Das Problem ist das Schweigen der Kirche — Mario Palmaro und der Rauch Satans

Der Rauch Satans in der Kirche - Mario Palmaro über das "wirkliche Problem" unserer Zeit(Rom) Die katho­li­sche Nach­rich­ten­sei­te „La Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na“ (NBQ), maß­geb­lich getra­gen von Erz­bi­schof Lui­gi Negri von Fer­ra­ra, Radio Maria und dem Juri­sten und Reli­gi­ons­so­zio­lo­gen Mas­si­mo Intro­vi­g­ne ver­öf­fent­lich­te einen Brief des tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Rechts­phi­lo­so­phen Mario Palma­ro an den NBQ-Chef­re­dak­teur Ric­car­do Cascio­li. Mario Palma­ro wur­de in den ver­gan­ge­nen Mona­ten vor allem durch sei­ne kri­ti­sche Ana­ly­se des Pon­ti­fi­kats von Papst Fran­zis­kus bekannt, die er gemein­sam mit dem Jour­na­li­sten Ales­san­dro Gnoc­chi in der Tages­zei­tung „Il Foglio“ for­mu­lier­te. Um den Zustand und das Leben der Kir­che geht es auch im neu­en Text von Mario Palma­ro. Cascio­li hat­te den neu­en Par­tei­vor­sit­zen­den der regie­ren­den Links­de­mo­kra­ten (PD) (1) Matteo Ren­zi als „Pro­blem“ benannt, weil die­ser sich als Katho­lik bezeich­net, sein poli­ti­sches Pro­gramm aber in zen­tra­len Punk­ten der katho­li­schen Leh­re wider­spricht. Palma­ro ant­wor­te­te ihm, daß nicht Matteo Ren­zi, die Links­de­mo­kra­ten oder irgend­wel­che links­grü­nen Kom­mu­ni­sten das Pro­blem sei­en. Das wirk­li­che Pro­blem sei die Katho­li­sche Kir­che selbst, wie sie sich heu­te prä­sen­tiert und der Kurs, den sie steu­ert. Hier das per­sön­li­che Schrei­ben von Mario Palma­ro an Ric­car­do Cascio­li in fast voll­stän­di­gem Wort­laut. Die Aus­las­sung betrifft nur ein kur­ze ita­li­en­spe­zi­fi­sche Stel­le. Der bemer­kens­wer­te Titel „Der Rauch Satans in der Kir­che“ stammt von Cascio­li.

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Der Rauch Satans in der Kirche

Lie­ber Chef­re­dak­teur,

ich habe Dei­nen Leit­ar­ti­kel vom 3. Janu­ar „Ren­zi, wenn das das Neue ist, das vor­dringt“ gele­sen und tei­le Dei­ne Ana­ly­se zum neu­en Par­tei­vor­sit­zen­den der Links­de­mo­kra­ten, sei­ne unge­nier­te Schlau­heit, sei­ne Wand­lungs­fä­hig­keit, die unver­meid­li­chen Wider­sprü­che zwi­schen sei­nem Anspruch Katho­lik zu sein und For­de­run­gen, die nicht nur im Wider­spruch zum Kate­chis­mus, son­dern auch des Natur­rechts ste­hen. Ich möch­te auch dazu gra­tu­lie­ren, was Du mit NBQ seit eini­ger Zeit an der Front gegen die Homo-Offen­si­ve gelei­stet hast.

Sind unser vorrangiges Problem wirklich die anderen?

Den­noch ver­spü­re ich die Not­wen­dig­keit Dir und den Lesern zu schrei­ben, was ich den­ke. In aller Auf­rich­tig­keit: Ist unser Pro­blem wirk­lich Matteo Ren­zi? Das heißt: Konn­ten wir uns wirk­lich erwar­ten, daß einer Vor­sit­zen­der der Links­de­mo­kra­ten wird und sich dann hin­stellt, um die Fami­lie zu ver­tei­di­gen und das unge­bo­re­ne Leben, um die künst­li­che Befruch­tung zu bekämp­fen und sich der Abtrei­bung und der Eutha­na­sie zu wider­set­zen? Ent­schul­digt, aber ist Euch die Wäh­ler­schaft der Links­de­mo­kra­ten bewußt, der Katho­li­ken aus den Pasto­ral­rä­ten, ein­schließ­lich der Ordens­frau­en und der Pfar­rer? Was denkt Ihr denn, was die­se Wäh­ler­schaft von Ren­zi will? Es ist doch offen­sicht­lich: sie wol­len die Homo-Ehe und ein les­bisch-demo­kra­ti­sches Adop­ti­ons­recht. Habt Ihr noch nie in der Mit­tags­pau­se den durch­schnitt­li­chen Ange­stell­ten reden hören, der links wählt? Was denkt Ihr: Will er die Ver­tei­di­gung der Ehe oder den Zugang zu Sozi­al­woh­nun­gen für unse­re homo­se­xu­el­len Brü­der, die so ent­setz­lich dis­kri­mi­niert wer­den? Hören wir auf, zu mei­nen, daß das Pro­blem Niki Ven­do­la ((homo­se­xu­el­ler, kom­mu­ni­stisch-links­grü­ner Regie­rungs­chef von Apu­li­en)) oder häß­li­che und böse extre­mi­sti­sche Kom­mu­ni­sten sind. Und hören wir auf, zu mei­nen, daß es vor allem wich­tig ist, in der gemä­ßig­ten Mit­te zu ste­hen, denn in die­ser fik­ti­ven Mit­te sind die Bezugs­punk­te für den Durch­schnitts­bür­ger längst Fabio Fazio ((Athe­ist und mei­nungs­ma­chen­der lin­ker Talk­show­mo­de­ra­tor des staat­li­chen ita­lie­ni­schen Fern­se­hens)) und Lucia­na Lit­tiz­zet­to ((Athe­istin und links­kon­for­me Kaba­ret­ti­stin und Fazi­os Fern­seh­part­ne­rin)), die Coop ((Kon­zern der lin­ken Genos­sen­schaf­ten Ita­li­ens, ein Erbe der alten Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei, deren Nach­fol­ge­par­tei die Links­de­mo­kra­ten sind)), Gino Stra­da ((Athe­ist und Grün­der von Emer­gen­cy einer lin­ken Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on mit poli­ti­scher Mis­si­on)), Enzo Bian­chi ((Grün­der einer „öku­me­ni­schen Ordens­ge­mein­schaft“ und Lieb­ling der Links­ka­tho­li­ken)) und Euge­nio Scal­fa­ri ((Athe­ist, Doy­en des lin­ken Jour­na­lis­mus, der Gesprächs­part­ner von Papst Fran­zis­kus ist und ein umstrit­te­nes Inter­view mit dem Papst ver­öf­fent­lich­te)). Ren­zi gibt die­se essen­ti­el­len Zuta­ten sei­ner Wäh­ler­schaft in sei­nen Mixer, mixt sie mit homöo­pa­thi­scher Dosie­rung von Don Ciot­ti ((katho­li­scher Prie­ster im links­kon­for­men Strom)) und Don Gal­lo ((sie­he eige­nen Bericht Don Gal­lo, der Prie­ster der fast alles leug­ne­te – Skan­dal bis ins Grab)) und das Ergeb­nis ist das per­fek­te Getränk, das die demo­kra­ti­sche „Pfarr­ge­mein­de“ und den Homo-Dach­ver­band Arci­gay ((größ­ter Homo-Ver­band Ita­li­ens, der von einem homo­se­xu­el­len Prie­ster gegrün­det wur­de, sie­he eige­nen Bericht Ein Prie­ster grün­de­te Homo-Lob­by Ita­li­ens – Die außer­ge­wöhn­li­che Geschich­te von Don Mar­co Bis­ce­glia)) glei­cher­ma­ßen zusam­men­hält. Sich von ihm irgend etwas ande­res zu erwar­ten, wäre gera­de­zu dumm. […]

Das Problem ist die Katholische Kirche, die schweigt

Nein, lie­ber Chef­re­dak­teur, mein Pro­blem ist nicht Matteo Ren­zi. Mein Pro­blem ist die Katho­li­sche Kir­che. Das Pro­blem ist, daß die Kir­che in die­ser Sache, zu die­ser pla­ne­ta­ri­schen Ent­fes­se­lung der Homo-Lob­by schweigt. Sie schweigt vom Papst bis zum letz­ten Kaplan an der Peri­phe­rie. Und wenn der Papst etwas sagt, dann muß Vati­kan­spre­cher Pater Lom­bar­di am näch­sten Tag rich­tig­stel­len, prä­zi­sie­ren, klä­ren und dif­fe­ren­zie­ren. Und bit­te, kein Abstau­ben von Brie­fen und Erklä­run­gen, die Kar­di­nal Jor­ge Mario Ber­go­glio vor zehn Jah­ren getä­tigt hat. Wenn ich heu­te ent­decke, daß mein Sohn Dro­gen nimmt, sage ich ihm dann viel­leicht: „Geh und lies die gemein­sa­me Erklä­rung nach, die ich und Dei­ne Mut­ter vor sechs Jah­ren abge­ge­ben haben, als wir Dir gesagt haben, Du sollst kei­ne Dro­gen neh­men“? Oder wer­de ich ihn mir jetzt, hier und heu­te zur Brust neh­men und ver­su­chen, ihn auf den rech­ten Weg zurück­zu­füh­ren, so gut es mir nur irgend mög­lich ist?

Wo ist der Papst? Wo sind die Bischöfe? Ohrenbetäubendes Schweigen

Lie­ber Chef­re­dak­teur,  wo ist in die­sem Kampf die Bischofs­kon­fe­renz, wo sind die Bischö­fe? Ohren­be­täu­ben­de Stil­le. Aber nein, ganz im Gegen­teil: Bischof Dome­ni­co Moga­vero von Maza­ra del Val­lo, Kir­chen­recht­ler und ehe­ma­li­ger Unter­se­kre­tär der Bischofs­kon­fe­renz hat gespro­chen, und wie er gespro­chen hat: „Das Gesetz kann nicht Hun­dert­tau­sen­de von Zusam­men­le­ben­den igno­rie­ren: ohne zusam­men­le­ben­de Paa­re und Fami­li­en gleich­set­zen zu wol­len, ist es jedoch rich­tig, daß auch in Ita­li­en zivi­le Part­ner­schaf­ten aner­kannt wer­den“. Für Bischof Moga­vero „kann und muß der Staat den Pakt schüt­zen, den zwei Zusam­men­le­ben­de mit­ein­an­der geschlos­sen haben. Es wider­spricht der christ­li­chen Barm­her­zig­keit und dem uni­ver­sa­len Recht, daß die Zusam­men­le­ben­den für das Gesetz nicht exi­stie­ren. Wenn heu­te einer der bei­den ins Kran­ken­haus kommt, bekommt der ande­re nicht ein­mal Aus­kunft über den Gesund­heits­zu­stand wegen der ärzt­li­chen Schwei­ge­pflicht, so als wür­de es sich um einen Frem­den han­deln.“ Der Bischof kommt daher zum Schluß: „Es scheint mir legi­tim, Rech­te, wie den Pen­si­ons­an­spruch oder die Miet­nach­fol­ge anzu­er­ken­nen, weil immer die Per­son im Mit­tel­punkt ste­hen muß. Es ist untrag­bar, daß ein zusam­men­le­ben­der Part­ner für das Gesetz ein nie­mand ist.“ Und für die Kir­che, die von Papst Fran­zis­kus bereits auf­ge­for­dert wur­de, mit Blick auf die außer­or­dent­li­che Bischofs­syn­ode zum The­ma Fami­lie nach­zu­den­ken, „ohne sie mit den ver­hei­ra­te­ten Paa­ren gleich­zu­stel­len, gibt es kei­ne Hin­der­nis­se, die Zivil­part­ner­schaf­ten anzu­er­ken­nen“, so der gesprä­chi­ge Bischof.

Mein Sohn wird in der Schule gezwungen, mit Kondomen zu spielen — Und die Kirche redet von Lampedusa und Roma-Kultur

Ver­stehst Du, lie­ber Chef­re­dak­teur? Dem­nächst wer­den sie mei­nen sie­ben­jäh­ri­gen Sohn in der Schu­le neh­men und dazu anhal­ten, mit Kon­do­men und sei­nen Geni­ta­len „zu spie­len“, und die Kir­che, was sagt die mir? Sie redet von den Boo­ten, die in Lame­pe­du­sa ken­tern, daß Jesus ein Flücht­ling war, von einem mir unbe­kann­ten Jesui­ten des 17. Jahr­hun­derts, den sie gera­de selig­ge­spro­chen hat. Nein, mein Pro­blem ist nicht Matteo Ren­zi. Wo bleibt in die­sem Kampf der Erz­bi­schof von Mai­land, Kar­di­nal Ange­lo Sco­la? Bald wer­den sie uns ver­bie­ten, zu sagen und zu schrei­ben, daß Homo­se­xua­li­tät wider­na­tür­lich ist, und Sco­la erzählt mir etwas von Mesti­zen­tum und der Not­wen­dig­keit, die Roma-Kul­tur auf­zu­wer­ten.

Der­sel­be Erz­bi­schof von Mai­land hat vor weni­gen Wochen den Erz­bi­schof von Wien, Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born in unse­ren Dom ein­ge­la­den: Da sich die Kir­che in Öster­reich in Unge­hor­sam und Auf­lö­sung befin­det, wur­de er gebe­ten, den Prie­stern unse­rer Diö­ze­se zu erklä­ren, wie man das schafft, was denn das Geheim­nis für eine sol­che Lei­stung ist. Ganz nach dem Mot­to: Der Trai­ner hat sei­ne Mann­schaft zum Abstieg in die unte­re Liga geführt, des­halb ernen­nen wir ihn zum Trai­ner unse­rer Natio­nal­mann­schaft.

Kardinal Schönborn in Mailand: Wie man es schafft, die Kirche in Ungehorsam und Auflösung zu führen

Und was für ein Zufall: Schön­born, der das­sel­be Ordens­ge­wand des hei­li­gen Domi­ni­kus und des hei­li­gen Tho­mas von Aquin trägt, ist nach Mai­land gekom­men, um den ambro­sia­ni­schen Prie­stern zu erklä­ren, daß er per­sön­lich ein­ge­grif­fen hat, um die Wahl eines prak­ti­zie­ren­den Homo­se­xu­el­len zum Pfarr­ge­mein­de­rat zu ver­tei­di­gen. Er habe den Homo­se­xu­el­len und des­sen Lebens­part­ner ein­ge­la­den und getrof­fen und, so Schön­born, „zwei rei­ne, jun­ge Män­ner gese­hen, auch wenn ihr Zusam­men­le­ben nicht das ist, was die Schöp­fungs­ord­nung vor­ge­se­hen hat“.

Das, lie­ber Chef­re­dak­teur, ist die ‚Rein­heit‘ laut Mei­nung eines Kir­chen­für­sten am Beginn des Jah­res 2014. Und mein Pro­blem soll­te Matteo Ren­zi und sei­ne Links­de­mo­kra­ten sein? Sie wer­den mei­nen sie­ben­jäh­ri­gen Sohn neh­men und ihn einer Gehirn­wä­sche unter­zie­hen, bis er akzep­tiert haben wird, daß Homo­se­xua­li­tät etwas ganz „Nor­ma­les“ ist, und mein Erz­bi­schof lädt wäh­rend­des­sen einen Bischof ein, der mir weis­ma­chen will, daß zwei zusam­men­le­ben­de Homo­se­xu­el­le Vor­bil­der der Rein­heit sind?

Das physiologische Produkt von Papst Franziskus — Der Jahrhunderterfolg der Homo-Lobby

Um es also noch deut­li­cher zu sagen: Matteo Ren­zi, der die ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaf­ten för­dert, ist das phy­sio­lo­gi­sche Pro­dukt eines Pap­stes, der sich im Flug­zeug von Jour­na­li­sten inter­view­en lies und erklär­te: „Wer bin ich, um ihn zu ver­ur­tei­len“. Natür­lich, das weiß auch ich, herrscht kei­ne exak­te Über­ein­stim­mung zwi­schen bei­den Fra­gen. Daß der Papst gegen die­se Din­ge ist und sicher dar­un­ter lei­det, und daß er von guten Absich­ten ange­trie­ben ist. Den­noch: Tat­sa­chen sind Tat­sa­chen. Ange­sichts eines so kur­zen, unschein­bar-hin­ge­wor­fe­nen, aber epo­cha­len Sat­zes aus dem Mund eines Pap­stes (Wer bin ich, um ihn zu ver­ur­tei­len), kön­nen noch so vie­le Ton­nen an Papier ver­schrie­ben wer­den, mit kor­ri­gie­ren­den und erklä­ren­den Stel­lung­nah­men, was die uner­müd­li­chen Heer­scha­ren der Nor­ma­li­sten ja auch getan haben und seit Mona­ten tun, um zu erklä­ren, was der Papst denn damit gemeint habe und was nicht, daß alles in Ord­nung ist und nichts pas­siert sei. Doch Du und ich, wir wis­sen genau, und das weiß auch jeder, der die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­cha­nis­men auch nur ein wenig kennt, daß die­ses klei­ne, hin­ge­wor­fe­ne Sätz­chen „Wer bin ich, um ihn zu ver­ur­tei­len“, wie ein Grab­stein auf jedem künf­ti­gen poli­ti­schen und recht­li­chen Kampf gegen die For­de­run­gen der Homo-Lob­by lastet. Beim Rug­by wür­de ich sagen, daß die Homo-Lob­by durch die­ses salopp hin­ge­wor­fe­ne Sätz­chen von Papst Fran­zis­kus inner­halb weni­ger Sekun­den mehr Meter gewon­nen hat, als durch die gesam­te Arbeit der Weltho­m­o­be­we­gung in Jahr­zehn­ten. Ich sage Dir auch, daß Bischö­fe wie Moga­vero, im Wind­schat­ten die­ses Sätz­chens, unge­straft ihre zer­set­zen­den Aus­sa­gen auf­bau­en kön­nen. Und wir soll­ten dazu schwei­gen.

Paris und New York, London und Berlin sind ein gigantisches Sodom und Gomorra

Damit wir uns rich­tig ver­ste­hen: Es wäre töricht, dem Papst oder der Kir­che die Schuld zu geben, daß die Staa­ten der gan­zen Welt die Homo­se­xua­li­tät zur Nor­ma­li­tät erklä­ren: die­se anwach­sen­de Flut­wel­le ist unauf­halt­bar, man kann sie nicht stop­pen. Der Grund dafür ist ein­fach: Lon­don und Paris, New York und Rom, Brüs­sel und Ber­lin sind ein gigan­ti­sches Sodom und Gomor­ra gewor­den. Der Punkt aber ist, ob wir das sagen wol­len und ob wir uns dem wider­set­zen und öffent­lich anpran­gern wol­len, oder ob wir die Schlau­en spie­len und uns hin­ter Sätz­chen wie „Wer bin ich, um ihn zu ver­ur­tei­len“ ver­stecken wol­len.

Der Punkt ist, ob Sodom und Gomor­ra, und sei es ein pla­ne­ta­ri­sches Sodom und Gomor­ra, mit der Spra­che der Barm­her­zig­keit und des Ver­ständ­nis­ses zu behan­deln sind. Wenn ja, war­um – so fra­ge ich mich – soll­ten dann mit der­sel­ben Barm­her­zig­keit nicht auch die Händ­ler von che­mi­schen Waf­fen behan­delt wer­den, oder Skla­ven­händ­ler und Skla­ven­hal­ter, oder Finanz­spe­ku­lan­ten, die gan­ze Volks­wirt­schaf­ten angrei­fen und sich dar­an berei­chern? Sind nicht auch sie arme Sün­der? Oder nicht? Oder muß ich Schön­born bit­ten, auch sie zum Mit­tag­essen ein­zu­la­den und sich mit ihnen zu tref­fen, um ihre ‘Rein­heit’ zu prü­fen?

Wer katholische Lehre verteidigt, wird durch Dolchstoß aus den eigenen Reihen erlegt

Lie­ber Chef­re­dak­teur, die Lage ist inzwi­schen son­nen­klar: Jeder katho­li­sche Poli­ti­ker oder Intel­lek­tu­el­le oder Jour­na­list, der es wagen soll­te, an der Homo-Front zu kämp­fen, wird den Dolch einer mysti­schen Barm­her­zig­keit und Ver­ge­bung in den Rücken gesto­ßen bekom­men. Uns alle wur­de durch das nie zurück­ge­nom­me­ne Sätz­chen des Pap­stes die Legi­ti­mi­tät abge­spro­chen, und jeder Bischof, jeder Prie­ster, jeder Theo­lo­ge, jeder Chef­re­dak­teur einer Diö­ze­san­zei­tung und jeder katho­lisch-demo­kra­ti­sche Poli­ti­ker kann uns mit die­sem „Wer bin ich, daß ich ihn ver­ur­tei­le“ den Mund stop­fen. Jeder wür­de von den Schrot­ku­geln irgend­ei­nes Moga­vero wie ein Zucht­fa­san bei einer Treib­jagd abge­schos­sen.

Lie­ber Chef­re­dak­teur, unser Pro­blem ist nicht Matteo Ren­zi. Unser, mein Pro­blem ist, daß der Hei­li­ge Vater zuletzt sag­te, daß man das Evan­ge­li­um „nicht mit dok­tri­na­len Stock­schlä­gen ver­kün­det, son­dern mit Sanft­heit“. Auch an die­ser Stel­le bit­te ich die Nor­ma­li­sten und alle, die nichts Bes­se­res zu tun haben, sich zu ent­hal­ten: Auch ich weiß, daß sich das Evan­ge­li­um so ver­kün­det, abge­se­hen davon, daß Johan­nes der Täu­fer sei­ne eige­nen, bar­schen Metho­den hat­te, und den­noch nennt ihn unser Herr den „Größ­ten der von einer Frau Gebo­re­nen“. Du weißt aber auch, daß wir alle, Du und ich, mit die­sem Sätz­chen, auf­ge­spießt sind wie ein Hering. Du und ich, die wir gegen die lega­le Abtrei­bung gekämpft haben und kämp­fen, gegen die Schei­dung, gegen die künst­li­che Befruch­tung, gegen die Eutha­na­sie, gegen die Homo-Ehe und gegen die poli­ti­schen Schlau­mei­er wie Matteo Ren­zi, die das alles för­dern und ver­brei­ten. Du und ich, wir sind des­halb in den Augen jener, die wie Ren­zi das alles ver­tre­ten und ver­tei­di­gen, auch jener von ihnen, die sich Katho­li­ken nen­nen, hoff­nungs­lo­se, prü­geln­de Glau­bens­wäch­ter, lieb­lo­se Gestal­ten, Mora­li­sten, „Itheo­lo­gen“, wie man­cher Jour­na­list von CL ((Gemein­schaft Com­u­nio­ne e libe­ra­zio­ne von Don Giu­s­sa­ni)) sagt, um uns als „Ideo­lo­gen“ zu beschul­di­gen. La Nuo­va Bus­so­la Quo­tia­dia­na und Il Timo­ne sind in die­sem Den­ken nur ana­chro­ni­sti­sche Fall­bei­spie­le die­ser Lieb­lo­sig­keit und die­ser unzu­mut­ba­ren mora­li­schen Stren­ge. Und es wer­den alle täg­li­chen und tita­ni­schen Anstren­gun­gen der Nor­ma­li­sten nicht aus­rei­chen, um die­se Publi­ka­tio­nen vom Legi­ti­ma­ti­ons­ent­zug durch den offi­zi­el­len Katho­li­zis­mus zu bewah­ren. Denn alle Gleich­ge­wichts­übun­gen, um auf zwei unter­schied­li­chen Ebe­nen gleich­zei­tig ste­hen zu kön­nen, enden frü­her oder spä­ter alle im frei­en Fall.

Kampf gegen relativistische Vietkong — Amtskirche läßt im Stich

Ich den­ke zudem auch, daß das Pro­blem, ver­zeih mir die­sen per­sön­li­chen Ein­wurf, nicht Gnoc­chi und Palma­ro sind, die­se häß­li­chen und bösen Gestal­ten, die in der Tages­zei­tung Il Foglio geschrie­ben haben, was sie geschrie­ben haben. Ich wür­de es ein­mal, zehn­mal, hun­der­tau­send­mal wie­der schrei­ben, denn lei­der tritt alles ein, ja noch schlim­mer, weit schlim­mer, was wir es beschrie­ben haben.

Des­halb, lie­ber Chef­re­dak­teur, ist mein Pro­blem, und Dein Pro­blem, das Pro­blem der Katho­li­ken und der ein­fa­chen Men­schen nicht Matteo Ren­zi. Das Pro­blem ist unse­re Mut­ter Kir­che, deren Boden­per­so­nal beschlos­sen hat, uns im Dschun­gel von Viet­nam aus­zu­set­zen. Die Hub­schrau­ber sind abge­flo­gen und wir sind zurück­ge­blie­ben, damit wir einer nach dem ande­ren von den Viet­kong des Rela­ti­vis­mus auf­ge­spießt wer­den. Ich für mei­nen Teil will mich nicht bekla­gen. Abge­se­hen davon, bevor­zu­ge ich es tau­send­mal, hier zurück­ge­blie­ben zu sein, um mich den Viet­kong ent­ge­gen­zu­stel­len, als einen die­ser beque­men Hub­schrau­ber zu bestei­gen, die in „Sicher­heit“ brin­gen. Viel­leicht um im Gegen­zug in irgend­ein kle­ri­ka­les Gre­mi­um beru­fen zu wer­den oder der Illu­si­on im Palast der offi­zi­el­len Macht neben all den ande­ren geist­li­chen Bewe­gun­gen an einem Netz­werk weben zu kön­nen. Oder mit der ver­rück­ten Idee im Kopf – übri­gens von man­chen schwarz auf weiß nie­der­ge­schrie­ben – daß Gnoc­chi und Palma­ro viel­leicht sogar recht haben könn­ten, aber das nicht sagen hät­ten dür­fen, weil man bestimm­te Wahr­hei­ten ein­fach nicht sagt, mehr noch, weil man sie öffent­lich zu leug­nen hat, um den Feind zu ver­wir­ren. Wer es glaubt.

Ich kann meinen Kindern nicht die derzeitigen kirchlichen Banalitäten zur Antwort geben

Nein, ich bekla­ge mich nicht für mich. Ich habe aber ein Pro­blem, das mich kla­gen läßt, mei­nen sie­ben Jah­re alten Sohn und sei­ne drei Geschwi­ster, denen ich nicht die sin­ken­den Boo­te vor Lam­pe­du­sa, die Homo­se­xu­el­len als Vor­bil­der der ‚Rein­heit‘ von Kar­di­nal Schön­born, das Mesti­zen­tum und das Lob­lied auf eine Roma-Kul­tur des Kar­di­nal Sco­la, die Ver­ach­tung für die prü­geln­den Glau­bens­wäch­ter laut Papst Fran­zis­kus, den Lob­ge­sang eines Moga­vero auf die ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaf­ten als Ant­wort mit­ge­ben kann und will. Mei­nen Kin­dern kann ich nicht als Ablen­kungs­ma­nö­ver das Mär­chen erzäh­len, daß Matteo Ren­zi das eigent­lich Pro­blem ist. Abge­se­hen davon, rei­chen für ihn, um ihn abzu­han­deln, knap­pe zehn Minu­ten völ­lig aus.

Was muß noch passieren, damit die Katholiken aufstehen?

Lie­ber Chef­re­dak­teur, lie­ber Ric­car­do, war­um schrei­be ich Dir die­se gan­zen Din­ge? Weil ich heu­te nacht nicht schla­fen konn­te. Und weil ich ver­ste­hen will – und ich rich­te die­se Fra­ge an die Leser der Bus­so­la – was noch in die­ser Kir­che pas­sie­ren muß, damit die Katho­li­ken auf­ste­hen, sich end­lich erhe­ben. Damit sie sich erhe­ben und von den Dächern ihre gan­ze Empö­rung hin­aus­schrei­en.

Ach­tung: ich wen­de mich an die ein­zel­nen Katho­li­ken, nicht an die Ver­ei­ni­gun­gen, die Krei­se, Zir­kel, Bewe­gun­gen oder irgend­wel­che Sek­ten, die seit Jah­ren ver­su­chen im Namen ande­rer die Gehir­ne der Katho­li­ken zu ver­wal­ten, indem sie den Adep­ten die Linie vor­ge­ben. Sie alle schei­nen mir unter Auf­sicht gestellt, als wären sie minus habens, fremd­ge­steu­ert von mehr oder weni­ger cha­ris­ma­ti­schen und mehr oder weni­ger ver­trau­ens­wür­di­gen Figu­ren. Nein: ich rich­te mei­nen Appell an das Gewis­sen jedes Ein­zel­nen, an ihr Herz, an ihren Glau­ben, an ihre Leben­dig­keit, bevor es zu spät ist.

Das bin ich Dir schul­dig, lie­ber Ric­car­do. Das bin ich allen schul­dig, die mich ken­nen und noch ein wenig Wert­schät­zung für mich emp­fin­den und für das, was ich ver­tre­te. Und damit bit­te ich Dich auch schon um Nach­sicht, daß ich Dei­ne Geduld und die der Leser so bean­sprucht habe.

Mario Palma­ro

Ein­lei­tung und Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: NBQ

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(1) Die ita­lie­ni­schen Links­de­mo­kra­ten des Par­ti­to Demo­cra­ti­co bil­den im Kern die refom­so­zia­li­stisch gewan­del­te ehe­ma­li­ge Kom­mu­ni­sti­sche Par­tei Ita­li­ens, ver­stärkt um die Links­ka­tho­li­ken, also den lin­ken Flü­gel der ehe­ma­li­gen Christ­de­mo­kra­ten, in Öster­reich und Deutsch­land ver­gleich­bar den Sozi­al­de­mo­kra­ten samt Realo­flü­gel der Grü­nen und sozia­lem Flü­gel von CDU/CSU und ÖVP.

35 Kommentare

  1. Dan­ke, dan­ke für die­sen her­vor­ra­gen­den Bericht! Die­ser Palma­ro ist ein­fach groß­ar­tig — wünsch­te wir hät­ten ihn als Papst!!

    • Nach­trag:

      Mario Palma­ro ist sehr krank, des­halb bit­te ich Euch alle herz­lich, für sei­ne Gene­sung zu beten und die­ses Anlie­gen aus­drück­lich in das Hl. Meß­op­fer mit­ein­zu­schlie­ßen. Ich bit­te Euch, ver­gesst es nicht! Wir brau­chen Kämp­fer für den Katho­li­schen Glau­ben, er darf nicht ster­ben!
      Vergelt’s Gott

    • Ich wer­de Mario Palma­ro eben­falls mit den täg­li­chen Rosen­kranz­ge­be­ten an das unbe­fleck­te Herz Mari­ens wei­hen.

  2. Mario Palma­ro bringt die Lage der Kir­che auf den Punkt. Anschau­lich, mit tref­fen­den Bei­spie­len. Und er macht deut­lich: Selbst wenn der „Ratz­in­ge­ria­ner“ Sco­la Papst gewor­den wäre, das Siech­tum unse­rer Kir­che wäre wei­ter gegan­gen. Jetzt geht es nur bru­ta­ler, offen­sicht­li­cher, schnel­ler.
    Palma­ro lie­fert uns den Schlüs­sel, Ber­go­glio zu ver­ste­hen. Die­se klei­nen, hin­ge­wor­fe­nen Sät­ze, mit denen er den Glau­ben zer­stört, sind für ihn typisch.
    Nichts erin­nert mehr an die vor­kon­zi­lia­ren Päp­ste. Mir fällt Alex­an­der VI. ein. Gern wird er als der Schur­ke auf dem Stuhl Petri ange­se­hen. Der z.B. sei­ner Kon­ku­bi­ne die Exkom­mu­ni­ka­ti­on ange­droht hat, weil sie den sün­di­gen Lebens­wan­del auf­ge­ben woll­te.
    Doch Alex­an­der VI. hat nie den Glau­ben ange­ta­stet, so schlecht sein Bei­spiel auch war, so schlimm sein per­sön­li­cher Lebens­wan­del. Sät­ze, mit denen er die Sexu­al­mo­ral der Kir­che ange­grif­fen hät­te, sind von ihm nicht über­lie­fert.
    Ich erwäh­ne Alex­an­der VI. des­we­gen, weil ich fürch­te, Rom ist tie­fer gesun­ken.

    • Fort­set­zung:
      Solan­ge der Glau­be unan­ge­ta­stet bleibt, ist immer Bekeh­rung mög­lich. Über 19 Jahr­hun­der­te ist es der Kir­che gelun­gen, durch alle Fähr­nis­se hin­durch zu kom­men, alle Angrif­fe gegen den Glau­ben abzu­weh­ren und ihn rein zu erhal­ten. Jetzt bricht er vor unse­ren Augen zusam­men.
      Wir wis­sen nicht, wie die Erneue­rung der Kir­che, die Bekeh­rung Roms, vor sich gehen wird. Die klei­ne FSSPX hat eine histo­ri­sche Auf­ga­be: Das Erbe der Kir­che zu schüt­zen, an die vor­kon­zi­lia­ren Päp­ste zu erin­nern, die Erin­ne­rung an den hl. Pius X. wach­zu­hal­ten. Die­se Erin­ne­rung darf nicht ver­lo­ren gehen.

    • Bei der mora­li­schen Beur­tei­lung von Alex­an­der VI., der ganz sicher nicht den Höhe­punkt des Papst­tums dar­stell­te, soll­te man doch vor­sich­tig sein. Wie bekannt, waren die Bor­gi­as als land­frem­de Spa­ni­er dem ein­hei­mi­schen Adel suspekt bis ver­haßt. Die chro­ni­que scan­dal­eu­se dürf­te wohl aus sehr viel Unter­stel­lung und Pro­pa­gan­da bestehen. Per­sön­lich hal­te ich A.II. nicht für den schlech­te­sten Papst, da ken­ne ich ande­re aus jün­ge­rer Zeit.

      • Ein sicher­lich wich­ti­ger Hin­weis in die­sem Kon­text. Da spie­len schon kir­chen­frem­de Gesichts­punk­te des Her­kunfts­lan­des eine nicht zu unter­schät­zen­de Rol­le.

  3. Dies ist Kla­ge und Ankla­ge eines lie­ben­den Men­schen: Mario Palma­ro. Er legt den Fin­ger in die Wun­de. Er rüt­telt auf.
    Dan­ke Herr Nar­di, daß Sie uns die­sen Brief über­setzt haben.

  4. Die Fra­ge ist hier: Rennt Herr Palma­ro nicht ein­fach nur offe­ne Türen bei den Weni­gen ein, die ohne­hin sei­ner Mei­nung sind, und: inter­es­siert er sonst jeman­den? Wenn die Katho­li­ken, auf die er so instän­dig hofft, tat­säch­lich „von den Dächern ihre gan­ze Empö­rung her­aus­schrei­en“ wür­den, wäre das noch immer ein reich­lich dün­ner Ent­rü­stungs­chor. Aber es wird nicht gesche­hen, weil 99 Pro­zent aller prak­ti­zie­ren­den Katho­li­ken mehr oder min­der zufrie­den sind mit der Ent­wick­lung, die unse­re Kir­che gera­de nimmt.

    • Das mit den 99%, die mit der jet­zi­gen „Ent­wick­lung“ zufrie­den sind, stimmt mei­ner Erfah­rung nach. Das Pro­blem ist nur, dass die­se 99% — falls sie sich nicht vor­her bekeh­ren, was bei ver­stock­ten Sün­dern, die nicht ein­mal die katho­li­sche Leh­re rich­tig ken­nen, laut den hl. Kir­chen­vä­tern und Kir­chen­leh­ren sehr schwie­rig ist — beim per­sön­li­chen, wie auch beim jüng­sten Gericht erken­nen wer­den, dass sie mit der voll­kom­men fal­schen „Ent­wick­lung“ zufrie­den waren. Aber dann wird es zu spät sein und das auf ewig.

      Die Mas­se mag es immer ger­ne, wenn es ihnen und ihrem Bauch ein­fa­cher gemacht wird und nur noch von der Barm­her­zig­keit Got­tes aber nicht mehr von sei­ner genau­so gro­ßen Gerech­tig­keit gespro­chen wird.

      Katho­lisch-Sein war schon immer anstren­gend, weil es enorm den Wil­len und den Ver­stand bean­sprucht, die unbe­dingt Kon­trol­le über die nie­de­ren See­len­kräf­te und die Phan­ta­sie bekom­men müs­sen. Die mei­sten wol­len aber lie­ber die Gelü­ste ihres Kör­pers pam­pern. Und den Ver­stand aus­schal­ten.
      Den Ver­stand und den Wil­len zur Bes­se­rung aus­zu­schal­ten wird den 99% bei der der­zei­ti­gen „Ent­wick­lung“ tat­säch­lich leicht gemacht.

      Man kommt aber nicht in einem hirn­lo­sen Spa­zier­gang in den Him­mel. Der ein­zi­ge Ort, wo man leicht und der Mehr­heits­mei­nung unwis­sen­der Leu­te oder der Mei­nung von Miet­lin­gen fol­gend hin­kommt, ist die Höl­le.

      • danke,Martina mit gro­ssem Schmerz zu spre­chen-es ist so!
        con­ver­te nos deus salu­taris noster-et plebs tua laet­abitur in te-ost­ende nobis domi­ne miser­i­cor­diam tuam et salut­are tuum da nobis!

  5. Ein her­vor­ra­gen­der Bericht, ganz herz­li­chen Dank , @Hendrik Kaf­sack , das soll­te man nicht so schwarz sehen, betrach­ten wir doch das Gleich­nis­se in dem unser Herr uns vom Senf­korn berich­tet.

  6. Dan­ke für die­sen Wah­re Ana­ly­se. Auch für den Auf­ruf an die Katho­li­ken (an uns Chri­sten) zu han­deln!!!!!
    Nur eine Anmer­kung, was in die rich­ti­ge und fal­sche Leh­re ist, ist kei­ne Fra­ge von
    Dis­kus­si­on, son­dern ist fest­ge­schrie­ben, fest ver­an­kert und ist von Nie­man­den in Fra­ge zu stel­len. Sie muss besten­falls in der jewei­li­gen Zeit neu gelebt und ver­ständ­lich gemacht, aber in kei­nem Fall dis­ku­tiert oder gar ange­passt wer­den. Kein Mensch (mit noch so schar­fem Ver­stand) hat das Recht das Wort aus eige­ner Sicht zu inter­pre­tie­ren. Wenn dies erlaubt wird, oder nur ange­nom­men wer­den kann, dann hat ist jede Aus­le­gung von jedem rich­tig auch die von Ber­go­glio. Dann gibt „das Wort“ nicht mehr. Das Wort ist in Stein gemei­ßelt und dreht sich nicht mit dem Wind.

  7. Der hl. Pfar­rer v. Ars in aller Deut­lich­keit über unan­ge­bracht „schwei­gen­de Seel­sor­ger“:
    -
    „Wenn ein Seel­sor­ger stumm bleibt, sobald er sieht,
    dass Gott belei­digt wird und See­len auf Irr­we­gen gera­ten.…
    so Unglück über ihn !“
    -

  8. Fazit: was bleibt einem Fami­li­en­va­ter übrig, der sei­ne Kin­der davor bewah­ren will, durch einen unsäg­li­chen Sexu­al­un­ter­richt in jun­gen Jah­ren ver­dor­ben zu wer­den? Die­se Zwangs­se­xua­li­sie­rung der Kin­der ist ein Angriff auf ihre Wür­de. Und Kir­chen­män­ner und Papst haben dazu kein Veto? Eines der drän­gend­sten Pro­ble­me der heu­ti­gen Gesell­schaft, der Gen­der­wahn­sinn, wird scham­los her­un­ter­ge­spielt. „Wer bin ich, um ihn zu ver­ur­tei­len?“

    Was bleibt den Fami­li­en, wenn auch der Haus­un­ter­richt ver­bo­ten ist? Es bleibt am Ende nur noch die Pius­bru­der­schaft mit ihren Schu­len übrig. Gebe Gott, daß wenig­stens die­se dem Evan­ge­li­um treu blei­ben.

    • An der Treue der FSSPX gibt es kei­nen Grund zum Zwei­feln. Die Gegen­wehr hat aber auch in den Schu­len zu erfol­gen. Mit­un­ter sind auch kir­chen­fer­ne Eltern gegen die­sen Dreck. Ver­net­zung ist auch hier ange­sagt. Gegen­sy­ste­me sind zu bil­den.

  9. Viel­leicht soll alles so kom­men, um die Gei­ster zu schei­den.
    Wir wer­den an einen Punkt kom­men, an dem man als Katho­lik sich fra­gen muss, geht es so wei­ter? Was ist wich­tig? Wor­um geht es im Kern?
    Wenn man ehr­lich ist, ist die Wur­zel des Übels die zer­stör­te Lit­ur­gie.
    In der kon­se­quent gefei­er­ten über­lie­fer­ten Mes­se aller Zei­ten ist der Schlüs­sel zur Gesun­dung der Kir­che aus sich selbst.
    Solan­ge aber bestimm­te Män­ner im Kir­chen­ko­stüm (auch Herr Ber­go­glio!!!) das mit Gewalt und allen Mit­teln ver­hin­dern, ist das Wich­tig­ste am katho­li­schen Glau­ben ver­dun­kelt.
    Der Ein­zi­ge, der das mit aller Kon­se­quenz gese­hen hat, war Bischof Lef­eb­v­re.
    Man mag sei­nen Nach­fol­gern vor­wer­fen was man will, aber den Glau­ben und die Leh­re der Kir­che haben sie nie­mals ange­ta­stet.
    Ver­ges­sen wir bit­te nicht, dass sie seit den gru­se­li­gen 70er Jah­ren ange­fein­det und beschimpft, aus­ge­grenzt und ver­leum­det wer­den.
    Das führt natu­er­lich zu einer Abwehr­hal­tung, die vie­le Reak­tio­nen erklärt.
    Aber inhalt­lich hat sich seit der Exkom­mu­ni­ka­ti­on nur Papst Bene­dikt mit ihnen aus­ein­an­der­ge­setzt.
    Und den Armen haben sie zum Rück­tritt gezwun­gen und durch einen Schau­spie­ler ersetzt.
    Chri­stus hilf uns, ohne Dich sind wir ver­lo­ren.
    Bischof Leb­fe­v­re ist ein ganz gro­sser Hei­li­ger !

    • Das fin­de ich auch. An der pro­te­stan­ti­sie­ren­den Lit­ur­gie kann sich jeder als Bast­ler aus­pro­bie­ren. Das stif­tet nur Irri­ta­tio­nen. Zu vie­le wol­len ande­re in der Über­nah­me zeit„geistiger“ Erschei­nun­gen über­tref­fen.

    • Micha­el, Ralph und Cleo haben ja auf Ihren Nach­trag reagiert und das Gebet für Mario Palma­ro ver­spro­chen. Ich schlie­ße mich ihnen an.
      Es ist gut, dass Sie die Kom­men­ta­to­ren dar­an erin­nert haben, dass Signor Palma­ro sehr krank ist.
      Wer krank ist, sieht kla­rer! Er hat ande­re Prio­ri­tä­ten!

        • Mario Palma­ro hab ich in mein Herz geschlos­sen (neben ande­ren muti­gen Stim­men), seit ich hier das erste Mal Arti­kel von ihm las. Sol­che lau­te­ren Men­schen ste­hen an der Front des gei­sti­gen Kamp­fes und wir schul­den ihnen Unter­stüt­zung durch Gebet und Opfer. Wenn mög­lich, las­sen Sie ihn in dank­ba­rer Lie­be grü­ßen und wis­sen, daß sicher vie­le für ihn und sei­ne Fami­lie beten. Gott seg­ne, schüt­ze, stär­ke und hei­le ihn.

  10. Nach dem ersten Kapi­tel des Römer­briefs (Röm, 1, 18ff) ist die Ursa­che des Übels, ein­fach die feh­len­de Ver­eh­rung Got­tes.
    Was wir aktu­ell erle­ben ist, folgt man dem Römer­brief, nicht Ursa­chen, son­dern Fol­ge, Zulas­sung Stra­fe Got­tes für eben die feh­len­de Ver­eh­rung Got­tes.
    Auch und das kann man nicht leug­nen hat der wis­sen­schaft­li­che und tech­ni­sche und medi­zi­ni­sche Fort­schritt, dem die mei­sten ein sehr beque­mes und ange­neh­mes Leben ver­dan­ken, nicht dazu geführt, dass man Gott gegen­über dank­bar ist, son­dern eher zum Gegen­teil.
    Im Grun­de ist man regel­recht „sau­er“ auf Gott, wenn das Leben dann doch schwie­rig wird.
    Also es gibt Leu­te, die wer­fen Gott regel­recht vor, dass die Oma dann nicht mit 96 stirbt und vor­her eine der Krank­hei­ten hat­te, die eben zum Tode füh­ren und des­halb aus der Kir­che aus­tre­ten!
    Man könn­te zusam­men­fas­sen: Gott hat den Men­schen sei­nen Lei­den­schaf­ten über­las­sen und es erlaubt, dass (Zitat Römer­brief) „.…Sie erken­nen, dass Got­tes Rechts­ord­nung bestimmt: Wer so han­delt, ver­dient den Tod. Trotz­dem tun sie es nicht nur sel­ber, son­dern stim­men bereit­wil­lig auch denen zu, die so han­deln.“

    Er hat es getan, weil der Mensch das Geschenk, eben die Mög­lich­kei­ten die in der Schöp­fung ver­bor­gen in, von Anti­bio­ti­ka über Flug­rei­sen ‚Inter­net hin zu Welt­raum­sta­tio­nen hin zur Zement­her­stel­lung aus­ge­packt hat und eben Gott dem Schöp­fer all die­ser Mög­lich­kei­ten nicht gedankt hat.

  11. Neben der Rezen­si­on von W.Schrems über das Buch von H.L. Barth zum Tra­di­ti­ons­bruch Vat II, der wohl mäch­tig­ste Tin­ten­fluss aus den Rei­hen amts­kirch­li­cher Katho­li­ken die­ses Jah­res.

  12. Dan­ke, Mario Palma­ro, für die­sen groß­ar­ti­gen Arti­kel; wenn nur end­lich allen Katho­li­ken die Augen auf­gin­gen.

  13. Ich den­ke, dass es die Bedräng­nis ist, die Mario Palma­ro dazu bewegt, sich so deut­lich zu äußern. Von Schön­born, über Fran­zis­kus, der Homo-Lob­by und den inter­nen Ver­rat muss man ihm durch­wegs Recht geben.

    Was ihn, mei­ner Ansicht nach, von den schwei­gen­den Katho­li­ken unter­schei­det, ist aller­dings nicht nur sein Wis­sen über all die­se Din­ge, son­dern auch die schwe­re Krank­heit an der er lei­det. In so einer Situa­ti­on kann man als Wis­sen­der unmög­lich schwei­gen.
    Viel­leicht spa­ren wir, die es uns bes­ser geht, unse­ren Pro­test unter­be­wusst für die­se schwe­re Zei­ten auf?

    • Ein Mensch, der weiß, dass er viel­leicht ster­ben muss, schreibt anders.
      Er sieht kla­rer, er hat den tie­fe­ren Blick.
      Mario Palma­ros Brief an den Chef­re­dak­teur rüt­telt nicht nur auf, er zeigt nicht nur deut­lich feh­ler- oder man­gel­haf­tes Ver­hal­ten auf — sei­ne Wor­te las­sen auch den Schmerz erah­nen, den er ange­sichts des Zustan­des der katho­li­schen Kir­che emp­fin­det.
      Die­ser Schmerz teilt sich unmit­tel­bar mit.
      Die­ser Brief hat mich vor allem sehr trau­rig gemacht.
      Es ist viel­leicht auch rat­sam, noch ein­mal in einem frü­he­ren Bei­trag nach­zu­le­sen, was Mario Palma­ro über sei­ne Krank­heit und den Umgang mit ihr schreibt.

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