Papst: Konzil war „schönes Werk des Heiligen Geistes“ — Doch „Halsstarrige“ wollen vor Konzil „zurückkehren“

Morgendliche Papstmesse im Gästehaus Santa Marta(Vati­kan) Da Papst Fran­zis­kus im Gegen­satz zu sei­nen Amts­vor­gän­gern täg­lich die Hei­li­ge Mes­se öffent­lich zele­briert, han­delt es sich bei sei­nen Pre­dig­ten um offi­zi­el­le Äuße­run­gen des katho­li­schen Kir­chen­ober­haup­tes. Radio Vati­kan ver­brei­tet sie kon­se­quen­ter­wei­se als solche.

Jede morgendliche Predigt eine offizielle Äußerung

Die kur­zen Betrach­tun­gen sind impro­vi­siert und wer­den nicht vor­ab vom theo­lo­gi­schen Bera­ter des Pap­stes, Kuri­en­erz­bi­schof Ladar­ia Fer­rer durch­ge­se­hen. Ent­spre­chend ver­schwom­men und vage ist der Gebrauch man­cher theo­lo­gi­scher Begriff­lich­kei­ten. Am Mon­tag mor­gen sprach der Papst über Ver­leum­dung. Die­se sei zwar eine Sün­de, aber sie „auch etwas ande­res“, näm­lich ein „Werk des Satans. Wo Ver­leum­dung ist, da ist Satan, und zwar genau er.“

Unscharfe Wortwahl wirft zahlreiche Fragen auf — Sündenkategorien? Urheberschaft der Sünde?

Die Wort­wahl des Pap­stes und die von ihm vor­ge­nom­me­ne Defi­ni­ti­on von Ver­leum­dung wer­fen wegen der man­geln­den Schär­fe Fra­gen auf. Was ist Sün­de? Wel­che Stei­ge­rungs­form von Sün­de gibt es? Wer ist der Vater aller Sün­de? Sind die Sün­den nicht das „Werk des Satans“? Es gibt Sün­den und Tod­sün­den. Da Ver­leum­dung nach kirch­li­cher Leh­re nicht in die Kate­go­rie der Tod­sün­den fällt, aber laut Papst Fran­zis­kus mehr als eine Sün­de ist, stellt sich die Fra­ge, was sie ist. Laut Hei­li­ger Schrift und kirch­li­cher Leh­re kön­nen alle Sün­den ver­ge­ben wer­den. Nur eine ein­zi­ge nicht, die Sün­de wider den Hei­li­gen Geist.

Heu­te, Diens­tag, sprach Papst Fran­zis­kus über das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil: „Das Kon­zil war ein schö­nes Werk des Hei­li­gen Gei­stes […] Aber haben wir 50 Jah­re danach alles getan, was uns der Hei­li­ge Geist im Kon­zil gesagt hat? In jener Kon­ti­nui­tät des Wachs­tums der Kir­che, die das Kon­zil gewe­sen ist?“

„Halsstarrige“ wollen „Heiligen Geist domestizieren“

Für Papst Fran­zis­kus man­gel­te es in dem hal­ben Jahr­hun­dert seit dem Kon­zil an „Kon­ti­nui­tät der Kir­che“. Und es gab „Hals­star­ri­ge“, die sogar vor das Kon­zil zurück­keh­ren wol­len, die „den Hei­li­gen Geist dome­sti­zie­ren“ möchten.

Das Stich­wort lie­fert die Lesung aus der Apo­stel­ge­schich­te über die Stei­ni­gung des Ste­pha­nus. Die­ser bezeich­ne­te vor sei­ner Hin­rich­tung jene als „Hals­star­ri­ge“ (Apg 7,51), die sich dem Hei­li­gen Geist wider­set­zen. Die Gedan­ken führ­te Papst Fran­zis­kus bei der mor­gend­li­chen Hei­li­ge Mes­se aus, die er heu­te zur Ehren des 86. Geburts­tags von Papst Bene­dikt XVI. zelebrierte.

Was genau will der Papst den Christen sagen?

Der Papst erin­ner­te zudem in sei­ner Pre­digt dar­an, wie Jesus die Emma­us­jün­ger ermahn­te, zu lang­sam anzu­neh­men, was die Pro­phe­ten lehr­ten. „Auch unter uns gibt es immer die­sen Wider­stand gegen den Hei­li­gen Geist. […] Um es deut­lich zu sagen: Der Hei­li­ge Geist ist uns lästig. Weil er uns bewegt, uns gehen macht, die Kir­che drängt, vor­wärts zu gehen. Und wir sind wie Petrus in der Ver­klä­rung: ‚Ah, wie schön ist so zu sein, alle zusam­men!‘ … aber er soll uns nicht lästig fal­len. Wir wol­len, daß der Hei­li­ge Geist sich beru­higt… wir wol­len den Hei­li­gen Geist dome­sti­zie­ren. Und das geht nicht. Weil Er Gott ist und Er jener Wind ist, der kommt und geht und du weißt nicht nicht von wo. Er ist die Kraft Got­tes, jener, der uns Trost gibt und die Kraft vor­wärts zu gehen. Eben: Vor­wärts zu gehen! Und das ist lästig. Die Bequem­lich­keit ist schöner.“

Was aber genau will der Papst damit sagen? Sind sei­ne Wor­te, soweit ver­ständ­lich, wört­lich zu neh­men? Iden­ti­fi­ziert er den Hei­li­gen Geist mit dem „Geist des Kon­zils“? Was hat das Kon­zil „gelehrt“, das noch nicht umge­setzt wur­de? Was aber ist mit den nicht ver­ständ­li­chen Tei­len? Was bedeu­tet für die Kir­che: „Haupt­sa­che vor­wärts“? Um wel­che theo­lo­gi­sche Kate­go­rie han­delt es sich dabei? Wer genau sind die Hals­star­ri­gen? Wor­in besteht für Papst Fran­zis­kus das theo­lo­gi­sche Unter­schei­dungs­merk­mal zwi­schen denen, die dem Hei­li­gen Geist fol­gen und jenen, die dies nicht tun und daher hals­star­rig sind? Laut Ste­pha­nus sind es jene, die Chri­stus nicht anneh­men. Laut Papst Fran­zis­kus schei­nen es aber jene zu sein, die den im Cre­do fest­ge­schrie­be­nen Glau­ben voll­stän­dig aner­ken­nen, nicht aber einen bestimm­ten Weg der Kir­che. Dazwi­schen lie­gen Wel­ten. Vie­le Fra­gen, zu vie­le Fra­gen, die durch einen salop­pen Umgang mit Wor­ten, Begrif­fen und Kate­go­rien entstehen.

Wes­halb eine ganz ande­re Fra­ge berech­tig erscheint, jene nach Oppor­tu­ni­tät und Nütz­lich­keit von impro­vi­sier­ten Papst­pre­dig­ten im Medi­en­zeit­al­ter, wo jedes Wort in Win­des­ei­le um den Glo­bus geht.

Text: Radio Vatikan/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

109 Kommentare

  1. Will sei­ne Hei­lig­keit damit aus­drücken das die Kir­che die vor 1962 noch als Eine, Hei­li­ge, Katho­li­sche und Apo­sto­li­sche Kir­che bezeich­net wer­den konn­te, irre­gu­lar war, und die Kir­che erst mit dem Ende des VK II regu­lär ihre Arbeit Auf­nahm ??? Und es wird immer offen­sicht­li­cher dass sei­ne Hei­lig­keit die „Hei­li­ge Tra­di­ti­on der Kir­che“ angreift und im Gegen­züg die HALSSTARRIGEN wah­ren Fein­de Got­tes unse­res Herrn, sei­nen Hei­li­gen Wil­len und der Glau­bens­leh­re der Kir­che Got­tes unse­res Herrn, wei­ter­hin in Ruhe ihren lit­ur­gi­schen Miss­brauch bege­hen kön­nen und häre­ti­sches und schis­ma­ti­sches Gedan­ken­gut ver­brie­ten kön­nen, denn die­ser hat der Papst ja mit kei­nen ein­zi­gen Wort erwähnt.

    Also mir wird immer unwoh­ler je län­ger Papst Franz­i­kus wirkt. Und es ist

    Gebet zum Hei­li­gen Erz­engel Michael
    „Hei­li­ger Erz­engel Micha­el, ver­tei­di­ge uns im Kamp­fe; gegen die Bos­heit und die Nach­stel­lun­gen des Teu­fels, sei unser Schutz. ‘Gott gebie­te ihm‘, so bit­ten wir fle­hent­lich; du aber, Fürst der himm­li­schen Heer­scha­ren, sto­ße den Satan und die ande­ren bösen Gei­ster, die in der Welt umher­schlei­chen, um die See­len zu ver­der­ben, durch die Kraft Got­tes in die Höl­le. Amen.“
    „Sanc­te Micha­el Archangele,defende nos in pro­elio con­tra nequi­ti­am et insi­di­as dia­bo­li esto prae­si­di­um. ‘Impe­ret illi Deus‘, sup­pli­ces depre­ca­mur: tuque, Princeps mili­tiae coele­stis, Satanam alios­que spi­ri­tus mali­gnos, qui ad per­di­tio­nem ani­ma­rum per­va­gan­tur in mun­do, divina virt­u­te, in infer­num detru­de. Amen.“

    • Also, was Franz sagen will ist ja klar.

      Selbst Bf. Fel­lay spricht zuneh­mend wider kri­ti­sche­re Wor­te ggü. Rom.

      Das Pro­blem ist nur: Hät­te das Vor­ha­ben von 2012 geklappt und wäre ein Abkom­men mit Rom zustan­de gekom­men, wie es laut P. Pflu­ger schon fast unter Dach und Fach war und man auf jeden Fall ein sol­ches erhofft hat­te, so wäre die fsspx jetzt unter die­sem Franz sowie unter Mül­ler, der wei­ter­hin Kopf der Kong.f.d.Gl.Lehre ist -

      und unter die­sen bei­den und mit die­sen bei­den könn­te man nun dran gehen, die Kir­che wie­der zur Tra­di­ti­on zurück­zu­füh­ren, ihnen dabei hel­fen. Von innen her — so wie sich das die Obe­ren vor­ge­stellt hatten.

      Bis auf drei wei­ter­blicken­de Bischöfe.…

      Bit­te — das ist hier nicht als Pole­mik von mir gemeint, aber es ist Zeit, dass wir wach wer­den. Es ist eine ehr­li­che Bit­te, mal dar­über nach­zu­den­ken, ob an mei­ner Argu­men­ta­ti­on nicht doch etwas dran ist.

      Kön­nen Sie den von mir gemach­ten Punkt nicht wenig­stens nach­voll­zie­hen, sich mal ver­suchs­wei­se dar­auf ein­las­sen und dar­über nach­den­ken? Es geht um ent­schei­den­de Dinge.

  2. Nein ver­ehr­ter Herr Papst.Das II .Vati­ka­ni­sche Kon­zil war kei­ne Inspi­ra­ti­on des h.l Gei­stes. Sonst wären es nicht sovie­le fau­len Früch­te das RESULTAT ¨! Ange­sto­ssen vom Ron­cal­li Papst war dort nicht der hl. Geist am Werk. Es war eher eine Ein­ge­bung von schlau­en Spit­zu­ben ‚genas­führ­ten und ängst­li­chen Bischöfen,modernistischen Theo­lo­gen unter den Kardinalshüten.

  3. Wenn man sich auf einem Irr­weg befin­det, sich ver­lau­fen hat, gibt es zwei Mög­lich­kei­ten: Ent­we­der kehrt man an den Aus­gangs­punkt zurück, vor das II. Vati­ka­num, oder man läuft wei­ter. Aber wer will noch an den Aus­gangs­punkt zurück, kaum noch jemand. Also geht die Rich­tung wei­ter nach vor­ne. „Vor­wärts immer, rück­wärts nim­mer“, ich glau­be, Erich Hon­ecker hat das immer wiederholt.
    Bestimmt ver­glei­che ich nicht die­se bei­den Män­ner mit­ein­an­der, das wäre Unfug. Aber seit dem II. Vati­ka­num, mit sei­nem Fort­schritts­glau­ben, hat sich so ein Den­ken auch in der katho­li­schen Kir­che fest­ge­setzt. Tra­gisch für eine Insti­tu­ti­on, die 2000 Jah­re alt ist.

    • Ich tei­le Ihre Mei­nung völig, Papst Franz berei­tet die schnel­le Exkom­mu­ni­ka­ti­on von FSSPX vor und alle­Welt wird ihm dabei applaudieren.
      Allei­ne bei Leu­ten wie Kas­per, Leh­mann und auch dem unsäg­li­chen Mül­ler ist jede ande­re Ent­schei­dung ein Ding der Unmöglichkeit.
      So lie­be­voll und demü­tig und tole­rant sei­ne Hei­lig­keit vor einer Mus­li­min auf dei Knie ging und die Füße wusch und küß­te, so sehr wird der gute Mann mit gna­den­lo­ser Här­te Unge­duld und Unge­duld FSSPX die Pisto­le auf die Brust setzen.
      Trotz­dem kann man gelas­sen blei­ben schließ­lich kann man an ver­schie­de­nen Bei­spie­len sehen was Per­so­nal­prä­la­tu­ren für schlim­me Kon­se­quen­zen haben.
      Die Kir­che muß von allein und in der Brei­te erfah­ren wel­cher graus­li­che Irr­weg nach dem Vat II vor allem nach der sog. Lit­ur­gie­re­form ein­ge­schla­gen wurde.
      Ein „Wei­ter so“ kann und vor Allem darf es auf Dau­er nicht mehr geben.
      Lei­der müs­sen die­se fau­len Früch­te erst noch viel mehr zur Ent­fal­tung kom­men, bis ein ech­ter Franz kommt, der die Kir­che wirk­lich von innen her, aus der 2000 Jah­re alten Tra­di­ti­on wie­der auf­bau­en will.
      So wie der Aria­nis­mus frü­her ist heu­te der Pro­te­stan­tis­mus die Seu­che die der Kir­che inne­wohnt, hier­bei ver­gißt man vor lau­ter Tole­ranz, Dia­log, Ent­my­sti­fi­zie­rung und Gut­mensch­lich­keit (Poli­ti­cal Cor­rect­ness) den Stif­ter näm­lich Jesus Christus.
      Je mehr man von Jesus heu­te spricht desto mehr wird er zum Mas­kott­chen der eige­nen Wün­sche und Befindlichkeiten.
      Gol­go­tha, Opfer, Unterwerfung,Sünde, Aus­rich­tung auf die Ewig­keit, Demut bei der Lit­ur­gie zb. sind so der­ma­ßen unter die Räder gekom­men, man fasst es kaum.
      Aber im Gegen­satz zu welt­li­chen Insti­tu­tio­nen, die unter­ge­hen, hat die Kir­che eine Selbst­rei­ni­gungs­kraft durch den hl.Geist, der alles am Ende zum Guten führt.
      Von daher ist es doch völ­lig egal wann FSSPX die bestim­men­de Kraft wird, wenn es in Got­tes Plan ist, geschieht es , dar­an kann auch ein pol­tern­der Papst nichts ändern.

      • Gut, dass sie mit ihren Ansich­ten in der abso­lu­ten Min­der­heit sind.

        • Das ist kein Wun­der: Denn die Mehr­heit schwimmt mit dem Strom,weil es leich­ter ist.

          Doch wie sagt Christus:
          „Weit und bequem ist der Weg, der ins Ver­der­ben führt, und vie­le gehen auf ihm.
          Doch eng und schmal und stei­nig und steil ist der Weg der ins Leben führt und nur weni­ge fin­den ihn.“

          Viel Spass auf dem Weg in den Abgrund wün­sche ich Ihnen und Ihrer Seele !!

          • Das ist kein katho­li­sches Gehor­sams­ver­ständ­nis! Man darf dem Papst nur gehor­chen inso­weit er den Päp­sten gehor­sam ist. Des­halb muss man Franz ins Ange­sicht widerstehen.

          • Ich bit­te Sie, natür­lich kann ein Papst Doku­men­te sei­ner Vor­gän­ger auf­he­ben. Sonst hät­te der hl. Pius X. nie die Codex Iuris Cano­ni­ci ver­ab­schie­den kön­nen. Er hat damit fak­tisch die Gel­tung aller Libri cano­ni­ces auf­ge­ho­ben. Und ich sehe nicht, wo Papst Fran­cis­cus der Schrift oder der Tra­di­ti­on unge­hor­sam sein sollte.

          • In Fra­gen der Dis­zi­plin, nicht aber, wo gesi­cher­ter Glau­ben in Fra­ge gestellt wer­den soll. Das kann kein Papst. Daher muss man Franz ins Ange­sicht widerstehen!

          • Ja, ich wer­de Satan dann schö­ne Grü­ße von ihen bestellen 😉
            Mal im ernst. Hier läuft doch irgedn­was ganz anders als sonst. Bis­her waren es gera­de die Kon­ser­va­ti­ven, die immer vom Gehor­sam gegen­über dem Papst gespro­chen haben und das als grund­ka­tho­lisch dar­g­stellt haben. Jetzt, wo der Papst nicht mehr das macht, was die Kon­ser­va­ti­ven von ihm erwar­ten, wird der Gehor­sam klein­ge­re­det. Irgend­wie schon inter­es­sant, oder? Man könn­te auch sagen, dass sic eini­ge Leu­te die Sache ziem­lich ein­fach machen.
            Uns eint alle der katho­li­sche Glau­be und wir haben alle den sel­ben Papst. Ob es uns passt, oder nicht. Bene­dikt fand ich per­sön­lich als Papst nicht so toll, wie manch ande­rer hier, den­noch habe ich immer Ach­tung vor ihm gehabt und ihn als Ober­haupt unse­rer Gemein­schaft aner­kannt und ihm gehorcht.
            Aber ich fin­de es ja schon­mal gut, dass die­ser Papst zu Dis­kus­sio­nen führt, die waren näm­lich in der Kir­che lan­ge gar­nicht vor­han­den und so hat sich eini­ges angesammelt.

          • Ja, ich fin­de das auch erstaun­lich. Mir gefiel und gefällt auch eini­ges nicht, aber ich wür­de nie auf den Gedan­ken kom­men, Papst Fran­cis­cus die Gefolg­schaft zu kün­di­gen. Er ist recht­mä­ßig gewählt, er hat die abso­lu­te Bin­de- und Löse­ge­walt. Ihm gilt mein Gehor­sam, weil ich dar­auf ver­trau­en darf, dass der Hei­li­ge Geist ihn nicht aus der Wahr­heit her­aus­fal­len lässt. Das ist die Leh­re des 1. Vati­ka­ni­schen Konzils.

          • Es nimmt nicht min­der wun­der, dass plötz­lich Leu­te zu Papst­fans und Pro­pa­gan­di­sten einer krie­che­ri­schen Gehor­sams­fröm­me­lei mutie­ren, die unter des­sen Vor­gän­gern offen den anti­rö­mi­schen Affekt pfleg­ten und sich als „mün­di­ge Chri­sten“ nass­forsch den For­de­run­gen des Lehr­am­tes wider­setz­ten. Die­ser reich­lich unglaub­wür­di­ge Wan­del vom Sau­lus zum Pau­lus rührt offen­bar daher, dass man sich von Ber­go­glio die lang erträum­te Defor­ma­ti­on des Katho­li­schen ver­spricht und in der päpst­li­chen „ple­na potestas“ ein will­kom­me­nes Tot­schlag­ar­gu­ment zur Durch­set­zung der eige­nen refor­ma­to­ri­schen Zie­le erkennt.

  4. Nun, Johan­nes XXIII. und Paul VI. sind gül­tig gewähl­te Päp­ste, die sich kei­ner Häre­sie schul­dig gemacht haben, der eine hat ein Öku­me­ni­sches Kon­zil ein‑, der ander wie­der­ein­be­ru­fen. Alle Kon­zils­do­ku­men­te tra­gen die Unter­schrift eines Pap­stes und damit gül­tig ver­ab­schie­det. Damit sind alle Kon­zils­do­ku­men­te von lehr­amt­li­cher Qualität.
    Wer das nicht gut­heißt, muss schon Sedis­va­kan­tist werden.

    • Quatsch,
      das Kon­zil war von rein pasto­ra­ler Natur und hat über­haupt kei­ne dog­ma­ti­sche Konsequenz.

      • So ist es. Und ich muß es hier deut­lich sagen, daß das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil vor­al­lem in „Nostrae aeta­tae“ und „Gau­di­um et spes“ die Häre­sie sehr begün­stigt hat. Und vor­al­lem auch der lei­ten­de Kon­zils­papst Paul VI. Die­ses Kon­zil ist von allen bösen Gei­stern gelenkt wor­den, aber gewiß
        nicht vom hei­li­gen Geist. Der­sel­be war auch gewiß nicht beim letzten
        Kon­kla­ve anwe­send. Ich stim­me auch Micha­el in sei­nen obi­gen Aus­üh­run­gen voll und ganz zu.

        • Ich stim­me zu,
          was mich erschüt­tert ist die Tat­sa­che, wie Papst Franz das Kon­zil ver­tei­digt, obwohl selbst Kard. Kas­per gro­be Feh­ler zugibt.
          Inso­fern ist die Erwäh­nung des hl.Geistes hof­fent­lich der man­geln­den theol. Bil­dung geschul­det, die Franz hat.
          Eine bewuß­te Schmä­hung will ich dem Mann kei­nes­falls unter­stel­len, eher ein „Her­um­ge­plap­per“ ohne viel Nach­den­ken, um mög­lichst viel Applaus zu bekommen.
          Stichwort:
          Kon­zil — modern, welt­of­fen, am Puls der Zeit — gut
          Tra­di­ti­on — hal­star­rig, ver­bohrt, ewig­gest­rig — schlecht
          Das ist Enter­tain­ment und nicht Füh­rung der Weltkirche !

    • Wer das nicht gut­heißt, ist über­haupt kein Sedis­va­kan­tist. Kein Katho­lik ist ver­pflich­tet, an alle Tex­te eines Kon­zils zu glau­ben. Zu glau­ben ist: Was auf einem Kon­zil oder vom Papst ex cathe­dra unfehl­bar als zu glau­ben defi­niert wird.
      Das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil hat nicht nur kein zu glau­ben­des Dog­ma ver­kün­det, es hat sich aus­drück­lich als Pasto­ral­kon­zil eingestuft.
      Kar­di­nal Kas­per hat jetzt erst wie­der auf die zwei­deu­ti­gen Aus­sa­gen des Kon­zils hin­ge­wie­sen. Er hat es offen zuge­ge­ben: Tex­te von Pro­gres­si­ven ste­hen unver­mit­telt neben Pas­sa­gen von Kon­ser­va­ti­ven, um die­se ein­zu­gren­zen. Dadurch erge­be sich Kon­flikt­po­ten­zi­al. Kas­per ist pro Kon­zil. Er gibt es offen zu. So etwas soll ver­bind­lich sein? Es ist Aus­druck der Glau­bens­kri­se, die für die Kir­che immer bedroh­li­cher wird. Nur fühlt sich nie­mand mehr zuständig.Die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten scheint es nicht zu stö­ren, die Pius­bru­der­schaft kommt hof­fent­lich wie­der zu sich. Nie hat­te sie die Mög­lich­keit, bei dem Wirr­warr den wah­ren katho­li­schen Glau­ben, wie er seit 2000 Jah­ren über­lie­fert und nun real bedroht ist, zu ver­kün­den und dabei mehr Katho­li­ken als sonst anzu­spre­chen. Man woll­te es Rom — auf Kosten der Wahr­heit — recht machen. Nur ja ein Abkom­men errei­chen. Ein voll­kom­me­ner Fehl­schlag. Mit dem Glau­ben geht es wei­ter berg­ab, auch wenn Fran­zens Popu­la­ri­täts­wer­te sehr hoch sind. Da besteht ein inne­rer Zusammenhang.

      • Mit dem Glau­ben ging es ja auch unter Karol Woj­ty­la steil berg­ab, der ja zumin­dest in sei­nen ersten Jah­ren als Papst von den west­li­chen Medi­en sehr gefei­ert wurde.

    • Ein­mal ganz all­ge­mein gespro­chen: Auch ein Papst kann mit sei­ner Unter­schrift aus einer Häre­sie kei­ne Wahr­heit machen.

      • Doch könn­te er kraft ple­na potestas. Aber im Fal­le der Ver­ab­schie­dung eines Dog­mas ist ihm die bewah­ren­de Kraft des Hl. Gei­stes zuge­si­chert, dass er das nicht tut.

          • Rich­tig! Aber das wird nicht kom­men, da das 1. Vati­ka­num lehrt, dass der Hei­li­ge Geist ihn davor bewah­ren wird, Häre­si­en zu lehren.

          • Das wäre ja schön wenn dem so wäre, allein die Bot­schaft hör ich wohl, doch glau­ben kann ich dar­an nicht, denn der hl. Geist hat die­sen Papst Franz offen­sicht­lich noch nicht erreicht. Beten wir, daß er auch ihn erleuchtet.

  5. Mir wird immer schwe­rer ums Herz… Was kommt da auf uns zu? Was in die­sem Arti­kel theo­lo­gisch ange­merkt wird, habe ich gestern aus­führ­lich in einem ande­ren Forum hier aus­ge­foch­ten! Die­ser Papst redet, als fehl­ten ihm ele­man­t­are theo­lo­gi­sche Begrif­fe — ich ver­ste­he das ein­fach nicht.
    Es ist eine Tat­sa­che, dass die Kir­che seit dem Kon­zil in einer schwe­ren Kri­se ist. Das liegt nicht an „hals­star­ri­gen“ Leu­ten, die den Hei­li­gen Geist nicht an sich her­an­las­sen wol­len. Jeder Leser mache sich klar: Hier wer­den Heer­scha­ren tief­gläu­bi­ger und nicht sel­ten hoch­in­tel­li­gen­ter Men­schen dif­fa­miert! Und das vom Papst per­sön­lich. Die trif­ti­gen Grün­de jener, die die Vag­heit der Kon­zils­tex­te kri­ti­sie­ren, wer­den hier ohne ein ein­zi­ges Sach­ar­gu­ment vom Tisch gefegt. Die Besorg­nis­se der Prie­ster, die in der ver­wil­der­ten Mes­se nach dem Neu­en Ritus nicht mehr erken­nen kön­nen (auch eine „Frucht“ des Kon­zils!), war­um sie und inwie­fern sie Prie­ster sind, was ihr Prie­ster­tum mit dem vor dem Kon­zil zu tun hat — alles Starr­köp­fe, die gegen den Hei­li­gen Geist bocken? Ihre Sehn­sucht, den Herrn der Kir­che mit ihrer gan­zen See­le zu lie­ben und zu ver­ge­gen­wär­ti­gen und dar­um auch die Zele­bra­ti­on der Alten Mes­se — über­hol­tes Teufelszeug?
    Und was ist mit der Pius­bru­der­schaft? Man kann über die Allein­gän­ge Lefèbvres strei­ten, dar­über ja — aber die berech­tig­ten theo­lo­gi­schen Anlie­gen die­ser Bru­der­schaft? Ein­fach nur Bequem­lich­keit und Aus­sper­rung des Hl. Gei­stes? Wir wis­sen, dass das eine übel­ste Ver­leum­dung wäre (!).
    Kon­ti­nui­tät — was ist das, was kann das sein ange­sichts der ver­hee­ren­den Lage? Auf jeden Fall nicht ein dump­fes „Vor­wärts, der Son­ne ent­ge­gen, auch wenns schneit und stürmt!“ Ein behut­sa­mer Pro­zess, in dem man­ches Kon­zils­de­ba­kel revi­diert und man­ches noch mal von vor­ne bedacht wer­den müss­te, ist der ein­zi­ge klu­ge und sanf­te Weg. Vor allem wäre eine neue Kul­tur des 2000 Jah­re alten Kir­che­seins von Nöten. Wer­den wir nun „vor­wärts“ gepeitscht wie Bileams Esel?

  6. Was genau will der Papst den Chri­sten sagen?

    Genau das ist die alles ent­schei­den­de Fra­ge. Die begriff­li­che und theo­lo­gi­sche Unschär­fe in den täg­li­chen Pre­dig­ten von Papst Fran­zis­kus sind das eine Pro­blem, die ande­re Schwie­rig­keit ist die abso­lut unkri­ti­sche Rezep­ti­on der Papst­wor­te durch das soge­nann­te neo­kon­ser­va­ti­ve Lager. Wenn man sich bei­spiels­wei­se die heu­ti­ge Bericht­erstat­tung auf dem Lin­zer Nach­rich­ten­por­tal kath.net mit Autoren wie Armin Schwi­bach u. a. anschaut, kann einem schon ganz schön schwin­de­lig werden …

  7. Der seli­ge Papst Johan­nes XXIII. hat das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil als ein Pasto­ral­kon­zil ein­be­ru­fen. Es soll­te ein Kon­zil sein, das nicht Ver­ur­teilt! War­um ein Kon­zil, wel­ches von Anfang an als ein Pasto­ral­kon­zil ein­be­ru­fen wur­de, nun als Dog­ma­tisch hin­ge­stellt wird, ist mir ein Rät­sel. Wo wur­den dog­ma­ti­sche Ver­ur­tei­lun­gen auf dem 2. Vati­ka­num aus­ge­spro­chen? Ab wel­chem Zeit­punkt wur­de das 2. Vati­ka­num dog­ma­tisch? War­um wird das Kon­zil zum Super­dog­ma, wo doch bis­her die Kon­si­li­en immer auch Dog­ma­ti­sche Ent­schei­dun­gen tra­fen und die­se Kon­zil jedoch teil­wei­se zwei­deu­ti­ge Aus­sa­gen mach­te. Wur­de ja erst von Kar­di­nal Kas­par bestä­tigt. Bedeu­tet das nicht, dass man den Hei­li­gen Geist unter­stellt, er wür­de bei einem Kon­zil zwei­deu­ti­ge Aus­sa­gen unterstützen???

  8. Es hat in der jüng­sten Kir­chen­ge­schich­te wohl noch kei­nen Papst gege­ben, der schein­bar so mun­ter aus dem Bauch her­aus und damit höchst miss­ver­ständ­lich und leicht­fer­tig daher­blub­bert wie die­ser Mann. Den Kuri­en­di­plo­ma­ten und jedem, der weiss oder ahnt, wel­ches Gewicht und wel­che Aus­wir­kun­gen ein unbe­dach­tes Wort des Pap­stes sowohl inner­kirch­lich als auch ausser­kirch­lich haben kann, müss­ten doch die Haa­re zu Ber­ge ste­hen, ob der unkon­trol­lier­ba­ren Hemds­är­me­lig­keit die­ses Jesui­ten. Schon bei sei­nem ersten Auf­tritt nach der Wahl auf der Log­gia des Peters­doms hat er sich mit sei­ner selt­sa­men Bit­te („ Bevor ich euch seg­ne, bit­te ich euch, dass ihr den Herrn bit­tet, mich zu seg­nen.) dem Ver­dacht aus­ge­setzt, die Auf­fas­sung zu hegen, sei­ne geist­li­che Gewalt nicht unmit­tel­bar von Gott, son­dern durch die Kir­che zu emp­fan­gen und dem­zu­fol­ge dem Febro­nia­nis­mus nahe­zu­ste­hen. Das wür­de übri­gens auch erklä­ren, war­um er nicht den Segen spen­det, wenn er durchs Got­tes­volk zieht, so wie es alle sei­ne Vor­gän­ger getan haben.

    • Sehr geehr­ter Herr Hicesthodie,
      Die von Ihnen geäu­ßer­ten Anschul­di­gun­gen sind sedis­va­kan­ti­sti­sche Häre­si­en. Sie spre­chen dem Hei­li­gen Vater, dem Bischof von Rom, sei­ne gött­li­che Auto­ri­tät ab. Despek­tier­li­che Äuße­run­gen wie „daher­blub­bert“, „Hemds­är­me­lig­keit“ sind eine Unver­fro­ren­heit gegen­über dem Nach­fol­ger Petri, dem, der die Schlüs­sel zum Him­mel in der Hand hält. Wenn Sie katho­lisch sein wol­len, dann hal­ten Sie sich an den Papst.
      Anson­sten sind Sie so katho­lisch wie Mar­got Käsemann.

      • Sehr geehr­ter Herr Peter Frey, packen Sie doch end­lich mal die dum­me Häre­sie­keu­le ein! Eine Häre­sie ist die Leug­nung einer Glau­bens­wahr­heit. Was Sie hicest­ho­die maxi­mal ankrei­den kön­nen, ist Respekt­lo­sig­keit. Sedis­va­kan­tist wäre hicest­ho­die, wenn er bezwei­fel­te, Franz sei Papst. Eine Diens­tags­vor­mit­tags­pre­digt eines Pap­stes bean­sprucht auch kei­ne „gött­li­che Auto­ri­tät“ — die Bedin­gun­gen dafür steckt Vati­ca­num I ganz genau ab. Bit­te ein wenig mehr auf kor­rek­te Ter­mi­no­lo­gie achten!

        • Also ich hät­te bei ande­ren Ent­schei­dun­gen von vori­gen Päp­sten, die mir bei­lei­be nicht gepasst haben, nie­mals die ver­ba­len Ent­glei­sun­gen von hicest­ho­die getä­tigt. Und frei­lich: Hicest­ho­die wirft dem Papst Febro­nia­nis­mus vor. Das ist ja eine Häre­sie. Ein Papst kann aber kein Häre­ti­ker sein. Und in der guten neu­scho­la­sti­schen Theo­lo­gie gilt das Nicht­an­er­ken­nen eines ord­nungs­ge­mäß gewähl­ten Pap­stes als Schis­ma und Häresie.

          • Lie­ber Vin­cen­ti­us, jetzt haben Sie nur noch ver­ges­sen, mit dem ewi­gen Höl­len­feu­er zu dro­hen. Bit­te holen Sie das unbe­dingt nach. Danke.

      • Bester Herr Frey, Ihre Empö­rung und Ihr Auto­ri­täts­glau­be wir­ken reich­lich auf­ge­setzt. Was ist denn an den Wor­ten „Hemds­är­me­lig­keit“ und „Blub­bern“ so despek­tier­lich, dass es mich in Ihren Augen zum Sedis­va­kan­ti­sten macht? Ohne mir ein fal­sches Zeug­nis aus­stel­len zu wol­len, darf ich Sie doch dar­an erin­nern, dass es in der Kir­chen­ge­schich­te sogar zahl­rei­che Hei­li­ge gab, die Päp­ste teils kräf­tig und hart kri­ti­sier­ten. Ange­fan­gen vom Hei­li­gen Pau­lus, der nach eige­nen Wor­ten Petrus ins Ange­sicht wider­stand, bis hin zur Hei­li­gen Katha­ri­na von Sie­na, die ja dafür bekannt­lich von klein­gei­sti­gen Mön­ch­lein der Ket­ze­rei bezich­tigt wur­de. Wenn ein Papst sich bewusst von der Amts­füh­rung sei­ner Vor­gän­ger absetzt und in son­der­ba­ren Hand­lun­gen bedenk­li­che Nähe zu ver­ur­teil­ten Glau­bens­an­sich­ten offen­bart, darf man dann das Kind nicht mehr beim Namen nen­nen? Gehö­ren auch Sie zu jenen, die gern den Boten für die Bot­schaft stra­fen? Nun, ich für mei­nen Teil hal­te mich vor allem an das, was immer und über­all geglaubt wur­de und den­ke, dar­in einen gesun­den Maß­stab gegen aller­lei Abir­run­gen gefun­den zu haben, einen Maß­stab übri­gens, an dem sich auch und ins­be­son­de­re kirch­li­che Auto­ri­tä­ten bis hin zum Papst ori­en­tie­ren und mes­sen las­sen müssen.

    • irgend­wo habe ich eine Ein­schät­zung des dama­li­gen Kar­di­nals Ber­go­lio von einem sei­ner Amts­brü­der im Inter­net gele­sen. Dort wur­de ange­merkt, dass die Theo­lo­gie des Kar­di­nals sehr ver­wa­schen und nicht ein­deu­tig fass­bar sei. Ich muß noch ein­mal schau­en, wo ich das gefun­den habe. Es irri­tiert mich aufs Höch­ste, dazu all die­se „ver­rück­ten medi­en­wirk­sa­men Neuerungen“..In wel­chen Foren könn­te es noch dar­über Dis­kus­sio­nen geben?Ich bin froh, dass Papst Fran­zis­kus nicht nach Köln kommt.….!!!!
      Amen und gute Nacht!!!

  9. Die Lösung kann nur in einer Inter­pre­ta­ti­on des Kon­zils im Lich­te der Tra­di­ti­on bestehen. Alles ande­re ist Still­stand, respek­ti­ve unkon­trol­lier­tes Nach-vor­ne-Pre­schen, bei­des nicht im Sin­ne des Hei­li­gen Gei­stes. „Ein behut­sa­mer Pro­zess, in dem man­ches Kon­zils­de­ba­kel revi­diert und man­ches noch ein­mal von vor­ne bedacht wer­den müss­te, ist der ein­zi­ge klu­ge und sanf­te Weg.“ Zeit­schnur hat das wie ich fin­de wun­der­bar in Wor­te gefasst. Dies war auch das Anlie­gen unse­res gelieb­ten Pap­stes Bene­dikt. Lei­der schei­nen weder Papst Fran­zis­kus noch der Groß­teil der Pius­bru­der­schaft die­sen Weg der Ver­nunft ein­schla­gen zu wol­len. Im Nach­hin­ein bin ich aber frof, dass Fel­lay das Abkom­men letz­tes Jahr nicht unter­zeich­net hat, denn unter Mül­ler und Ber­go­glio wären die völ­lig unter­ge­but­tert wor­den. War wohl eine Fügung von oben.

    • Bene­dikt XVI. war nie bereit, auch nur ein ein­zi­ges Kon­zils­do­ku­ment in Fra­ge zu stel­len. Somit war kei­ne Kor­rek­tur mög­lich. Er hat ledig­lich gefor­dert, das Kon­zil sei im Lich­te der Tra­di­ti­on zu deu­ten. Eine Ant­wort, wie das gehen soll bei Tex­ten, die der Tra­di­ti­on wider­spre­chen, hat er nie gege­ben. Der Pius­bru­der­schaft kann man das nicht anla­sten, sie hat doch gefor­dert, die Tex­te auf den Prüf­stand zu stel­len. Schon ihr Grün­der, Erz­bi­schof Lef­eb­v­re. Alle Päp­ste haben sich gewei­gert, ausnahmslos.
      Ich kann ver­ste­hen, wenn man Bene­dikt XVI. schätzt. Das darf aber nicht zur Legen­bil­dung führen!

      • Nein, ich fin­de Bene­dikt hat wirk­lich alles ver­sucht um Impul­se zu geben die Tra­di­ti­on wie­der neu zu beleben.
        Aber der Hass, die Ableh­nung, die Tota­li­tä­re Into­le­ranz durch die Kle­ri­ker, die sich neben­bei Dia­log und Tole­ranz auf die Fah­nen schrei­ben, ich den­ke die­ser geball­te Unge­hor­sam hat ihn in sei­nen Grund­fe­sten erschüttert.
        Der Wen­de­punkt war die Rück­nah­me der Exkom­mu­ni­ka­ti­on der FSSPX.
        Man hat dem guten Mann offen oder ver­steckt gedroht und ihn in der Öffent­lich­keit übel­sten Beschimp­fun­gen preisgegeben.
        Die­se Wider­wär­tig­kei­ten kamen ein­deu­tig aus Kir­chen­krei­sen und haben den gro­ßen Theo­lo­gen, der auf die Über­zeu­gung durch die Wahr­heit setz­te schwer see­lisch geschädigt.
        Sein Rück­tritt war der letz­te Hil­fe­ruf an Jesus Chri­stus, der stär­ker ist als der Satan, der im Vati­kan inzwi­schen fest ver­wur­zelt sein Unwe­sen treibt.
        Bene­dikt ist am Moder­nis­mus der Kir­che gescheitert.

          • Lie­ber micha­el, das soll­ten wir für die­sen guten Mann tun. Einen Men­schen von die­sem For­mat wird die katho­li­sche Kir­che kaum wie­der bekommen.

          • Lie­ber micha­el, lie­ber Medienliebling,
            Ich kann mich Ihnen nur voll und ganz anschlie­ssen. Und ich kann Ihnen ver­si­chern, dass auch in mei­nem Bekann­ten­kreis (und das sind längst nicht alle „Tra­di­tio­na­li­sten“) nicht weni­ge Papst Bene­dikt sehr ver­mis­sen. Im Gegen­satz zu Papst Fran­zis­kus, wähl­te Bene­dikt sei­ne Mit­ar­bei­ter nicht nach Lager­den­ken aus. Das hat ihm viel­leiht das Genick gebro­chen. Aber er war eben kein Macht­mensch. Dafür war er für mich stets in allem die Refe­renz und er wird für mich immer die Refe­renz in allen reli­giö­sen Fra­gen bleiben.

          • Bene­dikt XVI. hat sei­nem Nach­fol­ger bedin­gungs­lo­sen (!) Gehor­sam (!) geschwo­ren. Neh­men Sie sich ein Bei­spiel an ihm!

          • Ich habe Ihnen schon ein­mal gesagt, daß Sie sich nicht um mein See­len­heil zu küm­mern brau­chen, lie­ber Vincentius.

          • Stim­me zu außer­dem ist Gefolg­schaft kein dum­mes Hin­ter­drein­trot­ten son­dern auf­merk­sa­mes Schreiten.
            Und Anstoß neh­men an ver­schie­de­nen Din­gen, die offen­sicht­lich falsch sind ist noch lan­ge kei­ne Apost­asie, eher das Gegenteil.

          • Nun Medi­en­lieb­ling und micha­el erhe­ben sich selbst sub­jek­ti­vi­stisch wie das Bene­dikt XVI. immer gelehrt hat zum Maß­stab und nicht die Hei­li­ge Kir­che, die vom Hei­li­gen Vater gelei­tet wird.

          • Einem Leug­ner der Evan­ge­li­en wie Vicen­ti­us steht es nicht zu, ande­ren Chri­sten auch nur irgend etwas vorzuschreiben.

        • Micha­el, Sie spre­chen mir wie­der ein­mal voll aus der See­le. Kann Ihnen nur herz­lich für Ihre Wor­te dan­ken. Der Rück­tritt Bene­dikts war eine Kata­stro­phe, ja der Super­gau in der Kir­che. Papst Bene­dikt XVI. war das Opfer der­je­ni­gen Intri­gan­ten wel­che jah­re­lang im Hin­ter­grund einen regel­rech­ten Putsch vor­be­rei­tet hat­ten, des­sen Ergeb­nis die­ser „Papst“ Fran­zis­kus ist. Eine Nie­der­tracht sondersgleichen.

  10. Ich bin gewiss kein Anhän­ger der Pius­bru­der­schaft, aber nach dem Kon­zil wur­den uns Gläu­bi­gen so vie­le Irr­leh­ren und Irre­füh­run­gen als Werk des Hei­li­gen Gei­stes ver­kauft, dass es doch nur natür­lich ist, wenn man auch mal etwas kri­tisch hin­ter­fragt und sich eher an der unfehl­ba­ren Leh­re der Kir­che ori­en­tiert als jedes zwei­deu­ti­ge Sätz­chen eines Pasto­ral­kon­zils für wahr zu hal­ten. Und wenn einem seit 50 Jah­ren ein gei­sti­ger Früh­ling vor­ge­ju­belt wird, man tat­säch­lich aber einen enor­men Rück­gang an prak­ti­zie­ren­den Katho­li­ken sieht, wenn man sieht dass auch vie­le der ver­blie­be­nen Gläu­bi­gen kaum ein gutes Wis­sen über ihren Glau­ben haben, Leu­te Sonn­tag für Sonn­tag in die Hl.Messe gehen ohne dass es ihnen bekannt wäre dass sie der Ver­ge­gen­wär­ti­gung des Kreu­zes­op­fers Chri­sti bei­woh­nen, seit Jah­ren nicht mehr beich­ten gegan­gen sind weil der Pfar­rer gesagt hat das sei nur für die die „s‘ nötig habn“, dann stimmt doch die Rea­li­tät nicht annä­hernd mit den Begei­ste­rungs­stür­men der hohen Geist­lich­keit über­ein. Und mit dem gröss­ten Respekt für unse­ren gelieb­ten Hei­li­gen Vater wage ich dar­an zu zwei­feln, ob es bei der Hal­tung der Pius­bru­der­schaft um blo­sse Hals­star­rig­keit han­delt oder nicht auch um ehr­li­che, tie­fe Sor­ge um die Lage der Kir­che? Ich leh­ne das 2. Vati­ka­num kei­nes­wegs ab, es wur­den damals z.T. sogar auch sehr schö­ne Doku­men­te ver­ab­schie­det, aber manch­mal frag ich mich schon wo sie sind, die gro­ssen Früch­te des Konzils?

  11. Es ist ein Para­do­xon aller­er­ster Güte, daß alle die­je­ni­gen, die ver­zwei­felt nach der „Tra­di­ti­on“ und dem alten Ritus rufen, glau­ben, damit der römisch-katho­li­schen Kir­che eine Zukunft zu sichern. Eine der­art aus­ge­rich­te­te Kir­che hat kei­ne Zukunft, da sie sich von den Men­schen ent­fernt. Kir­che heißt Gemein­schaft mit Gott und Dasein für die Men­schen — Näch­sten­lie­be. Wenn aber die Tra­di­ti­on und Fra­gen des Ritus vor allem ande­ren ste­hen, ent­spricht das eher dem Tanz um das gol­de­ne Kalb als dem Auf­trag von Kir­che. Eine sol­che Kir­che wird kei­ne Zukunft haben — und braucht auch kei­ne Zukunft.

    • Die Kir­che ent­fernt sich nicht von den Men­schen, die Men­schen ent­fer­nen sich von der Kir­che. Dem Zeit­geist nach­zu­lau­fen hat nach­weis­lich der letz­ten 50 Jah­re nichts gebracht und nur gescha­det, und die Kir­chen wur­den erst recht immer lee­rer. Nur das Fest­hal­ten an der Tra­di­ti­on sichert der Kir­che das Überleben.

      • Zum The­ma „Fest­hal­ten“: Wenn Sie allein an der Sei­te eines Seils fest­hal­ten, an des­sen ande­ren Ende immer mehr Men­schen zie­hen, wird zwangs­läu­fig der Zeit­punkt kom­men, an dem Ihre Kraft nicht mehr aus­reicht. Da wäre es doch viel sinn­vol­ler, mit den Men­schen mit­zu­ge­hen und mit­ein­an­der einen guten Weg zu suchen.
        Zum The­ma „Ent­fer­nen“: Rich­tig muß es hei­ßen: Die Men­schen ent­fer­nen sich von der römisch-katho­li­schen Kir­che. Und zwar gezwun­ge­ner­ma­ßen genau des­halb, weil die römisch-katho­li­sche Kir­che ihnen kei­ne gei­sti­ge Hei­mat mehr bie­ten kann, da sie sich von der Lebens­wirk­lich­keit der Men­schen ent­fernt. Wenn der hier von vie­len gewünsch­te Schritt nach noch wei­ter zurück voll­zo­gen wer­den soll­te, wer­den sich die ande­ren Kir­chen über vie­le neue Mit­glie­der freuen.

        • „Die Men­schen ent­fer­nen sich von der römisch-katho­li­schen Kir­che. Und zwar gezwun­ge­ner­ma­ßen genau des­halb, weil die römisch-katho­li­sche Kir­che ihnen kei­ne gei­sti­ge Hei­mat mehr bie­ten kann !“
          Stimmt, aber anders als Sie denken.
          Durch die „Ver­welt­li­chung“ hat sich die Kir­che zwar den Men­schen zu‑, aber den Glau­ben Suchen­den lei­der völ­lig abgewandt.
          Sie stellt sich in die lan­ge Rei­he von Orga­ni­sa­tio­nen, die Huma­ni­tät pre­di­gen und wird damit ver­gleich­bar und lei­der auch ein Stück gleichgültiger.
          Dabei hät­te sie soviel zu bie­ten: Die Fra­ge um Leben und Tod, die Befug­nis Sün­den zu ver­ge­ben, die Exi­stenz der Real­prä­senz in der hl.Messe, die Ehe­lo­sig­keit um des Himel­rei­ches Wil­len als klei­ne Bei­spie­le der end­lo­sen Mög­lich­kei­ten zu nennen.
          Nein, die wah­re Kir­che Chri­sti und nicht die zahl­lo­sen Miet­lin­ge im Kir­chen­ko­stüm, ist immer auf Höhe der jewei­li­gen Zeit.
          Wer das leug­net, leug­net damit auch ihren Stif­ter Jesus Chri­stus und ist damit auch eigent­lich kein Christ.
          Von sol­chen Zeit­geist­ty­pen lau­fen lei­der inzwi­schen zuvie­le her­um die uns sei­den­weich in die Hand des Zeit­gei­stes (Satan) geben wollen.
          Sie wer­den nicht gewin­nen, das ist sicher!

          • Micha­el, Ihr Wort in Got­tes Ohr. Das Kon­zil war eine Revo­lu­ti­on gegen Gott und alles was in der Römi­schen Kir­che hei­lig war. Doch Rebel­li­on gegen Gott und sei­ne Stif­tung — die allein selig­ma­chen­de Katho­li­sche Kir­che — kann und wird auf Dau­er nicht gelin­gen. Dar­auf kön­nen wir sicher hof­fen. Die Pfor­ten der Höl­le wer­den die Kir­che nicht verschlingen!

    • Sehr rich­tig. Nicht an einem Ritus, son­dern an Auf­rich­tig­keit in den Voll­zü­gen von Glau­ben, Hoff­nung und Lie­be, von dia­ko­nia, leit­ur­gia und aga­pe wird sich die Zukunfts­fä­hig­keit des Chri­sten­tums ent­schei­den. Ich sehe da sehr posi­tiv in die Zukunft, hat uns Gott doch Papst Fran­cis­cus geschenkt.

      • Vin­cen­ti­us, ohne die Wie­der­her­stel­lung des Geset­zes des Betens wird zwangs­läu­fig das Gesetz des Glau­bens ver­lo­ren gehen. Dann bleibt nur noch lee­res Geplap­per, das kei­ne eini­ge See­le mehr in den Him­mel führt!

  12. Ich fin­de es nicht mehr erträg­lich, wie die drit­te gött­lich Per­son für ein Ereig­nis in Haf­tung genom­men wird, bei der sie offen­sicht­lich aus­ge­sperrt wurde.
    War­um soll­te es der all­mäch­ti­ge Gott plötz­lich gut fin­den, dass der Mensch ein Recht auf den Irr­tum hat (Reli­gi­ons­frei­heit)?
    Oder war­um soll­te er nicht­christ­li­che Reli­gio­nen loben (Nostra Aetate).
    Wo ist denn das Opfer in der neu­en Messe?
    Wo sind den die guten Früch­te die­ses Konzils?
    Die hei­li­ge katho­li­sche Kir­che ist pri­mär dazu gegrün­det, um Gott anzu­be­ten. So wie die Engel im Him­mel Gott anbe­ten. Und weil Gott den Men­schen als sein Geschöpf liebt, des­halb haben wir die Mög­lich­keit uns in die­ser Kir­che zu retten.
    Ich den­ke, die Kir­che ist in die­ser Kir­chen­ver­samm­lung um ihr „Gol­de­nes Kalb“ getanzt.
    Sie hat den Men­schen an die Stel­le Got­tes gesetzt.
    Und des­halb kann sie auch nur ein demü­ti­ges Zurück­keh­ren zu Gott ret­ten ( wie die Israe­li­ten aus der baby­lo­ni­schen Gefangenschaft).
    „An den Flüs­sen Baby­lons saßen wir und wein­ten, da wir Dei­ner gedach­ten, Sion.“

  13. Unab­hän­gig davon, wie man zum Kon­zil steht: Die Niveau­lo­sig­keit die­ser Pre­dig­ten ist erschreckend. Es tut mir leid, ich kann sie nur als theo­lo­gisch vul­gär bezeich­nen. Sie sind nicht nur eines Pap­stes unwür­dig, es gibt genug Pfar­rer, die so aus­sa­ge­los nicht predigen.
    Ich wer­de den Ver­dacht nicht los: Fran­zis­kus ver­zich­tet bewusst auf jede Vor­be­rei­tung, sagt ein­fach, was ihm gera­de ein­fällt, um das Petrus­amt aller beson­de­ren Ver­ant­wor­tung für die Kir­che zu ent­klei­den, das Amt her­un­ter­zu­zie­hen unter das Nomal­maß ins Gewöhn­li­che, in die völ­li­ge Belie­big­keit. Das wäre dann ein theo­lo­gi­sches Programm.
    Auf­fal­lend ist, dass auch die Kon­ser­va­ti­ven, die sich an der aus­ge­feil­ten, hoch­ste­hen­den Spra­che Bene­dikts XVI. erfreu­ten, in die Jubel­chö­re ein­stim­men. Wie ist das mög­lich? Weil mit dem Kon­zil ein theo­lo­gi­scher Nie­der­ganng ein­her­ge­gan­gen ist, den die Vor­gän­ger Fran­zens mit ihrem per­sön­li­chen Niveau über­decken konn­ten. Fran­zis­kus ver­kör­pert den Nie­der­gang der Kir­che, der seit dem II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil offi­zi­ell Ein­zug gehal­ten hat. Und weil das alles schon ca. 50 Jah­re dau­ert, ken­nen vie­le Katho­li­ken gar kein ande­res Niveau mehr.
    Fran­zis­kus wird ver­tei­digt, wie man einen gera­de popu­lä­ren Pop­star ver­tei­digt. Eine gro­tes­ke Ver­ken­nung des Petrusam­tes, die so nicht vor­stell­bar war. Das kann nur pas­sie­ren, weil längst jeder Maß­stab in der Kir­che ver­lo­ren gegan­gen ist, weil, wie gesagt, die Vor­gän­ger Fran­zens ihr per­sön­li­ches Niveau, ihre Kul­tur, ihre Bil­dung, ihre tra­di­tio­nel­le Prä­gung in das Amt ein­ge­bracht haben. Der für die Kir­che gefähr­li­che Sub­jek­ti­vis­mus wur­de damit überdeckt.
    Nie wäre es so „leicht“ für einen Nach­fol­ger von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re in allem Elend, aber vor die­sem Hin­ter­grund, öffent­lich sei­ne Stim­me zu erhe­ben und den über­lie­fer­ten katho­li­schen Glau­ben zur Spra­che zu brin­gen. Der jetzt über­wie­gend nur noch von gebil­de­ten Lai­en ver­tei­digt wird, von ein­zel­nen katho­li­schen Intel­lek­tu­el­len. Das ist ein Trau­er­spiel ande­rer Art…

    • Liebe/r cup­pa, stim­me Ihnen zu, aller­dings mit dem ein­zi­gen Ein­wand: Papst Fran­zis­kus ist hoch­in­tel­li­gent, und agiert mit vol­ler Absicht so wie er agiert. Den Rest kann sich jeder denken.

      • Ich schrieb, es ist sein theo­lo­gi­sches Programm.
        Er macht alles sehr bewusst. Ich bin mit Ihnen einer Mei­nung Das Niveau, die Geschlif­fen­heit eines Bene­dikt XVI. fehlt ihm jedoch.

        • Liebe/r cup­pa, das Niveau wird hier ganz bewußt nied­rig, fast schon pri­mi­tiv nied­rig gehal­ten, wie alles ande­re auch. Das Gan­ze wird uns als „Ein­fach­heit“, „Demut“ und ein „back to the roots“ des Chri­sten­tums ver­kauft. Die gei­sti­ge und kul­tu­rel­le Armut wird so zur Maxi­me die­ses Pon­ti­fi­kats. Natür­lich ganz unab­sicht­lich absichtlich.

    • „Nie wäre es so „leicht“ für einen Nach­fol­ger von Erz­bi­schof Lefebvre.….….….……“

      Ich darf vor­sich­tig wider­spre­chen und eher das Gegen­teil behaup­ten, denn FSSPX ist wohl von allen „Trad­di­tio­nel­len“ die Glaub­wür­dig­ste Stimme.
      Wäh­rend Ande­re eher Nost­al­gi­ker anspre­chen (das mei­ne ich im besten Sin­ne) „ver­ein­nahmt“ FSSPX die Gläu­bi­gen vom Säug­ling bis zum alten Menschen.
      Kate­che­se für alle Alters­grup­pen, tief­from­mes Fei­ern aller Feste und auch nach Außen geht man.
      Nein, wenn einer die Stim­me für die wah­re Kir­che erhebt, dann FSSPX, nur eben nicht über Pres­se Rund­funk und Fern­se­hen, denn die schwei­gen alles tot (mit täti­ger Unter­stüt­zung gewis­ser Bischö­fe) oder durch geziel­te Ver­leum­dun­gen, die sogar vor Nazi Ver­glei­chen nicht zurückschrecken.
      Aber kei­ne Angst auch unser Enter­tain­ment-Papst mit sei­nen Belang­los Reden wird sich irgend­wann stel­len MÜSSEN.
      Mal sehen, ob alle ihn dann immer noch so lieben!

      • Natür­lich ist sie die glaub­wür­dig­ste Stim­me. Und ich spre­che aus­drück­lich NICHT kri­tisch von der Seel­sor­ge in den Prio­ra­ten, ich spre­che von dem Schwei­gen auf der Lei­tungs­ebe­ne. End­lich, schier end­los lan­ge, wur­den vom Gene­ral­obe­ren mal wie­der die Gläu­bi­gen ange­spro­chen. Der Rund­brief war ein­deu­tig, dar­an besteht kein Zwei­fel. Weit über jeder Ecclesia-Dei-Verlautbarung.
        Mein Maß­stab ist nun mal Erz­bi­schof Lef­eb­v­re. Und den darf ich an die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten nicht anle­gen. Wohl aber an die Lei­tungs­ebe­ne der Prie­ster­bru­der­schaft ST.Pius X. Und in die­ser Kri­se der Kir­che, die auf den Höhe­punkt zusteu­ert, fin­de ich die­sen Maß­stab not­wen­di­ger denn je.

    • Ich wür­de „Belie­big­keit“ durch „Belang­lo­sig­keit“ erset­zen. Übri­gens ist er der erste Papst, der nach dem Kon­zil zum Prie­ster geweiht wurde.

    • Die mei­sten Leu­te, auch Kle­ri­ker, ver­ste­hen es lei­der vor­züg­lich sich den jewei­li­gen Macht­ver­hält­nis­sen anzu­pas­sen. Sie haben kein Rück­grat und vie­le sind dar­über hin­aus auch noch hoff­nungs­los naiv. Ande­rer­seits ver­steht es die Prie­ster­bru­der­schaft über­haupt nicht, sich medi­en­wirk­sam zu ver­kau­fen. Lef­eb­v­re hat­te ein­deu­tig mehr Cha­ris­ma als sei­ne Nach­fol­ger. Laut einer Umfra­ge einer bedeu­ten­den fran­zö­si­schen Regio­nal­zei­tung (Ouest Fran­ce) war er in einem Jahr (Mit­te der sieb­zi­ger) der zweit­be­lieb­te­ste Fran­zo­se, hin­ter dem Rad­renn­fah­rer Poul­i­dor, weit vor allen Poli­ti­kern und und Stars aus dem Showbereich.

  14. Unter­stellt, Papst Bene­dikt XVI. hät­te Recht, und es gäbe kei­ne vor- und kei­ne nach­kon­zi­lia­re Kir­che, son­dern nur eine Kir­che, wie kann es denn dann sein, dass es nach Papst Fran­zis­kus „Hals­star­ri­ge“ gibt, die sogar vor das Kon­zil zurück­keh­ren wol­len, die „den Hei­li­gen Geist domestizieren“?

    Zu was wol­len denn die angeb­lich Hals­star­ri­gen zurück­keh­ren, wenn das gesam­te II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil angeb­lich im Lich­te der Tra­di­ti­on inter­pre­tier­bar sein soll?

    Anmer­kung mei­ner­seits: die­se bene­dikt­sche Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät erin­nert mich ein wenig an das Akti­en­ge­setz, wel­ches in der DDR nie außer Kraft gesetzt wur­de. Dem­nach konn­te man theo­re­tisch, d.h. rein recht­lich in der DDR eine Akti­en­ge­sell­schaft grün­den, tat­säch­lich natür­lich nicht. Und so ver­hält es sich auch mit dem II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil: (fast alle) Beschlüs­se kön­nen theo­re­tisch im Lich­te der Tra­di­ti­on aus­ge­legt wer­den, tat­säch­lich ist dies wenig sinn­voll, weil dann die Tex­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils kei­ne eige­ne Bedeu­tung mehr haben. Die eige­ne Aus­sa­ge­kraft des „Gesamt­wer­kes“ II. Vati­ka­ni­sches Kon­zil, d.h. die Beschlüs­se sowie die aus ihnen abge­lei­te­ten Maß­nah­men und lehr­amt­li­chen Ver­laut­ba­run­gen stel­len in der Pra­xis etwas Neu­es dar, so dass das Kon­zil für mich ein Chif­fre, ein Chriff­re für eine neue Theo­lo­gie, für eine neue Kir­che ist.

    Ent­spre­chend soll die Pius­bru­der­schaft dem Grun­de nach nicht nur die (pasto­ra­len) Beschlüs­se des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils, son­dern viel­mehr die neue Theo­lo­gie, die neue Kir­che aner­ken­nen. Und ent­spre­chend inter­pre­tie­re ich die Wor­te von Papst Fran­zis­kus, dass die angeb­lich Hals­star­ri­gen zu der vor­kon­zi­lia­ren Theo­lo­gie, zu der vor­kon­zlia­ren Kir­che zurück­keh­ren wol­len, sich also dem Neu­en verweigern.

    • Sie zei­gen in der Tat ein Dilem­ma auf: Die „Her­me­neu­tik des Bruchs“ klingt in Fran­zis­kus‘ seich­ter Rede dop­pel­bö­dig an (Kon­trast von Vor­her-Nach­her d.Konzils). „Hals­star­rig“ ist also jeder, der das Vor­her für wahr und bewah­rens­wert hält.
      Sein bibli­scher Aus­gangs­punkt : die Rede des Mär­ty­rers Ste­pha­nus vor sei­ner Stei­ni­gung: Die „Hals­star­ri­gen“ bei F. — also die, die in der Les­art einer „Bruch-Her­me­neu­tik“ (wie FFSPX) das Vor­her für wahr, das Nach­her für nicht mehr unver­letzt wahr hal­ten eben­so wie die, die in einer Kon­ti­nui­täts­her­me­neu­tik das Vor­her für wahr, das Nach­her aber auch für wahr hal­ten (wie BXVI.?), also: alle, die das Vor­her für wahr hal­ten (!!!) — sind „Hals­star­ri­ge“, denn sie hal­ten ent­we­der am Vor­her in irgend­ei­ner Wei­se fest oder wol­len nicht ohne das Vor­her ins Nach­her vor­wärts gehen. Ste­pha­nus nennt „hals­star­rig“ die­je­ni­gen, die Gott ein irdi­sches Haus bau­en woll­ten. Das über­trägt F. nun auf die, die am Vor­her fest­hal­ten wol­len: wer am Vor­her fest­hält ist wie die, die Gott im Tem­pel fest­frie­ren wol­len und die Pro­phe­ten getö­tet haben. Die­se Inter­pre­ta­ti­on ist grob und fahr­läs­sig: Gott hat Mose genaue Vor­schrif­ten für den lit­ur­gi­schen Dienst gemacht. In der Torah ist das nach­zu­le­sen. Das hei­li­ge Gerät, die Gewän­der des Prie­sters etc., der Leuch­ter — alles kei­nes­wegs etwas Wan­del­ba­res! Gott bin­det sich an Isra­el, ein wan­dern­des, hin und her gewor­fe­nes Volk, zieht mit ihm, aber die Reprä­sen­tanz sei­ner Hei­lig­keit ist fest­ge­legt! Ste­pha­nus wirft nun dem San­he­drin vor, genau die­se Ord­nun­gen Got­tes nicht ein­zu­hal­ten und IHN statt­des­sen an einer irdi­sche Ruhe­stät­te nach eige­nem Gusto fest­zu­frie­ren. Also: das Pro­blem des Tra­di­ti­ons­bru­ches spricht auch Ste­pha­nus an: Ihr seid Mör­der und Ver­rä­ter, ihr, ‚„die ihr durch die Anord­nung von Engeln das Gesetz emp­fan­gen, es aber nicht gehal­ten habt.“
      So — nun sieht es ganz anders aus mit die­ser Bibel­stel­le! Wer ist dem­nach wohl eher „hals­star­rig“?

  15. Alle Doku­men­te des Kon­zils sind Doku­men­te des Lehr­am­tes — der Inhalt ist egal. Eini­ge sind sogar als Con­sti­tu­tio­nes her­vor­ge­ho­ben. Die Unter­schrift des Pap­stes zählt. Die­ser könn­te auch ohne Kon­zil Con­sti­tu­tio­nes erlas­sen. Und hat das auch getan. Wir alle hier soll­ten das nicht in Fra­ge stel­len, das ist unser aller Kir­chen­recht, wenn wir katho­lisch sein wol­len. Hal­ten wir uns also an Papst und Kon­zil. Andern­falls fal­len wir vom rech­ten katho­li­schen und apo­sto­li­schen Glau­ben ab.

      • Liebe/r Arrow, wenn es nach dem ober­sten Vor­sit­zen­den des Papst Fran­zis­kus Fan­clubs geht, ist ein kla­res „JA“ die Antwort.

        • Ob es mir gefie­le oder nicht, die Ant­wort ist ein Ja. Da hat Medi­en­lieb­ling recht. So ist das Kir­chen­recht, so ist die Dog­ma­tik. Und es gefie­le mir durch­aus nicht, wenn der Papst dekla­rier­te, das ein Apfel eine Bir­ne wäre. Aber ich müss­te mich zu mei­nem Hei­le sei­ner Erklä­rung unterwerfen…

          • Lie­ber Vin­cen­ti­us, ich freue mich so sehr für Sie, daß Sie sich mit Ihrer bedin­gungs­lo­ser Papst­lie­be schon jetzt den besten Platz im Him­mel gesi­chert haben. Herz­li­chen Glück­wunsch!!! Jetzt müs­sen Sie nichts mehr machen, und kön­nen sich beru­higt zurücklehnen.

          • Mir geht es um die etli­chen, die hier offen­bar sich dem Heil ver­wei­gern, indem sie, obwohl sich katho­lisch geben, dem Pap­ste verweigern.

          • Ich kann es nur noch­mal wie­der­ho­len: nach der Leh­re der katho­li­schen Kir­che gibt es kein Heil außer­halb der Kir­che und kei­ne Kir­che ohne Papst. Ich weiß nicht, was dar­an häre­tisch ist.

          • So pau­schal kann man das nicht sagen. Sie machen den­sel­ben Feh­ler wie die Pius­bru­der­schaft, wenn Sie sagen, dass es ausser­halb der katho­li­schen Kir­che kei­ne Heils­mög­lich­keit gäbe (und Sie wider­spre­chen Ihrem Idol Fran­zis­kus, der sich von Anders­gläu­bi­gen seg­nen ließ, was ich dann wie­der­um für sehr unan­ge­bracht hal­te). Josef Ratz­in­ger brach­te es schon 1958 (also vor dem Kon­zil) auf den Punkt: http://www.vatican-magazin.de/index.php/magazin/aktuelle-ausgabe/inhalt/14-magazin/aktuell/disputa/120-disputa-62012
            Wo diePi­us­bru­der­schaft aller­dings recht hat, ist, dass man auch einem Papst nicht in allem bedin­gungs­los fol­gen darf. Die Sache ist viel kom­ple­xer. Aber das wur­de hier ja schon öfter erörtert.

    • Lie­ber Vin­cen­ti­us, war­um sind Sie so beses­sen von den Mei­nun­gen ande­rer Leu­te? Küm­mern Sie sich bit­te doch ein­fach um Ihr eige­nes See­len­heil und gut ist. Am Ende unse­rer Tage hat nur ein Ein­zi­ger die Kom­pe­tenz, uns zu rich­ten, und ich kann Ihnen ver­ra­ten, es ist nicht der von Ihnen so heiß­ge­lieb­te Papst, wer auch immer die­ses Amt gera­de inne hat, da kön­nen Sie noch so sehr mit Kir­chen­recht und irgend­wel­chen Unter­schrif­ten und son­sti­gen Doku­men­ten win­ken, wie Sie wollen.

        • Lie­ber micha­el, irgend­wie muß man Herrn oder Frau Vin­cen­ti­us ein wenig den Wind aus den Segeln neh­men, bevor er/sie hier alle zutrollt, weil er/sie abwei­chen­de Mei­nun­gen nicht ertra­gen kann. Viel­leicht ver­steckt sich aber hin­ter „Vin­cen­ti­us“ ein­fach nur Clau­dia Roth, so oft wie die­ser Mensch sich hier empört und allen ande­ren sei­ne ein­zig rich­ti­ge Mei­nung auf­zwin­gen will.

          • Haha­ha sehr gut,
            Clau­dia Roth kann es nciht sein, denn sie beschäf­tigt sich als „Bun­de­s­em­pö­rungs­be­auf­trag­te“, doch den gan­zen Tag mit Empörung.
            Nein die Per­son unter dem Syn­onym hat eini­ges am Katho­li­schen Glau­ben nicht ver­stan­den, hier ist es wohl der Unfehl­bar­keits­be­griff, der von den Halb­ge­bil­de­ten immer her­an­ge­zo­gen wird wie zb. hier.
            Wie ja alle gebil­de­ten Katho­li­ken wis­sen soll­ten, steht hin­ter der Unfehl­bar­keit, nicht die Deu­tungs­ho­heit über Wet­ter, Lot­to­zah­len etc., son­dern sozu­sa­gen das letz­te Wort, was der Papst spricht, wenn eine Sache zur Glau­bens­leh­re erho­ben wird.
            Nein Unter­schrif­ten und Wil­len­er­klä­run­gen von Päp­sten haben nicht das Sie­gel der Unfehl­bar­keit und auch Päp­ste kön­nen irren, das steht auch nicht im Gegen­satz zum Amt.
            Zum Bei­spiel müß­te ja „Vin­cen­ti­nus“ ganz laut schrei­en, weil Bene­dikt von der Kir­che im deutsch­spra­chi­gen Raum ver­langt hat, bei der Wand­lung „Pro Mul­tis“ aber nicht „Pro Omnes“ zu beten.
            Das wäre ja nach sei­ner Deu­tung schon eine unfehl­ba­re Hand­lung, oder??
            Genau, aber weils nicht so passt, ists nicht so schlimm, lie­ber den All­ge­mein­plät­zen von Franz lau­schen, ist auch ein­fa­cher, um nicht zu sagen simpler !

          • Lie­ber micha­el, ich glau­be wir soll­ten mit Vin­cen­ti­us ein­fach ein wenig nach­sich­ti­ger sein, scheint er/sie doch sei­ne geball­te theo­lo­gi­sche Möch­te­ger­ne-Kom­pe­tenz aus­schließ­lich aus wiki­pe­dia zu bezie­hen. Und das kann nur in die Hose gehen. 😉

          • Es muss wenn dann „pro omni­bus“ heißen 😉
            Gegen die alte latei­ni­sche For­mu­lie­rung ist nichts ein­zu­wen­den. Es geht nur um die Übersetzung!

      • Ich erin­ne­re Sie an Boni­faz VIII.: „Por­ro subes­se Roma­no Pon­ti­fi­ci omni huma­nae crea­tu­rae declara­mus, dici­mus, defi­ni­mus et pro­nun­cia­mus omni­no esse de neces­si­ta­te salutis.“

        • Zita­te mit Copy&Paste aus dem Inter­net zu kopie­ren macht so einen Rie­sen­spaß, nicht wahr, lie­ber Vincentius?

        • Was hat das mit dem Ein­wand zu tun, dass hier wenig auf die päpst­li­che Tra­di­ti­on geach­tet wird?

      • Es geht mir nicht um mei­ne Mei­nung, es geht mir um die rei­ne, katho­li­sche und apo­sto­li­sche Leh­re, die es ohne Papst (auch die­sen) nicht gibt.

  16. „Was hat das Kon­zil „gelehrt“, das noch nicht umge­setzt wurde? “

    Da gibt es schon The­men. Etwa Nr. 116 aus Sacro­san­tum Con­ci­li­um. Da soll es sogar gele­gent­lich Defi­zi­te auch bei den FSSPX geben. Und Nr. 54 2. Teil, Nr. 36 Punkt 1 beim NOM.
    Zuge­ge­be­ner­ma­ßen ist unklar, was Papst Fran­zis­kus mit „vor das Kon­zil zurück“ meint.

  17. „Was hat das Kon­zil „gelehrt“, das noch nicht umge­setzt wurde? “

    Die „edi­tio typi­ca“ der Bücher des Gre­go­ria­ni­schen Gesan­ges soll zu Ende geführt wer­den; dar­über hin­aus soll eine kri­ti­sche Aus­ga­be der seit der Reform des hei­li­gen Pius X. bereits her­aus­ge­ge­be­nen Bücher besorgt wer­den. Es emp­fiehlt sich fer­ner, eine Aus­ga­be zu schaf­fen mit ein­fa­che­ren Melo­dien für den Gebrauch der klei­ne­ren Kirchen.

    Wur­de mei­nes Wis­sens auch noch nicht umgesetzt.

    • Gibt es über­haupt eine „Todo-Liste“ hin­sicht­lich der noch umzu­set­zen­den Lehr­sät­ze des Kon­zils? Hat sich irgend­ei­ne der römi­schen Dikaste­ri­en mal die Mühe gemacht, eine sog. „Gap-Ana­ly­se“ hin­sicht­lich der bis­lang umge­setz­ten und der noch nicht bzw. nicht aus­rei­chend umge­setz­ten Lehr­sät­ze zu erstellen?

      Das läge doch eigent­lich auf der Hand, oder?

      Denn, das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil scheint doch so über­ra­gend zu sein, dass man die Pius­bru­der­schaft auf deren Aner­ken­nung zwingt, so wich­tig zu sein, dass man über­all Gedenk­ver­an­stal­tun­gen abhält, so bedeu­tend zu sein, dass ein Ver­weis auf sei­ne Errun­gen­schaf­ten in kei­ner Pre­digt feh­len darf. Aber, was das Kon­zil tat­säch­lich gelehrt hat, was das Kon­zil gefor­dert hat, scheint irgend­wie nie­man­den zu interessieren.

      Denn, und da wie­der­ho­le ich mich ger­ne, es geht gar nicht um das Kon­zil an sich, die Lehr­sät­ze sind an sich egal (anson­sten wür­de man sich ja um eine Todo-Liste bzw. Gap-Ana­ly­se bemü­hen). Das Kon­zil steht für eine neue Kir­che, für eine von der Tra­di­ti­on befrei­te Theo­lo­gie. Das hat das Kon­zil zwar nicht gelehrt (mög­li­cher­wei­se ange­deu­tet), aber dies spielt tat­säch­lich gar kei­ne Rolle.

      Die Sprü­che, das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil sei noch nicht rich­tig umge­setzt wor­den, wenn dies gesche­hen wür­de, wür­de alles wie­der gut wer­den, erin­nert mich, ich wie­der­ho­le mich ger­ne wie­der, an die DDR, die am Ende ihrer Tage mein­te, den Sozia­lis­mus auch noch nicht rich­tig umge­setzt zu haben.

      Der Kai­ser ist nackt, auch wenn alle sein unsicht­ba­res Kleid bewun­dern. Und die Kir­chen sind in Deutsch­land leer, der Glau­be ist ver­dun­stet, auch wenn die Deut­sche Kir­che die Seg­nun­gen des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils feiert.

  18. Genau das war gewollt: Eine neue Kir­che, so in Rich­tung Freikirche(n). Der Boden wur­de berei­tet, Fran­zis­kus scheint es anpacken zu wollen.

  19. Die Aus­sa­ge im Arti­kel „Da Ver­leum­dung nach kirch­li­cher Leh­re nicht in die Kate­go­rie der Tod­sün­den fällt…“ ist so nicht rich­tig und damit geht auch die Kri­tik an man­geln­der Prä­zi­si­on weit­ge­hend ins Leere.

    Nach kirch­li­cher Leh­re kann jede Sün­de zu einer schwe­ren wer­den, wenn in frei­em Wil­len und bei vol­lem Bewusst­sein ein schwer wie­gen­der Ver­stoß gegen das Gebot Got­tes, die Lie­be, began­gen wird.

    Ver­leum­dung setzt eigent­lich begriffs­mä­ßig schon frei­en Wil­len und Bewusst­sein des schwe­ren Ver­sto­ßes vor­aus, sonst wür­de man eher von ver­se­hent­li­chem Wei­ter­ge­ben fal­scher Tat­sa­chen reden.

    Bei Ver­leum­dung kann man auch fast nie von einer leich­ten Mate­rie aus­ge­hen, da sie ja immer eine Art Ruf-Mord dar­stellt, der fast nie wie­der voll­stän­dig gut gemacht wer­den kann, und ohne Wie­der­gut­ma­chung oft auch viel schwe­rer wiegt, als ein bloß phy­si­scher Mord, indem sie einen Men­schen sitt­lich zu ver­nich­ten sucht.

    Inso­fern ist die Aus­füh­rung der Pre­digt durch­aus beden­kens­wert, wenn sie Satan als den Vater der Lüge mit der Ver­leum­dung in Ver­bin­dung bringt und die Ver­leum­dung von einer Sün­de, die nur aus (z.B. intel­lek­tu­el­ler oder fleisch­li­cher) Schwach­heit began­gen wird, in ihrer Schwe­re abhebt!

    • Es geht nicht dar­um, ob Ver­leum­dung eine Tod­sün­de sein kann! Fran­zis­kus hat gesagt, Ver­leum­dung sei „mehr als eine Sün­de“, und das ist der Stein des Ansto­ßes. Jede Sün­de kann ver­ge­ben wer­den, also auch eine Ver­leum­dung. Wenn aber Ver­leum­dung mehr als eine Sün­de ist…????

      Es ist gut, auch mal was zum The­ma Ver­leum­dung zu sagen. Aber der Hei­li­ge Vater hat schon Tage davor immer wie­der das „Über­ein­an­der­re­den“ ins Visier genom­men und man hat­te den Ein­druck, es geht nicht ums Verel­um­den, son­dern dar­um, dass man sich um theo­lo­gi­sche Din­ge hef­tig streitet…
      Ich fand es aus­ge­spro­chen ungut, nun die­je­ni­gen, die nicht jede Ent­wick­lung ein­fach schlucken wol­len, höchst sug­ge­stiv in die „Ver­leum­derecke“ zu stel­len und auch noch anzu­deu­ten, dass ihnen nicht ver­zie­hen wer­den könn­te — bei einer Tat, die schlim­mer als eine Sün­de ist.
      Und wei­ter ging es dann mit der Denun­zia­ti­on der Kon­zils­kri­ti­ker als „hals­star­ri­ger“ Leu­te, die den Hei­li­gen Geist abwehren.
      Was ist an solch sug­ge­sti­ven Reden über Tage weg beden­kens­wert? Mei­ne Güte, die­ser Mann ist unser Papst — da muss er doch ein ande­res Niveau aufweisen.…alle Welt schaut ihn an…unser Pfar­rer pre­digt tiefsinniger…

  20. Man muss natür­lich auch fra­gen, ob nicht auch der Vor­wurf der geist­li­chen Träg­heit und des Wider­stands gegen den Hei­li­gen Geist bei Kon­zils­kri­tik eine Ver­leum­dung der­je­ni­gen ist, wel­che im Inter­es­se der über­zeit­li­chen Glau­bens­wahr­hei­ten und im Kampf um die Treue zu Chri­stus Beden­ken gegen bestimm­te For­mu­lie­run­gen des Kon­zils ange­mel­det haben und anmel­den mussten!

  21. Hier ist die Fra­ge zu stel­len, was gegen die Koner­va­ti­vi­tät von P. Fran­zis­kus spricht. Denn bekannt­lich sieht der Kon­ser­va­ti­ve die Ent­wick­lung immer im Span­nungs­feld von Inno­va­ti­on und Tradition.

    Auch die Gegen­über­stel­lung vom hl. Geist und dem Geist des Kon­zils geht an der Wirk­lich­keit vor­bei. Es ist der hl. Geist, der durch das Konzilspricht.

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