„Barmherzigkeit“ mit Wiederverheirateten und mit Schwulen und mit …

Kardinal Baldisseri bei der Pressekonfrenz zur Vorstellung des Instrumentum laboris der Bischofssynode über die Familie
Kar­di­nal Bal­dis­se­ri bei der Pres­se­kon­frenz zur Vor­stel­lung des Instru­men­tum labo­ris der Bischofs­syn­ode über die Fami­lie

(Vati­kan) Gestern ver­öf­fent­lich­te das Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der Bischofs­syn­ode das Instru­men­tum labo­ris für die bevor­ste­hen­de Bischofs­ver­samm­lung über die Fami­lie. Das Doku­ment wird die Dis­kus­si­ons­grund­la­ge für die Anfang Okto­ber in Rom ver­sam­mel­ten Bischö­fe sein. Das 77 Sei­ten umfas­sen­de Doku­ment liegt auch in deut­scher Über­set­zung vor und wur­de auf der Inter­net­sei­te des Vati­kans ver­öf­fent­licht (hier). Eine detail­lier­te Ana­ly­se ist daher noch nicht mög­lich. Aber ein Bericht über die gest­ri­ge Pres­se­kon­fe­renz, auf der das Arbeits­pa­pier vor­ge­stellt wur­de. Soviel kann bereits gesagt wer­den, daß das Doku­ment eini­ge sehr kla­re Stel­len ent­hält, wäh­rend ande­re sich durch Unschär­fe aus­zeich­nen, was ins­ge­samt einen gewis­sen ambi­va­len­ten Ein­druck hin­ter­läßt.

Verweigerung gegen Humanae vitae — Welche Schlußfolgerungen?

Das Doku­ment stellt laut Kar­di­nal Loren­zo Bal­dis­se­ri, Gene­ral­se­kre­tär des stän­di­gen Sekre­ta­ri­ats der Bischofs­syn­ode, eine „Zusam­men­fas­sung“ aller Ant­wor­ten auf einen Fra­ge­bo­gen dar, die von den Bischö­fen der gan­zen Welt in Rom ein­ge­gan­gen sind. Es befaßt sich mit wil­den „Ehen“, den wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen und der Fra­ge, ob die­se zum Kom­mu­nion­emp­fang zuge­las­sen wer­den kön­nen. Es beklagt den Frau­en­mord und die Pädo­phi­lie zeigt aber beson­de­re Auf­merk­sam­keit für Homo­se­xu­el­le. Ehe­an­nul­lie­rungs­ver­fah­ren sol­len beschleu­nigt wer­den. The­men sind min­der­jäh­ri­ge Müt­ter, Ver­hü­tungs­mit­tel und die Fra­ge, war­um das Volk Got­tes sich so schwer tut, der Enzy­kli­ka Huma­nae vitae von Papst Paul VI. zu fol­gen.

Barmherzigkeit zwischen Angebot und (welcher) Nachfrage?

Der Kar­di­nal stell­te gleich an den Beginn der Pres­se­kon­fe­renz ein Zitat von Papst Fran­zis­kus, daß Gott nie müde wer­de, uns zu ver­ge­ben, daß besten­falls die Men­schen müde wer­den, um Ver­ge­bung zu bit­ten. Damit leg­te er das Schwer­ge­wicht auf die „Barm­her­zig­keit“, wor­in offen­kun­dig eine päpst­li­che Vor­ga­be zu sehen ist. Die­se Beto­nung der Barm­her­zig­keit, die das Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus durch­zieht, för­der­te erst gewis­se Erwar­tun­gen im Zusam­men­hang mit der katho­li­schen Moral­leh­re, die nicht mit der kirch­li­chen Leh­re in Ein­klang zu brin­gen sind. Das Arbeits­pa­pier ist unter ande­rem auch ein Wider­hall die­ser genähr­ten Erwar­tungs­hal­tung.

Kluft zwischen Lehre und Praxis

Die zwei­te zen­tra­le Aus­sa­ge des Doku­ments ist die Fest­stel­lung, daß es eine dra­ma­ti­sche Distanz zwi­schen der Leh­re der Kir­che und den Men­schen gibt. Anders aus­ge­drückt: daß vie­le Gläu­bi­ge die Kir­che nicht ver­ste­hen wür­den.
Papst Fran­zis­kus ver­an­schlag­te von vor­ne­her­ein zwei Bischofs­syn­oden, die zwei Etap­pen ein und des­sel­ben Dis­kus­si­ons­pro­zes­ses sein sol­len. Für den Okto­ber 2014 berief er eine außer­or­dent­li­che Bischofs­syn­ode ein und für Okto­ber 2015 eine ordent­li­che. Das Instru­men­tum labo­ris weist die Rich­tung, in die die Dis­kus­si­on gehen wird. „Das Arbeits­pa­pier lie­fert ein besorg­nis­er­re­gen­des Bild, wie wenig die katho­li­sche Leh­re in Fra­gen der Sexu­al­mo­ral bekannt ist, vor allem in Euro­pa und Ame­ri­ka“, so die Tages­zei­tung Il Foglio. Wel­che Schluß­fol­ge­run­gen wer­den dar­aus gezo­gen? „Die Fest­stel­lung der man­gel­haf­ten Kennt­nis der kirch­li­chen Leh­re ver­langt von den in der Seel­sor­ge Täti­gen eine bes­se­re Vor­be­rei­tung und die Bereit­schaft, das Ver­ständ­nis bei den Gläu­bi­gen zu för­dern“, so Kar­di­nal Bal­dis­se­ri. Das Doku­ment macht auch die Seel­sor­ger dafür ver­ant­wort­lich, daß die Gläu­bi­gen die Leh­re der Kir­che kaum ken­nen.

„Verwirrung“ im Volk Gottes

Im Doku­ment wird gesagt, daß Gläu­bi­ge der Mei­nung sind, daß selbst die Prie­ster die lehr­amt­li­chen Doku­men­te zu Ehe und Fami­lie nicht aus­rei­chend ken­nen wür­den: „In eini­gen Ant­wor­ten fin­det sich auch eine gewis­se Unzu­frie­den­heit bezüg­lich eini­ger Prie­ster, die im Hin­blick auf eini­ge mora­li­sche Leh­ren indif­fe­rent erschei­nen. Ihre man­geln­de Über­ein­stim­mung mit der Leh­re der Kir­che bewirkt Kon­fu­si­on im Volk Got­tes. Es wird daher dar­um gebe­ten, dass die Prie­ster bei der Erklä­rung des Wor­tes Got­tes und in der Dar­stel­lung der Doku­men­te der Kir­che im Hin­blick auf Ehe und Fami­lie bes­ser vor­be­rei­tet und ver­ant­wor­tungs­vol­ler sein sol­len.“

Akzeptanz, wo Lehre gelehrt wird

Grund­sätz­lich wird fest­ge­hal­ten: „Eine erheb­li­che Zahl von Bischofs­kon­fe­ren­zen stellt fest, dass da, wo die Leh­re der Kir­che in ihrer eige­nen mensch­li­chen und christ­li­chen Schön­heit in Tie­fe wei­ter­ge­ge­ben wird, sie auch von einem Groß­teil der Gläu­bi­gen mit Freu­de ange­nom­men wird. Wenn es gelingt, eine dem christ­li­chen Glau­ben ent­spre­chen­de umfas­sen­de Sicht von Ehe und Fami­lie dar­zu­le­gen, dann kommt auch ihre Wahr­heit, ihre Gut­heit und ihre Schön­heit zu Bewusst­sein. Die Leh­re wird weit­ge­hend ange­nom­men, wo es von Sei­ten der Gläu­bi­gen um einen ech­ten Weg des Glau­bens geht, und nicht nur um eine kurz­fri­sti­ge Neu­gier im Hin­blick dar­auf, was die Kir­che über die Sexu­al­mo­ral denkt.“

Dem­ge­gen­über bekla­gen vie­le Bischö­fe: „Dar­über hin­aus unter­streicht die über­wie­gen­de Mehr­heit der Ant­wor­ten den wach­sen­den Kon­trast zwi­schen den Wer­ten, die von der Kir­che in Bezug auf Ehe und Fami­lie vor­ge­legt wer­den, und den unter­schied­li­chen sozia­len und kul­tu­rel­len Situa­tio­nen auf dem Pla­ne­ten.“
Die Enzy­kli­ka Huma­nae vitae wer­de völ­lig miß­ach­tet, so Msgr. Bru­no For­te, der Son­der­se­kre­tär der Bischofs­syn­ode. „In der über­wie­gen­den Mehr­heit der ein­ge­gan­ge­nen Ant­wor­ten wird deut­lich, dass die mora­li­sche Wer­tung der unter­schied­li­chen Metho­den der Gebur­ten­re­ge­lung heu­te von der vor­herr­schen­den Men­ta­li­tät als Ein­mi­schung in das Intim­le­ben des Paa­res und Ein­schrän­kung der Gewis­sens­frei­heit wahr­ge­nom­men wird.“ Im deut­schen Sprach­raum ist die Fest­stel­lung wenig ver­wun­der­lich, haben die Bischofs­kon­fe­ren­zen ja mit offi­zi­el­lem Beschluß der Enzy­kli­ka die Gefolg­schaft ver­wei­gert. Ein Unge­hor­sam, der bis heu­te nicht revi­diert wur­de.

Nein zur „Homo-Ehe“ — Was heißt „nicht verurteilen“?

Ein­hel­lig ist die Ableh­nung der Bischofs­kon­fe­ren­zen gegen­über der „Homo-Ehe“. Das Arbeits­pa­pier faßt die Posi­ti­on der Bischö­fe mit den Wor­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on zusam­men: „Es gibt kei­ner­lei Fun­da­ment dafür, zwi­schen den homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten und dem Plan Got­tes über Ehe und Fami­lie Ana­lo­gien her­zu­stel­len, auch nicht in einem wei­te­ren Sinn.“ Den­noch sei den Män­nern und Frau­en mit homo­se­xu­el­len Ten­den­zen „mit Ach­tung, Mit­leid und Takt zu begeg­nen. Man hüte sich, sie in irgend­ei­ner Wei­se unge­recht zurück­zu­set­zen“. Die Beto­nung im Doku­ment der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on liegt auf dem Wort „unge­recht“.

Das Arbeits­pa­pier hebt her­vor, daß im öst­li­chen Mit­tel­eu­ro­pa und in Ost­eu­ro­pa, die im Westen ver­brei­te­te Akzep­tanz von Geset­zen zugun­sten der Homo­se­xua­li­tät als Auf­drän­gung einer „poli­ti­schen oder frem­den Kul­tur betrach­tet“ und abge­lehnt wer­de.

Die homo­phi­le Strö­mung im Westen wird im Doku­ment wie folgt beschrie­ben: „Ein drit­ter Kon­text ist der­je­ni­ge, in dem die Staa­ten eine Gesetz­ge­bung ein­ge­führt haben, wel­che gleich­ge­schlecht­li­che Lebens­ge­mein­schaf­ten oder Ehen zwi­schen Homo­se­xu­el­len staat­lich aner­kennt. Es gibt Staa­ten, in denen man von einer ech­ten Re-Defi­ni­ti­on der Ehe spre­chen muss, wel­che den Blick auf das Paar auf eini­ge juri­sti­sche Aspek­te wie die Gleich­heit der Rech­te und die „Nicht­dis­kri­mi­nie­rung“ redu­ziert, ohne dass ein kon­struk­ti­ver Dia­log über die ein­schlä­gi­gen anthro­po­lo­gi­schen Fra­gen statt­fän­de. Auch das umfas­sen­de Wohl der Per­son, beson­ders das umfas­sen­de Wohl der Kin­der, die in einer sol­chen Gemein­schaft leben, steht nicht im Zen­trum des Inter­es­ses. Wo es eine recht­li­che Gleich­stel­lung zwi­schen der homo­se­xu­el­len und der hete­ro­se­xu­el­len Ehe gibt, erlaubt der Staat häu­fig die Adop­ti­on von Kin­dern (Kin­der eines der bei­den Part­ner, oder Kin­der, die nach künst­li­cher Befruch­tung gebor­gen wer­den). Die­ser Kon­text besteht vor allem in der eng­lisch­spra­chi­gen Welt und in Zen­tral­eu­ro­pa.“

Gender-Ideologie will „Umstürzung der sexuellen Identität“

Die Gen­der-Ideo­lo­gie wird als „Umstür­zung der sexu­el­len Iden­ti­tät“ abge­lehnt: „Ein Fak­tum, das die pasto­ra­le Tätig­keit der Kir­che her­aus­for­dert und die Suche nach einer aus­ge­wo­ge­nen Hal­tung gegen­über die­sen Rea­li­tä­ten kom­plex wer­den lässt, ist die Pro­pa­gie­rung der Gen­der­ideo­lo­gie, wel­che in eini­gen Regio­nen auch die Erzie­hung vom Kin­der­gar­ten an zu beein­flus­sen sucht, indem sie eine Men­ta­li­tät ver­brei­tet, die, mit­tels der Idee der Besei­ti­gung der Homo­pho­bie in Wirk­lich­keit eine Umstür­zung der sexu­el­len Iden­ti­tät beab­sich­tigt.“

Das Doku­ment ver­hehlt nicht die Sor­ge von Tei­len der Katho­li­schen Kir­che, daß die Art, wie „eine respekt­vol­le und nicht ver­ur­tei­len­de Hal­tung“ gegen­über Men­schen mit gleich­ge­schlecht­li­cher Nei­gung, nicht zu einer ver­steck­ten Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Part­ner­schaf­ten wird: „Eini­ge Ant­wor­ten und Bemer­kun­gen brin­gen die Sor­ge zum Aus­druck, dass die Auf­nah­me der Men­schen, die in die­sen Gemein­schaf­ten leben in das kirch­li­che Leben, als eine Aner­ken­nung ihrer Part­ner­schaf­ten ver­stan­den wer­den könn­te.“

Klare Sprache schafft Klarheit, unklare Sprache…

Im Doku­ment heißt es wei­ter: „Die gro­ße Her­aus­for­de­rung wird dar­in bestehen, eine Pasto­ral zu ent­wickeln, der es gelingt, das rech­te Gleich­ge­wicht zwi­schen der barm­her­zi­gen Annah­me der Men­schen und ihrer schritt­wei­sen Beglei­tung hin zur authen­ti­schen mensch­li­chen und christ­li­chen Rei­fe zu wah­ren. Eini­ge Bischofs­kon­fe­ren­zen bezie­hen sich dies­be­züg­lich auf bestimm­te Orga­ni­sa­tio­nen als gelun­ge­ne Bei­spie­le einer sol­chen Pasto­ral.“ Die unvoll­stän­di­ge Dar­stel­lung, die nicht näher aus­führt, ver­hin­dert eine wirk­li­che Bewer­tung der Aus­sa­gen. Wel­che Orga­ni­sa­tio­nen sind hier gemeint. Was gilt als „authen­ti­sche mensch­li­che und christ­li­che Rei­fe“. Kann davon aus­ge­gan­gen wer­den, daß unter den Bischö­fen Kon­sens dar­über herrscht? Mit Blick auf den deut­schen Sprach­raum muß dies bezwei­felt wer­den. Unkla­re, inklu­si­ve, aber nicht expli­zi­te For­mu­lie­run­gen schei­nen wenig geeig­net, der beklag­ten „Ver­wir­rung“ unter den Gläu­bi­gen Abhil­fe zu schaf­fen.

Wiederverheiratet Geschiedene — In welche Richtung fährt der Zug?

Der brei­te Raum, der im Doku­ment der Fra­ge der wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen gewid­met wird, bestä­tigt, daß die­se Fra­ge einen, wenn nicht den Schwer­punkt bei der Bischofs­syn­ode bil­den wird. In die­se Rich­tung wies bereits der von Papst Fran­zis­kus gewoll­te Vor­trag von Kar­di­nal Wal­ter Kas­per beim Kar­di­nals­kon­si­sto­ri­um im ver­gan­ge­nen Febru­ar mit sei­nen umstrit­te­nen The­sen zu einer „Öff­nung“. Gewarnt wird vor einer Men­ta­li­tät, die im Aus­schluß von den Sakra­men­ten eine Stra­fe der Kir­che sieht und nicht als Zustand, der durch das eige­ne Ver­hal­ten geschaf­fen wur­de. „Weit­ge­hend bestän­dig ist die Zahl derer, die ihre eige­ne irre­gu­lä­re Situa­ti­on letzt­lich nicht inter­es­siert. In die­sen Fäl­len gibt es weder die Nach­fra­ge zur Zulas­sung zur Kom­mu­ni­on, noch zur Fei­er des Sakra­men­tes der Ver­söh­nung.“ Kar­di­nal Bal­dis­se­ri inter­pre­tier­te auf der Pres­se­kon­fe­renz die Aus­sa­gen des Arbeits­pa­piers zu den wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen: „Es ist drin­gend not­wen­dig, den ver­letz­ten Men­schen zu erlau­ben, gesund zu wer­den und sich zu ver­söh­nen und dadurch neue Zuver­sicht und Gelas­sen­heit zu fin­den. Es geht daher dar­um vor­zu­schla­gen, nicht auf­zu­zwin­gen, zu beglei­ten, nicht zu drän­gen, ein­zu­la­den, nicht aus­zu­schlie­ßen, zu sor­gen, nicht zu des­il­lu­sio­nie­ren“. Kon­kret füg­te der Kar­di­nal hin­zu: „Die Kir­che sieht sich auf­ge­for­dert, Lösun­gen zu fin­den, die mit ihrer Leh­re ver­ein­bar sind, die zu einem ver­söhn­ten und aus­ge­gli­che­nen Leben füh­ren.“ Als mög­li­chen Weg nann­te Kar­di­nal Bal­dis­se­ri aus­drück­lich die Ver­ein­fa­chung und Beschleu­ni­gung der Ehe­nich­tig­keits­ver­fah­ren.

Msgr. Forte ergänzt: „Barmherzigkeit zielt nie ab, Schiffbruch zu fördern“

Erz­bi­schof For­te ergänz­te dar­auf, daß dies aber „nichts mit dem bana­li­sie­ren­den Slo­gan von einer ‚katho­li­schen Schei­dung‘“ zu tun habe. Denn: „die Medi­zin der Barm­her­zig­keit zielt nie dar­auf ab, den Schiff­bruch zu för­dern, son­dern immer und allein, das Schiff zu ret­ten, das auf hoher See in einen Sturm gera­ten ist und die Schiff­brü­chi­gen auf­zu­neh­men und ihnen die nöti­ge Gene­sung und Unter­stüt­zung zukom­men zu las­sen“. Wenn man das nicht ver­ste­he, lau­fe man Gefahr „hoff­nungs­los miß­zu­ver­ste­hen, was die Bischofs­syn­ode zur Situa­ti­on der Geschie­de­nen, der wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen, den ohne Trau­schein Zusam­men­le­ben­den, den in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft Leben­den oder zu den gleich­ge­schlecht­li­chen Part­ner­schaf­ten sagen kann“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­ca­ti­ca­na

31 Kommentare

  1. Also an den gan­zen schon jahr­zehn­te­lan­gen vati­ka­ni­schen Geschwa­fel kann man erken­nen, das sich die­ser seit dem VK II Blind, Taub und Stumm stellt. Denn liest man die König­stei­ner und Maria­tro­ster Erklä­rung der deutsch­spra­chi­gen Bischö­fe zu Huma­nae Vitae, wird klar war­um das Volk zu die­sen nicht ste­hen kann, den in der Kon­zils­kir­che ali­as der „Die Neue Kir­che“ scheint es ja schon Hir­ten Pflicht zu sein, Nein zu sagen wenn der Papst Ja sagt und Nein wen er Ja sagt. Und die Kluft zwi­schen Leh­re und Pra­xis liegt ja Groß­teils dar­an das die Leh­re eben auch von Hir­ten die sich in „Wöl­fe im Schafs­pelz“ ver­wan­del­ten nicht in die Pra­xis umge­setzt wird und daher aus dem gül­ti­gen Kir­chen­recht „Todes Recht wur­de“.

    Die Kri­se der Gesell­schaft= Die Kri­se der Kir­che= Die Kri­se der Bischö­fe

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  2. Pres­se­kon­fe­renz nimmt doch schon die Tagung vor­aus. was soll das denn noch ? Katho­li­scher Grund­satz war immer, dass das was rich­tig war, nicht schlicht­weg für falsch erklärt wer­den kann, nur weil die rich­ti­ge Ansicht ande­ren nicht paßt.

  3. Ich stim­me zu, dass es häu­fig die „Seel­sor­ger“ sind, die ihren Amts­pflich­ten nicht nach­kom­men. Aber war­um? Wol­len sie nicht (wozu dann Prie­ster wer­den) oder kön­nen sie nicht (Unfä­hig­keit der Uni­ver­si­tä­ten und/oder Semi­na­re)? In bei­den Fäl­len wären die Auto­ri­tä­ten gefor­dert, aber da ich genau­so gegen eine Wand reden.

    Es liegt aber auch einer all­ge­mein libe­ra­len Ein­stel­lung im „Volk“: „Ich las­se mir doch von der Kir­che nicht vor­schrei­ben wie ich zu leben habe“, „Die [die Prie­ster] sün­di­gen doch sel­ber und da wol­len die mir sagen was ich zu tun oder zu las­sen habe“, „Schwe­re Sün­de ist doch eigent­lich nur noch Mord“, „Das ist mei­ne Sache, ich bin ein frei­er Mensch“ etc. etc.

    Ich ver­wei­se auf den aktu­el­len Rund­brief der FSSPX an die Prie­ster­freun­de (http://pius.info/images/stories/rundbriefe/priesterfreunde/Nummer_34.pdf). Da wird die­ses The­ma auch auf­ge­grif­fen.

    • Tra­di­di: Sie haben zu Recht geschrie­ben, Ich stim­me zu, dass es häu­fig die „Seel­sor­ger“ sind, die ihren Amts­pflich­ten nicht nach­kom­men , und dan­ke für ihren Link zu der hoch­löb­li­chen FSSPX.

      Aber war­um wer­den dann die Seel­sor­ger von ihren irdi­schen kirch­li­chen Vor­ge­setz­ten nicht in die Schran­ken gewie­sen, sie­he den anti­ka­tho­li­schen, häre­tisch- schis­ma­ti­schen Ver­ei­ne „Pfar­re­rinitia­ti­ve“ der sich ja vor mehr als 3 Jah­ren mit der Ver­öf­fent­li­chung sei­nes Auf­ru­fes zum Unge­hor­sam, von der Kir­che Got­tes unse­res Herrn abge­spal­ten hat, und den­noch wird gegen das Schlan­gen und Ottern­ge­zücht die­ses Ver­ei­nes von Sei­ten des Ö — Epi­sko­pa­tes nicht nach güti­gen Kir­chen­recht vor­ge­gan­gen? Es ist zu ver­mu­ten das gro­ße Tei­le des Ö Epi­sko­pa­tes voll auf deren Sei­ten steht, dies allei­ne beweist ja schon die Tat­sa­che das die Ö- Bischö­fe nicht den anti­ka­tho­li­schen Inhalt des „Auf­ru­fes zum Unge­hor­sam“ bean­stan­det haben, son­dern nur das eine Wort „UNGEHORSAM“ und das­sel­be trifft ja auch auf die nächst­hö­he­re Instanz der irdi­schen Kirch­li­chen Obrig­keit also den Vati­kan zu, denn die­se wis­sen sehr wohl was in Ö ver­geht aber auch das sich der Ver­ein Pfar­re­rinitia­ti­ve wie der „Rauch Satans“ in der Kir­che Got­tes unse­res Herrn unge­hin­dert aus­brei­tet, sie­he http://www.pfarrer-initiative.at/internat.html

      Aber das ist ja ver­mut­lich auch ganz im Sin­ne von Fran­zis­kus, der ja ver­mut­lich auch den lit­ur­gi­schen Miss­brauch gut fin­det (er hat ja noch in kei­ner ein­zi­gen sei­ner unzäh­li­gen Reden dage­gen etwas gesagt), weil dadurch eben das Volk Got­tes unse­res Herrn im Glau­ben geschwächt wird, und so durch die herr­schen­te Glau­bens — Gott­lo­sig­keit in der Kir­che, der Weg zu einer See­len­rau­ben­den Ein­heits­kir­che schnel­ler berei­tet wird. Und jeder der die­sen Ziel ent­ge­gen­steht wird unbarm­her­zig im Namen einer anti­christ­li­chen Barm­her­zig­keit aus den Weg geräumt, sie­he Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta,

      Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  4. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.
    Man hoert aus der vat. Kir­che nur noch „Njeins“ und „Viel­leicht“ und duß­li­ges Geschwa­fel um Aler­welts­pro­ble­me, die schon zoe­ger­li­che Poli­ti­ker nicht loe­sen koen­nen, in der Hand von schwa­dro­nie­ren­den Geist­li­chen sind sol­che The­men nur noch lächer­lich und trei­ben die letz­ten Treu­en aus den Kir­chen.
    Die­ser 2.Vatikans Unsinn liegt in sei­nen letz­ten Zügen und wird mit rat­ten­haf­ter Zähig­keit ver­tei­digt wie so vie­le der gro­ßen Mensch­he­itirr­tü­mer.
    Mir kom­men die­se Alt- und Neu­mo­der­ni­sten lang­sam vor wie die Stein­zeit­kom­mu­ni­sten in Asi­en und sonst­wo, die ein­fach NICHTS ver­stan­den haben
    Aber war­um sich daru­e­ber aer­gern, der hl. Geist ist laengst bei der Tra­di­ti­on, die noch einen Sen­sus dafür hat.
    Die ande­ren sind schon kaputt, sie sehen ihre Rui­nen nur (noch) nicht, das Erwa­chen wird furcht­bar sein.
    Und nun haben sie sich auch noch DIESEN PAPST gewählt und damit ihrer Auf­säs­sig­keit die Kro­ne auf­ge­setzt, das ist der abso­lu­te Gip­fel.

    • Vom amt­li­chen Rom heu­te noch etwas ande­res als Glau­bens­ab­fall zu erwar­ten, ähnelt dem Kampf Don Qui­jo­tes gegen die Wind­müh­len.
      Der Prie­ster Dr. Lui­gi Vil­la, der von Papst Pius XII. den Auf­trag erhal­ten hat­te, die Frei­mau­re­rei in der römisch-katho­li­schen Kir­che zu erkund­schaf­ten, hat es klar aus­ge­drückt: „Paul VI. hat mit voll­kom­me­nem Bewusst­sein sei­nen Plan eines ’neu­en huma­ni­sti­schen uni­ver­sa­len Chri­sten­tums‘ ver­wirk­licht“. Sei­ne Nach­fol­ger führ­ten das von Papst Johan­nes XXIII. begon­ne­ne Werk fort, und wenn sie es nicht in der gewünsch­ten Wei­se oder im gewünsch­ten Tem­po mach­ten, wur­den sie, wie Johan­nes Paul I. und Bene­dikt XVI., ent­fernt.
      Erz­bi­schof Lef­eb­v­re gehör­te zu den ganz ganz weni­gen, die nicht mit­zo­gen und Wider­stand lei­ste­ten. Am 4. Okto­ber 1987 sag­te er: „Rom ist vom Glau­ben abge­fal­len! Man kann ihnen nicht mehr trau­en. Sie (Rom) hat die Kir­che ver­las­sen, sie haben die Kir­che ver­las­sen! Sie ver­las­sen die Kir­che! Es ist sicher, sicher, sicher, sicher.“
      ———-
      Mat­thä­us 7:
      15 Hütet euch vor den fal­schen Pro­phe­ten, die in Schafs­klei­dern zu euch kom­men! Inwen­dig aber sind sie rei­ßen­de Wöl­fe.
      16 An ihren Früch­ten wer­det ihr sie erken­nen. Liest man etwa von Dor­nen Trau­ben oder von Disteln Fei­gen?
      17 So bringt jeder gute Baum gute Früch­te, aber der fau­le Baum bringt schlech­te Früch­te.
      18 Ein guter Baum kann nicht schlech­te Früch­te brin­gen, noch kann ein fau­ler Baum gute Früch­te brin­gen.
      19 Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abge­hau­en und ins Feu­er gewor­fen.
      20 Des­halb, an ihren Früch­ten wer­det ihr sie erken­nen.
      21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich2 der Him­mel hin­ein­kom­men, son­dern wer den Wil­len mei­nes Vaters tut, der in den Him­meln ist.
      22 Vie­le wer­den an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch dei­nen Namen geweis­sagt und durch dei­nen Namen Dämo­nen aus­ge­trie­ben und durch dei­nen Namen vie­le Wunderwerke3 getan?
      23 Und dann wer­de ich ihnen beken­nen: Ich habe euch nie­mals gekannt. Weicht von mir, ihr Übel­tä­ter!

      • Sehr geehr­ter Herr Lämm­lein!

        Ubi Petrus, ibi Eccle­sia, ibi Chri­stus!
        Fran­zis­kus ist der Nach­fol­ger Petri, auf dem die Kir­che sich stützt, wel­che die Pfor­te der Höl­le nicht über­wäl­ti­gen wer­den. Die Men­schen machen Feh­ler, der Herr aber ver­lässt sei­ne Kir­che nicht. Und die ist auf Petrus gegrün­det. Und selbst wenn es ein sehr sün­di­ger Papst wäre, wie es in der Geschich­te der Kir­che mehr­fach vor­ge­kom­men ist. Was aber nicht der Fall ist.

        Oder, sagen Sie mal: Wie ver­ste­hen Sie Mt 16, 17ff? Und: Wel­che ande­re Begrün­dung hät­ten Sie als die­se Ver­sen, um katho­lisch zu sein? Wenn Sie ja nicht am Pri­mat Fran­zis­kus glau­ben, dafür ist ja da die Ortho­do­xe Kir­che, mit einer wahr­haft präch­ti­gen Lit­ur­gie (bei Wei­tem präch­ti­ger als das Triden­ti­ni­sche Ritus). Aber, oft, wenn ich die­se Sei­te lese, den­ke ich mir, ob hier nicht ein neu­es Schis­ma gerecht­fer­tigt wird, und zwar mit dem glei­chen Argu­ment von immer (von der Spal­tung des Ostens über Luther bis den jüng­sten Kir­chen­spal­tun­gen): „Rom ist vom Glau­ben abge­fal­len! “

      • @ Dax

        Ich ver­ste­he, dass wir leicht auf den Gedan­ken kom­men, es für schis­ma­tisch zu hal­ten, wenn ein Papst hef­tigst kri­ti­siert wird. Doch wir müs­sen gut auf­pas­sen und dif­fe­ren­zie­ren:

        Can 751
        „Schis­ma nennt man die Ver­wei­ge­rung der Unter­ord­nung unter den Papst oder Gemein­schaft mit den die­sem unter­ge­be­nen Glie­dern der Kir­che.“

        Wenn jemand die kri­tik­wür­di­gen Hand­lun­gen und Reden eines Pap­stes benennt, lie­be­voll und aus dem Geist des Lei­dens mit der Kir­che und der Für­sor­ge für die See­len her­aus, und kon­sta­tiert, dass er in die­sen kri­tik­wür­di­gen Punk­ten dem Papst nicht fol­gen kann, hat das mit einem Schis­ma abso­lut nichts zu tun.

        Eine Hil­fe bei die­sem The­ma ist mir ein Brief des hl. Atha­na­si­us des Gro­ßen an sei­ne Gläu­bi­gen, den ich heu­te ent­deckt habe:

        „Gott möge Euch trö­sten: … Dass die andern mit Gewalt die Kir­che besetzt hal­ten, wäh­rend Ihr in die­sen Zei­ten drau­ßen seid, das ist es, was Euch so sehr betrübt. Das sind die ‚Rea­li­tä­ten‘, sie haben die Orte, Ihr aber habt den apo­sto­li­schen Glau­ben. Mögen jene auch unse­re Kir­chen beset­zen, so ste­hen sie doch außer­halb des wah­ren Glau­bens. Ihr aber bleibt, die Ihr außer­halb der Kult­stät­ten seid, denn in Euch ist der Glau­be. Den­ken wir nach: was ist das Wich­tig­ste der Ort oder der Glau­be? Der wah­re Glau­be selbst­ver­ständ­lich …

        Und wir glau­ben, dass Gott uns eines Tages unse­re Kir­chen zurück­ge­ben wird. Je mehr nun also jene sich anstren­gen, die Hei­li­gen Stät­ten zu beset­zen, umso mehr tren­nen sie sich von der Kir­che. Sie behaup­ten von sich die Kir­che zu reprä­sen­tie­ren, in Wirk­lich­keit spal­ten sie sich von ihr ab und ver­ir­ren sich.

        Die Katho­li­ken, die treu zur Tra­di­ti­on ste­hen, selbst wenn es nur noch eine Hand­voll ist, die­se sind es, die die wah­re Kir­che Jesu Chri­sti dar­stel­len.“

      • @Dax

        Gab es nicht eine Zeit der Gegen­päp­ste?

        Ich glau­be ein blo­ßer For­ma­lis­mus bringt da nicht wei­ter. Natür­lich bleibt das „Ubi Petrus, ibi Eccle­sia, ibi Chri­stus“ wahr ‚doch dar­um kann die Kir­che immer wie­der ver­sucht sein, dass Kreuz von sich wer­fen?

        War­um mach­te Jesus aus­ge­rech­net den Apo­stel Petrus zum Fels, wo er ihn doch drei­mal ver­leug­nen soll­te?

        Der Apo­stel Petrus wur­de so zum Prüf­stein, wie weit wir in der Nach­fol­ge bereit sind, das Kreuz zu tra­gen. Ohne Kreuz kei­nen wah­ren Glau­ben! Die Barm­her­zig­keit Petrus woll­te auch das Kreuz erst nicht anneh­men, als Jesus dem Apo­stel ver­kun­de­te, dass er ster­ben wer­de.

        Es ist die ewi­ge Ver­su­chung des Chri­sten, sich dem Rei­ni­gen­den des Kreu­zes ent­zie­hen zu wol­len.

        Natür­lich wird der Fürst der Welt nicht gegen die Kir­che obsie­gen, aber auch die Kir­che muss immer wie­der aufs Neue ler­nen, das Kreuz auf sich zu neh­men. Es ist mehr als erschreckend, dass ich als Laie das sagen muss. Über­haupt ist es eine uner­träg­li­che Situa­ti­on, dass heu­te Lai­en den Glau­ben auf­rech­ter ver­tei­di­gen als vie­le Bischö­fe, von Prie­stern, wie dem Hof­hei­mer Kreis will ich gar nicht erst reden.

        Wie kann das sein?

        Es dürf­te eigent­lich nicht sein und in der Tat ist es ein Miss­stand, der vom Vati­ca­num II und sei­ner „Rezep­ti­on“ her­vor­ge­ru­fen wur­de.

        Mit dem „Sen­sus Fidei“ hat man doch erst das Instru­ment geschaf­fen, mit dem sich der Ungeist in der Kir­che recht­fer­ti­gen konn­te.

      • Sehr geehrte/r Dax,
        von dem Satz, den Sie anfüh­ren, gibt es ver­schie­de­ne Fas­sun­gen. Die älte­ste Fas­sung lau­tet: Ubi Chri­stus ibi Eccle­sia. Dar­auf folgt: Ubi Epi­scopus ibi Eccle­sia. Ubi Petrus ibi Eccle­sia ist der jüng­ste Spruch in die­ser Rei­he. Und damit ist ja nicht auto­ma­tisch mit­ge­ge­ben: Ubi Papa ibi Eccle­sia. Und wie wäre es mit: Ubi Anti­pa­pa ibi Eccle­sia? Gilt das auch? Die katho­li­sche Kir­che hat­te im Lau­fe der Geschich­te über 40 offi­zi­el­le Gegen­päp­ste — die Gegen­päp­ste seit dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil nicht mit­ge­zählt.
        Sie fra­gen nach Matth 16,17ff. Nun, Tat­sa­che ist: die Kir­chen­vä­ter der ersten 500 Jah­re der Kir­che ver­stan­den den Satz nicht so, wie im 1. Vati­ka­num defi­niert. Es ist alles nicht so ein­fach. Ein päpst­li­cher Juris­dik­ti­ons­pri­mat und erst recht eine päpst­li­che Unfehl­bar­keit waren im ersten Jahr­tau­send nie­mals all­ge­mein akzep­tier­ter Glau­be in der unge­teil­ten Kir­che des Westens und Ostens. –
        Wah­rer Glau­be ist die Grund­la­ge des Heils.
        Kir­che kann da nicht sein, wo kein wah­rer Glau­be ist oder nicht mehr ist.
        (Bei­spiel: Angli­ka­ni­sche Kir­che. Eben noch war sie katho­lisch, fiel sie vom katho­li­schen Glau­ben ab.)
        In der heu­ti­gen Lage geht es nicht um irgend­wel­che Sün­den der Päp­ste, wie Völ­le­rei, Unzucht, Ehe­bruch, Sodo­mie, Mord u.dgl., und wenn Sie hier mit­le­sen, dann wis­sen das ja doch auch.
        Wor­um die Dis­kus­si­on hier mei­stens geht, ist die Grund­fra­ge: ist das noch katho­lisch, bzw. christ­lich, was da in Rom gesagt und getan wird?
        Wenn ein Bischof hart­näckig Häre­si­en pre­digt, z.B., dann nützt es ihm nichts, dass er eine Mitra auf­sit­zen hat. Dann ist er kein Katho­lik mehr. So war das schon zur Zeit des hl. Atha­na­si­us.
        Wenn Sie mich per­sön­lich fra­gen: mich hat das Durch­ein­an­der in Kir­che soweit gebracht, dass ich im Blick auf die K i r c h e nur noch sagen kann: Ich weiß, dass ich nichts weiß.
        Das ein­zi­ge, wor­auf ich mich noch ver­las­se, ist Jesus Chri­stus und die Bibel.
        Gewis­ser­ma­ßen habe ich mich von Fran­zis­kus pro­te­stan­ti­sie­ren las­sen, aller­dings in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung wie er.

      • @ Gla­dys: Schis­ma war ledig­lich im Bezug auf die Wor­te Msgr. Lefèvres gemeint. Und: Dan­ke für den Bei­trag des Hl. Atha­na­si­us: Wür­den Sie mir bit­te den Link zukom­men las­sen? Dan­ke.

        @ Leo Lämm­lein: Ich ver­wei­se auf dem Brief an die Korin­ther des Pap­stes Kle­mens I, das älte­ste Doku­ment, wel­ches das Pri­mat des Pap­stes in der Pra­xis bezeugt. Aus dem I Jahr­hun­dert, eine kost­ba­re Per­le. Und: Wenn Mt 16, 17ff nicht stimmt, gibt es de fac­to kei­nen wirk­li­chen Grund, um katho­lisch zu sein und nicht ortho­dox. Übri­gens, ich bin Herr Dax 🙂

        @ Suá­rez: Im Grun­de ein­ver­stan­den mit Ihnen. Ja, das Kreuz ist wich­tig, ohne Kreuz kei­ne Nah­fol­ge Chri­sti. Aber: Chri­stus ist auf­er­stan­den. Manch­mal leben und den­ken wir, als hät­te er nicht ein für alle­mal über Sün­de und Tod gesiegt…

      • @ Dax

        Gera­de habe ich den 1. Cle­mens­brief durch­ge­le­sen. da steht nichts vom Pri­ma­ten des Pap­stes. Was da steht ist etwas ganz ande­res. ich zitie­re das mal, weil es auch für unser heu­ti­ges Pro­blem sehr inter­es­sant ist:

        „Wenn sol­che Män­ner nun (Bischö­fe und Dia­ko­ne) der Her­de Chri­sti unta­de­lig gedient haben, fer­ner beschei­den, fried­lich und groß­her­zig waren (…) dann ist es mei­ner Mei­nung nach Unrecht, sie abzu­set­zen. Es kann nur eine gro­ße Sün­de sein, wenn wir die aus dem Bischofs­amt ver­trei­ben, die unta­de­lig und fromm die Opfer dar­ge­bracht haben. (…) Denn ihr habt offen­kun­dig eini­ge abge­setzt, die gut mit euch leb­ten und ihr Amt unta­de­lig in Ehren hiel­ten.“

        Ich den­ke da über­haupt nicht an unse­re häre­ti­schen Nach­kon­zil­späp­ste, son­dern an all jene Prie­ster, die unge­recht, trotz unta­de­li­gen Rufes und Han­delns, von eben die­sen häre­ti­schen Päp­sten und Bischö­fen sus­pen­diert und exkom­mu­ni­ziert wur­den.
        Es will uns immer noch nicht in den Kopf nach einem Jahr­hun­dert der „Revo­lu­tio­nen von unten“, dass die Revo­lu­ti­on in der Kir­che von oben kam und wei­ter­hin kommt. Dar­an ändert auch das Gekrä­he von Son­der­grup­pen wie „Wir sind Kir­che“ nicht viel.

        ich für mie­nen Teil sehe kei­nen Sinn dar­in, mich all­zu lan­ge mit sol­chen Grup­pen von unten abzu­ge­ben und gegen sie zu pole­mi­sie­ren. Sie sind bedeu­tigslos und hät­ten kei­ner­lei Kraft, wenn nicht die Hier­ar­chie lan­ge vor ihnen vom Glau­ben abge­fal­len wäre und sie erst eine Fol­ge die­ser Zustän­de sind, die eben die Bischö­fe und Päp­ste geschaf­fen haben.

        Es ist also not­wen­dig, nicht starr ein histo­ri­sches Bei­spiel auf unse­re Situa­ti­on zu stül­pen, son­dern sie dem Sinn ent­spre­chend und der tat­säch­li­chen Lage ent­spre­chend zu deu­ten.

      • … und ach so, ich habe ver­ges­sen, die Quel­le anzu­ge­ben:

        „Der erste Kle­mens­brief, Kap. 44, 3 ff“

        in : Das Neue Testa­ment und früh­christ­li­che Schrif­ten. Über­setzt und kom­men­tiert von Klaus Ber­ger und Chri­stia­ne Nord. Insel Ver­lag 2005. ISBN 3–458-17249–1

      • @ Leo Lämm­lein

        Rein mensch­lich und spon­tan ver­ste­he ich Sie sicher gut. jeder weiß, dass ich bezweif­le, dass die Her­ren auf dem Stuhl Petri, wenn sie dort über­haupt noch sit­zen wol­len, wirk­lich „der Papst“ sind. Es kann nicht sein, dass das unfehl­ba­re Lehr­amt die gesam­te Leh­re zer­stört und ei gigan­ti­sches Kir­chen­ster­ben ver­ur­sacht. Man kann den, der die Leh­re eigent­lich ganz sicher fest­hal­ten soll, nich aner­ken­nen, wenn er selbst es ist, der die Leh­re nach und nach auf­löst, ihr wider­spricht, immer deut­li­cher was ande­res pre­digt, dabei immer wie­der so tut, als sei er recht­gläu­big, bevor er zum näch­sten Hieb an die Wur­zel anhebt.

        Ich sehe aber auch deut­lich, wel­che auf­ge­bla­se­nen und ihrer­seits irre­ge­lei­te­ten Per­so­nen nun den „Ersatz“ dafür spie­len — nir­gends ist eine noch ver­rück­te­re Ideo­lo­gi­sie­rung zu bekla­gen wie unter dem tra­di­tio­na­li­sti­schen Wider­stand ver­schie­den­ster Cou­leur. Sie hiel­ten zwar fest an zen­tra­len Din­gen des Glau­bens, aber als­bald kleb­ten sich dar­an Din­ge, die nie­mals so tra­diert waren und vom recht­gläu­bi­gen Papst­tum so nie­mals ver­tre­ten wur­den. Kir­chen­ge­set­ze, die sich nie­mals durch­set­zen konn­ten, wer­den von sol­chen Leu­ten zum Züng­lein an der Waa­ge erklärt, sie fal­len ins ande­re Extrem, denn es galt immer: was sich an Sit­ten­re­geln nicht durch­set­zen konn­te, gilt nicht — auch in recht­gläu­bi­gen Zei­ten. In aller Regel klem­men sich die­se Krei­se hin­ter Super­he­roes, die sie selbst ernannt haben, man­che davon sind Hei­li­ge, man­che sind es nicht, und sie blei­ben nicht beschei­den und machen sich selbst zum Lehr­amt.

        Es kann also nicht rich­tig sein, am Pri­ma­ten des Pap­stes zu zwei­feln. Da hat @ Dax völ­lig recht. Aber ande­rer­seits sind wir 200 Jah­re dar­auf ein­ge­stimmt wor­den, uns immer fester an Maria zu hal­ten, um Jesus nicht zu ver­lie­ren in die­ser Ver­wir­rung, was auch vie­le ableh­nen, obwohl es gan­ze Genera­tio­nen so gelehrt haben unter den Päp­sten (!), und der Miss­brauch oder die Ver­zer­rung die­ser Hil­fe­stel­lung darf nicht zum Vor­wand die­nen, hin­ter die Mari­en­ver­eh­rung, die uns gebo­ten wur­de, zurück­zu­fal­len. Uns wird sei 200 Jah­ren mit­ge­teilt, dass es ein Pro­blem geben wird mit Rom. Kei­ner kann also nun Zeter und Mor­dio schrei­en. Unzäh­li­ge Mysti­ker haben es unter gro­ßem Lei­den vor­aus­ge­se­hen und auch kund­ge­tan, und die damals noch guten Päp­ste haben das immer aner­kannt, nie­mals abge­wehrt und teil­wei­se hat­ten sie selbst ähn­li­che Visio­nen wie die vie­len hei­li­gen Frau­en, die es vor­aus­sa­hen. Z.B. Leo XIII., von dem daher auch das Bitt­ge­bet an den Erz­engel Micha­el stammt.

        Nein: am Papst­tum darf nie­mals gezwei­felt wer­den, wohl aber dar­an, ob es sich bei dem vor­han­de­nen Betrieb in Rom noch dar­um han­delt. Uns ist die Got­tes­mut­ter gege­ben, wofür auch Offen­ba­rung 12 + 13 spricht. Es ist ja ange­deu­tet, dass sie mit ihren Kin­dern, „die“, wie es heißt, „noch an Jesus glau­ben“, aus der sicht­ba­ren Kir­chen­or­ga­ni­sa­ti­on flie­hen muss.

        Uns ist alles gege­ben, was wir wis­sen müs­sen. Wir müs­sen kampf­be­reit sein, denn: wo Maria, da Kampf. Ubi Maria, ibi pugna.

      • @ Zeit­schnur:

        Der 1. Cle­mens­brief han­delt gewiss nicht direkt über den Pri­mat, wobei schon über die Apo­sto­li­schen Suk­zes­si­on. Indi­rekt aller­dings beweist der Brief in aller Deut­lich­keit, dass schon am Ende des 1. Jh Rom und ihr Bischof den Vor­rang aner­kannt wur­den. Bene­dikt XVI erklärt es sehr gut, glau­be ich, in „Licht der Welt“.

        Wie auch immer, wir sind uns einig: Am Pri­mat des Pap­stes darf nicht gezwei­felt wer­den. Das macht das Katho­lisch­sein aus, jen­seits von der Eucha­ri­stie und die Ver­eh­rung der Mut­ter­got­tes, auch vor­han­den in der Ortho­do­xen Kir­che.

        Zeit­schnur, eine Fra­ge noch, die mir noch kei­ner in die­sem Forum beant­wor­ten konn­te: Wel­che Dog­men haben die Päp­ste seit Johan­nes XXIII wider­spro­chen, jetzt ganz kon­kret? Ich kann mich wirk­lich an kei­nen Wider­spruch erin­nern…

      • @Sarah

        Im Mit­tel­punkt des Schrei­bens mit dem Titel «‚Sen­sus Fidei‘ im Leben der Kir­che» steht die Leh­re vom soge­nann­ten Glau­bens­sinn (Sen­sus Fidei). Die­ser wird als eine «Art geist­li­cher Instinkt» defi­niert, der die Gläu­bi­gen befä­hi­ge, spon­tan zu erken­nen, «ob eine bestimm­te Leh­re oder Pra­xis in Ein­klang mit dem Evan­ge­li­um und dem apo­sto­li­schen Glau­ben steht». Er dür­fe jedoch nicht mit der Mehr­heits­mei­nung gleich­ge­setzt wer­den.

        Der Begriff «Glau­bens­sinn» (Sen­sus Fidei) wird erst­mals vom Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil (1962–1965) gebraucht und defi­niert, hat der Sache nach aber eine län­ge­re theo­lo­gi­sche Tra­di­ti­on. Papst Fran­zis­kus hob mehr­fach her­vor, dass das kirch­li­che Lehr­amt den Glau­bens­sinn der ein­fa­chen Katho­li­ken beach­ten müs­se.

      • @ Sua­rez

        Sie zitie­ren hier wört­lich aus die­ser Web­site http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/news/page_news.php?id=35129

        Es gibt aber tat­säch­lich seit dem Vat. II zwei Begrif­fe: den vom sen­sus fidei (Glau­bens­sinn) und dem vom sen­sus fide­li­um (Gläu­bi­gen­sinn).

        Eigent­lich sind die­se Begriff unver­ständ­lich, wenn man genau­er nach­fragt. Hier fin­den Sie eine Hir­ni-Defi­ni­ti­on aus dem „neu­en theo­lo­gi­schen Wör­ter­buch“ (Vor­grim­ler):
        http://theologie_de.deacademic.com/281/Glaubenssinn

        Dem­nach wäre der sen­sus fide­li­um im Gläu­bi­gen die durch den Hei­li­gen Geist erleuch­te­te Erkennt­nis. Soweit so gut — das war tat­säch­lich schon immer Über­zeu­gung der Kir­che.

        Aber der sen­sus fide­li­um als „kol­lek­ti­ves Glau­bens­be­wusst­sein“ ist unver­ständ­lich — was soll das sein?
        Mir hat das noch nie einer erklä­ren kön­nen. Vor allem nicht in der Kor­re­la­ti­on zum apo­sto­lo­li­schen Lehr­amt.
        Aber es ist tat­säch­lich die­ser letz­te­re Begriff, der als Waf­fe ein­ge­setzt wird. ich habe jetzt kei­ne Zita­te parat, aber ich habe sehr viel gele­sen, auch gera­de zum Bei­spiel an Auf­sät­zen in der „Her­der Kor­re­spon­denz“, und da wird die­ser Begriff immer gegen lehr­amt­li­che Ent­schei­de ein­ge­setzt, die einem nicht pas­sen. Sicher hab ich das mal bei Prof. Georg Kraus hin­sicht­lich des Frau­en­prie­ster­tums gele­sen in „Stim­men der Zeit“, weiß aber nicht mehr wel­cher Jahr­gang. Etc.

      • …o Mann Ent­schul­di­gung, schon wie­der Tipp­feh­ler. Es muss hei­ßen:

        „Dem­nach wäre der sen­sus FIDEI im Gläu­bi­gen die durch den Hei­li­gen Geist erleuch­te­te Erkennt­nis. Soweit so gut…“

      • @ Dax

        Zu Ihrer letz­ten Fra­ge kann ich kei­ne kur­ze Ant­wort geben. Wir haben hier seit Jah­ren eine Debat­te über das The­ma.

        Beim Wider­spruch und der Auf­lö­sung der tra­dier­ten Leh­re wird ja nicht mit dem Holz­ham­mer vor­gan­gen.

        Was ein rech­ter Häre­ti­ker ist, der geht nicht hin und sagt „Hal­lo lie­be Leu­te, obacht: jetzt wider­spre­che ich einem Dog­ma!“ Damit gibt er sich erst mal nicht ab. Es ist ein lan­ger Pro­zess klei­ner und klein­ster Schrit­te, gele­gent­li­cher „Rück­schrit­te“, die dem Kir­chen­volk ein­träu­feln, es sei alles okay etc.

        Es ist auch nicht die­ses Forum, das das erfun­den hat. Viel­leicht lesen zur Ein­füh­rung von de Mattei das sehr gut recher­chier­te Buch über das Vati­ca­num II, das Werk Dör­manns über Johan­nes Paul II., und sehr auf­schluss­reich aber müh­sam ist auch „Iota unum“ von Ame­rio.
        Erst danach kann man dann an ein­zeil­nen The­men ori­en­tiert, wei­ter­re­den. Eine pau­scha­le Light-Erklä­rung ist ange­sichts der kom­ple­xen Pro­ble­ma­tik nicht mög­lich.

        Prin­zi­pi­ell geht es um die Zer­stö­rung der Litru­gie, um die phi­lo­so­phi­schen Metho­den, die mit dem Vati­ca­num II salon­fä­hig wur­den, vor­her aber ver­ur­teilt wur­den, grob das, was B16 als „Rela­ti­vis­mus“ beklag­te, obewohl er ihm sel­ber frön­te und die Ver­än­de­rung der bischöf­li­chen Auto­no­mie hin zu einem Kol­lek­ti­vis­mus, der den ein­zel­nen Bischof im Kol­le­gi­um fest­friert, was auch das Papst­tum rein insti­tu­tio­nell total geschwächt hat bzw. zu einem cha­ris­ma­ti­schen und sub­jek­ti­ven Amt umge­bo­gen hat.

        Ins­ge­samt hat sich das Ver­ständ­nis weg von der objek­ti­ven Leh­re hin zu einem dreh- und wend­ba­ren Sub­je­kit­vis­mus ver­än­dert.

      • @zeitschnur

        Dan­ke für Ihre inter­es­san­ten Aus­füh­run­gen.

        Ich hat­te mein Zitat noch als Mel­dung von KNA, denn die­se wird ja von kath.net ledig­lich in dem von Ihnen erwähn­ten Arti­kel, gebracht, gekenn­zeich­net.

        War­um das ver­lo­ren gegan­gen ist, weiß ich nicht.

        Egal wie man es nennt, es wird, wie der berüch­tig­te „Geist des Kon­zils“ auch, dazu gebraucht, um die Leh­re zu ver­wäs­sern. Es ist sozu­sa­gen das Instru­ment des Rela­ti­vis­mus.

  5. Wie es scheint, soll die­ser unkla­re Begriff von „Barm­her­zig­keit“, der weder die Offen­ba­rung des Evan­ge­li­ums noch die Hei­lig­keit und Gerech­tig­keit Got­tes im Blick hat und der lös­ge­löst ist von der Not­wen­dig­keit einer Bekeh­rung, die gesam­te Dis­kus­si­on der Syn­ode bestim­men. Das wäre dann tat­säch­lich ein Instru­ment, die Sexu­al- und Ehe­mo­ral der Kir­che zu para­lyx­sie­ren. Dabei hät­te die Kir­che aller­dings den Mis­si­ons­auf­trag unse­res Herrn ver­ra­ten, wel­cher lau­tet: „Leh­ret alle Völ­ker zu hal­ten, was ich euch gebo­ten habe.“

  6. In unse­ren Brei­ten jeden­falls wird kein Homo­se­xu­el­ler „unge­recht zurück­ge­setzt“. Ganz im Gegen­teil: bei uns müs­sen sich Nor­mal­sterb­li­che fast fra­gen, war­um sie so sind wie sie sind. Die Kir­che hat also den Kampf gegen die per­ver­se Homo­pro­pa­gan­da zu füh­ren wie das bei­spiel­haft in Ruß­land von Kir­che (ROK) und Staat prak­ti­ziert wird. Ein seich­tes Gesäu­sel gegen­über der Homo­lob­by ist fehl am Platz.

    Direkt mit dem Kampf gegen die Homo­lob­by hängt auch der Kampf gegen den Gen­de­ri­mus zusam­men. Wer die Sün­de von Homo­se­xu­el­len nicht Sün­de nennt, kann auch den Gen­de­ris­mus nicht glaub­haft ableh­nen.

    In Deutsch­land tun sich Prie­ster und Bischö­fe meist mit allem schwer, so auch mit der Ver­kün­di­gung der Inhal­te einer kirch­li­chen bzw. christ­li­chen Ehe. Man müß­te einen nicht gerin­gen Teil des Kle­rus ent­las­sen, ihnen die Ent­las­sung­pa­pie­re geben.
    Die hl. Eucha­ri­stie kann es für sog. wvh. Geschie­de­ne defi­ni­tiv nicht geben. Es wird auch kaum etwas nüt­zen, die Ehe­an­nu­lie­rungs­ver­fah­ren zu ver­ein­fa­chen. Nur Gott kann noch hel­fen und beten, beten, beten.
    Kein Papst und kei­ne Bischofs­syn­ode kann etwas bewir­ken. Nur das Gebet vie­ler Klei­ner kann Abhil­fe schaf­fen.

    • @ Leo Lämm­lein

      Rein mensch­lich und spon­tan ver­ste­he ich Sie sicher gut. jeder weiß, dass ich bezweif­le, dass die Her­ren auf dem Stuhl Petri, wenn sie dort über­haupt noch sit­zen wol­len, wirk­lich „der Papst“ sind. Es kann nicht sein, dass das unfehl­ba­re Lehr­amt die gesam­te Leh­re zer­stört und ei gigan­ti­sches Kir­chen­ster­ben ver­ur­sacht. Man kann den, der die Leh­re eigent­lich ganz sicher fest­hal­ten soll, nich aner­ken­nen, wenn er selbst es ist, der die Leh­re nach und nach auf­löst, ihr wider­spricht, immer deut­li­cher was ande­res pre­digt, dabei immer wie­der so tut, als sei er recht­gläu­big, bevor er zum näch­sten Hieb an die Wur­zel anhebt.

      Ich sehe aber auch deut­lich, wel­che auf­ge­bla­se­nen und ihrer­seits irre­ge­lei­te­ten Per­so­nen nun den „Ersatz“ dafür spie­len — nir­gends ist eine noch ver­rück­te­re Ideo­lo­gi­sie­rung zu bekla­gen wie unter dem tra­di­tio­na­li­sti­schen Wider­stand ver­schie­den­ster Cou­leur. Sie hiel­ten zwar fest an zen­tra­len Din­gen des Glau­bens, aber als­bald kleb­ten sich dar­an Din­ge, die nie­mals so tra­diert waren und vom recht­gläu­bi­gen Papst­tum so nie­mals ver­tre­ten wur­den. Kir­chen­ge­set­ze, die sich nie­mals durch­set­zen konn­ten, wer­den von sol­chen Leu­ten zum Züng­lein an der Waa­ge erklärt, sie fal­len ins ande­re Extrem, denn es galt immer: was sich an Sit­ten­re­geln nicht durch­set­zen konn­te, gilt nicht — auch in recht­gläu­bi­gen Zei­ten. In aller Regel klem­men sich die­se Krei­se hin­ter Super­he­roes, die sie selbst ernannt haben, man­che davon sind Hei­li­ge, man­che sind es nicht, und sie blei­ben nicht beschei­den und machen sich selbst zum Lehr­amt.

      Es kann also nicht rich­tig sein, am Pri­ma­ten des Pap­stes zu zwei­feln. Da hat @ Dax völ­lig recht. Aber ande­rer­seits sind wir 200 Jah­re dar­auf ein­ge­stimmt wor­den, uns immer fester an Maria zu hal­ten, um Jesus nicht zu ver­lie­ren in die­ser Ver­wir­rung, was auch vie­le ableh­nen, obwohl es gan­ze Genera­tio­nen so gelehrt haben unter den Päp­sten (!), und der Miss­brauch oder die Ver­zer­rung die­ser Hil­fe­stel­lung darf nicht zum Vor­wand die­nen, hin­ter die Mari­en­ver­eh­rung, die uns gebo­ten wur­de, zurück­zu­fal­len. Uns wird sei 200 Jah­ren mit­ge­teilt, dass es ein Pro­blem geben wird mit Rom. Kei­ner kann also nun Zeter und Mor­dio schrei­en. Unzäh­li­ge Mysti­ker haben es unter gro­ßem Lei­den vor­aus­ge­se­hen und auch kund­ge­tan, und die damals noch guten Päp­ste haben das immer aner­kannt, nie­mals abge­wehrt und teil­wei­se hat­ten sie selbst ähn­li­che Visio­nen wie die vie­len hei­li­gen Frau­en, die es vor­aus­sa­hen. Z.B. Leo XIII., von dem daher auch das Bitt­ge­bet an den Erz­engel Micha­el stammt.

      Nein: am Papst­tum darf nie­mals gezwei­felt wer­den, wohl aber dar­an, ob es sich bei dem vor­han­de­nen Betrieb in Rom noch dar­um han­delt. Uns ist die Got­tes­mut­ter gege­ben, wofür auch Offen­ba­rung 12 + 13 spricht. Es ist ja ange­deu­tet, dass sie mit ihren Kin­dern, „die“, wie es heißt, „noch an Jesus glau­ben“, aus der sicht­ba­ren Kir­chen­or­ga­ni­sa­ti­on flie­hen muss.

      Uns ist alles gege­ben, was wir wis­sen müs­sen. Wir müs­sen kampf­be­reit sein, denn: wo Maria, da Kampf. Ubi Maria, ibi

    • Da ist irgend­was schief gelau­fen mit der Kom­men­tar­funk­ti­on und mei­ne Ant­wort an Dax wur­de hier unter Fran­zel gesetzt…

      …@ Fran­zel woll­te ich sagen: die­ser Satz „Wer die Sün­de von Homo­se­xu­el­len nicht Sün­de nennt, kann auch den Gen­de­ris­mus nicht glaub­haft ableh­nen.“ triftt den Nagel auf den Kopf.

  7. Eigent­lich ist es voll­kom­men uner­heb­lich, was die Bischofs­syn­ode wie und war­um beschließt, denn die Fak­ten­la­ge ist kon­kret in den mei­sten Diö­ze­sen völ­lig klar: Man nennt eine zwei­te kirch­li­che Trau­ung „Seg­nung“. Die­se ist ein­ge­bun­den in eine kirch­li­che Fei­er (meist ein Wort­got­tes­dienst- WoGo oder sogar ein WoGo­Ko- Wort­got­tes­dienst mit Kom­mu­nion­fei­er). Ein­zel­ne Diö­ze­sen haben sogar ganz offi­zi­ell Gestal­tungs­vor­schlä­ge her­aus­ge­ge­ben.
    Da gibt es mitt­ler­wei­le kei­ner­lei Pro­ble­me mehr.
    Und wenn es nicht gar zu öffent­lich wird, bin­det man die Seg­nung sogar in die Fei­er der Hei­li­gen Mes­se mit ein. Das „Seg­nungs­paar“ sitzt wie ein Braut­paar vorm Altar, es gibt ein qua­si Treue­ver­spre­chen und natür­lich einen aus­führ­li­chen Segen. Was sagt uns das?
    Das gan­ze Gere­de Ber­go­gli­os von Barm­her­zig­keit usw. hinkt der Rea­li­tät mei­len­weit hin­ter­her. Bei der Aus­höh­lung des Ehe­sa­kra­men­tes geht man in bewähr­ter Manier vor: Erst ein­zel­ne Ver­stö­ße, dann mehr Ver­stö­ße gegen kirch­li­che Rechts­nor­men und schließ­lich wird der Ver­stoß still­schwei­gend hin­ge­nom­men. Im Fall der soge­nann­ten Mini­stran­tin­nen erfolg­te dann sogar die qua­si Bil­li­gung Roms. Was war das noch in den 70iger Jah­ren für eine Aus­ein­an­der­set­zung. Und heu­te haben selbst als stock­con­ser­va­tiv ver­schriee­ne Pfar­rer wie selbst­ver­ständ­lich Mini­stran­tin­nen. Und der Bei­spie­le sind vie­le: Hand­kom­mu­ni­on, Eigen­mäch­tig­keit bei den lit­ur­gi­schen Gebe­ten, Pre­digt von Lai­en, qua­si prie­ster­li­che Klei­dungs­stücke bei Pasto­ral­as­si­stö­sen u.ä. Bei uns gibt es eine Pasto­raltan­te, die Beer­di­gun­gen natür­lich im Plu­via­le hält und bei der Mes­se eine nur unzu­rei­chend getarn­te Dal­ma­tik trägt. In der Nach­bar­pfar­rei singt die dor­ti­ge Pasto­ral­da­me die Dox­olo­gie mit, wäh­rend sie den Kelch hoch­hält usw.usw.usw.
    Inso­fern stim­me ich den Tra­di­tio­na­li­sten zu, wenn sie davon aus­ge­hen, dass hier nichts mehr refor­mier­bar ist. Nach mei­nen Beob­ach­tun­gen stimmt das. Der Irr­tum ist bereits zu tief selbst in den from­men Krei­sen einer Pfar­rei ver­brei­tet. Immer wie­der ist zu hören: Aber der Papst hat das doch alles erlaubt. Aus­sichts­los.

    • Mar­cel­lus:

      „Das ‚Seg­nungs­paar‘ sitzt wie ein Braut­paar vorm Altar, es gibt ein qua­si Treue­ver­spre­chen und natür­lich einen aus­führ­li­chen Segen. Was sagt uns das?“

      Ver­läuft nicht die Zere­mo­nie genau so, m.W. zuletzt ganz pro­mi­nent zwi­schen dem bri­ti­schen Thron­fol­ger und des­sen geschie­de­nen „Braut“, bei den angli­ka­ni­schen Pro­te­stan­ten des noto­ri­schen Ehe­bre­chers und Hin­rich­ters Hen­ry VIII.?

      Mei­nes Wis­sens geht dem „Segen“ noch ein von den bei­den zu ver­rich­ten­des zer­knirsch­tes „Reue­ge­bet“ vor­aus, womit es sich dann aber hat. Danach wird unbe­schwert gefei­ert, schließ­lich ist man — zumin­dest amt­lich — wie­der „hono­ura­ble“.

      Bei Schis­ma­ti­kern und Häre­ti­kern mag solch bru­tal-offen­kun­di­ge Abkehr vom Evan­ge­li­um einen trau­rig stim­men, ver­wun­dern kann’s aller­dings nicht. „Es“ aber von pro­mi­nen­ter Stel­le der hl. Kir­che zu hören, macht fas­sungs­los.

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