Moderner Kirchenbau — Mangelnde Identität zwingt, architektonische Mode nachzuäffen

Modernen Kirchenbau Mix aus Museum, Autobahnraststätte, Kino, Mehrzwecksaal, Tagungszentrum, Kaserne, Kunstgalerie und Museum für moderne Kunst(Rom) Moder­ner Kir­chen­bau. Nach­fol­gend wer­den die drei Sie­ger­pro­jek­te des 6. Wett­be­werbs der ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz für Sakral­bau­ten prä­sen­tiert. Der Kunst- und Kul­tur­kri­ti­ker Fran­ces­co Cola­femmi­na schlug die Umbe­nen­nung des Wett­be­werbs vor, der unter dem Mot­to „Bau eine Kir­che für E.T.“ neu aus­ge­schrie­ben wer­den soll­te. Als Unter­ti­tel nann­te der Kunst­kri­ti­ker: „Wie man trotz Wirt­schafts­kri­se eini­ge Mil­lio­nen Euro zum Fen­ster raus­wirft und gleich­zei­tig ästhe­tisch-lit­ur­gi­sche Kri­te­ri­en miß­ach­tet“.

Leser schrie­ben auf der Sei­te Fides et For­ma zu den Pro­jek­ten: „kein Pro­jekt sieht Knie­bän­ke vor, was für ein Trau­er­spiel“; die Kir­chen ähneln „Kaser­nen, Kinos oder Muse­en für moder­ne Kunst“; das Feh­len von Knie­bän­ken sei „logisch“, da das „Auf­spü­ren des Aller­hei­lig­sten ohne­hin ein Such­spiel ist“, da man „nie weiß, wo es ver­steckt wur­de“; die Pro­jek­te sei­en Aus­druck einer „vor­an­ge­trie­be­nen Pro­te­stan­ti­sie­rung“; das „Pro­blem ist die man­geln­de Ver­wur­ze­lung in der kirch­li­chen Tra­di­ti­on“, des­halb habe der moder­ne Sakral­bau „kei­ne kla­re Iden­ti­tät mehr, son­dern äfft nach, was eben gera­de in Archi­tek­ten­krei­se Mode ist“; der Stil sei „der von Tagungs­sä­len, Well­ness­be­rei­chen (sie­he Tauf­becken im Pro­jekt Mit­tel­ita­li­en), von Kunst­ga­le­rien, die ein biß­chen schick und ein biß­chen sno­bi­stisch sind und natür­lich alles gar­niert mit etwas ‚Zen‘. Wie wäre es mit einer Bud­dha-Sta­tue am Ein­gang, viel­leicht mit dem Weih­was­ser­becken in den Hän­den, um ein biß­chen öku­me­ni­scher zu sein. Was für ein Jam­mer!“; die Pro­jek­te erin­nern an „ein Elek­tri­zi­täts­werk, ein Aqua­ri­um und eine Auto­bahn­rast­stät­te“; „die Kir­che muß Stich­wort­ge­be­rin des Kir­chen­baus sein, sonst wird sie immer Archi­tek­ten aus­ge­lie­fert sein, die für Geld eben auch mal schnell eine Kir­che aus dem Ärmel zau­bern, oder noch schlim­mer, zer­set­zen­den Kräf­ten, die bewußt ein nihi­li­stisch-sata­ni­sches Werk umset­zen, das Ver­wir­rung stif­ten soll, und es auch noch um Mil­lio­nen an irgend­wel­che Mon­si­gno­ri ver­kau­fen“; „solan­ge die zustän­di­gen Kir­chen­ver­tre­ter vom Grund­satz aus­ge­hen: die Alten haben es so gemacht, also müs­sen wir es ganz anders machen, gibt es kei­nen Aus­weg aus dem gräß­li­chen Dilem­ma“; wenn man eine Kir­che betre­te, „muß man sich oft anstren­gen, das Aller­hei­lig­ste zu fin­den, das in irgend­ei­nen Win­kel ver­bannt ist, so daß man es ja nicht zu schnell fin­det. In sol­chen Kir­chen fühlt man sich des­ori­en­tiert, man weiß nicht wohin man den Blick rich­ten soll, der den real prä­sen­ten Herrn sucht. Die moder­nen Kir­chen schei­nen wie die lee­ren Hal­len der Cal­vi­ni­sten.“

Neuer Pfarrkomplex S. Ignazio da Laconi in Olbia (Sardinien), Diözese Tempio-Ampurias

Sie­ger­pro­jekt Mit­tel­ita­li­en

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Neuer Pfarrkomplex S. Maria Goretti in Mormanno (Kalabrien), Diözese Cassano all’Jonio

Sie­ger­pro­jekt Süd­ita­li­en

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Neuer Pfarrkomplex S. Giacomo Apostolo in Ferrara (Emilia-Romagna), Diözese Ferrara-Comacchio

Sie­ger­pro­jekt Nord­ita­li­en

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Text: Fides et Forma/Giuseppe Nar­di
Bild: Fides et For­ma

38 Kommentare

  1. Aus­ge­sproch ästhe­ti­sche Ent­wür­fe. Übri­gens: Knie­bän­ke gibt es in Katho­li­schen Kir­chen regu­lär erst seit dem 16. Jahr­hun­dert. Die Bestuh­lung wird still­schwei­gen aus dem evan­ge­li­schen Raum über­nom­men, auch wenn die­se kei­ne Knie­bän­ke im eigent­li­chen Sin­ne haben.

    • Das stimmt schon so, aber zuvor wur­de i.d.R. auf dem blo­ssen Boden gekniet. Als ich das letz­te mal in einer Kapel­le ohne Knie­bän­ke eine Hl. Mes­se besuch­te war ich der ein­zi­ge der zur Hl. Wand­lung auf dem Boden gekniet ist. Offen­bar war die Ein­füh­rung der Knie­bän­ke doch kei­ne so unsin­ni­ge Idee 😉

  2. Sie haben einen geseg­ne­ten Humor. Ich fin­de die aller­mei­sten moder­nen Kir­chen­bau­ten absto­ßend häß­lich. Sie machen hei­mat­los, statt Heim­statt zu sein. Es ist das Gefühl der Lee­re wie beim Besuch einer refor­mier­ten Kir­che. Ohne zuvor zu wis­sen, wel­cher Kon­fes­si­on eine Kir­che ange­hört, ist die Sache nach dem Ein­tritt innert weni­ger Sekun­den geklärt. Die Archi­tek­ten wol­len sich ver­ewi­gen, soweit so gut, aber sie hän­gen an den jeweils momen­tan vor­herr­schen­den Ten­den­zen ihres Faches. Das war immer schon so, nur, und das ist der ent­schei­den­de Unter­schied, ist das sakra­le Gespür viel­fach abhan­den gekom­men, das frü­her (und damit ist ein grö­ße­rer Zeit­sprung gemeint) all­ge­mein vor­aus­ge­setzt wer­den konn­te. Die Dekli­na­ti­on des Glau­bens­be­kennt­nis­ses, das auf viel­fäl­ti­ge Wei­se künst­le­ri­schen Aus­druck fand, ist zu einem weit­ge­hen­den Gestam­mel ver­kom­men. Moder­ne Künst­ler befas­sen sich damit, weil sie einen Auf­trag erhal­ten. Ihr eige­nes Bekennt­nis ist nicht mehr a prio­ri vor­aus­setz­bar. Das schei­nen auch die Bau­hüt­ten­ver­ant­wort­li­chen in den Diö­ze­sen zu über­se­hen. Wahr­schein­lich wol­len sie sich aber auch nur mit gro­ßen Namen schmücken.
    Man besu­che Sizi­li­en, da haben ara­bi­sche Archi­tek­ten, wahr­schein­lich auch Mos­lems an den gro­ßen Nor­man­nen­do­men mit­ge­baut. Die Iden­ti­tät der Kir­chen ist aber ein­deu­tig, wäh­rend heu­te die syn­kre­ti­sti­sche Ver­men­gung in einer abtrak­ten Sym­bol­welt zum Grei­fen ist. Alles soll alles sein, schließ­lich sei alles nur eine Fra­ge der Inter­pre­ta­ti­on, das gefällt dem voherr­schen­den Rela­ti­vis­mus. Mir nicht.

    • Schau­en Sie, mir gefal­len die Ent­wür­fe. Sie haben einen ganz eige­nen Charme — genau­so wie wun­der­ba­re roma­ni­sche Dome, goti­sche Kathe­dra­len, barocke Kir­chen. Es sei Ihnen unbe­nom­men, dass Sie sich in einer moder­nen Kir­che nicht behei­ma­tet füh­len. Aber das ist ein Geschmacks­ur­teil. Eben­so wie mei­nes.

      • Geschmack mag eine per­sön­li­che Kate­go­rie sein, ein Kri­te­ri­um für Sakral­bau­ten ist sie den­noch nicht.
        Da der Glau­ben ver­dun­stet, da hilft auch kei­ne Dia­lek­tik, ver­dun­stet er eben­so bei den Künst­lern. Die Gesichts­lo­sig­keit moder­nen Kunst ist ein deut­li­ches Indiz dafür. Was ver­dun­stet wird durch ande­res ersetzt. In der Regel durch Unwis­sen, Igno­ranz im Glau­ben, sucht Ersatz in ver­schwom­me­ner Sym­bo­lik. Inso­fern sind glau­bens­er­schlaff­te moder­ne Kir­chen­bau­ten per­fek­ter Aus­druck einer glau­bens­er­schlaff­ten Gesell­schaft und einer glau­bens­er­schlaff­ten Kir­che in vie­len Glie­dern. Von die­sen wird kei­ne Erneue­rung der Kir­che aus­ge­hen, besten­falls eine Ver­wal­tung des schrump­fen­des Restes…

        • Natür­lich ist Geschmack eine Kate­go­rie des Sakral­baus. Sonst hät­te es ja nie eine Ent­wick­lung der Bau­sti­le gege­ben.

  3. Es hängt alles mit­ein­an­der zusam­men: Der Öku­me­nis­mus des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils, die pro­te­stan­ti­sier­te neue Mes­se im Ver­gleich zum katho­li­schen Mess­op­fer und die neu­en Kir­chen­bau­ten. Das eine folgt logisch aus dem ande­ren.

    • Wor­in besteht i.M.n. die Pro­te­stan­ti­sie­rung der „neue“ Mes­se? Ich kann zwi­schen dem Mis­sa­le Pius V. und des­sen von Paul VI. refor­mier­ter Form kei­ne wesent­li­chen Unter­schie­de fest­stel­len?

      • Vin­cen­ti­us,
        jetzt mal Spaß bei­sei­te.
        Ent­we­der ken­nen Sie die über­lie­fer­te Mes­se nicht oder
        Sie wol­len die wesent­li­chen Unter­schie­de nicht erken­nen !

        Wenn sie jemals einen pro­te­stan­ti­schen Got­tes­dienst mit
        Abend­mahls­fei­er gese­hen haben wis­sen Sie, dass die­ser
        der „Neu­en Mes­se“ Novus Ordo sehr ähn­lich ist, außer
        dass bei der heu­ti­gen „katho­li­schen“ Mes­se noch eini­ge
        Ministran(tinnen)en im „Altar­raum“ her­um­ste­hen.

        • Lie­ber Jan,

          ich kann ganz gut Latein und habe mir mal einen Schott von 1932 (!) und das Mis­sa­le Roma­num von 1969 dane­ben gehal­ten. Die Für­bit­ten und die Pre­digt sowie eini­ge zusätz­li­che Hoch­ge­be­te sind auf­ge­nom­men in die Mes­se, dazu eine neue, bes­se­re Lese­ord­nung. Das ist nun wirk­lich kei­ne all­zu gewag­te Reform. Die aller­mei­sten Tex­te blie­ben erhal­ten. Nur der Ablauf wur­de ver­ein­facht. Eine radi­ka­le Reform war eher die Kar­wo­chen­re­form von Pius XII. Da blieb kein Stein auf dem ande­ren…
          Dass die Hoch­form des luthera­ni­schen Amtes unse­ren Mes­se so ähn­lich sieht, liegt dar­an, dass Luther auch das Mess­buch als Vor­bild hat­te. Das ist eher ein katho­li­sches Ele­ment im Luther­tum als umge­kehrt.

          • Was die pro­te­stan­ti­schen Got­tes­dien­ste (nicht nur die luthe­ri­schen, auch die refor­mier­ten) und so „ähn­lich“ macht, ist wohl viel­mehr und in erster Linie das, was das Straß­bur­ger Abend­mahl vor­ex­er­zier­te, bei dem 1525 der Hoch­al­tar durch einen „Volks­al­tar“ ersetzt, der Got­tes­dienst in deut­scher Spra­che und ad popu­lum gefei­ert wur­de. Kein Wun­der, daß nicht weni­ge es für eine Pro­te­stan­ti­sie­rung hiel­ten und hal­ten und eben­so ver­wun­dert es nicht, daß die Impul­se zur Über­nah­me in die katho­li­sche Kir­che über den deut­schen Sprach­raum erfolg­ten.
            Woher die Pro­te­stan­ten übri­gens die Arro­ganz neh­men, selbst­ver­ständ­lich davon aus­zu­ge­hen, daß Annä­he­rung als ein­sei­ti­ge Lei­stun­gen der Katho­li­ken zu erbrin­gen sei­en, belegt, daß die luthe­ri­sche anti­ka­tho­li­sche Abnei­gung hoch­nä­ßig inha­liert wur­de. Aber das nur neben­bei.

          • Lie­ber Vin­cen­ti­us,
            allein die Gebe­te beim Offer­to­ri­um, die abge­schafft wur­den, machen doch schon deut­lich, wie sich die Aus­sa­ge der Hl. Mes­se ver­scho­ben hat.

            Darf ich Ihnen etwas vor­schla­gen? Besu­chen Sie ein­mal mit offe­nem Her­zen eine über­lie­fer­te Mes­se und ver­glei­chen Sie sie mit der neu­en. Danach dürf­te auch Ihnen der Unter­schied klar sein.

          • Viel­leicht ist Ihnen nicht bewusst, dass all die­se Gebe­te still gebe­tet wur­den. Die Offer­to­ri­ums­ge­be­te machen — sit venia ver­bo — das Kraut nicht fett. Das ent­schei­den­de Gebet ist das Hoch­ge­bet. Da hat man fast nichts geän­dert. Und dar­aus kann man sehr wohl den Opfer­cha­rak­ter der Mes­se ent­neh­men (dar­auf spie­len Sie ja an) — jetzt sogar bes­ser als noch vor der Reform, denn jetzt hören alle das Hoch­ge­bet in der Mut­ter­spra­che.

  4. Furcht­bar und absto­ssend die­se moder­nen Bau­ten, in denen genau­so die Pro­te­stan­ten und die Bap­ti­sten ihre Mes­sen hal­ten könn­ten! Der Kirch­turm wur­de wohl auch abge­schafft.
    Wo sind die Sta­tu­en der Hei­li­gen und vor allem der Mut­ter Got­tes!
    Das sind die Früch­te der libe­ra­len „Moder­ne“. So wird Stück für Stück der katho­li­sche Geist aus den Kir­chen gedrängt.
    Wann die Knie­bän­ke ein­ge­führt wur­den ist unbe­deu­tend. Der Mensch hat vor Gott in die Knie zu gehen!
    Auf zur Eine-Welt-Reli­gi­on!

    • Es heißt im Canon Roma­nus eben­so wie im Zwei­ten Hoch­ge­bet, dass wir vor Gott STEHEN dür­fen 😉

    • Ach übri­gens: Kir­chen der Zister­zi­en­ser haben auch kei­nen Kir­chen­turm — ver­bie­tet die Orden­re­gel.

      • Die mei­sten der von Zister­zi­en­sern vom 13. bis 19. Jahr­hun­dert
        gebau­ten Kir­chen haben wirk­lich kei­nen Turm, son­dern nur einen
        „Dach­rei­ter“.
        Es wur­den in der Barock­zeit von Zister­zi­en­sern aber auch Kir­chen
        mit Turm gebaut.

  5. Star Wars-Archi­tek­tur. Mis­si­on com­ple­ted. Einer der Räu­me sieht wie ne futu­ri­sti­sche Luxus-Toi­let­te aus. Und vor allem: ein Meer von Ein­sam­keit.
    Da hilft wohl kaum die Knie­bank, weil in sol­chem Ambi­en­te unklar bleibt, wovor man eigent­lich kniet — Gott kann es irgend­wie nicht sein, aber viel­leicht „das“ ein­fal­len­de „Licht“?
    Ich habe auch den Ein­druck, dass hier das Ver­ständ­nis für das fehlt, was einer Kir­che den Cha­rak­ter einer Kir­che gibt.
    Das Myste­ri­um, das Geheim­nis des Glau­bens — tja.

    • Genau. Das Myste­ri­um des Glau­bens kann nur aus­ge­drückt wer­den, wenn in einer Kir­che all­er­min­de­stens 720 Barock­put­ten und 27 Sei­ten­al­tä­re zu fin­den sind. Alles ande­re ist schlimm­ste pro­te­stan­ti­sier­te Lee­re und moder­ni­sti­sche Häre­sie. Kon­zils­kir­che eben.

  6. Erin­nert alles irged­wie an den Stil der Haus­ka­pel­le vom Domus Sanc­tae Marthae. Ste­ri­le Kran­ken­haus­at­mo­sphä­re, wür­de ich sagen.
    Auch in Deutsch­land wer­den gera­de wie­der 15 Mil­lio­nen Euro für sol­cher­lei 70er Jah­re Beton­ar­chi­tek­tur aus­ge­ge­ben:
    http://www.pius.info/archiv-news/892-kirchenkrise/7870-neue-propsteikirche-in-leipzig
    Dass es auch katho­lisch geht, sieht man bei­spiels­wei­se hier:
    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Kathedrale_Karaganda

    • Was ich in der Kathe­dra­le von Kara­gan­da sehr schön fin­de, ist der „Eucha­ri­sti­sche Zyklus“ mit den 14 Sta­tio­nen in Ana­lo­gie zu den 14 Kreuz­weg­sta­tio­nen — ein „moder­ne Idee“, die auf den Ver­lust des Glau­bens­ver­ständ­nis­ses ant­wor­tet: eine künst­le­ri­sche Gestal­tung in der zeit­ge­nös­si­schen Zuspit­zung (hier: Fati­ma, ver­folg­te Kir­che im Kom­mu­nis­mus etc etc).
      Dass Kir­chen­bau­ten und sakra­le Kunst nicht ohne jede sti­li­sti­sche Ver­knüp­fung mit der sakra­len Kunst der Ver­gan­gen­heit aus­kom­men soll­ten, liegt auf der Hand: es geht um die Kon­ti­nui­tät des­sel­ben Glau­bens, es geht um „Wie­der­erken­nung“, es geht um Ver­bun­den­heit mit den Hei­li­gen der gan­zen Kir­che und am aller­wich­tig­sten: um das Geheimn­nis der sakra­men­ta­len Gegen­wart des geop­fer­ten Jesus Chri­stus.

      Ich fin­de zwar die obi­gen Ent­wür­fe unter ästhe­ti­schen Gesichts­punk­ten betrach­tet kei­nes­wegs „häss­lich“, aber ihr Schön­heits­be­griff hat kei­ne inne­re Ver­bin­dung zum Myste­ri­um der Kir­che. Ich fin­de sehr wohl Zen-Kunst „schön“ — aber sie wür­de nie­mals adäqua­ter Aus­druck für Christ­li­ches sein kön­nen.

      Ich bin selbst freie Künst­le­rin — eine zeit­ge­nös­si­sche übri­gens — und den­ke, dass in der Sakral­kunst die Kunst auf jeden Fall Die­ne­rin ist. Natür­lich kön­nen da ganz unter­schied­li­che schöp­fe­ri­sche Ideen ent­ste­hen und aus­ge­führt wer­den, wie in unse­rer Geschich­te ja deut­lich wird. Es gibt den Barock­stil, den hier man­che offen­bar aus­schließ­lich mit dem „Katho­li­schen“ asso­zi­ie­ren (aus Unkennt­nis wie man anneh­men muss), Gotik, Roma­nik, Klas­si­zis­mus, alles Mög­li­che, Jugend­stil — wenn der Künst­ler Bezie­hung zum Glau­ben hat, ist die Kir­che ein Ort des Myste­ri­ums.

      Die obi­gen Ent­wür­fe wie alle mög­li­chen ande­ren „Ver­bre­chen“ der letz­ten Jahr­zehn­te sind sehr wohl ein Aus­druck dafür, dass man nicht mehr in der Kon­ti­nui­tät des Glau­bens ste­hen möch­te.
      Die­se Art moder­ner Archi­tek­tur ist die künst­le­ri­sche Zele­bra­ti­on der „Her­me­neu­tik des Bruchs“.
      Wer auf dem Tep­pich ist, sieht das sofort.

  7. Die­se Kir­chen­pro­jek­te sind ein archi­tek­to­ni­scher Aus­druck für den Ver­lust des katho­li­schen Glau­bens und sei­ne Erset­zung durch die vage New-Age-Eso­te­rik der kom­men­den Eine-Welt-Reli­gi­on. Kür­zer gesagt: von der hei­li­gen Kir­che Got­tes zur Syn­ago­ge Satans.

    • Aus einer Geschmacks­fra­ge zu kon­stru­ie­ren, dass aus der Kir­che Got­tes die Syn­ago­ge des Satans wird, ist doch über­kan­di­delt.

      • Sie ernied­ri­gen eine Glau­bens­fra­ge zu einer Geschmacks­fra­ge.
        Ent­we­der Sie ver­ste­hen wirk­lich nicht, wor­um es bei der Kir­chen­ar­chi­tek­tur geht (was ich mir nicht recht vor­stel­len kann, aber sehr trau­rig wäre, wenn es zuträ­fe), oder Sie füh­len Sie ver­pflich­tet, aus über­trie­be­ner Loya­li­tät alles, was von der Amts­kir­che kommt, egal ob es gut oder schlecht ist, für gut zu erklä­ren und alle Fra­gen und Zwei­fel, jede Kri­tik und jeden Tadel abzu­wie­geln.
        Etwas Gutes hat das ja: Fin­den die deut­schen Bischö­fe heu­te i.a. nur den Dia­log mit Wir sind Kir­che, Unge­hor­sam­s­in­itia­ti­ve, Pro­te­stan­ten, Juden, Mus­li­men usf. „inter­es­sant“, den sie der katho­li­schen Tra­di­ti­on ver­wei­gern, so ist die Linie der Amts­kir­che, auch dank Ihrem täg­li­chen Ein­satz, auf die­sem Forum genö­tigt, sich den Argu­men­ten der Tra­di­ti­on zu stel­len.
        Ob mei­ne Ein­schät­zung die­ser Archi­tek­tur mei­ne per­sön­li­che, „über­kan­di­del­te“ Spin­ne­rei oder ob da nicht doch mehr dran ist, bit­te ich Sie am Bei­spiel der neu­en Kir­che von Fati­ma zu prü­fen:

        http://www.streitpunkt-fatima.de/home/pages/100–05-Der_Neubau_in_Fatima/100–05_11.html

        Eben­so auf­schluss­reich die­se Ana­ly­se der neu­en Pad­re-Pio-Kir­che (auch wenn man ihr nicht in jedem ein­zel­nen Punkt fol­gen muss):

        http://www.chiesaviva.com/Tempio%20Satanico%20a%20Padre%20Pio.pdf

        Es wäre schön, wenn Sie die rich­ti­gen Schluss­fol­ge­run­gen aus den hier auf­ge­deck­ten inner­kirch­li­chen Pro­zes­sen zie­hen.

        • @Vincetius: Eine Kir­che schö­ner oder häss­li­cher zu fin­den ist eine Gescmacksfrage.Nein.Sie argu­men­tie­ren wie ein trot­zi­ger Troll.Wenn etwas häss­lich ist,sind es nicht nur die Beton­klöt­ze die von aus­ge­spro­che­nen Voll­pfo­sten kon­stru­iert wurden.Hässlich sind Ihre pre­f­i­den Kommentare,bar jeg­li­chen Stils.Aber den haben Sie und Ihr Pedell,der Dun­kel­ka­tho­lik über­haupt nicht vorzuweisen,es ist schlicht;Unsinn.

        • Über Geschmack lässt sich eben nicht strei­ten. Natür­lich hat Beton auch Ästhe­tik. Die Kup­pel des Pan­the­on in Rom z.B. aus einer Vor­form von Beton gegos­sen. Wenn man nicht mehr argu­men­tie­ren will, geht man halt auf argu­men­ta ad per­so­nam. Das neh­me ich hin. Gleich­wohl sagt es mehr über Sie denn über mich. Mit Dun­kel­ka­tho­lik habe ich nichts zu schaf­fen.

  8. Genau wie frü­her schon wird der Turm von Babel — noch ein­mal — errich­tet wer­den und als ein Tem­pel Got­tes prä­sen­tiert wer­den. Er wird sich in Rom befin­den und wird das neue Sym­bol der neu­en Eine-Welt-Reli­gi­on zei­gen. Die­ses Sym­bol wird auf dem Dach zu sehen sein, beim Ein­gang, und es wird auf dem Hoch­al­tar eine vor­ran­gi­ge Stel­lung haben.
    Neue Gewän­der, die mit Gold-Emble­men bestückt sein wer­den und das Aus­se­hen beschei­de­ner Tala­re haben wer­den, wer­den von denen getra­gen wer­den, die in die­sem soge­nann­ten Tem­pel die­nen wer­den. Das Gold-Emblem, das in einer drei­sten Art und Wei­se gezeigt wer­den wird, wird das Sym­bol der Neu­en-Welt-Reli­gi­on sein.

  9. Der Dom in Kara­gan­da mag für die Katho­li­ken dort wich­tig und erhe­bend sein in ihrer schwe­ren Lage. Aber künst­le­risch-archi­tek­to­nisch ist er unter­ir­disch. Ein­fach so als habe es meh­re­re 100 Jah­re Ent­wick­lung der (Bau)Kunst schlicht nicht gege­ben.

    • @Dunkelkatholik.:Ihr Nick­na­me sagt ja schon alles aus.Katholik aus dem Dunkel,respektive ‑der Dunkelheit.Uns so sind und blei­ben Ihre Kom­men­ta­re echt Dunkel.Unterirdisch ist des­shalb kei­nes­falls der Dom in Karaganda,sondern eher Unter­ir­disch und Abgrundd­tief mies und fies.

  10. Ich fin­de es über­aus tröst­lich, dass vie­le moder­ne Bau­wer­ke bereits nach weni­gen Jah­ren wie­der stark sanie­rungs­be­dürf­tig sind. Das nährt in mir die Hoff­nung, dass die Nach­welt von zahl­rei­chen archi­tek­to­ni­schen Zumu­tun­gen unse­rer Tage ver­schont blei­ben wird.

    • Seit den 60er- Jah­ren des 20. Jahr­hun­derts ist die Häß­lich­keit in alle Berei­che der Musik, Kunst und Archi­tek­tur ein­ge­drun­gen.. Es scheint so zu sein, dass vie­le Men­schen jeden Sinn für Schön­heit und Ästhe­tik ver­lo­ren haben.

      Das Wort „Kunst“ kommt von Kön­nen. Was aber soll man davon hal­ten wenn man zu der Ver­ni­sa­ge eines „gro­ßen Künst­lers“ geht und die Bil­der dort sehen aus als sei­en sie aus dem Kin­der­gar­ten von neben­an ?

      • Die moder­ne Kunst, sei sie welt­lich oder sakral ist eine per­ver­tie­rung des Geschmacks. Sie ist auch kein Pro­dukt des viel­zi­tier­ten moder­nen Men­schen, der gar nicht exi­siert. Eher ist sie vom Satan inspi­riert. Sie ist in ihrer oft abgrund­tie­fen Häß­lich­keit eine Belei­di­gung der wah­ren Schön­heit, die über Jahr­hun­der­te die Kunst und Kul­tur bis tief ins 19. Jahr­hun­dert berei­cher­te, und oft gött­lich inspi­riert war, und Gott ver­herr­lich­te. Die­se see­len­lo­sen Beton­bur­gen, die in ihrer bana­len Struk­tur mehr als absto­ßend sind, kön­nen kei­ne Wohn­statt für den Leib Chri­sti sein. Er kann hier gar nicht anwe­send sein, denn er ist nicht erwünscht. Die­se „Kir­chen“ laden nicht zur Andacht ein. Kei­ner der Archi­tek­ten glaubt mehr an die Real­prä­senz Jesu Chri­sti im Altarsa­kra­ment, schon gar nicht die Auf­trag­ge­ber in den Ordi­na­ria­ten. Eine wahr­haft sata­ni­sche Ver­blen­dung wie die Mode­re­ne ins­ge­samt.

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