Bischof Voderholzer will „Donum vitae“ nicht bei Katholikentag 2014

Bischof Voderholzer will Donum vitae nicht bei Katholikentag(Regens­burg) Der Katho­li­ken­tag 2014 fin­det in Regens­burg statt. Der neue Regens­bur­ger Bischof Rudolf Voder­hol­zer will den Schwan­ge­ren­be­ra­tungs­ver­ein Donum vitae nicht beim Katho­li­ken­tag haben. Das sag­te er am Don­ners­tag­abend vor Jour­na­li­sten. Er wol­le, so der Bischof, dem Ver­ein „kein Forum bie­ten“. Die Teil­nah­me des Ver­eins bei Katho­li­ken­ta­gen ist seit sei­ner Grün­dung umstrit­ten.

Der Ver­ein Donum vitae ist in offe­nem Wider­spruch zur katho­li­schen Kir­che ent­stan­den. 1999 unter­sag­te Papst Johan­nes Paul II. auf Drän­gen von Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger und nach­dem die deut­schen Bischö­fe dazu nicht imstan­de oder wil­lens waren, dem Deut­schen Cari­tas­ver­band und dem Sozi­al­dienst katho­li­scher Frau­en, wei­ter­hin Bera­tungs­schei­ne gemäß Bun­des­ge­setz aus­zu­stel­len. Der Bera­tungs­schein berech­tigt zur Tötung eines unge­bo­re­nen Kin­des durch Abtrei­bung.

Eine Grup­pe mün­di­ger Katho­li­ken wider­setz­te sich der päpst­li­chen Anwei­sung  und grün­de­te den Ver­ein um im Schein­be­ra­tungs­sy­stem zu blei­ben. Die Bera­tungs­stel­len von Donum vitae stel­len wei­ter­hin den Bera­tungs­schein aus. Eine Ver­strickung in den Kin­der­mord, den die katho­li­sche Kir­che ablehnt. Sie emp­fin­det auch den Namen des Ver­eins, Donum vitae (Geschenk des Lebens), der in Anspie­lung auf eine Instruk­ti­on der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on von 1987 über den Schutz des unge­bo­re­nen Lebens gewählt wur­de, als Pro­vo­ka­ti­on.

„Dass die Orga­ni­sa­ti­on Donum Vitae sich für die­se Form des Zugangs zur kör­per­li­chen Sexua­li­tät für die Kin­der fern­ab vom Eltern­haus und ethi­scher Wer­te­ver­mitt­lung bekennt, zeigt, dass sie kei­ne katho­li­sche Ver­ei­ni­gung ist“, so Bischof Heinz Josef Alger­mis­sen von Ful­da 2007 über den Ver­ein in Zusam­men­hang mit einem von Donum vitae mit­or­ga­ni­sier­ten Auf­klä­rungs-Thea­ter­stück für Kin­der.

Wäh­rend sich die Bera­tungs­stel­len der Lebens­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen selbst finan­zie­ren müs­sen, wer­den die Bera­tungs­stel­len von Donum vitae zu min­de­stens 90 Pro­zent vom Staat finan­ziert.

Der Katho­li­ken­tag wird vom Zen­tral­ko­mi­tee der deut­schen Katho­li­ken (ZdK) aus­ge­rich­tet. Die­ser hat die Grün­dung und den Fort­be­stand von Donum vitae immer unter­stützt. Bischof Voder­hol­zer ließ erken­nen, daß das ZdK an einer Teil­nah­me des Ver­eins fest­hal­ten will. Es sei­en noch wei­te­re Gesprä­che not­wen­dig: „Wir wer­den dar­um rin­gen“, wird der Bischof vom Baye­ri­schen Rund­funk zitiert.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

3 Kommentare

  1. End­lich ist mal ein deut­scher Bischof stand­haft. Beten wir dafür, dass Bischof Vor­der­hol­zer sich durch­setzt.

    • Nun ja, wenn Bischof Voder­hol­zer kon­se­quent wäre, müss­te er auch umstrit­te­ne Grup­pie­run­gen wie „Wir sind Kir­che“ oder „Kir­che von unten“ vom Katho­li­ken­tag aus­schlie­ßen. In einem Inter­view vom April die­ses Jah­res hat er sich die­sen Grup­pie­run­gen gegen­über jedoch offen gezeigt und sie grund­sätz­lich will­kom­men gehei­ßen:

      http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10008&pk=902339#902339

      Was jetzt an „Wir sind Kir­che“ katho­li­scher sein soll als an „Donum vitae“, ist mir nicht ersicht­lich.

      • Die Leu­te von „Wir sind Kir­che“ stel­len wenig­sten kei­ne Bera­tungs­schei­ne aus!

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