Vatikan: Katholische Journalisten sollen sich neu organisieren

(Vati­kan) Der Vati­kan unter­sag­te am 17. Juli der Inter­na­tio­na­len Ver­ei­ni­gung katho­li­scher Jour­na­li­sten (UCIP), sich wei­ter­hin „katho­lisch“ nen­nen zu dür­fen. Nun ruft der Hei­li­ge Stuhl die katho­li­schen Jour­na­li­sten auf, sich neu zu orga­ni­sie­ren.

Nach dem Bruch mit der UCIP sucht der Vati­kan nach neu­en, zeit­ge­mä­ßen Orga­ni­sa­ti­ons­for­men für die katho­li­schen Pres­se­ver­tre­ter. Dabei sol­len auch die neu­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men berück­sich­tigt wer­den, die den Jour­na­lis­mus rapi­de ver­än­dern.

Ver­gan­ge­ne Woche bestä­tig­ten die Päpst­li­chen Räte für die sozia­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teI und für die Lai­en gemein­sam, daß der Hei­li­ge Stuhl jeg­li­che Zusam­men­ar­beit mit der 1927 gegrün­de­ten Ver­ei­ni­gung katho­li­scher Jour­na­li­sten (UCIP) abge­bro­chen hat. Msgr. Paul Tig­he, der Sekre­tär des vati­ka­ni­schen „Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mi­ni­ste­ri­ums“, prä­zi­sier­te gegen­über Vati­can Insi­der, daß damit gleich­zei­tig „eine Ein­la­dung an die katho­li­schen Jour­na­li­sten ver­bun­den ist, an neue For­men des Zusam­men­schlus­ses zu den­ken“.

Die Welt der Medi­en habe sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren grund­le­gend ver­än­dert durch das Auf­kom­men von Inter­net, der Blogs, des Digi­tal­fern­se­hens und ande­rer Online-Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men, so der iri­sche Medi­en­ex­per­te des Vati­kans. Dies mache es not­wen­dig, neue „Orga­ni­sa­ti­ons­for­men“ zu ent­wickeln, die jene zusam­men­schlie­ßen und unter­ein­an­der ver­bin­den, die als Katho­li­ken im Medi­en­be­reich tätig sind.

Msgr. Tig­he erin­ner­te an das erste Blog­ger-Tref­fen, zu dem der Vati­kan Anfang Mai nach Rom ein­lud. Es habe gezeigt, daß es nicht mehr nur Jour­na­li­sten im klas­si­schen Sinn gebe, son­dern eine Viel­zahl neu­er For­men.

Die Initia­ti­ve zu neu­en und zeit­ge­mä­ßen Zusam­men­schlüs­sen katho­li­scher Jour­na­li­sten könn­te von den Stan­des­or­ga­ni­sa­tio­nen in den ein­zel­nen Län­dern aus­ge­hen, „die auch Schwie­rig­kei­ten mit der UCIP hat­ten“.

Der Bruch mit der UCIP fiel dem Hei­li­gen Stuhl nicht leicht. Es gab „Jahr­zehn­te der guten Zusam­men­ar­beit im Dienst der Evan­ge­li­sie­rung durch die Medi­en“, heißt es in der gemein­sa­men Pres­se­klä­rung vom ver­gan­ge­nen Sonn­tag. Die Kri­se im Ver­hält­nis, die zum Bruch führ­te, habe jedoch tie­fe Wur­zeln „die min­de­stens 15 Jah­re zurück­lie­gen“.

Die UCIP habe zuletzt nur „hor­ren­de Mit­glieds­bei­trä­ge ver­langt, dafür aber nichts gege­ben“, beschreibt Andrea Melo­dia, der Vor­sit­zen­de der Katho­li­schen Uni­on der ita­lie­ni­schen Pres­se (UCSI), die die Kon­tak­te zur UCIP bereits vor vier Jah­ren abbrach, die Situa­ti­on. Die „undurch­sich­ti­ge“ Ver­eins­füh­rung habe dazu geführt, daß meh­re­re Gene­ral­ver­samm­lun­gen für ungül­tig erklärt wur­den, so jene von Kana­da 2007, Rom 2008 und Bur­ki­na Faso 2010. Der Vati­kan drück­te mehr­fach sei­ne Irri­ta­ti­on über die gerin­ge Trans­pa­renz aus, mit der die Orga­ni­sa­ti­on ihre Akti­vi­tä­ten abwickel­te.

Eine nicht abge­spro­che­ne und eben­so undurch­sich­tig zustan­de­ge­kom­me­ne Namens­än­de­rung der UCIP in Inter­na­tio­na­le katho­li­sche Medi­en­or­ga­ni­sa­ti­on (ICOM) nahm der Vati­kan zum Anlaß, um den Bruch zu voll­zie­hen.

Text: Vati­can Insider/Giuseppe Nar­di
Bild: Vale­rie Everett/Flickr