Papst Carlo Maria Martini, ein Wirklichkeit gewordener (Alb)Traum? — Das Bergoglio-Martini-Pontifikat

Carlo Maria Kardinal Martini für eine "andere" Kirche(Rom) Seit Jor­ge Mario Ber­go­glio, der Kar­di­nal aus Argen­ti­ni­en den Thron des Petrus bestie­gen hat, scheint ein Schat­ten über die­sem Pon­ti­fi­kat zu lie­gen. Der Schat­ten von Car­lo Maria Kar­di­nal Mar­ti­ni (1927–2012). Ein Ein­druck, dem jüngst auch der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster nach­ging. Car­lo Maria Mar­ti­ni: „Jesu­it, Erz­bi­schof von Mai­land und Kar­di­nal, der bedeu­tend­ste und beju­belt­ste Gegen­spie­ler der Pon­ti­fi­ka­te von Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI. Sei­ne Anhän­ger sehen heu­te in Fran­zis­kus den, der sein Erbe antritt. Und es in die Tat umsetzt.“ Aber noch kei­ner behaup­te­te bis­her so offen eine Deckungs­gleich­heit zwi­schen den Ideen Mar­ti­nis und dem, was Papst Fran­zis­kus in die Tat umsetzt, wie der Mar­ti­ni-Freund Mar­co Gar­zo­nio in einem Auf­satz für den Cor­rie­re del­la Sera. Rund um das neue Pon­ti­fi­kat fällt auf, wie des­sen Unter­stüt­zer ver­stärkt „mysti­sche“ Aspek­te ein­brin­gen und dadurch höhe­re Legi­ti­mi­tät zu ver­mit­teln ver­su­chen. Von der wun­der­li­chen Erzäh­lung von Wiens Erz­bi­schof Chri­stoph Kar­di­nal Schön­born, wie der Hei­li­ge Geist ihn auf Kar­di­nal Ber­go­glio auf­merk­sam gemacht habe, über das von „anony­mer Quel­le“ gestreu­te Gerücht, Bene­dikt XVI. habe durch ein „mysti­sches Erleb­nis“ von Gott selbst den Auf­trag erhal­ten, zurück­zu­tre­ten und nun Gar­zo­ni­os Schil­de­rung, daß Kar­di­nal Ber­go­glio nach sei­ner Wahl in der Six­ti­ni­schen Kapel­le eine „mysti­sche Kri­se“ hat­te und erst danach die Wahl akzep­tier­te habe, offen­bar nun mit kla­ren Vor­stel­lun­gen, wie die Kir­che von mor­gen aus­zu­se­hen habe. Laut Gar­zo­nio wie jene, von der Kar­di­nal Mar­ti­ni „träum­te“.

Niemand bejubelt in der Kirche über Bergoglios Pontifikat mehr als die Anhänger Martinis

Sie­ben Mona­te nach der Wahl von Papst Fran­zis­kus fällt die Inter­pre­ta­ti­on des Pon­ti­fi­kats sehr wider­sprüch­lich aus, so Magi­ster. „In der Kir­che kom­men die posi­tiv­sten, ja begei­stert­sten Reak­tio­nen über die ersten Amts­hand­lun­gen von Papst Fran­zis­kus von den Anhän­gern des Kar­di­nals, der für Jah­re maß­geb­lich und mit brei­ter Zustim­mung sich als ein­deu­tig­ste Alter­na­ti­ve zu den Pon­ti­fi­ka­ten von Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI. prä­sen­tier­te.“

Die­ser Kar­di­nal war Car­lo Maria Mar­ti­ni, Jesu­it wie Ber­go­glio, ehe­ma­li­ger Rek­tor des Päpst­li­chen Bibel­in­sti­tuts, Erz­bi­schof von Mai­land von 1979 bis 2002, gestor­ben am 31. August 2012 (sie­he eige­nen Bericht), nach­dem er sei­ne Nach­las­sen­schaft noch ein­mal in einem sehr kri­ti­schen Inter­view zusam­men­faß­te, das nach sei­nem Tod als sein „geist­li­ches Testa­ment“ ver­öf­fent­licht wur­de.

„Die­ses letz­te Inter­view führ­te der öster­rei­chi­sche Jesu­it Georg Spor­schill, der­sel­be, der bereits 2008 das wohl wich­tig­ste Buch Mar­ti­nis her­aus­brach­te, auch in Gesprächs­form: Jeru­sa­le­mer Nacht­ge­sprä­che. Dar­in kommt der Satz vor, daß Gott „nicht katho­lisch“ sei. Eine Aus­sa­ge, die Papst Fran­zis­kus in sei­nem Inter­view mit Euge­nio Scal­fa­ri wie­der­hol­te.

Martinis Kritik wurde gegen Ende seines Lebens immer akzentuierter und ungeduldiger

In den letz­ten Lebens­jah­ren akzen­tu­ier­te Kar­di­nal Mar­ti­ni sei­ne Kri­tik in Inter­views und Büchern, die er gemein­sam mit Bor­der­line-Katho­li­ken ver­faß­te, so Magi­ster, mit Don Lui­gi Ver­zé, einem Prie­ster, der mehr Mana­ger war und sich mit eige­nem Pri­vat­jet in der Mai­län­der Ober­schicht gekonn­ter beweg­te als in einer Kir­che, oder mit dem Bio­ethi­ker Igna­zio Mari­no, der seit ver­gan­ge­nem Juni lin­ker Bür­ger­mei­ster von Rom ist. Mari­no bezeich­net sich als Katho­lik, ver­kör­pert jedoch eine „unab­hän­gi­ge“ und in ethi­schen Fra­gen „distan­zier­te“ Linie gegen­über der katho­li­schen Kir­che. Er steht für eine Form von „katho­li­schem“ Rela­ti­vis­mus, for­dert die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ samt Adop­ti­ons­recht für Homo­se­xu­el­le und ver­faß­te ein „bio­lo­gi­sches Testa­ment“ als Pati­en­ten­ver­fü­gung, das von der katho­li­schen Kir­che als ver­steck­te Eutha­na­sie abge­lehnt wur­de. Er war der bevor­zug­te Typus des Gesprächs­part­ners für Kar­di­nal Mar­ti­ni: ein­fluß­reich und nicht ortho­dox. Des­halb reg­te Kar­di­nal Mar­ti­ni im Buch mit Mari­no auch ein „Aggior­na­men­to der Kir­che in den Fra­gen des Lebens­an­fangs, das Lebens­en­des, der Ehe und der Sexua­li­tät an“, so Magi­ster.

Konklave 2005 ein „Betriebsunfall“, Konklave 2013 dessen „Korrektur“?

Im Kon­kla­ve von 2005, dem ein­zi­gen, an dem Mar­ti­ni teil­nahm, „wur­de er zum Sym­bol der geschei­ter­ten Ver­hin­de­rung der Wahl von Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger. Und die Stim­men sei­ner Anhän­ger, gin­gen dann mit ande­ren auf Ber­go­glio über. Acht Jah­re spä­ter, im März 2013, waren es erneut die Mar­ti­ni-Anhän­ger, die auf die Wahl Ber­go­gli­os zum Papst dräng­ten. Dies­mal mit Erfolg“, so Magi­ster. Kar­di­nal Mar­ti­ni, jah­re­lang von den Medi­en bereits als näch­ster Papst gehan­delt, schei­ter­te an Kar­di­nal Ratz­in­ger mit Pau­ken und Trom­pe­ten. In die­ser Nie­der­la­ge wur­de jedoch bereits Kar­di­nal Ber­go­glio als neu­er Gegen­spie­ler ins Spiel gebracht. Nie­mand konn­te 2013 aller­dings damit rech­nen, daß aus­ge­rech­net er die Stim­men von zwei Drit­tel der Kar­di­nä­le hin­ter sich brin­gen wür­de. Die Wahl selbst bleibt wei­ter­hin ein Rät­sel.

„Und heu­te sehen sie in den ersten Amts­hand­lun­gen von Papst Fran­zis­kus Rea­li­tät wer­den, was für Mar­ti­ni nur ein ‚Traum‘ war. Der Traum einer ‚syn­oda­len Kir­che, arm unter den Armen, vom Evan­ge­li­um der Selig­prei­sun­gen inspi­riert, Sauer­teig und Senf­korn‘“, zitiert der Vati­ka­nist Mar­ti­ni wört­lich.

Deckungsgleichheit zwischen den Ideen Martinis und den Taten Bergoglios?

Den Zusam­men­hang, ja die Deckungs­gleich­heit zwi­schen den Ideen und Zie­len Kar­di­nal Mar­ti­nis und jenen von Kar­di­nal Ber­go­glio, dem nun­meh­ri­gen Papst Fran­zis­kus behaup­tet kein Gerin­ge­rer als Mar­co Gar­zo­nio. Gar­zo­nio wur­de von Gian­fran­co Kar­di­nal Rava­si völ­lig zurecht als „bester Ken­ner Mar­ti­nis“ bezeich­net. Gar­zo­nio ist ein katho­li­scher Laie aus der Erz­diö­ze­se Mai­land, der zum eng­sten Umfeld Kar­di­nal Mar­ti­nis gehör­te, des­sen per­sön­li­cher Freund er war. Der Psy­cho­lo­ge und Psy­cho­the­ra­peut gehört zu den Pri­vi­le­gier­ten, die in der wich­tig­sten Tages­zei­tung Ita­li­ens, dem Cor­rie­re del­la Sera Leit­ar­ti­kel ver­fas­sen dür­fen. 2012 war er Autor der bis­her wich­tig­sten Mar­ti­ni-Bio­gra­phie.

Gar­zo­ni­os jüng­stes Werk ist ein fik­ti­ver Dia­log zwi­schen „Kar­di­nal Mar­ti­ni und sei­ner See­le“, der im ver­gan­ge­nen Juli beim Festi­val dei Due Mon­di in Spo­le­to auf­ge­führt wur­de, der­zeit in Mai­land auf der Büh­ne steht und von dem Auf­füh­run­gen an wei­te­ren Thea­tern geplant sind.

„Jene Schuld des Papstes gegenüber Martini“

Gar­zo­nio äußer­te in sei­nem am 11. Okto­ber im Cor­rie­re del­la Sera erschie­ne­nen Auf­satz „Jene Schuld des Pap­stes gegen­über Mar­ti­ni“ bis­her am deut­lich­sten die The­se, daß das Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus mit Kar­di­nal Mar­ti­ni ver­bun­den sei und des­sen Erbe post­hum in die Tat umset­ze.

Dar­in lobt Gar­zo­nio Papst Fran­zis­kus dafür, daß er das Pro­gramm des ehe­ma­li­gen Erz­bi­schofs von Mai­land umset­ze, daß er „Car­lo Maria Mar­ti­ni zwei­mal zitiert hat“. Laut Gar­zo­nio sei das ein „schö­nes Zeug­nis für den erst vor einem Jahr ver­stor­be­nen Kar­di­nal, sich in einer Rei­he mit Franz von Assi­si, dem Hei­li­gen Augu­sti­nus, dem Hei­li­gen Pau­lus und dem Hei­li­gen Igna­ti­us wie­der­zu­fin­den“. Papst Fran­zis­kus „äußer­te öffent­lich die außer­or­dent­li­che Dank­bar­keit, die er dem Kar­di­nal schul­det: daß er jah­re­lang den damals regie­ren­den Päp­sten Karol Woj­ty­la und Joseph Ratz­in­ger das Modell einer ‚Syn­oda­len‘ Kir­che auf­ge­zeigt hat“, so Gar­zo­nio. Der Papst habe nicht mehr als „abso­lu­ter Mon­arch zu herr­schen“, son­dern durch einen „Dienst“, bei dem ihm „Bischö­fe und Kar­di­nä­le hel­fen“. Denn, so Gar­zo­nio, nur so wer­de der Papst wirk­lich „Haupt der gan­zen Kir­che, weil er die Stim­men ande­rer Kon­ti­nen­te berück­sich­tigt, ande­re Bedürf­nis­se, ande­re Wün­sche als jene eines auf sich selbst und sei­ne Ver­wal­tung fixier­ten Vati­kans“.

Absage von Franziskus an Mission und Bekehrung der Ungläubigen verwirklich Martinis „Vision“

Gar­zo­nio geht aber noch viel wei­ter in sei­ner The­se eines Ber­go­glio-Mar­ti­ni-Pon­ti­fi­kats und begrüßt die Absa­ge, die Papst Fran­zis­kus der Mis­sio­nie­rung und der Bekeh­rung der Ungläu­bi­gen erteil­te: „Und als Bischof von Rom, und damit ohne hege­mo­ni­sche und pro­se­ly­ti­sche Ansprü­che (‚eine Rie­sen­dumm­heit‘, sagt Ber­go­glio), ebnet er den Weg für den Öku­me­nis­mus und den inter­re­li­giö­sen Dia­log, auf den Mar­ti­ni sein Epi­sko­pat kon­zen­trier­te, für den er sich mehr als eine offi­zi­el­le Zurecht­wei­sung ein­han­del­te, weil er eben der Bekeh­rung so wenig Auf­merk­sam­keit schenk­te.“

Laut Gar­zo­nio habe Kar­di­nal Mar­ti­ni, „als er nach dem ersten Jahr sei­nes Epi­sko­pats von einer ‚syn­oda­len Kir­che‘ zu spre­chen begann“, die­se sei­ne „per­sön­li­che Intui­ti­on“ und eine sol­che Wei­ter­ent­wick­lung der Kir­che unter die „Kate­go­rie Traum“ ein­rei­hen müs­sen. Statt des­sen habe Mar­ti­ni auch zwan­zig Jah­re spä­ter „ent­täuscht“ fest­stel­len müs­sen, daß sein „Traum“ in „wei­ter Fer­ne“ lag. „Mar­ti­ni glaub­te dar­an und gab sei­nen ‚Traum‘ nie auf, den nun Ber­go­glio auf den Weg bringt, damit er Rea­li­tät wird“, so der Mar­ti­ni Freund.

Martini: „Kirche ist 200 Jahre zurück“ — Bergoglio holt sie ins Jetzt?

Der Psy­cho­lo­ge erin­nert auch an das „geist­li­che Testa­ment“ Mar­ti­nis, jenes letz­te Inter­view vom 8. August 2012, das vom Cor­rie­re del­la Sera erst nach sei­nem Tod am 1. Sep­tem­ber ver­öf­fent­lich wur­de. Dar­in habe Mar­ti­ni „mit dem fei­er­li­chen Ton einer testa­men­ta­ri­schen Hin­ter­las­sen­schaft und der pro­phe­ti­schen Ermah­nung“, einen „prak­ti­schen Weg“ genannt: „Der Papst soll sich mit zwölf Bischö­fen und Kar­di­nä­len umge­ben, wenn er nicht will, daß das Schiff Petri von den inter­nen Wel­len über­flu­tet wird und von einer Gesell­schaft, die der Kir­che nicht mehr glaubt, die 200 Jah­re zurück ist bei The­men wie der Fami­lie, der Jugend, der Rol­le der Frau (ein Argu­ment, zu dem Papst Fran­zis­kus ver­spro­chen hat, noch Stel­lung zu neh­men)“. Mit den 200 Jah­ren, wie bereits im ver­gan­ge­nen Jahr zur Aus­sa­ge bemerkt wur­de, ist nicht so sehr die Auf­klä­rung gemeint, son­dern die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on.

Gar­zo­nio erin­nert schließ­lich dar­an, daß Mar­ti­ni am Ende sei­nes Lebens „prä­zi­siert hat, nicht mehr über die Kir­che zu ‚träu­men‘, son­dern ‚für‘ sie zu beten. Die Gebe­te müs­sen hoch oben ange­kom­men sein, wenn das Kon­kla­ve Ber­go­glio aus­wähl­te und er nach einer fast mysti­schen Kri­se akzep­tier­te“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Set­ti­mo Cie­lo

26 Kommentare

  1. Mit die­ser Geschich­te, der Hei­li­ge Geist habe ihn vor dem Kon­kla­ve auf Kar­di­nal Ber­go­glio auf­merk­sam gemacht, geht Emi­nenz Schön­born hau­sie­ren. Ein Papst nach dem Geschmack des Kar­di­nals. Was von Emi­nenz Schön­born zu hal­ten ist hat hier und an ande­ren Stel­len bereits Wolf­ram Schrems in bril­lan­ter Wei­se deut­lich auf­ge­zeigt:
    https://katholisches.info/2013/10/02/was-will-kardinal-schoenborn-eigentlich-neues-von-der-zerstoerung-der-kirche-von-innen-oder-wo-der-schuh-drueckt/
    Ange­sichts sei­ner MeÄ‘ugorje-Gläubigkeit darf man schon fra­gen, ob es wirk­lich der Hei­li­ge oder nicht ein ganz ande­rer Geist war, des­sen Ein­flü­ste­run­gen der Kar­di­nal und ande­re erle­gen sind. Hier muß man auch unwei­ger­lich an den “Kon­zils­gei­st” den­ken, der nun kon­se­quent umge­setzt wird. Es wird immer kla­rer, dass mit dem soge­nann­ten Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil und dem Novus Ordo Mis­sae eine neue “Kir­che” geschaf­fen wur­de.

    Sehr merk­wür­dig, wenn auch nicht wirk­lich über­ra­schend, ist aller­dings die anhal­ten­de Begei­ste­rung der soge­nann­ten “Kon­ser­va­ti­ven” für die­sen Papst. Das ist mit Nai­vi­tät und Gut­gläu­big­keit allei­ne nicht mehr zu erklä­ren. Die immer deut­li­cher her­vor­tre­ten­de Spal­tung besteht nicht zwi­schen “Libe­ra­len” und “Kon­ser­va­ti­ven“, son­dern zwi­schen Moder­ni­sten und tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Katho­li­ken.

    • „Sehr merk­wür­dig, wenn auch nicht wirk­lich über­ra­schend, ist aller­dings die anhal­ten­de Begei­ste­rung der soge­nann­ten “Kon­ser­va­ti­ven” für die­sen Papst.“

      Dahin­ter steckt ein­fach die Angst, mit der Ableh­nung der Posi­tio­nen des Pap­stes den eige­nen Boden unter den Füßen, sprich, die eige­nen Über­zeu­gun­gen, die eige­ne Iden­ti­tät zu ver­lie­ren. Und genau die­se Urangst macht man sich seit 50 Jah­ren zunut­ze, indem man hart und kom­pro­miss­los jede Kri­tik oder Oppo­si­ti­on der Glau­bens­be­wah­rer ahn­det und von ihnen stren­gen Gehor­sam for­dert, wäh­rend man den soge­nann­ten Refor­mern Mil­de und Ver­ständ­nis ent­ge­gen­bringt, weil sie ja nur dort­hin vor­pre­schen, wohin man selbst ohne­hin gern möch­te, es aber aus ver­schie­de­nen Rück­sich­ten noch nicht kann. Und Schön­born hat sich mit sei­nen Med­jugorie-Besu­chen ein­zig ein paar lästi­ge Läu­se aus dem Pelz geschüt­telt oder, anders gesagt, mit die­sem Speck eini­ge sehr spe­zi­el­le Mäu­se gefan­gen.

      • Das wür­de das Feh­len von (offe­ner) Kri­tik erklä­ren, nicht aber Begei­ste­rung. Außer­dem scheint die­se Begei­ste­rung nicht gespielt, son­dern echt zu sein.
        Was die völ­lig unter­schied­li­che Behand­lung von Kri­ti­kern betrifft, haben Sie völ­lig recht. Ver­hal­te­ne und vor­sich­ti­ge Kri­tik wird in Fäl­len wie Palma­ro und Gnoc­chi sofort streng geahn­det, wäh­rend es in ande­ren Fäl­len — ich muß wohl kei­ne Namen nen­nen und erin­ne­re nur an Auf­ru­fe zum Unge­hor­sam — kei­ner­lei Reak­ti­on gibt. Daher wür­de es mich nicht wun­dern, wenn Rom auf die Äuße­run­gen des Gene­ral­obe­ren der FSSPX vom ver­gan­ge­nen Wochen­en­de recht bald deut­lich reagiert.

      • Kar­di­nal Schön­born ist ein sehr idea­li­sti­scher Bischof, der in allem und in allen immer noch den letz­ten Rest eines viel­leicht noch vor­han­de­nen Gutes sieht, der Frie­den und Har­mo­nie, Got­tes­lie­be, Fröm­mig­keit und Got­tes­furcht sucht.Dabei kommt ihm sein unver­kenn­ba­rer Sta­tus als Mönch in die Que­re-so aus Sicht der Medi­en und kra­kel­en­den Kritikern.Freilich, ob das für sei­nen Posten im heu­te und jetzt ausreicht?Ich weiss es nicht. Aber ich bete ger­ne für die­sen Bischof auch wenn ich man­che dar­ob auf­brin­ge: lie­ber mit dem Mann des Frie­dens zu irren als mit des­sen Schä­hern recht zuha­ben.

        • Sei­ne Emi­nenz Chri­stoph Kar­di­nal Graf Schön­born, ist in mei­nen Augen nichts ande­res als ein Macht­gie­ri­ger Weg­be­rei­ter des Anti­chri­sten (man schau nur wo die­ser im Vati­kan und so über­all sei­ne Fin­ger im Spiel hat). Denn jemand der Abtrei­bungs­be­für­wor­te­rin­nen, mit einen kirch­li­chen Orden (St. Gre­go­ri­us Orden) behängt , der 2 mal ver­hin­dert das ein wahr­lich katho­li­scher Hir­te Bischof wird, der es einen Weih­bi­schof unter­sagt an einer Lebens­schutz­de­mon­stra­ti­on teil­zu­neh­men , der sel­ber schwe­ren lit­ur­gi­schen Miss­brauch begeht , der dafür sorgt das Häre­ti­ker und Schis­ma­ti­ker nicht nur nicht bestraft son­dern auch inner­kirch­lich beför­dert wer­den, der den Papst Unge­hor­sam lei­stet (sei­ne Hei­lig­keit Papst Bene­dikt XVI) einen Frei­mau­rer in einen Staats­be­gräb­nis ver­ab­schie­det, usw. usw. Der dient nie­mals Gott dem Herrn und sei­ner Kir­che. Mögen sei­ne Kate­che­sen wahr­lich katho­lisch sein, sei­ne Früch­te sind aller­dings alles ande­re. Und nicht an ihren Wör­tern wer­den wir sie erken­nen, son­dern an ihren Früch­ten. Mat­thä­us 7. 15 – 20

        • Man soll­te nicht den Feh­ler machen und den Idea­lis­mus und die Gut­gläu­big­keit der Moder­ni­sten grund­sätz­lich in Zwei­fel zie­hen. Nicht sel­ten sind gera­de unter ihnen beson­de­re Eife­rer zu fin­den. Selbst Frei­mau­rer han­deln aus ihrer eige­nen Sicht nach „bestem Gewis­sen“ und aus tief­ster Über­zeu­gung, wenn sie die Kir­che bekämp­fen.

          • ken­nen sie Kar­di­nal Schön­born per­sön­lich? Ich bin ihm begeg­net und hat­te mit ihm vor40 Jah­ren ein tie­fes spi­ri­tu­e­les Gespräch, habe ihn im fran­zö­si­chen Fern­sehn in einem Iko­nen­bei­trag gran­di­os erlebt, habe gar oft sei­ne sehr über­zeu­gen­den Sonn­tags­im­pul­se bei Radio Hor­eb gehört all die­se Din­ge haben mir immensen geist­li­chen Pro­fit gebracht-fer­ner weiss ich um die grau­en­vol­le anti­kle­ri­ka­le, anti­kirch­li­che Hal­tung Wiens in gewis­sen ein­fluss­rei­chen Krei­sen- da könn­te, wer immer es wol­le nie­mand aber auch gar nie­mand es die­sen Raun­zern recht­ma­chen-denn sie war­ten in ihren Start­lö­chern die hl. Kir­che nie­der­zu­ma­chen. Mit die­sen Umstän­den ist es sehr, sehr schwie­rig einen aller­welts­gu­ten Job zu machen. Mei­ne per­sön­li­che ein­ma­li­ge Begeg­nung hat mich von sei­ner benei­dens­wer­ten Inte­gri­tät beein­druckt, daher mei­ne eige­ne, aber ent­schie­de­ne Mei­nung, die mir nie­mand neh­men kann.Ich hof­fe, bit­te und freue mich über Got­tes untrüg­lich erbar­men­des Ver­ständ­nis-denn Er weiss alles.

  2. Die im Arti­kel beschrie­be­ne treff­li­che Ana­ly­se fin­det in der Kri­tik von Mario Palma­ro und Ales­san­dro Gnoc­chi gleich­sam ihre Kurz-Zusam­men­fas­sung:
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    „Genau so, sag­te es der Papst: nicht mehr die Welt, die im Licht des Evan­ge­li­ums geformt wird, son­dern das Evan­ge­li­um defor­miert im Licht der Welt und der moder­nen Kul­tur. Und wer weiß, wie vie­le Male sich das wie­der­ho­len soll, jedes Mal, wenn es zu einem kul­tu­rel­len Wan­del kommt, und jedes Mal wird die vor­he­ri­ge Les­art ver­wor­fen. Das ist nichts ande­res als die Idee eines per­ma­nen­ten Kon­zils, das der Jesu­it Car­lo Maria Mar­ti­ni ent­wor­fen hat­te.“
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  3. Wenn das alles so ist wie in dem Text oben beschrie­ben, dann wir die Kir­che end­lich wie­der nach vor­ne blicken kön­ne. Der Kar­ne­val scheint wirk­lich vor­bei zu sein. Und unter­mau­ert wird dies mor­gen um 12 Uhr durch die Eme­ri­tie­rung von Tebartz- van Elst als „Bischof“ von Lim­burg.

    • Ja, sie selt­sa­mer Fran­zis­ka­ner, erfreu­en Sie sich nur Ihres Tri­um­phes. Wenn die­se Träu­me­rei­en Mar­ti­nis unter Ber­go­glio Rea­li­tät wer­den soll­ten, dann wird es nicht mehr lan­ge wäh­ren mit der Kir­che. Denn eine Kir­che, die sich selbst arm­se­lig und belang­los macht und sich dem wech­seln­den Zeit­geist wie eine Dir­ne andient, ver­rät den Auf­trag Chri­sti, die Wahr­heit des Evan­ge­li­ums zu ver­kün­den. Eine Kir­che, die sich selbst ver­wirft, wird weg­ge­wor­fen, denn sie ist wie Salz, das schal gewor­den ist. Es sind denn wohl auch haut­säch­lich Zer­stö­rungs­phan­ta­sien, denen die­se Träu­me ent­sprin­gen.

      • „Wenn die­se Träu­me­rei­en Mar­ti­nis unter Ber­go­glio Rea­li­tät wer­den soll­ten, dann wird es nicht mehr lan­ge wäh­ren mit der Kir­che.“

        Da die Kir­che nicht von den Pfor­ten der Höl­le über­wun­den wer­den kann, wür­de dies hei­ßen, daß die von Jesus gegrün­de­te Kir­che aus Rom ver­trie­ben wür­de und nur noch eine lee­re Hül­le in Rom übrig blie­be, ohne Tra­di­ti­on und Leh­re.

        Ham­mer­har­te Vor­stel­lung — erin­nert an Buch Dani­el und Buch der Offen­ba­rung.

      • die­sem Fran­zis­ka­ner soll­te man den Bet­tel­sack umhän­gen nach alter fran­zis­ka­ni­scher Manier, dann hört näm­lich sein Kar­ne­val bald auf.Nach dem Wahl­spruch von Johan­nes Paul I: humi­li­tas! humi­li­tas!

    • „Wenn das alles so ist wie in dem Text oben beschrie­ben, dann wir die Kir­che end­lich wie­der nach vor­ne blicken kön­ne.“

      Wenn sieht sie den vor­ne. Chri­stus oder welt­li­chen Phan­ta­sie­wün­sche von vie­len Katho­li­ken?

      „Und unter­mau­ert wird dies mor­gen um 12 Uhr durch die Eme­ri­tie­rung von Tebartz- van Elst als „Bischof“ von Lim­burg.“

      Haben sie den Sekt schon kalt­ge­stellt wenn die Pha­ri­sä­er­meu­te einen katho­li­schen Bischof erlegt hat. Prost!
      Also wer sich heu­te alles mit dem Namen des hei­li­gen Franz von Assi­si schmücken tut! Man kommt sich rich­tig arm­se­lig vor.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

  4. „Der Papst soll sich mit zwölf Bischö­fen und Kar­di­nä­len umge­ben, wenn er nicht will, daß das Schiff Petri von den inter­nen Wel­len über­flu­tet wird und von einer Gesell­schaft, die der Kir­che nicht mehr glaubt, die 200 Jah­re zurück ist bei The­men wie der Fami­lie, der Jugend, der Rol­le der Frau (ein Argu­ment, zu dem Papst Fran­zis­kus ver­spro­chen hat, noch Stel­lung zu neh­men)“.

    Zumin­dest hat Papst bereits begon­nen laut über die Rol­le der Frau nach­zu­den­ken und es ist zum Erbar­men.

    Am Ende einer Rede an den Frau­en­kon­gress ‚anläss­lich der Erin­ne­rung an 25 Jah­re Mulie­ris digni­tatem Ende letz­ter Woche sag­te Papst Franz von sei­ner Rede­vor­la­ge abwei­chend fol­gen­des:

    “Io soff­ro — dico la veri­tà — quan­do vedo nella Chie­sa o in alcu­ne orga­niz­za­zio­ni eccle­sia­li che il ruo­lo di ser­vi­zio – che tut­ti noi abbia­mo e dob­bia­mo ave­re – che il ruo­lo di ser­vi­zio del­la don­na sci­vo­la ver­so un ruo­lo di ser­vid­umbre. Non so se si dice così in ita­lia­no. Mi capi­te? Ser­vi­zio. Quan­do io vedo don­ne che fan­no cose di ser­vid­umbre, è che non si capis­ce bene quel­lo che deve fare una don­na”. Può esse­re valo­riz­za­ta mag­giormen­te? E’ una real­tà che mi sta mol­to a cuo­re e per que­sto ho volu­to incon­trar­vi — con­tro il rego­la­men­to, per­ché non è pre­vi­sto un incon­tro del gene­re — e bene­dire voi e il vostro impeg­no. Gra­zie, por­ti­amo­lo avan­ti insie­me! Maria San­tis­si­ma, gran­de don­na, Madre di Gesù e di tut­ti i fig­li di Dio, ci accom­pa­gni. Gra­zie.
    (“I suf­fer – spea­king truth­ful­ly! – when I see in the Church or in some eccle­si­al orga­niz­a­ti­ons that the role of ser­vice that we all have, and that we must have — but that the role of ser­vice of the woman slips into a role of “ser­vid­um­bre” [Spa­nish: ser­vi­tu­de]… But when I see women that do things out of “ser­vi­tu­de” and not out of service,” said Pope Fran­cis. “And that it is not under­s­tood well what a woman ought to do. Can she be valued more? It is a rea­li­ty that is clo­se to my heart and for this I wan­ted to meet … and bless you and your com­mit­ment. Thank you, let us move this for­ward tog­e­ther! May most holy Mary – a gre­at woman, eh? – the Mother of Jesus and of all God’s child­ren, accom­pa­ny us. Thank you!)”

    (Der spa­ni­sche Aus­druck ser­vid­umbre bedeu­tet nicht nur Dienst­bar­keit, son­dern kann auch Fron­ar­beit, Gesin­de, Hörig­keit, Knecht­schaft, Leib­ei­gen­schaft bedeu­ten.)

    Die­se dün­kel­haf­te Wahr­neh­mung von Frau­en auch noch in respekt­lo­se Wei­se mit der Mut­ter­got­tes Maria zu ver­knüp­fen, die von sich sag­te „ich bin eine Magd des Herrn“ ist äußert schmerz­lich.

    Frts.

  5. Papst Fran­zis­kus und die Frau­en

    In sei­nem Inter­view mit der Jesui­ten­zeit­schrift hat­te Papst Fran­zis­kus gesagt, es sei mehr weib­li­cher Geni­us an jenen Stel­len der Kir­che nötig, wo wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen fal­len. Der gan­ze betref­fen­de Pas­sus in offi­zi­el­ler Über­set­zung lau­tet:
    „Die Räu­me für eine wir­kungs­vol­le­re weib­li­che Prä­senz in der Kir­che müs­sen wei­ter wer­den. Ich fürch­te mich aber vor einem ›Machismo im Rock‹, denn Frau­en sind anders struk­tu­riert als Män­ner. Die Reden, die ich über die Rol­le der Frau in der Kir­che höre, sind oft von einer Männ­lich­keits- Ideo­lo­gie inspi­riert. Die Frau­en stel­len tie­fe Fra­gen, denen wir uns stel­len müs­sen. Die Kir­che kann nicht sie selbst sein ohne Frau­en und deren Rol­le. Die Frau ist für die Kir­che unab­ding­bar. Maria — eine Frau — ist wich­ti­ger als die Bischö­fe. Ich sage das, denn man darf Funk­ti­on und Wür­de nicht ver­wech­seln. Man muss daher die Vor­stel­lung der Frau in der Kir­che ver­tie­fen. Man muss noch mehr über eine gründ­li­che Theo­lo­gie der Frau arbei­ten. Nur wenn man die­sen Weg geht, kann man bes­ser über die Funk­ti­on der Frau im Inne­ren der Kir­che nach­den­ken. Der weib­li­che Geni­us ist nötig an den Stel­len, wo wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den. Die Her­aus­for­de­rung heu­te ist: reflek­tie­ren über den spe­zi­fi­schen Platz der Frau gera­de auch dort, wo in den ver­schie­de­nen Berei­chen der Kir­che Auto­ri­tät aus­ge­übt wird.“

    Es geht wohl sehr deut­lich um eine Macht­fra­ge, die in der katho­li­schen Kir­che so nichts zu suchen hat,
    Hier völ­lig ver­ges­sen zu wer­den, daß Jesus Chri­stus das Haupt der Kir­che ist, der sei­nen Apo­steln den Auf­trag gege­ben hat in alle Welt zu gehen und sein Wort zu ver­kün­di­gen und nicht sich in irgend­wel­chen Macht­fra­gen zu ver­zet­teln
    Die Kir­che ist nicht nur 200 Jah­re son­dern 2000 Jah­re zurück, dies scheint der alters­schwa­che K. Mar­ti­ni über­se­hen zu haben

    • Macht­fra­ge?
      Immer­hin ist der Mensch als Mann und Frau Abbild Got­tes. Mann und Frau bil­den jeweils unter­schied­lich und in der Bezie­hung zuein­an­der die tri­ni­ta­ri­sche Lie­be Got­tes ab. Hin­zu kommt jedoch der Sün­den­fall, der die­ses „himm­li­sche“ Ver­hält­nis emp­find­lich gestört und zer­stört hat. Den­noch hat Gott für den Mann und für die Frau jeweils eine Heils­rol­le bestimmt. ER hat sich selbst in unser Mensch­sein als Mann gege­ben (Jesus) und es ist daher Cha­ris­ma des Man­nes die­se hohe­prie­ster­li­che Rol­le abzu­bil­den. Ent­we­der als Ehe­mann, oder als Mönch und in beson­de­rer, erho­be­ner Wei­se als Prie­ster. ER hat ande­rer­seits schon in der Gene­sis die Feind­schaft und den Kampf gegen den Bösen neben der Voll­macht, Men­schen zu gebä­ren, in beson­de­rer Wei­se zu schüt­zen, zu beglei­ten und zu IHM zu füh­ren, als Cha­ris­ma der Frau bestimmt. Es wird einem eigent­lich schwind­lig bei dem Wort „Got­tes­mut­ter“. Mut­ter­schaft ist zwei­fel­los eine infor­mel­le gott­ge­ge­be­ne Auto­ri­tät, natür­lich eben­so wie über­na­tür­lich. Dass Gott sich nicht zu groß war, eine mensch­li­che Mut­ter in die­se Auto­ri­tät SEINEM eige­nen Sohn gegen­über aus rei­ner Gna­de zuzu­las­sen — das adelt die Frau in einer unbe­schreib­li­chen Wei­se, deu­tet aber auch an, wie sen­si­bel das weib­li­che Cha­ris­ma ist und wie gefähr­det, wenn es miss­braucht wird. Dass die Män­ner auf ihre eige­ne Wei­se ebens­falls durch das Abbild­sein des wah­ren Hohe­prie­sters Jesus hoch geehrt und zur höch­sten Voll­endung ihres Wesens her­aus­ge­for­dert sind, dass auch bei ihnen der Miss­brauch die­ser Voll­macht, beson­ders, wenn sie im Prie­ster­tum gip­felt, einen gan­ze Zeit in den Abgrund rei­ßen kann, wis­sen wir. Miss­brauch die­ser jewei­li­gen Bevoll­mäch­ti­gun­gen bedeu­tet stets, die­se rein gna­den­be­ding­te und nicht etwa „ver­dienst­li­che“ Bevoll­mäch­ti­gung als „Macht“ zu ver­ste­hen.
      Offen­bar hebt sich F. hier in der miss­bräuch­lich-bana­len Sicht nicht ab — auch wenn sei­ne Wor­te den Anschein der „Kon­ser­va­ti­vi­tät“ haben. Aber ein wah­rer Katho­lik ist ja nicht „kon­ser­va­tiv“, son­dern glau­ben­treu. Und das ist was ande­res…

  6. Wie die Kon­zils­kir­che, die Moder­ni­sten, Pro­gres­si­sten reagie­ren wenn Gott der Herr Jesus Chri­stus auf die Erde kom­men wür­de. Ver­mut­lich genau­so wie hier beschrie­ben:

    Johan­nes 19: 1–16

    Die Sol­da­ten floch­ten einen Kranz aus Dor­nen; den setz­ten sie ihm auf und leg­ten ihm einen pur­pur­ro­ten Man­tel um.
    Sie stell­ten sich vor ihn hin und sag­ten: Heil dir, König der Juden! Und sie schlu­gen ihm ins Gesicht.
    Pila­tus ging wie­der hin­aus und sag­te zu ihnen: Seht, ich brin­ge ihn zu euch her­aus; ihr sollt wis­sen, dass ich kei­nen Grund fin­de, ihn zu ver­ur­tei­len.
    Jesus kam her­aus; er trug die Dor­nen­kro­ne und den pur­pur­ro­ten Man­tel. Pila­tus sag­te zu ihnen: Seht, da ist der Mensch!
    Als die Hohen­prie­ster und ihre Die­ner ihn sahen, schrien sie: Ans Kreuz mit ihm, ans Kreuz mit ihm! Pila­tus sag­te zu ihnen: Nehmt ihr ihn und kreu­zigt ihn! Denn ich fin­de kei­nen Grund, ihn zu ver­ur­tei­len.
    Die Juden ent­geg­ne­ten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach die­sem Gesetz muss er ster­ben, weil er sich als Sohn Got­tes aus­ge­ge­ben hat.
    Als Pila­tus das hör­te, wur­de er noch ängst­li­cher.
    Er ging wie­der in das Prä­to­ri­um hin­ein und frag­te Jesus: Woher stammst du? Jesus aber gab ihm kei­ne Ant­wort.
    Da sag­te Pila­tus zu ihm: Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich frei­zu­las­sen, und Macht, dich zu kreu­zi­gen?
    Jesus ant­wor­te­te: Du hät­test kei­ne Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gege­ben wäre; dar­um liegt grö­ße­re Schuld bei dem, der mich dir aus­ge­lie­fert hat.
    Dar­auf­hin woll­te Pila­tus ihn frei­las­sen, aber die Juden schrien: Wenn du ihn frei­lässt, bist du kein Freund des Kai­sers; jeder, der sich als König aus­gibt, lehnt sich gegen den Kai­ser auf.
    Auf die­se Wor­te hin ließ Pila­tus Jesus her­aus­füh­ren und er setz­te sich auf den Rich­ter­stuhl an dem Platz, der Lithost­ro­tos, auf Hebrä­isch Gab­ba­ta, heißt.
    Es war am Rüst­tag des Pascha­fe­stes, unge­fähr um die sech­ste Stun­de. Pila­tus sag­te zu den Juden: Da ist euer König!
    Sie aber schrien: Weg mit ihm, kreu­zi­ge ihn! Pila­tus aber sag­te zu ihnen: Euren König soll ich kreu­zi­gen? Die Hohen­prie­ster ant­wor­te­ten: Wir haben kei­nen König außer dem Kai­ser.
    Da lie­fer­te er ihnen Jesus aus, damit er gekreu­zigt wür­de. Sie über­nah­men Jesus.

  7. „Die Kir­che ist 200 Jah­re zurück“. Wer so etwas sagt, der glaubt an Fort­schritt in den mensch­li­chen Din­gen. Damit wider­spricht er der Leh­re der Kir­che.

  8. Der Glau­bens­ab­fall in der Welt wird über­all ver­herr­licht. Die Sün­de wird gesetz­lich erlaubt. Die Chri­sten ver­folgt.
    Der Glau­bens­ab­fall erfasst jetzt Kir­che Chri­sti von innen her­aus. Die katho­li­sche Kir­che wird die säku­la­re Welt umar­men und erklä­ren, dass es kei­ne Tod­sün­de mehr gibt.
    Das gro­ße Opfer der Kreu­zi­gung wird dis­ku­tiert und der Eucha­ri­stie eine neue Bedeu­tung gege­ben.
    In der Hül­le der Kir­che wer­den abscheu­li­che, soge­nann­te „Wun­der“ und „Hei­lun­gen“ gesche­hen.
    Das Schis­ma ist ein­ge­tre­ten.
    Aber Jesus wird mit sei­ner wah­ren Kir­che sein. Beten wir für die treu­en geweih­ten Die­ner, sie wer­den es schwer haben. Scha­ren wir uns um sie. Fol­gen wir Papst Bene­dikt im Gebet, das ist der ein­zi­ge Weg das ein­zi­ge Mit­tel. Er geht uns vor­an.

  9. Ich habe die glei­che Mei­nung wie der Fran­zis­ka­ner. Hört doch end­lich auf, hier jeden Tag nega­tiv über den Papst zu schrei­ben. Wenn es euch nicht passt, folgt den Pius­brü­dern und lebt wie die Ami­schen. Viel­leicht seid ihr dann zufrie­den. Leben, Arbei­ten und eine Lit­ur­gie wie im Mit­tel­al­ter!

    • „Viel­leicht seid ihr dann zufrie­den. Leben, Arbei­ten und eine Lit­ur­gie wie im Mit­tel­al­ter!“

      Ja das fin­ste­re Mit­tel­al­ter wo die Son­ne nur angeb­lich 1,5h am Tage geschie­nen hat. Sie hat­ten damals ja auch kei­ne Atom­bom­ben die ihnen den Tag erhellt haben. Und die Hei­li­gen und Märthy­rer in die­ser Zeit hat­ten natür­lich alle kei­ne Ahnung von Chri­stus. Erst die Schlau­mei­er in unse­rer heu­ti­gen Zeit haben Chri­stus rich­tig ver­stan­den. Ich bin erst dann zufrie­den wenn Chri­stus gesiegt und das unbe­fleck­te Herz Mari­ens tri­um­phiert hat. So glaubt ein Mensch der aus dem fin­ste­ren Mit­tel­al­ter kommt. Gibt es Pro­ble­me?
      Per Mari­am ad Chri­stum.

      • ein herr­li­cher Kom­men­tar
        ‑man könn­te hin­ter @ amen und @Franziskaner einen 68 er Reli­gio­sen ver­mu­ten, der wohl­stand­ver­wahr­lost im kirch­li­chen Sin­ne noch nie um sein täg­lich Brot beten muss­te-incras­sa­tus impingua­tus dila­ta­tus-wie immer auch Gott seg­ne die­se und uns alle und hal­te sol­che Leu­te von uns fern.quod faxit omni­po­tens et miser­i­cors Domi­nus cujus abundan­tia pieta­tis nun­quam fal­litur.

    • War­um soll man auf­hö­ren, „nega­tiv“ über die­sen Papst zu schrei­ben. Viel­leicht weil man die Wahr­heit nicht mehr hören mag? Nur getrof­fe­ne Hun­de bel­len. Steht es so, um die geprie­se­ne Mei­nungs­frei­heit? Um es noch ein­mal fest­zu­hal­ten. Nicht der Papst macht die Kir­che. Die Kir­che ist einen gött­li­che Stif­tung und dadurch makel­los und über­zeit­lich. Chri­stus ist das Haupt die­ser Kir­che, der sei­nen Apo­steln den Auf­trag gab, den Glau­ben, so wie er die­sen ver­kün­det hat, wei­ter­zu­ge­ben und die Men­schen, wel­che glau­ben zu tau­fen und sie so zu ret­ten. Somit ist die Offen­ba­rung mit dem Tod des letz­ten Apo­stels (Johan­nes auf Pat­mos) abge­schlos­sen. Und der viel­fach beschwo­re­ne Hei­li­ge Geist , immer­hin auch Gott, ist dafür da, uns an das zu erin­nern, was uns Chri­stus ver­kün­det hat. Er kann somit kei­ne neu­en Leh­ren ver­kün­den, da sich Gott nicht wider­spre­chen kann. Das ist alles. Eigent­lich ziem­lich ein­fach.

    • Das Mit­tel­al­ter war ein sehr glau­bens­star­kes Zeit­al­ter, wovon uns noch heu­te die got­hi­schen Kathe­dra­len auf wun­der­vol­le Wei­se erzäh­len (sofern sie nicht dem nach­kon­zi­li­ar-lit­ur­gi­schen Iko­no­klas­mus zum Opfer fie­len!). Fin­ster und blut­rün­stig hin­ge­gen war vor allem die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, die man uns wider­sin­ni­ger Wei­se gern als Beginn eines Zeit­al­ters licht­vol­ler Auf­klä­rung preist. Als des­sen spä­te Frucht darf man wohl das II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil und als des­sen beson­de­res Frücht­chen jenen Träu­mer da oben auf dem Bild betrach­ten. Mit Blick auf die jüng­sten Ereig­nis­se in Rom (Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta) und in Lim­burg steht aller­dings zu befürch­ten, dass in der Kir­che nicht licht­vol­le Zei­ten, son­dern eher die skru­pel­lo­se Herr­schaft kirch­li­cher Jako­bi­ner ange­bro­chen ist.

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