“Faschingsgottesdienste“ ein “eklatanter Mißbrauch“ — Piusbruderschaft appelliert an Priester

(Ber­lin) In den ver­gan­ge­nen Jah­ren wur­den in ver­schie­de­nen Pfar­rei­en des deut­schen Sprach­raums auch als Sonn­tags­got­tes­dienst soge­nann­te „Faschings­got­tes­dien­ste“ gefei­ert.

Die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. in Deutsch­land appel­lier­te „mit Nach­druck“ an „alle Prie­ster“, am Sonn­tag vor Ascher­mitt­woch auf “Faschings­got­tes­dien­ste“ zu ver­zich­ten. Die Kri­tik der Pius­bru­der­schaft rich­tet sich gegen einen „ekla­tan­ten Miß­brauch“, der sich in Pfar­rei­en „ein­ge­schli­chen“ habe. „Mit der Absicht, den Kir­chen­be­su­chern Abwechs­lung zu bie­ten, haben vie­le Prie­ster damit begon­nen, Faschings­ele­men­te in den Got­tes­dienst ein­zu­bau­en“ und tra­ten als Clowns ver­klei­det an den Altar. „Vie­ler­orts spie­len Fast­nacht-Bands in den Kir­chen, wird geschun­kelt, wer­den Faschings­lie­der gesun­gen und die Pre­digt ist eine Büt­ten­re­de“, so der deut­sche Distrikt der Bru­der­schaft.

Der Distrik­t­o­be­re Pater Franz Schmid­ber­ger betont in sei­ner Aus­sendung, nicht den Kar­ne­val zu kri­ti­sie­ren, der eine beson­de­re Aus­prä­gung des Katho­li­zi­tät sei. Der Kar­ne­val müs­se jedoch vor den Kir­chen und Lit­ur­gie Halt machen. „Habt ihr denn nicht Häu­ser, um zu essen und zu trin­ken?“, zitiert die Pius­bru­der­schaft den Apo­stel Pau­lus in sei­nem 1. Brief an die Korin­ther (11,22), um zu fra­gen, ob es denn kei­ne Gemein­de­s­ä­le und Fest­hal­len gebe, um zu fei­ern, zu schun­keln und Büt­ten­re­den zu hal­ten?
„Die Mes­se ist nicht irgend­ei­ne Gemein­schafts­fei­er, son­dern die geheim­nis­vol­le und hoch­hei­li­ge Gegen­wär­tig­set­zung des Kreu­zes­op­fers Chri­sti, bei der Fleisch und Blut des Got­tes­soh­nes auf dem Altar gegen­wär­tig wer­den. Dazu pas­sen nicht Hel­au, Kon­fet­ti und Papp­na­se!“

Der Obe­re der Pius­bru­der­schaft für Deutsch­land erin­nert dar­an, daß „Faschings­got­tes­dien­ste“ sowohl gegen die „lit­ur­gi­schen Anord­nun­gen der Tra­di­ti­on“, als auch „gegen die Vor­schrif­ten des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils“ ver­sto­ßen. In der Kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um des II. Vati­ka­nums heißt es wei­ter: „Die hei­li­ge Lit­ur­gie ist vor allem Anbe­tung Got­tes“ (SC 33) und: „Die Rege­lung der Lit­ur­gie hängt ein­zig von der Auto­ri­tät der Kir­che ab; und zwar liegt die­se beim Apo­sto­li­schen Stuhl und nach Maß­ga­be des Rech­tes beim Bischof“ (SC 22 §1).

Die Pius­bru­der­schaft for­dert die Prie­ster in Deutsch­land auf, „den Miß­stand der Faschings­mes­sen zu been­den“ und bit­tet „die Bischö­fe, die Hei­lig­keit des Mess­op­fers wie­der anzu­mah­nen“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Kirchenkreis-Paderborn.de