Neuer traditionsverbundener Generaloberer der Gemeinschaft „Serviteurs de Jésus et de Marie“

Abtshaus der ehemaligen Zisterzienserabtei Ourscamp ist heutiges Kloster(Paris) Die Ser­vi­teurs de Jésus et de Marie (nicht zu ver­wech­seln mit dem 1988 von Pater Andre­as Hönisch im deut­schen Sprach­raum gegrün­de­ten Orden der Die­ner Jesu und Mari­ens) haben einen neu­en Gene­ral­obe­ren. Die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne fran­zö­si­sche Ordens­ge­mein­schaft wur­de 1930 von dem Prie­ster Jean-Edouard Lamy (1853–1931) gegrün­det. 1909 war Lamy die Jung­frau Maria erschie­nen und bat ihn um die Ein­rich­tung einer Wall­fahrt nach Not­re-Dame des Bois nahe sei­nem Geburts­ort Hau­te Mame. Die Got­tes­mut­ter bat ihn eben­so, einen Orden zu grün­den. Letz­te­res wur­de kurz vor dem Tod Lamys mög­lich.

Das Gene­ral­ka­pi­tel der Ser­vi­teurs de Jésus et de Marie, das sich in der Abtei von Ours­camp ver­sam­mel­te, wähl­te Pater Lau­rent-Marie Pic­quet du Haut Jus­sé zum neu­en Gene­ral­obe­ren. Pater Lau­rent-Marie Pic­quet du Haut Jus­sé ist Jahr­gang 1968. 1998 wur­de er zum Prie­ster geweiht. Er ist Dok­tor der Theo­lo­gie und erwarb in Rom das Lizen­ti­at in Kir­chen­recht. Er unter­rich­tet Theo­lo­gie und Kir­chen­recht an ver­schie­de­nen kirch­li­chen Prie­ster­aus­bil­dungs­stät­ten, dar­un­ter dem Prie­ster­se­mi­nar der Diö­ze­se Tou­lon-Fre­jus unter Bischof Domi­ni­que Rey, ist Mili­tär­seel­sor­ger und wirkt als Rich­ter am Kir­chen­ge­richt der Erz­diö­ze­se Paris. 2012 ver­öf­fent­lich­te er eine histo­ri­sche, dok­tri­nel­le und geist­li­che Ein­fü­hung in die außer­or­dent­li­che Form des Römi­schen Ritus. Der neue Gene­ral­obe­re zele­briert in Compià¨gne regel­mä­ßig im über­lie­fer­ten Ritus.

Pater Laurent-Marie Picquet du Haut Jussé ist der neue Generalobere

Drei Niederlassungen — Schwerpunkt Jugendapostolat

Die Ordens­an­ge­hö­ri­gen der Ser­vi­teurs de Jésus et de Marie leben in klö­ster­li­cher Gemein­schaft. Sie sind in der Pfarr­seel­sor­ge tätig und haben einen beson­de­ren Schwer­punkt im Jugend­a­po­sto­lat. Der Orden hat drei Nie­der­las­sung, ein­mal bei der Rui­ne der alten Abtei Not­re-Dame d’Ourscamp, ein Prio­rat im Elsaß und eine Nie­der­las­sung in Argen­ti­ni­en. Nach einem schlep­pen­den Beginn konn­te der Orden in den 80er und 90er Jah­ren unter Pater Thier­ry de Rou­cy (Gene­ral­obe­rer 1988–2001) Postu­lan­ten gewin­nen. Eine Ent­wick­lung, die anhält. Heu­te zählt die Gemein­schaft 30 Ange­hö­ri­ge. Mit den Ser­van­tes de Jésus et de Marie ist auch ein weib­li­cher Zweig ent­stan­den, der 2001 vom Bischof von Beau­vais kirch­lich aner­kannt wur­de.

Ihr Name als Die­ner ist ihnen Pro­gramm nach dem Vor­bild des Hei­li­gen Joseph und des Hei­li­gen Johan­nes. Das Patro­nats­fest des Ordens ist das Unbe­fleck­te Herz Mari­ens, Zuflucht der Sün­der. Die Ordens­an­ge­hö­ri­gen fol­gen dem Vor­bild ihres Grün­ders Pà¨re Lamy in der Nach­fol­ge Jesu und Mari­ens.

Abtei d'Ourscamp: Ruine der alten Klosterkirche

Ehemalige Abtei Ourscamp wiederbesiedelt

Ours­camp in der Picar­die ist heu­te vor allem wegen sei­ner mäch­ti­gen Klo­ster­rui­ne der ehe­ma­li­gen Zister­zi­en­ser­ab­tei bekannt. Die Abtei war 1129 vom Hei­li­gen Bern­hard als Toch­ter­grün­dung von Clairvaux ent­stan­den und zähl­te in sei­ner Hoch­blü­te mehr als 500 Mön­che. Durch die fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­ons­re­gie­rung wur­de die Abtei 1792 auf­ge­ho­ben und die 102 Meter lan­ge Klo­ster­kir­che weit­ge­hend abge­bro­chen. Die Klo­ster­ge­bäu­de gin­gen in den Besitz eines Revo­lu­ti­ons­funk­tio­närs über, der dar­aus sein Schloß macht. 1825 wur­de es als Fabrik genutzt. Im Ersten Welt­krieg von deut­schen Trup­pen besetzt, brann­te es nach alli­ier­tem Beschuß weit­ge­hend aus. Erhal­ten blie­ben das impo­san­te Kran­ken­haus der Abtei aus dem Jahr 1220 und das Abtshaus.

1940 beleb­ten die Ser­vi­teurs de Jésus et de Marie das Klo­ster neu.

 Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wikicommons/Riposte Catho­li­que