Dschihad gegen Hunde? – Schleichende Islamisierung im Kampf gegen „unreine“ Tiere

(Lon­don) In der isla­mi­schen Welt hat man tra­di­tio­nell kei­ne beson­ders hohe Mei­nung von Hun­den. Wahr­schein­lich hängt das mit einer unglück­li­chen Begeg­nung Moha­meds mit einem Ver­tre­ter die­ser vier­bei­ni­gen Spe­zi­es zusam­men, wie die Über­lie­fe­rung meint. „Qalb ibn qalb“, zu deutsch „Hund, Sohn eines Hun­des“ ist daher eines der belei­di­gend­sten Schimpf­wor­te der ara­bi­schen Welt. Den­noch staun­ten vie­le Beob­ach­ter nicht wenig nach der Stel­lung­nah­me von Hasan Küçük, einem Ver­tre­ter der „Islam­demo­kra­ten“ der Nie­der­lan­de, der Gemein­de­rat der Stadt Den Haag ist. Küçük for­der­te, daß die Hal­tung von Hun­den in Städ­ten ver­bo­ten wer­den soll­te. Sei­ne Par­tei ver­tritt den Stand­punkt, daß Hun­de in die Natur gehö­ren und nicht in bewohn­te Häu­ser. Dar­aus schloß Küçük, daß die Hal­tung von Hun­den in Wohn­ge­bäu­den Tier­quä­le­rei sei, die mit dem Gesetz zu bestra­fen sei.

Laut Kri­ti­kern von Küçük gehe es den „Demo­kra­ti­schen Mos­lems“ nicht um das Wohl der Hun­de, son­dern um die getarn­te Miß­ach­tung die­ser Vier­bei­ner. Für den Islam gel­ten Hund als „unrein“. Aus die­sem Grund sol­len sie aus bewohn­ten Gebie­ten ver­bannt wer­den, um die­se nicht zu „ver­un­rei­ni­gen“. Die For­de­rung des mos­le­mi­schen Kom­mu­nal­po­li­ti­kers wur­de vom 33köpfigen Gemein­de­rat der Stadt Den Haag abge­lehnt, in dem sechs mos­le­mi­sche Gemein­de­rä­te sit­zen.

Die For­de­run­gen von Küçük sorg­ten für ungläu­bi­ges Stau­nen, sind aber für Beob­ach­ter der isla­mi­schen Welt kei­nes­wegs neu. Es häu­fen sich Bei­spie­le, in denen von Mos­lems nicht nur Hun­den der Zutritt ver­wei­gert wur­de, son­dern auch Men­schen, sogar Blin­den, zum Bei­spiel von mos­le­mi­schen Taxi­fah­rern oder mos­le­mi­schen Geschäfts­be­sit­zern. Dani­el Pipes hat eine Liste sol­cher über die Medi­en bekannt gewor­de­ner Fäl­le seit den 90er Jah­ren rund um den Glo­bus zusam­men­ge­stellt.

Da ist zum Bei­spiel der Fall von Mahmoud Awad in den USA. Der mos­le­mi­sche Taxi­fah­rer in New Orleans, der sich der­ma­ßen über einen Fahr­gast, San­dy Dewd­ney auf­reg­te, die ihren Hund mit ins Taxi neh­men woll­te, daß er sie „No dog! No dog!“ schrei­end mit Gewalt wie­der aus dem Taxi zerr­te und die Frau dabei am Hand­ge­lenk ver­letz­te. Die Recht­fer­ti­gung des Taxi­fah­rers, der Spei­chel eines Hun­des mache „unrein“, wur­de vom Rich­ter nicht aner­kannt. Der mos­le­mi­sche Taxi­fah­rer wur­de zur Ablei­stung von 120 Tagen Sozi­al­dienst in einem Blin­den­heim ver­ur­teilt.

In Edmon­ton in Groß­bri­tan­ni­en ver­such­te die blin­de Doris Owen das Geschäft des Mos­lems Moham­mad Rafiq zu betre­ten. Der Paki­sta­ni, der 25 Jah­re in Sau­di-Ara­bi­en gelebt hat­te, ver­wei­ger­te Owen den Zutritt, weil sie von ihrem Blin­den­hund beglei­tet wur­de. Er beharr­te dar­auf, auch nach­dem die Frau ihn auf­merk­sam gemacht hat­te, daß es das Gesetz Blin­den aus­drück­lich erlaubt, mit ihrem Hund öffent­li­che Loka­le zu betre­ten. Rafiq inter­es­sier­te das nicht, er brüll­te nur: „Schaf­fen Sie den Hund raus. Das Geschäft ist auch mein Got­tes­haus, weil ich hier bete und esse.“

Die Liste ist lang. Es sei noch ein Bei­spiel von Juli 2010 genannt. Der Dai­ly Mail berich­te­te, daß mos­le­mi­sche Taxi- und Bus­fah­rer in Groß­bri­tan­ni­en blin­de Fahr­gä­ste zwan­gen, die Fahr­zeu­ge zu ver­las­sen. Das Phä­no­men „hat ein sol­ches Aus­maß ange­nom­men, daß die Ange­le­gen­heit sogar im Ober­haus zur Spra­che kam und Trans­port­mi­ni­ster Nor­man Baker von den Lords auf­ge­for­dert wur­de, daß reli­giö­se Vor­be­hal­te nicht aus­rei­chend Grund sind, einen blin­den Fahr­gast abzu­leh­nen“. Geor­ge Her­ridge, 73 Jah­re alt, wur­de zwei Mal von ver­schie­de­nen Bus­fah­rern, einem Mos­lem und einem Nicht-Mos­lem gezwun­gen, den öffent­li­chen Lini­en­bus zu ver­las­sen, weil er sei­nen Blin­den­hund Andy, einen schwar­zen Labra­dor mit­hat­te. Mos­le­mi­sche Fahr­gä­ste hat­ten wütend und dro­hend gegen die Anwe­sen­heit des Hun­des pro­te­stiert. Her­ridge erstat­tet Anzei­ge und brach­te damit den Fall in die Öffent­lich­keit.

Hun­de haben es aber nicht nur in den USA und Groß­bri­tan­ni­en schwer, wenn sie den Weg von Mos­lems kreu­zen. Im Iran wur­de vor weni­gen Mona­ten ein Gesetz­ent­wurf ein­ge­bracht, mit dem der Besitz von Hun­den kate­go­risch ver­bo­ten wer­den soll. Hun­de sol­len in der theo­kra­ti­schen Repu­blik für ille­gal erklärt und deren Besitz unter Stra­fe gestellt wer­den durch Rück­kop­pe­lung an die Scha­ria. Laut den Ein­brin­gern des Gesetz­ent­wur­fes wür­den Hun­de eine Bedro­hung für Hygie­ne und Gesund­heit dar­stel­len. Zudem sei die Beliebt­heit der Hun­de­hal­tung „ein kul­tu­rel­les Pro­blem durch die blin­de Nach­ah­mung der vul­gä­ren west­li­chen Kul­tur“. Der Ent­wurf soll „die Aus­füh­rung und Hal­tung von unrei­nen und gefähr­li­chen Tie­ren“ bestra­fen. Laut For­mu­lie­rung könn­ten auch Kat­zen betrof­fen sein, doch vor­dring­lich rich­tet sich der Zorn der Ein­brin­ger gegen Hun­de. Der Gesetz­ent­wurf sieht die Beschlag­nah­mung der „unrei­nen“ Tie­re vor. Die Fra­ge, was mit den beschlag­nahm­ten Tie­ren gesche­hen soll, wird nicht aus­drück­lich erwähnt, dürf­te aber nicht rosig sein.

Für Beob­ach­ter stel­le sich das eigent­lich Pro­blem vor allem im Westen. Es gibt die Befürch­tung, daß die „reli­gi­ös“ begrün­de­te Ableh­nung von Hun­den sich schlei­chend in der Pra­xis durch­set­ze, weil zum Bei­spiel nicht-mos­le­mi­sche Bus­fah­rer lie­ber einen blin­den Fahr­gast samt Hund vor die Tür set­zen, als einen Kon­flikt mit zor­ni­gen mos­le­mi­schen Fahr­gä­sten zu ris­kie­ren. Die Befürch­tun­gen gehen noch wei­ter, wie „Vati­can Insi­der“ berich­tet. Die schlei­chen­de Durch­set­zung der Vor­stel­lung von „rei­nen“ und „unrei­nen“ Tie­ren wür­de in der „Erobe­rungs­lo­gik“ die indi­rek­te Auf­nö­ti­gung wei­te­rer isla­mi­sche Vor­stel­lun­gen im Westen nach sich zie­hen. In Kana­da im Bun­des­staat Bri­tish Colum­bia wur­den mos­le­mi­sche Taxi­fah­rer bereits offi­zi­ell davon „befreit“, Blin­de mit ihrem Hund trans­por­tie­ren zu müs­sen. Die Begrün­dung lau­tet: „weil der reli­giö­se Glau­ben es ihnen ver­bie­tet, Blin­de mit deren Hund zu fah­ren“.

In den USA, am Flug­ha­fen von Min­nea­po­lis-Saint Lou­is wur­de durch die Behör­den ein „Kom­pro­miß“ zwi­schen mos­le­mi­schen Taxi­fah­rern und Blin­den mit Hund „ver­ein­bart“. In Groß­bri­tan­ni­en sieht eine inter­ne Bestim­mung vor, daß Poli­zei­hun­de bei Poli­zei­ak­tio­nen, Anti-Ter­ror­be­kämp­fung und Haus­su­chun­gen von Moscheen und Gebäu­den von Mos­lems eine Art „Stie­fel“ tra­gen müs­sen, um „Reak­tio­nen“ von auf­ge­brach­ten Mos­lems zu ver­mei­den. Je grö­ßer der Mos­lem-Anteil an der Bevöl­ke­rung eines Gebie­tes, desto här­ter und for­dern­der wer­den ihre Posi­tio­nen.

Und noch ein Blick nach Spa­ni­en: Im Jahr 2011 for­der­ten isla­mi­sche Grup­pen in Léri­da in Kata­lo­ni­en, wo die Mos­lems bereits 20 Pro­zent der Bevöl­ke­rung aus­ma­chen, ein gene­rel­les Ver­bot für Hun­de, in öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln mit­ge­nom­men zu wer­den und bestimm­te öffent­li­che Zonen betre­ten zu dür­fen, wie es in einem Bericht von Soe­ren Kern heißt. Begrün­det wur­de die For­de­rung von den Mos­lems damit, daß Hun­de „die Reli­gi­ons­frei­heit und das Recht nach den isla­mi­schen Grund­sät­zen zu leben“ ver­let­zen wür­den. Nach der Ableh­nung der For­de­rung durch den kata­la­ni­schen Stadt­rat wur­den in der Stadt über­durch­schnitt­lich vie­le Hun­de ver­gif­tet.

Text: Vati­can Insider/Giuseppe Nar­di
Bild: Vati­can Insi­der