Nicht gnostisch, nicht pelagianisch, sondern evangelistisch — Gefahren, die die Kirche von innen bedrohen: CELAM-Rede von Papst Franziskus

Ansprache Papst Franziskus an lateinamerikanische Bischofskonferenz CELAM(Rio de Janei­ro) Deut­li­che­re Wor­te als zu den Jugend­li­chen fand Papst Fran­zis­kus für die latein­ame­ri­ka­ni­schen Bischö­fe. In einer Rede wand­te sich das Kir­chen­ober­haupt an das Koor­di­nie­rungs­ko­mi­tee der Latein­ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz CELAM. Das war sicher die bedeu­tend­ste Anspra­che sei­ner Pasto­ral­rei­se nach Brasilien.Der Papst sprach über die inter­nen Gefah­ren für die Kir­che und nann­te die­se beim Namen.
Die Wor­te an die Jugend­li­chen waren teil­wei­se in einer Wei­se und mit einem Voka­bu­lar gehal­ten, die es Jour­na­li­sten ermög­lich­te eine weit­ge­hend belang­lo­se Zusam­men­fas­sung in Schlag­wör­tern zu pro­du­zie­ren und zu ver­brei­ten, die genau­so gut von US-Prä­si­dent Barack Oba­ma stam­men hät­ten können. 

In sei­ner Rede an die Bischö­fe ging Papst Fran­zis­kus vom „Wun­der“ der 5. Voll­ver­samm­lung der CELAM aus, die 2007 in Apa­re­ci­da statt­fand. Eine für ihn grund­le­gen­de Erfah­rung, auf die er bereits mehr­fach zu spre­chen kam. Als Grün­de dafür nann­te der Papst bis­her, weil das Tref­fen an einem Mari­en­wall­fahrts­ort statt­fand, unter der Schirm­herr­schaft der Got­tes­mut­ter stand und weil es täg­li­chen Kon­takt mit den Gläu­bi­gen, die als Pil­ger dort­hin kamen, gab.

In Apa­re­ci­da habe die Kir­che begon­nen, sich der stark ver­än­der­ten Rea­li­tät Latein­ame­ri­kas zu stel­len, das sich von einem stark länd­lich gepräg­ten zu einem Kon­ti­nent der Groß­städ­te und Bal­lungs­zen­tren ver­wan­del­te. Zur Beschrei­bung der neu­en Situa­ti­on bedien­te sich Papst Fran­zis­kus Aus­drücke der moder­nen Sozio­lo­gie. Er sprach auch von der Koexi­stenz unter­schied­li­cher For­men von „kol­lek­ti­vem Gedächt­nis“ und „urba­nen Stämmen“.

Jesui­ti­scher Metho­dik fol­gend struk­tu­riert Papst Fran­zis­kus jede Anspra­che in drei Punk­te. So warn­te er die Bischö­fe vor den drei „Ver­su­chun­gen“, denen sei­ner Ansicht nach, die Kir­che von heu­te aus­ge­setzt ist:

  1. Ideo­lo­gi­sie­rung
  2. Funk­tio­na­lis­mus
  3. Kle­ri­ka­lis­mus.

1. Ideologisierung

Die Kir­che lau­fe heu­te Gefahr, von vier For­men des ideo­lo­gi­schen Reduk­tio­nis­mus ein­ge­schränkt zu wer­den, die sie an der Erfül­lung ihres Auf­trags behin­de­re, ablen­ke und fehllenke.

Sozialer Reduktionismus — Beispiel: Marxismus, Marktliberalismus

Die erste Bedro­hung stam­me vom sozia­len Reduk­tio­nis­mus, der sich zu sehr auf die Sozi­al­wis­sen­schaf­ten ver­läßt und bereits zu ande­rer Zeit die Sozi­al­leh­re der Kir­che zu ver­drän­gen ver­such­te, ent­we­der durch mar­xi­sti­sche Kate­go­rien oder durch den Marktliberalismus.

Psychologischer Reduktionismus — Beispiel: Enneagramm-Methode

Die zwei­te Bedro­hung kom­me vom psy­cho­lo­gi­schen Reduk­tio­nis­mus, einer Form von Ideo­lo­gi­sie­rung, die sich am deut­lich­sten und häu­fig­sten in Kurs­an­ge­bo­ten über Spi­ri­tua­li­tät zei­ge, in denen der Glau­ben zur rei­nen Psy­cho­lo­gie redu­ziert wird. Fran­zis­kus nann­te als kon­kre­tes Nega­tiv­bei­spiel alle Ange­bo­te und Kur­se, die der Klas­si­fi­zie­rung der mensch­li­chen Cha­rak­te­re nach der Enne­agramm-Metho­de fol­gen, bei der ein­fach die Beson­der­heit der katho­li­schen Spi­ri­tua­li­tät ver­ges­sen wird.

Gnostische Ideologisierung — Beispiel: Pfarrer-Initiative, Wir sind Kirche

Die drit­te Bedro­hung stam­me von der gno­sti­schen Ideo­lo­gi­sie­rung, die typisch, so der Papst, für jene ist, die sich selbst als Trä­ger eines „höhe­ren“ Wis­sens sehen, das allein auf dem höch­sten, aktu­ell­sten und modern­sten Stand sei. In frei­er Rede ergänz­te das Kir­chen­ober­haupt, daß kon­kre­te Bei­spie­le für Ver­tre­ter die­ses neu­en Gno­sti­zis­mus jene sind, die ihm gleich nach sei­ner Wahl zum Papst begei­stert gra­tu­liert haben, um gleich­zei­tig sofort von ihm zu for­dern, „daß die Prie­ster hei­ra­ten dür­fen, daß Ordens­schwe­stern zu Prie­stern geweiht wer­den und daß auch die wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen zum Kom­mu­nion­emp­fang zuge­las­sen sind“, weil nur so die Kir­che „modern“ wer­de und auf der Höhe der Zeit sei.

Pelagianische Ideologisierung — Beispiel: rückwärtsgewandter Traditionalismus

Die vier­te Bedro­hung sei par­al­lel, aber als genau­es Gegen­teil des gno­sti­schen Reduk­tio­nis­mus, die pela­gia­ni­sche Ideo­lo­gi­sie­rung, die Papst Fran­zis­kus in Latein­ame­ri­ka in „klei­nen Grup­pen und eini­gen neu­en Ordens­ge­mein­schaf­ten“ am Werk sieht. In die­sen Krei­sen ver­folgt man den nicht ver­wirk­lich­ba­ren Traum einer Rück­kehr in eine „ver­lo­re­ne Ver­gan­gen­heit“ durch den Ver­such einer „Restau­ra­ti­on von über­hol­ten Ver­hal­tens­wei­sen und For­men“. Die Ver­tre­ter die­ser Rich­tung, warn­te der Papst, sehen das Heil in der „Sicher­heit von Leh­re und Dis­zi­plin“, wodurch sie aber Gefahr lau­fen, in einem selbst­be­zo­ge­nen Kreis ein­ge­schlos­sen zu blei­ben, ohne hin­aus­zu­ge­hen, um zu evangelisieren.

Der Papst füg­te hin­zu, daß er in der Dar­stel­lung der bei­den letz­ten Rich­tun­gen bewußt über­zeich­net, viel­leicht über­trie­ben habe, um die „uto­pi­sche“ und die „restau­ra­ti­ve“ Ver­su­chung dar­zu­le­gen. Manch­mal wür­den aber auch kari­kie­ren­de Dar­stel­lun­gen hel­fen, die Gefah­ren zu erken­nen, um sie zu ver­mei­den. Im kon­kre­ten Fall gehe es ihm dar­um vor der Gefahr zu war­nen, in einer „hypo­the­ti­schen Zukunft“ oder einer „hypo­the­ti­schen Ver­gan­gen­heit“ zu leben, aber nicht in der Gegen­wart. Bei­de Ver­su­chun­gen sei­en eine kon­kre­te Gefahr, sowohl die Fixie­rung auf eine fik­ti­ve Zukunft, als auch eine Fixie­rung auf eine ver­gan­ge­ne Ver­gan­gen­heit, die vom Weg abbräch­ten, denn die kon­kre­ten, leben­den, zu evan­ge­li­sie­ren­den Men­schen leben in der Gegenwart.

2. Funktionalismus

Die zwei­te Ver­su­chung der Kir­che sei der „Funk­tio­na­lis­mus“. Er dul­de kein Myste­ri­um, kein Glau­bens­ge­heim­nis und glaubt nur an die Effi­zi­enz und die Sta­ti­sti­ken und redu­ziert – ein Aus­druck, den Papst Fran­zis­kus häu­fig gebrauch­te – „die Wirk­lich­keit der Kir­che auf eine NGO“. Die­se Gefahr sei, so der Papst, zum Bei­spiel unter ande­rem kon­kret in auf­ge­bläh­ten Appa­ra­ten der Bischofs­kon­fe­ren­zen gege­ben. Der Papst sprach wört­lich von der „Ele­phan­tia­sis der Bischofskonferenzen“.

3. Klerikalismus

Die drit­te Ver­su­chung der Kir­che sei hin­ge­gen der „Kle­ri­ka­lis­mus“. Gemeint sei damit, so der Papst, eine „sünd­haf­te Kom­pli­zen­schaft“ zwi­schen einem Kle­rus, der „Mani­pu­la­ti­on“ und „unan­ge­mes­se­ne Unter­wer­fung“ prak­ti­ziert und einem Lai­en­tum, das letzt­lich den Kle­ri­ka­lis­mus wünscht, weil er bequem ist. Einen nichtk­le­ri­ka­len Kle­rus erkennt man an der Qua­li­tät der Pre­dig­ten, die nicht „fern“ und „abstrakt“ sind, son­dern nahe am Bei­spiel der Reden Jesu im Evan­ge­li­um. Er müs­se von Bischö­fen ange­führt wer­den, die die „Psy­cho­lo­gie der Grund­sät­ze“ auf­ge­ben und ein Leben der Stren­ge führen.

„Die Rede an die CELAM läuft Gefahr eine bestimm­te ‚Lin­ke‘, die Fran­zis­kus als ‚gno­stisch‘ bezeich­ne­te, und eine bestimm­te ‚Rech­te‘, die er als ‚pela­gia­nisch‘ beschrieb, zu ent­täu­schen. Herz­stück sei­ner Anspra­che war jedoch, daß die erste und wich­tig­ste Auf­ga­be der Kir­che die Evan­ge­li­sie­rung ist, die durch jeden Blick kom­pro­mit­tiert wird, der nicht auf die Gegen­wart, son­dern auf die Ver­gan­gen­heit oder eine unwahr­schein­li­che Zukunft gerich­tet ist. Der Auf­trag läuft dadurch Gefahr, ideo­lo­gi­siert zu wer­den und sich selbst­be­zo­gen ein­zu­schlie­ßen, statt hin­aus­zu­ge­hen“, so der ita­lie­ni­sche Jurist und Reli­gi­ons­so­zio­lo­ge Mas­si­mo Introvigne.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Nuo­va Bus­so­la Quotidiana/WJT 2013

15 Kommentare

  1. Die Argu­men­ta­ti­on, die eine ideo­lo­gi­sche Kate­go­ri­sie­rung mit Sta­tio­nen auf der Zeit­ach­se ver­knüpft, ist phi­lo­so­phisch ziem­lich frag­wür­dig, um nicht zu sagen primitiv:
    1. „rückwärtsgewandt=traditionalistisch=pelagianisch“ — falsch
    2. „zukunfstorientiert=utopisch=gnostisch“ — falsch
    3. „in der Gegenwart=evangelistisch“ — richtig
    So ein him­mel­schrei­en­der Blöd­sinn! F.s Wahr­heits­be­griff ist zwar nicht pro­gres­si­stisch, dafür aber rela­ti­vi­stisch! War­um soll­te etwas, was „tra­di­tio­na­li­stisch“ ist, nicht wahr sein kön­nen? Und streng logisch betrach­tet gibt es eben­falls kei­nen rund, etwas Uto­pi­sches mit dem Argu­ment, es sei nicht „gegen­wär­tig“, abzuweisen.
    Ent­we­der man legt einen prin­zi­pi­el­len, zeit­un­ab­hän­gi­gen Wahr­heits­be­griff zugrun­de (und das war bis zum Kon­zil immer Leh­re der Kir­che!!!), oder man muss kon­se­quent den rela­ti­vi­sti­schen Wahr­heits­be­griff zu Ende den­ken. Und dann ist auch das pro­gres­sist­si­che Den­ken schlüs­sig. es besagt näm­lich nichts wei­ter als eine Evo­lu­ti­on des Wahr­heits­be­grif­fes, den F. aber, ohne sich des­sen bewusst zu sein (?), hier als Vor­aus­set­zung sei­ner Argu­men­ta­ti­on einführt.
    Mei­ne Güte, ist das ein Wirrkopf!
    Er meint, er müs­se eine „gol­de­ne Mit­te“ fin­den. Aber zwi­schen Wahr­heit und Lüge gibt es nun mal kei­ne gol­de­ne Mit­te! Fragt sich dann nur, was genau Gegen­stand sei­ner „gegen­wär­ti­gen“ Evan­ge­li­sie­rung sein soll…

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      Hof­fen wir, dass es nicht die gro­ße Apost­asie ist, mit der die Kir­che dem Anti­christ gefü­gig gemacht wer­den soll, der schon im Hin­ter­grund die Fäden zieht.

  2. Das ist ja die Apo­theo­se der Perfidität!
    Den wah­ren katho­li­schen Glau­ben als „rück­wärts­ge­wand­ten Tra­di­tio­na­lis­mus“ und eine Form von „Pela­gia­nis­mus“ zu bezeich­nen, und dies Kri­tik indi­rekt „glaub­wür­dig“ erschei­nen zu las­sen, indem man ihn als „ein Extrem unter vie­len“ dar­stellt! — Das ist Sophis­mus der besten Klas­se! — Das Aller­schlimm­ste dar­an aber ist, dass die­ser Papst davon über­zeugt ist, dass er damit der Welt „Gutes“ tut! 

  3. Ich fin­de sehr vie­le gute Aspek­te sind in der Anspra­che des Hl. Vaters ent­hal­ten. Es wur­den seh vie­le wich­ti­ge Inter­ven­ti­ons­punk­te genannt. Aber da er so sehr gegen die angeb­lich „über­hol­ten“ Ver­hal­tens­wei­sen aus­spricht, hat das gan­ze mei­nes Erach­tens zwar einen über­na­tür­li­chen aber den­noch stark evan­ge­li­ka­len oder viel­leicht cha­ris­ma­ti­schen Ein­schlag, was die Bot­schaft betrifft. Eben­so die Inter­pre­ta­ti­on von „Kle­ri­ka­lis­mus“. Was sol­len denn sol­che „volks­na­hen“ nicht abge­ho­be­nen ver­ständ­li­chen Pre­dig­ten genau nahe am Wort Jesu sein. Ich wil nicht davon aus­ge­hen das da ein gewis­ses „Sola Scrip­tu­ra“ mit­schwingt, aber besorg­nis­er­re­gend ist das alles in allem schon. Die Tra­di­ti­on ist nicht ein Ide­al des katho­li­schen Glau­bens, daß man „auch beto­nen könn­te“ o.ä.. Die Tra­di­ti­on ist ein KERNSTÜCK des kath. Glau­bens. Nur AUF IHRER GRUNDLAGE kann gelehrt, inter­pre­tiert und Fröm­mig­keit geübt wer­den. Nie ohne oder gar gegen die Tradition.

  4. Wer sich nicht von der Ver­gan­gen­heit der Kir­che löst, von ihrem „Kle­ri­ka­lis­mus“, schließt sich also selbst­be­zo­gen in sich ein.
    Nun, da Fran­zis­kus natür­lich jede Bin­dung an die „ver­lo­re­ne Ver­gan­gen­heit“ ablehnt, ist ihm ein­fach ent­gan­gen, dass „die Kir­che der Ver­gan­gen­heit“ hin­aus­zog in alle Welt, das Evan­ge­li­um ver­kün­de­te, den Völ­kern den Glau­ben brachte.
    Erst mit und nach dem II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil kam die Mis­si­ons­tä­tig­keit der Kir­che zum Erlie­gen, wur­de durch Sozi­al­ar­beit weit­ge­hend ersetzt.
    So unge­bil­det mögen Kir­chen­fein­de über die „Kir­che der Ver­gan­gen­heit“ urtei­len. Dass sich der regie­ren­de Papst von ihnen nicht mehr unter­schei­det, ist eine Katastrophe.

  5. Der Hei­li­ge Vater hat sich öffent­lich Gedan­ken über Pro­ble­me gemacht, die der Mis­si­ons­tä­tig­keit der Kir­che hin­der­lich sein kön­nen. Dar­über kann man nur hoch­er­freut sein, denn eine sol­che Mis­si­ons­tä­tig­keit ist, auch in Euro­pa, eine dring­li­che Not­wen­dig­keit. Neh­men wir nur als Bei­spiel die Diö­ze­se Aachen: Seit vie­len Jah­ren füh­ren dort Aposta­ten das gro­ße Wort, ein offen­sicht­lich unfä­hi­ger Bischof ver­folgt die alte Mes­se, wäh­rend er ande­rer­seits ein regel­mä­ßi­ger Teil­neh­mer an den Kult­hand­lun­gen in der neu­erbau­ten Syn­ago­ge ist, alte und kran­ke Leu­te müs­sen ohne Emp­fang der hl. Sakra­men­te dahin­le­ben und ‑ster­ben, vom Bis­tum bezahl­te Lai­en simu­lie­ren mun­ter land­auf land­ab Sakra­men­te bzw. ver­brei­ten ihren häre­ti­schen Unsinn, hal­ten an Sonn­ta­gen „Wort­got­tes­fei­ern“ ab, wäh­rend Prie­stern die öffent­li­che Zele­bra­ti­on ver­bo­ten wird, in der Aache­ner sog. Kir­chen­zei­tung wird behaup­tet, selbst­ver­ständ­lich habe Jesus Chri­stus kein Prie­ster­tum ein­ge­setzt, bereits im Jah­re 1996 konn­te es sich in dem­sel­ben niveau­lo­sen Schmier­blatt der dama­li­ge Stadt­de­chant lei­sten, die Gott­heit Chri­sti zu bezwei­feln bzw. als der grie­chi­schen Phi­lo­so­phie geschul­de­tes Hirn­ge­spinst abzu­leh­nen (und wur­de auch noch, als meh­re­re Prie­ster dage­gen Beschwer­de führ­ten, von Exzel­lenz Mus­sing­hoff in Schutz gebom­men), die Pfar­ren ver­öden und wer­den geschlos­sen, usw. usf. Das Resul­tat: Mitt­ler­wei­le min­de­stens zwei Genera­tio­nen, die prak­tisch als Hei­den anzu­se­hen sind. Hier müß­te selbst­ver­ständ­lich wie­der mis­sio­niert wer­den. Mis­sio­na­re im Sin­ne des Hei­li­gen Vaters kön­nen sicher­lich nur Per­so­nen sein, die vom fel­sen­fe­sten Glau­ben an die gesam­te katho­li­sche Leh­re durch­drun­gen sind (wer dies nicht ist, ist über­haupt kein Katho­lik). Und dazu kann Unter­zeich­nter, der Prie­ster ist, nur sagen, daß ihm per­sön­lich nur aus einem Per­so­nen­kreis Per­so­nen bekannt sind, die die gesam­te katho­li­sche Leh­re anneh­men: die­se fin­den sich fast nur bei den­je­ni­gen, die der alten römi­schen Mes­se die Treue hal­ten. Pela­gia­ner? Absurd!!!

    • Der „Hei­li­ge Vater“ meint mit „Mis­si­on“ nicht das, was Sie dar­un­ter ver­ste­hen. Das geht auch aus sei­ner Ent­schei­dung bzgl. der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta her­vor. Wie ich oben geschrie­ben habe, ver­tritt er einen ver­kapp­ten, letzt­end­lich pro­gres­si­sti­schen Wahr­heits­be­griff. Es ist phi­lo­so­phisch eigent­lich völ­lig klar, wo er steht — näm­lich da, wo auch die Her­ren Kle­ri­ker ste­hen, die die Zustän­de im Bis­tum Aachen ver­ur­sa­chen. Man las­se sich nich von ent­kern­ter, „fromm“ klin­gen­der Begriff­lich­keit blenden!
      Maria hilf!

  6. Markt­li­be­ra­lis­mus?

    Den führt der Papst mit der Lai­en­kom­mis­si­on jetzt auch im Vati­kan ein!

  7. Und dann hät­te ich da über­haupt mal noch ein Fra­ge: ich ver­ste­he nicht, was Tra­di­ti­ons­ver­bun­den­heit mit „Pela­gia­nis­mus“ zu tun hat. Kein Tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ner hat doch die­sen alten Streit wie­der auf­ge­wärmt oder behaup­tet, die mensch­li­che Natur sei an sich nicht ver­dor­ben durch die Erb­sün­de?! Außer­dem hat kei­ner der Tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen je eine Deabt­te über die Wil­lens­frei­heit aufgerissen…
    Kann mir irgend­wer erklä­ren, was F. damit eigent­lich meint? (Es ist mir wirk­lich ein Rätsel.)

    • Ich ver­mu­te der Papst meint so etwas wie „Volun­ta­ris­mus“, also eine auf die mensch­li­che Anstren­gung auf­bau­en­de Hei­lig­keit. Er will ein­fach intel­lek­tu­ell klin­gen, weil ‚volun­ta­ris­mo‘ in den roma­ni­schen Spra­chen nicht als Fremd­wort und damit als ein Bil­dungs­vor­teil gegen­über dem Nor­mal­bür­ger wahr­ge­nom­men wür­de. ‚Pela­gia­nis­mo‘ klingt eben theo­lo­gi­scher als ‚volun­ta­ris­mo‘. — Ich mei­ne das nicht als Witz, ich mei­ne das ernst. Ich hal­te den Mann für so eitel und traue ihm zu, dass er ein­fach mit sei­ner Bil­dung ange­ben will. Aber wie Sie ja so schön erkannt haben: Fremd­wör­ter sind eben Glücksache!

      • Ach, Tere­sa, dan­ke. Ich hat­te nur von der rei­nen Sache her gedacht und das nicht ver­ste­hen können…
        Ich bin ziem­lich nie­der­ge­schla­gen. Die­ser Papst ist eine Kata­stro­phen­ge­stalt. Und das auf Samt­pfo­ten, aus denen immer wie­der wider­wär­ti­ge Kral­len her­aus­fah­ren, ganz plötz­lich, dann zieht er sie wie­der ein und grinst hin­ter sei­nen ver­spie­gel­ten Bril­len­glä­sern smart: „Ist was, Leu­te, was schaut ihr so?“ Und die Kon­ser­va­ti­ven jubeln, wenn er feh­ler­frei das Vater­un­ser auf Spa­nisch betet, denn allein das zeigt ja schon, wie fromm er ist… Ein wun­der­ba­rer Mann, bie­tet uns schö­ne bun­te Glas­per­len. Und das Wort „Rosen­kranz“ hat er auch schon mal gesagt…
        Ich lese sei­ne Wor­te, ganz genau und mit Bedacht und ver­ste­he nicht, dass außer auf die­sem Forum hier und bei den Her­aus­ge­bern kei­ner merkt, was das für ein ver­stell­tes Zeug ist! Ja, wir wol­len eigent­lich den Hl. Vater ach­ten, so wie Kin­der auf ihren Vater stolz sein wol­len. Aber um so schlim­mer ist es, wenn die Eltern die Kin­der betrü­gen, aus­beu­ten, an die Bor­del­le ver­kau­fen und sich von den Ein­nah­men berau­schen. Denn gera­de so kommt es mir vor. Ich weiß, dass es furcht­ba­re Gedan­ken sind. Aber sie sind der unmit­tel­ba­re Blick, den ich von Anfang an hat­te. Erst wollt ich es nicht glau­ben, dann ver­setz­te mir aber jedes Wort den immer näch­sten Schlag: hier stimmt etwas nicht, hier ist etwas faul im Staa­te Däne­mark. Was um Got­tes Wil­len, ist das für ein Mann!
        Aber von einem bin ich fel­sen­fest über­zeugt: dass Jesus zurück­kommt, bevor man ihn ein zwei­tes Mal ver­nich­ten will. Es ist ver­geb­li­che Mühe, wir kön­nen IHM lächelnd ent­ge­gen­se­hen. All das ver­kapp­te und schlei­chen­de, per­fi­de Böse, das in tau­send Frat­zen die Gesich­ter so vie­ler Kle­ri­ker besetzt hat, wird nicht sie­gen, weil Jesus schon alles über­wun­den hat. Wir müs­sen bereit sein, IHM nun auch zu fol­gen, nach­dem wir gute Tage hat­ten. ER möge uns die Kraft geben und den Mut und es mög­lichst kurz machen. Und unse­re Mut­ter Maria betrügt uns auch ganz sicher nicht…

        • zeit­schnur,
          als Joseph Ratz­in­ger Papst wur­de, jubel­te ich spon­tan bei der Nach­richt — obwohl ich kein blin­der Anbe­ter von ihm bin.
          Als ich Jor­ge Ber­go­glio auf den Bal­kon tre­ten sah, war mir, als ver­setz­te es mir einen Schlag.
          Ich beschrei­be nur spon­tan Emp­fun­de­nes an ent­schei­den­den Momen­ten der jüng­sten Kirchengeschichte.

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