­len müß­ten. Schon von die­sen Zah­len her und der zen­tra­len Bedeu­tung der Hl. Mes­se wird man den Schwer­punkt nicht auf die 10 % zusätz­li­chen pasto­ra­len Akti­vi­tä­ten set­zen dür­fen, son­dern auf das Wesent­li­che: die wür­di­ge Fei­er der Hl. Messe.

Christus baut die Kirche

Die Kir­che wird von Chri­stus (nicht durch mensch­li­ches Enga­ge­ment) auf­ge­baut durch die Eucha­ri­stie: Der eucha­ri­sti­sche Leib baut den mysti­schen Leib – die Kir­che – auf. Der Mensch ist vor Gott ein Emp­fan­gen­der; Der Glau­be kommt vom Hören, nicht vom Machen. Je tie­fer ein Mensch mit Chri­stus ver­bun­den lebt, umso mehr drängt es ihn, auf die Lie­be des Herrn zu antworten.

Das Tun des Men­schen ist immer Ant­wort, Reak­ti­on – und etwas ande­res als das Enga­ge­ment in einem Ver­ein, wo man etwas bewe­gen will. In dem einen Fall ist der Mensch Urhe­ber des Tuns, in dem ande­ren Fall ist Chri­stus der Urhe­ber – das ist ein Unter­schied. Das scheint in der Pasto­ral nicht immer ganz klar zu sein.

In den letz­ten Jah­ren sind wir sicher gefühl­te 100 Mal in ver­schie­de­ne Rich­tun­gen auf­ge­bro­chen. Die per­ma­nen­te Rede vom Auf­bruch zeugt von Rea­li­täts­ver­lust (es gibt aufs Gan­ze gese­hen kei­nen Zuwachs an Got­tes­dienst­be­su­chern, Beich­ten, Trau­un­gen, Tau­fen …). Rea­li­täts­ver­lust auch im geist­li­chen Sinn, weil man meint, man könn­te Auf­brü­che machen. Gott ist uns immer nahe (nicht nur wenn wir Erfolgs­mel­dun­gen ver­brei­ten); wir müs­sen uns nur bemü­hen, am Wein­stock zu blei­ben – ER ent­schei­det, wel­che Früch­te ER wann wach­sen lässt.

Die­se Früch­te vom Wein­stock Chri­stus kön­nen aber nur geschenkt wer­den in der Ver­bun­den­heit mit IHM in Sei­nem Leib, der sakra­men­tal-hier­ar­chisch ver­fass­ten Kir­che – nicht an einem selbst­ge­zim­mer­ten Run­den Tisch mit phan­ta­sti­schen Kir­chen­träu­men eines Tisch­lein deck dich.

Pfar­rer Micha­el Theuerl
Tel­tow, 29. Mai 2014

Nachtrag

Die erwähl­ten „Groß­raum­pfar­rer“ wer­den noch in die­sem Jahr zur „Schu­lung“ auf die Phil­ip­pi­nen geschickt (kein Witz!). Dort sol­len ihnen unse­re Lai­en aus dem EBO zei­gen, wo es lang geht. Skan­da­lös nicht nur wegen der zig­tau­sen­den Euros (vor kur­zem haben vie­le ein­fa­che Gläu­bi­ge mit ihren Gro­schen dem hoch­ver­schul­de­ten Erz­bis­tum gehol­fen), son­dern auch weil es sich um einen ganz ande­ren Kul­tur­kreis mit eige­ner Geschich­te han­delt; am mei­sten aber, weil es sich um eine ideo­lo­gi­sche Schu­lung han­delt (die Schu­lung der Hir­ten erfolgt aus­schließ­lich durch Lai­en, da ist in der Ein­la­dung die Rede von einer par­ti­zi­pa­ti­ven Kir­che; am Sonn­tag – steht auf dem Pro­gramm – fei­ert man den Got­tes­dienst mit einer Gemein­de als Wort­got­tes­dienst, von einem Lai­en geleitet …).

Viel­leicht macht der gro­ße Seel­sor­ger Bern­hard Lich­ten­berg ein Wun­der (und damit sei­ne Heiligsprechung).

„Die Taten eines Men­schen sind die Kon­se­quen­zen aus sei­nen Grund­sät­zen; sind die Grund­sät­ze falsch, dann wer­den die Taten nicht rich­tig sein“, so der seli­ge Bern­hard Lich­ten­berg. Und ein ande­rer Grund­satz von ihm: die Din­ge klar und furcht­los benen­nen und danach handeln.

Beten wir um den Geist der Weis­heit und der Ein­sicht, des Rates, der Erkennt­nis und der Stär­ke, der Wis­sen­schaft und der Frömmigkeit!

Im Gebet verbunden

Pfar­rer Micha­el Theuerl
3. Juni 2014

24 Kommentare

  1. Lei­der, lei­der haben Ver­ei­ni­gun­gen wie „Wir zer­stö­ren Kir­che“ im deutsch­spra­chi­gen Raum viel Ein­fluß. In den tra­di­tio­nel­len Gemein­schaf­ten gibt es kei­ne „Gemein­de­rä­te“ o. ä., und trotz­dem funk­tio­nie­ren dort Orga­ni­sa­ti­on, Seel­sor­ge usw. Dort ist voll­kom­men klar, daß die Lai­en sich der Geist­lich­keit in Din­gen des Glau­bens unter­zu­ord­nen haben. Da die tra­di­tio­nel­len Gemein­schaf­ten für gewöhn­lich dog­ma­tisch kor­rekt arbei­ten, ist das auch gar kein Problem.

  2. Dan­ke Pfr. Theu­erl! Für Ihre muti­gen Wor­te. Kom­me gebür­tig aus der Nach­bar­diö­ze­se Gör­litz, auch aus der tief­sten Diaspora.

    Was lehrt uns die­se Ein­sicht? Wenn man die­se Din­ge erkennt, muss man um des Glau­bens Wil­len, aus Lie­be zum Herrn, Wider­stand lei­sten. An die­ser neu­en Kir­che dür­fen wir nicht mit­bau­en. Es kann sein, dass man uns schmäht, ja hin­aus­wirft, wie die ersten Chri­sten aus den jüdi­schen Gemeinden.

    trotz­dem müs­sen wir Gott mehr gehor­chen, als den Men­schen und sei­en sie Bischof oder gar Papst!

    Per Mari­am ad Jesum

    • Wür­de man die heu­ti­ge Zeit auf die des NT über­tra­gen, hät­ten die Jün­ger Jesu nach Chri­sti Him­mel­fahrt sagen kön­nen, sie stim­men demo­kra­tisch dar­über ab, was die zwölf Apo­steln nun zu tun haben. Aus gutem Grun­de liest man so etwas nicht im NT. Die Jün­ger Jesu haben schlicht aner­kannt, daß die Apo­steln unmit­tel­bar die hei­lig­ma­chen­de Gna­de emp­fan­gen haben.

  3. Das Gere­de von „Auf­bruch“ / „neue Kir­che“ soll die Absicht des Modernismus
    andeu­ten, die hier­ar­chisch-mon­ar­chi­schen Kirchenstruktur
    zu einer „Volks­kir­che“ , einer „Lai­en­kir­che“ zu degradieren.
    Mit dem­entspre­chen­den „Unter­hal­tungs- und Erleb­nis­spek­ta­keln“ rund um den
    sog. „Volks­al­tar“.

    Kurz nach der letzt­jäh­ri­gen Wahl von Papst Franziskus
    hat
    Hei­ner Geissler
    — ein angebl. „röm. Katholik“ -
    die Gunst der Stun­de genutzt, um für seine
    — von „allen guten Gei­stern verlassene“ -
    Sicht einer „neu­en Kir­che“ zu werben.

    Wenn ein für die röm. kath. Iden­ti­tät gefährlicher,
    häre­ti­scher Zeit­geist-Katho­lik von „Refor­men“ fan­ta­siert, dann hört es sich so an:

    -

    „Der Vati­kan braucht ein moder­ne Tempelreinigung.
    Das gilt nicht nur für die Beset­zung der Ämter,
    er muss auch den Dog­men­tem­pel mit Jungfrauengeburt,
    Unfehl­bar­keit und Mari­as Him­mel­fahrt ausräumen.
    Die Kir­che muss sich wie­der den Men­schen zuwenden,
    eine Volks­kir­che wer­den, von unten nach oben.“

    -

    Die gröss­te Gefahr für den Ver­lust der sakra­len Inden­ti­tät der Hei­li­gen Mut­ter Kir­che ist der aktu­ell vor­an­ge­trie­be­ne erneu­te „Aufbruch“-Versuch deren
    „Ent­prie­ster­li­chung“
    hin zu einer „Lai­en­kir­che“.….
    einer
    — nie­mals existierenden -
    „neu­en Kir­che“ eben.
    Dies zu errei­chen, bedürf­te es zunächst nebst zöli­ba­tär leben­der Priester
    auch „ver­hei­ra­te­ter Priester“.…
    unab­läs­sig wird denn auch davon gesprochen !
    der „Lai­en­sturm“ hat den („Volksaltar“)-Altarraum ohne­hin bereits meist „erobert“

  4. Ich schrieb es ja schon an ande­rer Stel­le, die Kir­che befin­det sich heu­te in der Situa­ti­on des Petrus.

    Mt 26,30 Nach dem Lob­ge­sang gin­gen sie zum Ölberg hinaus.
    Mt 26,31 Da sag­te Jesus zu ihnen: Ihr alle wer­det in die­ser Nacht an mir Anstoß neh­men und zu Fall kom­men; denn in der Schrift steht: Ich wer­de den Hir­ten erschla­gen, dann wer­den sich die Scha­fe der Her­de zerstreuen.
    Mt 26,32 Aber nach mei­ner Auf­er­ste­hung wer­de ich euch nach Gali­läa vorausgehen.
    Mt 26,33 Petrus erwi­der­te ihm: Und wenn alle an dir Anstoß neh­men — ich niemals!
    Mt 26,34 Jesus ent­geg­ne­te ihm: Amen, ich sage dir: In die­ser Nacht, noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich drei­mal verleugnen.
    Mt 26,35 Da sag­te Petrus zu ihm: Und wenn ich mit dir ster­ben müss­te — ich wer­de dich nie ver­leug­nen. Das Glei­che sag­ten auch alle ande­ren Jünger.

    Mt 26,69 Petrus aber saß drau­ßen im Hof. Da trat eine Magd zu ihm und sag­te: Auch du warst mit die­sem Jesus aus Gali­läa zusammen.
    Mt 26,70 Doch er leug­ne­te es vor allen Leu­ten und sag­te: Ich weiß nicht, wovon du redest.
    Mt 26,71 Und als er zum Tor hin­aus­ge­hen woll­te, sah ihn eine ande­re Magd und sag­te zu denen, die dort stan­den: Der war mit Jesus aus Naza­ret zusammen.
    Mt 26,72 Wie­der leug­ne­te er und schwor: Ich ken­ne den Men­schen nicht.
    Mt 26,73 Kurz dar­auf kamen die Leu­te, die dort stan­den, zu Petrus und sag­ten: Wirk­lich, auch du gehörst zu ihnen, dei­ne Mund­art ver­rät dich.
    Mt 26,74 Da fing er an, sich zu ver­flu­chen und schwor: Ich ken­ne den Men­schen nicht. Gleich dar­auf kräh­te ein Hahn,
    Mt 26,75 und Petrus erin­ner­te sich an das, was Jesus gesagt hat­te: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich drei­mal ver­leug­nen. Und er ging hin­aus und wein­te bitterlich.

    Ich hof­fe sehr, dass die Kir­che, das Rom auch erkennt, dass die Ver­welt­li­chung des Glau­bens Abkehr von Jesus Chri­stus unse­rem Herrn bedeutet.

    • Wor­in erken­nen Sie denn genau, dass der der­zei­ge Nach­fol­ger Petri Chri­stus ver­leug­net? Sind Sie der­sel­be Sua­rez, der bei kath.net postet? Nur damit ich weiß, mit wem ich es zu tun habe 😉

      • @Sarah,

        Ich schrieb doch, dass sich die Kir­che(!) in der Situa­ti­on des Petrus befindet. 

        War­um hat Petrus Jesus ver­leug­net, doch aus Angst vor der Wut der Men­schen um ihn her­um, die Jesus ver­leug­ne­ten und aus der Grund­angst des Men­schen vor dem Leid, also dem Kreuz, das Jesus frei­wil­lig und ohne Schuld auf sich genom­men hat, um uns zu erlö­sen. Petrus erkann­te, dass es Jesus ernst war damit, das Kreuz auf sich zu neh­men, den Tod zu erleiden.

        Die Kir­che bie­dert sich seit Jahr­zehn­ten aus Angst vor der Wut des Säku­la­ris­mus dem Zeit­geist an. In ihr herrscht die Angst ein kla­res Zeug­nis abzu­ge­ben. Das fängt schon damit an, dass jede Rede von der ewi­gen Ver­damm­nis tun­lichst ver­mie­den wird. Gott wird auf einen Wohl­fühl­gott redu­ziert, der ledig­lich die Macht hat, die der Mensch IHM zubil­li­gen will! 

        Einen stra­fen­den Gott gibt es nicht, den haben wir ein­fach abge­schafft, weil uns der Gedan­ke an Stra­fe lästig ist. Als sei die Offen­ba­rung des Johan­nes ledig­lich ein unbe­deu­ten­des Traum­ge­bil­de, sol­len aus­nahms­los alle erlöst wer­den, ob sie sich nun zu Chri­stus beken­nen oder nicht. Nicht die Umkehr bestimmt den Glau­ben, son­dern eine Hin­wen­dung ins Welt­li­che, ins All­ge­mei­ne, also Moder­ne. neu­er­dings betont man gar, dass auch der Hei­li­ge Geist fort­schritt­lich(!) sei, so als sei Glau­be ein dia­lek­ti­scher Pro­zeß und kei­ne Offenbarung.

        Papst Fran­zis­kus spricht viel über Barm­her­zig­keit aber wenig über das Kreuz. Das Kreuz scheint irgend­wie lästig, es erscheint nicht barm­her­zig, zumin­dest nicht, wie der moder­ne Mensch Barm­her­zig­keit ver­steht. Auch war vor kur­zem aus dem Mun­de des Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on zu lesen, dass man die Armen nicht auf das Jen­seits ver­trö­sten dür­fe. Ich gebe zu, dass mich die­se Aus­sa­ge arg irri­tiert hat. 

        Wenn das Jen­seits, also die Hoff­nung auf die Auf­er­ste­hung kei­ne Rea­li­tät hat, wäre dann nicht der gan­ze Glau­be leer?

        Der Rei­che kommt doch des­halb so schwer ins Him­mel­reich, weil er sich radi­kal ans Dies­seits klam­mert, an das Mate­ri­el­le einer Welt, die kei­nen ewi­gen Bestand hat. Auch ein Armer kann sich vor Neid auf den Rei­chen ver­zeh­ren, weil er eben an die Stel­le des Rei­chen tre­ten will, so wie es dann in der Rea­li­tät des Mar­xis­mus auch immer zu sehen ist. 

        Hat Jesus mit Him­mel­reich ein dies­sei­ti­ges Reich gemeint? 

        Indem die Kir­che den Blick vom Jen­sei­ti­gen ins Dies­sei­ti­ge wen­det, weil sie die Wut des Hedo­nis­mus fürch­tet, gerät sie genau in die Situa­ti­on, in der sich Petrus auch befun­den hat, als er den Her­ren verleugnete.

        Ich ver­traue dar­auf, dass die Kir­che sich der Wor­te Jesu erin­nert, so wie Petrus auch, wenn sie das Krä­hen ver­nimmt. Erst dann wird sie wie­der die Kraft fin­det, das Kreuz auf sich zu neh­men, auch wenn sie damit die Wut des Säku­la­ris­mus, des fal­schen „Glau­bens“, auf sich zieht.

      • Gut ana­ly­siert! Und die fro­he Bot­schaft besteht nicht dar­in, dass man den Armen, geplag­ten trö­stet mit dem Him­mel­reich, son­dern dass man ihn ansta­chelt zum Protest.
        Die Kir­che tut im Ver­ein mit der Welt so, als hät­te der Mensch nur die­se paar Jahr­zehn­te hier auf Erden und bie­dert Jesus an, als den ulti­ma­ti­ven Well­ness­be­ra­ter und Sozi­al­ak­ti­vi­sten und wun­dert sich dann, dass so ein Jesus für kei­nen inter­es­sant ist.
        Dazu hat sie für die, die, drücken wir es spi­ri­tu­ell aus, vom Blick des Herrn getrof­fen, wei­nen kein Ver­ständ­nis mehr, sprich kei­ner­lei spi­ri­tu­el­len Tief­gang mehr, weil die Kir­che auch nicht mehr an die unsicht­ba­re Welt glaubt.
        Kein Wun­der, das auch unter From­men, all­über­all der Aber­glau­be blüht!

      • P.S der erste Satz ist so gemeint, dass der wah­re Trost dar­in besteht, den Lei­den­den auf Gott, genau­er auf Chri­stus am Kreuz zu verweisen.
        Das schließt natür­lich nicht aus, zu ver­su­chen Leid zu lin­dern, aber Im Kreuz ist ein ande­res Heil als in allem irdi­schen Heil, und die­se Unter­schei­dung hat die Kir­che unse­rer Tage eben nicht mehr präsent.

      • @ sua­rez

        Es gibt kei­ne Kir­che ohne Papst. Daher ist mei­ne Fra­ge mehr als berech­tigt gewe­sen. Ich sehe kei­ne Anbie­de­rungs­ten­den­zen. Und natür­lich darf das Chri­sten­tum kei­ne Ver­trö­stung sein. Unge­rech­tig­kei­ten dür­fen und müs­sen hier schon besei­tigt werden.

      • @Sarah

        „Unge­rech­tig­kei­ten dür­fen und müs­sen hier schon besei­tigt werden.“

        Sie ver­tre­ten hier eine poli­ti­sche Uto­pie, mehr nicht, die an der Rea­li­tät immer zerbricht.

        Was machen Sie denn mit all den Opfern, z.B. den über 30 Mil­lio­nen Klein­bau­ern, die Sta­lin in der Tun­dra Sibi­ri­ens „aus­sie­del­te“ und die dort elen­dig star­ben. Blei­ben die ohne Hoffnung?

        Der poli­ti­sche Uto­pis­mus hat doch immer wie­der nur neu­es Leid her­vor­ge­bracht, statt es zu besei­ti­gen. Was hat denn der Mar­xis­mus den Men­schen gebracht.

        Und was ant­wor­ten Sie einen Krebs­kran­ken, der im Hospiz dem Tod ent­ge­gen­geht, wenn es um die wirk­lich tra­gen­de Hoff­nung geht? 

        Oder sagen Sie ihm dann, naja, Du hast halt Pech gehabt, es gibt für Dich kei­ne wirk­li­che Hoffnung.

        Und wie ord­nen Sie Ihren Uto­pis­mus ein, wenn sie sich die jun­ge Frau vor Augen füh­ren, die an sich her­un­ter­schau­end und ihre Jugend betrau­ernd in völ­li­gem Ent­set­zen der Gas­kam­mer entgegenschritt. 

        Gab es da kei­ne Hoff­nung? Hat Jesus den Tod nicht besiegt?

        Das Reich Got­tes ist nicht von die­ser Welt., lie­be Antigone!

      • Ich hei­ße Sarah. Und das Reich Got­tes, so sagt Jesus (sie wis­sen doch, unter uns, das ist der Sohn Got­tes!), ist schon zu uns gekommen.

      • @Sarah

        Das Reich Got­tes ist real unter uns als Wort, als rea­le Hoff­nung auf Auf­er­ste­hung und ewi­ges Leben im Him­mel­reich, nicht Diesseits!

        Das Dies­seits ist nicht das Reich Got­tes, son­dern hier regiert der Fürst der Welt, das hat Jesus auch ganz klar ver­kün­det, sie­he hier­zu Johan­nes 18,36.

        Ich wun­de­re mich immer wie­der, wie es Men­schen gelingt, das rea­le Grau­en, wie es sich in den Gul­gas und den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern auch in moder­ner Zeit zeigt, ein­fach auszublenden. 

        Sie pro­pa­gie­ren da einen welt­li­chen Mes­sia­nis­mus, der mit christ­li­chem Glau­ben wenig bis nichts zu tun hat.

        Offen­bar ist Ihnen auch die Offen­ba­rung des Johan­nes unbekannt:

        An die Gemein­de in Smyrna

        Offb 2,10 Fürch­te dich nicht vor dem, was du noch erlei­den musst. Der Teu­fel wird eini­ge von euch ins Gefäng­nis wer­fen, um euch auf die Pro­be zu stel­len, und ihr wer­det in Bedräng­nis sein, zehn Tage lang. Sei treu bis in den Tod; dann wer­de ich dir den Kranz des Lebens geben. 

        Offb 2,11 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemein­den sagt: Wer siegt, dem kann der zwei­te Tod nichts anhaben.

        An die Gemein­de in Thyatira

        Offb 2,20 Aber ich wer­fe dir vor, dass du das Weib Ise­bel gewäh­ren lässt; sie gibt sich als Pro­phe­tin aus und lehrt mei­ne Knech­te und ver­führt sie, Unzucht zu trei­ben und Fleisch zu essen, das den Göt­zen geweiht ist. 

        Offb 2,21 Ich habe ihr Zeit gelas­sen umzu­keh­ren; sie aber will nicht umkeh­ren und von ihrer Unzucht ablassen. 

        Offb 2,22 Dar­um wer­fe ich sie auf das Kran­ken­bett und alle, die mit ihr Ehe­bruch trei­ben, brin­ge ich in gro­ße Bedräng­nis, wenn sie sich nicht abkeh­ren vom Trei­ben die­ses Weibes. 

        Offb 2,23 Ihre Kin­der wer­de ich töten, der Tod wird sie tref­fen und alle Gemein­den wer­den erken­nen, dass ich es bin, der Herz und Nie­ren prüft, und ich wer­de jedem von euch ver­gel­ten, wie es sei­ne Taten verdienen.

        Offb 6,16 Sie sag­ten zu den Ber­gen und Fel­sen: Fallt auf uns und ver­bergt uns vor dem Blick des­sen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes; 

        Offb 6,17 denn der gro­ße Tag ihres Zorns ist gekom­men. Wer kann da bestehen?

        Apro­pos Namen, mir kom­men Ihre Argu­men­ta­ti­ons­mu­ster nur so bekannt vor.

  5. Ja, es ist schreck­lich, was da in den Bis­tü­mern vor sich geht. Immer­hin, der Ber­li­ner Kar­di­nal (der ein­mal als Hoff­nungs­trä­ger für glau­bens­treu­en Katho­li­ken galt) wird wis­sen, was er tut. Er löst die Orts­kir­che auf. Und — wenn die Gei­sit­li­chen auf den Phil­li­pi­nen sind, kön­nen sie nicht aus­büch­sen. Sie müs­sen schön und brav dabei­blei­ben und zuhö­ren und üben, üben, üben — wie ein Prie­ster heut­zu­ta­ge zu sein hat… Indok­tri­na­ti­on! — Gehirnwäsche!
    Dan­ke Herr Pfar­rer Theu­erl, dass Sie den Mut hat­ten, sich zu äußern! Über das Geld zu reden ist unsin­nig. Das ist ein­fach im Über­fluß vorhanden.

  6. Ich bin sehr besorgt über das Schick­sal von Pfar­rer Theu­erl und hof­fe, er war sich, als er die­sen Brief ver­öf­fent­lich­te, im Kla­ren über die Kon­se­quen­zen. Man wird ihn, der es als erster Prie­ster einer ost­deut­schen Diö­ze­se wagt, offen die neu­en pasto­ra­len Struk­tu­ren zu kri­ti­sie­ren, in der Luft zer­rei­ßen und all das, was er rich­tig ana­ly­siert, als kru­de Äuße­run­gen eines Psy­cho­pa­then ver­un­glimp­fen. Wenn ihm jetzt nicht vie­le Prie­ster und auch Lai­en unter­stüt­zen, wird es kei­nen Platz mehr für ihn in der schö­nen neu­en Kir­che geben.

    • Selbst wenn es kom­men soll­te: Na und?
      Eine ost­deut­sche Diö­ze­se ist nicht der Mit­tel­punkt der Welt…und bei der Pius­bru­der­schaft wird man einen glau­bens­treu­en Mit­strei­ter ganz sicher ger­ne will­kom­men heißen!
      Viel­leicht hat H. H. Pfar­rer Theu­erl sei­nen „Aus­stieg“ längst von lan­ger Hand geplant, wer weiß das schon?

  7. Es wird inter­es­sant sein zu beob­ach­ten, wel­che Fol­ge­run­gen die Ber­li­ner Amts­kir­che aus der tref­fen­den Ana­ly­se von Herrn Pfar­rer Theu­erl zieht. Nach der Pra­xis des über­wie­gen­den Teils der deut­schen Bischö­fe und vie­ler Prie­ster, die eine neue, eine pro­te­stan­ti­sier­te Kir­che wol­len und an die­ser Kir­che kräf­tig arbei­ten – der Trie­rer Bischof sag­te ja unver­hoh­len, dass die Kir­che pro­te­stan­ti­scher wer­den müs­se -, man muss fürch­ten, dass nach dem bewähr­ten Ver­fah­ren der Bote mit der schlech­ten Nach­richt besei­tigt wird (heu­te admi­ni­stra­tiv), weil man die Bot­schaft nicht hören will. Dabei bedient sich die neue Kir­che schon ganz der Spra­che und Instru­men­te jeder belie­bi­gen Orga­ni­sa­ti­on, sei sie nun gemein­nüt­zig oder gewinn­ori­en­tiert. Kon­sens­fä­hig­keit und Sozi­al­kom­pe­tenz sind die bei­den Schlüs­sel­be­grif­fe, die den neu­en Prie­ster cha­rak­te­ri­sie­ren. Besitzt er Sozi­al­kom­pe­tenz, so fin­det er auch Kon­sens­fä­hig­keit. Nur hat Kon­sens­fä­hig­keit mit dem Glau­ben so viel zu tun wie Demo­kra­tie mit der Wahr­heit. Ver­kün­det ein Prie­ster heu­te den katho­li­schen Glau­ben nach der Lehr­tra­di­ti­on, weil es ihm um das See­len­heil der ihm Anver­trau­ten geht, und soll­te er sogar wagen das Nizäi­sche Glau­bens­be­kennt­nis zu beten, wird er in der gewöhn­li­chen vom Gre­mi­en­ka­tho­li­zis­mus beherrsch­ten Gemein­de schwer­lich Kon­sens fin­den. Folg­lich spricht man ihm die Sozi­al­kom­pe­tenz ab und ent­le­digt sich sei­ner, weil sei­ne Per­son die Gemein­de spalte.
    Und die Amts­kir­che fin­det ein sol­ches Ver­fah­ren selbst­ver­ständ­lich, haben doch die rei­chen Bis­tü­mer die Manage­ment­me­tho­den für viel Geld ein­ge­führt und inkor­po­riert, zu deren Ziel­vor­ga­ben und Ziel­ver­ein­ba­run­gen das See­len­heil jeden­falls nicht gehört, wohl aber die Akzep­tanz in den Gre­mi­en und Gemein­den. So spielt das See­len­heil für die Mana­ger der neu­en Kir­che auch kei­ne Rol­le mehr; denn sie haben nur die Erde im Blick, geht es ihnen doch eigent­lich nur um die Ver­bes­se­rung der Lebens­ver­hält­nis­se. Ein Prie­ster, der sei­ne Beru­fung ernst nimmt und die nicht ein­fa­che Last des katho­li­schen Glau­bens der Anfein­dun­gen wegen nicht ein­fach abwirft, son­dern sich dazu bekennt und dafür kämpft und dazu die Fei­er der Hl. Mes­se nicht den Gre­mi­en­ka­tho­li­ken aus­lie­fert, ist für die neue Kir­che nur ein Störfaktor.

    • Sehr tref­fend ana­ly­siert. Gegen die­se gna­den­lo­sen Struk­tu­ren kommt man als Ein­zel­kämp­fer nicht mehr an. Des­halb wäre es so wich­tig, dass eine Samm­lungs­be­we­gung derer zustan­de käme, die das Katho­li­sche bewah­ren wol­len. Not­falls muss man raus aus dem Estab­lish­ment, das sich wie ein Krebs­ge­schwür in der Katho­li­schen Kir­che breit gemacht hat und das den gan­zen Orga­nis­mus durch­dringst, lähmt, ent­stellt und, Dämo­nen gleich, besetzt hält. Man muss ganz neu begin­nen. Es wür­de vie­le Kämp­fe geben, aber Gott hat uns nicht einen Geist der Ver­zagt­heit gege­ben. Er hat auch einem David den Sieg über Goli­ath geschenkt. Vie­le in der katho­li­schen Kir­che spü­ren das Unbe­ha­gen, kön­nen aber die Ursa­chen nicht benen­nen, geschwei­ge denn unver­fälsch­tes echt katho­li­sches Christ­sein erfah­ren. Wenn es gelän­ge, wirk­lich authen­tisch katho­li­schen Glau­ben zu leben, in all sei­nen Facet­ten, dann wür­de das auch heu­te eine gro­ße Anzie­hungs­kraft auf die Men­schen haben, die nach Sinn und Wahr­heit suchen. Wohl wären wir dann wie­der Kata­kom­ben­chri­sten, aber mit dem theo­lo­gi­schen und spi­ri­tu­el­len Erbe von 2000 Jah­ren Chri­sten­tum, das es anzu­tre­ten und zu leben gilt, damit der Herr noch Glau­ben fin­det, wenn er wiederkommt.

      • Ins­be­son­de­re den Frei­mau­rern und ähn­li­chen Dun­kel­ge­sel­len ist die hohe Anzie­hungs­kraft des tra­di­tio­nel­len Katho­li­zis­mus bekannt, wes­halb sie ihn mit aller Macht bekämp­fen. Sie drän­gen auf eine Ver­welt­li­chung und Pro­te­stan­ti­sie­rung der Kir­che hin. Rota­ri­er-Bischö­fe und ‑Kar­di­nä­le wie Marx und Leh­mann sind dies­be­züg­lich erst der Anfang.

  8. Lie­ber Hicesthodie.

    Ihren Auf­ruf zu einer Samm­lungs­be­we­gung derer, die das Katho­li­sche bewah­ren wol­len. kann ich nur emp­feh­len und wer­de ger­ne dabei mit­ar­bei­ten, Aber wie sol­len wir uns sammeln?

    Uns allen Got­tes Segen und die Kraft des Hei­li­gen Geistes

    • Wie sam­meln? Um die Hir­ten und Gläu­bi­gen, die mutig auf­ste­hen wer­den gegen das Kom­plott: Kar­di­nä­le, Bischö­fe, Prie­ster, Ordens­leu­te, Lai­en. Um die, die bereits zu der Erkennt­nis gelangt sind und noch gelan­gen wer­den, dass ein für alle­mal Schluss gemacht wer­den muss mit den Irr­we­gen, die von der Kir­che seit dem Kon­zil betre­ten wor­den sind und die die Braut Chri­sti schier bis zur Unkennt­lich­keit ent­stellt haben. Um die, die vol­ler Ernst und Wahr­haf­tig­keit zurück­keh­ren zur Lit­ur­gie, zum Glau­ben und zur Spi­ri­tua­li­tät der römisch-katho­li­schen Kir­che und die damit das gro­ße Erbe erneut antre­ten, das die Kon­zils­kir­che für ein Lin­sen­ge­richt ver­meint­li­cher Moder­ni­tät und Öku­me­ne aus­ge­schla­gen hat. — Einst­wei­len kön­nen wir nur heiß und innig beten und opfern, dass der Geist Got­tes zum rich­ti­gen Zeit­punkt die Her­zen mög­lichst vie­ler anrüh­ren, auf­wecken und stär­ken möge, für die­sen bei­spiel­lo­sen Weg per­sön­li­cher Ver­ant­wor­tung. Gott kann Wun­der wir­ken, in der Aus­sichts­lo­sig­keit Wege ebnen und das Schwe­re uner­war­tet leicht machen, wenn man nur sein Fiat spricht.

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