Gefährliches Ägypten: Islamisten greifen koptische Kirche an — Ein Toter

Koptische Marienkirche in Kairo(Kai­ro) Isla­mi­sten haben am Diens­tag nach­mit­tag die kop­tisch-ortho­do­xe Kir­che der Jung­frau Maria im Bezirk „6. Okto­ber“ des Gou­ver­ne­ment al-Dschi­za ange­grif­fen. Dabei kam es zu einem Schuß­wech­sel mit der Poli­zei. Ein Poli­zist wur­de getö­tet, zwei wei­te­re ver­letzt. Die ein­grei­fen­den Anwoh­ner, vor allem Chri­sten, konn­ten das Auto auf­hal­ten, mit dem die Isla­mi­sten flüch­ten woll­ten und einen der Atten­tä­ter der Poli­zei über­ge­ben. Ein wei­te­rer Atten­tä­ter wur­de eini­ge Stun­den spä­ter von der Poli­zei fest­ge­nom­men. Bei den bei­den Män­nern han­delt es sich um Moha­med Abdel-Hamid Ibra­him und Ahmed Moha­med Abdel-Rah­man. Bei­de sind den Behör­den bereits als Ange­hö­ri­ge isla­mi­stisch-ter­ro­ri­sti­scher Krei­se bekannt.

Der kop­tisch-ortho­do­xe Patri­arch Tawa­dros II. ver­ur­teil­te das Atten­tat auf die Kir­che und schick­te ein Kon­do­lenz­schrei­ben an die Fami­lie des getö­te­ten Poli­zi­sten. Pater Jero­me Samir, der Ortsprie­ster sag­te, daß die Sicher­heits­vor­keh­run­gen vor kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen ver­stärkt wer­den: „Wir wer­den aus den Rei­hen der Gläu­bi­gen Wachen auch vor den klei­ne­ren Kir­chen auf­stel­len“. In die­ser Gegend sei­en meh­re­re isla­mi­sti­sche Mili­zen aktiv, „die den Frie­den zer­stö­ren wol­len“, so der Priester.

Muslimbrüder bezichtigen Kopten der Kollaboration mit dem Militär

Seit der Ent­mach­tung der Mus­lim­bru­der­schaft erlebt Ägyp­ten eine Wel­le der Gewalt. Die Isla­mi­sten betrach­ten die kop­ti­schen Chri­sten als Unter­stüt­zer der neu­en Mili­tär­re­gie­rung, die har­te Maß­nah­men zur Ver­fol­gung der Mus­lim­brü­der setzt. Mit­te August des Vor­jah­res haben Tau­sen­de Anhän­ger nach dem Ver­bot der Mus­lim­bru­der­schaft Kir­chen, Ein­rich­tun­gen, Geschäfts- und Pri­vat­ge­bäu­de der Chri­sten ange­grif­fen und mehr als 200 davon zerstört.

Die Annah­me der neu­en Ver­fas­sung bei einer Volks­ab­stim­mung, die jene der Mus­lim­brü­der von 2012 ersetzt, ver­schärft die Span­nun­gen zusätz­lich. Die Mus­lim­brü­der grei­fen aus dem Unter­grund das Mili­tär und sei­ne Unter­stüt­zer an. Dazu gehört auch die Ermor­dung von Gene­ral Moha­med Said, einem hohen Funk­tio­när des Innen­mi­ni­ste­ri­ums. Der Mord­an­schlag wur­de weni­ge Stun­den vor Beginn des Pro­zes­ses gegen den ehe­ma­li­gen Staats­prä­si­den­ten und Mus­lim­bru­der Moha­med Mur­si ver­übt. Der Pro­zeß fin­det in Kai­ro statt. Gleich­zei­tig erteil­te der Ober­ste Mili­tär­rat Gene­ral al-Sisi die Erlaub­nis, für das Amt des Staats­prä­si­den­ten zu kan­di­die­ren. Gene­ral al-Sisi ist offi­zi­ell Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster der amtie­ren­den, vom Mili­tär gestütz­ten Regie­rung, doch in Wirk­lich­keit der neue star­ke Mann Ägyptens.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: AsiaNews

1 Kommentar

  1. “ In die­ser Gegend sei­en meh­re­re isla­mi­sti­sche Mili­zen aktiv, „die den Frie­den zer­stö­ren wol­len“, so der Prie­ster. Ende des Zitats Mit sol­chen Sprü­chen wer­den die Kop­ten nicht weit kom­men, weil auf Dau­er kann das Mili­tär nicht eine sol­che Men­schen­mas­se niederhalten.

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