Karnataka: Drei Christen unter falscher Anklage verhaftet

(Neu Delhi) Die Poli­zei von Hennur hat drei Chri­sten mit dem Vor­wurf ver­haf­tet, in Kar­nataka „Zwangs­kon­ver­sio­nen“ ver­sucht zu haben. Die Chri­sten wei­sen den Vor­wurf als „rei­ne Erfin­dung“ zurück. Die Anzei­ge wur­de von 20 Hin­du-Akti­vi­sten ein­ge­bracht. Laut Poli­zei­an­ga­ben hät­ten die drei Chri­sten 70 Lepra­kran­ke von Dhar­ma­pu­ri im Bun­des­staat Tamil Nadu nach Ben­ga­lo­re gebracht. Vize­kom­mis­sar Nara­sim­haiah gab zu Pro­to­koll: „Die drei Chri­sten boten den Kran­ken Nah­rung, Klei­dung und eine Unter­kunft an, bevor sie ihnen eini­ge Gebe­te und ande­re christ­li­che Riten lehr­ten.“

Sajan Geor­ge, der Vor­sit­zen­de des Glo­bal Coun­cil of Indian Chri­sti­ans (GCIC), erklär­te, daß der Vor­fall „ein wei­te­rer Makel in der Geschich­te des säku­la­ren Indi­ens“ sei. Der GCIC mach­te eine Ein­ga­be bei der Indi­schen Men­schen­rechts­kom­mis­si­on und beim Justiz­mi­ni­ste­ri­um, mit der sie die Frei­las­sung der drei Chri­sten for­dert.

“Der Staat muß die Sicher­heit der christ­li­chen Min­der­heit garan­tie­ren, die schutz­los andau­ern­den Ein­schüch­te­run­gen und Gewalt­ak­ten aus­ge­setzt ist, die im Namen der Reli­gi­on von extre­men Hin­d­u­grup­pen aus­ge­hen“, erklär­te Sajan Geor­ge. Die christ­li­che Gemein­schaft von Kar­nataka wird seit Mai 2008 immer häu­fi­ger das Ziel von Angrif­fen natio­na­li­sti­scher Hin­d­u­grup­pen. Damals über­nahm die natio­na­li­sti­sche Hin­du­par­tei Bha­ra­ti­ya Janatha die Regie­rung des Bun­des­staa­tes. Chri­sten wer­den syste­ma­tisch in Haft genom­men, ver­hört und von Hin­du­n­a­tio­na­li­sten fälsch­li­cher­wei­se ver­schie­den­ster Ver­bre­chen ange­klagt. „Die Anklä­ger blei­ben unge­straft, nur die Chri­sten müs­sen Ernied­ri­gun­gen und Ver­haf­tun­gen erdul­den“, so Say­an.

Vor einem Jahr hat­te der Katho­lik Hen­ry Bap­tist Reu­ben bei sich zu Hau­se einen Tag für die Lepra­kran­ken orga­ni­siert, an die er Klei­dung, Essen und ande­re not­wen­di­ge Din­ge ver­teil­te. Am frü­hen Nach­mit­tag wur­de sein Haus von einem ört­li­chen Hin­du­füh­rer und 20 wei­te­ren Hin­dus gestürmt. Sie beschul­dig­ten Reu­ben und des­sen Fami­lie, Zwangs­kon­ver­sio­nen zu betrei­ben. Gleich­zei­tig benach­rich­tig­ten sie die Poli­zei­sta­ti­on von Hennur. Die Poli­zei ver­haf­te­te den Katho­li­ken und zwei Lepra­kran­ke wegen „Ver­let­zung reli­giö­ser Gefüh­le“ (Art. 295a des indi­schen Straf­ge­setz­bu­ches).

Sajan Geor­ge kri­ti­siert die Hal­tung von Poli­zei und Sicher­heits­kräf­ten: „Die Poli­zei über­hör­te bewußt sogar die Schreie der anwe­sen­den Kran­ken, die laut­stark zu erklä­ren ver­such­ten, daß die Akti­on jähr­lich statt­fin­de, bei der der Katho­lik und des­sen Fami­lie Hilfs­gü­ter an die Kran­ken ver­teil­te und daß es nicht den gering­sten Ver­such gab, sie zur Kon­ver­si­on zum Chri­sten­tum zu zwin­gen.“

(Asianews/Giuseppe Nar­di, Bild: Asia­news)