Frankreichs jüdischer Bildungsminister: „Wir müssen katholische Religion durch eine republikanische Religion ersetzen“

Frankreichs Bildungsminister Vinicent Peillon, jüdisch-freimaurerischer Sozialist, der katholische Religion durch eine neue republikanische Religion ersetzen will. Peillon der Hohepriester einer neuen laizistischen Religion(Paris) “Man wird nie ein frei­es Land auf­bau­en kön­nen mit der katho­li­schen Kir­che.“ Dies sag­te nicht Vol­taire oder Geor­ges Dan­ton, son­dern der amtie­ren­de fran­zö­si­sche Bil­dungs­mi­ni­ster Vin­cent Peil­lon 2008 in einem Inter­view bei der Vor­stel­lung sei­nes Buchs La Révo­lu­ti­on fran­çai­se n’est pas ter­mi­née (Die fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on ist noch nicht zu Ende), wie Tem­pi berich­tet.

Spirituelle Revolution

Laut Peil­lon „kann eine Revo­lu­ti­on nicht nur in mate­ri­el­ler Hin­sicht statt­fin­den. Man muß sie auch im Geist voll­zie­hen. Nun haben wir die Revo­lu­ti­on vor allem poli­tisch gemacht, aber noch nicht die mora­li­sche und spi­ri­tu­el­le. Damit haben wir die Moral und die Spi­ri­tua­li­tät der katho­li­schen Kir­che über­las­sen. Wir müs­sen sie erset­zen.“

Republikanische Religion

Und wodurch möch­te Mini­ster Peil­lon die katho­li­sche Kir­che erset­zen? „Da man nicht ein­mal mehr den Pro­te­stan­tis­mus in Frank­reich anpas­sen könn­te, wie sie das in den ande­ren Demo­kra­tien getan haben, muß man eine repu­bli­ka­ni­sche Reli­gi­on erfin­den. Die­se neue Reli­gi­on ist die Lai­zi­tät, die die mate­ri­el­le Revo­lu­ti­on beglei­ten muß, die aber in Wirk­lich­keit die gei­sti­ge Revo­lu­ti­on ist.“

Und wie soll­te die­se „spi­ri­tu­el­le Revo­lu­ti­on“ durch­ge­setzt wer­den? „Die Revo­lu­ti­on impli­ziert, daß alles ver­ges­sen wer­den muß, was der Revo­lu­ti­on vor­aus­geht. Daher spielt die Schu­le eine zen­tra­le Rol­le, weil die Schu­le das Kind aus all ihren vor-repu­bli­ka­ni­schen Bin­dun­gen rei­ßen muß, um es dazu zu erzie­hen, ein Bür­ger zu wer­den. Es ist wie eine Neu­ge­burt, eine Trans­sub­stan­tia­ti­on die durch die Schu­le und für die Schu­le wirkt, die neue Kir­che mit ihren neu­en Prie­stern, die neue Lit­ur­gie und die neu­en zu lesen­den Geset­zes­ta­feln.“

Laizistische Moral

Der Mini­ster ist bemüht sei­ne kir­chen­feind­li­chen The­sen in die Tat umzu­set­zen. Im Arti­kel 31 eines von ihm vor­ge­leg­ten Gesetz­ent­wur­fes zur „Neu­grün­dung der Schu­le der Repu­blik“ woll­te er, daß in den Grund­schu­len „die Bedin­gun­gen für eine Erzie­hung zur Geschlech­ter­gleich­heit sicher­ge­stellt wer­den“. Das Par­la­ment änder­te die Pas­sa­ge im letz­ten Augen­blick. Peil­lons Ziel war es, gemäß Gen­der-Ideo­lo­gie, die Unter­schei­dung zwi­schen den Geschlech­tern zu til­gen. Peil­lon ist mit sei­nem Gesetz jedoch gelun­gen, die obli­ga­to­ri­sche Erzie­hung zu einer „lai­zi­sti­schen Moral“ durch­zu­set­zen. Als Zweck und Ziel die­ser „lai­zi­sti­schen Moral“ nennt das Gesetz, „den Schü­ler von allen fami­liä­ren, eth­ni­schen, sozia­len, intel­lek­tu­el­len […] Deter­mi­nis­men zu lösen, damit jeder von ihnen sich eman­zi­pie­ren kön­ne […] da das Ziel der repu­bli­ka­ni­schen Schu­le immer die Schaf­fung eines frei­en Indi­vi­du­ums war.“ Der Staat Peil­lons ersetzt das Eltern­recht und schwingt sich zum auto­ri­tä­ren Lehr­mei­ster der Nati­on auf.

Aggressiver Laizismus

Die Aggres­si­vi­tät des fran­zö­si­schen Lai­zis­mus wur­de inzwi­schen sogar von den USA fest­ge­stellt, die das Frank­reich von Staats­prä­si­dent Hol­lan­de im Jah­res­be­richt 2013 über die Reli­gi­ons­frei­heit erst­mals in die Liste der Län­der ein­reih­te, in denen die Reli­gi­ons­frei­heit ver­letzt wird. Sechs Sei­ten wid­met der Bericht den fran­zö­si­schen Ver­let­zun­gen die­ses ersten aller Grund- und Men­schen­rech­te, wie es von Papst Bene­dikt XVI. genannt wur­de. Frank­reich gehört auch zu den 15 euro­päi­schen Län­dern, die mit unter­schied­li­chen Geset­zen die Mei­nungs- und Gewis­sens­frei­heit ver­let­zen.

Vincent Peillon — eine Biographie

Vin­cent Peil­lon, Jahr­gang 1960, der in sei­nem anti­ka­tho­li­schen Deli­ri­um wirkt, als lebe er noch inmit­ten der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on und als wäre er von sei­ner Loge an ein Revo­lu­ti­ons­tri­bu­nal ent­sandt wor­den. Er ist Jude, Mit­glied der Sozia­li­sti­schen Par­tei und Frei­mau­rer, ent­stammt müt­ter­li­cher­seits der elsäs­si­schen Rab­bi­nen­fa­mi­lie Blum. Sein Groß­va­ter war Leon Blum. Sein Onkel Eti­en­ne-Emi­le Bau­lieu (eigent­lich Eti­en­ne Blum) ist einer der Erfin­der der Abtrei­bungs­pil­le RU486.

Sein Vater, Gil­les Peil­lon (1928–2007), war erstaun­li­cher­wei­se Ban­kier und Kom­mu­nist. Er lei­te­te als Gene­ral­di­rek­tor unter ande­ren die Ban­que com­mer­cia­le pour l’Europe du Nord, die im Volks­mund als „Ban­que des Soviets“ bezeich­net wur­de, weil sie für die UdSSR die Finanz­trans­ak­tio­nen zwi­schen Ost und West abwickel­te. Vin­cent Peil­lon ist seit 1994 Mit­glied des Par­tei­vor­stands des Par­ti Socia­li­ste (PS), von 1997 bis 2002 war er Mit­glied der Natio­nal­ver­samm­lung des Fran­zö­si­schen Par­la­ments, von 2004 bis 2012 Abge­ord­ne­ter zum Euro­päi­schen Par­la­ment. Seit Mai 2012 ist er Bil­dungs­mi­ni­ster in der Regie­rung von Jean-Marc Ayrault (PS). 2010 ver­öf­fent­lich­te er das Buch Une reli­gi­on pour la Répu­bli­que. La foi laï­que de Fer­di­nand Buis­son (Eine Reli­gi­on für die Repu­blik. Der lai­zi­sti­sche Glau­be von Fer­di­nand Buis­son).

Ver­hei­ra­tet ist Peil­lon mit der in Casa­blan­ca gebo­re­nen jüdi­schen Jour­na­li­stin Natha­lie Ben­sa­hel.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Tem­pi

26 Kommentare

  1. Vin­cent Peil­lon hat die Rech­nung ohne den Islam gemacht. Der lässt sich die­se aggres­si­ve Lai­zi­tät nicht gefal­len.

    • Sehr geehr­ter Niko­laus Bar­a­bas, zei­gen Sie Bei­spie­le am Fall des Geset­zes Hol­lan­de-Tau­bi­ra, bit­te sehr!

      Mit freund­li­chen Grü­ßen,

    • Nicht nur ohne den Islam hat er die Rech­nung gemacht. Auch wir Katho­li­ken wer­den uns die­se Umer­zie­hung nicht bie­ten las­sen.

      • @ Jean-Lou­is

        Ach? Wie soll das gehen?

        Mit die­ser For­de­rung „Die­se neue Reli­gi­on ist die Lai­zi­tät,“ greift der Mini­ster doch nur eine For­de­rung des 2. Vati­ka­nums auf!

        Es gibt genü­gend katho­li­sche Bischö­fe, die die­se For­de­rung schon heu­te tat­kräf­tig umset­zen.

  2. Mei­ne Güte, was ist schon neu­es dar­an, daß die Juden patho­lo­gisch alles has­sen, was nicht jüdisch ist, beson­ders das Chri­sten­tum und hier die katho­li­sche Kir­che. Und die­ser Herr Mini­ster, der sei­nen Hass so offen zur Schau stellt, wird auch voll­kom­men unbe­hel­ligt davon kom­men. Wäre die Sache umge­kehrt, d.h. wür­de jemand das Juden­tum kri­ti­sie­ren oder gar nur ansatz­wei­se irgend­was zum Holo­caust sagen, so wäre die Höl­le los und er wür­de sofort fer­tig­ge­macht wer­den, sowohl juri­stisch als auch per­sön­lich. Er könn­te die Kof­fer packen und auf den Mond aus­wan­dern, so laut wäre das Gekrei­sche. Ja, so ist sie die schö­ne, poli­tisch-kor­rek­te neue Welt im (ehe­mals) christ­li­chem Abend­land.

  3. @Sumsum: Der Mann ist Sozia­list und Frei­mau­rer und ange­sichts sei­ner The­sen und was in dem Arti­kel über die Ver­wand­schaft steht, habe ich nicht das Gefühl, als ob Peil­lon noch irgend­wie als gläu­bi­ger oder prak­ti­zie­ren­der Jude bezeich­net wer­den kann.

    Ihre Aus­sa­ge klingt mir sehr nach einem „ein­mal Jude, immer Jude“ und das ist ein typisch anti­se­mi­ti­sches Kli­schee, eben­so Ihre Bemer­kun­gen über die „Anti­se­mi­tis­mus­keu­le“, die mit dem Arti­kel über­haupt nichts zu tun hat.

    Wobei es natür­lich unter Juden, spe­zi­ell den reli­giö­sen, auch Ableh­nung und Hass auf das Chri­sten­tum gab und gibt.

    • @Chorbisch: Ihre aus der Luft gegrif­fe­nen Unter­stel­lun­gen mir gegen­über bewei­sen nur, wie sehr Sie und der über­wie­gen­de Teil der Bevöl­ke­rung bereits der media­len Gehirn­wä­sche zum Opfer gefal­len sind, nach der die Juden die ewi­gen Opfer waren, sind und es immer sein wer­den, egal wie aggre­siv sie sich jedem gegen­über beneh­men, der es nur ansatz­wei­se wagt, sie zu kri­ti­sie­ren. Und der Herr Mini­ster mag zwar Sozia­list und Frei­mau­rer sein, sein Han­deln und sei­ne Into­le­ranz grün­det aber auf dem Tal­mud. Machen Sie sich doch bit­te kun­dig, wel­cher Hass dort allen „Goi“ ent­ge­gen­ge­bracht wird.

      • @ Sumsum, bedau­re, aber Ihre Ant­wort ist für mich ein wei­te­rer Beleg, daß ich Recht habe, wenn ich Ihre Aus­sa­gen als anti­se­mi­tisch bezeich­ne.

        Wenn ich mir die übri­gen Kom­men­ta­re hier anschaue, bin ich auch nicht allein mit mei­ner Ansicht, die The­sen Peil­lons hät­ten nichts mit sei­ner Her­kunft aus einer jüdi­schen Fami­lie zu tun (Waren denn sein Eltern noch prak­ti­zie­ren­de Juden?). Bis­her sind Sie der ein­zi­ge, der die­sen Zusam­men­hang behaup­tet — ohne kon­kre­te Bele­ge für die Per­son Peil­lon, von dem wir im Moment nicht ein­mal wis­sen, ob er den Tal­mud je gele­sen, oder gar stu­diert hat.

        Ah, ich ver­gaß: Das tun doch alle Juden. Auch wenn sie athe­isti­sche Sozia­li­sten sind. Das weiß „man“ doch, so sind sie eben, „die Juden“.

        Ich habe auch nir­gend­wo die Ansicht ver­tre­ten, daß die Juden die ewi­gen Opfer gewe­sen sind, das waren wie­der nur Sie!

        Viel­leicht soll­ten Sie in näch­ster Zeit die „Pro­to­kol­le der Wei­sen von Zion“ im Regal ste­hen las­sen, und wie­der mehr zur Hei­li­gen Schrift grei­fen.

        Außer­dem, was regen Sie sich so auf, daß im Tal­mud allen Goijim „Hass“ ent­ge­gen­ge­bracht wird?

        Die­se Gei­stes­hal­tung Anders­gläu­bi­gen gegen­über scheint Ihnen ja durch­aus ver­traut zu sein. Aber wahr­schein­lich unter­schei­den Sie „christ­li­chen“ — und damit gott­ge­fäl­li­gen — von nicht­christ­li­chem Hass, über den es sich dann zu empö­ren gilt.

        • @Chorbisch Viel­leicht soll­ten Sie Ihre andau­ern­den Unter­stel­lun­gen und Ihr Hob­by-Psy­cho­lo­gen­tum mir gegen­über las­sen, ich las­se mir mei­ne Mei­nung nicht ver­bie­ten, da kön­nen Sie die Anti­se­mi­tis­mus­keu­le schwin­gen, solan­ge Sie wol­len. Der Herr Mini­ster Ist ein ganz übler aggres­si­ver anti­ka­tho­li­scher Het­zer, der vor­gibt seku­lär zu sein, sein Juden­tum aber aus der Schub­la­de zau­bern wird, sobald sich Wider­stand und Kri­tik regen soll­ten. Das ist nun mal die gän­gi­ge, tag­täg­lich statt­fin­den­de Stra­te­gie die­ser ver­meint­li­chen Athe­isten, da kön­nen Sie sie mir im vor­aus­ei­len­den Gehor­sam Juden­feind­lich­keit unter­stel­len, „Nazi“ rufen und Gedan­ken­po­li­zei spie­len, soviel Sie wol­len, es ist so! I Und ja, es regt mich auf, daß im Tal­mud Anders­gläu­bi­gen Hass ent­ge­gen­ge­bracht wird, genau­so wie mich auf­regt, daß im Koran Gewalt gegen Ander­gläu­bi­ge ein­ge­for­dert wird, ich kann nun mal Mord, Tot­schlag, Krieg, Gewalt und abge­schla­ge­ne Köp­fe auf den Tod nicht aus­ste­hen. Und nein, ich het­ze nicht, ich prä­sen­tie­re nur die Fak­ten und wenn Sie die­se schon als Feind­se­lig­kei­ten, Gehet­ze oder sonst was inter­pre­tie­ren, dann haben Sie und nicht ich ein Pro­blem und ich kann Sie nur bedau­ern, weil Sie sich anschei­nend fürch­ten, Ihr Hirn zu benut­zen, wel­ches Ihnen der lie­be Herr­gott gege­ben hat. Ich kann mich nur wie­der­ho­len: Wäre die Sache umge­kehrt, wäre der Herr Mini­ster Christ und wür­de so gegen das Juden­tum pöbeln, so wäre er längst auf dem Schei­ter­hau­fen gelan­det oder auf der Guil­lo­ti­ne. So aber hat er die car­te blan­che und darf for­den, daß der Katho­li­zis­mus in Frank­reich ein­fach aus­ra­diert wer­den soll. Unglaub­lich aber wahr.

          • @ Sumsum: Wenn ich mir den Ton­fall Ihrer Bei­trä­ge anschaue, wür­de ich sagen: „Ein getrof­fe­ner Hund, der bellt!“

            Sie erhe­ben den Anspruch, die Fak­ten zu prä­sen­tie­ren, sehr ger­ne. Aber dann bele­gen Sie bit­te end­lich Ihre Behaup­tung, die anti-katho­li­sche Het­ze Peil­lons sei wesent­lich ein Pro­dukt sei­ner jüdi­scher Her­kunft. Aber bit­te kon­kret, bezo­gen auf Peil­lon, und nicht, wie bis­her mit allgmei­nem Gerau­ne über das Ver­hal­ten „der Juden“.

            Ich bestrei­te doch gar nicht, daß es im Tal­mud Stel­len gibt, die Haß gegen­über Nicht-Juden aus­drücken.

            Aber Ihre The­se, Peil­lon sei nur zum Schein ein säku­la­ri­sier­ter Jude und wer­de gegen Kri­ti­ker die „Anti­se­mi­tis­mus-Keu­le“ schwin­gen, um sie zum Schwei­gen zu brin­gen, ist eben­falls nur eine Behaup­tung. Hat es das schon ein­mal getan?
            Kann sein, ich weiß es nicht, bis gestern hat­te ich von dem Mann noch nie gehört. Wenn Sie Ihre Behaup­tung mit einem kon­kre­ten Bei­spiel für Peil­lon bele­gen kön­nen, neh­me ich alles zurück.
            Dar­um geht es mir. Ich will Ihnen nicht Ihre Mei­nung ver­bie­ten, aber ich mag es nicht, wenn jemand pau­scha­le Behaup­tun­gen über „typi­sche Eigen­schaf­ten“ gan­zer Grup­pen in die Welt setzt. Es gibt nicht „die Juden“, genau­so­we­nig wie, „die Katho­li­ken“.

            Abschlie­ßend möch­te ich Sie noch­mal dar­an erin­nern, daß Sie mit „Anti­se­mi­tis­mus­keu­le“, typisch jüdi­schem Ver­hal­ten, Gedan­ken­po­li­zei und ähn­li­chem bräun­li­chen Unfug ange­fan­gen haben. Ich hat­te Sie nur um einen Beweis Ihrer Behaup­tun­gen gebe­ten, den Sie bis­lang nicht gelie­fert haben, son­dern nur all­ge­mei­ne Behaup­tun­gen über „die Juden“.

          • Ich sit­ze hier nicht auf der Ankla­ge­bank, Sie sind nicht mein Rich­ter und ich muß Ihnen rein gar nichts bewei­sen. Ich habe ledig­lich mei­ne Mei­nung gesagt, Sie grei­fen mich des­we­gen an, weil Sie die­se nicht ertra­gen. Punkt. Aber bit­te­schön: Hier ist Herr Mini­ster, der Marie Le Pen (Nazi im Rock! Iro­nie aus!) „Hass“, „Into­le­ranz“ und „Fun­da­men­ta­lis­mus“ vor­wirft, da die­se sich für ein Ver­bot von isla­mi­schen Schlei­ern sowie jüdi­schen Kip­pas im öffent­li­chen Raum aus­ge­spro­chen hat. Klar, schließ­lich rühmt sich Frank­reich ein lai­zi­sti­scher Staat zu sein. Schein­bar gilt die­ser Lai­zis­mus nur für das Chri­sten­tum und das weiß der Herr Mini­ster nur all­zu genau.

            http://www.newsring.fr/societe/1211-antisemitisme-islamophobie-deux-poids-deux-mesures/16749-hollande-peillon-collard-les-reactions-aux-propos-de-marine-le-pen-fusent

  4. Ich wür­de eher sagen, Peil­lon ist so säku­la­ri­siert, daß er auch ein gro­ßes Pro­blem mit dem gläu­bi­gen Juden­tum hat. Oder die mit ihm.

    Papst Fran­zis­kus hat­te ja von dem Ableh­nen einer Ethik gespro­chen. Also nicht eine Ethik haben, oder zwi­schen meh­re­ren Ethi­ken zu sprin­gen (Wer bin ich, und wenn ja, wie vie­le?), son­dern die gene­rel­le Ableh­nung von Ethik.

    Bei sol­chen Leu­ten, die eine Ethik ableh­nen, kommt es zur Umdeu­tung von Begrif­fen. Frei­heit ist nicht mehr Frei­heit, Moral nicht mehr Moral, Erzie­hung nicht mehr Erzie­hung. Die Umdeu­tung von Begrif­fen impli­ziert einen Gegen­satz zur über­lie­fer­ten Tra­di­ti­on. Tra­di­ti­on und Will­kür schlie­ßen sich da gegen­sei­tig aus.

    Inter­es­sant ist die The­se, Spi­ri­tua­li­tät und Moral wären in Hän­den der katho­li­schen Kir­che (natür­lich sind sie das, wenn die gan­ze Welt ver­rückt spielt). Nur fehlt dann der eige­ne Stand­punkt zu Moral und Spi­ri­tua­li­tät. The­se ohne eige­ne Gegen­the­se ist schon wit­zig.

  5. Die­ser Mann scheint im 18. Jahr­hun­dert stecken geblie­ben zu sein. Trau­rig dass Frank­reichs Kin­der nun unter die­sem tota­li­tä­ren Athe­is­mus zu Lei­den haben. Aber ich weiss dass Frank­reichs Katho­li­ken, im Gegen­satz zu ihren deutsch­spra­chi­gen Glau­bens­ge­nos­sen, auch für die Reli­gi­on ein­ste­hen kön­nen und sich hof­fent­lich weh­ren wer­den!

  6. Ich bin sehr dage­gen, die­sen Mann als Juden zu bezeich­nen, auch wenn er aus einer jüdi­schen Fami­lie stam­men mag. Ich bin ja auch nicht lebens­lang eine Pro­te­stan­tin, nur weil ich aus einer pro­te­stan­ti­schen Fami­lie stam­me. Er kann auch nichts dafür, dass ein Onkel von ihm eine Abtrei­bungs­pil­le erfun­den hat. Sip­pen­haft ist nicht katho­lisch und Sün­de kein Fami­li­en­schick­sal! Herr Peil­lon hat sich sei­nen „Glau­ben“, die säku­la­re Vari­an­te der Frei­mau­rei, frei gewählt und bekennt sich offen dazu. Er ist jetzt Frei­mau­rer und nicht Jude. Ich hal­te es für falsch, in sol­chen Debat­ten das ras­si­sti­sche Den­ken der Natio­nal­so­zia­li­sten still­schwei­gend zu über­neh­men. Die­se behaup­te­ten fälsch­lich, ein Jude kön­ne sich auf­grund sei­ner „Ras­se“ nie­mals zum Guten wen­den. Das ist ‑katho­lisch gedacht — nicht nur eine Sün­de, son­dern auch eine Häre­sie.

    • Sie wis­sen aber schon, dass sich Juden nicht nur über ihre jüdi­sche Reli­gi­on defi­nie­ren, son­dern eben­so als Volk/Ethnie. Aus die­ser jüdi­schen Bin­nen­per­spek­ti­ve ergibt sich, dass Per­sön­lich­kei­ten wie Marx, Freud oder heu­te ein Hen­ryk M. Bro­der sich trotz Ungläu­big­keit auf­grund ihrer Abstam­mung zum jüdi­schen Volk zuge­hö­rig fühlten/fühlen. Anders als das Chri­sten­tum ist das Juden­tum eben nicht uni­ver­sa­li­stisch, son­dern hat ein „aus­er­wähl­tes Volk“ zum Mit­tel­punkt. Es ist daher sehr wahr­schein­lich, dass auch der anti­ka­tho­li­sche Mini­ster Frank­reichs hier sich zum jüdi­schen Volk ange­hö­rig zählt. Das hat mit Rassismus/Nationalsozialismus wie Sie es hier dem drit­ten Mit­kom­men­ta­tor unlau­ter unter­stel­len rein gar nichts zu tun.

      • Es ist wahr, dass sich Juden auch als Volk füh­len, selbst wenn sie nicht mehr reli­gi­ös sind. Aber das hat ja nichts mit ihrem Cha­rak­ter zu tun. Der ist so diver­si­fi­ziert, wie bei jedem ande­ren Volk auch. Des­halb ist mir schlei­er­haft, wes­halb in die­sem Arti­kel über­haupt argu­men­ta­tiv damit gear­bei­tet wird: Eine Jüdi­sche Fami­lie — Abtrei­bungs­pil­le­der eine — Katho­li­ken­hass der ande­re — ergo: Juden, alles Ver­bre­cher! Das schrappt gefähr­lich an der Nazi-Den­ke. Ein schlech­tes Argu­ment zer­stört zudem alle gül­ti­gen und berech­tig­ten. Wenn ich jeman­den über­zeu­gen will, dass die­ser Mann falsch denkt und han­delt, dann las­se ich die Fin­ger von „argu­men­ta ad homi­nem“ und beschrän­ke mich auf Din­ge, die ich nach­wei­sen kann. Ver­meint­lich gene­tisch vor­ge­ge­be­ne Cha­rak­ter­schwä­chen gehö­ren nicht dazu.

        • @ T. de Ahu­ma­da: Vol­le Zustim­mung!

          Das ist das Pro­blem, das ich mit der Argu­men­ta­ti­ons­wei­se des Arti­kels in die­sem Punkt habe: Durch aus­führ­li­che Hin­wei­se auf die jüdi­sche Her­kunft des Mini­sters soll mög­li­cher­wei­se ein Zusam­men­hang zwi­schen die­ser Her­kunft und sei­nen anti-katho­li­schen Plä­nen gezo­gen wer­den.

          Kon­kre­te Beleg lie­fert der Arti­kel dafür über­haupt nicht, aber wie ja die Kom­men­ta­re von @Sumsum zei­gen, gibt es Men­schen, die auf sol­che Andeu­tun­gen ansprin­gen. Das ist sehr bedau­er­lich.
          Mög­li­cher­wei­se genügt das dem/den Autor(en) ja schon.

          Was sehr scha­de ist, denn wären die­se Hin­wei­se auf Peil­lons Her­kunft unter­blie­ben, wür­den wir hier über die reli­gi­ons­feind­li­che Stoß­rich­tung die­ses Arti­kels dis­ku­tie­ren. Das wäre wesent­lich wich­ti­ger, denn die­ses Kon­zept ist ein ganz übles Mach­werk, das mei­ner Ansicht gegen das Men­schen­recht auf freie Aus­übung der Reli­gi­on ver­stößt.
          Wie @borkard schon hier geschrie­ben hat: Peil­lon ist gei­stig in den Jah­ren 1792/93 ste­hen­ge­blie­ben, lei­der!

          • Lie­ber Chor­bisch, der Board-Mode­ra­tor hier hat mei­ne Kom­men­ta­re als ver­öf­fent­li­chungs­wür­dig ein­ge­stuft, das müs­sen Sie nun mal aus­hal­ten, da kön­ne Sie sich auf­re­gen, soviel Sie wol­len. Und war­um soll­te man Herr Mini­sters Bio­gra­phie unter­drücken, bloß weil Sie dort die poli­tisch-kor­rek­te Tod­sün­de des Anti­se­mi­tis­mus wit­tern?

          • Lie­ber Sumsum, ich kann Ihre Kom­men­ta­re durch­aus „aus­hal­ten“, ich bin nicht so emp­find­lich, wie Sie wohl glau­ben.

            Und obwohl Sie mir das ver­mut­lich auch nicht glau­ben, hat­te ich nie die Absicht, Ihnen zu ver­bie­ten, Ihre Mei­nung hier zu ver­brei­ten, auch wenn ich sie nicht tei­le.

            Nur neh­me ich das Recht auf Mei­nungs­frei­heit auch für mich in Anspruch. Nur weil ich nicht Ihrer Mei­nung bin, und Ihnen da wider­spre­che, wo ich ande­rer Ansicht bin als Sie, schrän­ke ich damit doch nicht Ihr Recht auf Mei­nungs­frei­heit ein.

            Das müs­sen Sie dann „aus­hal­ten“.

            Wenn Ihr Ver­ständ­nis von Mei­nungs­frei­heit aber bedeu­tet, daß man Ihre Ansich­ten nicht kri­ti­sie­ren darf, dann haben wir aller­dings ein unter­schied­li­ches Ver­ständ­nis, was „Mei­nungs­frei­heit“ bedeu­tet.

            PS: Natür­lich „müs­sen Sie mir nichts bewei­sen“, Sie sind mir ja kei­ne Rechen­schaft schul­dig.

            Ande­rer­seits ist das hier ein Dis­kus­si­ons­fo­rum und da gehört es für mich dazu, zu ant­wor­ten, wenn mich jemand auf­for­dert, mei­ne Ansicht näher zu bele­gen.
            Was Sie inzwi­schen ja auch zum Teil ver­sucht haben, wie man wei­ter unten sieht.

            Aller­dings sehe ich immer noch kei­nen Zusam­men­hang zwi­schen der jüdi­schen Her­kunft des Mini­sters und sei­nen anti-katho­li­schen The­sen.
            Die erin­nern mich mehr an jene „Reli­gi­on der Ver­nunft“, die die Jako­bi­ner anstel­le des Chri­sten­tums ein­füh­ren woll­ten.

            Und die­se Ansicht müs­sen Sie lei­der auch „aus­hal­ten“.

  7. Er ist ein lin­ker Dampfplauderer,genauso wie sein Chef der Hollande..Es gibt eine Alternative:Front Natio­nal

  8. Für mich ist die Infor­ma­ti­on, daß die­ser unsäg­li­che Mini­ster, der auf Frank­reichs Kin­der los­ge­las­sen wur­de, Sozia­list, Frei­mau­rer, Jude ist, von Bedeu­tung. Jede für sich ist eine Aus­sa­ge, zusam­men­ge­nom­men erge­ben sie aller­dings — wie so oft — ein anschau­li­ches, wenn auch irr­tie­ren­des, ja schockie­ren­des Bild. Tat­sa­che ist, daß Peil­lon Jude ist, eben­so daß er offi­zi­ell wenig wert dar­auf zu legen scheint, aber auch, daß er sei­ne Kin­der in den jüdi­schen Riten erzieht. Mir steht es nicht zu, zu beur­tei­len, ob er ein „guter“ oder weni­ger „guter“ Jude in derem reli­giö­sen Sinn ist. Tat­sa­che ist, daß er es ist. Und ich will wis­sen, ob da ein abge­fal­le­ner, aber getauf­ter Katho­lik, oder ein unge­tauf­ter Atheist/Agnostiker, oder ein Mos­lem, oder ein Jude usw. über mei­ne katho­li­sche Kir­che sagt. Nun scheint Peil­lon ja als athe­istisch-sozia­li­sti­scher Frei­mau­rer zu reden. Soweit so schlecht. Da es aber Tat­sa­che ist, daß Peil­lon Jude ist, wird die Sache etwas kom­pli­zier­ter. Oft bedie­nen sich Ange­hö­ri­ge reli­giö­ser Min­der­heit rela­ti­vi­sti­scher und lai­zi­sti­scher Posi­tio­nen, um den Ein­fluß einer Mehr­heits­re­li­gi­on zurück­zu­drän­gen (gewis­ser­ma­ßen nach dem Mot­to: der Feind mei­nes Fein­des…).
    Wie dem auch sei: Ich sehe kei­nen Grund, wes­halb sich hier jemand zu empö­ren scheint, daß ein Jude Jude genannt wird. Hät­te man sol­che Beden­ken, wenn die­sel­ben Aus­sa­gen ein Mos­lem getä­tigt hät­te? Das wäre inzwi­schen in Frank­reich ja auch mög­lich. Ich den­ke viel­mehr, was für ein Geschrei es gege­ben hät­te, wenn ein katho­li­scher Mini­ster (gibt es so etwas eigent­lich noch?) so etwas über das Juden­tum oder den Islam gesagt hät­te. In des­sen Haut möch­te ich nicht stecken.

    • Sie haben Recht, die reli­giö­se Ori­en­tie­rung oder die natio­na­le Her­kunft kön­nen bei der Beur­tei­lung der Hand­lun­gen eines Men­schen von Bedeu­tung sein. Und natür­lich „darf“ man dann einen Juden als Juden bezeich­nen.

      Aber wenn das nicht der Fall ist — und ich sehe eben kei­nen Zusam­men­hang zwi­schen Peil­lons jüdi­scher Her­kunft und sei­nen The­sen — dann ist das ohne Belang und ich sehe kei­nen Grund, das zu erwäh­nen. Auch, weil man sich dann unnö­ti­ger­wei­se dem Vor­wurf des Anti­se­mi­tis­mus aus­setzt, zu des­sen Stan­dard­for­meln ja gehört, Juden durch Her­vor­he­ben ihres Juden­tums als „anders“ und nicht dazu­ge­hö­rend zu bezei­chen. Ist aber nur mei­ne per­sön­li­che Mei­nung.

      Ihre The­se, das Ver­hal­ten sei davon bei­en­flusst, daß Peil­lon als Jude einer reli­giö­sen Min­der­heit ange­hört, ist inter­es­sant und hat eini­ges für sich. Aller­dings wäre es dann immer noch ein für Min­der­hei­ten typi­sches Ver­hal­ten und kein „typisch jüdi­sches“.

      Außer­dem ist mei­ner Ansicht nach der Ein­fluß des Katho­li­zis­mus in Frank­reich nicht domi­nie­rend. Das wäre kein Grund für so ein anti­ka­tho­li­sches Kon­zept. Wenn etwas die jüdi­sche Min­der­heit in Frank­reich bedroht, dann doch eher die von man­chen fran­zö­si­schen Mus­li­men aus­ge­hen­de Feind­schaft und Gewalt, oder der Anti­se­mi­tis­mus in Tei­len der Rech­ten.

  9. Wenn der Bericht über Herrn Peil­lon hier zutrifft, dann scheint es sich mir bei ihm um einen eifern­den Fana­ti­ker zu han­deln, der im einen oder ande­ren unter den Kom­men­ta­to­ren offen­bar sei­ne See­len­ver­wand­ten gefun­den hat: fana­ti­scher Anti-Katho­lik trifft fana­ti­sche Katho­li­ken mit unver­hoh­len anti­se­mi­ti­scher Ten­denz.
    Der Arti­kel spielt ja auch ganz unge­niert mit die­ser Ten­denz: da wer­den alle gän­gi­gen Reiz­wor­te ange­bo­ten: Jude, Sozia­list, Kom­mu­nist, Abtrei­bungs­pil­le usw. Man weiss ja, wel­che Leser­schaft man bedie­nen muss.

  10. Der ach so lai­zi­sti­sche Herr Mini­ster, der am lieb­sten den fran­zö­si­schen Katho­li­zis­mus ampu­tie­ren möch­te und den fran­zö­si­schen Schü­lern eine gei­sti­ge Umer­zie­hung ver­ord­net und so ganz betont säku­la­ri­siert auf­tritt, ist in Wirk­lich­keit prak­ti­zie­ren­der Jude, der 2009 die Bar Mitz­va sei­nes Soh­nes in der Pari­ser Syn­ago­ge de la Place des Vos­ges gefei­ert hat. Nach­zu­le­sen in die­sem isrea­li­schen (!) Blog:

    http://www.terredisrael.com/infos/?p=51155

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