50.000 bei Marsch für das Leben in Rom – Gedenken an Mario Palmaro

50.000 Teilnehmer bei Marsch für das Leben 2014(Rom) Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag, den 4. Mai fand in Rom der vier­te Marsch für das Leben statt. Inner­halb weni­ger Jah­re wur­de dar­aus die größ­te Lebens­rechts­ak­ti­on Ita­li­ens und eine der größ­ten Euro­pas. Am ersten Marsch am 28. Mai 2011 in Desen­za­no am Gar­da­see, nah­men 600 Men­schen teil. Seit 2012 fin­det der Marsch für das Leben in Rom statt. Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag zogen 50.000 Men­schen für das Recht auf Leben durch die Stra­ßen Roms und pro­te­stier­ten gegen den Mord an unschul­di­gen Kin­dern durch Abtrei­bung. Gewid­met war der vier­te Marsch dem vor kur­zem ver­stor­be­nen Rechts­phi­lo­so­phen Mario Palma­ro, der einer der Grün­der des ita­lie­ni­schen Mar­sches für das Leben war.

Marsch für das Leben hat Lebensrechtsbewegung Italiens „revolutioniert“

Die Initia­ti­ve führ­te zu einem Umbruch der Lebens­rechts­sze­ne in Ita­li­en. Vie­le Jah­re war die­se in einer Art Ali­bi­funk­ti­on an die regie­ren­den Christ­de­mo­kra­ten gekop­pelt, die zwar hier und da zur Beru­hi­gung der eige­nen Wäh­ler­schaft gegen Abtrei­bung Stel­lung bezo­gen, aber nichts gegen das Kin­der­mor­den unter­nah­men. Der Marsch für das Leben ent­stand in den USA. Durch die Über­nah­me gelang in Ita­li­en der Befrei­ungs­schlag aus par­tei­po­li­ti­scher Umar­mung. Seit­her ist die Lebens­rechts­be­we­gung auf der Apen­ni­nen­halb­in­sel unab­hän­gig und seit­her ist ihre Stim­me in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on hör­bar gewor­den. Alle wich­ti­gen Medi­en berich­te­ten über den außer­ge­wöhn­li­chen Zulauf zum Lebens­rechts­zug, der am Sonn­tag durch die Stra­ßen Roms führ­te und auf dem Peters­platz ende­te. Den Erfolg hat­ten sich weder Abtrei­bungs­be­für­wor­ter noch Geg­ner erwar­tet, als vor vier Jah­ren zum ersten Mal zu einem „Marsch“ ein­ge­la­den wur­de. Der Marsch ist kei­ne Orga­ni­sa­ti­on, son­dern ein Ereig­nis und ver­steht sich selbst als Platt­form für den Lebens­schutz. An ihm kön­nen alle Grup­pen und Orga­ni­sa­tio­nen auf der Grund­la­ge eines kla­ren gemein­sa­men Nen­ners teil­neh­men: Ein kom­pro­miß­lo­ses Nein zur Abtrei­bung und Ver­let­zung unschul­di­gen Lebens.

Initiative traditionsverbundener Katholiken

50.000 Lebensschützer zogen durch Rom: Kompromißlos gegen Abtreibung und für das Recht auf LebenMaß­geb­li­che Initia­to­ren des Mar­sches sind Katho­li­ken, die die ersticken­de Situa­ti­on der Lebens­rechts­be­we­gung in Ita­li­en nicht mehr ertra­gen konn­ten. Unter ihnen ist an erster Stel­le der Histo­ri­ker Rober­to de Mattei zu nen­nen, wie über­haupt tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Katho­li­ken eine zen­tra­le Rol­le beim Marsch für das Leben in der Stadt des Pap­stes spie­len. Mit dabei waren neben Ange­hö­ri­gen ver­schie­de­ner ande­rer Orden von Anfang an auch die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta. Zahl­rei­che Brü­der und Schwe­stern nah­men am Marsch teil, vor allem aber war­ben sie an allen ihren Nie­der­las­sun­gen und betreu­ten Kir­chen und Wall­fahrts­or­ten für den Marsch.

Wie bereits 2012 und 2013 führ­te der Marsch für das Leben erneut nach einem zwei­stün­di­gen Ver­lauf auf den Peters­platz, wo er mit der Teil­nah­me am Regi­na Coeli des Pap­stes sei­nen Abschluß fand. Im Gegen­satz zu den Vor­jah­ren bega­ben sich die­ses Mal meh­re­re Tau­send Lebens­schüt­zer sofort auf den Peters­platz. Durch ihre Trans­pa­ren­te, wur­de das bren­nen­de The­ma des Mas­sen­mor­des an unge­bo­re­nen Kin­dern für die Medi­en noch bes­ser sicht­bar gemacht.

Papst Fran­zis­kus, der im ver­gan­ge­nen Jahr die Teil­neh­mer grüß­te und auf die Unter­schrif­ten­samm­lung der euro­päi­schen Bür­ger­pe­ti­ti­on One of Use – Einer von uns nur in Ita­li­en hin­wies, obwohl es sich um eine EU-wei­te Akti­on han­del­te, beton­te am ver­gan­ge­nen Sonn­tag stär­ker den inter­na­tio­na­len Cha­rak­ter, den die Initia­ti­ve Marsch für das Leben inzwi­schen hat. Aus den USA kom­mend fin­den heu­te in meh­re­ren euro­päi­schen Städ­ten sol­che Mär­sche statt, dar­un­ter im Sep­tem­ber jeweils auch in Ber­lin und Zürich.

Gedenkminute für Mario Palmaro

Danke Mario PalmaroVor der Kir­che San­ta Maria degli Ange­li e dei Mar­ti­ri sag­te die Vor­sit­zen­de der Initia­ti­ve Marsch für das Leben Vir­gi­nia Coda Nun­zi­an­te in ihrer Rede: „Wir zei­gen, daß es die Bewe­gung für das Leben gibt, daß sie leben­dig ist und daß sie nicht resi­gniert hat ange­sichts einer ver­brei­te­ten Gleich­gül­tig­keit und der täg­li­chen Tötung unschul­di­ger Kin­der im Mut­ter­leib“.

Einer der ergrei­fend­sten Momen­te des dies­jäh­ri­gen Mar­sches war, als die Vor­sit­zen­de zu einer Gedenk­mi­nu­te für den im ver­gan­ge­nen März ver­stor­be­nen Rechts­phi­lo­so­phen Mario Palma­ro auf­rief: „Die­ses Jahr haben wir eine schmerz­haf­te Lücke in unse­ren Rei­hen: jene von Mario Palma­ro. Er war für uns ein Lehr­mei­ster im Den­ken und im Leben. Ihm wol­len wir die­sen vier­ten Marsch für das Leben wid­men“. Auf einem Trans­pa­rent stand zu lesen: „Dan­ke Mario Palma­ro“.

Mario Palma­ro, der erst 45 Jah­re alt, am 9. März an einer unheil­ba­ren Krank­heit gestor­ben war, gehör­te zu den Initia­to­ren der ita­lie­ni­schen Aus­ga­be des Mar­sches für das Leben. Der über­zeug­te Lebens­recht­ler war in sei­nen letz­ten Lebens­mo­na­ten zum intel­lek­tu­ell schärf­sten Kri­ti­ker von Papst Fran­zis­kus und des­sen Amts­füh­rung gewor­den. Vor einem Jahr hat­te er noch am drit­ten Marsch für das Leben teil­ge­nom­men. Am Mor­gen vor dem Marsch zele­brier­te Msgr. Mar­co Agosti­ni in der über­füll­ten Kar­me­li­ten­kir­che San­ta Maria del­la Vit­to­ria eine Gedächt­nis­mes­se im Alten Ritus für Mario Palma­ro. Eine wei­te­re Mes­se in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus wur­de nach dem Marsch in der nicht min­der über­füll­ten Kir­che der Petrus­bru­der­schaft in Rom, SS. Tri­ni­tà  dei Pel­le­gri­ni zele­briert.

Kardinal Burke hielt Eucharistische Anbetung und marschierte wieder mit

Kardinal Raymond Burke marschierte mit: Kirche verbietet es, die Kommunion Abtreibungsbefürwortern zu spenden14 Kar­di­nä­le unter­stütz­ten den dies­jäh­ri­gen Marsch. Zuvor war es nur Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke, der demon­stra­tiv selbst durch die Stra­ßen Roms zog und die Bischö­fe und Kar­di­nä­le auf­for­der­te, über­all in der Welt für das Recht auf Leben und gegen Abtrei­bung und Eutha­na­sie auf die Stra­ße zu gehen.

Wie bereits in den ver­gan­ge­nen Jah­ren lei­te­te Kar­di­nal Bur­ke am Vor­abend des Mar­sches eine Eucha­ri­sti­sche Anbe­tung in der Basi­li­ka S. Andrea del­la Val­le. Und erneut ging der von Papst Fran­zis­kus deklas­sier­te, tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Kar­di­nal den gan­zen Weg von der Piaz­za del­la Repub­bli­ca am Haupt­bahn­hof bis zum Peters­platz mit.

Rome Life Forum: Appell an Bischöfe, keine Kommunion für Abtreibungspolitiker

Am Sams­tag nahm Kar­di­nal Bur­ke an einer inter­na­tio­na­len Lebens­rechts­ta­gung statt, die im Saal Pius X. in der Via del­la Con­ci­lia­zio­ne statt­fand. In sei­ner Rede bekräf­tig­te der Kar­di­nal das Ver­bot der Katho­li­schen Kir­che, die hei­li­ge Kom­mu­ni­on öffent­li­chen Sün­dern zu spen­den. Der Kar­di­nal unter­stütz­te damit den Auf­ruf von 52 füh­ren­den Lebens­schüt­zern aus der gan­zen Welt, die am sel­ben Tag an die katho­li­schen Bischö­fe appel­lier­ten, „in einem Geist der Lie­be und Barm­her­zig­keit“ katho­li­schen Poli­ti­kern, die für die Abtrei­bung sind, die Kom­mu­ni­on zu ver­wei­gern. Der Appell wur­de im Rah­men des Rome Life Forum unter­zeich­net, der von Life­Si­teNews, Human Life Inter­na­tio­nal und Fami­ly Life Inter­na­tio­nal ver­an­stal­tet wur­de. Aus dem deut­schen Sprach­raum unter­zeich­ne­te neben den Able­gern von Human Life Inter­na­tio­nal auch die Jugend für das Leben den Appell. Der Marsch für das Leben in Rom wur­de von 107 ita­lie­ni­schen Orga­ni­sa­tio­nen, Ver­ei­ni­gun­gen, Initia­ti­ven, Grup­pen und sogar Pfar­rei­en mit­ge­tra­gen.

Der näch­ste Marsch für das Leben fin­det am 10. Mai 2015 statt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na