Franziskus I. — der Papst vom „Ende der Welt“

Jorge Mario Kardinal Bergoglio ist der neue Papst Franziskus I.(Vati­kan) Das Kon­kla­ve brach­te eine gro­ße Über­ra­schung. Über­ra­schend ist die Wahl des Argen­ti­ni­ers, Jor­ge Mario Kar­di­nal Ber­go­glio. Der Erz­bi­schof von Bue­nos Aires ist seit dem Apo­sten­für­sten Petrus der erste Nicht-Euro­pä­er auf dem Stuhl Petri, der erste Latein­ame­ri­ka­ner und der erste Jesu­it. Über­ra­schend ist auch der Name Franz I., den er sich als Papst erwählt hat. Obwohl Jesu­it steht der Nach­fah­re ita­lie­ni­scher Ein­wan­de­rer der neu­en Gemein­schaft Com­mu­nio­ne e Libe­ra­zio­ne (CL) von Don Giu­s­sa­ni nahe. Aus den Rei­hen die­ser Gemein­schaft galt eigent­lich der Mai­län­der Erz­bi­schof Ange­lo Kar­di­nal Sco­la als „Papa­bi­le“. Ber­go­glio ist nur andert­halb Jah­re jün­ger als Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, als die­ser 2005 zum Papst gewählt wur­de. Anders als erwar­tet, woll­te das Kar­di­nals­kol­le­gi­um ein­deu­ti­ge Signa­le set­zen, die es noch zu lesen gilt, aber kein lan­ges Pon­ti­fi­kat, wie zuletzt ange­nom­men wor­den war. Am 17. Dezem­ber wird Papst Franz I. 77 Jah­re alt.

Die Namens­wahl weist unwei­ger­lich auf den „poverel­lo“, den „klei­nen Armen“, den hei­li­gen Franz von Assi­si hin. Kein Papst hat­te sich bis­her die­sen Namen zuge­legt. Ein Name ist Pro­gramm. Kar­di­nal Ber­go­glio ver­bot den argen­ti­ni­schen Gläu­bi­gen, die ihn aus Freu­de zu sei­ner Kar­di­nal­s­er­he­bung nach Rom beglei­ten woll­ten, die Rei­se anzu­tre­ten. Er for­der­te sie auf, das Geld wohl­tä­ti­gen Zwecken zu spen­den. Beru­fun­gen an die Römi­sche Kurie lehn­te der Jesu­it ab. Nach Rom rei­ste er nur, wenn es unbe­dingt not­wen­dig war.

Franz von Assi­si war aber kei­nes­wegs nur das Kli­schee, das man heu­te von ihm kennt, son­dern neben sei­ner evan­ge­li­schen Armut vor allem ein uner­schüt­ter­li­cher Strei­ter Got­tes und unver­brüch­li­cher Sohn der hei­li­gen Kir­che. Dies zu einer Zeit, als es vie­le sek­tie­re­ri­sche Strö­mun­gen außer­halb der Kir­che gab und vie­le Gläu­bi­ge sich durch Unzu­frie­den­heit mit der Kir­che die­sen Grup­pen anschlos­sen. Der hei­li­gen Fran­zis­kus stell­te ihnen ein eben­so authen­ti­sches, wie radi­ka­les Gegen­mo­dell ent­ge­gen. Das auch mit­ein­schloß, not­falls in der Kir­che an dem zu lei­den, was an ihr zu die­ser Zeit durch mensch­li­che Schwach­heit und Unkennt­nis nicht ihrem eigent­li­chen Wesen ent­spricht.

Der neue Papst war in Argen­ti­ni­en auch Bischof für die ori­en­ta­li­schen Chri­sten. Das hei­li­ge Meß­op­fer in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus hat er seit dem Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum noch nicht zele­briert. Die Umset­zung des Motu pro­prio in der Erz­diö­ze­se war „eher lau“, so Mes­sa in Lati­no. The Rem­nant schreibt in einem ersten Bericht, daß über sei­ne Hal­tung zum über­lie­fer­ten Ritus nicht viel bekannt sei. In sei­ner Erz­diö­ze­se gibt es eine Nie­der­las­sung des alt­ri­tu­el­len Insti­tut du Bon Pasteur. Er gehör­te jedoch bis­her unter ande­rem der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung an. In Fra­gen der kirch­li­chen Moral­leh­re und der kirch­li­chen Ord­nung gilt er als Papst Bene­dikt XVI. nahe­ste­hend. Zur Lega­li­sie­rung der Tötung unge­bo­re­ner Kin­der sag­te der Kar­di­nal: In Argen­ti­ni­en „gibt es die Todes­stra­fe“. Er wand­te sich auch ent­schie­den, aller­dings erfolg­los gegen die Lega­li­sie­rung der Homo-Ehe durch den argen­ti­ni­schen Staat.

Vati­kan­spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di, Jesu­it wie der neue Papst, sag­te in einer ersten Stel­lung­nah­me, daß Franz I. ein Papst sei, der einen „Stil der Ein­fach­heit und des evan­ge­li­schen Zeug­nis­ses“ zei­ge und zudem eine „Kon­ti­nui­tät mit Bene­dikt XVI.“ reprä­sen­tie­re.

In finanz­po­li­ti­schen Fra­gen darf mit einer Kri­tik an den Aus­wüch­sen des Kapi­ta­lis­mus gerech­net wer­den. Ber­go­glio, obwohl kein Fran­zis­ka­ner, kann in sei­nem Lebens­stil als Fran­zis­ka­ner bezeich­net wer­den. Er ver­fügt weder über einen Fah­rer noch über eine stan­des­ge­mä­ße Limou­si­ne. In Bue­nos Aires war er viel mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel unter­wegs. Im Kon­kla­ve von 2005 war er der „Gegen­spie­ler“ Bene­dikts XVI., der unter Trä­nen die Kar­di­nä­le im Kon­kla­ve dar­um gebe­ten haben soll, nicht ihn, son­dern Joseph Ratz­in­ger zu wäh­len. Der Gegen­spie­ler wur­de nun zum Nach­fol­ger. Hat das Pen­del in die ande­re Sei­te aus­ge­schla­gen? Unter den mensch­li­chen Lastern ist ihm der Kar­rie­ris­mus, vor allem in der Kir­che, ein beson­de­res Ärger­nis.

In der kur­zen Anspra­che an die auf dem Peters­platz ver­sam­mel­te Men­schen­men­ge sprach er sowohl im Zusam­men­hang mit sei­nem Vor­gän­ger, Papst Bene­dikt XVI. als auch von sich sel­ber als „Bischof“. Franz I. wand­te sich damit ein­deu­tig an sei­ne Diö­ze­se als Bischof von Rom. Wel­che Aus­wir­kun­gen das für sein Ver­ständ­nis des Papst­tums hat, muß sich erst zei­gen. Wel­che Rol­le wird die Kol­le­gia­li­tät spie­len, auf die in den Gene­ral­kon­gre­ga­tio­nen viel Wert gelegt wur­de?

1973 bis 1980 war Ber­go­glio Obe­rer der argen­ti­ni­schen Ordens­pro­vinz der Jesui­ten und wider­setz­te sich damals ener­gisch der mar­xi­sti­schen Befrei­ungs­theo­lo­gie. Nicht zuletzt auch wegen sei­nes Wider­stan­des gegen eini­ge mar­xi­stisch ange­hauch­te Mit­brü­der und die dar­aus ent­stan­de­nen Kon­flik­te wur­de er ver­setzt. 1986 pro­mo­vier­te er in Deutsch­land, wes­halb er neben Spa­nisch und Ita­lie­nisch auch sehr gut Deutsch spricht. Anschlie­ßend wirk­te er als Spi­ri­tu­al und Beicht­va­ter an der Jesui­ten­kir­che von Cor­do­ba. 1992 ernann­te ihn Johan­nes Paul II. zum Weih­bi­schof von Bue­nos Aires. 1997 zum Koad­ju­tor ernannt, folg­te er Anto­nio Kar­di­nal Quar­ran­ci­no im Amt des Erz­bi­schofs der argen­ti­ni­schen Haupt­stadt nach. Bis 2011 war er zudem Vor­sit­zen­der der argen­ti­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz.

In den Gene­ral­kon­gre­ga­tio­nen im Vor­feld des Kon­kla­ve sprach der neue Papst vor allem über die Barm­her­zig­keit Got­tes und die Freu­de am Glau­ben. In Argen­ti­ni­en heißt es, die Prie­ster, die in den Armen­vier­teln wir­ken, sei­en ihm die lieb­sten. Ohne Abwei­chun­gen von der Glau­bens­leh­re ver­su­che er alle, auch die Ent­fern­te­sten für Chri­stus zu gewin­nen. Die Kir­che, so Kar­di­nal Ber­go­glio, müs­se „immer das barm­her­zi­ge Ant­litz Got­tes wider­spie­geln“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Ser­vi­zio Petri­no

48 Kommentare

  1. Petrus Roma­nus?

    Es wäre schön, wenn er zu der Sozi­al­leh­re der Kir­che zurück­kehrt, die von Johan­nes Paul II. — wohl auch wegen sei­ner Abstam­mung aus einem kom­mu­ni­sti­schen Land — gänz­lich auf­ge­ge­ben wur­de zugun­sten des unsäg­li­chen Kapi­ta­lis­mus.

    • Wer­ter Herr Bell, wor­aus ent­neh­men Sie das denn, dass JP II die Sozi­al­leh­re der Kir­che zugun­sten des Kapi­ta­lis­mus auf­ge­ge­ben habe? Was ver­ste­hen Sie unter Kapi­ta­lis­mus?

  2. Ich habe gemisch­te Gefüh­le, aber hof­fe das er der über­lie­fer­ten Lit­ur­gie wie­der eine tra­gen­de Rol­le geben wird.
    Beten wir dar­um.

  3. „Wel­che Aus­wir­kun­gen das für sein Ver­ständ­nis des Papst­tums hat, muß sich erst zei­gen.“

    Unser Papst Franz hat den Pri­mat der römi­schem Kir­che nicht ver­ges­sen: „And now let us begin this jour­ney, the Bishop and the peop­le, this jour­ney of the Church of Rome which pre­si­des in cha­ri­ty over all the Church­es, a jour­ney of bro­ther­hood in love, of mutu­al trust.“ (http://en.radiovaticana.va/news/2013/03/13/pope_francis:_his_first_words_/en1-673112)

  4. Kar­di­nal Jor­ge Mario Ber­go­glio wur­de mir von der Jugend 2000 zur „Adop­ti­on“ zuge­wie­sen.
    Dass er sich nun Fran­zis­kus nennt, fin­de ich sehr schön, weil ich Mit­glied des drit­ten Ordens der Fran­zis­ka­ner und Vor­ste­he­rin unse­rer Orts­grup­pe bin.
    Sein lei­ses, unspek­ta­ku­lä­res Auf­tre­ten auf der Log­gia hat mich sehr ange­rührt.
    Libe­ral ein­ge­stellt, habe ich ihm gegen­über den­noch ein gutes Gefühl.
    Ich bin jeden­falls gewillt, ihm einen ganz gro­ßen Ver­trau­ens­vor­schuss zu geben.

    Papst Fran­zis­kus I. Bit­te um Gebet für ihn, sein Beten mit dem Volk, sei­ne Ruhe, sei­ne zurück­hal­ten­de Gestik, sei­ne tie­fe Ver­beu­gung — es waren star­ke, posi­ti­ve Zei­chen.

    Mei­ne aller­größ­te Angst war die Mög­lich­keit einer Wahl Odi­lo Sche­rers.
    Nun bin ich erleich­tert.

  5. Mir ist das auf­ge­fal­len: Fran­zis­kus I. sprach nur von sich als vom Bischof von Rom.
    Ich kann das nicht deu­ten. Die DBK mit ihrem Lei­den unter dem angeb­li­chen Zen­tra­lis­mus Roms dürf­te das gern hören. Mir wur­de das Herz schwer.
    Die Zeit der Prü­fun­gen und Lei­den für die Kir­che geht wei­ter. Es tut zwar weh, doch zu die­sem Zeit­punkt ist nichts ande­res zu erwar­ten.
    Fran­zis­kus I. wird nicht von Her­me­neu­ti­ken spre­chen, er wird den Tra­di­ti­ons­bruch nicht künst­lich über­decken wol­len. Hof­fe ich wenig­stens. Dafür wer­den ande­re Prü­fun­gen kom­men.
    Doch man muss es ja nicht allein tra­gen. Ich bin ja nur Gläu­bi­ge, und die Prie­ster des Prio­rats wer­den damit umge­hen kön­nen. Und das ist gut so…

    • Lie­be @Cuppa!
      Bit­te las­sen Sie Ihr Herz nicht schwer wer­den und ver­su­chen Sie, genau wie ich, Papst Fran­zis­kus I. einen Ver­trau­ens­vor­schuss zu geben.
      Jeder Mensch ver­dient ihn!
      Er wird auf unse­re Gebe­te ange­wie­sen sein.
      Dass er von sich als Bischof von Rom sprach, kann doch auch ein Zei­chen von
      Beschei­den­heit sein.
      Er wirk­te sehr nach­denk­lich auf mich.
      Könn­ten es nicht auch Angst­ge­füh­le sein, die ihn als erstes durch­flu­tet haben?
      Wer kann das wis­sen?
      Aber Sie haben recht: Prü­fun­gen wer­den kom­men.
      Für ihn wie für uns!
      Aber was hät­ten wir emp­fun­den, hät­te Odi­lo Sche­rer auf der Log­gia gestan­den?
      Davor hat­te ich wirk­lich Angst!

  6. Den System­zei­tun­gen miss­fällt dass er sich eine sehr ernst­haf­te Aus­ein­an­der­set­zung mit Prä­si­den­tin Kirch­ner wegen der Homo­ehe lie­fer­te, er nann­te die­se nach Zei­tungs­be­rich­ten einen schwer­zen Anschlag auf den Plan Got­tes.
    Papst Bene­dikt hät­te Prä­si­den­tin Kirch­ner womög­lich für die ern­sten Wor­te gedankt, so wie er das mach­te als Prä­si­dent Wulff ihn auf­for­der­te die Ehe­schei­dung frei­zu­ge­ben.

  7. Gro­ße Zei­chen. Der tage­lan­ge Regen hört auf als Kar­di­nal Tau­ran den Bal­kon betritt. Der Kar­di­nal­pro­to­dia­kon ist völ­lig außer Rand und Band vor Freu­de. Spä­ter zei­gen sich ande­re Kar­di­nä­le auf den Bal­ko­nen. Alles ent­spann­te und freu­di­ge Gesich­ter. Es scheint jeder zufrie­den zu sein. Kei­ne geteil­ten Lager, auch die Gesich­ter der wich­tig­sten Kuri­en­kar­di­nä­le sind gelas­sen. Sie sind ange­kom­men.

    Und dann der Papst. Ein beweg­li­cher Mann mit einer ent­spann­ten Hal­tung, tie­fem Atem und aus­ge­gli­che­nem Gesicht. Auf dem Weg zum Bal­kon lacht er. Völ­lig unver­le­gen steht er dann vor den Hun­dert­tau­sen­den. Er genießt zusam­men mit allen Men­schen auf den Peters­platz die Stim­mung. Er fühlt sich ein. Sei­ne erste Hand­lung ist es, gemein­sam mit allen zu schwei­gen. Er spricht vom Beginn eines neu­en Weges. Brü­der­lich­keit, Lie­be und Ver­trau­en. Der Weg wird sogleich begon­nen: Ihr betet für mich und dann kann ich Euch seg­nen.

    Hier ist er: Der Vater, der sich auf sei­ne Kin­der über­trägt.

    • So unter­schied­lich kann man eine Geste bewer­ten: Er seg­net von sei­nem Amt her, als Stell­ver­tre­ter Jesu Chri­sti. Nie­mals müs­sen wir für ihn beten, damit er seg­nen kann.
      Volks­al­tar — Volks­papst — bit­te, nicht…

      Nie wer­de ich dafür beten, dass der Papst oder über­haupt ein Prie­ster, das „Volk“ seg­nen kann. Die­se Voll­macht gehört zum Prie­ster­tum. Das Volk, die „Brü­der und Schwe­stern“, über­tra­gen die­se Voll­macht nicht.
      Ich möch­te, dass der Papst, der Bischof, der Prie­ster mich im Namen Jesu Chri­sti seg­net. Ich habe Sei­nen Segen nötig DURCH den Papst, den Bischof, den Prie­ster…

      • Lie­be Cup­pa, sie sagen oben sehr rich­tig, Sie sei­en ja „nur Gläu­bi­ge“. Wol­len Sie nicht end­lich ein­mal Ernst damit machen und die Theo­lo­gie den Theo­lo­gen über­las­sen? Ihre halb­ga­ren Theo­rien machen Sie ja nur noch lächer­lich.
        Freu­en Sie sich, daß der All­mäch­ti­ge uns einen neu­en Hei­li­gen Vater geschenkt hat, und über­las­sen Sie die Fra­ge, ob das Volk für einen Prie­ster, Bischof oder Papst beten soll, doch denen, die es stu­diert haben.
        Beten wir für unse­ren Hei­li­gen Vater Fran­zis­kus!

        • Vik­tor: War­um glau­ben sie hat der Hei­li­ge Pater PIO, als er noch leb­te, sich gewei­gert einen Bischof zu seg­nen son­dern sich dank­bar von die­sen Seg­nen las­sen. Ein Segen kommt immer von Höhe­ren, die Früch­te von unten sind ja an den For­de­run­gen der „Kir­che von Unten“ zu erken­nen.

          Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

        • Las­sen Sie Ihre Belei­di­gun­gen, Vic­tor! Nen­nen Sie mich nicht „Lie­be Cup­pa“, wenn Sie zum per­sön­li­chen Angriff über­ge­hen. Auch wenn ich Theo­lo­gie stu­diert habe, bin und blei­be ich Gläu­bi­ge.
          Halb­ga­re Theo­rien? Hier ste­hen sich zwei Kon­zep­te „von Kir­che“ gegen­über. Haben Sie nie etwas von der Theo­lo­gie der Befrei­ung, „von der Kir­che von unten“ gehört? Die im Gegen­satz steht zur hier­ar­chisch ver­fass­ten Kir­che? Haben Sie nie gehört, dass sich Kar­di­nal Ratz­in­ger, als Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, damit befas­sen muss­te? Und welt­weit einer Wel­le von Angrif­fen aus­ge­setzt war?
          Ich behaup­te nicht, dass Fran­zis­kus I. ein Anhän­ger der Befrei­ungs­theo­lo­gie ist, das Modell „einer Kir­che von unten“ ver­tritt. Dafür ken­ne ich ihn nicht. Ich habe Anklän­ge gehört, Ein­drücke emp­fan­gen, die dar­auf hin­deu­ten könnten,nicht mehr und nicht weni­ger.
          Wenn Ihnen der Unter­schied zwi­schen die­sen bei­den Vor­stel­lun­gen nicht klar ist, das ist mir egal. Aber belei­di­gen Sie bit­te nicht die­je­ni­gen, die die­sen Unter­schied nicht nur ken­nen, son­dern auch sach­lich bewer­ten kön­nen.
          Ich sage es aus­führ­lich: Das Volk opfert nicht wäh­rend der hl. Mes­se, und der Prie­ster ist nicht der Reprä­sen­tant des Vol­kes, der Vor­sit­zen­de, der Spre­cher. Des­halb ist die Bezeich­nung Volks­al­tar bezeich­nend für den Bruch, der statt­fand mit dem NOM.
          Der Prie­ster ist am Altar Stell­ver­tre­ter Jesu Chri­sti, Er, unser Herr, ist der eigent­li­che Prie­ster, der mensch­li­che Prie­ster ist Sein Werk­zeug. So ver­hält es sich auch mit dem Segen. Der Papst ist Stell­ver­tre­ter Jesu Chri­sti auf Erden, nicht der Vor­stands­vor­sit­zen­de von allen Katho­li­ken, oder die Ver­kör­pe­rung des Vol­kes Got­tes, oder was immer.
          Fran­zis­kus I. hat das auch nicht her­vor­ge­kehrt. Aber Anklän­ge waren zu spü­ren.
          Abschlie­ßend, Vic­tor: Frech­hei­ten, Belei­dun­gen, erset­zen Arg­men­te nicht.

          • Ich kann Sie nur unter­stüt­zen, wer­te Frau Cup­pa! Die Aus­las­sun­gen des Herrn „Vik­tor“ sind völ­lig unqua­li­fi­ziert. Ich glau­be, er weiß nie rich­tig, wor­um es geht. Mir fällt da ein, was der spa­ni­sche König auf einer Sit­zung zu Chá­vez sag­te: Wenn du bloß mal dei­ne Klap­pe hal­ten wür­dest.

      • @ cup­pa,

        sam­ma a bißerl sek­tie­re­risch?

        Jesus hat in der Berg­pre­digt gesagt, „ihr sollt über­haupt nicht schwö­ren“. Sek­tie­rer wür­den sagen, schwö­ren ist ver­bo­ten.

        Dabei kann man aus dem Wort Jesu ent­neh­men, daß gilt: Ihr sollt so leben, daß kein Mensch von einem Chri­sten einen Schwur ver­lan­gen woll­te, weil deren Wort gilt: Ja ist ja und nein ist nein.

        • @Konrad Georg
          Ihre Unter­stel­lung an @cuppa „sek­tie­re­risch“ zu sein ent­behrt ja wohl jeg­li­cher Grund­la­ge und ist sogar unver­schämt.
          Wenn Sie sich auf die Aus­sa­ge Jesu bezie­hen, was den Schwur anbe­langt, fra­ge ich Sie: Was sind dann die Kar­di­nä­le, die ja einen Eid abge­legt haben, bevor sie in das Kon­kla­ve gezo­gen sind? Sind die Kar­di­nä­le damit auch Sek­tie­rer? Wenn es so ein­fach wäre „euer ja sei ein ja, euer nein sei ein nein, was dar­über hin­aus­geht ist vom Satan“ müss­ten auch die Kar­di­nä­le kei­nen, ja dürf­ten kei­nen Schwur lei­sten. Jesus sagt auch: Wer glaubt wird geret­tet, wer nicht glaubt wird ver­dammt wer­den“ oder „Wer Mich sieht, sieht den Vater!“ Aus­sa­gen, die man heut­zu­tag nicht mehr hören will. Also soll­te man mit sol­chen Aus­sa­gen, wie der Ihren vor­sich­tig sein.

  8. Ich lese gera­de über den Kar­di­nal und ver­su­che mir ein Bild zu machen. Was Inter­re­li­giö­si­tät angeht, schien der Kar­di­nal in der Tra­di­ti­on Johan­nes Paul II. zu ste­hen, ließ sich in gebeugt von einem pro­te­stan­ti­schen TV-Pastor seg­nen usw. Sehe ich kri­tisch. Gott möge ihn lei­ten.

    http://intereconomia.com/blog/cigueena-torre/lamentable-bergoglio

    http://intereconomia.com/blog/cigueena-torre/hoy-cumple-76-anos-cardenal-bergoglio-20121217

  9. Unser Hei­li­ger Vater heißt zuerst ein­mal Fran­zis­kus,
    erst in einer wei­te­ren Rei­he mit Trä­gern des sel­ben Namens wird die Bezeich­nung der I. sinn­voll, also in der Rück­schau

    Sein für mich fürs erste wich­tig­ster Satz (-teil): „beten wir immer für uns, für uns gegen­sei­tig.“

    Hei­li­ger Vater, in Augs­burg gibt es dafür ein „pro­fit­ori­en­tier­tes“ Vor­bild. Jakob Fug­ger ( der Rei­che) bau­te die Fug­ge­rei, for­der­te wenig Mie­te, ver­lang­te aber das, was auch jeder Arme lei­sten kann, täg­lich ein Gebet für sich.

    Wenn unse­re Hilfs­wer­ke Mise­re­or, Adve­ni­at, Cari­tas inter­na­tio­nal, Renova­bis ua.das Fug­gern pfle­gen wür­den, dann wür­de die Not nicht immer noch mehr wach­sen. Wer bekommt, muß etwas geben, so ein­fach ist das.

  10. Papst Fran­zis­kus I. ist kaum gewa­ehlt und schon wis­sen alle wo es lang­ge­hen wird. Wich­tig ist das alle Katho­li­ken ihm fol­gen wer­den, dann ist er der Hir­te sei­ner und unse­rer Kir­che. Die Viel­falt in unse­rer Kir­che als Schatz zu sehen und nicht als zu beka­emp­fen­des Unheil, das muss von allen Ver­stan­den wer­den. Wie haben denn die Herrn Kar­di­nae­le denn ihre Kom­u­ni­on zu ihrer Zeit emp­fan­gen? Ist das denn heu­te lae­cher­lich zu machen? Dann wae­re alles was an Lit­ur­gie bis­her
    war katho­li­sche Kas­per­spie­le­rei. Mehr respekt auf allen Sei­ten ist ange­sagt, so das die Spi­ri­tua­li taet eines jeden geach­tet wird. Wer die vor­kon­zia­le Lit­ur­gie lae­cher­lich macht ver­su­en­digt sich.
    Lasst unse­ren Papst Franz im Wein­berg des Herrn in Ruhe arbei­ten nund hoert auf ihn dann sind gute Fru­ech­te zu erwar­ten.
    Gelobt sei Jesus Chri­stus.

  11. Der Satz “ zur Lega­li­sie­rung der Abtreibng gibt es die Todes­stra­fe“ ergibt kei­nen Sinn. Viel­leicht kann die Redak­ti­on das kon­kre­ti­sie­ren.
    Dass er ein Geg­ner der Befrei­ungs­theo­lo­gie ist und im Jesui­ten­or­den ein­mal straf­ver­setzt wur­de spricht sehr für ihn, eben­so der dar­auf ber­hu­en­de Wider­stand gegen mar­xi­sti­sche Jesui­ten.
    Dass er kla­re Wor­te gegen Abtrei­bung ( offen­bar) und gegen die Homo­ehe fand, und dass er ein ent­schie­de­ner Geg­ner der Befrei­ungs­theo­lo­gie ist, da unter­schei­det er sich wohl­tu­end von Papst Bene­diikt, der sol­chen Poli­ti­kern für ihre ern­sten Wor­te dank­te.

    • Das Bischof Leh­mann über sei­ne Ernen­nung jubelt stimmt mich sehr nach­denk­lich.
      Nur wenn der deutsch­spra­chi­ge Kle­rus Beden­ken hat, so wie bei Bene­dikt vor 8 Jah­ren, kann der Papst für die Kir­che gut sein.
      Die DBK ist ein Abbruch­un­ter­neh­men!

  12. Für Papst Franz spricht der Umstand , dass ihm der Stan­dard 2011 einen Arti­kel mit der Schla­ge­zei­le wid­me­te “ es hät­te schlim­mer kom­men kön­nen“, gemeint war schlim­mer als Papst Bene­dikt.

  13. @Victor
    Fort­set­zung:
    Wie mit Ihnen umzu­ge­hen ist, das ist für mich wirk­lich die Fra­ge. Es war ja nicht das erste Mal, dass Sie aus­fal­lend wur­den.
    Sie haben über­haupt nicht ver­stan­den, was ich gemeint hat­te. Und das gibt Ihnen kein Recht, belei­di­gend zu wer­den.
    Ich habe nichts gegen Wider­spruch, beson­ders nichts gegen inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Im Gegen­teil, ich ler­ne oft von ande­ren Kom­men­ta­to­ren.
    Abschlie­ßen­de zur Sache:
    Natür­lich beten Katho­li­ken für den Papst und den Bischof. Für die Prie­ster zu beten, ist geist­lich sehr nütz­lich. Aber sie beten nicht, damit der Papst (oder der Bischof) befä­higt ist, den Segen zu spen­den. Hier ist eine Umkeh­rung. Gläu­bi­ge bit­ten um den Segen.
    Fran­zis­kus I. mach­te einen sehr siche­ren Ein­druck, er wuss­te in jedem Augen­blick, was er tat. Ich hof­fe, sei­ne ersten Gesten sind Andeu­tun­gen, und dass es dabei bleibt. Dass er theo­lo­gisch, als Papst, nicht dar­über hin­aus­geht. Dass er kein Befrei­ungs­theo­lo­ge als Papst ist, son­dern ein Zei­chen der Demut set­zen woll­te.

    • Getrof­fe­ne Hun­de bel­len !

      Ganz anders der Herr:
      Wenn Euch einer auf die lin­ke Wan­ge schlägt, hal­tet ihm auch die ande­re hin.

  14. Es kann aus jedem Gesichts­punkt nur befür­wor­tet wer­den, wenn der Papst die Gemein­de zum Mit­ma­chen auf­for­dert. Schließ­lich sind wir alle zu Prie­stern Got­tes beru­fen. Genau die gegen­tei­li­ge Auf­fas­sung war wohl das gro­ße Man­ko des Mit­tel­al­ters. War es doch erst die Über­set­zung der Bibel in die Volks­spra­che, die das Volk wis­sen ließ, wir sind genau­so Prie­ster wie der Kle­rus. Sie konn­ten jetzt selbst lesen, wie es wirk­lich in den Schrif­ten steht. Damit war die Bevor­mun­dung hin­sicht­lich des Zugan­ges zu Gott im reli­giö­sen Leben der ein­fa­chen Men­schen wesent­lich zurück­ge­drängt.

    Wer betet, rei­nigt sein Herz. So machen sich die Men­schen emp­fäng­lich für den Papst­se­gen.

    • @Besucher
      Da sie die­se Auf­fas­sung ver­tre­ten, gehe ich davon aus, dass sie Pro­te­stant sind. Denn in der römisch-katho­li­schen Glau­bens­leh­re ist das Prie­ster­amt ein Wei­he­amt und ein eige­nes Sakra­ment über­mit­telt die Voll­macht des Prie­sters, zu seg­nen und zu wei­hen und das Hl. Opfer dar­zu­brin­gen. Aller­dings inso­fern, die Wei­he in der apo­sto­li­schen Suk­zes­si­on, also in der apo­sto­li­schen Nach­fol­ge, gespen­det wird und der Spen­der, das tun will, was die Kir­che immer getan hat.
      Nach­dem die pro­te­stan­ti­schen Glau­bens­ge­mein­schaf­ten kein sakra­men­ta­les Prie­ster­um ken­nen, ist ihre Auf­fas­sung ver­ständ­lich im pro­te­stan­ti­schen Sinn, nicht aber im ortho­do­xen und katho­li­schen Sinn.

  15. Laut Rora­te Cae­li ist er ein hef­ti­ger Geg­ner der Mes­se aller Zei­ten.

    Da wer­den die V IIer sich aber freu­en…

  16. Weiß jemand was die Lefre­bre­via­ner mei­nen, die haben ja eine gro­ße Nie­der­las­sung in Argen­ti­ni­en?

  17. War­um die­ses Spe­ku­lie­ren? Schon sei­ne erste Anspra­che war doch Pro­gramm genug, oder? Der Herr Bischof von Rom, der auf Kol­le­gia­li­tät setzt und sich vom Vol­ke bestär­ken lässt. Auch sein gewähl­ter Name ist Pro­gramm und dürf­te neben auf­ge­setz­ter fra­na­zis­ka­ni­scher Demut und Beschei­den­heit, mit der natür­lich die Sym­pa­thien der Mas­sen leicht zu errin­gen sind, vor allem den inter­re­li­giö­sen Geist von Asis­si beschwö­ren. Und die zar­te Pflan­ze „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ wird nun in aller Demut mit Stumpf und Stil aus­ge­rot­tet. Da hat das Kar­di­nals­kol­le­gi­um unter Lei­tung von Re gan­ze Arbeit gelei­stet und dem Pon­ti­fi­kat Bene­dikts durch die Wie­der­wahl sei­nes Kon­kur­ren­ten noch im Nach­hin­ein einen Fuss­tritt ver­setzt.

  18. Pan­ora­ma Cató­li­co Inter­nacio­nal aus Argen­ti­ni­en schreibt zu sei­ner Wahl:

    ¡El Hor­ror!

    Envia­do por Mode­ra­dor el Mié, 03/13/2013 — 17:30.

    Mar­ce­lo Gon­zá­lez

    De todos los can­di­da­tos impensables, Jor­ge Mario Ber­go­glio es qui­zás el peor. No por­que pro­fe­se abier­ta­men­te doc­tri­nas con­tra la fe y la moral, sino por­que, a juz­gar por su actu­ación como arzo­bis­po de Bue­nos Aires, la fe y la moral pare­cen haber­le sido indi­fe­ren­tes.

    Enemi­go jura­do de la misa tra­di­cio­nal, no ha per­mit­i­do sino paro­di­as en manos de enemi­gos decla­ra­dos de la lit­ur­gia anti­gua. Ha per­se­gui­do a todo sacer­dote que se empeñó en usar sota­na, pre­di­car con soli­dez o que se haya inte­res­ado en la Summorum Pon­ti­fi­cum.

    Famo­so por la incon­si­sten­cia (a veces inin­te­li­gi­bi­li­dad de sus alo­cu­cio­nes y homilías), dado al uso de expre­sio­nes vul­ga­res, dema­gó­gi­cas y ambi­gu­as, su magi­sterio no pue­de decir­se que sea hete­ro­do­xo sino inexi­sten­te por lo con­fu­so.

    Su entor­no en la Curia de Bue­nos Aires, sal­vo algu­nos clérigos, no se ha carac­te­riz­ado por la vir­tud de sus accio­nes. Muchos están gra­ve­men­te sos­pech­a­dos de incon­duc­ta moral.

    No ha per­di­do oca­sión de rea­li­zar actos en los que cedió la cate­dral a judíos, pro­te­stan­tes, islá­mi­cos, e inclu­so a ele­ment­os sec­ta­ri­os en nombre de un diá­lo­go inter­re­li­gio­so impo­si­ble e inne­cesa­rio. Son famo­sas sus reunio­nes con los pro­te­stan­tes en el estado de espec­tá­cu­los Luna Park, don­de rei­teradamen­te, jun­to con el pre­di­ca­dor de la Casa Pon­ti­fi­cia Can­tala­mes­sa, ha sido “ben­de­ci­do” por pasto­res pro­te­stan­tes, en un acto de cul­to común don­de en la prác­ti­ca dio por vál­i­dos cier­tos pode­res sacra­men­ta­les de los tele­pa­sto­res.

    Esta elección es incom­pren­si­ble: no es políglota, no tie­ne expe­ri­en­cia curi­al, no bril­la por su san­tidad, es flo­jo en doc­tri­na y lit­ur­gia, no ha com­ba­ti­do ni el abor­to ni el matri­mo­nio homo­se­xu­al, no tie­ne moda­les para hon­rar el Solio Pon­ti­fi­cio. Nun­ca se ha jug­ado por nada más allá de per­ma­n­e­cer en posi­cio­nes de poder.

    Realm­en­te, no pue­de ser lo que Bene­dic­to haya que­r­ido para la Igle­sia. Y no pare­ce tener nin­gu­na de las con­di­cio­nes para con­ti­nu­ar su obra.

    Dios ampa­re a la Igle­sia. Nun­ca se pue­de des­cartar, por huma­na­men­te difícil que parez­ca, la posi­bi­li­dad de una con­ver­sión… y sin embar­go, el futu­ro nos cau­sa ter­ror.

    • Sehr geehr­ter Herr Bell,

      ich wäre Ihnen sehr zu Dank ver­pflich­tet, wenn Sie ein­ge­füg­te Tex­te ent­we­der über­set­zen, oder wenig­stens inhalt­lich wie­der­ge­ben wür­den.

      Sie wer­den zuge­ben müs­sen, daß das, was man hin­ter „doc­tri­nas con­tra la fe y moral“ als nicht spa­nisch Spre­chen­der spe­ku­la­tiv mit „Leh­re gegen Glau­be und Moral“ über­setzt, nur Miß­trau­en sät.. Und es reicht auch nicht aus, wenn man hin­ter „arzo­bis­po“ Erz­bis­tum oder Erz­bi­schof ver­mu­tet.

  19. P.S. Die Mel­dung des Pan­ora­ma Cató­li­co Inter­nacio­nal ist VOR der Wahl geschrie­ben wor­den. Die ahn­ten wohl, was pas­sie­ren wür­de.

  20. Don Pao­lo Fari­nella hat im Jahr 2000 den Roman „Habe­mus Papam, Fran­ces­co I“ ver­öf­fent­licht. (www.paolofarinella.eu) Viel­leicht hat der jet­zi­gen Papst die­sen zum Vor­bild genom­men?

    Die­se Mel­dung ist von 2010:

    In der ita­lie­ni­schen Zeit­schrift „Micro­Me­ga“ for­mu­lier­te der Prie­ster Don Pao­lo Fari­nella für den Papst (das war Bene­dikt XVI.) bereits eine ent­spre­chen­de Erklä­rung, zu hal­ten vor iri­schen Gläu­bi­gen: „Ich kom­me zu euch mit lee­ren Hän­den, um euch um Ver­zei­hung zu bit­ten“, wegen der Stren­ge des Zöli­bats, wegen der Zustän­de in den Prie­ster­se­mi­na­ren, wegen des tau­send­fa­chen Miss­brauchs der Kin­der. „Ich wer­de mich in ein Klo­ster zurück­zie­hen und die Tage, die mir blei­ben, Buße tun für mein Ver­sa­gen als Prie­ster und Papst.“

    Und hier noch etwas:

    „New Pope Jor­ge Ber­go­glio cele­bra­ted Hanuk­kah with Argen­ti­ne Jews as Car­di­nal of Bue­nos Aires

    Argen­ti­ne Catho­lics and Jews came tog­e­ther to cele­bra­te Hanuk­kah and Christ­mas tog­e­ther at a cere­mo­ny atten­ded by cur­rent Pope and then Car­di­nal of Bue­nos Aires Jor­ge Ber­go­glio.“

  21. Es ist eine Sache, den Papst zu sehen, zu hören, sei­ne Per­son auf sich wir­ken zu las­sen und die ande­re, am näch­sten Tag nüch­tern sei­ne Anspra­che zu lesen, ledig­lich die tie­fe Ver­nei­gung — nicht vor dem Kreuz — vor Augen zu haben.
    Ja, man kann nicht „schwarz genug sehen.“
    Der Tra­di­ti­on, sowohl der Lei­tung der Pius­bru­der­schaft als auch den Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten wer­den schmerz­li­che Rei­ni­gungs­pro­zes­se bevor­ste­hen. Das war immer klar, jeden­falls wenn man die Rea­li­tät in der Kon­zils­kir­che kennt.
    Ich fas­se mich an den Kopf, wenn ich an den Obenau­er-Arti­kel „Zugrei­fen — jetzt“ den­ke. An die­se Traum­tän­ze­rei, anders kann ich es nicht bezeich­nen.
    An die­se Eupho­rie, als sei um die Mes­se aller Zei­ten und um den Glau­ben aller Zei­ten nicht mehr zu kämp­fen.
    Nie­mand weiß heu­te, wel­che Schwer­punk­te der Papst wäh­len wird. Doch es wird sich zei­gen, ob die zer­brech­li­che Struk­tur der Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten stand­hal­ten kann. Sie war immer geschützt durch Kar­di­nal Ratz­in­ger — Ben­dikt XVI. Seit 1988. Jetzt müs­sen die­se Prie­ster­bru­der­schaf­ten ohne die­sen Schutz aus­kom­men. Doch es war selbst­ver­ständ­lich, dass die­ser Tag kom­men wür­de.
    Men­zin­gen bleibt für mich das gro­ße Rät­sel. Ein undurch­schau­ba­res Geheim­nis, wenn ich das letz­te Jahr neh­me. Mit die­sem gro­ßen Grün­der als Rück­halt sich sol­chen Illu­sio­nen hin­zu­ge­ben, das ist unbe­greif­lich. Wie ist das mög­lich?
    Obwohl es mich lang­weilt, wie­der die Antritts­an­spra­che des neu­en Pap­stes zu lesen, ich neh­me sie mir noch ein­mal vor. Viel­leicht kommt doch unser Herr Jesus Chri­stus vor, viel­leicht habe ich es vor lau­ter „Ver­trau­en, Lie­be, Brü­der­lich­keit“ ein­fach über­se­hen.
    Hei­li­ger Pius V., bit­te für uns!
    Hei­li­ger Pius X., bit­te für uns!
    Alle hei­li­gen Päp­ste, bit­tet für uns!

  22. Ich kann es nicht anders sagen, auch ich bin vol­ler Besorg­nis. Natür­lich gefällt mir die beschei­de­ne Art unse­res neu­en Pap­stes und natür­lich gefällt mir sei­ne Namens­wahl.
    Was mir aber nicht gefällt ist, dass er in sei­ner ersten Anspra­che sich all­zu sehr als Bischof von Rom vor­ge­stellt hat. Ich befürch­te, dass er aus einer falsch ver­stan­de­nen „Pri­mus inter pares-Rol­le“ und falsch ver­stan­de­nen Kol­le­gia­li­tät unter den Bischö­fen den natio­na­len Bischofs­kon­fe­ren­zen viel zu viel Raum läßt. Genau das darf man aber ins­be­son­de­re gegen­über den­je­ni­gen im deutsch­spra­chi­gen Raum nicht tun, denn die­se sind Getrie­be­ne des mas­sen­me­di­al ver­brei­te­ten Zeit­geists. Man stel­le sich nur ein­mal vor, die DBK könn­te über sol­che Fra­gen wie Zöli­bat, Frau­en­prie­ster­tum, Öku­me­ne u. s. w. nach ihrem Belie­ben schal­ten und wal­ten. Sie wür­de in allem dem o. g. Zeit­geist und ihren orga­ni­sier­ten Lai­en­gre­mi­en nach­ge­ben. Es beun­ru­higt mich auch außer­or­dent­lich, dass man bei Recher­chen im Inter­net kaum etwas über unse­ren neu­en Papst in Erfah­rung brin­gen kann. Es erschließt sich einem gar nicht, wes­halb er eigent­lich schon beim Kon­kla­ve 2005 und jetzt wie­der von vie­len Kar­di­nä­len favo­ri­siert wur­de. Bei Leu­ten wie Dolan, Ouel­let, Ran­jith und man­chem ande­ren hät­te ich die Wahl sofort ver­stan­den. Aber hier eben nicht. Und wenn es stimmt, dass Kar­di­nal Leh­mann mit der Wahl äußerst zufrie­den ist, dann ist das erst recht ein Grund zu gro­ßer Besorg­nis. Ich will ja dar­auf ver­trau­en, dass die Kar­di­nä­le den gewählt haben, den Gott aus­ge­sucht hat, aber es fällt mir sehr schwer.

  23. @Benedikt
    Lei­der habe ich von einem Bekann­ten, der in Argen­ti­ni­en lebt ande­re Infor­ma­tio­nen. Er war gestern ent­setzt. Der neue Papst sei ein Feind der Tra­di­ti­on, der kon­ser­va­ti­ve Prie­ster ver­folgt und unter­drückt hat.

  24. Ich den­ke, wir soll­ten mal den Ball flach hal­ten. Kei­ne 24 Stun­den im Amt und schon wird er hin und her geris­sen. Ich habe jetzt von bei­den Sei­ten Infor­ma­tio­nen. Feind der Tra­di­ti­on hört sich arg bru­tal an, viel­leicht hat er sel­ber für die über­lie­fer­te Mes­se wenig übrig, aber er lässt sie von ande­ren Prie­stern zele­brie­ren. Letzt­lich steht Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge. Wenn man sei­ne erste Mes­se heu­te ansieht, kann man nicht unbe­dingt sagen, dass er ein „Feind“ der Tra­di­ti­on ist, sonst hät­te er sie nicht auf Latein gehal­ten. Zudem wur­de die Kom­mu­ni­on kniend in den Mund gelegt. Klar war das alles schlich­ter als bei Bene­dikt, aber er kommt eben auch aus einer ande­ren Kul­tur. Fran­zis­kus muss erst­mal in Rom wirk­lich ankom­men. Ent­schei­dend wird auch sein, ob der Päpst­li­che Zere­mo­ni­en­mei­ster Mari­ni im Amt blei­ben darf…

  25. Papst Fran­zis­kus erin­nert mich sehr an Johan­nes — Paul I. Das war auch ein net­ter, demü­ti­ger & freund­li­cher Mann, nur bei einem The­ma kann­te er gar kei­nen Spaß: Die Zele­bra­ti­on der authen­ti­schen römi­schen Mes­se.

Kommentare sind deaktiviert.