Die „Konzilskirche“ – Die wahre Auffassung vom Erzbischof Lefebvre und die wirklichen Gefahren einer Instrumentalisierung

Burnand,Eugene (1850-1921)Vor­trag von H. H. P. Jean-Michel Glei­ze FSSPX in Sit­ten im Wal­lis am 13. März 2013. Um dem Vor­trag sei­nen eige­nen Cha­rak­ter zu erhal­ten, wur­de der gespro­che­ne Stil bei­be­hal­ten.

Ein aktuelles Problem …

Die­ser Vor­trag hat zum Ziel, man­che Zwei­deu­tig­kei­ten zu klä­ren, wel­che sich als gefähr­lich erwei­sen könn­ten. Die sechs ersten Mona­te des Jah­res 2012 sind etwas bewegt gewe­sen. Die sechs ande­ren Mona­te haben weder das Ende der Welt noch die der Prie­ster­bru­der­schaft gese­hen. Den­noch — und es ist offen­sicht­lich — das Kapi­tel von Juli 2012 konn­te nicht alle Stim­men ver­ei­ni­gen. In die­sen Umstän­den ist es wohl ver­ständ­lich, und bis zu einem gewis­sen Punkt sogar legi­tim, daß jeder nach­denkt, eine Bilanz der Ereig­nis­se zieht und Besorg­nis­se ver­spürt, viel­leicht sogar mit etwas Unzu­frie­den­heit gemischt. Es ist aber kühn, Schlüs­se zu zie­hen, die zu weit gehen. Es wäre ein Miß­brauch und eine Unge­rech­tig­keit, sol­che Schlüs­se als unfehl­ba­ren Aus­druck der ein­zig­mög­li­chen Wahr­heit vor­schrei­ben zu wol­len. Die­se Schein­wahr­heit, wel­che die Gei­ster in Unru­he ver­setzt, über­all zu ver­brei­ten, ist schäd­lich. End­lich und vor allem ist es gänz­lich ille­gi­tim im Namen die­ser Schein­wahr­heit sich der Auto­ri­tät zu wider­set­zen und ihren Rück­tritt zu ver­lan­gen.

Das ist es aber, was geschieht. Hier und da, … das ist nicht so wich­tig. Wich­tig ist die Fal­le auf­zu­decken, um sich nicht in ihr zu ver­fan­gen. Die Fal­le besteht dar­in, dem Erz­bi­schof Lef­eb­v­re den Bischof Fel­lay ent­ge­gen­zu­set­zen und dar­aus zu schlie­ßen, daß die Obe­ren der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. imstan­de sind, das Erbe ihres Grün­ders zu ver­ra­ten. Kon­kret tritt die­se Fal­le auf – ein­mal mehr – in der Gestalt eines Sophis­mus, d. h. eines fal­schen Gegen­sat­zes, der aber als wahr erscheint. Die­ser Gegen­satz kon­kre­ti­siert sich in einem Aus­druck: die „Kon­zils­kir­che“. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re hat die Exi­stenz einer neu­en Kon­zils­kir­che, einer offi­zi­el­len, libe­ra­len und moder­ni­sti­schen Kir­che immer her­aus­ge­stellt, die er der wah­ren und sicht­ba­ren katho­li­sche Kir­che gegen­über stell­te. Man sagt uns, daß Bischof Fel­lay die­se Kon­zils­kir­che – er wür­de sogar die­sen Aus­druck nicht mehr ver­wen­den – heu­te nicht mehr anklagt und, ganz im Gegen­satz dazu, daß er die katho­li­sche Kir­che mit der gegen­wär­ti­gen Kir­che iden­ti­fi­ziert, die sicht­ba­re Kir­che mit der offi­zi­el­len Kir­che. Dies wäre der Beweis, daß die Obe­ren der Prie­ster­bru­der­schaft ein Abkom­men wol­len, daß sie uns in den Schoß des moder­ni­sti­schen Roms füh­ren wol­len. Wie steht es damit?

Die Texte

Die Auffassung von Erzbischof Lefebvre

Die­se Auf­fas­sung kommt in den fünf fol­gen­den Tex­ten zum Aus­druck. Die­se Tex­te sind der klar­ste und reif­ste Aus­druck der Auf­fas­sung von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re. Bis zum Ende sei­nes Lebens hat er immer die­sel­be Rede­wei­se ver­wen­det.

Erstens, in der „Erklä­rung von 1974“, die die Char­ta der Bru­der­schaft ist, stellt Erz­bi­schof Lef­eb­v­re das immer­wäh­ren­de katho­li­sche Rom dem moder­ni­sti­schen Rom klar gegen­über ((Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, „Vor­trag in Ecà´ne am 2. Dezem­ber 1974“, in Vu de Haut Nr. 13, S. 9–10. Deut­sche Über­set­zung in Damit die Kir­che fort­be­stehe, Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., Stutt­gart 1992, S. 74–75.)). Es gibt also zwei Rom und auch zwei Kir­chen, näm­lich die katho­li­sche Kir­che und die Kon­zils­kir­che.

Zwei­tens, sich auf Fak­ten basie­rend, sag­te 1975 Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, daß das Ergeb­nis der vom II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil ein­ge­führ­ten Refor­men „eine neue Kir­che, eine libe­ra­le Kir­che, eine refor­mier­te Kir­che, ähn­lich der refor­mier­ten Kir­che Luthers“ ((Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, „Vor­trag in Ecà´ne am 29. Sep­tem­ber 1975“, in Vu de Haut Nr. 13, S. 24.)) gewe­sen ist. Und 1976 wird er sogar sagen: „wir sind mit zwei­tau­send Jah­ren Kir­che und nicht mit zwölf Jah­ren einer neu­en Kir­che, einer Kon­zils­kir­che“ ((Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, „Vor­trag in Ecà´ne am 22. August 1976“, in Vu de Haut Nr. 13, S. 36.))

Drit­tens, in einem Vor­trag in Ecà´ne im Sep­tem­ber 1988 ((Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, „La visi­bi­li­té de l’Eglise et la situa­ti­on actu­el­le de l’Eglise“, in Fide­li­ter Nr. 66, Novem­ber-Dezem­ber 1988, S. 27-ff.)) , unter­schied Erz­bi­schof Lef­eb­v­re die offi­zi­el­le Kir­che von der katho­li­schen Kir­che, sicht­bar dank ihrer Noten. Jene ist die Frucht des Kon­zils und die­se ist die wah­re Kir­che. Es gibt also zwei Kir­chen, die katho­li­sche, sicht­ba­re Kir­che, und die offi­zi­el­le Kir­che des Kon­zils. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re prä­zi­siert sogar sei­nen Gedan­ken indem er sagt, daß man die­se offi­zi­el­le Kir­che ver­las­sen soll, wie man im eigent­li­chen Sin­ne eine Kir­che ver­läßt: „Die offi­zi­el­le Kir­che also ver­las­sen? Gewis­ser­ma­ßen ja, selbst­ver­ständ­lich. Das gesam­te Buch von Herrn Mad­iran, „L’Hérésie du XXà¨me sià¨cle“, ist die Geschich­te der Häre­si­en der Bischö­fe. Man muß also die­se Umge­bung der Bischö­fe ver­las­sen, wenn man sei­ne See­le nicht ver­lie­ren will. Dies genügt aber nicht, denn in Rom selbst thront die Häre­sie. Wenn die Bischö­fe häre­tisch sind (selbst ohne die­sen Begriff in sei­nem kano­ni­schen Sin­ne und mit sei­nen kano­ni­schen Fol­gen zu neh­men), ist das nicht ohne den Ein­fluß Roms gesche­hen“.

Vier­tens, ein Jahr nach den Bischofs­wei­hen in einem Inter­view mit der Zeit­schrift Fide­li­ter ant­wor­te­te Erz­bi­schof Lef­eb­v­re sei­nen Geg­nern fol­gen­der­ma­ßen: „Von wel­cher Kir­che spricht man? Wenn es die Kon­zils­kir­che ist, so müß­ten also wir, die wir zwan­zig Jah­re lang mit ihr gerun­gen haben, weil wir die katho­li­sche Kir­che wol­len, jetzt in die­se Kon­zils­kir­che ein­tre­ten, um sie sozu­sa­gen wie­der katho­lisch zu machen. Das ist eine voll­kom­me­ne Illu­si­on! […] Wir sind natür­lich gegen die Kon­zils­kir­che, die prak­tisch schis­ma­tisch ist, selbst wenn sie es nicht wahr­ha­ben will. Prak­tisch ist sie eine dem Wesen nach exkom­mu­ni­zier­te Kir­che, weil sie eine moder­ni­sti­sche Kir­che ist.“ ((Inter­view mit Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, „Un an aprà¨s les sac­res“, in Fide­li­ter Nr. 70 (Juli-August 1989), S. 6 und 8. Deut­sche Über­set­zung in Damit die Kir­che fort­be­stehe, Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., Stutt­gart 1992, S. 795 und 797.)) Es gibt nach der Auf­fas­sung von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re zwei ant­ago­ni­sti­sche Kir­chen: die katho­li­sche Kir­che und die Kon­zils­kir­che.

Fünf­tens, kurz vor sei­nem Tod hat sich Erz­bi­schof Lef­eb­v­re in einem letz­ten Exklu­siv­in­ter­view für Fide­li­ter wie folgt aus­ge­drückt: „Man darf sich kei­ne Illu­sio­nen machen. Die Grund­sät­ze, die heu­te in der Kon­zils­kir­che maß­ge­bend sind, wider­spre­chen immer offe­ner der katho­li­schen Leh­re. […] Wenn sie sagen [Dom Gérard und die Bru­der­schaft St. Petrus], daß sie nichts preis­ge­ge­ben haben, so ist das falsch. Sie haben die Mög­lich­keit preis­ge­ge­ben, Rom ent­ge­gen­zu­tre­ten. Sie kön­nen nichts mehr sagen. Sie müs­sen schwei­gen ange­sichts der Ver­gün­sti­gun­gen, die ihnen gewährt wor­den sind. Es ist ihnen nicht mehr mög­lich, die Irr­tü­mer der Kon­zils­kir­che anzu­pran­gern.“ ((„Ent­re­ti­en avec Mgr Lef­eb­v­re“ in Fide­li­ter Nr. 79 (Janu­ar-Febru­ar 1991), S. 3 und 5. Deut­sche Über­set­zung in Damit die Kir­che fort­be­stehe, Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., Stutt­gart 1992, S. 916 und 917.)) Es gibt also nach der Auf­fas­sung von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re eine Kon­zils­kir­che, deren Haupt in Rom ist und deren Prin­zi­pi­en der katho­li­schen Leh­re wider­spre­chen. Die­se Kon­zils­kir­che bil­det also eine ande­re Kir­che, von der katho­li­schen Kir­che ver­schie­den. Der Gebrauch die­ses Aus­drucks einer „Kon­zils­kir­che“ sieht sich also durch Erz­bi­schof Lef­eb­v­re bis ans Ende sei­nes Lebens bestä­tigt.

Die Auffassung vom Bischof Fellay

Zwei Tex­te wur­den beson­ders her­vor­ge­ho­ben und durch die ver­schie­de­nen Per­so­nen, wel­che „nur das Wohl der Bru­der­schaft suchen“ unter die Lupe genom­men.

Erstens, hat Bischof Fel­lay kürz­lich gesagt ((Bischof Fel­lay, „Die Prü­fung der Apo­stel und die gegen­wär­ti­ge Lage der Kir­che“, Pre­digt am Sonn­tag den 2. Sep­tem­ber im Semi­nar Hei­li­ger Pfar­rer von Ars in Fla­vi­gny, anläß­lich des Kon­greß der MCF [katho­li­sche Fami­li­en­be­we­gung in Frank­reich], in Nou­vel­le de Chré­ti­en­té Nr. 137 (Sep­tem­ber-Okto­ber 2012), S. 20.)) , daß die gegen­wär­ti­ge Kir­che, als von den römi­schen Auto­ri­täts­trä­gern dar­ge­stellt, die wah­re Kir­che bleibt, die­je­ni­ge die eine, hei­lig, katho­lisch und apo­sto­lisch ist: „Wenn man sagt: Extra Eccle­si­am nul­la salus — außer­halb der Kir­che kein Heil, spricht man wohl von der heu­ti­gen Kir­che. Es ist abso­lut gewiß. Wir müs­sen dar­an fest­hal­ten. […] Die Tat­sa­che, daß wir nach Rom gehen, bedeu­tet nicht, daß wir mit ihnen ein­ver­stan­den sind. Sie sind aber die Kir­che. Und sie sind die wah­re Kir­che.“ ((Bischof Fel­lay, „Die Prü­fung der Apo­stel und die gegen­wär­ti­ge Lage der Kir­che“, Pre­digt am Sonn­tag den 2. Sep­tem­ber im Semi­nar Hei­li­ger Pfar­rer von Ars in Fla­vi­gny, anläß­lich des Kon­greß der MCF [katho­li­sche Fami­li­en­be­we­gung in Frank­reich], in Nou­vel­le de Chré­ti­en­té Nr. 137 (Sep­tem­ber-Okto­ber 2012), S. 16 und 20.)) Und er betont es noch, indem er sagt: „die­se Kir­che, die kei­ne blo­ße Idee ist, die real ist, die vor uns steht, die man katho­li­sche römi­sche Kir­che nennt, die Kir­che mit ihrem Papst, mit ihren Bischö­fen, die auch im Zustand der Schwä­che sein kön­nen.“ ((Bischof Fel­lay, „Pre­digt am Sonn­tag den 11. Novem­ber 2012 in Saint Nico­las-du-Char­don­net“, auf die Web­site La Por­te lati­ne erschie­nen.)) Heu­te kann man also nicht von der offi­zi­el­len Kir­che spre­chen, als von einer Kon­zils­kir­che, die eine ande­re wäre als die katho­li­sche Kir­che.

Zwei­tens, Bischof Fel­lay hat eben­falls erklärt, daß die heu­ti­ge Kir­che, wel­che die Prie­ster­bru­der­schaft ein­schließt und weit über deren Rand hin­aus­geht, wohl die­je­ni­ge ist, wel­che den Gläu­bi­gen den Glau­ben und die Gna­de gibt: „Ist es uns bewußt, daß, wenn wir heu­te den Glau­ben haben, wenn wir die­se Freu­de haben, den Glau­ben beken­nen zu dür­fen, es dank die­ser kon­kre­ten Kir­che ist… die in einem erbärm­li­chen Zustan­de ist. […] Und es ist nicht die Bru­der­schaft, son­dern die Kir­che, wel­che die­sen Glau­ben gibt … und die heu­ti­ge Kir­che! Es ist die heu­ti­ge Kir­che, wel­che hei­ligt!“ ((Bischof Fel­lay, „Die Prü­fung der Apo­stel und die gegen­wär­ti­ge Lage der Kir­che“, Pre­digt am Sonn­tag den 2. Sep­tem­ber im Semi­nar Hei­li­ger Pfar­rer von Ars in Fla­vi­gny, anläß­lich des Kon­greß der MCF [katho­li­sche Fami­li­en­be­we­gung in Frank­reich], in Nou­vel­le de Chré­ti­en­té Nr. 137 (Sep­tem­ber-Okto­ber 2012), S. 15–16.)) […] „Wenn wir den Glau­ben haben, es ist in die­ser Kir­che; wenn wir die Tauf­gna­de erhal­ten, und auch alle ande­ren Sakra­ments­gna­den, es ist in und durch die­se Kir­che.“ ((Bischof Fel­lay, „Pre­digt am Sonn­tag den 11. Novem­ber 2012 in Saint Nico­las-du-Char­don­net“, auf die Web­site
La Por­te lati­ne erschie­nen.)) Es kann aber kei­ne Kon­zils­kir­che geben, wel­che von der katho­li­schen Kir­che ver­schie­den wäre und wel­che uns den Glau­ben und die Gna­de wie die­se geben wür­de. Wür­de man sich daher an die­se wie­der­hol­ten Aus­sa­gen des Gene­ral­obe­ren der Prie­ster­bru­der­schaft Sankt Pius X. hal­ten, könn­te man nicht mehr von der heu­ti­gen Kir­che als von einer Kon­zils­kir­che spre­chen, wel­che eine ande­re wäre als die katho­li­sche.

Ein bißchen Licht und Abstand

Von der Kir­che spricht man wie von einem Ding; die Kir­che ist aber kein Ding, das durch sich selbst exi­stie­ren wür­de, wie eine mensch­li­che Per­son oder ein Haus. Die Kir­che ist eine Gesell­schaft, und eine Gesell­schaft ist eine Viel­zahl von Per­so­nen, wel­che gemein­sam und unter der Lei­tung einer und der­sel­ben Auto­ri­tät han­deln, um ein und das­sel­be Ziel zu errei­chen. Die Kir­che besitzt das drei­fa­che Band der Ein­heit im Glau­ben, im Kult und in der Regie­rung. Wenn man folg­lich sagt „in der Kir­che sein“ oder „nicht in der Kir­che sein“, heißt die­ser Aus­druck nicht, daß man sich in der Kir­che wie etwa in einem öffent­li­chen Gar­ten befin­det. Er heißt, daß der­je­ni­ge, der in der Kir­che ist, in Bezie­hung zu den ande­ren Glie­dern der Gesell­schaft wie auch zu ihrem Haupt steht, und zwar in der Ver­fol­gung ein und des­sel­ben Zie­les, mit­tels des Bekennt­nis­ses des­sel­ben Glau­bens und mit dem­sel­ben Kult und im Gehor­sam der­sel­ben Regie­rung gegen­über.

Man spricht von Kon­zils­kir­che, inso­fern seit dem Vati­ka­num II ein „Ori­en­tie­rungs­wech­sel“ ((Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, Ich kla­ge das Kon­zil an, S. 11: „Seit dem Kon­zil hat die Kir­che oder haben zumin­dest Kir­chen­män­ner, die die Schlüs­sel­stel­lun­gen inne­ha­ben, eine Rich­tung ver­folgt, die der Über­lie­fe­rung, das heißt dem offi­zi­el­len Lehr­amt der Kir­che, ein­deu­tig ent­ge­gen­ge­setzt sind“. Sie­he auch den Vor­trag von 9. Juni 1988 in Ecà´ne: „Der Kampf, der beim Kon­zil ange­fan­gen hat, besteht wei­ter fort. Er besteht wei­ter fort, weil die­se Ände­rung die beim Kon­zil ver­wirk­licht wur­de, einen Wider­stand ver­lang­te. Sie ver­lang­te, daß man sich all die­sen moder­ni­sti­schen The­sen, all die­ser libe­ra­len The­sen, wel­che sich im Kon­zil den Gei­stern bemäch­tig­ten, wider­set­ze.“)) sich ereig­net hat. Damit will man nicht ein Ding im Gegen­satz zu einem ande­ren Ding bezeich­nen, auch nicht eine Gesell­schaft im Gegen­satz zu einer ande­ren, son­dern einen neu­en Geist, der sich anläß­lich des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils in das Inne­re der Kir­che ein­ge­schli­chen hat und der ein Hin­der­nis zum Ziel der Kir­che, d. h. zur Tra­di­ti­on ihres Glau­bens und ihrer Sit­ten bil­det. Und wenn man sagt, daß die­se Gegen­strö­mung sich in der Kir­che aus­übt, drückt man damit aus, daß die­je­ni­gen, die sich so in der Ver­fol­gung eines dem Ziel der Kir­che ent­ge­gen­ge­setz­ten Zie­les ver­ei­ni­gen, die Bezie­hung, wel­che sie mit den ande­ren Glie­dern und mit ihrem Haupt in der grund­sätz­li­chen Hin­nei­gung zum wah­ren Gemein­wohl nicht offen­sicht­lich gebro­chen haben. Im beson­de­ren Fall des Pap­stes, der sich sel­ber an die­ser Gegen­strö­mung betei­ligt, bedeu­tet es, daß er nicht offen­sicht­lich auf­ge­hört hat, Papst zu sein. Obwohl er, sofern er so han­delt, wie er es tut, dem Ziel der Kir­che ein Hin­der­nis in den Weg legt und die Tra­di­ti­on behin­dert, bleibt sei­ne Gewalt von sich aus zu die­sem Ziel hin und zu die­ser Tra­di­ti­on hin geneigt.

Es gibt also nicht zwei Kir­chen; es gibt nur inner­halb der Kir­che eine ant­ago­ni­sti­sche Ten­denz, wel­che von innen her die Kir­che bekämpft, die es ver­sucht, sie zu ihren Gun­sten lahm zu legen, indem sie die Ver­wirk­li­chung ihres Zie­les behin­dert. Sie kommt der Sün­de der libe­ra­len und moder­ni­sti­schen Ideo­lo­gie gleich, wel­che sich im Inne­ren der Kir­che in den Gei­stern ein­ge­schli­chen hat. Die­se Sün­de ver­min­dert und ver­dirbt das Gut der Kir­che, in dem Sin­ne, daß sie sie dar­an hin­dert, ihr Ziel zu errei­chen. Den­noch läßt sie deren grund­sätz­li­che Aus­rich­tung auf ihr eigent­li­ches Ziel unbe­rührt. Dies ereig­net sich ein biß­chen wie wenn man zwi­schen Son­ne und Luft trü­be Glas­schei­ben unauf­hör­lich dazwi­schen legen wür­de: die Luft sieht dann ihre Kapa­zi­tät, Licht auf­zu­neh­men, unauf­hör­lich ver­min­dert; den­noch ver­liert sie sie kei­nes­wegs, da sie von Natur aus licht­durch­läs­sig ist. Des­glei­chen kann man Sün­den an Sün­den rei­hen und so die Emp­fäng­lich­keit der See­le zur Gna­de ver­min­dern; die Sün­den sind näm­lich wie Hin­der­nis­se, die zwi­schen uns und Gott dazwi­schen gelegt wer­den. Den­noch ver­mö­gen sie es nicht, die­se Emp­fäng­lich­keit gänz­lich aus­zu­rot­ten, da sie der Natur der See­le selbst ange­hört. Die Wirk­lich­keit der Kon­zils­kir­che ist also die eines fal­schen Ver­ständ­nis­ses der Kir­che, das sich der Gei­ster der Kir­chen­leu­te bemäch­tigt hat. Die­ses fal­sche Ver­ständ­nis ver­ur­sacht chro­ni­scher­wei­se eine Anti-Regie­rungs­tä­tig­keit, die das nor­ma­le Leben der katho­li­schen Gesell­schaft lähmt oder stört, indem sie es ver­hin­dert, daß die Kir­che ihr Ziel errei­che. Sie sta­pelt so zwi­schen der Kir­che und ihrem Gut Hin­der­nis­se auf, ohne aber die grund­sätz­li­che Hin­nei­gung der Kir­che zu die­sem Gut aus­rot­ten zu kön­nen.

Ande­rer­seits lehrt uns der Glau­be, daß die­se ent­ge­gen­ge­setz­te Ten­denz, so mäch­tig sie auch zu wer­den mag, auf­grund der gött­li­chen Ver­spre­chen die Kir­che gänz­lich zu über­flu­ten nie imstan­de sein wird. War­um eine Anti-Kir­che in der Kir­che und kei­ne ande­re Kir­che? Weil der Papst, auch wenn er als Betei­lig­ter, oder selbst als Haupt­ver­tre­ter die­ser Sub­ver­si­on han­delt, die Kir­che nicht zu zer­stö­ren ver­mag. Das Evan­ge­li­um sagt nicht, daß die Pfor­ten der Höl­le sie nie angrei­fen wer­den; es sagt genau, daß, wie stark auch immer die­ser Angriff sein mag, die feind­li­chen Kräf­te sie nicht über­wäl­ti­gen wer­den ((Math 16,18.)).

Der Aus­druck „Kon­zils­kir­che“ ist also legi­tim, vor­aus­ge­setzt aber, daß man ihm kei­ne Gel­tung außer­halb sei­ner Gren­zen gibt. Wie jede Form der rhe­to­ri­schen Spra­che, drückt er die Wirk­lich­keit mit flüch­ti­gen und kon­kre­ten Wor­ten aus, wel­che dem Ver­stand des Spre­chers beque­mer und dem des Zuhö­rers zugäng­li­cher sind. Dies bie­tet gleich­zei­tig den Vor­teil einer syn­the­ti­schen Abkür­zung und den Nach­teil einer For­mel, die, wie alle For­meln die­ser Art, nicht alles sagen kann (und übri­gens auch nicht alles sagen will). Sol­che Aus­drücke blei­ben von den Umstän­den abhän­gig, indem die vor­aus­ge­setz­ten Begrif­fe und die Sach­la­ge in einem beson­de­ren Kon­text allen bekannt sein kön­nen, aber auch in einem ande­ren Kon­text allen unbe­kannt, und des­we­gen auch umstrit­ten sein kön­nen. Die Klug­heit ver­langt es dann, den Aus­druck unter Berück­sich­ti­gung des Kon­tex­tes zu gebrau­chen. Ein solch kur­zes Wort wie „Kon­zils­kir­che“ kann zwar die­sen siche­ren Vor­teil haben, alle nöti­gen vor­aus­ge­setz­ten Erklä­run­gen ein­zu­schlie­ßen und so es dem Spre­cher und dem Zuhö­rer zu erspa­ren, jedes Mal die Dar­stel­lung der Pro­ble­ma­tik von neu­em aus­zu­füh­ren. Das­sel­be Wort kann aber auch den Nach­teil haben, einen Ansprech­part­ner, der mit der gan­zen Kom­ple­xi­tät der Pro­ble­ma­tik nicht ver­traut wäre, zu ver­wir­ren und ihn sogar zu skan­da­li­sie­ren, indem es ihm einen völ­lig ver­fälsch­ten Zugang zu den ent­spre­chen­den Begrif­fen sug­ge­riert. Ein neu­es und unver­meid­ba­res Fak­tum ist näm­lich seit dem Tod von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re ein­ge­trof­fen, näm­lich die Dau­er. Die Zeit geht vor­bei. Im Kon­text einer noch fri­schen und in den Augen der mei­sten evi­den­ten Sub­ver­si­on von Kon­zils­kir­che zu spre­chen, birgt kaum Gefah­ren. Eini­ge Jahr­zehn­te spä­ter, wäh­rend das revo­lu­tio­nä­re Gedan­ken­gut sich mehr oder weni­ger nor­ma­li­siert hat – und dies noch in einem reso­lut kon­ser­va­ti­ven Stil, der umso mehr zu täu­schen ver­mag – könn­te man falsch ver­stan­den wer­den und schließ­lich sich selbst sogar ver­wir­ren. Unter die­sen Umstän­den wäre es aus­rei­chend – aber unent­behr­lich – sei­ne Päd­ago­gik zu ver­dop­peln und die Bedeu­tung des Aus­drucks zu erklä­ren, indem man alle Aspek­te der Fra­ge aus­ein­an­der nimmt, um schließ­lich zum Wort, das sie zusam­men­fasst, zurück­zu­keh­ren. Das Wort „Kon­zils­kir­che“, wenn gut ver­stan­den, weil gut erklärt, bewahrt sei­nen gan­zen Vor­teil, der dar­in besteht, in einem zugäng­li­chen Wort eine dop­pel­te Wirk­lich­keit wie­der­zu­ge­ben: einer­seits die­je­ni­ge der bei­spiel­lo­sen Kri­se, die heut­zu­ta­ge in der Kir­che wütet, und ande­rer­seits die­je­ni­ge der Zusi­che­rung des Ver­spre­chens ihrer Unver­gäng­lich­keit.

Das Verständnis der Texte

Erzbischof Lefebvre

Er betont die feind­li­che Unter­wan­de­rung der Kir­che; er will sagen, daß die Kon­zils­kir­che ein neu­er Geist ist, der sich in die Kir­che ein­ge­schli­chen hat, und nicht daß sie eine neue Kir­che ist.

Im ersten Text spricht er nicht von einem „moder­ni­sti­schen Rom“. Genau­er spricht er von einem „Rom der neo-moder­ni­sti­schen und neo-pro­te­stan­ti­schen Ten­denz“. In sei­ner Auf­fas­sung ste­hen also die zwei Rom nicht auf der­sel­ben Ebe­ne. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re will nicht sagen, daß es zwei Rom oder zwei gänz­lich ent­ge­gen­ge­setz­ten Kir­chen gäbe, etwa wie zwei mysti­schen Lei­ber oder zwei Gesell­schaf­ten. Er will sagen, daß es Rom und die Kir­che gibt, der ein­zi­ge mysti­sche Leib Chri­sti, des­sen sicht­ba­res Haupt der Papst ist, der Bischof von Rom und Stel­le­ver­tre­ter Chri­sti. Es gibt aber auch schlech­te Ten­den­zen, die sich in die­se Kir­che ein­ge­schli­chen haben, wegen den fal­schen Ideen, die in den Köp­fen der­je­ni­gen, die in Rom die Macht inne­ha­ben, umher­schwir­ren.

Im zwei­ten Text sagt zuerst Erz­bi­schof Lef­eb­v­re: „Es ist ein neu­er Geist“ und danach spricht er von die­ser neu­en refor­mier­ten Kir­che, indem er sagt, dass sie sich „in die katho­li­sche Kir­che ein­ge­schli­chen hat“. Der Aus­druck bezeich­net also nicht eine ande­re, von der katho­li­schen Kir­che ver­schie­de­ne Kir­che, son­dern eine schäd­li­che Strö­mung, die im Inne­ren der ein­zi­gen Kir­che gras­siert.

Im drit­ten Text sagt Erz­bi­schof Lef­eb­v­re zuerst: „Nicht so, daß es kei­ne Kir­che außer uns gäbe; es geht nicht dar­um.“ Das heißt, daß die Kir­che gemäß sei­ner Auf­fas­sung sich nicht adäquat mit denen iden­ti­fi­ziert, die das Kon­zil ableh­nen, im Unter­schied zu allen, die das Kon­zil aner­ken­nen, und die des­we­gen eine ande­re Kir­che bil­den wür­den. Die Aus­drücke, die er ver­wen­det, bezeich­nen nach sei­ner Auf­fas­sung nicht eine ande­re Kir­che, die als ver­schie­de­ne Gesell­schaft kon­sti­tu­iert wäre, son­dern eine Gei­stes­ver­fas­sung und Ten­den­zen, die, in der Kir­che, dem Ziel der Kir­che wider­strei­ten. Etwas spä­ter in dem­sel­ben Vor­trag prä­zi­siert Erz­bi­schof Lef­eb­v­re sogar: „Wir gehö­ren wohl der sicht­ba­ren Kir­che, der Gesell­schaft der Gläu­bi­gen, unter der Auto­ri­tät des Pap­stes an, da wir näm­lich nicht die Auto­ri­tät des Pap­stes, son­dern sein Tun ableh­nen. Wohl geste­hen wir dem Papst sei­ne Auto­ri­tät zu; wenn er sich ihrer aber bedient, um das Gegen­teil zu tun, von dem, wozu sie ihm ver­lie­hen wur­de, ist es evi­dent, dass wir ihm nicht fol­gen kön­nen.“ ((Fide­li­ter Nr. 66, Sep­tem­ber 1988, S. 27–31.)) Die Unter­schei­dung soll nicht zwi­schen zwei Kir­chen, son­dern zwi­schen zwei Regie­rungs­di­rek­ti­ven gemacht wer­den, wel­che im Inne­ren ein und der­sel­ben Kir­che aus dem­sel­ben Haupt her­vor­strö­men. Was das Wort angeht: „die offi­zi­el­le Kir­che ver­las­sen“, heißt es nicht, mit einer Kir­che bre­chen, um sich einer ande­ren anzu­schlie­ßen. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re drückt hier ein­fach die klug­heits­mä­ßi­ge Hal­tung der Bru­der­schaft aus, die danach strebt, die See­len vor der moder­ni­sti­schen Ansteckung zu beschüt­zen, indem sie es ver­mei­det, mit den anstecken­den Per­so­nen in Bezie­hung zu tre­ten, ohne den­noch ein Schis­ma zu ver­ur­sa­chen, wie er es übri­gens sel­ber etwas spä­ter deut­lich sagt: „Wenn wir von die­sen Leu­ten Abstand neh­men, es ist genau­so wie mit Aids-Kran­ken. Man will sich nicht von die­ser Krank­heit anstecken las­sen. Die­se aber haben ein gei­sti­ges Aids, eine anstecken­de Krank­hei­ten. Will man gesund blei­ben, so soll man nicht mit ihnen ver­keh­ren.“ ((Fide­li­ter Nr. 66, Sep­tem­ber 1988, S. 27–31.))

Im vier­ten und im fünf­ten Text darf man nicht ver­ges­sen, daß Erz­bi­schof Lef­eb­v­re auch Fol­gen­des sagt: „Ich sage ja nicht, daß wir die katho­li­sche Kir­che sind. Ich habe das nie gesagt. Nie­mand kann mir vor­wer­fen, ich hät­te mich jemals als einen Papst betrach­ten wol­len. Aber wir reprä­sen­tie­ren die katho­li­sche Kir­che wirk­lich so, wie sie frü­her war, weil wir das fort­set­zen, was sie alle­zeit getan hat. […] Man ver­ste­he uns rich­tig, wir sind nicht gegen den Papst, inso­fern er alle Wer­te des apo­sto­li­schen Stuh­les, des Stuh­les Petri, Wer­te die unver­än­der­lich sind, reprä­sen­tiert; ganz im Gegen­teil sind wir gegen den Papst, der moder­ni­stisch ist, der nicht an sei­ne eige­ne Unfehl­bar­keit glaubt, der Öku­me­nis­mus treibt.“ ((Inter­view mit Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, „Un an aprà¨s les sac­res“, in Fide­li­ter Nr. 70 (Juli-August 1989), S. 6 und 8. Deut­sche Über­set­zung in Damit die Kir­che fort­be­stehe, Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., Stutt­gart 1992, S. 796 und 797. )) Und in einem kurz danach gehal­te­nen Vor­trag füg­te Erz­bi­schof Lef­eb­v­re noch hin­zu: „Mir schien es, even­tu­ell dies­seits der Wirk­lich­keit blei­ben zu müs­sen und einen Kon­takt mit Rom auf­recht­erhal­ten zu müs­sen, und anneh­men zu müs­sen, daß es in Rom doch ein Nach­fol­ger Petri gibt. Einen schlech­ten Nach­fol­ger, sicher­lich, dem man nicht fol­gen soll, weil er libe­ra­le und moder­ni­sti­sche Auf­fas­sun­gen hat, aber doch ist er da.“ ((Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, „Vor­trag im Semi­nar von Fla­vi­gny, in Dezem­ber 1988“, in Fide­li­ter Nr. 68 (März-April 1989), S. 12–13.)) Er schließt, indem er von „einer libe­ra­len Inva­si­on in Rom“ spricht. Dies alles zeigt gut, daß in sei­nem Geist die Kon­zils­kir­che kei­ne ande­re Kir­che ist, die von der katho­li­schen ver­schie­den wäre und deren Haupt nicht mehr der Nach­fol­ger Petri wäre. Der Aus­druck bezeich­net eine neue Stim­mung, die ein Reform­pa­ket inspi­riert, das dem Gut der Kir­che zuwi­der ist, und das lei­der vom Nach­fol­ger Petri mit­ge­tra­gen wird.

Bischof Fellay

Er betont die Unver­gäng­lich­keit der Kir­che; er will sagen, daß die Kir­che fort­be­steht, trotz des neu­en Gei­stes, der sich in die Kir­che ein­ge­schli­chen hat, ohne den­noch weder ver­schwin­den, noch durch eine ande­re ersetzt wer­den zu kön­nen. Man wirft ihm zwei Din­ge vor: erstens, daß er sagt, die gegen­wär­ti­ge Kir­che sei wohl die katho­li­sche, und zwei­tens, daß es die gegen­wär­ti­ge Kir­che ist, wel­che den Glau­ben und die Gna­de gibt, und nicht die Bru­der­schaft.

Was den ersten Vor­wurf angeht,

sagt Bischof Fel­lay in sei­ner Pre­digt in Paris bezüg­lich Vati­ka­num II, daß „die­ses Kon­zil der feste Ent­schluß ist, etwas Neu­es zu machen. Und es han­delt sich nicht um eine ober­fläch­li­che Neu­heit, son­dern um eine tief­ge­hen­de Neu­heit, die im Gegen­satz, im Wider­spruch zu der Pre­digt, ja sogar zu den Ver­ur­tei­lun­gen der Kir­che steht.“ Indem er die­se Neu­heit, die sich in die Kir­che ein­ge­schli­chen hat, mit dem vom Feind im Feld des Herrn gesä­ten Unkraut ver­gleicht, schließt der Nach­fol­ger von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re: „Die­ses Kon­zil woll­te sich mit der Welt har­mo­ni­sie­ren. Es hat die Welt in die Kir­che ein­drin­gen las­sen, und jetzt haben wir die Kata­stro­phe.“ In sei­ner Pre­digt in Fla­vi­gny prä­zi­siert Bischof Fel­lay
sei­nen Gedan­ke in einem Sin­ne, der sich mit der Auf­fas­sung des Erz­bi­schofs Lef­eb­v­re aufs Genaue­ste deckt. Nach­dem er die Tat­sa­che betont hat, daß die katho­li­sche Kir­che die heu­ti­ge, gegen­wär­ti­ge und kon­kre­te Kir­che ist, fügt der Gene­ral­obe­re der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. hin­zu: „Den­noch gibt es auch einen gan­zen Orga­nis­mus, und die­sem Orga­nis­mus müs­sen wir einer­seits die Hei­lig­keit zuschrei­ben, und ande­rer­seits ent­rü­stet er uns und skan­da­li­siert uns so sehr, daß wir nur eines sagen möch­ten: Mit die­sen Leu­ten haben wir nichts zu tun! Dies paßt nicht zusam­men, es geht nicht! Kir­chen­män­ner, die die Chri­sten, die Kin­der der Kir­che zum Glau­bens­ab­fall hin­füh­ren … Es paßt nicht zusam­men! Es ist offen­kun­dig, daß die­se Irr­tü­mer mit Ent­set­zen zurück­zu­wei­sen sind!“ Der Nach­druck, der auf die kon­kre­te Wirk­lich­keit der gegen­wär­ti­gen Kir­che gesetzt wird, zielt nur dar­auf hin zu beto­nen, daß die Kir­che trotz allem das Ver­spre­chen des ewi­gen Lebens bei­be­hält: „Wenn man das ablehnt, was nicht paßt, darf man nicht alles ableh­nen. Sie bleibt die eine, hei­li­ge, katho­li­sche apo­sto­li­sche Kir­che. […] Wenn man das Übel ablehnt, das sich in der Kir­che befin­det, darf man nicht schlie­ßen, daß dies nicht mehr die Kir­che ist. Es gibt zwar gro­ße Tei­le, die nicht mehr Kir­che sind, ja, aber nicht alles!“

Die­se Pre­digt wider­spricht der Auf­fas­sung des Erz­bi­schofs Lef­eb­v­re nicht: sie drückt mit ande­ren Wor­ten die­sel­be Idee aus, eine Idee wel­che die Prie­ster­bru­der­schaft Sankt Pius X. immer mit dem Aus­druck Kon­zils­kir­che bezeich­net hat: die dop­pel­te Idee der Unter­wan­de­rung der Kir­che durch libe­ra­le und moder­ni­sti­sche Ideen und der grund­sätz­li­chen Unver­gäng­lich­keit der­sel­ben Kir­che. Eine dop­pel­te Idee, die in der Meta­pher eines kran­ken Lei­bes einen ande­ren Aus­druck fin­det, wie Bischof Fel­lay beim letz­ten „SiSi­No­No-Kon­greß“ her­vor­hob: „Die katho­li­sche Kir­che ist unse­re Kir­che. Wir haben kei­ne ande­re. Es gibt gar kei­ne ande­re. Der lie­be Gott läßt zu, daß sie krank ist. Daher ver­su­chen wir, uns die­se Krank­heit sel­ber nicht zuzu­zie­hen. Aber ohne zu sagen, daß wir dadurch eine neue Kir­che bil­den. […] Die Krank­heit ist die Krank­heit, sie ist aber nicht die Kir­che. Sie ist in der Kir­che; die­se bleibt aber was sie ist. […] Selbst­ver­ständ­lich muß man gegen die Krank­heit kämp­fen. Die­se kran­ke Kir­che ist aber doch die­se, die durch unse­ren Herrn gegrün­det wur­de. Die­se hat die Ver­spre­chen des ewi­gen Lebens. Die­ses Ver­spre­chen, daß die Pfor­ten der Höl­le sie nie über­wäl­ti­gen wer­den, gilt für sie und für kei­ne ande­re.“ ((Bischof Fel­lay, „Inter­ven­ti­on fina­le“ wäh­rend dem XI. SiSi NoNo Kon­greß, am 6. Janu­ar 2013 in Paris, auf die Web­sei­te von DICI erschie­nen (https://www.dici.org/documents/quel-bilan-50-ans-aprà¨s‑Vatican-ii/).))  Man darf also von einer Kon­zils­kir­che spre­chen, um dadurch fest­zu­stel­len, daß es bei den Auto­ri­täts­trä­gern der Kir­che und bei einer erheb­li­chen Zahl der Gläu­bi­gen eine Ori­en­tie­rung oder einen der Kir­che frem­den Geist gibt, der für deren Gut ein Hin­der­nis ist.

Was den zwei­ten Vor­wurf angeht,

will Bischof Fel­lay sagen, daß uns der Glau­be und die Gna­de immer durch die Kir­che zukom­men, inso­fern die­se eben in unver­gäng­li­cher Wei­se eine gött­li­che Gesell­schaft bleibt, deren höch­stes Haupt nicht der Papst, son­dern Chri­stus ist. Nach­dem er die Tat­sa­che her­vor­ge­ho­ben hat, daß die katho­li­sche Kir­che die heu­ti­ge, gegen­wär­ti­ge und kon­kre­te Kir­che ist, fügt der Gene­ral­obe­re der Prie­ster­bru­der­schaft Sankt Pius X. hin­zu: „Aber schau­en Sie, die blo­ße Erwäh­nung
die­ser Gedan­ken wirft gro­ße Fra­gen auf: Wie kann so was gesche­hen? Wie kön­nen die­se Bischö­fe, die uns aller­lei Häre­si­en ver­kün­den, uns den Glau­ben geben? […] Es ist ein Glau­bensatz und es ist abso­lut gewiß, daß wir den Glau­ben und die Gna­de, daß wir jede ein­zel­ne Gna­de, die wir durch die Sakra­men­te emp­fan­gen, von der Kir­che emp­fan­gen. Und noch ein­mal, die­se Kir­che ist eine sehr kon­kre­te, machen wir nicht aus ihr eine rei­ne Abstrak­ti­on, sie ist real! Und wir gehö­ren dazu. Leben wir in die­ser Kir­che, so erhal­ten wir die­ses Leben aus dem Haupt der Kir­che, die­sem Haupt, das zuerst und vor allem unser Herr Jesus Chri­stus ist.“ Wie es der hoch­wür­di­ge Pater Cal­mel zurecht sag­te ((19 Roger-Tho­mas Cal­mel OP, „Anne­xe 3 : De l’Eglise et du pape“ in Brà¨ve apo­lo­gie pour l’Eglise de tou­jours, Ver­lag Dif­ra­li­v­re, 1987, S. 106–107.)): „Die Kir­che ist nicht der mysti­sche Leib des Pap­stes; die Kir­che mit dem Papst ist der mysti­sche Leib Chri­sti“. Ganz gleich, wel­che die Unzu­läng­lich­kei­ten des Pap­stes sei­en, die Kir­che ist immer Trä­ge­rin der Wahr­heit und der Gna­de. Wahr­heit und Gna­de sind uns also unauf­hör­lich durch Chri­stus gege­ben. Und trotz eines Pap­stes, der mehr oder weni­ger ein Hin­der­nis dar­an bil­den wür­de, kom­men sie uns zu durch die­je­ni­gen, die in der Kir­che der von Chri­stus erhal­te­nen Sen­dung treu blei­ben. So sind uns heu­te die Wahr­heit und die Gna­de gege­ben, nicht durch die Bru­der­schaft allein, d. h. wie durch eine eigen­stän­di­ge Kir­che, die sich für die katho­li­sche Kir­che hal­ten wür­de, son­dern durch die Bru­der­schaft, inso­fern sie ein gesun­der Teil in der ein­zi­gen katho­li­schen Kir­che geblie­ben ist. Bischof Fel­lay hat sogar beim
letz­ten „SiSi­No­No-Kon­gress“ dar­an erin­nert, sich auf die Wor­te des hl. Vin­zenz von Lérins stüt­zend: „Sie sind in einem Land, in einem Bis­tum, wo die Häre­sie sich plötz­lich ver­brei­tet. Was soll man da tun? Der hl. Vin­zenz von Lérins ant­wor­tet: es ist sehr ein­fach, man muß dem noch gesun­den Teil anhan­gen“ ((Frei­es Zitat nach Com­mo­ni­to­ri­um, 3,1 und 27,3.)) Glau­be und Gna­de kom­men uns also von der Kir­che durch die Bru­der­schaft. Und inso­fern sie uns nicht durch die­je­ni­gen kom­men, die wegen ihrer libe­ra­len und moder­ni­sti­schen Ideen dem Gut der Kir­che Hin­der­nis­se in den Weg legen, dür­fen wir von Kon­zils­kir­che spre­chen, um die­sen ver­dor­be­nen Teil der Kir­che zu bezeich­nen, der nicht mehr die Wahr­heit noch die Gna­de spen­det.

Schluß

Zwi­schen dem, was Bischof Fel­lay sagt und dem, was Erz­bi­schof Lef­eb­v­re gesagt hat, gibt es also kei­nen Wider­spruch. Es gibt nur eine sehr kom­ple­xe Wirk­lich­keit, von der man alle Aspek­te wahr­neh­men muß. Die Kir­che ist unver­gäng­lich; heu­te aber ist sie besetzt. Je nach Umstän­den kann man den einen oder den ande­ren die­ser bei­den Aspek­te her­vor­he­ben. Damals, als die Kri­se ange­fan­gen hat, hat Erz­bi­schof Lef­eb­v­re vor allem auf dem ersten Aspekt insi­stiert, da es damals galt, die Gläu­bi­gen zu war­nen. Heu­te fährt Bischof Fel­lay mit der War­nung vor den Gefah­ren fort; er hebt aber auch die Wirk­lich­keit und Unver­gäng­lich­keit der Kir­che her­vor, da wir es aus dem Auge ver­lie­ren und in der Pra­xis die Men­ta­li­tät einer ande­ren Kir­che ein­neh­men könn­ten, weil die Zeit ver­streicht.

Der Sophis­mus besteht dar­in, Teil­zi­ta­te anzu­füh­ren: aus den Wor­ten von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re nimmt man die star­ken Stel­len her­aus, wel­che die feind­li­che Unter­wan­de­rung brand­mar­ken; aus den Wor­ten von Bischof Fel­lay nimmt man die Stel­len aus, wel­che an die Unver­gäng­lich­keit der Kir­che erin­nern; und man stellt sie gegen­ein­an­der. Die­ses sub­ver­si­ve Ver­fah­ren baut grund­sätz­lich auf eine will­kür­li­che Wahl auf.

Das Kir­chen­recht von 1917 ver­ord­net Fol­gen­des ((Deut­sche Über­set­zung aus Gesetz­buch des kano­ni­schen Rech­tes – Erklä­rung der Kano­nes, von P. Heri­bert Jones O. M. Cap., Ver­lag Schö­ningh, Pader­born 1940, 3. Band, S. 490 und 504.)) :

Can. 2331, § 2: „Die­je­ni­gen, die sich ver­bün­den, um die Auto­ri­tät des Pap­stes, sei­nes Lega­ten sowie ihres eige­nen Ordi­na­ri­us zu unter­gra­ben oder gegen deren recht­mä­ßi­ge Befeh­le Wider­stand zu lei­sten, sol­len mit Zen­su­ren und ande­ren Stra­fen belegt wer­den. Han­delt es sich bei den Delin­quen­ten um Kle­ri­ker, so sol­len auch ihnen ihre Wür­den, Bene­fi­zi­en und ande­re Ämter genom­men wer­den. Kom­men aber Reli­gio­sen in Betracht, dann soll ihnen auch das akti­ve und pas­si­ve Stimm­recht sowie ihr etwai­ges Amt genom­men wer­den.“

Can. 2344: „Wer den Papst, einen Kar­di­nal, päpst­li­chen Lega­ten, römi­sche Kon­gre­ga­tio­nen und Gerichts­hö­fe oder deren höhe­re Beam­te sowie den eige­nen Ordi­na­ri­us in öffent­li­chen Zei­tun­gen, Pre­dig­ten oder Reden, Bro­schü­ren direkt oder indi­rekt beschimpft, soll vom Ordi­na­ri­us, wenn nötig durch Zen­su­ren, gezwun­gen wer­den, Genug­tu­ung zu lei­sten. Außer­dem kön­nen auch noch ande­re Stra­fen oder Bußen dem Delin­quen­ten auf­er­legt wer­den, wie dies der Grö­ße sei­ner Schuld ent­spricht und zur Wie­der­gut­ma­chung des gege­be­nen Ärger­nis­ses ange­bracht ist.“

Pater Glei­ze ist Dozent im Prie­ster­se­mi­nar von Ecà´ne. Bild: Eugà¨ne Charles Lou­is Bur­nand (1850–1921): „Die Apo­stel Petrus und Pau­lus am Mor­gen der Auf­er­ste­hung zum Gra­be eilend“ (1898, Paris, Musée d’Or­say).

62 Kommentare

  1. Der Vor­trag ist an sich inter­es­sant. Er löst jedoch kein Pro­blem, das ich habe, wenn ich z.B. das Vor­wort des Mit­tei­lungs­blat­tes vom Mai 2013 lese.
    (…)„Wir ver­lan­gen viel­leicht bes­ser ganz ein­fach, dass über die theo­re­ti­schen Pro­ble­me nicht zuviel dis­ku­tiert wer­de, dass man Fra­gen, die uns spal­ten, wie jene der Reli­gi­ons­frei­heit, dahin­ge­stellt sein las­se. Man ist nicht ver­pflich­tet, alle die­se Pro­ble­me sofort zu lösen.Die Zeit wird hier eher Klar­heit und Lösung brin­gen.“ (P. Schmid­ber­ger, S. 2).
    So, habe ich mich erbit­tert und auch trau­rig gefragt, ich habe offen­sicht­lich mona­te­lang an einem The­ma gear­bei­tet, gekämpft, ich bin mit mei­nen eige­nen, von der ‚Kon­zils­kir­che‘ ein­ge­bleu­ten libe­ra­len Ein­stel­lun­gen ins Gericht gegan­gen, um jetzt zu lesen, dass ich mir das auch hät­te spa­ren kön­nen. „Die Zeit wird hier eher Klar­heit und Lösung brin­gen.“
    Schwer­wie­gen­de dok­tri­nel­le Dif­fe­ren­zen wer­den also bei­sei­te gescho­ben, die Zeit wird sie klä­ren. Und ich bin so töricht, und ver­schwen­de Zeit und Ener­gien, um Erz­bi­schof Lef­eb­v­re zu ver­ste­hen, um mir nicht nur das her­aus zu picken aus sei­nem Werk, das mir liegt, z.B. wenn er über das Mess­op­fer spricht…
    Nicht, dass mit Rom ver­han­delt wird, ist mein Pro­blem. Dass man bereit ist zu ver­han­deln und zu einem Ergeb­nis zu kom­men, und die Lösung der „theo­re­ti­schen Pro­ble­me“ der Zeit über­las­sen will. Die Zeit löst kein Pro­blem, Pro­ble­me müs­sen Men­schen lösen. Und wenn sie es nicht tun, wer­den die theo­re­ti­schen Pro­ble­me der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren, sie wer­den ver­ges­sen wer­den. Und auf­ge­ge­ben von der FSSPX.
    Und ich hade­re: War­um bin ich gei­stig-geist­lich nicht bei der Petrus­bru­der­schaft geblie­ben. War­um muss­ten mir die Bücher von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re in die Hän­de fal­len, die ich eh falsch ver­ste­he, was das Ver­hält­nis zu Rom anbe­trifft.
    Man möge mir zu Hil­fe kom­men! Ich bit­te um die Stel­len, in denen der Erz­bi­schof dar­auf ver­zich­tet hat, dok­tri­nel­le Dif­fe­ren­zen anzu­pran­gern , um ein Abkom­men mit Rom zu errei­chen.

    • Zu Ihrem Hil­fe­ruf noch­mals : Mgr. Lef­eb­v­re HATTE 1988 ein Pro­to­koll mit Kar­di­nal Ratz­in­ger unter­fer­tigt, sei­ne Unter­schrift jedoch tags dar­auf zurück­ge­zo­gen, weil der Kar­di­nal ihn bezüg­lich eines ver­bind­li­chen Datums für die Bischofs­wei­he eines oder meh­re­rer Prie­ster sei­nes Ver­trau­ens hin­hielt und auch ein ent­spre­chen­des „Pro­fil“ für die Wei­he­kan­di­da­ten stell­te. DESHALB zog der Erz­bi­schof sei­ne Unter­schrift zurück; er hat­te nur eine Zusa­ge, jedoch weder den genau­en Wei­he­zeit­punkt („spä­te­stens bis…“) noch einen oder meh­re­re kon­kre­te Kan­di­da­ten „aus­ge­han­delt“ ! Kar­di­nal Ratz­in­ger hat­te den Erz­bi­schof wohl gel.… Mit dem frag­li­chen Pro­to­koll wäre NICHT EINE der „dok­tri­nel­len Dif­fe­ren­zen“ gelöst wor­den !

      • Hier ein Pro­to­koll­aus­zug:

        „2. We decla­re that we will accept the doc­tri­ne con­tai­ned in No. 25 of the Second Vati­can Council’s dog­ma­tic con­sti­tu­ti­on, „Lumen Gen­ti­um“ on the eccle­si­a­sti­cal magi­steri­um and the adhe­rence owed it.

        3. Regar­ding cer­tain points taught by the Second Vati­can Coun­cil or con­cer­ning sub­se­quent reforms of the lit­ur­gy and law which appe­ar dif­fi­cult to recon­ci­le with tra­di­ti­on, we com­mit our­sel­ves to a posi­ti­ve atti­tu­de of stu­dy and of com­mu­ni­ca­ti­on with the Apo­sto­lic See, avoiding all pole­mics.

        4. We decla­re moreo­ver that we will reco­gni­ze the vali­di­ty of the sacri­fice of the Mass and of the sacra­ments cele­bra­ted with the inten­ti­on of doing what the Church does and accord­ing to the rites in the typi­cal edi­ti­ons of the mis­sal and ritu­als of the sacra­ments pro­mul­ga­ted by Popes Paul VI and John Paul II.“

        Kann im Gan­zen nach­ge­le­sen wer­den, ver­se­hen mit über­flüs­si­gen Kom­men­ta­ren sei­tens Fr. Zuhls­dorf unter :

        http://wdtprs.com/blog/2006/07/may-1988-the-protocol-of-accord-lefebvre-ratzinger/

  2. So, wie die­ser Vor­trag gehal­ten ist, könn­te er auch von Don Nico­la Bux gehal­ten wor­den sein. Es ist der Ver­such eine „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ in die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. hin­ein­zu­tra­gen. Maß­geb­lich, und hier ist es beson­ders wich­tig, ist es, sich die offi­zi­el­le Doku­men­ta­ti­on über das Ver­hör vor der Kar­di­nals­kom­mi­si­on anzu­schau­en. Dort bezwei­felt der Erz­bi­schof zum Teil die Gül­tig­keit der Sakra­men­te in der Kon­zils­kir­che und steht zur Pra­xis der erneu­ten Firm­spen­dung, wenn er Zwei­fel an der Recht­gläu­big­keit und der Gna­den­wir­kung der Fir­mung hat. Ein Bruch mit der Ein­heit der Kir­che ist hier schon vor­han­den. Das ein­zi­ge, was er hier aus­schließt, ist der Sedis­va­kan­tis­mus. Die Sakra­men­ten­spen­dung als nicht­kirch­li­che Hand­lung, inso­fern sie nicht das tut, was sie immer getan hat (die Kir­che — s. Vin­zenz v. Lerins) gehört zu den tria vin­cu­la, die Fel­lay als bestehend ansieht. Hier gibt es eben auch die Leu­te der Rore-Sanc­ti­fi­ca-Bewe­gung, die (lei­der sedis­va­kan­ti­stisch) gewich­ti­ge Grün­de für die Ungül­tig­keit man­cher Sakra­men­te nach den NOL (Novi Ordi­nes Lit­ur­giae) anbrin­gen, etwa in bezug auf die Bischofs­wei­he, die Fir­mung und die Fei­er der Kinds­tau­fe, also jene Sakra­men­te, die ein cha­rak­ter inde­li­bi­lis ein­prä­gen (bei der Bischofs­wei­he han­delt es sich um die Voll­endung der Prie­ster­wei­he — vgl. Tho­mas v. Aquin th. III. 63. 3 c & ad 2 & 3; 4 sent. 4. 1. 1 ad 39). Und dazu gehört auch wohl S. E. Erz­bi­schof Mar­cel Lefebrve. War­um Eco­ne, Zaitz­ko­fen, Wino­na, Fla­vi­gny? Weil es kei­ne Kon­ti­nui­tät in der Prie­ster­wei­he gibt, die Prie­ster­wei­he und die Bischofs­wei­he öku­me­ni­stisch ver­wäs­sert wor­den sind. Wo die Kir­che nicht mehr SICHTBAR die Sakra­men­te gemäß des immer gül­ti­gen Glau­bens fei­ert, ist sie nicht mehr sicht­bar, dann SUBSISTIERT sie eben nur noch. (vgl. LG 8!). Und das ist dann die Kon­zils­kir­che, die sich­ba­re Kir­che ist eben nur noch in der FSSPX vor­han­den. Und genau das lehrt Mar­cel Lefebrve, die FSSPX bil­det das „eccle­sia sup­plet“ zur Kon­zils­kir­che

  3. Daß es eben eine rei­ne, auf­grund der apo­sto­li­schen Suk­zes­si­on juri­di­ka­le Kon­ti­mui­tät in der Kon­zils­kir­che gibt, da sich die Kir­che in bezug auf die Lit­ur­gie sich selbst die Mög­lich­keit gege­ben hat, die­se Lit­ur­gie in der SUBSTANZ zu ändern (Enz. „Media­tor Dei“ von Papst Pius XII iVm. SC 21 & 22 II.Concillium Vati­ca­num), kann man natür­lich die Gül­tig­keit der Lit­ur­gie anneh­men, muß sie aber nicht. Die Kon­zils­kir­che hat mut­wil­lig das vin­cu­lum ritui mit der Kir­che aller Zei­ten gebro­chen.
    Und wo nun ein­mal die „lex oran­di“ ver­las­sen wor­den ist, kann die „lex creden­di“ nicht unbe­scha­det blei­ben.
    Mas­sen­wei­se tre­ten die Jugend­li­chen aus der Kir­che sicht­bar aus, ver­las­sen Prie­ster ihre Her­de, die Bischö­fe ver­kün­den Häre­si­en (vgl. Zollitschs Ideen zur Frau­en­or­di­na­ti­on). Wo bleibt der „cha­rak­ter inde­li­bi­lis“? Es ist das Pro­blem, daß nicht erkannt wird, daß nicht etwa das Kon­zil Krank­hei­ten in die Kir­che hin­ein­ge­tra­gen hat (belieb­tes The­ma der Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker) son­dern die KRANKHEIT SELBST ist. Es ist in sei­ner Natur unzu­rei­chend, feh­ler­haft und­con­tra legem ruch­ge­führt wor­den. Es ist also eigent­lich eine ungül­ti­ge, nicht­kirch­li­che Hand­lung. Daß eben die Tra­di­ti­on wei­ter­exi­stiert bil­det das „eccle­sia sup­plet“. Die Natur der Kir­che besteht allei­ne in der FSSPX fort, nicht in der Kon­zils­kir­che, das muß S. E. Fel­lay doch ver­ste­hen. S. Eci. Wil­liam­son und Tis­sier de Mal­lerais hat­ten in bezug auf die Aus­wahl der Per­so­nen, die offi­zi­ell zum Dia­log mit Rom beauf­tragt wor­den sind, recht, sie gehö­ren zum Per­so­nen­kreis um den GREC, der Gene­ral­obe­re Fel­lay hat die­ses mit Absicht so gewollt. Und trotz­dem ist er geschei­tert, weil Rom sich so weit (auch und gera­de Papst Bene­dikt XVI:!!) von der Tra­di­ti­on ver­ab­schie­det hat­ten, daß sie die Tra­di­ti­on sogar als Fremd­kör­per in die Kir­che mein­ten ein­pflan­zen zu kön­nen mit dem Motu Pro­prio „Summorum Pon­ti­fi­cum“. Die Zulas­sung der Hei­li­gen Mes­se aller Zei­ten war KEIN Her­zens­an­lie­gen von Papst Bene­dikt XVI.

    • Sie soll­ten IHRE latent sedis­va­kan­ti­sti­sche Posi­tio­nen nicht nach­träg­lich Mgr. Lef­eb­v­re unter­schie­ben wol­len. Wie sehr jener römisch dach­te und folg­lich bereit war, zu gehen, geht aus dem Mai-Pro­to­koll her­vor, und das kei­ne 3 Jah­re vor sei­nem Tod.

      Wenn ich es rich­tig ver­ste­he, hat die Petrus­bru­der­schaft dies dann alles über­nom­men, frei­lich ohne Bischof noch mit Kom­mis­si­ons­ein­sitz.

      • Und war­um hat er sei­ne Unter­schrift dann kei­ne 24 Stun­den spä­ter zurück­ge­zo­gen? Die Grün­de sind alle in „Damit die Kir­che fort­be­stehe“ zu lesen!
        Ich ver­tre­te kei­nen laten­ten Sedis­va­kan­tis­mus. Ich habe mich davon schon mehr­fach distan­ziert!
        Und natür­lich dach­te er römisch, aber im Sin­ne der ROMA AETERNA!

  4. Selbst hoch­an­ge­se­he­ne Ver­tre­ter der „Una-Voce“-Bewegung und füh­ren­de Wis­sen­schaft­ler wie Heinz-Lothar Barth müs­sen sich jetzt Feh­ler in der Bewer­tung der Theo­lo­gie des Apo­sto­li­schen Stuhls ein­ge­ste­hen. Die­se Kri­tik exi­stiert zwar bis­lang nur in den sog. dog­ma­ti­schen Rand­ge­bie­ten wie die Escha­to­lo­gie (Stief­kind der heu­ti­gen Dog­ma­tik!), aber sie wird hof­fent­lich und endlcih auf die „zen­tra­len“ The­men der Dog­ma­tik über­grei­fen, wie die Ekkle­sio­lo­gie, die Gna­den­leh­re und die Sakra­men­ten­leh­re.

  5. Selt­sam, das immer das­sel­be Affen­thea­ter los­bricht und der Gene­ral­obe­re sei­ne Exzel­lenz Bischof Fel­lay, als auch dem Gene­ral­rat der FSSPX des Ver­ra­tes bezich­tigt wer­den, und das obwohl sei­ne Exzel­lenz als auch der Gene­ral­rat der FSSPX bis­her und mehr als nur ein­mal Bewie­sen haben, das sie nicht bereit sind auch nur einen Mil­li­me­ter von Gott dem Herrn, sei­ner Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che abzu­rücken um dafür de Judas­lohn kano­ni­schen Sta­tus ein­zu­fah­ren.

    Daher sind zumin­dest Cup­pa und Chri­stoph Rein in mei­nen Augen nichts ande­res als Sym­pa­tis­an­ten und Papa­gei Bischofs Wil­liam­son und lei­der auch Ver­rä­ter an der FSSPX, die die­ser nur schlech­tes wün­schen und dem­entspre­chend Wir­ken.

    Und hier der Link zu den dama­li­gen Doku­ment, das Gott dem Herrn sei es gedankt, sei­ne Exzel­lenz Erz­bi­schod Lef­eb­v­re die bereits gelei­ste­te Unter­schrift zurück­ge­zo­gen hat.
    http://www.fssp.org/de/protoc5mai.htm und ich kann im ver­link­ten Text kei­nen ein­zi­gen Hin­weis fin­den das zuerst die dog­ma­ti­schen Fra­gen zu klä­ren sei­nen.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

    • Wenn man den Ent­wurf der „prae­am­bu­la doc­tri­na­lis“ von S. E. Fel­lay mit dem Text von Don Nico­la Bux „Puor une Uni­on des Tra­di­tio­na­li­stes“ in Divi­ni­tas von 2008 ver­gleicht, fällt die fast wort­wört­li­che Über­ein­stim­mung auf. Es geht um die Fra­ge, was pas­siert, wenn einer der Bischö­fe aus­fällt, wie die FSSPX dann wei­ter­ge­führt wer­den kann. Ich weiß, daß die­ses die Sor­ge von S. E. Fel­lay immer gewe­sen ist und ist, und daß die­se Sor­ge natür­lich und berech­tigt ist. Er weiß, daß eine uner­laub­te Bischofs­wei­he die ent­spre­chen­den kano­ni­schen Fol­gen haben wird, und er weiß, daß es OHNE eine Eini­gung auch KEINE Bischofs­wei­hen geben kann.
      Der Unter­schied zu S. E. Richard Wil­liam­son ist, daß die­ser bereit ist, zu han­deln und eine mög­li­che Bischofs­kon­se­kra­ti­on durch­zu­füh­ren, um die FSSPX eben wei­ter­zu­füh­ren. Das ist das Pro­blem. Er (Wil­liam­son) und ich und vie­le ande­re stel­len sich natür­lich die Fra­gen: Wer wird die Prie­ster der FSSPX in 20 Jah­ren wei­hen, wer wird die Kin­der und Jugend­li­chen Fir­men, wer wird Kapel­len und Kir­chen wei­hen? Und wir sind eben von der Erkennt­nis gelei­tet, daß es in Rom aus STRUKTURELLEN kon­zils­be­ding­ten) Grün­den fast unmög­lich ist, eine kon­zils­kri­ti­sche Kurie samt glau­bens­treu­en Papst zu bekom­men, daß bis dahin das Elend in der Kir­che nicht besei­tigt ist — nach mensch­li­chem Ermes­sen.
      Wir wol­len GOTT eben nicht ver­su­chen und auf ein Wun­der hof­fen, wir sind uns eben der Mit­wir­kungs­pflicht am Heil eben­so bewußt, wie wir es sind über die uns durch Tau­fe und Fir­mung gege­ben Pflicht, das Evan­ge­li­um zu ver­kün­den, nach der Maß­ga­be unse­res kirch­li­chen Stan­des, und wir sind uns der Pflicht bewußt den GANZEN GLAUBEN zu beken­nen und zu ver­kün­den, das zu ver­kün­den was „die Eine, Hei­li­ge, Katho­li­sche und Apo­sto­li­sche Kir­che zu allen Zei­ten, über­all und durch alle“ (n. Vin­zenz von Lerins) geglaubt hat. Dar­um geht es, dar­um soll­te es auch dem Papst gehen.

    • Armin, ich wäre Ihnen sehr dank­bar, wenn Sie ande­ren und mir nicht immer wie­der unlau­te­re Moti­vé unster­stel­len wür­den. Ich ver­bit­te mir,als „Papa­gei von Bischof Wil­liam­son“ bezeich­net zu wer­den.
      Aber so ist lei­der die Aus­ein­an­der­set­zung. Es scheint nicht ohne Belei­di­gun­gen zu gehen.
      Und ich bin übri­gens nicht mehr bereit, Bischof Wil­liam­son als die Unper­son, die Ver­kör­pe­rung des Bösen, anzu­se­hen. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re muss gute Grün­de gehabt haben, ihn zum Bischof zu wei­hen.

      • War­um fällt hier immer wie­der der Name Williamson,wenn es um die FSSPX geht? Wis­sen vie­le noch nicht, das die­ser aus der FSSPX aus­ge­schloß­en wur­de? Er mag wohl Bischö­fe wei­hen, soll er, er hat ja nichts mehr mit der FSSPX zu tun (außer er wür­de reu­mü­tig zurück­keh­ren), daher liegt es sicher nicht an Wil­liam­son die FSSPX zu erhal­ten.

        Hat nun sei­ne Exzel­lenz Bischof Fel­lay und der Gene­ral­rat die Prä­am­bel unter­schrie­ben oder nicht? Und ja ich sehe es so, das genau die­je­ni­gen die der FSSPX nichts gutes Wün­schen den Gene­ral­obe­ren und den Gene­ral­rat Ver­rat vor­wer­fen, sel­ber ihrer­seits Ver­rat bege­hen. Ich wür­de die­se Ver­ste­hen, wenn es bereits gesche­hen wäre, und der Gene­rals­obe­re der FSSPX die Prä­am­bel unter­schrie­ben hät­te und bei der Ver­öf­fent­li­chung der Prä­am­bel, der hier so oft vor­ge­wor­fe­ne Ver­rat als rich­tig erkannt wer­den könn­te. So aber wird nur Unfrie­den und Unge­hor­sam gesäät und der ein­zi­ge der sich dar­über freut ist der aller­nied­rig­ste. Denn mit der FSSPX wird das Fun­da­ment der Hei­li­gen Tra­di­ti­on ver­un­glimpft und so geschwächt. Habt ihr den kein Ver­trau­en mehr ??

        Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

  6. (…) „Erz­bi­schof Lef­eb­v­re: ‚Wenn Sie sagen, daß sie nichts preis­ge­ge­ben haben, so ist das falsch. Sie haben die Mög­lich­keit preis­ge­ge­ben, Rom ent­ge­gen­zu­tre­ten. Sie kön­nen nichts mehr sagen. Sie müs­sen schwei­gen ange­sichts der Ver­gün­sti­gun­gen, die ihnen gewährt wor­den sind. Es ist ihnen nicht mehr mög­lich, die Irr­tü­mer der kon­zi­lia­ren Kir­che anzu­pran­gern…
    Bezüg­lich der Ideen schwen­ken sie ganz lang­sam um und enden schließ­lich bei der Aner­ken­nung der fal­schen Ideen des Kon­zils, nur weil Rom ihnen eini­ge Ver­gün­sti­gun­gen für die Tra­di­ti­on gewährt hat. Das ist eine sehr gefähr­li­che Situa­ti­on.“
    (Aus einem Inter­view vom 9. Dezem­ber 1990 in Sures­ne (Paris) )
    Mit „sie“ sind Dom Gérard und die Petrus­bru­der­schaft gemeint…
    Aus dem Inter­view ist belie­big zu zitie­ren, der Grund­te­nor ist gleich. Wich­tig ist, dass Mon­sei­gneur die Situa­ti­on als noch schlech­ter ansieht als sie zur Zeit der Abfas­sung des Pro­to­kolls vom 5. Mai 1988. Nach­zu­le­sen ist das Inter­view in „Damit die Kir­che fort­be­stehe, S. 916 — 925.
    Noch ein Schlüs­sel­satz: „Daher glau­be ich jetzt denen, die mir sagen:‚Sie müs­sen sich mit Rom ver­stän­di­gen“, sagen zu kön­nen, dass ich sogar wei­ter gegan­gen bin, als ich hät­te gehen dür­fen.“ S. 923.
    Die­ses Inter­view hat Erz­bi­schof Lef­eb­v­re weni­ge Mona­te vor sei­nem Tod gege­ben. Und ich soll im Ernst auf das Pro­to­koll ver­wie­sen wer­den von 1988, dass nie gül­tig gewor­den ist, weil Mon­sei­gneur tags dar­auf sei­ne Unter­schrift zurück­zog?
    Ich bin erschüt­tert, wie mit dem Erbe von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re umge­gan­gen wird. Es tut gera­de­zu weh…
    Und die FSSPX soll nach einem Abkom­men mit Rom frei­mü­tig die kon­zi­lia­re Kir­che kri­ti­sie­ren, ihre irr­tü­mer anpran­gern dür­fen? Sie ver­zich­tet ja jetzt schon im vor­aus­ei­len­den Gehor­sam weit­ge­hend dar­auf. Ich mei­ne aus­drück­lich ihre Lei­tung, nicht alle Patres in den Prio­ra­ten.

    • Und ich bin echt erschüt­tert, wie sie hier über die FSSPX , den drei Bischö­fen, Prie­stern, also den wah­ren Erbe sei­ner Exzel­lenz Erz­bi­schof Lef­eb­v­res schrei­ben. War­um sind sie vol­ler Haß gegen­über den Gene­ral­obe­ren und den Gene­ral­rat? Und es liegt nun an zu Bewei­sen dass der Ger­nal­obe­re den von ihnen so oft geäu­ßer­ten Ver­rat wahr­lich began­gen hat, oder die­ser die Prä­am­bel bereits unter­schrie­ben hat. Oder sind sie gar eine Ange­hö­ri­ge der Kon­zils­kir­che die hier nur Unfrie­den sää­en will und Spal­te­risch wir­ken will, weil eben die FSSPX der Kon­zils­kir­che im Wege steht?

      War­um ich auf die­se Fra­ge kom­me, denn sie haben ja sogar sei­ne Exzel­lenz Zollitsch ver­tei­digt der ja Frau­en wei­hen möch­te. Über das ein­zi­ge The­ma zu dem sie sich hier nega­tiv äußern ist nun ein­mal die FSSPX. Daher sind sie in mei­nen Augen ein TROLL der im Sin­ne der Kon­zils­kir­che, also den Fein­den Got­tes unse­res Herrn und der Kir­che wirkt.

      • cup­pa behaup­tet NICHT, daß Fel­lay irgend eine dok­tri­nä­re Prä­am­bel sei­tens Rom unter­zeich­net hat! Veri­ta­ti fide­lis esto!

      • Sehr geehr­te Cup­pa. Möch­te mich nun offi­zi­ell von mei­nen letz­ten Bei­trag und zwar für die­se mei­ne Wör­ter

        War­um ich auf die­se Fra­ge kom­me, denn sie haben ja sogar sei­ne Exzel­lenz Zollitsch ver­tei­digt der ja Frau­en wei­hen möch­te. Über das ein­zi­ge The­ma zu dem sie sich hier nega­tiv äußern ist nun ein­mal die FSSPX. Daher sind sie in mei­nen Augen ein TROLL der im Sin­ne der Kon­zils­kir­che, also den Fein­den Got­tes unse­res Herrn und der Kir­che wirkt.

        ent­schul­di­gen. Habe ihre Zei­len noch ein­mal genau­er durch­ge­le­sen und fest­stel­len müßen das ICH mich geirrt habe. Ent­schul­di­gung.

        Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

        • Ist schon gut, Armin. Ich wür­de mich freu­en, wenn Sie mir glau­ben könn­ten, dass ich auch die Lei­tung der FSSPX kei­nes­wegs has­se.

    • Abbe Glei­ze unter­liegt lei­der dem Irr­tum, daß die Tra­di­ti­on von Mar­cel Lefebrve und die Tra­di­ti­on von Fel­lay Iden­tisch sind. Ich bin jeden­falls erleich­tert, daß Rom der­zeit kein Inter­es­se an einem Abkom­men mit der FSSPX hat. Das steht nicht auf der „To-Do“-Liste von Papst Fran­zis­kus, schon gar nicht auf der Tages­ord­nung von EB Mül­ler.
      Wo man dann etwa endet, kann man im Heft „Domi­nus Nobis­cum“ der Lai­en­be­we­gung „Pro-Mis­sa-Triden­ti­na“ in der aktu­el­len Aus­ga­be lesen, wo dann ein Arti­kel des Ultra­mo­der­ni­sten Arnold Angen­endt zur Geschich­te der Lit­ur­gie in den höch­sten Tönen gelobt wird, ein Arti­kel, der von Heinz-Lothar Barth in der „Una-Voce-Kor­re­spon­denz“ 2012 suk­zes­si­ve aus wis­sen­schaft­li­chen Grün­den zer­ris­sen wird.
      Und auf die­sem Niveau befin­den sich alle „Quat­tu­or-abhinc“-, „Eccle­sia-Dei“- und „Summorum-Pon­ti­fi­cum“- Grup­pen. Die Kon­zils­kir­che ist schließ­lich wis­sen­schaft­lich auf einem ver­hee­ren­den Niveau ange­kom­men, sie rennt einem Main­stream nach dem ande­ren hin­ter­her, ver­paßt die­se und endet wie­der und wie­der in einer Sack­gas­se. Das hat Lefebrve eben erkannt und Fel­lay noch nicht. Wo ist noch scho­la­sti­sche Objek­ti­vi­tät vor­han­den, wo wird noch im Theo­lo­gie­stu­di­um auf das Erler­nen der LATEINISCHEN Spra­che, (der Spra­che der Kir­che!!!), die phi­lo­lo­gisch kor­rek­te Exege­se der Tex­te gedrängt. Das offi­zi­el­le Lehr­amt (und dazu gehört auch das Ordi­na­ri­ats­lehr­amt der Orts­bi­schö­fe!) hat die Kennt­nis der Grie­chi­schen Spra­che VOR die Kennt­nis der Latei­ni­schen gesetzt! Alles mit Segen des Pap­stes und des Kon­zils! Wo besteht dann Kon­ti­nui­tät? Wo wird noch die Latei­ni­sche Spra­che LEBENDIG im Theo­lo­gie­stu­di­um gelehrt. Nur noch in Zaitz­ko­fen (und nicht in Wigratz­bad!) Das ist die Lage der KONZILSKIRCHE nach den NOL und „Evan­ge­lii Nun­ti­an­di“ von Papst Paul VI! Die­ses Lehr­amt akzep­tie­ren? Omni­no non pos­sum!

      • Grie­chisch und Latei­nisch soll­ten nicht gegen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den — bei­de sind Spra­chen der Kir­che. Bei die­ser Gele­gen­heit sei dar­an erin­nert, daß das gute alte grie­chi­sche Κυριε ελεισον (Kyrie elei­son) am Anfang der Hei­li­gen Mes­se steht.

        Und wenn auch vie­les im offi­zi­el­len Lehr­amt schief­läuft, wenn die­ses das Grie­chi­sche vor das Latei­ni­sche setzt, hat es wenig­stens ein­mal recht. Denn tat­säch­lich geht das Grie­chi­sche dem Latei­ni­schen vor­an, als die Spra­che, in der Got­tes Offen­ba­rung schrift­lich über­lie­fert ist, und als Spra­che der Kir­che in den ersten Jahr­hun­der­ten.

        Aber es han­delt sich hier nicht nur um eine Fra­ge der Zeit. Eini­ge Stel­len der gött­li­chen Offen­ba­rung sind ohne Grie­chisch­kennt­nis­se ein­fach nicht voll­stän­dig ver­ständ­lich, wobei ich beson­ders an den Pro­log des Johan­nes­evan­ge­li­ums den­ke. Das deut­sche „Wort“ UND auch das latei­ni­sche „ver­bum“ sind aus­ge­spro­chen dürf­ti­ge, unvoll­stän­di­ge Über­set­zun­gen des grie­chi­schen „λογος“ (Logos), und soli­de Grie­chisch­kennt­nis­se dürf­ten vor so man­chem Unsinn in die­sem Zusam­men­hang bewahrt haben, den ich von Katho­li­ken und son­sti­gen Chri­sten hören oder lesen muß­te.

        Gute Grie­chisch­kennt­nis­se wür­den wohl auch vor eini­gen Miß­ver­ständ­nis­sen des Gro­ßen Glau­bens­be­kennt­nis­ses bewah­ren. Das deut­sche „ist Fleisch gewor­den“ ist doch eine ziem­lich unvoll­kom­me­ne Umschrei­bung des grie­chi­schen „σαρκωθεντα“ (sar­ko­then­ta), auch das latei­ni­sche „incar­na­tus est“ kommt mit dem Grie­chi­schen da nicht ganz mit, mehr aber noch gilt das für das deut­sche „ist Mensch gewor­den“ und das latei­ni­sche „homo fac­tus est“ gegen­über dem grie­chi­schen „ενανθρωπησαντα“ (enan­thro­pä­s­an­ta), wobei das Grie­chi­sche in einem Wort aus­drückt, was das Latei­ni­sche und das Deut­sche auch mit meh­re­ren Wör­tern nicht genau wie­der­ge­ben kön­nen.

        Was für das Grie­chi­sche in Tex­ten des frü­hen Chri­sten­tums gilt, gilt natür­lich eben­so für das Latei­ni­sche in Tex­ten des spä­te­ren (und heu­ti­gen) Chri­sten­tums.

        Des­halb noch­mals: bei­de sind Spra­chen der Kir­che.

        • Was die Grie­chi­sche Spra­che angeht, kön­nen Sie sicher sein, daß ich sie für eben­so wich­tig hal­te wie das Latei­ni­sche, da sie die Spra­che des Neu­en Testa­men­tes und der Sep­tu­ag­in­ta ist. Die gro­ßen Kir­chen­vä­ter der Grie­chi­schen wie Atha­na­si­us, Basi­li­os, die bei­den Gre­go­roi, Chryso­s­to­mos, etc…sie gehö­ren zum depo­si­tum theo­lo­giae eben­so wie Augu­sti­nus und Tho­mas v. Aquin. Ich wäre der letz­te, der die bei­den Lun­gen­flü­gel, oder bes­ser die bei­den Stimm­bän­der der Kir­che gegen­ein­an­der aus­spie­len wür­de. Das erzeugt sonst eine Kako­pho­nie in der Ver­kün­di­gung. Es ist das uni­ver­si­tä­re und lei­der auch kirch­li­che Lehr­amt der Orts­or­di­na­ri­en, die die­ses tut.
          Als ehe­ma­li­ger Stu­dent der bei­den Spra­chen Grie­chisch und Latein weiß ich, wie wich­tig die­se bei­den Spra­chen für die Kir­che sind. Die­ses Fak­tum ist lei­der in den mei­sten exege­ti­schen Semi­na­ri­en ver­lo­ren­ge­gan­gen. Dazu könn­te ich Roma­ne schrei­ben.
          Ich habe Nach­hil­fe in bei­den Spra­chen gege­ben und bemer­ke nur, daß die Anfor­de­run­gen an die Kennt­nis­se im Latei­ni­schen im Theo­lo­gie­stu­di­um bedeu­tend gerin­ger sind als im Grie­chi­schen. Hät­te die Kir­che Inter­es­se, die­sem Miß­stand abzu­hel­fen, so wür­de ich das begrü­ßen. aber das ist nicht in Sicht!

        • Sie haben das Hebräi­sche ver­ges­sen. Die­ses ist sogar die ursprüng­li­che Hei­li­ge Spra­che. Denn in ihr spricht Gott zuerst.

  7. Dan­ke für den her­aus­ra­gen­den und sehr inter­es­san­ten Arti­kel. Ich könn­te Erz­bi­schof Lef­eb­v­re nicht mehr fol­gen, wenn er tat­säch­lich die The­se ver­tre­ten hät­te, dass nun­mehr zwei Kir­chen exi­stie­ren und dass die FSSPX die Nach­fol­ge­rin der Kir­che Jesu Chri­sti ist. Das wäre eine schreck­li­che Anma­ßung und eine Häre­sie. Der Abfall in den Sediva­kan­tis­mus wäre dann die logi­sche Kon­se­quenz. Man muss die Span­nung aus­hal­ten, so wie es der Vor­trag von Hw. Pater Glei­ze beschreibt.

    • Ein bes­se­rer Text wären die bei­den Vor­trä­ge von DDR. Gre­go­ri­us Hes­se „Papst und Kir­che heu­te“ und „Der eigent­li­che Beginn des NOM“!

    • Jeder Arti­kel in die­sem Mai-Heft ist äußerst lesens­wert. Die Redak­ti­on und die Autoren geben die rich­ti­ge Ant­wort auf die gefähr­li­chen Extrem­po­si­tio­nen, die lei­der auch in die­sem Kom­men­tar­be­reich kur­sie­ren. Man sieht an den Schwe­stern von Bri­lon-Wald, wohin es führt, wenn man sich davon in die Irre lei­ten lässt: alles wird geschwächt, man selbst und auch die Bru­der­schaft, die doch der wich­tig­ste Garant dafür ist, das die hei­li­ge katho­li­sche und apo­sto­li­sche Kir­che in der EINEN Kir­che Jesu Chri­sti fort­be­stehe. Dafür muss man wei­ter kämp­fen und dabei den Schul­ter­schluss mit allen Kräf­ten der Tra­di­ti­on suchen.

  8. In einem Satz:

    Die eine hei­li­ge katho­li­sche und apo­sto­li­sche Kir­che ver­liert kein Jota an ihrer Hei­lig­keit ob der Ver­ge­hen / dem Ver­sa­gen ein­zel­ner ihrer Glie­der.

  9. Für mich war das nie ein The­ma, dass Erz­bi­schof Lef­eb­v­re von „zwei Kir­chen“ gespro­chen hät­te. Genau­so wenig, wie man leug­nen kann, dass zwi­schen der vor­kon­zi­lia­ren und der kon­zi­lia­ren Kir­che EIN BRUCH besteht. Die­sen Bruch leug­nen zu wol­len, ihn mit einer „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ zu ver­decken, gehört zum „lin­gu­isti­schen Wahn­sinn“ (Guisep­pe Siri) Es geht dabei nicht um Sprach­spie­le. Es geht dabei um die Fra­ge, ob Theo­lo­gen, Päp­ste, das Recht haben, mit der WAHRHEIT zu spie­len. Mit der von und durch Jesus Chri­stus geof­fen­bar­ten Wahr­heit, die der katho­li­schen Kir­che anver­traut ist, zu tak­tie­ren.

    Der Pre­digt- und Erzähl­stil des II: Vati­ka­nums ist HÄRETISCH. Men­schen sind grund­sätz­lich durch die Erb­sün­de geschwächt, auch der Papst. Die päpst­li­che Unfehl­bar­keit und die Unfehl­bar­keit der Kon­zi­li­en in Ein­heit mit dem Papst kann sich nur auf aus­drück­lich defi­nier­te Glau­bens­wahr­hei­ten bezie­hen, und sie bezieht sich nach der kirch­li­chen Leh­re auch nur dar­auf. Weil die­se grund­le­gen­de Glau­bens­wahr­heit durch das II. Vati­ka­num, auch durch die Kon­zils- und Nach­kon­zil­späp­ste, ver­zerrt wor­den ist, haben wir in der katho­li­schen Theo­lo­gie den Plu­ra­lis­mus, der vom pro­te­stan­ti­schen Plu­ra­lis­mus nicht mehr zu unter­schei­den ist. Sich mit die­ser „Kon­zils­kir­che“ zu eini­gen, bedeu­tet, die­sen nicht hin­nehm­ba­ren Zustand zu tole­rie­ren.
    Wenn sich die Glau­bens­wahr­hei­ten im geschicht­li­chen Ent­wick­lungs­pro­zess ändern, dann ist die Offen­ba­rung nicht mit dem Tod der Apo­stel abge­schlos­sen, dann gibt es kei­ne end­gül­tig geof­fen­bar­te Glau­bens­wahr­hei­ten.
    Letzt­lich geht es hier nicht um einen Ver­rat an Erz­bi­schof Lef­eb­v­re. Es geht um einen Ver­rat an dem Glau­ben an die Inkar­na­ti­on der Zwei­ten gött­li­chen Per­son, an Jesus Chri­stus. Die­sen Ver­rat zu bege­hen, war Erz­bi­schof Lef­eb­v­re nicht bereit. Das macht sei­ne Grö­ße aus, das hebt ihn her­aus aus dem unhalt­ba­ren Zustand, in dem sich die Kir­che befin­det.

  10. Ich bin nach die­sem Arti­kel zur „Kon­zils­kir­che“ doch etwas ver­wirrt. War­um muss ein geläu­fi­ger Begriff lan­ge und aus­führ­lich erklärt wer­den? An und für sich soll­ten Glau­bens­fra­gen — und dazu gehö­ren auch Begrif­fe — auch für den ein­fa­chen Men­schen ver­ständ­lich sein und soll­ten nicht immer neu inter­pre­tiert wer­den müs­sen.
    Jetzt in einem eige­nen Vor­trag mit vie­len Wor­ten fest­zu­stel­len und zu bewei­sen, dass der vom Erz­bi­schof gebrauch­te Begriff „Kon­zils­kir­che“ und das bewuss­te Nicht­ge­brau­chen des Begriffs durch Bischof Fel­lay, auf­grund der lan­ge ver­gan­ge­nen Zeit seit dem Kon­zil, das Glei­che sei, lässt mich nach­denk­lich wer­den. Lef­eb­v­re benutz­te den Begriff aus dem Grund, da er Rom durch die Anhän­ger des Kon­zils für besetzt hielt und er die­se nicht zur wah­ren, sicht­ba­ren Kir­che zähl­te.
    War­um müs­sen nach über 40 Jah­ren Kampf mit dem moder­ni­sti­schen Rom Begrif­fe neu inter­pre­tiert wer­den, wan­deln sich Begrif­fe so schnell, oder hat sich im Den­ken etwas geän­dert?

    (…) „Die­se Reden von der sicht­ba­ren Kir­che, wie sie Dom Gérard und Jean Mad­iran füh­ren, sind kin­disch. Es ist unfaß­bar, daß man bezüg­lich der kon­zi­lia­ren Kir­che, im Gegen­satz zur katho­li­schen Kir­che, von einer sicht­ba­ren Kir­che spre­chen kann. Wir ver­su­chen die katho­li­sche Kir­che zu reprä­sen­tie­ren und fort­zu­set­zen. Ich sage nicht, daß wir die katho­li­sche Kir­che sind. Das habe ich nie gesagt. Nie­mand kann mir vor­wer­fen, ich hät­te mich jemals als Papst betrach­ten wol­len. Aber wir reprä­sen­tie­ren die katho­li­sche Kir­che wirk­lich so, wie sie frü­her war. Wir set­zen das fort, was die katho­li­sche Kir­che alle­zeit voll­bracht hat. Gera­de dadurch haben wir die Kenn­zei­chen der sicht­ba­ren Kir­che – die Ein­heit, die Katho­li­zi­tät, die Apo­sto­li­zi­tät, die Hei­lig­keit. Das macht die sicht­ba­re Kir­che aus.“
    (Inter­view von S. E. Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re am 30. Juni 1989 in Ecône für die Zeit­schrift „„Fide­li­ter“)

  11. Es ist inter­es­sant fest­zu­stel­len, dass in der Bru­der­schaft die Abkom­mens­be­für­wor­ter immer einen „frü­he­ren“ Erz­bi­schof Lef­eb­v­re zitie­ren und die Geg­ner eines Abkom­mens einen eher „spä­te­ren“.

    Pater Schmid­ber­ger im Mai-Mit­tei­lungs­blatt: (…) „Als gewief­te Dia­lek­ti­ker spie­len sie eine Aus­sa­ge Erz­bi­schof Lef­eb­v­res gegen den heu­ti­gen Gene­ral­obe­ren aus oder grei­fen eines der Wor­te unse­res Grün­ders her­aus und las­sen die Gesamt­schau und die Gesamt­hal­tung die­ses gro­ßen Bischofs wäh­le­risch bei­sei­te. So stif­ten sie bei vie­len Gläu­bi­gen Unsi­cher­heit und Ver­wir­rung.“
    Weni­ge Zei­len wei­ter zitiert er den Erz­bi­schof aus einem Vor­trag von 1980(!).

    Am 19. April die­ses Jah­res wird auf pius.info der Leser „Über die Ver­hand­lun­gen mit Rom“ infor­miert. Dazu wird ein Vor­trag vom Erz­bi­schof aus dem Jah­re 1979 her­ge­nom­men.

    Wenn ich das aber mit den Aus­sa­gen des Grün­ders ver­glei­che, die er in den letz­ten Jah­ren sei­nes Lebens gemacht hat, dann bemer­ke ich doch einen Unter­schied. Er for­mu­liert dabei sehr scharf gegen­über Rom und spricht immer davon, dass er kein Ver­trau­en in die römi­schen Auto­ri­tä­ten hat.

    • Mir fällt auch auf, dass die Abkom­mens­be­für­wor­ter immer einen „frü­he­ren“ Erz­bi­schof zitie­ren. All­ge­mein ist es üblich, dass bei einem voll­ende­ten Lebens­werk, das sich in einer Ent­wick­lung befand, die Spät­pha­se maß­ge­bend ist.
      Die ent­schei­den­de Fra­ge wäre kon­kret: Hat sich die Situa­ti­on in Rom so posi­tiv ver­än­dert, dass die spä­ten Aus­sa­gen des Erz­bi­schofs was Rom anbe­trifft, histo­risch über­holt sind. Denn der „spä­te Erz­bi­schof Lef­eb­v­re“ sah kei­nen Sinn, mit dem „moder­ni­sti­schen Rom“ zu ver­han­deln. Im Gegen­teil, er hat davor gewarnt.
      Wür­den die Abkom­mens­be­für­wor­ter das nach­wei­sen kön­nen, wären die berech­tig­ten Sor­gen der Abkom­mens­skep­ti­ker gerin­ger. Doch das geschieht nicht. Und so blei­ben die Sor­gen der­je­ni­gen, die befürch­ten, bei einer Eini­gung mit Rom wer­den Kern­in­hal­te auf­ge­ge­ben, wei­ter bestehen.

  12. Das klingt alles nach einer klei­nen, fei­nen Dis­kus­si­on, die man irgend­wann als been­det anse­hen kann. Zumin­dest solan­ge man kei­nen Gedan­ken an den G.R.E.C. ver­schwen­det!

  13. Der Glei­ze-Vor­trag beginnt mit einer Klar­stel­lung, die von so man­chem Obe­ren­an­hän­ger bestrit­ten wird:

    Daß es näm­lich Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten in der Pius­bru­der­schaft gibt.

    Nun sind Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten unter meh­re­ren Men­schen durch­aus nor­mal und üblich; frag­lich ist aber, wie man mit Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten umgeht.

    Wer­den Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten offen, ehr­lich und auch mit Respek­tie­rung der ande­ren Mei­nun­gen aus­ge­tra­gen, ist das kein Pro­blem; so aber, wie der Gene­ral­obe­re und sei­ne Leu­te mit den Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten umge­hen, ist das ein Pro­blem, und zwar ein gra­vie­ren­des.

    Da wäre zunächst die man­geln­de Offen­heit des Gene­ral­hau­ses zu erwäh­nen. Bei allem Ver­ständ­nis dafür, daß Ver­hand­lun­gen einer gewis­sen Dis­kre­ti­on bedür­fen — Schlüs­sel­do­ku­men­te wie die vati­ka­ni­sche Prä­am­bel und die fel­lay­sche Dok­tri­nel­le Erklä­rung MÜSSEN VERÖFFENTLICHT wer­den, das ist man den übri­gen Bischö­fen, Prie­stern und auch den Gläu­bi­gen schul­dig. Es besteht auch kein Grund, der­ar­ti­ge Doku­men­te geheim­zu­hal­ten — wenn man es denn ehr­lich meint.

    Schlimm ist auch der Umgang von Gene­ral­obe­rem und ande­ren Obe­ren mit Anders­den­ken­den. Statt Mei­nun­gen ehr­lich und brü­der­lich aus­zu­tau­schen, wer­den ande­re Mei­nun­gen ver­bo­ten, und wer sich dar­an nicht hält, aus der Pius­bru­der­schaft aus­ge­schlos­sen. Das gilt übri­gens nicht nur für den einen aus­ge­sto­ße­nen Bischof und die inzwi­schen doch recht zahl­rei­chen Patres, das gilt auch für Lai­en. Mitt­ler­wei­le weiß ich von zwei Gläu­bi­gen, die ledig­lich wegen ande­rer Mei­nung zu den fel­lay­schen Annä­he­rungs­ver­su­chen an Rom Haus­ver­bot erhiel­ten, und zwar Haus­ver­bot aus­drück­lich auch für die Got­tes­dienst­zei­ten — was nun einem Sakra­men­ten­ver­bot gleich­kommt, denn wann sonst soll man die Sakra­men­te emp­fan­gen? Oh nein, man erteilt nicht direkt Exkom­mu­ni­ka­ti­on (wozu weder Gene­ral­obe­rer noch Distrik­t­o­be­re berech­tigt wären), man unter­bie­tet Anders­den­ken­den eben auf ande­rem Wege den Sakra­men­ten­emp­fang. Man sieht: die Gesprä­che Menz.-Rom fruch­ten, Menz. lernt von Rom

  14. Schlimm ist auch der Umgang von Gene­ral­obe­rem, ande­ren Obe­ren und deren Anhang mit der Wahr­heit. So wer­den Anders­den­ken­de als „Sedis­va­kan­ti­sten“ ver­leum­det, auch wenn die­se Anders­den­ken­de wie­der­holt gegen den Sedis­va­kan­tis­mus Stel­lung nah­men, und es wird Anders­den­ken­den unter­stellt, sich von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re abzu­set­zen, obwohl eben gera­de die­se Anders­den­ken­den dem Erz­bi­schof die Treue hal­ten und genau des­we­gen dem neu­en Kurs des Gene­ral­hau­ses wider­spre­chen.

    Und Gene­ral­obe­re­rer, ande­re Obe­re und deren Anhang scheu­en nicht ein­mal davor zurück, die Hal­tung Erz­bi­schof Lef­eb­v­res zu ver­fäl­schen, um eine eige­ne Nähe zum Erz­bi­schof vor­zu­täu­schen.

    So fin­det sich in dem Glei­ze-Vor­trag die Haar­spal­te­rei, „moder­ni­sti­sches Rom“ und „Rom der neo-moder­ni­sti­schen und neo-pro­te­stan­ti­schen Ten­denz“ sei­en nicht das Glei­che. Nun, das Glei­che sind sie tat­säch­lich nicht, die Rede von dem Rom der „neo-pro­te­stan­ti­schen Ten­denz“ ist aber eher noch schlim­mer als die Rede vom „nur“ moder­ni­sti­schen Rom. Jeden­falls gibt es im Text kei­ne Recht­fer­ti­gung zur Unter­stel­lung irgend­wel­cher unter­schied­li­cher Ebe­nen.

    *
    Glei­ze: “ Erz­bi­schof Lef­eb­v­re will nicht sagen, daß es zwei Rom oder zwei gänz­lich ent­ge­gen­ge­setz­ten Kir­chen gäbe, etwa wie zwei mysti­schen Lei­ber oder zwei Gesell­schaf­ten.“

    Nun, das gibt der zitier­te Text tat­säch­lich nicht her.

    *
    Glei­ze: “ Er will sagen, daß es Rom und die Kir­che gibt, der ein­zi­ge mysti­sche Leib Chri­sti, des­sen sicht­ba­res Haupt der Papst ist, der Bischof von Rom und Stel­le­ver­tre­ter Chri­sti.“

    Das gibt der zitier­te Text aber erst recht nicht her.

    *
    Hier holt sich Glei­ze etwas völ­lig aus der Luft, eine Aus­sa­ge, die in dem zitier­ten Text abso­lut nicht vor­han­den ist.

    Doch ist es klar, daß es tat­säch­lich nur ein Rom, eine von Gott ein­ge­setz­te Kir­che gibt. Das sieht Erz­bi­schof Lef­eb­v­re so, das sehen auch jene so, die sich gegen den neu­en Kurs Fel­lays aus­spre­chen. Doch meint Erz­bi­schof Lef­eb­v­re mit „Rom“ etwas ande­res.

  15. „Rom“ ist eben tat­säch­lich nicht nur ein Ding, „Rom“ besteht „sach­lich-mate­ri­ell“ aus Papst und den ande­ren Kuri­en­an­ge­hö­ri­gen, unter „Rom“ läßt sich aber auch noch etwas ande­res ver­ste­hen: Näm­lich die von die­sen Men­schen aus­ge­hen­den Aus­sa­gen zum Chri­sten­tum, und zwar die Aus­sa­gen aller Jahr­hun­der­te.

    Und wenn Erz­bi­schof Lef­eb­v­re von den bei­den „Rom“ sprach, dann mein­te er das genau in dem letzt­er­wähn­ten Sin­ne. Da gibt es nun tat­säch­lich zwei­mal „Rom“, näm­lich das Rom mit sei­nen Leh­ren VOR dem Kon­zil und das Rom mit sei­nen Leh­ren seit dem Kon­zil.

    Es ist ein­fach unred­lich, unter Hin­weis auf das eine „mate­ri­el­le“ Rom eine Nähe zwi­schen Erz­bi­schof und der­zei­ti­gem Gene­ral­obe­ren zu unter­stel­len, die es ein­fach nicht gibt. Lei­der hat sich der der­zei­ti­ge Gene­ral­obe­re der Pius­bru­der­schaft mei­len­weit von ihrem Grün­der ent­fernt. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re sah den Unter­schied zwi­schen dem vor­kon­zi­lia­ren und dem kon­zi­li­ar-/nach­kon­zi­la­ren Rom deut­lich und ver­hielt sich ent­spre­chend, wäh­rend der der­zei­ti­ge Gene­ral­obe­re die­sen Unter­schied mehr und mehr zu ver­wi­schen ver­sucht, eben indem er unter ande­rem das Wort „Rom“ in ande­rem Sin­ne ver­wen­det als Erz­bi­schof Lef­eb­v­re in sei­nen Aus­sa­gen über die bei­den Rom. Das aber ist schon eine Art Eti­ket­ten­schwin­del, und das bewußt.

  16. Es soll­te jeder­mann klar sein, daß nach Erz­bi­schof Lefebrve die Roma Aeter­na eben nur noch in der FSSPX besteht, daß SIE das „eccle­sia sup­plet“ zu allen kon­zi­lia­ren und nach­kon­zi­lia­ren Wir­run­gen und Irr­tü­mern der Kir­che dar­stellt. Die „Ope­ra­ti­on Über­le­ben“ hat er nur des­halb gestar­tet, „damit die Kir­che fort­be­stehe“, und nicht damit die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. fort­be­steht. 25 Jah­re ist es her, fast auf den Tag, daß sich Erz­bi­schof Lefebrve auf den heik­len Tanz ein­ge­las­sen hat, aber SELBST den Tanz been­det hat, indem er die Unter­schrift unter die Selbst­zer­stö­rung der Kir­che zurück­ge­zo­gen hat. Da ist theo­lo­gisch eine ganz ande­re Wich­tung dahin­ter. Ich fra­ge daher: Wür­de S. E. Berard Fel­lay es unter­neh­men, Bischö­fe zu wei­hen, wenn er merkt, daß die FSSPX einen Bischof braucht? Von S. E. Wil­liam­son weiß man es. Er ist für die­sen Gedan­ken aus­ge­schlos­sen worden.Und das ist ein theo­lo­gisch-dok­tri­na­ler Vor­gang, da jede con­se­cra­tio epi­scopi ein Akt der apo­sto­li­schen Suk­zes­si­on wäre, der GÜLTIG wäre. Wenn S. E. ber­nard fel­lay wirk­lich dar­an liegt, daß die Kir­che fort­be­steht, so soll­te er den Weih­bi­schof able­gen und als Ordi­na­ri­us der FSSPX (als Gene­ral­obe­rer ist er es!) Bischof sein. Wenn S. E. Wil­liam­son sich dazu ent­schließt (wonach es lei­der aus­sieht) die FSSPX-SO zu grün­den, so wird er sich ohne wei­te­res als Bischof und nicht mehr als Weih­bi­schof sehen.
    Den Mut von Richard Wil­liam­son mit sei­ner Klug­heit und sei­ner Mäßi­gung gepaart, könn­te S.E. Fel­lay der FSSPX die Kraft geben, Rom im schlimm­sten Fal­le zu über­neh­men. Er soll­te es wis­sen, es liegt an IHM, „daß die Kir­che fort­be­stehe“
    Roma, Roma con­ver­te­re ad DOMINUM DEUM TUUM!

    • Ich gehe mit Ihnen, wenn Sie sagen, dass „die Roma Aeter­na“, also inhalt­lich das, was immer und über­all geglaubt wur­de, in der FSSPX fort­be­steht und von ihr bewahrt wird. Das zieht doch aber nicht die logi­sche Kon­se­quenz nach sich, dass die FSSPX des­halb das eigent­li­che Rom wäre oder Rom von der FSSPX über­nom­men wer­den müss­te. Das ist doch Wahn­sinn! Nein, Gott hat die FSSPX ins Leben geru­fen, sie durch einen 40jährigen Wüsten­zug gegen alle Anfein­dun­gen erhal­ten und gegen alle Wider­stän­de gedei­hen las­sen, damit sie, wenn ihre Stun­de kommt, als Sauer­teig in das Ewi­ge Rom hin­ein­wir­ke, sie das schaal gewor­de­ne Salz wie­der sal­zig mache, sie der geschän­de­ten Braut Chri­sti wie­der die Hoch­zeits­ge­wän­der anle­gen hel­fe. Das ist der Dienst, den die treu­en Knech­te der unter die Räu­ber gefal­le­nen Braut Chri­sti zu erwei­sen haben. Was dann der „Lohn“ für die­sen Dienst ist, ob es ein­mal einen Papst und eine gro­ße Anzahl von Kar­di­nä­len aus den Rei­hen der FSSPX geben wird, das bleibt Gott anheim­ge­stellt. Nun, die Stun­de kam, sie kam über­ra­schend, mit­ten in fin­ster­ster Kon­zils­nacht. Aber Gott fand sei­ne Die­ner schla­fend, man hat­te kein Öl für die Lam­pen bei der Hand! Die gro­ße Chan­ce zu die­sem Lie­bes­dienst an der Braut Chri­sti wur­de aus Miss­trau­en und Unei­nig­keit und wegen einer Inter­view-Bom­be ver­tan. Der Wind hat sich nun gedreht, der Früh­ling scheint wie eine Fata Mor­ga­na ins Nichts zer­ron­nen, die Wüste kehrt zurück, wir alle müs­sen zunächst wei­ter lei­den und opfern, damit Gott uns das Ver­sa­gen ver­ge­ben möge und uns in sei­nem Erbar­men viel­leicht eine zwei­te Chan­ce schenkt.

      • Wann kommt die Stun­de, wann kann sie ein­zie­hen,? Wenn Rom in Trüm­mern liegt, das Papst­tum sich abge­schafft hat? Es ist das Kon­zil, das seit 50 jah­ren die Kir­che in der Wüste ste­hen hat las­sen, bes­ser als Sün­den­bock in die Wüste der Welt­ge­schich­te geschickt hat, weil sie ja bis dahin kei­ne Reli­gi­ons­frei­heit, kei­nen Libe­ra­lis­mus, kei­nen Imma­nen­tis­mus, kei­nen Pro­te­stan­tis­mus und schon gar kei­nen Pro­gres­sis­mus und Moder­nis­mus ver­tre­ten hat, mit­samt den Exazer­ba­tio­nen von Nazis­mus und Kom­mu­nis­mus. Das Aggior­na­men­to war das Ins-Exil-Gehen der Kir­che.
        Tis­sier de mal­lerais hat­te recht als er 2008 sag­te: „Wir sind dazu da, daß sich Rom bekehrt und das Kon­zil auf­gibt. Solan­ge jemand in Rom das Kon­zil ver­tei­digt, haben wir in Rom nichts zu suchen“ Und das machen die Päp­ste in einer gleich­sam selbst­zer­stö­re­ri­schen Wei­se. Die tho­mi­sti­schen Kate­go­rien besa­gen, daß eben die Kir­che im Moment MATERIELL abge­fal­len ist — nicht FORMAL, weil es eben inner­halb der Kir­che die Nicht-Abge­fal­le­nen der FSSPX gibt. So ist das. Die FSSPX IST das „Eccle­sia sup­plet“

  17. „Wir wol­len weder libe­ral noch moder­ni­stisch sein, aber auch nicht schis­ma­tisch, son­dern katho­lisch — mit der gesam­ten Leh­re der Kir­che, mit der hei­li­gen Mes­se aller Zei­ten und mit der Spi­ri­tua­li­tät der Hei­li­gen, aus einem Gruss. Dabei arbei­ten wir an der Rück­kehr der Hier­ar­chie zur 2000-jäh­ri­gen Tra­di­ti­on, wie wir an der Bekeh­rung eines Freun­des arbei­ten wür­den: mit Prin­zi­pi­en­treue, Zähig­keit, Mil­de und Sanft­mut.“ (P. Schmid­ber­ger, Mit­tei­lungs­blatt Mai 2013, S. 3).
    Ich gehe davon aus, dass P. Schmid­ber­ger als deut­scher Distrik­t­o­be­rer hier auch die Linie des Gene­ral­obe­ren und sei­ner bei­den Ass­si­sten­ten authen­tisch wie­der­gibt.
    (…) „Das ist eine voll­kom­me­ne Illu­si­on. Nicht die Unter­ge­be­nen for­men die Vor­ge­setz­ten, son­dern die Vor­ge­setz­ten for­men die Unter­ge­be­nen. In die­ser gan­zen römi­schen Kurie, unter all den Bischö­fen der Welt, die Pro­gres­si­sten sind, wäre ich völ­lig unter­ge­gan­gen. Ich hät­te nichts aus­rich­ten kön­nen, noch hät­te ich es ver­mocht, die Gläu­bi­gen und die Semi­na­ri­sten zu schüt­zen.“ Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, zitiert nach der Bio­gra­phie von Ber­nard Tis­sier de Mal­lerais, S. 605.
    Davon abge­se­hen, dass es nach mei­ner Über­zeu­gung gegen jede Lebens­er­fah­rung spricht, dass die Lei­tung der FSSPX die über­mäch­ti­gen, zahl­rei­chen Geg­ner mit Sanft­mut und Mil­de über­zeu­gen kann, liegt der Kurs­wech­sel gegen­über dem Grün­der offen vor Augen. Der Weg führt ziel­stre­big in Rich­tung Eccle­sia-Dei-Gemein­schaft. Die Gewäh­rung eines von Rom abhän­gi­gen Bischofs ändert dar­an nichts.
    Noch ist es nicht so weit. Aber der Kurs­wech­sel ist ein­deu­tig. Irgend­wann wird Bischof Wil­liam­son Bischö­fe wei­hen müs­sen. Ich habe mich bis­her gegen die­se Vor­stel­lung gesträubt, sie war mir uner­träg­lich. Doch wenn es kei­ne ande­re Wahl gibt, DAMIT DIE KIRCHE FORTBESTEHE, muss es wohl sein.

    • Sie offen­ba­ren sich immer mehr als das, was Sie in Wahr­heit sind: das Sprach­rohr, die Schreib­fe­der von Exzel­lenz Wil­liam­son.

      • @hicesthodie:

        Um hier Ihren Sprach­duk­tus zu über­neh­men: Sie offen­ba­ren sich immer mehr: anstatt sach­lich Stel­lung zu neh­men Anders­den­ken­de dis­kre­di­tie­ren.

        Man muß nun wirk­lich kein Sprach­rohr Bischof Wil­liam­sons sein, um den Ver­rat des der­zei­ti­gen Gene­ral­obe­ren an dem Grün­der der Prie­ster­bru­der­schaft zu erken­nen. Schon die Lek­tü­re der Dok­tri­nel­len Erklä­rung die­ses Gene­ral­obe­ren genügt dazu.

  18. Nach­trag: Mei­nem Zitat ging vor­an: „Von wel­cher Kir­che ist da die Rede? Wenn es die Kon­zils­kir­che ist, dann wäre es not­wen­dig, daß wir, die wir seit zwan­zig Jah­ren gegen sie gekämpft haben, weil wir eine katho­li­sche Kir­che haben wol­len, in die­se Kon­zils­kir­che ein­tre­ten, um sie sozu­sa­gen katho­lisch zu machen. Das ist eine voll­kom­me­ne Illu­si­on…“ wei­ter s. o.

  19. Um zu zei­gen, wie schnell es geht sei­ne Über­zeu­gun­gen auf­zu­ge­ben und plötz­lich eine ganz ande­re Mei­nung zu ver­tre­ten, ein kur­zer Aus­zug aus dem lesens­wer­ten Inter­view von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re zum 20-jäh­ri­gen Bestehen der Prie­ster­bru­der­schaft.

    „Mit einem Schlag gibt man den wah­ren Kampf auf und ver­ei­nigt sich mit den Zer­stö­rern unter dem Vor­wand, daß sie eini­ge Pri­vi­le­gi­en zuge­ste­hen. Das ist nicht ver­tret­bar.
    Prak­tisch haben sie den Kampf um den Glau­ben auf­ge­ge­ben. Sie kön­nen Rom nicht mehr ent­ge­gen­tre­ten.
    Auch Pater de Bligniére hat so gehan­delt. Er hat sich voll­kom­men umge­stellt. Ein gan­zes Buch über die Ver­ur­tei­lung der Reli­gi­ons­frei­heit hat­te er ver­faßt. Jetzt schreibt er zugun­sten der Reli­gi­ons­frei­heit. Das kann man nicht mehr ernst neh­men. Die­se Men­schen haben in der Fra­ge der Leh­re nichts ver­stan­den. Man kann auf die­se Men­schen nicht mehr zäh­len.“

  20. War­um macht man sich hier so vie­le Sor­gen um die Zukunft der Pius­bru­der­schaft
    und mischt sich in deren inter­ne Aus­ein­an­der­set­zun­gen ein ?

    Es gibt inner­halb der Kir­che auch Orden, wel­che sich für die Wahr­heit und den wah­ren
    Glau­ben ein­set­zen.
    Als ein­fa­cher Gläu­bi­ger und Mit­glied der ein­zi­gen Kir­che unse­res Herrn kann man
    auch einen glau­bens­treu­en Orden in der Kir­che unter­stüt­zen.

    • Bit­te nen­nen Sie doch eini­ge Orden, die sich noch für den wah­ren Glau­ben, so wie die Tra­di­ti­on ihn über­lie­fert, ein­set­zen.

      Ich suche schon lan­ge einen Orden, an den ich mich als Oplatin/Terziarin anschlie­ßen kann. Ich fin­de kei­nen in Deutsch­land.

      • Übri­gens sind die Jesui­ten sehr gute Katho­li­ken. Einer der ihren ist sogar Papst!

        • Die moder­nen Jesui­ten lei­der nicht mehr, Vin­cen­ti­nus.
          Mit Aus­nah­me eines klei­nen Ordens, wel­cher noch bzw.
          wie­der die wah­re jesui­ti­sche Spi­ri­tua­li­tät pfegt.

          • Ich ken­ne hin­rei­chend treue und gute Jesui­ten. Die­se Pau­scha­li­sie­rung kann ich nicht unter­schrei­ben.

  21. Wenn Sie unse­re Hl. Kir­che ken­nen, wis­sen Sie auch, wel­che Orden
    da in Fra­ge kom­men. Einer wur­de hier vor kur­zer Zeit beschrie­ben.
    Lei­der haben Sie recht damit, dass hier in die­sem Land und ins­ge­samt
    im „deutsch­spra­chi­gen Gebiet“ wenig besteht, Eini­ges dage­gen in
    Afri­ka und Süd-Indi­en.
    Die Schwe­stern und Brü­der in Afri­ka ste­hen mir näher, als der
    „Neu­hei­de“ von neben­an und auch die eng­li­sche Spra­che ver­bin­det
    uns welt­weit.

  22. Papst Bene­dikt XVI. hat die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. nicht beson­ders geschätzt. Er hat zwar S. E. Erz­bi­schof Mar­cel Lefebrve einen „Gro­ßen Mann der Uni­ver­sa­len Kir­che“ genannt hat, aber sein Han­deln und Den­ken von Anfang an, seit Kon­zils­zei­ten miß­bil­ligt. Es war die schie­re Wich­tig­keit sei­ner Auf­ga­be als Päpst­li­cher Legat ihm fran­zö­sisch­spra­chi­gen Afri­ka, die Ihm (Bene­dikt XVI.) Respekt abge­nö­tigt hat.

    Wenn er sich so für die Tra­di­ti­on (unter Kon­zils­vor­zei­chen natür­lich) ein­ge­setzt hat, so fra­ge ich mich, war­um er es nicht ver­mocht hat, wäh­rend sei­ner Mün­che­ner Zeit ein bischöf­li­chen Indult für die Zele­bra­ti­on nach dem Mis­sa­le Roma­num von 1962 zu errei­chen. Eben­so konn­te (und kann) er nicht erklä­ren, war­um die Exkom­mu­ni­ka­ti­on der Bischö­fe 1988 gerecht­fer­tigt war und die Gna­de für sei­nen Kol­le­gen Küng gerecht­fer­tigt war. sich auf das Kir­chen­recht zu stüt­zen, ist in die­sem Ver­gleich nicht hilf­reich.

  23. Jan, die mei­sten, die heu­te in eine Kapel­le der FSSPX gehen, ent­schei­den sich nicht dafür, als gin­ge man in die Kapel­le irgend­ei­nes katho­li­schen Ordens.
    Ich wür­de mich jeden­falls nicht befugt sehen, eine sol­che Ent­schei­dung zu tref­fen, wenn ich nur sol­che Grün­de hät­te. Die Grün­de müs­sen schwer­wie­gen­der sein, und sie sind es. Denn die FSSPX ist kir­chen­recht­lich nicht aner­kennt, und trotz­dem fah­re ich in ihre Kapel­le.
    Weil ich über­zeugt bin, dass sich der katho­li­sche Glau­be im vol­len Sin­ne nur noch in der FSSPX erhal­ten hat, dass sich der Glau­be in der ‚Groß­kir­che‘ ver­än­dert hat mit dem II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil. Dass Erz­bi­schof Lef­eb­v­re das rich­tig gese­hen hat.
    Des­we­gen sind die Debat­ten teil­wei­se so hit­zig. Weil sie grund­sätz­lich sind. Wenn ich nicht davon über­zeugt wäre, dass der Weg, den Erz­bi­schof Lef­eb­v­re ein­schla­gen muss­te, rich­tig war, ich müss­te mir das Recht abspre­chen, eine sol­che Ent­schei­dung zu tref­fen.
    Lei­der wird immer wie­der der Ein­druck erweckt, als gin­ge es bei der Aus­ein­an­der­set­zung ledig­lich dar­um, sich gegen die Lei­tung auf­zu­leh­nen, als gin­ge es um Vor­lie­ben für bestimm­te Per­so­nen oder um Ableh­nung.
    Man mag das unter­stel­len. Aber es ent­spricht nicht der Wahr­heit.
    Für Außen­ste­hen­de ist das wahr­schein­lich kaum nach­voll­zieh­bar. Den­noch mei­ne ich, dass es gesagt wer­den soll­te.

  24. Cup­pa, so ist es, für Aussen­ste­hen­de ist die gan­ze Dis­kus­si­on nicht nach­voll­zieh­bar.

    Aber der Hl. Atha­na­si­us zu sei­ner Zeit und über 1000 Jah­re spä­ter der Hl. Petrus
    Cani­si­us die Irr­leh­ren dadurch erfolg­reich bekämpft, indem sie eine
    Art Par­al­lel­kir­che auf­bau­ten? Sie haben in der Kir­che, ver­folgt von den Irr­leh­rern,
    erfolg­reich die Wahr­heit zum Erfolg geführt.
    Jeder glau­bens­treue Katho­lik erkennt den mensch­lich gese­hen fast aus­weg­lo­sen,
    kata­stro­pha­len Nie­der­gang von Kir­che und Gesell­schaft.

    Man kann nur noch auf ein direk­tes Ein­grei­fen des Herrn hof­fen.
    Unse­re aller­se­lig­ste Mut­ter berei­tet ihm bereits den Weg, wie bei sei­ner ersten Ankunft.
    Ihr unbe­flek­tes Herz wird tri­um­phie­ren.
    Wir kön­nen nur noch nie­der­knien und den Rosen­kranz betrach­tend beten.

    • Stimmt, es tut einem als Außen­ste­hen­dem (der gera­de mal beginnt, die Ent­wick­lun­gen, Zusam­men­hän­ge & Moti­ve, die in den letz­ten Jahr­zehn­ten eine so gro­ße, so völ­lig destruk­ti­ve Rol­le spiel­ten, wenig­stens schon mal … „zu erah­nen“) schon ein biß­chen weh, zu sehen, wie die — im Ver­hält­nis zum Gan­zen — (lei­der noch) eher klei­ne (und — in tie­fer Lie­be zu der einen Kir­che aller Zei­ten — sehr tap­fe­re, gera­de weil ihnen der Wind, nein, der Orkan „in Kir­che und Mehr­heits­ge­sell­schaft“ so der­ma­ßen hef­tig „ins Gesicht bläst“), wie also die­se Grup­pe der tra­di­ti­ons­treu­en Katho­li­ken (scheint’s, zum Teil?) auch immer mehr in Spal­tung gerät (wobei die­se Debat­te schon ver­ständ­lich ist …), so wie die „gro­ße Kir­che“ selbst … — das ist schon schmerz­lich, auch & gera­de für die gan­ze Kir­che; für die­je­ni­gen, die … vlt. ein biß­chen mehr Ori­en­tie­rung und siche­ren Halt gera­de da suchen, wo ihn die „gro­ße Kir­che“ nicht mehr geben kann (und offen­sicht­lich auch nicht mehr geben will); aber ich hof­fe und glau­be auch, daß der­je­ni­gen immer mehr wer­den, die sich trau­en, ihren *eige­nen* Ver­stand zu gebrau­chen, die sich (unab­hän­gig!) infor­mie­ren und wirk­lich ver­ste­hen wol­len, „was da eigent­lich wirk­lich gelau­fen ist und gespielt wur­de“ wäh­rend des Kon­zils (aber auch schon davor), und in der Zeit danach — bis heu­te; die sich eben nicht mehr von den ‚(auch „groß-kirch­li­chen“) main stream media‘ voll­blub­bern und ihre „Mei­nung“ bestim­men, d.h. dik­tie­ren las­sen wol­len; es müß­te eine rich­ti­ge — öffent­lich sicht­ba­re, selbst­be­wuß­te, glaub­wür­di­ge, intel­li­gen­te, infor­mier­te, gei­stig „wohl­ge­rü­ste­te“ & der einen, ewi­gen Wahr­heit ver­pflich­te­te, „unbe­que­me“, star­ke, muti­ge & auch koor­di­nier­te — ‚Bewe­gung des Wider­stands‘ dar­aus wer­den, die nicht mehr bereit ist, sich popu­li­stisch dif­fa­mie­ren, dis­kri­mi­nie­ren und „an den ‚rech­ten Rand‘ “ stel­len zu las­sen — ‚viri­bus uni­tis‘, wie der (von ’sei­nen Völ­kern‘ lei­der auch nicht ver­stan­de­ne) Wahl­spruch Kai­ser Franz Josephs I. einst lau­te­te …

    • … aber ich habe bei Begrif­fen wie „gro­ße Kir­che“, „Kon­zils­kir­che“ (ja sogar eine Selbst­be­zeich­nung, Benelli/Staatssekretariat gebrauch­te den Begriff ja mal in einem Brief an Erz­bi­schof Lef­eb­v­re — der ihn dann nur kon­se­quen­ter­wei­se auf­griff …), arge „Bauch­schmer­zen“ und leh­ne das Reden von „zwei Kir­chen“ & die­se „Her­me­neu­tik der Dis­kon­ti­nui­tät“ eigent­lich zutiefst ab, wie (glau­be) auch hicest­ho­die. — Das KANN allen­falls eine ‚façon de par­ler‘ sein — und IST tat­säch­lich ein rie­sen­gro­ßes Pro­blem, auch für die Glaub­wür­dig­keit der EINEN Kir­che, ein mas­si­ves ‚Ärger­nis‘ … — wie kann das sein? — So muß ich mir von einem (pro­te­stan­ti­schen) Freund (lei­der nur zu berech­tig­te) Frot­ze­lei­en dar­über anhö­ren, wel­ches Eucha­ri­stie­ver­ständ­nis wir denn nun eigent­lich hät­ten? Etwa mit dem Hin­weis auf bestimm­te „durch­ge­styl­te Kir­chen­tags­lit­ur­gien“, die kaum mehr eine Andeu­tung von Gefühl für die sub­stan­ti­el­le, wirk­li­che Gegen­wart Chri­sti erken­nen las­sen, u.v.m. — wie steh ich jetzt da? Gestern noch Papst BXVI, ‚Summorum Pon­ti­fi­cum‘, Wert & Schön­heit der (tra­dier­ten, uns geschenk­ten, nicht der zusam­men mit Pro­te­stan­ten „am grü­nen Tisch abge­zir­kel­ten“!) Lit­ur­gie, inne­re Logik & Kon­si­stenz der (eigent­lich) EINEN Theo­lo­gie sozu­sa­gen „mit Hän­den und Klau­en ver­tei­digt“, und JETZT […] …!??? Nur geht’s ja nicht um mich, son­dern um DIE Kir­che, aber so … oder ähn­lich wie mir geht’s ja, den­ke (und seh^^) ich, vie­len …

    • … und so tut es allei­ne schon gut, zu sehen, daß auch ande­re – ganz unab­hän­gig von ein­an­der, auf ganz unter­schied­li­chen Wegen – zu ziem­lich genau den­sel­ben Schlüs­sen kom­men … – bit­ter: es ist die Mehr­heit, die (in obi­gem Sin­ne) „Kon­zils­kir­che“, die die kom­plet­te „Infra­struk­tur“ der Kir­che in Hän­den und die „Ent­schei­dungs­gre­mi­en“ (& Kan­zeln & Kathed­ren & Lee­stüh­le) besetzt hal­ten; die, je ange­paß­ter sie sind, desto mehr das Wohl­wol­len der Medi­en und der Mehr­heits­ge­sell­schaft auf ihrer Sei­te haben; die ganz und gar das Bild der Kir­che bestim­men (wol­len!), die sich anma­ßen, DIE Kir­che zu sein und (ganz allein!) die­se nach außen ver­tre­ten zu dür­fen, „legi­ti­miert“ durch nichts ande­res als – die Mehr­heit; wäh­nend, daß (aggres­si­ve, letzt­lich zutiefst into­le­ran­te!) Mehr­heit schon als sol­che auch Wahr­heit „erzeu­ge“ und einen voll­ends von der Pflicht dis­pen­sie­re, die­se … zur Abwechs­lung auch mal wirk­lich strin­gent zu begrün­den. Bit­ter auch: es sind, so wie ich das sehe, eher die Kon­ser­va­ti­ven, Zurück­hal­ten­de­ren, eher Bie­de­ren, die sich noch an wirk­li­che Wer­te und Moral gebun­den wis­sen, die ‚Skru­pel‘ haben … – wäh­rend es ande­re sind, die sich von Moral & Skru­peln längst „befreit“ wis­sen, denen fast jedes unlau­te­re (auch popu­li­stisch-agi­ta­to­ri­sche) Mit­tel „Recht“ ist, ihre Mei­nung aggres­siv, rück­sichts­los, „raf­fi­niert“ & manch­mal in gera­de­zu drei­ster, bos­haf­ter Wei­se durch­zu­set­zen (bei oft genug nur selbst­süch­ti­gen Moti­ven), eine Ten­denz, die ja auch auf dem Kon­zil schon über­deut­lich zu erken­nen war …

      • … so daß es schon ver­flixt schwer­fällt, die äußerst beun­ru­hig­ten (und beun­ru­hi­gen­den) Wor­te Pauls VI. von 1972 über den „Rauch des Satans, der durch die fein­sten Rit­ze in das Inner­ste der Kir­che selbst vor­dringt“, nicht bloß als rei­ne Meta­pho­rik zu neh­men; Johan­nes XXIII. woll­te nicht, daß DAS „hin­ten bei raus­kom­me“, der größ­te Teil des Kon­zils woll­te das nicht, Paul VI. woll­te das (so) nicht (und schick­te übri­gens Bugni­ni spä­ter als Pro-Nun­ti­us nach TEHERAN, aber da war’s schon zu spät …) — die alle woll­ten DAS nicht … und haben es doch erst mög­lich gemacht (und spä­ter bit­ter bereut …) .….

      • Ergän­zung: Ich mei­ne das jetzt nicht nur inner­halb der Kir­che (und mei­ne es auch nicht per­sön­lich bzw. auf bestimm­te Men­schen bezo­gen, das wäre ja ver­leum­de­risch bzw. müß­te ich Bele­ge brin­gen, klar), son­dern ganz gene­rell, auch poli­tisch, „gesell­schaft­lich“ und histo­risch; nur ein Bei­spiel: wie skru­pel­los die Nazis waren, ist klar (und das ist ja noch unter­trie­ben); in kras­sem Gegen­satz dazu der ‚Wider­stand‘, sei’s die ‚Molt­ke-‘ oder die ‚Stauf­fen­berg-Grup­pe‘ — wie schwer die sich taten, wie sehr sie auch mit ihrem Gewis­sen gerun­gen haben im Bezug auf den ‚Tyran­nen­mord‘ … — sie waren eben an die Moral, an ihr Gewis­sen gebun­den, wäh­rend „die Ande­ren“ bei­des von Anfang an „ersatz­los gestri­chen“ hat­ten, kein Gewis­sen, kei­ne Moral und kei­nen Gott mehr kann­ten, der sie für ihre Taten ein­mal rich­ten wür­de … — und das­sel­be gilt im Bezug auf das Blut­bad n.d. frz. Revo­lu­ti­on, den Kom­mu­nis­mus oder die ‚RAF‘ — gegen die der Rechts­staat immer nur mit rechts­staat­li­chen Mit­teln vor­ge­hen durf­te, andern­falls hät­te er sich ja sel­ber ver­ra­ten; so mein­te ich das, ganz gene­rell …

  25. Jan, ich gehe in kei­ne Par­al­lel­kir­che. Wenig­stens kann ich sie nicht wahr­neh­men. Ich erken­ne in der FSSPX-Kapel­le die Kir­che mei­ner Kind­heit und Jugend wie­der. Nicht nur das: Die Kir­che mei­ner Groß­el­tern, mei­ner Vor­fah­ren, die Kir­che von fast allen gro­ßer Hei­li­gen. Es wird bestimmt nichts gelehrt, was dem über­lie­fer­ten Glau­ben nicht ent­spricht.

  26. Es war ein Feh­ler, zu glau­ben, daß sich papst Bene­dikt XVI in irgend­ei­ner Wei­se um eine Revi­si­on des II. Vati­can­ums bemüht hät­te. Es waren die äußer­li­chen Zei­chen von Papst Bene­dikt XVI., die wie nichts ande­res eine „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ erken­nen las­sen muß­ten. Wäh­rend Papst Paul VI und Papst Johan­nes Paus II in je ihrer Zeit Maß­stä­be setz­ten, sei es in der Lit­ur­gie (Paul VI) oder im Kir­chen­recht und der Leh­re (Johan­nes Paul II) und dabei von ihrem genui­nen Recht als Papst Gebrauch gemacht hat­ten, Zog es Papst Bene­dikt XVI vor, sich als DER Arbei­ter zur Aus­übung des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils zu zei­gen. Kei­ne ein­zi­ge Initia­ti­ve deu­tet auf den Gebrauch des Päpst­li­chen Rech­tes hin. Sei­ne Enzy­kli­ken ste­hen alle auf dem Boden des II. Vati­ka­nums.
    Es ist die „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ zu SEINEM Kon­zil, die er in sein Pon­ti­fi­kat leg­te. Die Arbeit war es, das Kon­zil nun end­gül­tig in die Kir­che zu inte­grie­ren. Selbst­ver­ständ­lich gehör­te dazu auch die Zulas­sung der Mes­se, die wäh­rend des Kon­zils zele­briert wor­den ist (mit­samt ihren durch die pia­n­o­dod­ka­ni­schen Refor­men ent­stan­de­nen Män­geln). So ist es nicht ver­wun­der­lich, daß vie­le in IHM den Papst sahen, der den Glau­ben auf den Weg des II. Vati­ka­nums bringt.
    Die kla­re Art konn­te täu­schen, die logisch durch­struk­tu­rier­te Theo­lo­gie auch. So tut es kein Wun­der, daß auch inner­halb der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. es eini­ge gab, die eine Renais­sance der Tra­di­ti­on erhofft hat­ten, eine zumin­dest auf dem lit­ur­gi­schen Gebiet statt­fin­den­de Revi­si­on des Kon­zils. Zu ihnen gehö­ren mit Sicher­heit auch der Gene­ral­obe­re S. E.Fellay. und der Gene­ral­rat. Des­halb hat­ten sie gehofft, in Rom einen Schlüs­sel zum Öff­nen des Kon­zils­schranks zu bekom­men. Die­sen hat die Kon­zils­kir­che selbst­ver­ständ­lich ver­wei­gert. Nicht ein­mal die intel­lek­tu­el­le Kom­pe­tenz von fast 300 Gelehr­ten kann die Kon­zils­kir­che davon über­zeu­gen, vom Kon­zil Abstand zu neh­men.

  27. (Fort­set­zung)
    Eben­so konn­te die Kon­zils­kir­che die Fal­le auf­stel­len und sagen: „Ja, aber Erz­bi­schof Mar­cel Lefebrve hat am Kon­zil teil­ge­nom­men und alle Doku­men­te unter­fer­tigt. Sein Wider­ruf 1974 ist unzu­läs­sig!“ In den theo­lo­gi­schen Gesprä­chen konn­ten so die Betei­lig­ten (zu ihnen gehört eben auch Abbe Glei­ze) in Ver­le­gen­heit gebracht wer­den. Daß der Wider­ruf mit „J’ac­cu­se la Con­ci­le“ voll­kom­men war, daß Erz­bi­schof Mar­cel Lefebrve eben nur aus Gehor­sam GEGEN SEIN GEWISSEN unter­zeich­net hat­te, und daß er die Ein­zel­sche­ma­ta, inso­fern sie Neue­run­gen brach­ten, die nicht mit der Tra­di­ti­on ver­ein­bar waren NACHWEISLICH mit einem „non pla­cet“ ver­se­hen hat­te, igno­riert man dabei. Erz­bi­schof Castro-Mey­er hat nichts unter­schrie­ben und des­halb nahm er ihn als Kokon­se­kra­tor bei der Bischofs­wei­he 1988 an. Was konn­te man mehr erwar­ten.
    Viel­leicht haben sich eini­ge in der FSSPX doch vom „Hei­li­gen Schein“ des Pon­ti­fi­kats Bene­dikt XVI täu­schen las­sen. Ich hof­fe, daß sie jetzt wie­der auf dem Boden der Tat­sa­chen ange­kom­men sind und sich wie­der auf das besin­nen, was Erz­bi­schof Mar­cel Lefebrve vor 25 Jah­ren unter­nom­men hat, die „Ope­ra­ti­on Über­le­ben“. Ihm ging es dabei weni­ger um die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. als sol­che, son­dern um die in IHR SICHTBARE Kir­che aller Zei­ten. Die Kon­zils­kir­che war für ihn nur ein tem­po­rä­res Gebil­de, was dem Unter­gang geweiht war. Und er hat­te damit recht. Auch und gera­de unter dem neu­en Pon­ti­fex wird sich nichts ändern, wird die Selbst­zer­stö­rung der Kir­che vor­an­schrei­ten, solan­ge in Rom nicht an eine Revi­si­on des Kon­zils gedacht wird.
    Und: Die weit­hin gemach­te Behaup­tung, daß es in Rom inner­halb der Kurie einen selbst­mör­de­ri­schen Macht­kampf geben wür­de, ist falsch: War­um kann man sich gegen­über der FSSPX so scho­nungs­los zei­gen und sie in ihr siche­res Ver­der­ben locken wol­len? Der hostis exter­nus ist ent­we­der so mäch­tig, daß er die inne­ren Kri­sen über­win­det, oder nicht! Das leh­ren Sal­lust und Cice­ro.

  28. (Fort­set­zung)
    Kann es denn sein, daß die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. so mäch­tig ist, daß die Kon­zils­kir­che sie fürch­ten müß­te, wenn die Bischö­fe kaum ihrer bischöf­li­chen Funk­ti­on nach­kom­men kön­nen, ohne an die Gren­zen ihrer Phy­sis zu kom­men? Mag sie spi­ri­tu­ell auch noch so mäch­tig sein, daß tat­säch­lich von IHR aus das „eccle­sia sup­plet“ aus­geht zu allen kon­zi­lia­ren und nach­kon­zi­lia­ren Irr­tü­mern und Feh­lern, als Macht­fak­tor ist sie zu gering.Ich bin mir Über­zeugt, daß S. E. Erz­bi­schof Mar­cel Lefebrve heu­te erneut eine „Ope­ra­ti­on Über­le­ben“ anord­nen wür­de. Nach dem Schei­tern der Gesprä­che mit Rom und dem damit ver­bun­de­nen Hin­der­nis einer Bischofs­kon­se­kra­ti­on stellt sich die­se Fra­ge erneut. Hat S. E. Fel­lay den Mut, dem gro­ßen Vor­bild und Vor­gän­ger Mar­cel Lefebrve nach­zu­fol­gen und Rom nach dem schänd­li­chen Ver­such, ihn über den Tisch zu zie­hen her­aus­zu­for­dern? Die­se Fra­ge stellt Abbe Glei­ze nicht und das ist das auch theo­lo­gi­sche Man­ko des Vor­tra­ges!

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