Der Glaube ist eine Kraft, der die Erde verändern kann

Lie­be Brü­der und Schwe­stern!

Zunächst herz­li­chen Dank für die Geburts­tags­wün­sche, die so freund­lich und viel­stim­mig zu mir gedrun­gen sind. Vergelt’s Gott! In der Kate­che­se keh­ren wir wie­der in den All­tag zurück, zu dem The­ma, das seit einem Jahr etwa uns beschäf­tigt und das immer aktu­ell und gera­de auch in Geburts­tags- und Fest­tags­zei­ten wich­tig ist: das The­ma »Gebet«. Ich hat­te in der letz­ten Kate­che­se vor Ostern über das Gebet der Kir­che gespro­chen, durch das sie Pfing­sten erbe­tet hat. Nun sind wir nach Pfing­sten in die­sem Weg der Kir­che: Petrus und Johan­nes waren ver­haf­tet wor­den wegen der Hei­lung des Lah­men und der Ver­kün­di­gung Jesu. Und nun, nach ihrer Frei­las­sung, die aber pre­kär bleibt, ver­sam­melt sich die Gemein­de. Und was tut sie? Sie denkt nicht nach, wie man sich ver­tei­di­gen kann, wie man sol­che Unfäl­le ver­mei­den kann, son­dern sie rich­tet sich auf Gott hin, sie betet zusam­men, um von Gott her die Lösung und den Weg zu fin­den. Das sagt auch uns etwas. Gebet ist immer eine wesent­li­che Ant­wort auf Fra­gen und Pro­ble­me unse­res Lebens: die Din­ge vor Gott hin­stel­len und damit in einem grö­ße­ren Rah­men lösen. Ange­sichts von Gefahr und Prü­fung also sucht die Urge­mein­de das ein­mü­ti­ge Gebet: Was den Apo­steln wider­fah­ren ist, geht alle an; sie alle beten mit­ein­an­der. Sie fürch­ten sich nicht vor der Ver­fol­gung, son­dern sie sind eins im Gebet. Die Gemein­de sucht, das Gesche­hen im Licht des Glau­bens zu lesen und so den rich­ti­gen Weg zu fin­den. Und sie betet nicht um Erfolg, nicht um Schutz. Sie betet dar­um, daß sie fähig wird, wei­ter­hin Chri­stus zu ver­kün­di­gen. Ja sie betet dar­um, daß der Mut des Glau­bens uns nicht ver­läßt, auch in allen Wider­sprü­chen die­ser Welt, und daß der Mut des Glau­bens uns dann die Kraft gibt, auch ande­ren den Weg zu Gott und zu Chri­stus zu zei­gen und so die Welt ins Rech­te zu brin­gen. Es wird uns erzählt, als die Gemein­de mit­sam­men kraft­voll gebe­tet hat­te, »beb­te der Ort« (Apg 4,31), das heißt, der Glau­be ist eine Kraft, der die Erde ver­än­dern, der die Men­schen ver­än­dern, der die Welt gestal­ten kann, in die rich­ti­ge Wei­se hin­ein gestal­ten kann. Und dann beten sie auch dar­um, daß Zei­chen gesche­hen, Hei­lun­gen, die die Wahr­heit Chri­sti zei­gen. Auch dar­um sol­len wir beten, daß die Güte Got­tes offen­bar wird, daß der Glau­be leuch­tet und daß er Men­schen so gut machen und hei­len, von innen her hei­len kann, daß sei­ne Wahr­heit sicht­bar wird. Die Frucht des gemein­sa­men Gebe­tes ist der Hei­li­ge Geist, ist der Geist, der Ein­heit schafft und der uns hilft, zu glau­ben und mit dem Glau­ben zu leben und ande­ren den Weg zum Leben zu zei­gen.

Ein herz­li­ches Grüß Gott sage ich zu allen Pil­ger­grup­pen deut­scher Spra­che. Ich grü­ße vor allem die vie­len jun­gen Freun­de, die heu­te da sind, beson­ders die Schul­grup­pen aus Auer­bach – herz­lich will­kom­men –, aus Vech­ta und aus Die­ßen. Und dann grü­ße ich natür­lich beson­ders die Blas­ka­pel­le aus mei­ner Hei­mat, aus Waging, der sich, wie ich höre, Sur­berg, Otting und St. Leon­hard ange­schlos­sen haben. Vergelt’s Gott für euer Ständ­chen! Es war schön. Wir wol­len alle die Anlie­gen unse­res Lebens – und jeder hat sei­ne Nöte und Pro­ble­me – ins Gebet hin­ein­neh­men und in die Betrach­tung des Wor­tes Got­tes, dann ler­nen wir sehen, daß Gott da ist, auch in schwie­ri­gen Momen­ten, und daß alles zu einem höhe­ren Plan gehört, den wir nicht immer ver­ste­hen, aber der gut ist. Unter der Füh­rung des Hei­li­gen Gei­stes kön­nen wir auch die schwe­ren Situa­tio­nen mutig ertra­gen. Der Herr seg­ne euch alle! Vergelt’s Gott!