Islamisten drohen mit „Anarchie, sollte Christin begnadigt werden!“ – Rom: Riesentransparent für Asia Bibi am Kapitol

(Islam­abad) Radi­ka­le Ima­me und ihre Anhän­ger warn­ten den paki­sta­ni­schen Staats­prä­si­den­ten. Soll­te er die wegen angeb­li­cher Belei­di­gung des Pro­phe­ten Moha­med zum Tode ver­ur­teil­te Chri­stin Asia Bibi begna­di­gen, wer­de es zu einem Mas­sen­pro­test in ganz Paki­stan kom­men.

Der Druck, der von radi­ka­len Mos­lems auf die Regie­rung aus­ge­übt wird, ver­deut­licht das schwie­ri­ge Ver­hält­nis zwi­schen Staat und Islam. In Paki­stan will sich nie­mand dem Ver­dacht aus­set­zen, zu mil­de mit „Fein­den des Islam“ umzu­ge­hen.

Die paki­sta­ni­sche Regie­rung prüft unter dem Ein­druck inter­na­tio­na­ler Pro­te­ste und eines ein­dring­li­chen Appells von Papst Bene­dikt XVI. eine Begna­di­gung für die Mut­ter von fünf Kin­dern. Gleich­zei­tig ver­stärkt sich der Druck der Isla­mi­sten gegen eine sol­che Absicht. Am 26. Novem­ber gin­gen Tau­sen­den radi­ka­le Mos­lems in den Städ­ten Laho­re und Kara­chi auf die Stra­ßen, um ihren „Zorn“ gegen alle zu bekun­den, die „den Islam, den Pro­phe­ten oder Allah belei­di­gen“. Zahl­rei­che Mos­lems erklä­ren öffent­lich, daß sie eine Begna­di­gung der zum Tode ver­ur­teil­ten Chri­stin Asia Bibi als wei­te­re Belei­di­gung auf­fas­sen wür­den.

Laut Asia­news gin­gen die Pro­te­ste gegen die Begna­di­gung von der isla­mi­sti­schen Ver­ei­ni­gung Jamaat-ud-Dawa (JuD) aus. Die JuD ist die größ­te isla­mi­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Paki­stans, die von den Ver­ein­ten Natio­nen zur ter­ro­ri­sti­schen Orga­ni­sa­ti­on erklärt und nach Atten­ta­ten 2008 von der paki­sta­ni­schen Regie­rung ver­bo­ten wur­de. Der Haupt­ko­or­di­na­tor der JuD, Qari Yaqub sag­te zu den Demon­stran­ten: „Wir wer­den Pro­te­ste im gan­zen Land ent­fa­chen, wenn die Regie­rung die Chri­stin begna­digt.“
Der Vor­sit­zen­de des Sun­ni Itte­had Coun­cil, Sahibza­da Fazal Kare­em wird mit den Wor­ten zitiert: „Eine Begna­di­gung wür­de das Land in die Anar­chie sto­ßen. Unse­re Posi­ti­on ist ein­deu­tig: Die­se Stra­fe darf nicht rück­gän­gig gemacht wer­den!“ Maul­vi Faqir Muham­med, der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de von Teh­reek-e-Tali­ban Paki­stan warn­te die Regie­rung vor „ern­sten Kon­se­quen­zen“, soll­te sie Asia Bibi begna­di­gen und füg­te hin­zu, daß die Tali­ban sich „jedem Ver­such einer Begna­di­gung der Chri­stin“ wider­set­zen wer­den.

Asia Bibis Ehe­mann, Ashiq Maish, erklär­te: „Asia war die andert­halb Jah­re im Gefäng­nis sehr stark. Seit dem Todes­ur­teil ist es anders. Sie wirkt müde und erschöpft. Ich fürch­te um ihr Leben und um das Leben unse­rer Fami­lie.“ Die Fami­lie muß­te wegen Mord­dro­hun­gen ihr Haus ver­las­sen. Der Mann lebt mit den Kin­dern an einem unbe­kann­ten Ort in einem Zim­mer einer christ­li­chen Ein­rich­tung. Im Zim­mer hängt eine bun­te Kin­der­zeich­nung mit dem Satz auf Pun­ja­bi „Gott seg­ne die­ses Haus“, wie der Kor­re­spon­dent von Asia­news berich­tet.

Welt­weit gehen die Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen für Asia Bibi wei­ter. Um auf das dra­ma­ti­sche Schick­sal der zum Tode ver­ur­teil­ten Chri­stin auf­merk­sam zu machen, hängt seit einer Woche auf dem Kapi­tol in Rom, dem Amts­sitz des römi­schen Ober­bür­ger­mei­sters, ein gro­ßes Trans­pa­rent, mit dem die Frei­heit für Asia Bibi gefor­dert wird.

(Asianews/Giuseppe Nar­di, Bild: Sus­si­dia­rio)