Die Unaufhörlichkeit und Treue des göttlichen Erbarmens

Lie­be Brü­der und Schwe­stern!

In der heu­ti­gen Kate­che­se möch­te ich Psalm 136 betrach­ten, der ein gro­ßes Dank­lied an Gott für sein güti­ges Wir­ken in der Geschich­te des Vol­kes Isra­el ist. Mit einem drei­fa­chen Jubel­ruf – Hal­lel – rich­tet der Beter gleich zu Beginn sei­nen Dank an Jah­we für des­sen Lie­be, die sei­ne Schöp­fung und sein Volk nie ver­läßt. Durch die stän­di­ge, lita­nei­ar­ti­ge Wie­der­ho­lung des Ver­ses: „und sei­ne Huld währt ewig“ ver­ge­wis­sert sich der Beter gleich­sam der Unauf­hör­lich­keit und Treue des gött­li­chen Erbar­mens. Gott wird als der besun­gen, der gro­ße Wun­der tut. In einem Augen­blick leuch­tet der Schöp­fungs­vor­gang auf: der Him­mel, die Erde über den Was­sern, die gro­ßen Leuch­ten Son­ne und Mond sowie die Ster­ne. In ihrer Schön­heit ist die Schöp­fung Aus­druck der Güte des Herrn. Wun­der­bar ist auch Got­tes Wir­ken in der Geschich­te. Er führt das Volk Isra­el aus der Knecht­schaft durch das Rote Meer in das Gelob­te Land. Auch hier wer­den nur ein­zel­ne Momen­te des Gesche­hens erwähnt: der Tod der Erst­ge­burt Ägyp­tens, der erho­be­ne Arm Got­tes, die Tei­lung des Schilfmeers, das Hin­durch­ge­hen Isra­els zwi­schen den Was­sern und das Ver­sin­ken der Trup­pen des Pha­ra­os, wei­ter der Zug durch die Wüste und der Sieg über die Köni­ge Kanaans. Schließ­lich schenkt Gott dem Volk das Land als Erb­teil. Der Psalm weist das Volk Isra­el und auch uns dar­auf hin, daß alles, was ist, letzt­lich Geschenk Got­tes ist und daß wir ihm als dem Schöp­fer, Erlö­ser und guten Vater unser Sein ver­dan­ken. Psalm 136, das „gro­ße Hal­lel“, bil­det den Abschluß des jüdi­schen Pas­sah­mahls, und auch Jesus hat die­ses Lied mit sei­nen Jün­gern gesun­gen, selbst beim letz­ten Pas­sah­mahl, bevor er den Weg sei­nes Lei­dens ging. Sein Kreu­zes­op­fer und sein Sieg über den Tod offen­bart in höch­ster Wei­se, daß Got­tes Huld und Treue ewig währt.

Mit Freu­de grü­ße ich alle Pil­ger und Besu­cher deut­scher Spra­che, heu­te beson­ders das Dom­ka­pi­tel der Diö­ze­se Graz-Seckau, das anläß­lich sei­nes 225jährigen Bestehens den Apo­steln Petrus und Pau­lus die Ehre erweist. Wir wol­len uns die Psal­men immer neu als Gebet zu eigen machen und uns hin­ein­neh­men las­sen in das Ver­trau­en des Vol­kes Isra­el auf die Lie­be und Güte des Herrn, die nie endet. Der Hei­li­ge Geist gelei­te euch bei all eurem Tun.