Fünf neue Diözesen – Moskauer Patriarch stärkt russisch-orthodoxe Kirche

(Mos­kau) Die rus­sisch-ortho­do­xe Kir­che ver­stärkt ihre Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur und ihre seel­sorg­li­che Tätig­keit durch die Errich­tung von fünf neu­en Diö­ze­sen. Die Ent­schei­dung fiel am 31. Mai beim Tref­fen des Hei­li­gen Syn­ods, dem höch­sten Organ der rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che, das unter dem Vor­sitz des Mos­kau­er Patri­ar­chen Kirill tagt. Die Neu­ord­nung stärkt die Auto­ri­tät des Patri­ar­chen, der bereits im Vor­jahr eine Zen­tra­li­sie­rung der kirch­li­chen Akti­vi­tä­ten, vor allem auch der Mis­si­on ein­lei­te­te.

Patri­arch Kirill erklär­te am Beginn des Hei­li­gen Syn­ods, daß die „wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen“ dazu die­nen, damit „das kirch­li­che Leben in einer Rei­he von Regio­nen inten­si­ver und kohä­ren­ter mit den Vor­ga­ben des Syn­ods“ wer­de. Bereits beim letz­ten Tref­fen des Syn­ods waren neue Diö­ze­sen im Nord­kau­ka­sus errich­tet wor­den. Die fünf neu­en Diö­ze­sen sind: Nar­wa als zwei­te ortho­do­xe Diö­ze­se in Est­land sowie Kras­nos­lo­bo­dsk und Ard­a­tow (in der Repu­blik Mord­wi­ni­en), Chan­ty-Man­s­ijsk und Sur­gut (Auto­no­mer Kreis der Chan­ten und Man­sen), Sale­chard und Nowy Uren­goi (Auto­no­mer Kreis der Jamal-Nen­zen) und schließ­lich Jenis­seisk und Norilsk (Regi­on Kras­no­jarsk).

„In Grie­chen­land hat jede Stadt einen Bischof, wäh­rend wir noch mit den Struk­tu­ren der Sowjet­herr­schaft zurecht­kom­men müs­sen. Das bedeu­tet, daß in einer Diö­ze­se Städ­te zusam­men­ge­schlos­sen sind, die auch 1000 Kilo­me­ter und mehr von­ein­an­der ent­fernt lie­gen. Man­che Pfar­rei­en wis­sen da nicht ein­mal, wer ihr Bischof ist“, sag­te Wla­di­mir Wigi­li­ans­kii, der Lei­ter der Pres­se­stel­le des Mos­kau­er Patri­ar­chats in der Tages­zei­tung Kom­mer­sant. „Die Ver­klei­ne­rung der Diö­ze­sen wird eine Rei­he von Mög­lich­kei­ten bie­ten.“

Roman Lun­kin, Direk­tor des Insti­tuts Reli­gi­on und Recht, geht davon aus, daß die Neu­ord­nung die Posi­ti­on des Patri­ar­chen stärkt, „da die neu­en Bischö­fe Per­so­nen sei­ner Wahl“ sein wer­den.

Die rus­sisch-ortho­do­xe Kir­che zählt damit 164 Diö­ze­sen, 217 Bischö­fe, 30.675 Pfar­rei­en, 29.324 Prie­ster und 3850 Dia­ko­ne, 805 Klö­ster, davon 398 männ­li­che und 407 weib­li­che. Patri­arch Kirill über­nahm im ver­gan­ge­nen Jahr selbst die Lei­tung des Mis­si­ons­bü­ros des Patri­ar­chats und begann mit des­sen Erwei­te­rung.

(Asianews/Giuseppe Nar­di, Bild: Asia­news)