Die Rückkehr des Fanon – Hoheitszeichen des Petrusamtes als Oberhaupt der Weltkirche in West und Ost

(Vati­kan) Bei der Kano­ni­sie­rung von sie­ben neu­en Hei­li­gen trat Papst Bene­dikt XVI. am ver­gan­ge­nen Sonn­tag erst­mals in sei­nem Pon­ti­fi­kat mit dem Fanon auf, einem päpst­li­chen Schul­ter­ge­wand, des­sen gesi­cher­te Spu­ren sich bis ins Früh­mit­tel­al­ter zurück­ver­fol­gen las­sen. Der Begriff Fanon stammt aus dem alt­hoch­deut­schen Wort Fano (und nicht wie viel­fach genannt aus dem grie­chi­schen pan­nus) und bedeu­tet sowohl Fah­ne als auch edles Gewand.

Der Fanon drückt dem­nach ein Hoheits­zei­chen aus,  im kon­kre­ten Fall die Ein­heit der gesam­ten Kir­che sowohl des Westens als auch des Ostens im Petrus­amt und die Auto­ri­tät des Pap­stes als Ober­haupt der uni­ver­sa­len Kir­che. Aus die­sem Grund ist er allein dem Papst vor­ge­hal­ten.

Papst Johan­nes Paul II. trug ihn wäh­rend sei­nes lan­gen Pon­ti­fi­kats nur ein­mal am 22. Novem­ber 1984, als er die Basi­li­ka der hei­li­gen Cäci­lia in Traster­ve­re in Rom besuch­te. Der Fanon, eine gestreif­te Dop­pel­mozzet­ta wird nur bei Pon­ti­fi­ka­len Hoch­äm­tern über der Kasel und unter dem Pal­li­um getra­gen.

Papst Inno­zenz III. (1160–1216) erklär­te zur Bedeu­tung des Fanon, die dem anti­ken Efod des jüdi­schen Hohe­prie­sters ent­spricht:

Roma­nus Pon­ti­fex post albam et cin­gu­lum assu­mit ora­le [fanon], quod cir­ca caput invol­vit et repli­cat super hume­ros, lega­lis pon­ti­fi­cis ordi­nem sequens, qui post lineam stric­tam et zonam indu­er­unt ephod id est super-hume­ra­le.“  Inno­cen­ti­us III, De Myst. Mis­sà¦, I, c. 53

Sei­ne heu­ti­ge Form erhielt das Schul­ter­ge­wand im 15. Jahr­hun­dert.

Text: Can­tua­le Antonianum/Giuseppe Nar­di
Bild: Can­tua­le Anto­nia­num

2 Kommentare

  1. Papst Paul VI. hat den Gebrauch des Fanon abge­schafft. Johan­nes Paul II. wur­de es — nach dem Inter­net­por­tal Summorum Pon­ti­fi­kum — von einem eif­ri­gen Sakri­stan einer Klo­ster­ki­che (Non­nen) umge­hängt, und er trug es auch. Zum Ärger der päpst­li­chen Zere­mo­ni­en­mei­ster.
    Papst Bene­dikt trug es nun ganz bewusst. Die­ses Zei­chen in Rich­tung Tra­di­ti­on ist zu wür­di­gen, den­ke ich. Nicht nur die­ses…

    • Ja, ich begrü­ße das auch. Dass die Kano­ni­sie­rung vor der Eucha­ri­stie­fei­er geschieht, fin­de ich sehr gut. Papst Bene­dikt XVI. geht mit gutem Bei­spiel vor­an.

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