18 Bischöfe im Hungerstreik — 56 Kirchen zerstört, doch Regierung entlastet Täter

(Neu Delhi) Tau­sen­de Chri­sten von Kar­nataka pro­te­stie­ren mit Kund­ge­bun­gen und Hun­ger­streik gegen einen Regie­rungs­be­richt. Statt den Chri­sten Gerech­tig­keit wie­der­fah­ren zu las­sen, ent­la­stet er gegen alle Bewei­se die bei­den Orga­ni­sa­tio­nen radi­ka­ler Hin­dus, denen die anti-christ­li­chen Unru­hen von 2008 zur Last gelegt wer­den. Damals wur­den 56 Kir­chen nie­der­ge­brannt oder zer­stört. Der Vor­sit­zen­de des Glo­bal Coun­cil of Indian Chri­stia­nas bezeich­ne­te den Bericht als „ein Bün­del von Lügen, das die Men­schen des­in­for­mie­ren und ver­wir­ren soll.“ Ein Gegen-Bericht wur­de heu­te dem Gou­ver­neur und dem Pre­mier­mi­ni­ster von Kar­nataka über­reicht.

Am Schwei­ge-Hun­ger­streik auf dem Gelän­der der St. Mark-Uni­ver­si­tät von Ben­ga­lo­re neh­men auch 18 katho­li­sche Bischö­fe teil, dar­un­ter der Erz­bi­schof von Ben­ga­lo­re, Msgr. Ber­nard Moras. Zu den Kund­ge­bun­gen und den Hun­ger­streiks prä­sen­tier­ten die Bischö­fe, das Glo­bal Coun­cil of Indian Chri­sti­ans (GCIC) und die Chri­sten Kar­nat­akas einen Gegen-Bericht mit dem Titel: „1000 Tage Regie­rung, 236 Angrif­fe, 1000 trau­ma­ti­sier­te Men­schen“.

Der offi­zi­el­le Bericht der Som­sek­har-Unter­su­chungs­kom­mis­si­on ent­la­stet die radi­ka­len Hin­du­or­ga­ni­sa­tio­nen Bajrang Dal und Sangh Pari­var. Die Bischö­fe mach­ten auf einer Pres­se­kon­fe­renz dar­auf auf­merk­sam, daß die­se Ent­la­stung „poli­tisch moti­viert“ sei. Am Ende des Berichts, der die bei­den radi­ka­len Orga­ni­sa­tio­nen ent­la­stet, fin­det sich eine Auf­li­stung von 56 zer­stör­ten Kir­chen mit Anga­be der Täter. In 12 Fäl­len wird aus­drück­lich Bajrang Dal genannt, in einem Fall Sangh Pari­var. Des­halb sei es unver­ständ­lich, so die Chri­sten, wie der Bericht zu sei­nen Schluß­fol­ge­run­gen gelan­ge.

Der Vor­sit­zen­de des GCIC, Sajan K. Geor­ge, bekräf­tig­te die Ankla­ge, die von den Chri­sten seit mehr als zwei Jah­ren erho­ben wird: „28 Angrif­fe, die zwi­schen August und Sep­tem­ber 2008 in Kar­nataka statt­fan­den, gin­gen von Hin­du-Extre­mi­sten aus, in erster Linie von Bajrang Dal. Der Soma­sek­har-Bericht besagt das genaue Gegen­teil eines vor einem Jahr ver­öf­fent­li­chen Unter­su­chungs­be­richts, der als Ver­ant­wort­li­che für die anti-christ­li­chen Aus­schrei­tun­gen die Poli­zei, die Anfüh­rer der hin­du­isti­schen Regie­rungs­par­tei und natio­na­li­sti­scher Hin­du-Orga­ni­sa­tio­nen nennt. Damals wur­den Ver­bin­dun­gen zwi­schen den radi­ka­len Orga­ni­sa­tio­nen und der hin­du­isti­schen Regie­rungs­par­tei Kar­nat­akas nach­ge­wie­sen.

Sajan K. Geor­ge pran­ger­te auf der Pres­se­kon­fe­renz die Absicht des Soma­sek­har-Berichts an, die „unge­recht­fer­tig­te Gewalt der Poli­zei gegen Kin­der und Frau­en in den Kir­chen von Kuls­he­ka­ra und Vaman­joor zu recht­fer­ti­gen.“

(Asianews/Giuseppe Nar­di, Bild: Asia­news)